Autor: Björn Brodersen 26.01.2016 - 18:10 | (3)

Fairphone Fairphone 2 Testbericht

Tops und Flops
  • Tops
  • Fairere Produktionsbedingungen als bei anderen Smartphones (+1.0%)
  • Modularer Aufbau erlaubt einfache Reparaturen (+1.0%)
  • Schnell austauschbarer Akku
  • Gute Fotoqualität der Kamera
  • Flops
  • Schlechtes Preis-Leistungs-Verhältnis
  • Leistung reicht nicht für anspruchsvollere Spiele
  • Miese Videoqualität der Kamera
  • Kurze Akkulaufzeit im Betrieb

Fairphone 2 Test: Dieses Smartphone fällt aus dem Rahmen

Das Fairphone 2 ist das Smartphone für das gute Gewissen: Der niederländische Hersteller des Android-Geräts drängt seine Partner auf die Förderung konfliktfreier Rohstoffe und faire Arbeitsbedingungen und unterstützt Recycling-Programme. Das Fairphone 2 ist zudem modular aufgebaut, damit Anwender selbst einfach Komponenten wie Display und Kamera austauschen können und das Gerät eine längere Lebensdauer hat. Was das neue Fairphone leistet, haben wir im Test untersucht.

Dieses Smartphone ist anders als andere: Hinter dem Fairphone 2 steht der Anspruch, unter fairen Bedindungen ein langlebiges und einfach zu reparierendes Smartphone zu bauen und Transparenz in der Lieferkette zu schaffen. Ethisch problematische Rohstoffe für das Smartphone wie Wolfram, Zinn, Tantal und Gold sollen möglichst aus konfliktfreien Minen im Kongo und in Ruanda kommen, für die Platine des Handys verwendet der Hersteller recyceltes Kupfer. Für die Komponenten und den Zusammenbau der Teile arbeitet Fairphone mit Zulieferern und Auftragsfertigern zusammen, die in die Verbesserung der Arbeitsbedingungen in ihren Fabriken investieren.

Zusammen mit dem Produktionspartner Hi-P in China haben die Niederländer einen Sozialfonds für die Arbeiter eingerichtet, in den von jedem verkauften Fairphone ein kleiner Betrag einfließt. Mit welchen Zulieferern Fairphone zusammenarbeitet, ist auf der Website des Herstellers ebenso nachzulesen wie eine Kostenaufschlüsslung des Handys. Das Fairphone 2 ist modular aufgebaut, so dass Nutzer defekte Komponenten eigenhändig reparieren oder austauschen können. Und in Ländern ohne regulierten Recycling-Sektor wie beispielsweise Ghana fördert das Unternehmen Lösungen und Programme zur Wiederverwertung bzw. umweltgerechteren Entsorgung von Elektroschrott.

Fairphone 2 Unboxing | (c) Areamobile

Fairphone 2 | (c) Areamobile

Noch bleibt das Fairphone meilenweit hinter dem Ziel, unter fairen Bedingungen ein Smartphone zu bauen, zurück. Doch den idealistischen Ansatz der Niederländer muss man einfach gutheißen, auch wenn bei einem Preis von 525 Euro ohne Vertrag die Hemmschwelle vor einem Kauf groß ist. In unserem Test bewerten wir das Fairphone 2 allerdings nicht nach ethischen, sondern vor allem nach technischen Gesichtspunkten.

Gehäuse-Design und -Verarbeitung

Womit die Nutzer des neuen Fairphone 2 das gute Handy-Gewissen erkaufen, wird sofort bei Erstkontakt klar: Das Smartphone-Gehäuse mit integrierter Schutzhülle ist 11 Millimeter dick und wirkt zweckmäßig statt schön. Das sieht auf den ersten Blick fast wie ein Kunststoff-Unibody aus, ist aber vielmehr ein Gegenentwurf zu den Vollummantelungen: Der gummierte "Rahmen", der das Display einfasst, lässt sich umklappen und die Rückschale dann vom Gerät abnehmen. Das ist anfangs nicht sonderlich leicht, nach einigen Versuchen wird die Gummilasche der Rückschale aber etwas geschmeidiger und lässt sich einfacher über den Display-Rand stülpen. Da sie leicht über das Displayglas ragt, dient sie auch als Stoßschutz. Wird die Rückseite einmal abgenommen, liegen darunter die Einschübe für zwei SIM-Karten (Dual-SIM) und eine microSD-Karte, das Steckfach für den Akku, der Lautsprecher sowie ein Anschluss für die kommenden Abdeckungen mit Zusatzfunktionen frei. Das weitere Innenleben des Fairphone 2 ist zunächst nur durch die milchglasartige Kunststoffabdeckung sichtbar.

