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Autor: Tobias Czullay 24.06.2015 - 18:00 | 10

Sony Xperia Z3+ Testbericht

Tops und Flops
  • Tops
  • Tolles Design & gute Verarbeitung
  • Wasser- & Staubschutz
  • Sehr gute Performance im Alltag
  • Multimedia-Allrounder mit DNC, LDAC, WLAN MIMO, etc
  • Flops
  • Wird schnell heiß und verliert Leistung
  • Akku deutlich schwächer als bei Vorgängern
  • Mit 699 Euro reichlich teuer

Sony Xperia Z3+ Test: So wenig Plus steckt im neuen Sony-Smartphone

Das Sony Xperia Z3+ ist eine "Premium-Ergänzung" des Xperia Z3, sagt der Hersteller. Wir fragten uns im Test des neuen Sony-Smartphones: Ist das Xperia Z3+ vielleicht nicht eher der Beweis dafür, dass dem Hersteller zurzeit neue Ideen fehlen? Wie die Antwort zu dieser Frage ausfällt, beschreibt der Testbericht.

Ein echtes Déjà-vu: Der allzu vertraut wirkende Anblick des Sony Xperia Z3+ mag Ausdruck einer Ideenlosigkeit des japanischen Herstellers, die manche Kritiker unterstellen, und den schweren Stand des Unternehmens auf dem Smartphone-Markt sein. Man kann es aber auch wie Sony selbst sehen: Das Xperia Z3+ ist dann kein vollwertiger Nachfolger, sondern eine "Premium-Ergänzung" zum Xperia Z3. Aber warum vermarktet Sony das Android-Smartphone in Asien weniger zurückhaltend als "Xperia Z4"? Ob wir es nun beim Xperia Z3+ mit einem waschechten Flaggschiff oder einem lahmen Neuaufguss zu tun haben, klärt unser Test.

Gehäuse-Design und -Verarbeitung

Das Xperia Z3+ hat Sony wie die vorherigen vier Modelle der Xperia-Z-Reihe gemäß der Omnibalance-Richtlinien entwickelt: Das aus Glas und Metall gefertigte Gehäuse ist durchweg symmetrisch und im Design minimalistisch. Der Rahmen des Smartphones ist wie beim Xperia Z3 abgerundet und wird von robusten Kanten durchbrochen, allerdings hat das Aluminium durch eine andere Behandlung einen je nach Farbe unterschiedlich stark glänzenden Anstrich erhalten. Zumindest in der uns vorliegenden schwarzen Ausführung sieht das auch richtig schick aus und wirkt edler als das matte Metall des Vorgängers. Auch der Haptik kommt die neue Beschichtung zugute, denn tatsächlich ist der neue Rahmen weniger glatt an den ihn umschließenden Fingern sowie der stützenden Handinnenfläche - kurz: das Xperia Z3+ liegt im Test angenehmer und sicherer in der Hand als das Xperia Z3.

Sony Xperia Z3+ Unboxing | (c) Areamobile

Das Sony Xperia Z3+ von vorne... | (c) Areamobile

Sony Xperia Z3+ Unboxing | (c) Areamobile

...und von hinten. Ein vertrauter Anblick | (c) Areamobile

 

Mitverantwortlich dafür ist auch die Tatsache, dass der Rahmen beim Xperia Z3+ minimal über die Glasflächen hinausragt. Um kaum sichtbare, aber tatsächlich fühlbare 0,1 Millimeter steht das Metall auf Vorder- und Rückseite über, wodurch vor allem die Ecken bisweilen etwas scharfkantig wirken. Als unangenehm empfinden wir das im Test aber nicht, neben der etwas anderen Haptik entstehen dadurch sogar angenehme Nebeneffekte: Anders als der Vorgänger macht sich das Xperia Z3+ auf ebenen Flächen nun nicht selbständig, außerdem fräsen keine Krümel oder Staubpartikel unschöne Kratzer ins Glas. Eher zu vernachlässigen ist die Gewichtsabnahme um nicht spürbare 8 Gramm und wirklich dünner ist das neue Modell aufgrund des überstehenden Rahmens auch nicht geraten. Wie schon bei den Vorgängern gilt: Sonderlich handlich ist das Smartphone im Vergleich zu HTC One M9, Galaxy S6 und LG G4 nicht, die Verarbeitung der Bauteile des Gehäuses ist aber ohne Fehl und Tadel.

