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Autor: Steffen Herget 15.02.2016 - 18:09 | 5

Gigaset ME Pro Testbericht

Tops und Flops
  • Tops
  • Edel und gut verarbeitet
  • Flotte Performance
  • Dual-SIM, LTE und USB Typ C
  • Nützliche Apps, aber kaum Bloatware
  • Flops
  • Schlechte Sprachqualität
  • Kein NFC
  • Sehr rutschig

Gigaset ME Pro Test: Schwerer Junge mit leisen Tönen

Gigaset war mit seinen Smartphones der ME-Reihe einer der unerwarteten Stars der IFA 2015. Mit dem Verkaufsstart des Gigaset ME Pro hat sich der Hersteller, den viele noch nur als Hersteller von DECT-Telefonen kennen, allerdings lange Zeit gelassen. Doch bedeutet "spät" auch "zu spät"? Diese Frage klären wir im Test.

Gehäuse-Design und -Verarbeitung

Mit dem Gigaset ME hatte der Hersteller aufhorchen lassen. Da wurde nicht einfach ein Smartphone von der Stange gekauft und das eigene Logo drauf lackiert, sondern ein edles Teil mit Rahmen aus Metall und Flächen aus Glas vorgestellt, das sich mit den Luxus-Modellen der anderen Hersteller in Sachen Design und Verarbeitung absolut messen kann. Das ist beim Gigaset ME Pro auch wieder so. Die Materialien sind ausgesprochen edel und nahezu perfekt verarbeitet. Die Glasoberflächen des Gigaset ME Pro im Test zeigen sich ziemlich resistent gegen Fettfinger und Kratzer, der Übergang in den Rahmen wirkt wie aus einem Guss.

Die Materialwahl im Zusammenspiel mit dem starken Akku fordert allerdings ihren Tribut. Das Gigaset ME Pro ist im Test mit 195 Gramm eines der schwersten Smartphones auf dem Markt, da merkt man schon, was man in der Hand oder der Tasche hat. Mit 7,7 Millimeter ist das Gehäuse aber nicht übermäßig dick ausgefallen, im Gegenteil. Wer bei der Verarbeitung auf Gedeih und Verderb etwas bemängeln möchte, kann das bei den Knöpfen und der Schublade erledigen. Die Knöpfe wackeln ein wenig, bei der Schublade sitzt die Blende nicht ganz fest und ragt minimal aus dem Rahmen hervor. Das sind aber wirklich Kleinigkeiten, die nur Pedanten wirklich stören werden.

Gigaset ME pro Unboxing  | (c) Areamobile

Gigaset ME Pro

Gigaset ME pro Unboxing  | (c) Areamobile

Unterseite

Gigaset ME pro Unboxing  | (c) Areamobile

Profil | (c) Areamobile

 

Eines ist das Gigaset ME Pro neben schick, edel und gut verarbeitet aber auch: verdammt rutschig. Im Test glitschte das Smartphone nicht nur immer wieder fast aus der Hand, sondern machte sich auch selbstständig. Abgelegt auf einem Schrank, rutschte das Gigaset ME Pro offenbar Millimeter um Millimeter nach vorne, um nach rund einer Viertelstunde aus anderthalb Meter krachend abzustürzen. Immerhin: Der Sturz auf Holzboden aus dieser Höhe hat dem Smartphone nichts ausgemacht.

Display-Größe und -Qualität

Gigaset ME Pro Displaytest | (c) Areamobile

Abdeckung sRGB-Farbraum | (c) Areamobile

Das Incell-IPS-Display des Gigaset ME Pro im Test kann 1.920 x 1.080 Pixel darstellen, bleibt also mit Full-HD unter der in der Oberklasse derzeit so trendigen QHD-Auflösung. Das macht aber nichts, denn mit 401 ppi ist der Incell-IPS-Bildschirm mehr als ausreichend scharf. Die Blickwinkelstabilität ist sehr gut gelungen und die Farbdarstellung angenehm natürlich - ein Pluspunkt der IPS-Technologie. Wie schon beim kleinen Modell bleibt das Gigaset ME Pro aber unter den Herstellerangaben für Kontraste und Helligkeit. Gigaset verspricht 500 cd/m² und einen Kontrastwert von 1500:1, unser Messgerät ermittelt 341 cd/m² und 1263:1. Das sind für sich genommen keine schlechten werte, vor allem bei den Kontrasten. Die unnötigen Angaben des Herstellers, die kaum jemand sonst für ein Smartphone angibt, lassen den Bildschirm des Giagset ME Pro einfach schlechter erscheinen. Die Farbtreue ist mit 3,83 Delta E ausgezeichnet, bei der Grautreppe ist der Wert mit 8,29 etwas schlechter, aber ebenfalls noch gut.

