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Autor: Stefan Schomberg 01.12.2015 - 18:15 | 5

Medion X5020 Testbericht

Tops und Flops
  • Tops
  • Schickes Design
  • Gutes Display
  • Schnell in allen Lebenslagen
  • Gute Sprachqualität
  • Flops
  • Kamera zu wechselhaft
  • Verarbeitung passt nicht zu schickem Design

Medion Life X5020 Test: Schönes Mittelmaß zum kleinen Preis

Medion will nicht mehr nur billig – das zeigt sich auch beim neuen Medion Life X5020 im Test, das mit Glasrückseite und ordentlicher Mittelklassetechnik auf den Markt kommt. Damit handelt es sich um das bislang leistungsstärkste Modell der Lenovo-Tochter – ob das auch für ein gutes Ergebnis im Test reicht?

Gehäuse-Design und -Verarbeitung

Medion gehört nun schon seit ein paar Jahren zu Lenovo, dennoch dürften das Unternehmen den meisten Interessenten hierzulande als Haus- und Hoflieferant von Aldi ein Begriff sein. Bekanntheit ist zwar einerseits gut, andererseits dauert es dann aber auch sehr lange, bis ein bestimmtes Image in den Köpfen der Käuferschaft geändert werden kann. Denn Medion will offensichtlich nicht mehr der Billig-Anbieter für Technik beim Discounter mit dem großen A sein. Mit dem Medion Life X5020 baut man nämlich nicht nur das bislang stärkste Medion-Smartphone, sondern auch eines der schicksten.

Medion Life X5020 Unboxing | (c) Areamobile

Im Test: Medion Life X5020

Medion Life X5020 Unboxing | (c) Areamobile

Gute Tasten, schicker Metallrahmen | (c) Areamobile

 

Vorgestellt wurde das Gerät auf der IFA 2015 in Berlin, das war im September. Seit Mitte November ist es jetzt im Handel erhältlich. Der potentielle Käufer erhält für 299 Euro in der UVP des Herstellers ein Gerät, das auf den Glas-Zug aufspringt - soll bedeuten: Wie inzwischen viele andere Hersteller verwendet Medion beim Life X5020 im Test eine Glasrückseite, die schick aussieht, aber erhöhte Bruchgefahr birgt und das Gerät außerdem rutschig macht. Fingerabdrücke zieht es dadurch natürlich außerdem an. Wer daran zweifelt: Die Rückseite besteht tatsächlich aus Gorilla Glass 3, nicht aus Kunststoff. Auch der Rahmen, der sich rings um das Smartphone windet, besteht aus nicht aus Kunststoff, sondern aus Metall - auch wenn das gar nicht so aussieht. Vielleicht wäre hier poliert schöner als lackiert gewesen, so spürt man den Werkstoff mehr als man ihn optisch erkennen kann.

In den Rahmen eingelassen findet man Power-Taste und Laustärkewippe, die mit seitlich glänzend geschliffenen Kanten nicht nur schick aussehen, sondern sich dank gutem Druckpunkt und kurzem Tastenhub auch gut bedienen lassen. Seltsam erscheint hingegen der Umstand, dass Medion diese Tasten auf der linken Gehäuseseite platziert, während in etwa auf gleicher Höhe rechts der SIM-Kartenschlitten eingebaut wurde, der entweder zwei microSIMs oder eine microSIM und eine microSD-Karte aufnimmt. Für Rechtshänder, die weltweit den Großteil der Menschen ausmachen, wäre ein Tausch sinnvoll gewesen, da sie so mit dem Daumen bequem an die Bedienelemente kommen könnten. So kann man - eine entsprechend große Hand vorausgesetzt - zwar hinter dem Medion Life X5020 vorbei mit dem Zeigefinger an die Knöpfe kommen, richtig bequem ist das aber nicht. Zum Glück ist das Smartphone mit 6,9 Millimeter ziemlich dünn, wirkt mit seinen 140 Gramm Gewicht aber insgesamt wertig.