Sony Xperia Z3+ Unboxing | (c) Areamobile

Der Rahmen glänzt mehr als beim Xperia Z3 | (c) Areamobile

Sony Xperia Z3+ Unboxing | (c) Areamobile

Der Micro-USB-Anschluss liegt nun offen | (c) Areamobile

 

Sony hat noch einige weitere Details am Gehäuse des Xperia Z3+ verändert, es zum Beispiel um den magnetischen Zubehöranschluss erleichtert. Besitzer eines Vorgängermodells und einer passenden Dockingstation müssen folglich umrüsten, das Xperia Z3+ passt dort nicht mehr hinein. Der Verzicht auf den für Zubehör vielleicht praktischen, aber im Alltagsgebrauch eher störenden, scharfkantigen Anschluss erklärt sich dadurch, dass der Hersteller beim Xperia Z3+ auf einen offenliegenden Micro-USB-Anschluss am unteren Ende setzt, ein Ladekabel und andere Hardware können also ohne Umweg an das Smartphone angestöpselt werden. Wasser- und Staubdicht ist das Xperia Z3+ dabei trotzdem noch, der Anschluss ist wie bei Xperia M4 Aqua und Xperia Z4 Tablet von innen versiegelt. Somit konnte Sony die Abdeckklappen auf eine einzige reduzieren, unter der nur noch ein Plastikträger für Nano-SIM- und microSD-Karte sitzt.

Wirklich revolutionär ist das Design des Xperia Z3+ wieder nicht geraten, Sony folgt akribisch dem Hang zur Perfektion. Damit nimmt das neue Flaggschiff denselben Stellenwert ein, den vor einem Jahr das Xperia Z2 für Xperia Z1 und Xperia Z eingenommen hat: Das Xperia Z3+ ist das vollendete Xperia Z3.

Sony Xperia Z3+ Unboxing | (c) Areamobile

Das Xperia Z3+ hat nur noch eine Abdeckklappe  | (c) Areamobile

Sony Xperia Z3+ Unboxing | (c) Areamobile

Hervorragende Druckpunkte: Lautstärkewippe und Power-Knopf | (c) Areamobile

 

Display-Größe und -Qualität

Das Display des Xperia Z3+ misst 5,2 Zoll und stellt Inhalte in Full-HD dar. Die daraus resultierende Pixeldichte von 424 PPI dürfte eigentlich keinen Grund für Kritik geben, einzelne Bildpunkte lassen sich im Test mit bloßem Auge schließlich nicht erkennen. Trotzdem wiegt der Vorwurf schwer, dass sich seit dem Anfang 2013 erschienenen Xperia Z in dieser Hinsicht einfach nichts bei Sony getan hat, während andere Hersteller wie Samsung oder LG schon längst auf den QHD-Zug aufgesprungen sind. Die Begründung gegen eine solch hohe Auflösung erscheint logisch: Sony sieht keinen praktischen Mehrwert in QHD, die Akku-Laufzeit würde sich bei Einsatz eines solchen Bildschirms dramatisch reduzieren. Etwas fadenscheinig wirkt dieses Bekenntnis für Full-HD allerdings angesichts solcher Entwicklungen: In den USA erscheint mit dem Xperia Z4v dieser Tage ein leicht abgewandeltes Xperia Z3+ mit einem QHD-Display. Außerdem hat Sony die Akku-Kapazität des Xperia Z3+ im Vergleich zum Vorgänger reduziert. Welche Auswirkungen das auf die tatsächliche Laufzeit hat, beleuchten wir weiter unten im Testbericht.

Sony Xperia Z3+ Unboxing | (c) Areamobile

Das Display des Xperia Z3+ misst 5,2 Zoll | (c) Areamobile

Sony Xperia Z3+ Unboxing | (c) Areamobile

Die Pixeldichte beträgt 424 PPI | (c) Areamobile

 

Doch auch wenn Sony beim Xperia Z3+ abermals auf Full-HD setzt, wäre es falsch von Stillstand zu sprechen. Wer einmal die ausgeblichenen Bildschirme von Xperia Z und Xperia Z1 gesehen hat, der weiß, wo die Reise einmal angefangen hat. Spätestens mit dem Xperia Z3 konnten die Japaner an die Darstellungsqualität der Konkurrenz heranreichen, für das Xperia Z3+ baut Sony auf dieselbe farbkräftige und helle Anzeige. Mit gemessenen 540 cd/m² erreicht das neue Flaggschiff eine äußerst beeindruckende Helligkeit. Auch wenn die krummen Messwerte wie schon beim Vorgänger anderes verheißen, ordnet sich das Sony Xperia Z3+ subjektiv betrachtet durchaus in die Reihe aktueller Luxus-Smartphones ein, obwohl unter spitzeren Blickwinkeln die Helligkeit ein wenig nachlässt und der Kontrast grundsätzlich etwas stärker sein könnte. Immerhin: Ein Grauschleier, wie er sich noch in den vor einem Jahr erhältlichen Xperia-Z-Smartphones über das Bild legte, ist nicht auf dem Screen des Xperia Z3+ sichtbar.