Fairphone 2 Unboxing | (c) Areamobile

Power-Taste

Fairphone 2 Unboxing | (c) Areamobile

Rückabdeckung mit Gummilippe

Fairphone 2 Unboxing | (c) Areamobile

Kamera-Aussparung der Rückabdeckung

 

Das Fairphone 2 lässt sich jedoch schnell und ohne Hilfsmittel noch weiter öffnen: Zum Abschieben der Display-Einheit von der Transceiver-Einheit mit Chipsätzen, Speicher, Modems, Antennen und Sensoren müssen nur die beiden blau markierten Clips zur Seite geschoben werden. Kameramodul, Lautsprecher und Receiver-Modul lassen sich mit einem einfachen Kreuzschraubenzieher vom Chassis lösen. Da der Hersteller nichts bis auf das LCD und seine Glasoberfläche miteinander verklebt hat, haben die Bastler von iFixit für das Fairphone 2 die Bestnote auf der Reparierbarkeitsskala vergeben. Ebenso schnell wie auseinandergebaut ist das Gerät auch wieder zusammengeschraubt und -gesteckt. Passend zum offenen Ansatz bietet Fairphone neben matten auch transparente Schutzhüllen an.

Fairphone 2 Unboxing | (c) Areamobile

Innenleben des Fairphone 2: Display- und Basiseinheit mit Akku | (c) AM

Der modulare Aufbau des Fairphone 2 soll einfache Reparaturen von defekten Komponenten erlauben und so für eine längere Lebenszeit des Smartphones in den Händen seiner Nutzer sorgen und den Anwendern mehr Kontrolle über das Gerät verleihen. Die Ersatzteile gibt es direkt beim Hersteller: Ein Akku kostet etwa 20 Euro, ein Kamera-Modul etwa 34 Euro, ein neues Display 86 Euro. Möglicherweise werden zukünftig auch Hardware-Upgrades über den Modulaustausch möglich sein. Mehr über den Aufbau des Geräts lest ihr im Fairphone-Blog.

Im zusammengebauten Zustand macht das klobige Fairphone 2 einen recht robusten Eindruck. Bis auf die seitlichen Hardware-Tasten und hebt sich nichts von der glatten Oberfläche ab, die rückseitige Hauptkamera liegt sogar etwas tiefer eingebettet. So gibt es keine Spaltmaße, in denen sich Staub festsetzen könnte, und die glatte Oberfläche der blauen durchschimmernden Schutzhülle hat fast schon Handschmeichler-Qualität. Dank der Rundungen liegt das Handy angenehm, durch die Dicke seines Körpers sicher in der Hand. Nur die Hardware-Tasten zum Ein- und Ausschalten des Handys, zum Regulieren der Lautstärke und zum Starten und Auslösen der Kamera könnten knackigere Druckpunkte vertragen - hier beeinträchtigt die Gummilippe der Schutzhülle das Kontaktgefühl.

Display-Größe und -Qualität

Fairphone 2 Display | (c) Areamobile

Fairphone 2 im Display-Test: Blickwinkelstabilität | (c) Areamobile

Das IPS-LC-Display des Fairphone 2 misst 5 Zoll in der Diagonale und stellt dabei 1.920 x 1.080 Bildpunkte dar. Das ergibt den ausgezeichneten Dichtewert von 441 Pixel pro Zoll. Die Oberfläche des Bildschirms besteht aus 0,7 Millimeter dickem, kratzfesten Gorilla Glass 3. Im Display-Test zeigt sich der Bildschirm des Fairphone 2 als ausreichend hell (bis 409 Candela pro Quadratmeter), um es auch draußen unter Sonnenlicht problemlos ablesen zu können, sowie als kontrastreich (751:1). Das sind fast exakt die gleichen Werte, die das Gigaset ME im Display-Test errreicht hat. Allerdings treten beim Bildschirm des neuen Fairphone geringere Abweichungen bei Farb- und Grauwerten auf. Aus schrägem Blickwinkel sind zwar keine Farbveränderungen zu erkennen, jedoch verdunkelt sich die Anzeige merklich.

