Autor: Steffen Herget 17.12.2015 - 17:13 | (2)

Archos Diamond S Testbericht

Tops und Flops
  • Tops
  • Schnelle Performance
  • Dual-SIM mit LTE-Unterstützung
  • Kräftiger Akku
  • Flops
  • Schlechte Sprachqualität
  • Mittelmäßige Kamera

Archos Diamond S Test: Der freche Franzose

Neben den großen Namen wie Samsung, Apple, LG oder Sony tummeln sich eine Menge kleinerer Fische im Smartphone-Teich. Einer davon ist Archos. Das französische Unternehmen stellt schon länger günstige Tablets und Smartphones her, die in der Vergangenheit nicht immer überzeugen konnten. Mit dem Archos Diamond S, dem aktuellen Top-Modell, soll das anders werden.

Gehäuse-Design und -Verarbeitung

Huch, warum steht da Archos drauf und nicht Sony? Dieser Gedanke kommt einem auf den ersten Blick schnell in den Sinn, wenn man das Archos Diamond S betrachtet. Das Design mit den schnell verschmierenden Glasfronten, dem markanten Rahmen und Details wie der Position der Kamera ähnelt den Xperia-Smartphones durchaus. Das mag nicht besonders eigenständig sein, gefällt aber trotzdem. Die Anschlüsse für USB-Kabel und Kopfhörer sind oben zu finden, die etwas wackelige Lautstärkewippe und der Powerbutton rechts. Einen Fingerabdrucksensor hat das Archos Diamond S im Test nicht. Das mit 6,5 Millimeter und 118 Gramm dünne und leichte Smartphone liegt angenehm in der Hand und stört in der Hosentasche nicht.

Archos Dimond S Unboxing | (c) Areamobile

Archos Diamond S | (c) Areamobile

In Sachen Verarbeitung gibt es beim Archos Diamond S im Test wenig auszusetzen. Zwar gibt es feine Spalten zwischen Glasfronten und Rahmen, die sind aber nicht zu breit und vor allem gleichmäßig. Die Schubladen für die zwei SIM- und eine microSD-Karte sind nicht ganz perfekt in den Rahmen eingelassen, das merken aber nur diejenigen, die ganz genau hinschauen. Das Smartphone ist mit etwas Kraftaufwand ein wenig zu verdrehen, insgesamt wirkt das Diamond S aber stabil genug, um auch längere Zeit den rauen Smartphone-Alltag durchzustehen. Zur Not könnte man es noch mit einer schützenden Hülle versehen.

Archos Dimond S Unboxing | (c) Areamobile

Archos Dimond S

Archos Dimond S Unboxing | (c) Areamobile

Rückseite

Archos Dimond S Unboxing | (c) Areamobile

Dual-SIM | (c) Areamobile

 

Display-Größe und -Qualität

Das Super-AMOLED-Dispaly im Archos Diamond S hat bei einer Diagonale von 5 Zoll eine Auflösung von 1.280 x 720 Pixel zu bieten und kommt so auf 267 ppi. Das ist kein Top-Wert, reicht aber aus, um einer ordentliche Schärfe zu ermöglichen. Mehr als die Auflösung stört, dass die Farben des Panels zu knallig und überzeichnet geraten sind. Noch vor zwei, drei Jahren sahen die meisten AMOLED-Displays so aus, mittlerweile geht das deutlich angenehmer und natürlicher. Immerhin: Die Messgeräte für die Realitätstreue für Grau- und Farbstufen liegen mit 11,63 und 8,37 Delta E noch im Rahmen. Gemessene 352 cd/m² für die Helligkeit sind absolut in Ordnung.