Display-Test Sony Xperia Z3+ CIE-Farbraum | (c) Areamobile

CIE-Farbraum | (c) Areamobile

Display-Test Sony Xperia Z3+ RGB-Diagramm | (c) Areamobile

RGB-Diagramm | (c) Areamobile

 

Wem die Farbwiedergabe des Bildschirms nicht zusagt, der hat wie von den höherpreisigen Sony-Smartphones gewohnt die Möglichkeit, einige Anpassungen vorzunehmen. So darf mit dem Weißabgleich die Farbtemperatur justiert werden, außerdem stehen mit X-Reality for Mobile und dem "Superlebendigen Modus" die üblichen Bildoptimierungen für die Anzeige von Fotos und Videos bereit.

System: Hardware, Software und Bedienung

Das Xperia Z3+ wird von Qualcomms aktuellem Highend- und Problem-Chipsatz Snapdragon 810 angetrieben, dem schon vor Erscheinen eines ersten Geräts eine überdurchschnittliche Hitzeentwicklung nachgesagt wurde. Und tatsächlich: Auch das Xperia Z3+, das mit einer Revision 2.1 des Snapdragon 810 läuft, wird sehr warm. Mit einem an der Außenhaut gemessenen Spitzenwert von 45 Grad sogar richtiggehend heiß. Zwar beschränkt sich die hohe Temperatur nur auf das obere Drittel der Rückseite und ist damit bei gewöhnlichen Handling des Smartphones im Hochformat kaum wahrzunehmen, dafür steigt sie aber schon bei recht anspruchslosen Aufgaben wie dem Surfen im Internet an. Hier hat Sony bereits ein Update versprochen, das zum Zeitpunkt des Tests noch nicht verfügbar war. Wir werden ggf. den Testbericht an dieser Stelle um mögliche neue Erkenntnisse ergänzen.

Der Snapdragon 810 bringt acht 64-Bit fähige Prozessorkerne mit, die nach dem big.LITTLE-Design in zwei Vierkern-Prozessoren mit je 2 GHz und 1,5 GHz aufgeteilt sind: Der eine Quad-Core-Block übernimmt die anspruchsvollen, der andere die rudimentären Aufgaben und soll dadurch beim Stromsparen helfen. Weiterhin sind 3 GB Arbeitsspeicher und eine Adreno-430-GPU auf der Platine verlötet. Im Alltagseinsatz macht sich kein großer Unterschied zu den bereits flinken Vorgängern Xperia Z3 und Xperia Z2 bemerkbar, auch sie liefern mit ihrem Snapdragon 801 mit 3 GB RAM für alle aktuellen Android-Apps noch genügend Power. In den typischen Benchmarks kann der Generationssprung dann aber zumindest quantitativ erfasst werden: Unter AnTuTu erreicht das Xperia Z3+ rund 12.000 Punkte, im Quadrant-Benchmark immerhin noch 10.000 Punkte mehr als noch das Xperia Z3. Auch im GFXBench T-Rex Offscreen schafft das neue Modell 46 Bilder pro Sekunde und damit 19 FPS mehr.

Der Leistungszuwachs relativiert sich allerdings schon wieder bei längeren Spiele- oder Film-Sitzungen, denn um der starken Hitzeentwicklung entgegenzuwirken, drosselt das Gerät nach einiger Zeit automatisch die Leistung des Chips herunter. Und das nicht zu knapp, denn wie unsere Messungen ergaben, knickt das Xperia Z3+ um bis zu 42 Prozent gegenüber der zum Anfang des Testlaufs gemessenen Leistung ein - leider ein typisches Problem mit dem Snapdragon 810, das jedes Gerät mit dem Qualcomm-Chip etwas anders regelt.

Nicht ganz ausgereifte Software

Als noch nicht ganz ausgereift empfinden wir die Software auf unserem Testexemplar des Xperia Z3+, die Firmware 28.0.A.6.8. Auch wenn die System-Performance überzeugt und das vorinstallierte Android 5.0.2 Lollipop weitestgehend ohne Ruckler läuft, leistet sich das Smartphone hin und wieder etwas längere Denkpausen, friert kurz ein oder reagiert träge auf Eingaben. Hier ist die Hoffnung, dass das kommende Firmware-Update nachbessert. Der verwendete Android-Unterbau mit Xperia UI ist in ähnlicher Form von anderen Sony-Geräten mit Lollipop bekannt, mit Ausnahme einer etwas anderen Startanimation, wenigen neuen System-Tönen sowie der Möglichkeit, den Startbildschirm nun auch ins Querformat zu drehen und die Icons darauf auf Wunsch kleiner oder größer anzuzeigen, gibt es keine nennenswerten Neuerungen.