Fairphone 2 Displaytest | (c) Areamobile

Fairphone 2 im Display-Test: Farbraumabdeckung | (c) Areamobile

Fairphone 2 Displaytest | (c) Areamobile

Fairphone 2 im Display-Test: Abweichungen bei Farbwerten | (c) Areamobile

Fairphone 2 Displaytest | (c) Areamobile

Fairphone 2 im Display-Test: Abweichung bei Grauwerten | (c) Areamobile

System: Hardware, Software und Bedienung

Im Inneren des Fairphone 2 arbeitet der Qualcomm-Chipsatz Snapdragon 801 mit vier auf 2,26 GHz getakteten Krait-400-CPUs, Adreno-330-GPU und Anbindung an einen 2 GB großen LPDDR3-Arbeitsspeicher. Der Snapdragon 801 war der Topprozessor für 2014er-Flaggschiff-Smartphones wie das Samsung Galaxy S5, das HTC One M8 und das LG G3 und unterstützt noch keine 64-Bit-Systeme, ist aber immer noch leistungsfähig genug, um das mit Android 5.1 Lollipop bespielte Fairphone 2 flüssig laufen zu lassen. Mit der Wahl des Qualcomm-Chips will Fairphone auch Problemen bei kommenden Firmware-Updates vorbeugen - für das erste Fairphone mit Mediatek-Prozessor und Android 4.2 Jelly Bean als Betriebssystem hatte es keinen Sprung auf eine der folgenden Android-Versionen gegeben. Ein Update auf Android 6.0 Marshmallow für das Fairphone 2 ist jedenfalls zugesagt.

Für passionierte Zocker eignet sich das Fairphone 2 nicht. "Minion Rush" lässt sich zwar beinahe flüssig spielen, bei "Asphalt 8" treten dagegen teilweise starke Ruckler auf und "Dungeon Hunter 5" funktioniert gar nicht - "Ein Netzwerkfehler ist aufgetreten" heißt es stets bei den Versuchen. Bei grafisch fordernderen Spielen wird das Smartphone sehr warm, und die Akku-Ladung sinkt rapide: Nach zehn Minuten "Asphalt 8" ging die Akku-Anzeige um 14 Prozent zurück, während einer zehnminütigen Session von "Minion Rush" um 5 Prozent.

Fairphone 2 in Benchmarks | (c) Areamobile

Antutu-Score

Fairphone 2 in Benchmarks | (c) Areamobile

PC-Mark-Score

Fairphone 2 in Benchmarks | (c) Areamobile

Quadrant-Score

 
Fairphone 2 in Benchmarks | (c) Areamobile

Geekbench-3-Score

Fairphone 2 in Benchmarks | (c) Areamobile

GFXBench-Score

Fairphone 2 in Benchmarks | (c) Areamobile

3DMark-Score

 
  • Vellamo Metal: 1.559 Punkte
  • Vellamo Browser (Chrome): 2.819 Punkte
  • Octane 2.0: 4.755 Punkte
  • Jetstream 1.1: 27.780 Punkte
  • Sunspider 1.0.2: 1.123 Millisekunden

Betriebssystem und Benutzeroberfläche des Fairphone 2

Die Benutzeroberfläche von Android 5.1 hat Fairphone beim neuen Smartphone kaum verändert. Allerdings hat das Unternehmen einige Zusatzfunktionen integriert. Der Schnellzugriff auf vier ausgewählte Apps sowie auf die gesamte App-Aufstellung lässt sich beispielsweise per Wischgeste vom linken oder rechten Bildschirmrand aufrufen ("Edge Swipe"). Das erfordert leider sauberes Ansetzen am Rand und etwas Fingerspitzengefühl. Der App-Drawer ist in zwei Bereiche für aktive Apps und inaktive Apps unterteilt: Aktive Apps werden mit farbigen Balken gekennzeichet, wenn sie gerade aktualisiert (blau) oder neu installiert (grün) wurden. In den Inaktiv-Bereich (App Life Cycle) rutscht eine Anwendung automatisch, wenn sie länger als einen Monat lang nicht genutzt wurde - das soll helfen, das Smartphone aufgeräumt zu halten und keine Ressourcen unnötig zu belegen. Mir ist dieser Umweg über Edge Swipe zu kompliziert: Alle häufiger genutzten Apps liegen daher auf dem Homescreen.