Archos Diamond S Displaytest | (c) Areamobile

sRGB-Farbraum

Archos Diamond S Displaytest | (c) Areamobile

Farbverteilung | (c) Areamobile

 
Archos Diamond S Displaytest | (c) Areamobile

Farbtreue | (c) Areamobile

Archos Diamond S Displaytest | (c) Areamobile

Gute Helligkeit | (c) Areamobile

System: Hardware, Software und Bedienung

Das Archos Diamond S hat eine UVP von 229 Euro, da darf man natürlich keinen Highend-Prozessor erwarten. Mit dem Mediatek MT6753 hat das Smartphone allerdings einen Octa-Core-Chip auf Basis des ARM-A53-Designs an Bord, der für eine mehr als solide Leistung locker ausreicht. 2 GB RAM und eine GPU vom Typ Mali-T720MP3 begleiten die Rechenkerne. In Benchmarks liefert das Archos Diamond S im Test solide Werte (z.B. 37.690 Punkte im Antutu-Test, 6.884 bei 3DMark oder einen Multi-Score von2.879 bei Geekbench). In der Praxis wird die Leistung für die Mehrzahl der Kundschaft ausreichen, es sind keine großen Ruckler, Hakler oder ähnliches feststellbar. Asphalt 8: Airborne läuft in der höchsten Grafikstufe noch flüssig genug. Die Rückseite erwärmt sich bei starker Beanspruchung des Prozessor nur leicht im oberen Teil des Gehäuses, störend wird das nicht.

Als Betriebssystem kommt auf dem Archos Diamond S ein weitgehend unverändertes Android 5.1 Lollipop zum Einsatz. Der Verzicht auf einen eigenen Launcher wird die Puristen unter den Android-Fans freuen, zudem lassen sich so Updates vergleichsweise schnell auf das Gerät anpassen. Eine Aussage zu einer Aktualisierung des Betriebssystems auf die aktuelle Version Android 6.0 Lollipop gibt es seitens des Herstellers bislang nicht. Das Archos Diamond S verzichtet auf jedwede Bloatware, einzig ein eigener Video-Player des Herstellers ist vorinstalliert.

Multimedia: Kamera, Musik und Speicher

Die Hauptkamera des Archos Diamond S im Test hat einen Sensor mit einer maximalen Auflösung von 16 Megapixel und eine Single-LED-Blitz. An der Vorderseite hat der Hersteller eine Selfie-Kamera mit auf dem Papier sehr ordentlichen 8 Megapixel verbaut. Die Kamera-App reagiert zwar manchmal etwas träge, bietet aber eine aufgeräumte Optik und wichtige Standardoptionen. Auslösen kann man auch per Geste mit dem Victory-Zeichen, leider schaltet sich die Option immer wieder selbst ab, sogar beim Wechsel zwischen beiden Kameras. Die Bildqualität der Fotos, die das Archos Diamond S abliefert, ist der Preisklasse angemessen, aber für einen 16-Megapixel-Sensor nicht gut. Die Farben werden oft ein wenig zu stark betont und Bildrauschen ist merklich vorhanden, für Schnappschüsse reicht das Gebotene aber aus. Dabei sollte man allerdings tunlichst darauf achten, wichtige Dinge in der Bildmitte zu halten, denn an den Rändern werden die Fotos des Diamond S unscharf. Der Fokus sitzt nicht immer beim ersten Versuch richtig. Von der Frontkamera war etwas mehr zu erwarten, im Test leidet sie allerdings noch stärker unter Bildrauschen als die Hauptkamera. Immerhin sind hier die Ecken und Ränder nicht unschärfer als der Rest des Bildes.

Testfoto | (c) Areamobile

Testfoto

Testfoto | (c) Areamobile

Auslösen per Geste

Testfoto | (c) Areamobile

Selfie | (c) Areamobile

 

Archos stattet das Diamond S mit 16 GB Speicherplatz aus, davon stehen dem Nutzer knapp 12 GB zur Verfügung. Ein guter Wert, eine Speicherkarte gehört da aber schon zur Grundausstattung. Mitgeliefert wird ein Headset mit austauschbaren Ohreneinsätzen und Flachkabeln, das einen ziemlich basslastigen Klang besitzt, aber insgesamt zu den besseren Gratisbeigaben der Hersteller zählt. Der interne Lautsprecher des Diamond S strahlt durch das rechte Gitter ab, das linke ist nur Dekoration. Der Klang des Lautsprechers lässt stark zu wünschen übrig, er scheppert vor sich hin, überschlägt sich und verzichtet komplett auf Bass.