Medion Life X5020 Unboxing | (c) Areamobile

Teilweise keine gute Passgenauigkeit

Medion Life X5020 Unboxing | (c) Areamobile

Insgesamt schick | (c) Areamobile

 

Beim Thema Verarbeitungsqualität zeigt sich das Medion-Smartphone etwas widersprüchlich. Der erste Eindruck ist richtig gut, das Modell wirkt hochwertig und schick. Bei genauerer Betrachtung findet man aber immer wieder kleine Ungenauigkeiten, etwa um den Kopfhöreranschluss auf der Stirnseite, bei den typischen Kunststofffugen im Metallrahmen oder beim nicht ganz exakt eingesetzten Kartenschlitten, der sich natürlich wieder nur mit einem Werkzeug öffnen lässt - das ist ja leider inzwischen ohnehin Normalität, weil es schicker ist. Auch der Rahmen steht mal mehr, mal weniger über das Glas auf Front und Rücken über und fühlt sich entsprechend mal leicht scharfkantig und mal sanft übergehend an. Auffällig ist allerdings, dass die Display-Beleuchtung sowohl durch den Schlitz des SIM-Schlittens als auch durch den Kopfhöreranschluss durchleuchtet - das macht nun wirklich keinen sehr hochwertigen Eindruck, auch wenn es die generelle Funktion nicht einschränkt. Vielleicht sollte man das einfach als "Illuminierung zur Orientierung bei Dunkelheit" verkaufen - getreu dem Motto: It's not a Bug, it's a Feature...

Display-Größe und -Qualität

Medion X5020 Displaytest | (c) Areamobile

Medion Life X5020 Displaytest | (c) Areamobile

5 Zoll, Full-HD-Auflösung und IPS-LCD - das klingt alles sehr ordentlich, erst recht, wo Mittelklasse-Smartphone nur allzu gern immer noch mit 720p-Auflösung ins Rennen geschickt werden. Tatsächlich ist der Unterschied sichtbar, denn mit Full-HD kommt man schließlich auf eine hohe Bildschärfe von 441 ppi, das ist sehr ordentlich. Allerdings ist der Kontrast mit 638:1 nur mittelmäßig und die Helligkeit mit 385 cd/m² auch nicht überragend. Die Farbgenauigkeit von 3,3 Delta E überrascht nicht, Farben sehen eher etwas blass als überzeichnet aus - tendenziell eher ein Zeichen für stimmige Farben. Die Grautreppe liegt mit 11,5 Delta E etwas mehr daneben, geht aber gerade noch in Ordnung. Lob gibt es für die Blickwinkelstabilität. Außer leichtem Abschatten gibt es da nichts zu bemängeln. Insgesamt verrichtet Medion beim Display des Life X5220 im Test ordentliche Arbeit.

Medion X5020 Displaytest | (c) Areamobile

Medion X5020 Displaytest Grautreppe | (c) Areamobile

Medion X5020 Displaytest | (c) Areamobile

Medion X5020 Displaytest Farbabweichung | (c) Areamobile

System: Hardware, Software und Bedienung

Das Medion Life X5020 im Test wird von einem Octa-Core-Prozessor von Qualcomm angetrieben, genaugenommen von einem Snapdragon 615. Er verwendet ausschließlich Cortex-A53-Kerne, die normalerweise bis 1,7 GHz takten, im Medion-Smartphone aber bei 1,5 GHz angeriegelt sind. Das zweit Vierer-Cluster taktet mit 1 Ghz für einfache Aufgaben, um Strom zu sparen. Als Grafikeinheit dient eine Adreno 405 und im Life X5020 kommen zudem 3 GB RAM zum Einsatz. Leistungstechnisch bewegt sich der Chip etwa auf Augenhöhe mit dem alten Snapdragon 600 - das ist nicht spitze, aber absolut ausreichend auch für aufwändige 3D-Spiele wie Asphalt 8 und Co. Selbst in Benchmarks schneidet das Smartphone noch ganz ordentlich ab, hier erreicht das Gerät zwar nur 14 fps bei GFXBench, aber ordentliche 34.000 Punkte bei Antutu und 14.500 Punkte bei 3DMark.

