Autor: Stefan Schomberg 30.09.2015 - 12:20 | (13)

Sony Xperia Z5 Compact Testbericht

Tops und Flops
  • Tops
  • superschnell dank Snapdragon 810
  • schneller als alle Mini-Smartphones
  • handlich und wasserfest
  • ordentliche Kamera
  • Flops
  • nur 720p-Display-Auflösung
  • kein hochwertiges Design
  • gelegentliche Hakler im System

Sony Xperia Z5 Compact Test: Klein, aber zum Glück kein Mini

Mini ist mini, Compact ist zum Glück kein Mini – Fans wissen das zu schätzen. Für andere klingt das wohl eher verwirrend. Im Test des Xperia Z5 Compact zeigen wir, wie sich das neue handlichere Sony-Smartphone wohltuend von den Mini-Smartphones anderer Hersteller abhebt.

Gehäuse-Design und -Verarbeitung

Die Compact-Serie von Sony hat unter Fans von Topgeräten schon beinahe so etwas wie Kult-Status - und das, obwohl sie erst in die dritte Generation geht. Denn weder gab es ein Z2 Compact, noch ein Z4 Compact, das Sony Xperia Z5 Compact im Test ist also wirklich erst das dritte Gerät der kompakten Reihe. Warum dann das hohe Ansehen nach nur zwei Generationen? Weil Sony dem Ende 2013 einsetzenden Trend, Mini-Varianten von Topmodells auf den Markt zu bringen, die außer Namen und Design mit dem Original kaum etwas gemein haben, nicht gefolgt sind. Stattdessen entschloss sich das Unternehmen, zwar eine kleinere Variante seines Topmodells auf den Markt zu bringen, die technisch bis auf wenige Unterschiede wie das Display mit dem Vorbild weitestgehend identisch ist - also ein kleines Topgerät. Damit scheint Sony den Zeitgeist getroffen zu haben - oder wenigstens den Geschmack der Highend-Fans bei Smartphones, von denen nämlich offensichtlich längst nicht alle immer größere Displays wollen. Der Erfolg gibt Sony zumindest recht, entsprechend ist jetzt das Z5 Compact in den Läden - noch vor den größeren Ablegern Xperia Z5 und Xperia Z5 Premium.

Sony Xperia Z5 Compact Unboxing | (c) Areamobile

Im Test: Sony Xperia Z5 Compact

Sony Xperia Z5 Compact Unboxing | (c) Areamobile

Ungleiche Spaltmaße | (c) Areamobile

 

Beim Design bleibt Sony grundsätzlich den Vorgängern treu und setzt wieder auf Kunststoff statt Metall beim Rahmen, ändert aber dessen Design. Das dürfte nicht allen Fans gefallen, uns zumindest sagten die Vorgänger optisch mehr zu. Denn beim neuen Sony Xperia Z5 Compact verwendet das Unternehmen einen durchgefärbten Rahmen in Gehäusefarbe, das wirkt deutlich billiger als der leicht transparente Rahmen beim Vorgänger, unter dem noch elegant die Lackierung durchschimmerte. Der neue Rahmen wirkt einfach viel massiver - obwohl er das wohl gar nicht ist. Sonderlich griffig ist er auch nicht, eher schon etwas rutschig. Das passt zwar zum Glas auf Front und Rücken, das ebenfalls leicht rutschig ist, eine Auszeichnung ist das aber sicherlich nicht. Bei genauer Betrachtung erkennt man einen leichten Schimmer auf der Kunststoffoberfläche, das rettet aber das Gesamterscheinungsbild des Xperia Z5 Compact genauso wenig, wie das für sich durchaus schicke gefrostete Glas der Rückseite. Es ist nicht komplett durchsichtig und zeigt die Kunststoffrückseite darunter, erinnert also eher an Milchglas.