Sony Xperia Z3+ Unboxing | (c) Areamobile

Viele Apps von Drittanbietern sind bereits vorinstalliert | (c) Areamobile

Sony Xperia Z3+ Interface | (c) Areamobile

Der Homescreen kann nun auch im Querformat angezeigt werden | (c) Areamobile

 

Neben den Google- und Sony-Apps finden sich auf dem frisch aus dem Karton gepellten Xperia Z3+ noch haufenweise andere vorinstallierte Apps, darunter AVG Protection, Kobo, die MobiSystems Office Suite, Path, Spotify und Vine - jede aufgeführte Anwendung kann auf Wunsch wieder deinstalliert werden. Seit einiger Zeit setzt Sony leider auch verstärkt auf unglaublich nervige Push-Benachrichtigungen für die eigenen Dienste, sei es für die Movie-Creator-App, die ungefragt aus dem Foto-Album kurze Videoclips erzeugt, die Geräte-Ortung My Xperia oder für neue Werbe-Angebote in der Xperia Lounge. Sie müssen manuell und für jede Anwendung einzeln abgeschaltet werden, denn aussortieren lassen sich die Sony-Apps ohne Root-Zugriff natürlich nicht.

Schnelle Datenübertragungen, schnelles Akku-Laden

Mit an Bord des Xperia Z3+ ist dank des Snapdragon 810 auch ein LTE-Cat-6-Modul für Downloadraten von bis zu 300 Mbit/s, was höchstens Telekom- und Vodafone in bestimmten städtischen Gebieten freut. Besser sieht es da mit WLAN MIMO aus, das durch den Einsatz zweier Antennen nicht nur bessere Verbindungsqualität, sondern gegenüber dem Xperia Z3 auch doppelt so schnelle Downloads im Heimnetzwerk verspricht. Die theoretisch möglichen Transferraten von bis zu 867 Mbit/s werden aber nur dann erreicht, wenn auch der Sender die MIMO-Technik beherrscht.

Nicht nur funken kann das Xperia Z3+ besonders schnell, auch der Akku lässt sich dank Qualcomms Power-Charging-Standard 2.0 zügig wieder aufladen. Leider liegt dem Lieferumfang nur ein Standard-Netzteil bei, für ein zusätzliches Schnellladegerät werden rund 20 Euro fällig. Den Qi-Standard für drahtloses Laden unterstützt auch das neue Sony-Flaggschiff nicht ab Werk. Wer das Feature nachrüsten möchte, der hat derzeit Pech: Anders als bei den Vorgängern gibt es noch kein Style Cover für induktives Laden. Auch die beim Xperia Z2 serienmäßig enthaltenen In-Ear-Kopfhörer mit digitaler Geräuschunterdrückung müssen für das Xperia Z3+ gesondert erworben werden, trotz des hohen Anschaffungspreises für das Gerät von 699 Euro. Kaum Trost spendet das beliegende USB-OTG-Kabel, über das eine Tastatur, ein Datenträger oder ein weiteres Smartphone zum Laden des Akkus angeschlossen werden kann.

Sony Xperia Z3+ Unboxing | (c) Areamobile

Im Lieferumfang: Ein USB-OTG-Kabel,... | (c) Areamobile

Sony Xperia Z3+ Unboxing | (c) Areamobile

...ein gewöhnlicher In-Ear-Kopfhörer ohne DNC... | (c) Areamobile

Sony Xperia Z3+ Unboxing | (c) Areamobile

...sowie ein Netzteil ohne Power-Charging-Unterstützung | (c) Areamobile

 

Multimedia: Musik und Medien-Features

Nichts geändert hat sich an der Ausrichtung des Vorzeige-Smartphones von Sony als Premium-Musikplayer. Mit digitaler Geräuschunterdrückung und dem neuen "Automatischen Headset-Ausgleich", der über die Mikrofone am Kopfhörer und die Form des Ohrs den besten Klang ermitteln will, dem DSEE-HX-Codec, Analog-zu-Digital-Konvertierung via USB sowie der Unterstützung von Sonys eigenem Bluetooth-Übertragungsstandard LDAC bietet das Xperia Z3+ allerhand für Musikliebhaber. Das gilt leider weniger für die integrierten Stereo-Lautsprecher, deren schmaler und bisweilen blecherner Klang keineswegs mit kleinen Bluetooth-Trommeln oder einem HTC One M9 mithalten kann. Schon die zwei Vorgänger sorgten nicht zuletzt wegen ihres dünnen Resonanzraums für wenig Wumms - zum Schauen von Videos reichen die nach vorne gerichteten Lautsprecher aber locker aus.