Medion Life X5020 Unboxing | (c) Areamobile

Bloatware ohne Ende...

Medion Life X5020 Unboxing | (c) Areamobile

... und noch mehr | (c) Areamobile

 

Entsprechend schnell ist das Medion-Smartphone im Alltag, entgegen anderen Berichten hatten wir keinerlei Probleme mit Aufhängern oder sonstigen Haklern. Stattdessen lief alles flüssig - egal ob im Browser, auf den Homescreens oder im Appdrawer. Das darf man von einem Snapdragon 615 aber auch erwarten. Störend ist vielmehr ein anderer Umstand: Der fast unüberschaubare Wust an Bloatware. Gefühlt ist jede zweite App im Appdrawer eine Zusatz-App des Herstellers oder seiner Partner. Natürlich sind darunter auch nützliche Apps wie Skype oder Ebay, aber MacAfee Security, Teamviewer QuickSupport, ImageChef, PhotoDirector, YouCam Makeup, YouCam Perfect, Youcam Snap und die eigenen Apps Life Player, Medion Mediathek und die Outdoor Navigation, für die man gleich mal einen Lizenzschlüssel kaufen soll. Das ist viel zu viel und teilweise einfach doppelt gemoppelt, es grenzt an Belästigung. Bloß gut, dass man so gut wie alles davon mit wenigen Klicks deinstallieren kann - vermutlich bis zum nächsten Update, dann beginnt der ganze Krampf wohl von vorne. Immerhin ist der interne Speicher mit 32 GB groß genug, Platz stiehlt die Bloatware daher nicht unbedingt.

Multimedia: Kamera, Musik und Speicher

Medion setzt beim Life X5020 im Test auf eine Hauptkamera mit 13 Megapixel und einfachen LED-Blitz, vorne gibt es 5 Megapixel und ebenfalls einen LED-Blitz. Diese Frontblitze kommen momentan immer mehr in Mode und das ist auch gut so. Denn wer ohne Blitz Selfies bei schlechtem Licht versucht, weiß wovon die Rede ist. Tatsächlich schaffen sie es normalerweise, selbst in völliger Dunkelheit noch akzeptable Selfies zu ermöglichen - so auch im Medion-Smartphone. Die Hauptkamera nimmt Bilder hingegen sehr farbintensiv auf, das ist schon etwas übertrieben. Dafür sind die Ergebnisse ausreichend scharf und detailreich, bei genauerem Hinsehen findet man mäßiges Bildrauschen. Die Bilddynamik bietet ein widersprüchliches Bild. Teilweise leistet sie gute Arbeit, in der nächsten Einstellung kann es aber durchaus sein, dass Aufnahmen schnell recht dunkel werden. Dafür ist das Medion-Smartphone meist selbst bei Innenraumaufnahmen noch zu gebrauchen, auch wenn hier natürlich etwas Unschärfe hinzu kommt. Dafür ist das Bildrauschen hier nur schwach ausgeprägt. Bei Videos in Full HD bietet sich ein sehr ähnliches Bild, der Ton geht in Ordnung.

Originalaufnahme Medion Life X5020 | (c) areamobile

Originalaufnahme Medion Life X5020 | (c) areamobile

Gesprächsqualität und Akku-Laufzeit

Die Gesprächsqualität des Medion Life X5020 ist gut. Zwar könnte die Lautstärke etwas höher sein, aber der Klang an beiden Enden der Leitung ist recht natürlich und daher sehr gut verständlich. Rauschen fällt kaum auf. Gespräche über den Lautsprecher sollte man tunlichst vermeiden, da es sich dabei offensichtlich nicht um einen wirklichen Laut-, sondern eher einen Leisesprecher zu handeln scheint.