Telefon-Funktion und Daten-Schnittstellen

Ähnlich enttäuschend wie der interne Lautsprecher ist auch die Sprachqualität des Archos Diamond S. Im Test zeigt sich das Smartphone mit einer Mischung aus quäkigem Klang, matschigen Tönen und deutlichem Rauschen, die alles andere als positiv ist. Zudem werden Worte häufiger abgehackt. Immerhin ist die Lautstärke ausreichend hoch, so dass die Verständigung meist schon irgendwie klappt. Beim Freisprechen kommt noch der übliche Hall dazu. Telefonieren können viele andere Smartphones besser als das Archos Diamond S.

Archos Dimond S Unboxing | (c) Areamobile

Android 5.1 Lollipop

Archos Dimond S Unboxing | (c) Areamobile

Hauptmenü

Archos Dimond S Unboxing | (c) Areamobile

Browser | (c) Areamobile

 

Das Diamond S nimmt zwei Micro-SIM-Karten und zusätzlich eine Speicherkarte auf. Das Smartphone unterstützt LTE mit 800, 1.800 und 2.600 MHz mit maximal 150 MBit/s, WLAN und Bluetooth sind Standard. Auf NFC hat Archos ebenso verzichtet wie auf USB 3.0 oder den neuen Typ-C-Stecker.

Akku-Laufzeit

In so einem schlanken und leichten Smartphone wie dem Archos Diamond S muss man bei der Akkukapazität eigentlich Abstriche machen. 2.300 mAh sind bei der verwendeten Technik allerdings nicht einmal so wenig, und tatsächlich leistet sich das Diamond S im Akkutest keinen Ausrutscher. Mit einer Laufzeit von 5:50 Stunden im Video-Streaming.Test bei voller Helligkeit kann das Smartphone voll überzeugen, ein Wert von 5:16 im Test von PCMark ist ebenfalls aller Ehren wert. In der Praxis sind zwei Tage abseits der Steckdose drin. Bei dieser Leistung und

Fazit

Für 229 Euro bekommt man mit dem Archos Diamond S ein Smartphone, das für sehr viele Käufer mehr als genug bietet. Performance und Akkusausdauer überzeugen, das Design sieht nicht billig aus und Display sowie Kamera kommen ohne grobe Schnitzer aus. Die Sprachqualität ist zwar nicht berauschend, der zweite SIM-Slot, LTE und der erweiterbare Speicher aber erfreuliche Pluspunkte.

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Testwertung Archos Diamond S
 
Handlichkeit und Design 78%
Verarbeitung 89%
Sprachqualität 80%
Akkuausdauer 93%
Ausstattung/ Leistung 71%
Kamera 82%
Internet 84%
Musik 84%
Software und Bedienung 94%
Navigation 86%
Gaming und Video 76%
Gesamtwertung
zum Testzeitpunkt
83%
Zeitwertung
(Stand 25.06.2016)
82%

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Kommentare & Erfahrungsberichte
  1. 18.12.15 15:26 IMPULS

    @ Steffen Herget

    ...irre ich mich, oder sind die seitlichen Bezels wirklich so "dick"?
    Auf dem Foto sieht es zumindest so aus.
    Oder optische Täuschung? :)

    Thema:
    Tja,wirklich schade, das Archos bei der Sprachqualität " wiedermal" gepatzt hat ( Archos Diamond ) das "inspirierte" Design ist äusserst gefällig, schöne schlanke STB, ein solider Akku und ein guter Soc.
    Wie gesagt, schade das die Sprachquali gelinde ausgedrückt nicht gerade gut ist...
    Es geht mir immer noch nicht in den Kopf wie man die essentiellste Basic eines Smartphones, immer wieder in den Sand setzt.
    Aber dies gilt nicht nur für Archos....

  2. 18.12.15 15:50 REhuus (Handy Profi)

    "Das Super-AMOLED-Dispaly im Archos Diamond S hat bei einer Diagonale von 5 Zoll eine Auflösung von 1.280 x 720 Pixel zu bieten und kommt so auf 267 ppi"

    Das mit dem Rechnen üben wir nochmal.

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