Fairphone 2: Edge Swipe | (c) Areamobile

Edge Swipe

Apps auf dem Fairphone 2 | (c) Areamobile

Aktive und inaktive Apps

Apps auf dem Fairphone 2 | (c) Areamobile

Equalizer in Play Music

 

Weitere besondere Funktion der Onion genannten Benutzeroberfläche des Fairphone 2 ist "Privacy Impact". Diese prüft und zeigt beim ersten Öffnen einer Anwendung die zuvor beim Download freigegebenen Zugriffsrechte der App auf persönliche Daten des Nutzers an. Das soll das Bewusstsein der Anwender für den Datenschutz bei der App-Nutzung schärfen - für mehr Sicherheit an sich sorgt Privacy Impact nicht. Wer mit den einer installierten App bewilligten Zugriffsrechten nicht mehr einverstanden ist, muss diese vom Fairphone 2 entfernen. Die Möglichkeit, App-Berechtigungen einzeln anzupassen, gibt es erst mit der aktuellen Android-Version 6.0 Marshmallow, die hoffentlich bald auch für das Fairphone 2 zur Verfügung steht.

Apps auf dem Fairphone 2 | (c) Areamobile

Privacy Impact

Apps auf dem Fairphone 2 | (c) Areamobile

Privacy Impact

Apps auf dem Fairphone 2 | (c) Areamobile

Fortgeschrittener Modus

 

Die Android-typischen Google-Anwendungen sind auf dem Fairphone 2 vorinstalliert, dazu noch die iFixit-App. Bugs wie ein Display-Flackern oder der Ausfall der LED-Liuchte beim Laden des Geräts , über die erste Nutzer des Fairphone 2 klagen, will der Hersteller nach eigenen Angaben demnächst per Update beheben. Über die Updater-App können erfahrene Nutzer des Fairphone 2 auf die ältere Firmware-Version FP2-GMS36 1.16 wechseln. Künftig will Fairphone den Anwendern des neuen Smartphone-Modells auch den Wechsel auf alternative Betriebssysteme zum Google-OS wie beispielsweise CyanogenMod oder Sailfish OS ermöglichen.

Multimedia: Kamera, Musik und Speicher

Von den 32 GB Speicherplatz stehen den Anwendern des Fairphone 2 bei Auslieferung des Handys noch knapp 25 GB zur freien Verfügung - das sollte in den meisten Fällen ausreichen, zumal auch noch eine microSD-Karte mit bis zu 32 GB eingelegt werden kann. Hierauf lassen sich nicht nur Fotos, Videos, Musik, Dokumente und andere persönliche Daten auslagern, sondern notfalls auch bestimmte Spiele und Apps ablegen. Auch wenn teilweise andere Angaben auf der Fairphone-Website zu finden sind: Eine microSDXC-Karte von SanDisk im exFAT-Format mit 64 GB hat das Gerät in unserem Test nicht erkannt. Erst nach der Formatierung der Speicherkarte im FAT32-Format erkannte es die 64-Gigabyte-Karte.

Fairphone 2 im Kamera-Test | (c) Areamobile

Fairphone 2 im Kamera-Test | (c) Areamobile

Apple iPhone 6 im Kamera-Test | (c) Areamobile

Apple iPhone 6 im Kamera-Test | (c) Areamobile

 

Die rückseitige Hauptkamera mit dem 1/3,2 Zoll großen CMOS-BIldsensor Omnivision OV8865 mit einer Pixelgröße von 1,4 x 1,4 Micrometer, einer f/2.2-Blende, 8-Megapixel-Auflösung und einem LED-Blitz liefert bei hellem Tageslicht überraschend gute Fotoqualität ab, versagt jedoch bei Videoaufnahmen. Im Vergleich mit der 8-Megapixel-iSight-Kamera des iPhone 6 haben die mit der Hauptkamera des neuen Fairphone geschossenen Bilder nicht ganz die gleiche Farbintensität, wirken jedoch scharf und ausgewogen und nur in dunklen Motivbereichen etwas verrauscht.

Fairphone 2 im Kamera-Test | (c) Areamobile

Fairphone 2 im Kamera-Test | (c) Areamobile

Apple iPhone 6 im Kamera-Test | (c) Areamobile

Apple iPhone 6 im Kamera-Test | (c) Areamobile

 
Fairphone 2 im Kamera-Test | (c) Areamobile

Fairphone 2 im Kamera-Test | (c) Areamobile

Apple iPhone 6 im Kamera-Test | (c) Areamobile

Apple iPhone 6 im Kamera-Test | (c) Areamobile

 
Fairphone 2 im Kamera-Test | (c) Areamobile

Fairphone 2 im Kamera-Test | (c) Areamobile

Apple iPhone 6 im Kamera-Test | (c) Areamobile

Apple iPhone 6 im Kamera-Test | (c) Areamobile

 

Katastrophal dagegen die Qualität unserer im Test mit der Fairphone-Kamera aufgenommenen Videos: Der Autofokus zeigt sich überfordert und sprunghaft, die Bilddynamik ist unausgewogener als bei Fotos. Seht euch dazu unser Testvideo an, das wir im Youtube-Kanal veröffentlicht haben.