Gigaset ME Pro Displaytest | (c) Areamobile

Gute Farbtreue | (c) Areamobile

Gigaset ME Pro Displaytest | (c) Areamobile

Hohe Kontraste | (c) Areamobile

System: Hardware, Software und Bedienung

Mit dem Snapdragon 810 hatte Gigaset sich für den Top-Prozessor des Jahres entschieden - allerdings des Jahres 2015. Durch die Verzögerung von fast einem halben Jahr zwischen Präsentation und Verkaufsstart des Gigaset ME Pro sieht man sich jetzt der Situation gegenüber, dass kommende Woche auf dem Mobile World Conress (MWC) die ersten Smartphones mit dem Snapdragon 820 vorgestellt werden. Der Chip soll nicht nur mehr Leistung und weniger Stromverbrauch aufweisen, sondern auch die nervigen Hitzeprobleme nicht mehr besitzen. Ob das alles stimmt wird sich zeigen, doch klar ist, dass das Gigaset ME Pro durch den Zeitplan in Sachen Prozessor nicht mehr ganz vorne mitspielen kann.

Die Leistung des Smartphones im Test kann sich aber allemal sehen lassen. Die Benchmark-Werte sind durch die Bank brauchbar und liegen auf einer Höhe mit anderen Snapdragon-810-Modellen und auch dem kleineren Gigaset ME - wenig verwunderlich bei gleicher technischer Ausstattung. Einen Mangel an Leistung müssen die Käufer hier also nicht befürchten, auch wenn der Prozessor des Gigaset ME Pro mit maximal 1,8 GHz nicht ganz so hoch taktet wie bei den Smartphones anderer Hersteller. Die Hitzeprobleme sind auch beim Gigaset-Phablet zu bemerken, ganz so heiß wie das kleinere Modell wird das ME Pro aber nicht.

Gigaset ME pro Unboxing  | (c) Areamobile

Homescreen

Gigaset ME pro Unboxing  | (c) Areamobile

Android 5.1.1 Lollipop

Gigaset ME pro Unboxing  | (c) Areamobile

Sinnvolle Apps | (c) Areamobile

 

Gigaset liefert das ME Pro wie schon das Schwestermodell mit Android 5.1.1 Lollipop aus. Auch hier gilt: Android 6.0 Marshmallow ist nicht gestern erst vorgestellt worden, hier hätte man ruhig die aktuellste Version des Betriebssystems ausliefern können. Lobenswert bleibt der Launcher von Gigaset, der weiterhin kaum Bloatware, dafür aber viele richtig nützliche eigene Apps mitbringt. Darunter sind etwa ein Virenscanner, eine Anwendung zur Datensicherung, eine Fernbedienung für den IR-Blaster und Contact Push zum Übertragen des Adressbuchs vom heimischen DECT-Telefon.

Der Fingerabdrucksensor an der Rückseite des Gigaset ME Pro ist gut platziert und leicht mit dem Zeigefinger zu erfühlen. Er funktioniert allerdings nur durchschnittlich, denn einerseits dauert das Entsperren aus dem Standby vergleichsweise lang, andererseits kommt es immer wieder vor, dass ein registrierter Finger nicht erkannt wird. Mehr Komfort als bei der PIN-Eingabe ist das aber trotzdem, vor allem bei so einem großen Smartphone wie dem Gigaset ME Pro, bei dem nicht alles mit einer Hand gelingt. Der Pulsmesser, der neben der Kamera sitzt, ist nicht viel mehr als ein netter Gag.