Nicht falsch verstehen: Das Sony Xperia Z5 Compact ist nicht hässlich, aber ein Fortschritt ist das Design im Vergleich zum Vorgänger beileibe nicht - eher schon ein leichter Rückschritt. Das könnten pedantische Menschen auch schon für die Größe des Modells proklamieren, für das Gewicht erst recht. Denn das neue Modell ist minimal dicker und länger und wiegt mit 139 Gramm sogar 10 Gramm mehr als das Z3 Compact. Tatsächlich ist das aber alles kein Beinbruch, lediglich die Dicke stört uns etwas - nicht, weil 9 Millimeter zwingend zu viel wären, aber dadurch wirkt das Gerät nicht gerade dünn und elegant. Im Vergleich mit dem 7,5 Millimeter dünnen Xperia Z5 wirkt das Compact trotz der insgesamt geringeren Ausmaße wegen der Dicke wesentlich pummeligerBeim restlichen Design mit dem jetzt schmalen seitlichen Homebutton, in den ein Fingerabdrucksensor integriert ist, und dem fein in den Rahmen gefrästen Xperia-Schriftzug gefällt dann das Compact durchaus wieder. Die jetzt schmalen Lautsprecher über - und unterhalb des Displays sind schick integriert, die Hardware-Tasten wackeln kaum und bieten guten Druckpunkt und Tastenhub und die große Abdeckung für SIM-und Speicherkarte wirkt wesentlich stabiler als beim Vorgänger.

Sony Xperia Z5 Compact Unboxing | (c) Areamobile

Große, aber gut schließende Schutzkappe

Sony Xperia Z5 Compact Unboxing | (c) Areamobile

Rückseite mit gefrostetem Glas | (c) Areamobile

 

Leider kann Sony das hohe Niveau nicht ins Detail retten. Eines Topmodells unwürdig ist die schlechte Einfassung von Front und Rückseite in den umfassenden Kunststoffrahmen. Hier bieten sich dem Betrachter mal schmale Spaltmaße auf der einen Seite, gegenüber aber perfekte Passgenauigkeit. Bei einem Gerät für 200 Euro ist das egal, bei 550 Euro hingegen nicht, auch wenn es die Funktionalität nicht einschränkt. Wasser kann dadurch natürlich nicht eindringen, das Xperia Z5 Compact im Test ist wie die Vorgänger gemäß IP 65/68 gegen eindringendes Wasser geschützt - Abspülen, ein kräftiger Regenguss und auch kurzes Untertauchen in Süßwasser macht dem Gerät bei ordnungsgemäß geschlossener Schutzkappe nichts aus. Negativ ist uns die Platzierung der Lautstärkewippe aufgefallen. Sie sitzt zwischen dem leicht zurückweichenden Powerbutton und dem dedizierten Kameraauslöser. Wer während eines Telefonats als Rechtshänder die Lautstärke verstellen will, muss seine Hand ziemlich verknoten oder läuft Gefahr, das Smartphone aus der Hand zu verlieren. Eine Platzierung wie gewohnt oberhalb des Powerbuttons wäre hier wesentlich sinnvoller gewesen.

Display-Größe und -Qualität

Sony Xperia Z5 Compact Unboxing | (c) Areamobile

720p ist nicht absolut scharf | (c) Areamobile

Sony bleibt sich auch beim Display treu und setzt wieder einmal nur auf 720p. Bevor die Hälfte der Leser gleich mit Schnappatmung in Ohnmacht fällt: Die Pixeldichte liegt trotzdem bei 319 Bildpunkten pro Zoll, das reicht für scharfe Darstellung. Außerdem belastet die niedrigere Auflösung den Prozessor weniger, was zu besseren Akkulaufzeiten führen soll, die 720p sind also durchaus mit Bedacht gewählt. Dennoch muss sich Sony beim Xperia Z5 Compact im Test die Frage gefallen lassen, ob das aus heutiger Sicht nicht zu wenig ist, schließlich ist 1080p längst auch in die Mittelklasse eingezogen. Natürlich ist der Mehrnutzen von 1080p im Vergleich zu 720p bei der Diagonale von 4,6 Zoll gering, aber er ist da und es gibt sicherlich nicht wenige Nutzer, die 1080p bei dem aufgerufenen Preis für das Gerät von 549 Euro in der UVP des Herstellers als zwingend nötig sehen. Zumal man nicht jahrelang auf der gleichen Stufe stehen bleiben kann - diese Argumente haben durchaus ihre Daseinsberechtigung, hätte, wenn und aber bringt jedoch nichts: Das Xperia Z5 Compact hat nun mal 720p.