Fairphone 2 im Kamera-Test | (c) Areamobile

Fairphone 2 im Kamera-Test | (c) Areamobile

Apple iPhone 6 im Kamera-Test | (c) Areamobile

Apple iPhone 6 im Kamera-Test | (c) Areamobile

 

An Fotofunktionen in der Google-Kamera-App stehen ein HDR- und ein Panorama-Modus sowie Photosphere für 360-Grad-Aufnahmen, ein Selbstauslöser und die Belichtungskorrektur bereit. Bei Videoaufnahmen lässt sich nur die Auflösung auf maximal 1.920 x 1.080 mit 30 Bildern pro Sekunde einstellen. Die Frontkamera nimmt mit einer Auflösung von nur 2 Megapixel im vergleichsweise engen Winkel auf - bei Gruppenselfies müssen sich schon wenige Beteiligten aufs Bild drängeln. Die Blende ist mit f/2.8 recht klein, der Bildsensor Omnivision OV2685 ist 1/5 Zoll groß, die Pixel 1,75 x 1,75 Micrometer.

Fairphone 2 Unboxing | (c) Areamobile

Lautsprecher

Richtig guten Sound liefert das Fairphone 2 beim Musikhören über - nicht zum Lieferumfang gehörende - Kopfhörer ab. Als Musik-App ist nur Google Play Music mit 5-Band-Equalizer-Funktion und Klang-Presets vorinstalliert. Die Klanganpassungen lassen sich auch für den externen Lautsprecher aktivieren, was nicht üblich ist. Allerdings wabert dann die Tonausgabe und der Lautstärkeregler funktioniert nicht mehr zuverlässig. Bei deaktivierter Equalizer-Funktion klingt der externe Lautsprecher wie bei den meisten Handys dünn und blechern.

Telefon-Funktion, Daten-Schnittstellen und Akku-Laufzeit

Beim Telefonieren mit dem Fairphone 2 an den üblicherweise für unsere Smartphone-Tests gewählten Orten wurden keine Empfangsprobleme festgestellt. An der Sprachqualität gibt es auch nichts auszusetzen: Stimmen der Gesprächspartner werden recht natürlich übertragen, Rauschen bleibt dezent im Hintergrund, Umgebungsgeräusche werden ausreichend stark unterdrückt. In den Systemeinstelluntgen des Dual-SIM-Smartphones lässt sich einstellen, für welche Anwendungen (Anrufe, SMS, Daten) welche SIM-Karte eingesetzt werden soll.

Für mobile Datenübertragungen unterwegs unterstützt das Fairphone 2 neben UMTS mit DC-HSPA+ auch LTE Cat-4 mit bis zu 150 MBit/s im Downstream, für den Internetzugang und das Medienstreaming zu Hause WLAN b/g/n/ac. Weitere gängige Datenschnittstellen wie Bluetooth 4.0 zum Datenaustausch mit anderen Geräten wie etwa einer Smartwatch oder einem Fitness-Tracker sowie GPS und Glonass für Standortdienste sind ebenfalls an Bord, außerdem Micro-USB 2.0 mit OTG-Support. Nur NFC fehlt, kann allerdings eventuell später per spezieller Rückabdeckung nachgeliefert werden.

Die Akku-Laufzeit des Fairphone 2 ist durchwachsen: Wird der Chipsatz gefordert und ist das Display häufig bzw. lange angeschaltet, hält das Gerät vergleichsweise kurz mit einer Akku-Laung durch - nicht einmal 3,5 Stunden in unserem Video-Streaming-Test. Damit liegt das Smartphone auf dem Level des Huawei P8 Lite und ist einer der schlechtesten von uns gemessenen Werte. Bei zurückhaltender Nutzung musste ich dagegen den Akku des Fairphone 2 erst nach drei vollen Tagen wieder aufladen. Offenbar verbraucht das Smartphone wenig Strom im Standby-Betrieb. Durch Aktivieren des Akku-Sparmodus lässt sich die Spanne der telefonischen Erreichbarkeit unterwegs noch verlängern.