Auch als Verbindungsknoten zu anderen technischen Apparaturen eignet sich das Sony Xperia Z3+ hervorragend, sei es als Medienserver, als Wiedergabegerät für Filme auf dem Fernseher via Miracast oder Chromecast oder als erweiterter Bordcomputer im Auto über den MirrorLink-Standard. Darüber hinaus bietet das Smartphone volle Unterstützung für das Feature PS4 Remote Play, durch das PlayStation-4-Spiele per WLAN auf den kleinen Bildschirm gespiegelt werden können - Verbindungsmöglichkeit mit dem Dual-Shock-4-Controller inklusive. Immer gerne genommen und von Vorteil für alle Formen der Mediennutzung ist der vergrößerte interne Speicher, denn statt den gewohnten 16 GB sind nun standardmäßig 32 GB Festspeicher verbaut.

Kamera

Nur wenige Worte über die Kamera des Xperia Z3+ im Test, denn es handelt sich um dasselbe Exmor-RS-Modul, das bereits seit dem Xperia Z1 in den Sony-Flaggschiffen zum Einsatz kommt und dieselben Spezifikationen mitbringt: 20,7-Megapixel-Auflösung, Single-LED-Blitz, Blende f/2.0 und eine Brennweite von 25 Millimeter. Die Entscheidung zu diesem Stillstand könnte vielleicht dann nachvollzogen werden, hätte sich die Kamera jemals durch ihre guten Fotos ausgezeichnet - hat sie aber nicht. Stattdessen bauen die Japaner zum vierten Mal in Folge auf eine Kamera, die selbst zwei Jahre alten Flaggschiff-Smartphones anderer Hersteller nicht das Wasser reichen kann, in denen sogar oft deutlich bessere Bildsensoren von Sony stecken. Hier trifft es die Bezeichnung "Ergänzung" für das Xperia Z3+ schon ganz gut, von "Premium" kann aber keine Rede sein.

Sony Xperia Z3+ Unboxing | (c) Areamobile

Die altbekannte Kamera des Xperia Z3+ | (c) Areamobile

Sony Xperia Z3+ Unboxing | (c) Areamobile

Die Kamera-Software bietet allerhand Einstellungs-Modi | (c) Areamobile

Sony Xperia Z3+ Interface | (c) Areamobile

Hitzeentwicklung in der Kamera-App | (c) Areamobile

 

So geraten auch die Fotos des Xperia Z3+ stets etwas arm an Details und Kontrast, die Farben wirken flau und wenig betont. Zugute halten mag man Sony die für Smartphones überdurchschnittlich hohe Empfindlichkeitseinstellung von ISO 12.800, die auch bei Dunkelheit etwas Sichtbares zutage fördert - wenn auch unter enormem Rauschen. Der Clear Image Zoom verspricht bei einer Auflösung von 8 Megapixel wie gewohnt einen auf dem Sensor ausgetragenen verlustfreien Dreifach-Zoom und damit eigentlich nur einen Crop, der auch ohne Weiteres nachträglich am Vollformat-Bild erfolgen kann. Einen optischen Bildstabilisator bietet die Kamera des Xperia Z3+ nicht.

Beispielfoto Sony Xperia Z3+ | (c) Areamobile

Beispielfoto Sony Xperia Z3+ | (c) Areamobile

Beispielfoto Sony Xperia Z3+ | (c) Areamobile

Beispielfoto Sony Xperia Z3+ | (c) Areamobile

Beispielfoto Sony Xperia Z3+ | (c) Areamobile

Beispielfoto Sony Xperia Z3+ | (c) Areamobile

 

Hand angelegt hat Sony an der Frontkamera, die beim Xperia Z3+ nicht nur mit 2,1 Megapixel, sondern mit zeitgemäßen 5 Megapixel auflöst. Durch das verwendete Weitwinkelobjektiv gelingen Gruppenselfies nun auch ohne abgesägte Köpfe oder halbierte Freunde, einen LED-Blitz auf der Vorderseite bietet das Xperia Z3+ aber wie gehabt nicht. Dafür stehen zahlreiche Modi für die vordere und die hintere Kamera zur Verfügung, seien es die rund 50 Szenen-Voreinstellungen oder Erweiterungen wie AR-Spaß, Sound Photo oder Timeshift Video. Einen manuellen Modus gibt es auch, der erlaubt allerdings kaum andere Einstellungsmöglichkeiten als die intelligente Automatik. Auf Wunsch können weitere Kamera-Apps von Sony heruntergeladen und installiert werden.