Sony Xperia Z5 Compact Displaytest | (c) Areamobile

Gute Abdeckung des CIE-Farbraums | (c) Areamobile

Bei den bloßen Messwerten ist das aber nicht so schlimm, die Qualität stimmt. Der Kontrast liegt bei guten 800:1, die maximale Helligkeit liegt mit 570 cd/m² sehr hoch. Die Blickwinkelstabilität geht voll in Ordnung, selbst wenn sich schnell ein leichter Grauschleier über das Bild liegt, der auch nicht aus allen Richtung gleich stark ausfällt. Wirklich störend ist das nicht, da zusätzlich auch die Darstellungsebene sehr nah unter dem obersten Display-Glas liegt, was hochwertig wirkt. Bei der Darstellungsgenauigkeit schwächelt das Display des Xperia Z5 Compact im Test etwas, hier liegen die Delta-E-Werte bei 17,5 für Grau und 8,5 für Farbdarstellung. Das liegt aber an der voreingestellten X-Reality-Engine, die zwar bei Fotos und Videos klarere, schärfere und realistischere Bilder verspricht, aber auch die Farben stärker betont und somit leicht verfälscht. Noch intensiver wird das im Superlebendigen Modus, genauer hingegen, wenn man die Bildoptimierungen ausschaltet. Das ist letztendlich immer auch eine Geschmacksfrage. Insgesamt gefällt uns das Display des Z4 Compact sehr gut.

Sony Xperia Z5 Compact Displaytest | (c) Areamobile

Grautreppe Displaytest | (c) Areamobile

Sony Xperia Z5 Compact Displaytest | (c) Areamobile

Farabweichung Displaytest | (c) Areamobile

System: Hardware, Software und Bedienung

Android 5.1.1 wird vom Sony-Launcher Xperia UI teilweise bedeckt, für den Antrieb sorgt ein Snapdragon 810 von Qualcomm. Das ist ein Top-Prozessor, nur wenige Chips sind aktuell schneller. Gekoppelt ist der Chip erneut mit 2 GB RAM, eine Adreno 430 sorgt für Grafikbeschleunigung. Auch wenn sich Fans endlich mehr als 2 GB RAM gewünscht haben, sollte diese Hardware-Combo eigentlich für rasend schnelle und flüssige Bedienung sorgen - tut sie aber nicht immer. Normalerweise reagiert das Xperia Z5 Compact sehr direkt auf Kommandos und beim Scrolling sieht man - egal wo - keine Ruckler. Dennoch ist das gelegentlich dann doch wieder anders. Dann muss man plötzlich drei Sekunden bis zur Bereitschaft der Kamera warten, ein Sekundenbruchteil kurzer Hakler stört das ansonsten fluffige Scrolling - das sorgt schnell für verwunderte Sorgenfalten auf der Stirn. Da muss Sony wohl noch mal ran und die Firmware überarbeiten. Denn wirklich schlimm ist das insgesamt nicht, aber es passt einfach nicht zum Anspruch eines Topgerätes. Der Snapdragon hat definitiv genug Leitung, das auch ohne Ruckler darzustellen - gerade wegen der niedrigen Auflösung.