Fairphone gibt für das Gerät eine Sprechzeit von bis zu 16 Stunden oder eine Standby-Zeit von bis zu 240 Stunden an. Kabelloses Laden oder Quick Charge, um das Gerät bei Bedarf innerhalb von Minuten wieder für eine gewisse Zeit betriebsbereit zu machen, unterstützt das Fairphone 2 nicht.

Fairphone 2 in Benchmarks | (c) Areamobile

PC-Mark-Akku-Test

Fairphone 2 in Benchmarks | (c) Areamobile

GFXBench-Akku-Test

 

Laufzeiten in Akku-Tests im Single-SIM-Betrieb

  • Videodauer-Test von Areamobile: 3:21 Stunden bei stärkster Display-Beleuchtung und WLAN-Streaming
  • PC Mark Akku-Test: 4:32 Stunden bei einer Display-Beleuchtung von 200 Candela pro Quadratmeter
  • GFXBench Akku-Test: 2:18 Stunden geschätzte Laufzeit bei halbstarker Display-Beleuchtung, wobei im langsamsten der 30 Durchgänge des T-Rex-Benchmarks 1.089 Frames gerendert wurden

Fazit

Das neue Fairphone nimmt man nur aus Überzeugung in die Hand - oder mit Widerwillen. Wer noch unentschieden nach einem neuen Smartphone fahndet, wird seine Suche niemals beim Fairphone 2 abschließen. Dazu sind das Design des Geräts zu wenig ansprechend, die technischen Specs zu unauffällig und das Preis-Leistungs-Verhältnis zu schlecht. Mehr als 10.000 Nutzer haben sich jedoch bisher entschlossen, das alles für ein fairer produziertes und modular aufgebautes Smartphone in Kauf und so Einfluss auf die Produktionsbedingungen in der Smartphone-Branche zu nehmen. Wer das nur im Online-Shop des Herstellers verfügbare Fairphone 2 für 525 Euro kauft, bekommt ein alltagstaugliches Smartphone mit einem auswechselbaren Akku, der Garantie auf Android-Updates sowie der Möglichkeit, Defekte an bestimmten Komponenten wie Display oder Kamera leicht selbst zu reparieren - und ein gutes Gewissen.

Ausgeliefert wird das Fairphone 2 nur mit Akku und Rückabdeckung - ein Netzteil und ein USB-Ladekabel sowie Kopfhörer gehören nicht zum Lieferumfang.

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Testwertung Fairphone Fairphone 2
 
Handlichkeit und Design 62%
Verarbeitung 90%
Sprachqualität 88%
Akkuausdauer 73%
Ausstattung/ Leistung 82%
Kamera 81%
Tops & Flops
Erklärung zu den Tops & Flops

Die Gesamtwertung wird durch die Tops & Flops beeinflusst. "Fairere Produktionsbedingungen als bei anderen Smartphones" (+1.0%) und "Modularer Aufbau erlaubt einfache Reparaturen" (+1.0%) wirken sich positiv auf die Bewertung aus.

+2.0%
Internet 95%
Musik 81%
Software und Bedienung 94%
Navigation 91%
Gaming und Video 81%
Gesamtwertung
zum Testzeitpunkt
86%
Zeitwertung
(Stand 26.06.2016)
85%

Unsere Wertung im Detail

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Kommentare & Erfahrungsberichte
  1. 26.01.16 19:11 Arminator (Advanced Handy Profi)

    "Schlechtes Preis-Leistungs-Verhältnis"
    Finde ich äußerst ungünstig formuliert, schließlich geht die "leistung" über die eigentliche hardware hinaus.

    Teurer als vergleichbare Hardware fände ich da schon eher angemessen.

  2. 26.01.16 21:34 M.a.K (Handy Master)

    Kein exFAT ist heute aber nicht mehr zeitgemäß. Das konnte schon mein S3. Naja, evtl. kommt ja noch ein Update.

  3. 27.01.16 11:44 pixelflicker (GURU)

    Das finde ich auch schwieirig, hier von einem schlechten Preis-Leistungs-Verhältnis zu sprechen, schließlich leistet das Fairphone Dinge, die es so sonst nicht gibt und daher ist es nicht unbedingt vergleichbar. Stellt nun der Kunde den Anspruch, ein Gerät zu kaufen, das besonders einfach repariert werden kann, bietet das Fairphone in dieser Hinsicht die aktuell beste Leistung auf dem Markt.

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