Ein dem Hersteller bereits bekanntes Problem konnten auch wir im Test der Xperia Z3+ beobachten: Schon nach recht kurzer Zeit meldet die Kamera-App, dass das Smartphone zu heiß wird und empfiehlt, die Anwendung zu beenden. Ein ähnliches Problem war bereits bei Xperia Z2 und Xperia Z3 zu beobachten, allerdings nur gelegentlich und nur bei der Aufnahme von 4k-Videos, die länger als fünf Minuten dauerten. Ob das versprochene Firmware-Update wirklich Besserung bringt, bleibt abzuwarten. Wir werden den Sachverhalt zu gegebener Zeit überprüfen.

Akku-Laufzeit und Telefon-Qualität

Eine waschechte Enttäuschung ist der Akku des neuen Sony-Smartphones. Für das Xperia Z3+ verspricht der Hersteller eine Laufzeit von zwei Tagen, der Akku hält allerdings nur knapp länger als einen Tag durch. Anders als bei den drei Vorgängern, die unter denselben Alltagsbedingungen - täglich zweieinhalb Stunden Pendeln mit Zeitvertreib durch Musikhören und Surfen im Internet - ohne Probleme ihre zwei bis drei Tage ohne Steckdose auskommen. Auch mehrfaches Laden und Entladen brachte keine spürbare Verbesserung. Durch einen Turbo Charger wird der Akku des Xperia Z3+ innerhalb von 40 Minuten zur Hälfte, nach 1:40 Stunden komplett wieder aufgefüllt.

Sony Xperia Z3+ Interface | (c) Areamobile

Der Akku hält keine zwei Tage | (c) Areamobile

Wie schwachbrüstig der Akku des Xperia Z3+ tatsächlich und im Vergleich zum Vorgänger ist, lässt unser Video-Dauerlauf bei maximaler Bildschirmhelligkeit erahnen, denn kam das Xperia Z3 damals noch auf eine Laufzeit von 4:17 Stunden, da machte das Xperia Z3+ im ersten Testlauf bereits nach 3:44 Stunden, im zweiten nach 3:45 Stunden schlapp. Trotz der im Alltag zumindest brauchbaren Laufzeit ordnet sich das neue Sony-Smartphone damit weit unten in unserer Liste ein. Leider kein Trost: Durch die - für Sony-Verhältnisse - bescheidene Laufzeit gibt der Hersteller zumindest seinem Stamina-Energiesparmodus eine Existenzberechtigung, denn genutzt werden muss der auf den Vorgängern eigentlich nur in Ausnahmesituationen.

Dass sich das Xperia Z3+ in der Laufzeit so eklatant von seinem Vorgänger unterscheidet, wird nicht nur an den 200 mAh liegen, die Sony dem Akku während des Generationssprungs abgezwackt hat. Als Schuldiger gerät hier natürlich auch der Snapdragon 810 in Verdacht, der durchaus dafür verantwortlich sein könnte, dass auch HTC One M9 und LG G Flex 2 trotz ihrer üppig bemessenen Akkus hinter den Bestmarken ihrer Vorgänger zurückfallen. Schon die hohe Abwärmeentwicklung lässt auf die wenig effiziente Arbeit des Snapdragon 810 schließen. Anders, als es von einem neuen Chip mit einer auf das Stromsparen ausgelegten Architektur zu erwarten wäre, ist offenbar auch der Energieverbrauch deutlich höher als bei älteren Chipsätzen.

Die Empfangs- und Sprachqualität geht in Ordnung, durch besonders guten Klang beim Telefonieren haben sich die Sony-Smartphones aus der Xperia-Z-Serie noch nie ausgezeichnet. Immerhin wurde die Lautstärke der beim Xperia Z3 arg leisen Hörmuschel wieder etwas nach oben geschraubt. Eine Wiederkehr feiert übrigens auch der charakteristische dumpfe Vibrationsmotor, der noch in den Modellen vor dem Xperia Z3 zur Anwendung kam und durch den das Gerät weniger stark auf dem Tisch scheppert.