Sony Xperia Z5 Compact Unboxing | (c) Areamobile

Startbildschirm

Sony Xperia Z5 Compact Unboxing | (c) Areamobile

App-Drawer | (c) Areamobile

 

Hitzeprobleme im Alltag gibt es nicht, daher haben wir auch darauf verzichtet, Langzeittests mit Benchmarks durchzuführen. Selbst bei anfordernden Spielen wie Asphalt 8, die natürlich absolut flüssig laufen, kommt es zu keinem störenden Hitzeaufkommen. Natürlich wird die Rückseite des Sony Xperia Z5 Compact spürbar warm, aber das ist kein Vergleich zu älteren Geräten mit dem Snapdragon. Offenbar haben sich die besonderen Maßnahmen wie zusätzliche Heatpipes für die Z5-Modelle gelohnt.

In Benchmarks zeigt sich der Chipsatz von seiner besten Seite, auch wenn er nicht überall ganz oben mitspielen kann. Mehr als 58.000 Punkte in Antutu und satte 56 Bilder pro Sekunde bei GFXBench zeigen aber eindeutig, was für ein Kraftpaket der Snapdragon 810 ist. Während der Benchmarks wurde das Xperia Z5 Compact noch einmal etwas heißer als bei Spielen, aber auch hier dürfte wenn überhaupt nur auf lange Sicht eine spürbare Verschlechterung der Ergebnisse eintreten.

Auch abseits des Prozessors hat das Sony Xperia Z5 Compact im Test einiges zu bieten. Da wäre etwa der bereits angesprochene Fingerabdrucksensor, der direkt in den Homebutton integriert wurde. Haben andere Hersteller auch? Stimmt, aber nicht auf der Seite des Gerätes. Das bietet den Vorteil, dass der Daumen fast schon automatisch darauf liegt, wenn man das Smartphone mit rechts in die Hand nimmt. Dafür lässt sich das Gerät natürlich auf dem Tisch liegend nicht so ohne weiteres per Fingerabdruck entsperren - irgendwas ist halt immer. Ansonsten macht Sony aber einen ziemlich guten Job beim Fingerabdrucksensor. Der funktioniert nämlich dank einer Auflösung jenseits der 500 ppi ziemlich zuverlässig, obwohl er im Vergleich zur Konkurrenz sehr schmal ausfällt. Er arbeitet sogar so zuverlässig, dass es nur wenig Unterschiede zu den etablierten Konkurrenten Apple, Samsung oder Huawei gibt. Lediglich bei Nässe lässt die Zuverlässigkeit deutlich nach - das ist aber ein generelles technisches Problem. Beim Z5 Compact im Test könnte das allerdings wichtiger als bei den genannten Wettbewerbern sein, schließlich ist das Sony-Smartphone im Test bis zu einem gewissen Grad wasserdicht. Wie immer hilft aber im Zweifel die Eingabe der PIN oder des zuvor festgelegten Passwortes.

Sony Xperia Z5 Compact Unboxing | (c) Areamobile

Browser

Sony Xperia Z5 Compact Unboxing | (c) Areamobile

Keyboard| (c) Areamobile

 

Positiv: Sony packt ein Schnellladegerät mit in den Lieferumfang, das nach 10 Minuten wieder für 5,5 Stunden Laufzeit und nach 45 Minuten für einen ganzen Tag Laufzeit sorgen soll. Normalerweise kostet das extra - etwa 20 Euro werden dafür fällig. Leider packt Sony seit dem Xperia Z2 die Headsets mit Geräuschunterdrückung (89 Euro UVP) nicht mehr in den Lieferkarton, stattdessen sind es normale Kabel-Headsets. Zur Qualität können wir noch nichts sagen, sie fehlten bei unserem Testgerät.

Bei der Software hat Sony wie immer einiges zu bieten. Wer das nicht möchte, kann die meisten der angebotenen und vorinstallierten Lifestyle-Apps deinstallieren - immerhin. Vielleicht wäre allerdings der andere Weg sinnvoller - wer die Apps haben möchte, sollte sie sich herunter laden können. Wie auch immer: Die Nachrichten-App Socialife punktet mit schickem Material-Design, nervt aber zusätzlich zu Funktionen ähnlich wie Google News und Weather mit Sony-Werbung. Smart Connect erlaubt kleine Automatisierungen - wer etwa sein Headset anschließt, kann automatisch die Musik-App starten. Lifelog ist für Sportfans, in Verbindung mit einem Fitnesstracker zeigt die App spielerisch, wie aktiv man ist. In der Xperia Lounge kann man sich mit Sony-Account Filme und Musik kaufen - in Zeiten von Streaming und zahlloser Konkurrenzprodukte darf man hier ruhig nach dem Sinn fragen. Nützlicher sind da vielleicht Apps wie Musik, Video, Playstation und Album, die ebenfalls von Sony stammen und teils mit Extrafunktionen wie Netzwerkintegration und schickerem Aussehen aufwarten können als die Originale von Google.