Der Akku des Medion Life X5020 im Test leistet 2.600 mAh, das ist ein Durchschnittswert. In unserem Dauervideo-Test kam das Smartphone daher auch wenig verwunderlich auf einen Durchschnittswert: 4 Stunden und 7 Minuten sind absolutes Mittelmaß. Das ist aber nicht schlimm, denn im Alltag leistet sich das Gerät keine Schwäche, sondern bietet mit ein bis zwei Tagen Durchschnittslaufzeit erneut keine Überraschung.

Fazit

Das Life X5020 ist das erste richtig schicke Smartphone der Lenovo-Tochter und gleichzeitig auch das stärkste Gerät, das der Hersteller jemals gebaut hat. Das Display ist ordentlich, der Chipsatz und damit die Bediengeschwindigkeit ebenfalls. Die Kamera hat ihre hellen Momente, arbeitet aber zu unzuverlässig - mal sind Aufnahmen schick, mal zu gesättigt oder dunkel. Da sieht es bei der Frontcam mit Blitz schon besser aus. Echte Schwächen hat das Gerät davon abgesehen eigentlich nicht - aber auch keine herausragenden Stärken. Stattdessen nervt es mit umfangreicher Bloatware, die sich zwar deinstallieren lässt, vermutlich aber mit dem nächsten Update wiederkehrt. Die restliche Technik ist mit 3GB RAM, 32 GB internem Speicher und LTE ordentlich. Das Problem: Highend-Freaks reicht das noch lange nicht und alle anderen können da auch gleich zum günstigeren Medion Life X5204 greifen. Das bietet nur 2 statt 3 GB RAM und 16 statt 32 GB internen Speicher, kostet dafür aber (in Aktionen) auch nur 199 statt 299 Euro. Oder man wechselt gleich den Anbieter. Das Honor 6 etwa hat im Test von Areamobile sehr gut abgeschnitten und ist für etwa 290 Euro zu haben.

Testwertung Medion X5020
 
Handlichkeit und Design 84%
Verarbeitung 83%
Sprachqualität 85%
Akkuausdauer 74%
Ausstattung/ Leistung 79%
Kamera 76%
Internet 94%
Musik 82%
Software und Bedienung 94%
Navigation 84%
Gaming und Video 82%
Gesamtwertung
zum Testzeitpunkt
84%
Zeitwertung
(Stand 26.09.2016)
82%

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Kommentare & Erfahrungsberichte
  1. 02.12.15 00:06 ollimi (Advanced Member)

    Für 300 Euro würde ich lieber ein ZUK Z1 nehmen, wenns denn ein Gerät von Lenovo sein soll.
    Der S801 legt nochmal 25% CPU und 40% GPU Leistung drauf und das es noch ein Chip aus der 32bit Generation ist stört auch nicht gross, zumal 6.0 für das ZUK schon in der Mache ist. Dazu noch ein besseres und größeres Display, mehr Speicher und CM12.1.
    Was will man da noch mit dem X5020?!

  2. 02.12.15 11:35 mcRebe (Advanced Member)

    @ollimi:

    das zuk z1 hat ein wichtiges lte-band weniger und ist mit fast 190g ganze 60g schwerer --- aber wen das nicht stört der sollte schon eher zum z1 greifen, da der akku dementsprechend größer ist.

    außerdem überaschen mich die abmessungen des x5020: es ist genauso groß und hat dennoch einen viel kleineren screen. die größeren ränder & spaltmaße sieht man eigentl gar nicht auf den fotos. komisch.

  3. 02.12.15 11:38 mcRebe (Advanced Member)

    achja und bzgl. billigimage von medion: das verstärkt es eher mit dem gerät hier. ich finde es sieht äußerst billig designt & verarbeitet aus.

  4. 02.12.15 12:15 mat76 (Advanced Handy Profi)

    Ich glaube nicht, dass es den Kohl fett macht, aber das ZUK Z1 wiegt 172g. Habe es hier und gerade nachgewogen.

  5. 02.12.15 16:02 mcRebe (Advanced Member)

    @mat76: okay, danke! dann hat AM mal wieder falsche daten veröffentlicht... ist ja leider nichts ungewöhnliches (und korrigiert wird das auf nachfrage sowieso nicht).

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