Fazit

Trotz der guten Noten für die Technik - am Ende kann das Fazit nur lauten: Besitzer des direkten Vorgängermodells Xperia Z3 brauchen nicht über den Kauf des Xperia Z3+ nachdenken, selbst Nutzern des Xperia Z2 werden nur marginale Verbesserungen und im Falle des Akkus sogar eine nicht leicht zu verschmerzende Verschlechterung geboten. Wir stellen fest: Sony hat seit dem ersten Xperia Z kein Flaggschiff-Smartphone Gerät mehr herausgebracht, das nicht mit dem direkten Vorgänger verglichen werden will und - noch schlimmer - dabei richtig hervorstechen konnte. Wie schnell das auf einem mit Highend-Smartphones gesättigten Markt schief gehen kann, wissen wir.

Für wen eignet sich das Xperia Z3+ dann überhaupt? Wer auf der Suche nach einem neuen Android-Smartphone mit aktueller Hardware und einem hochwertigen Äußeren ist, dabei auf die kaum sichtbaren Vorzüge eines QHD-Displays verzichten kann, der darf sich das neue Sony-Smartphone durchaus einmal näher anschauen, zumal Sony an einem Performance-Update für das Gerät arbeitet. Zwar entfällt beim Xperia Z3+ der Akku-Bonus, der bei vorigen Modellen noch selbstverständlich war. Die neuen Luxus-Schlitten der Konkurrenz schlagen sich in dieser Diszplin aber auch nicht viel besser. Auch wer das ultimative Smartphone für den Musik-Genuss sucht, der ist mit einem Gerät der Xperia-Z-Serie immer noch am besten beraten - das mittlerweile im Preis gesunkene Xperia Z2 tut es aber auch.

Um die eingangs gestellte Frage zu beantworten: Das Sony Xperia Z3+ geht zwar technisch aufgrund der verwendeten hochwertigen Gehäusematerialien als Flaggschiff durch, ist aber gleichzeitig auch ein lahmer Neuaufguss des Xperia Z3 - und letzteres wiegt wohl bei vielen eingefleischten Smartphone-Fans bei der Gerätewahl schwerer.

Testwertung Sony Xperia Z3+
 
Handlichkeit und Design 89%
Verarbeitung 98%
Sprachqualität 92%
Akkuausdauer 74%
Ausstattung/ Leistung 93%
Kamera 89%
Internet 98%
Musik 98%
Software und Bedienung 95%
Navigation 91%
Gaming und Video 90%
Gesamtwertung
zum Testzeitpunkt
92%
Zeitwertung
(Stand 20.10.2017)
81%

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Kommentare & Erfahrungsberichte
  1. 24.06.15 22:40 Nuvolari (Advanced Handy Profi)
    Ich darf mal wiederholen und zusammenfassen:

    - "wird schnell heiß und verliert Leistung"

    - " nicht ganz ausgereifte Software"..."das Smartphone hin und wieder etwas längere Denkpausen, friert kurz ein oder reagiert träge auf Eingaben."

    - "So geraten auch die Fotos des Xperia Z3+ stets etwas arm an Details und Kontrast, die Farben wirken flau und wenig betont."

    - "Eine waschechte Enttäuschung ist der Akku des neuen Sony-Smartphones. Für das Xperia Z3+ verspricht der Hersteller eine Laufzeit von zwei Tagen, der Akku hält allerdings nur knapp länger als einen Tag durch. Anders als bei den drei Vorgängern, die unter denselben Alltagsbedingungen"


    Das Xperia Z3+ ist somit eine Enttäuschung und Z3-Besitzer müssen sich keine Gedanken darüber machen.

    Wie kann es aber nun sein, dass ein Gerät mit solchen klaren Schwachstellen am Ende 93% bekommt????

  2. 24.06.15 22:46 chief (Professional Handy Master)

    "Wie kann es aber nun sein, dass ein Gerät mit solchen klaren Schwachstellen am Ende 93% bekommt????"

    Das ist in der Tat eine sehr gute Fragen. Das frage ich mich nämlich auch.

    "Das Xperia Z3+ ist somit eine Enttäuschung und Z3-Besitzer müssen sich keine Gedanken darüber machen."

    Auch die Z2 Besitzer können anscheinend getrost bei ihrem Gerät bleiben. Hoffentlich zündet Sony auf der IFA mit dem Z5 ne Bombe.

  3. 25.06.15 07:00 Superchub38 (Member)

    Ich glaube das so manche Hersteller an ihre grenzen kommen. Wieder keinen QI Standard was ich nicht gerade positiv finde und ruckler im System das ist eine schlechte Arbeit Sony. Samsung hat hier glaube ich nochmals die kurve bekommen.