Sony Xperia Z5 Compact Unboxing | (c) Areamobile

Schneller Browser | (c) Areamobile

Mit Funktionen und Features wie LTE, ANT+, A-GPS, Bluetooth 4.1, NFC, Micro-USB, MHL 3.0, DLNA, Throw-Funktion zur externen Medienwiedergabe, Miracast, MirrorLink, Screen-Mirroring, USB-Tethering, Smart Connect und sogar einem UKW-Radio hat das Sony Xperia Z5 Compact im Test einiges zu bieten. Daten lassen sich im internen Speicher ablegen. Der misst 32 GB und lässt sich um bis zu 128 GB per microSD-Karte erweitern. Der Sound ist dabei übrigens über die Lautsprecher gar nicht mal übel. Positiv hervorzuheben sind Lautstärke und durchaus auch der Klang, der nicht nur Höhen, sondern auch einige Tiefen transportiert.

Kamera

Im Sony Xperia Z5 Compact im Test steckt ein neuer Exmor-RS-Sensor von Sony, der jetzt 1/2,3 Zoll misst. Auch das Kameramodul selbst wurde überarbeitet, was insgesamt zu deutlicher Verbesserung der Bildqualität führen soll. Besonderes Augenmerk legte der Hersteller dabei auf den neuen Hybrid-Autofokus mit optischer Bildstabilisierung auf der Z-Achse. Software entscheidet dabei selbständig abhängig vom Motiv, ob der Fokus auf Phase-Detection-Basis, auf Contrast-Detection oder als Kombination arbeitet. Dadurch soll die Fokussierungsgeschwindigkeit auf 0,03 Sekunden sinken, weil die Kamera die Entfernung zum Objekt kennt. Tatsächlich ist die Geschwindigkeit des Fokus sehr gut, da fällt dann allerdings die Zeit für die Bildbearbeitung nach dem Abdrücken erst recht negativ auf, obwohl sie eigentlich im Rahmen bleibt. Weitere Vorteile: Die neue Kamera erlaubt das Scharfstellen von Motiven nicht nur in der Bildmitte, sondern sogar bis in die Ränder und Ecken hinein. Außerdem kann der kontinuierliche Fokus bei Videoaufnahmen zudem viel schneller zwischen dem Bildvorder- und Hintergrund wechseln. Statt dreifach kann man nun fünffach verlustfrei zoomen.

Originalaufnahme Xperia Z5 Compact 23 Megapixel | (c) Areamobile

Originalaufnahme Xperia Z5 Compact 23 Megapixel | (c) Areamobile

Originalaufnahme Xperia Z5 Compact 8 Megapixel | (c) Areamobile

Originalaufnahme Xperia Z5 Compact 8 Megapixel | (c) Areamobile

 

Der große Sensor und eine Linse mit f/2.0 verspricht herausragende Nachtbild-Qualitäten. Ein Teil davon  kommt durch eine spezielle Rauschunterdrückung, die auch bei Tag abhängig von der Szene verschiedene Bereiche eines Bildes unterschiedlich stark per Software nachbearbeitet. Dabei werden bei einem Bild mit 8 Megapixel die restlichen ungenutzten Megapixel dazu verwendet, aus angrenzenden Pixel die besten Information zu erhalten, um die später dargestellten Pixel möglichst optimal mit Informationen versehen zu können. Leider schlägt sich das in der Bildqualität wenig nieder. Die Aufnahmen der "überlegenen Automatik" bieten zwar eine gute Bilddynamik und gute Farbwiedergabe, allerdings fehlt es ihnen an Bildschärfe und Details. Das sieht im manuellen Modus und mit 23 Megapixel wesentlich besser aus. Schaltet man dann noch HDR hinzu, ist der manuelle Modus klar vorzuziehen, da die Qualität hier wirklich stimmt. Genauer werden wir darauf in einem gesonderten Kameravergleich eingehen. Dann werden wir auch die Videofunktion erörtern, von der Sony verspricht, dass der Verwacklungsschutz deutlich verbessert wurde.

Gesprächsqualität und Akku

Ein Telefon ist ein Telefon ist ein Telefon. Was muss das gut können? Telefonieren! Klingt einfach, scheint es aber nicht zu sein. Denn die Gesprächsqualität des Besitzers des Sony Xperia Z5 Compact ist zwar zufriedenstellend, aber weit von "perfekt" entfernt. Dazu ist der Ton zu wenig klar und das Rauschen zu laut bis hin zu Knistern bei Gesprächspausen. Dafür gefallen Lautstärke und Präsenz, der Gesprächspartner klingt nicht zu weit weg. Am anderen Ende der Leitung klingt das schon anders, hier fehlt es noch mehr an Klarheit und auch etwas mehr an Lautstärke - ohne aber auch hier komplett unbefriedigend zu sein.

Das gilt auch für den Akku. Er reiht sich bei der Leistung unaufdringlich im oberen Mittelfeld ein, schafft in unserem Akkudauertest 5 Stunden und 15 Minuten und macht auch im Alltag den Eindruck, dass das Z5 Compact bei normaler Nutzung ziemlich problemlos zwei, auf jeden Fall aber einen vollen Tag durchhält. Damit ist es besser als manches Topgerät, Akkuwundern wie einem Acer Liquid Z630 (11 Stunden und 32 Minuten!) kann das kleine Spitzen-Phone trotz niedriger HD-Auflösung nicht das Wasser reichen.

Fazit

Das Sony Xperia Z5 Compact ist ein tolles Gerät - für alle Fans von „kleinen" Smartphones mit Topausstattung. Alle anderen können sich getrost weiter im - auch preislichen - Mittelfeld um 250 bis 300 Euro umschauen, denn die hier gebotene Leistung reicht im Alltag absolut aus und dafür bekommt man auch schon Full-HD-Displays. Beim Z5 Compact nicht - das ist vielleicht auch eines der größten Probleme des Gerätes: Niemand braucht zwingen mehr als 720p auf 4,6 Zoll, andererseits braucht auch niemand zwingend einen Snapdragon 810 in einem Smartphone. Wenn man aber das eine einbaut, dann muss vielleicht auch das andere rein. Und dann auch noch 3 statt 2 GB RAM - es ist ein Teufelskreis, schließlich bedeutet mehr auch teurer. Aber wenn man schon ein Smartphone für einen vergleichsweise kleinen Kundenkreis baut (das Z5 Compact richtet sich an Hightech-Nerds, die ein halbwegs kleines Smartphone haben wollen), dann muss man das auch in allen Belangen durchziehen. Zumindest beim Display gibt es jetzt aber schon in der dritten Generation Stillstand.

Daher kommt die größte Konkurrenz auch aus eigenem Hause, denn wer ein Z3 Compact hat, hat keinen Grund für einen Wechsel, zumal das Gehäuse des neuen Gerätes auch noch weniger hochwertig wirkt. Und wer jetzt nach einem neuen, kleinen Highend-Modell Ausschau hält, kann auch zum Z3 Compact greifen - das ist derzeit fast 200 Euro günstiger, aber gar nicht so viel schlechter. Oder man wartet noch etwas ab - erfahrungsgemäß sinkt der Preis des neuen Sony-Smartphones innerhalb der ersten Monate merklich.