  4. 25.06.15 07:20 foetor (Expert Handy Profi)

    Naja bei AM bekommen ALLE Flaggschiffe 91% und mehr egal wie schlecht sie sind, verstehe das auxh nicht. Selbst ein M9 bekommt 93%
    Naja vlt hat AM Angst dass sie keine Testgeräte mehr bekommen ;-)

  5. 25.06.15 08:46 polli69 (Advanced Handy Profi)

    Ich finde den Test sehr aufschlussreich denke aber auch, dass das Bewertungsschema dringender Renovierung Bedarf.
    Besser man läßt die % gleich weg, denn sie sagen immer weniger über die wahre Qualität des Gerätes aus.
    Zum Z3+ kann ich nur sagen, viel Geld für wenig mehr Leistung und schlecht umgesetzte Software.

  6. 25.06.15 11:09 Cratter13 (Handy Profi)

    Ich frage mich auch, wie die Prozentbewertung zu erklären ist. 93% für die vielen Kritikpunkte?! Mal sehen, ob Sony auf der IFA ein aktuelles Highendgerät veröffentlicht. Ansonsten siehts düster aus.

  7. 25.06.15 14:35 M.a.K (Handy Master)

    "Wie kann es aber nun sein, dass ein Gerät mit solchen klaren Schwachstellen am Ende 93% bekommt????"

    Genau DAS habe ich mich auch als erstes gefragt noch bevor ich den Test und die Kommentare gelesen habe.

    Also mal ehrlich, die Kritikpunkte sind alles andere als Kleinigkeiten. Hitze, Drosselung, schwächerer Akku und "nur" 1080p für 700€.

    Wie kann man da auf 93% kommen?

    Alleine schon ein Snapdragon 810... Die Revision ist ja anscheinend egal, da Sony ebenfalls drosselt und das bei einem High-End Smartphone.

    Den Herstellern MUSS doch klar sein wie sich der S810 auf solch kleinem Raum verhält und trotzdem wird munter weiter verbaut, hauptsache die Specs lesen sich super. Ob dann unter Last 40% weniger Leistung geboten wird scheint wohl wayne zu sein.

    Allein für das verbauen des S810 in dieser Geräteklasse würde ich -2% geben, die Nachteile für den Kunden sind ja inzwischen kein Geheimnis mehr.

  8. 25.06.15 14:43 Jokill (Advanced Member)

    Ich würde den Leistungseinbruch von 40% sogar als noch nicht mal als besonders kritisch beachten, da er ja am ehesten nur in Benchmarks auffällt und leistungsintensive Spiele o.ä. vermutlich trotzdem ohne spürbare Verschlechterung weiterlaufen?
    Was aber auf der anderen Seite gar nicht geht ist, wenn sich die Kamera App häufig auf Grund von Hitzeentwicklung verabschiedet. So etwas sind dann echte Benachteiligungen! Ebenso kann die wahrnehmbare Hitzeentwicklung nervig sein... wenn man dann beim "normalen" surfen unter zusätzlich direkter Sonneneinstrahlung im freien evtl Angst um das Gerät haben muss weil es dann vermutlich mehr als die 45°C werden, ist nicht praktikabel (noch Akkufreundlich).

  9. 25.06.15 16:25 IMPULS

    Persönlich wuerde ich nie zu einem Device mit Snapdragon 810 greifen.Z3 Besitzer brauchen wahrlich nicht auf das Z3Plus umzusteigen, ....
    Irgendwie hat dieses Jahr bei den Flagschiffen, (mal Samsung ausser Acht gelassen) die "Risikoarmut" gepaart mit Ideenlosigkeit was vor allem das Design betrifft, Einhalt geboten....
    Persönlich bin ich enttäuscht, was das Design angeht,,,
    Ich hoffe das Sony mit dem Z5 und Microsoft mit dem neuen Flagschiff, michneines besseren belehrt...

  10. 26.06.15 19:24 Cratter13 (Handy Profi)

    Hm, das hoffe ich auch. Wobei ich bei Microsoft weniger bedenken hätte, das 830 soll ja Designvorbild sein. Und das gefällt mir schon extrem gut.
    Und ich würde auch den S810 meiden, wenn solche Probleme bestehen. Ist echt nicht feierlich das Ganze, besonders da der Kunde 500€+ für sein Smartphone bezahlt hat. Bisher haben mich nur Samsungs und LGs Flaggschiff positiv überrascht, Huawei auch noch. Der Rest enttäuscht eher.

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