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Testwertung Sony Xperia Z5 Compact
 
Handlichkeit und Design 87%
Verarbeitung 93%
Sprachqualität 88%
Akkuausdauer 90%
Ausstattung/ Leistung 89%
Kamera 88%
Internet 91%
Musik 89%
Software und Bedienung 93%
Navigation 89%
Gaming und Video 87%
Gesamtwertung
zum Testzeitpunkt
90%
Zeitwertung
(Stand 29.06.2016)
87%

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Kommentare & Erfahrungsberichte
  1. 30.09.15 13:04 schwermetall (Member)

    "Natürlich ist der Mehrnutzen von 1080p im Vergleich zu 720p bei der Diagonale von 4,6 Zoll gering, aber er ist da..."

    Worin liegt denn der Mehrnutzen von 479dpi gegenüber 319 dpi?

    Das ist wie die Sache mit dem Frequenzgang bei Lautsprechern. Ob 20kHz oder 30kHz ist nicht relevant und sagt nichts über den Klang aus.

    Nicht falsch verstehen, ihr macht super Tests, aber in diesem Punkt würde ich mir klarere Worte wünschen.

  2. 30.09.15 13:14 Stefan Schomberg (Redakteur areamobile.de)

    Noch klarer? ;)
    Natürlich sieht man eine Höhere Bildschärfe als 300 PPI - jüngere Augen mehr, geringerer Abstand zum Display auch. Es gibt auch Tests, wo bei gleicher Größe HD und FHD-Displays verglichen wurden und etwa 40 % der Befragten konnten Unterschiede erkennen. Bei 2K zu 4K würde ich das auch stark relativieren (um 5 Zoll), aber FHD sehe ich persönlich als gerechtfertigt an. "Unscharf" ist das Display des Z5C aber darumnoch lange nicht.

    mfg

  3. 30.09.15 13:15 Marcitos (Handy Profi)

    "Aber wenn man schon ein Smartphone für einen vergleichsweise kleinen Kundenkreis baut..."
    Ich weiß gar nicht OB der so klein überhaupt ist. Und wenn, ist er vielleicht klein mangels Alternativen?

  4. 30.09.15 13:39 Stefan Schomberg (Redakteur areamobile.de)

    Die Diskussion hatten wir auch gerade. Ich bin der Überzeugung, dass Highend-Smartphones nach wie vor von einem vergleichsweise kleinen Teil der Kunden gekauft werden - vielleicht noch mit Ausnahme von Apple und Samsung, die sich als eine Art Statussymbol durchgesetzt haben.

    Der Großteil kauft nach Preis oder (in Deutschland) nach Angebot bei Vertragsabschluss. Die breite Masse wird da nicht zum Z5C greifen, dass dann vielleicht immer noch 100 Euro kostet, wenn ein S5 Mini für 1 Euro zu haben ist.

    Außerdem schrieb ich ja "vergleichsweise". An ein S5 oder iPhone 6 werden die Verkaufszahlen wohl kaum rankommen ;)

    mfg

  5. 30.09.15 14:48 N73Willi (Handy Profi)

    Ich finde die Sony Geräte immer interessanter... hab zwar noch nie eins gehabt , aber wenn mein Vertrag im nächsten Jahr ausläuft, dann werde ich wohl bei der derzeitigen Entwicklung nicht wieder zu einem Samsung greifen... nicht zuletzt, weil ich eher ländlich wohne und mit meinem Note 4 ist das eher suboptimal vom Empfang, da hinkt es bei Samsung sehr im Vergleich zu Sony besonders bei 3G und LTE 800, das zeigen auch die Tests im Internet... konkret bei mir sieht es so aus, das ich generell EDGE habe, mein Bekannter mit meiner Sim im Z3 meist so 2 Balken LTE...

  6. 30.09.15 15:57 M.a.K (Handy Master)

    Also zu sagen es gibt auf ca. 4,6 Zoll keinen sichbaren Unterschied von 720p zu 1080p ist einfach nicht wahr. Meine letzten Smartphones hatten alle 1080p - 2k auf 5 bis 5,7 Zoll und derzeit nutze ich ein Lumia 1020 mit 720p auf 4,6 Zoll. Man merkt die Unschärfe auf jeden Fall und mein nächtes Gerät hat mindestens wieder 1080p. 2560 x 1440 ab 5,5 Zoll ist dann nocheinmal einen Tick schärfer was zumindest ich noch wahrnehmen kann. Man sieht zwar keine Pixel mehr, das Gesammtbild kommt aber ganz anders rüber als bei 720p.

  7. 30.09.15 18:37 foetor (Advanced Handy Profi)

    720p finde ich auch viel zu wenig. Retina ist heutzutage auch nicht mehr zeitgemäß. 400ppi sollten es schon sein weil man da gut einen Unterschied erkennen kann, wenn man halt gute Augen hat ;-)

    Bin enttäuscht von dem Gerät, Design ultrhässlich, nicht mehr Wasserdicht von Sony Seite aus und die Kamera scheint OK zu sein aber auf jeden Fall nicht die Beste 2015 wie mal wieder von Sony versprochen

  8. 30.09.15 20:39 SiddiusBlack (Advanced Member)

    "Flops"
    nur 720p-Display-Auflösung
    kein hochwertiges Design
    gelegentliche Hakler im System

    Und trotzdem 90%...are you serious? Spätestens Punkt 3 der Flops ist für mich und viele andere der Kaufstopper schlechthin...bei 550 Euro Hakler im System geht absolut gar nicht, dass kann man nur bei einem 150 Euro Gerät verzeihen...

    Im Gegensatz dazu das iPhone 6S mit 89 abzustrafen ist schon grenzwertig (obwohl noch nicht mal das diese Wertung verdient hätte dank des mittelmäßigen Akkus)

    6S Plus im Test? Müsste ja theoretisch dann bei 94 liegen wenn das 6S schon 89 bekommt?

  9. 01.10.15 10:40 blueskyx (Member)

    @ foetor

    Also die Kamera kommt bei DxOMark super weg und wird als beste Smartphonekamera gelobt:

    http://www.dxomark.com/Mobiles/Sony-Xperia-Z5-Mobile-review-Best-mobile-photo-video-scores-to-date

    Ist zwar das Z5, aber die Kamera ist meines Wissens identisch mit dem Z5 Compact.

    Aber inzwischen kenne ich ja Deine Einstellung zur Sony Kamera. ;)

  10. 01.10.15 10:48 skycamefalling

    Das Design des Z5c spricht mich persönlich viel mehr an als das des Vorgängers. Glattere Linien, definiertere Kanten und endlich nicht mehr dieser Sandwich-Look...das Z5c wirkt robuster und nicht so verspielt wie das Z3c. Gefällt mir gut.
    Auch dass Sony weiterhin einen dedizierten Kameraknopf verbaut ist bei mir ein klares Plus!

    Display: Ich, wohl als angesprochene Zielgruppe, freue mich über die Entscheidung, wieder ein 720p Display zu verwenden. Das ist der beste Kompromiss zwischen Schärfe und Akkulaufzeit für die 4,6". Bei 5" können wir über 1080p reden, darunter schadet es mehr, als dass es hilft.
    Da das Z3c eine überragende Akkulaufzeit hat, erwarte ich das vom Z5c mit mehr Akkukapazität auch.

    Wasserdichtigkeit: Nur weil Sony sein Marketinggelaber ändert, ändert sich nicht die IP-Zertifizierung. Das Gerät ist ebenso wasserdicht wie das Z3c und es kann ebenso für Unterwasser-Fotos verwendet werden.
    Allerdings führen ebenso Partikel unter den Dichtungen, nicht geschlossene Klappen oder auch Produktionsfehler zu Wassereintritt.

    Das größte Problem beim Z5c ist allerdings der Verzicht auf die Ladekontakte. Zumindest Qi hätte man als Alternative implementieren sollen. Nun muss man wieder mit dem nervigen USB-Stecker hantieren...

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