Multimedia: Kamera, Musik und Speicher

Das Gigaset ME Pro hat eine Frontkamera mit 8-Megapixel-Sensor und Weitwinkelobjektiv, die Hauptkamera an der Rückseite bringt es auf 20 Megapixel und eine Blende von f/2.2. Der Sonsor IMX230 kommt von Sony, die sechsteilige Linse ist mit kratzfestem Saphirglas geschützt. Der Dual-Color-LED-Blitz soll für natürlichere Bilder in dunkler Umgebung sorgen. Die Kamera-App von Gigaset hat eine klare, aufgeräumte Optik, einige manuelle Optionen und sechs vorinstallierte Filter. Der zuschaltbare HDR-Modus verlangsamt die Speicherung des Bildes deutlich, im Automatikmodus arbeitet die Kamera des Gigaset ME Pro im Test angenehm flott.

Wie schon das Gigaset ME liefert auch das ME Pro im Test brauchbare Fotos ab. Wenn das Umgebungslicht gut ist, gefallen die schön getroffenen Farben, die Schärfe und die Details. Wird es aber grau, düster und ungemütlich, verliert auch die Kamera des Gigaset ME Pro die Lust. Details verschwimmen zu verrauschtem Pixelbrei, die Belichtung gerät dunkler als üblich und verstärkt den Effekt noch. Abhilfe schafft der gut funktionierende HDR-Modus, wenn man Zeit hat. Der Blitz ist, wie bei Smartphones in aller Regel üblich, nur im Notfall zu gebrauchen und wenig wirkungsvoll. Die Selfies der Frontkamera geraten zwar hier und da etwas unscharf und haben ebenso mit Bildrauschen zu  kämpfen, sind aber besser als bei vielen anderen Smartphones.

Testfoto | (c) Areamobile

Testfoto mit...

Testfoto | (c) Areamobile

...und ohne HDR

Testfoto | (c) Areamobile

Selfie | (c) Areamobile

 

Die 32 GB interner Speicher im Gigaset ME Pro lassen sich mit einer microSD-Karte um bis zu 128 GB erweitern, sofern man keine zweite SIM nutzen möchte. Vorab sind etwas mehr als 8 GB vom System belegt. Löblich sind die guten Kopfhörer, die Gigaset dem ME Pro mit auf den Weg gibt, sie haben einen satten Klang mit klar definierten Höhen und Tiefen und ordentlichem Bass. Der interne Lautsprecher strahlt nach unten ab, ist ziemlich laut und zählt insgesamt zu den besseren Handy-Lautsprechern auf dem Markt.

Telefon-Funktion und Daten-Schnittstellen

Bei der Vorstellung der ME-Smartphones hatte Gigaset betont, man habe eine technisch anspruchsvolle Lösung gefunden, um an der Vorderseite keine Öffnungen für die Hörmuschel und das Mikrofon in das Glas bohren zu müssen und trotzdem eine gute Sprachqualität zu bieten. Erneut schafft es der Hersteller aber nicht, hier seine Versprechen zu erfüllen. Die Lautstärke der Hörmuschel am Gigaset ME Pro ist im Test wie schon beim kleinen Modell zu gering, der Ton gleicht eher einem Walkie-Talkie als einem modernen Smartphone. Immerhin ist das zuvor aufgefallene übermäßige Rauschen verschwunden. Freisprechen über den Lautsprecher geht abgesehen von der dann schlechteren Unterdrückung von Nebengeräuschen sogar besser, weil der Lautsprecher natürlicher klingt und einfach lauter ist als die Hörmuschel. Die technisch aufwendige Lösung von Gigaset überzeugt an dieser Stelle nicht.

Beim Datenfunk ist das Gigaset ME Pro auf alle Eventualitäten vorbereitet. LTE Cat.6 sorgt mit bis zu 300 MBit/s für Spaß unterwegs, im WLAN ist man mit dem schnellen ac-Standard und Dual-Band ebenfalls flott unterwegs. Bluetooth 4.1 unterstützt das Gigaset ME Pro auch, NFC fehlt. Dafür ist der USB-Typ-C-Anschluss mit dem Standard USB 3.0 auch für die schnelle Übertragung großer Dateien gerüstet.

Akku-Laufzeit

Beim Akku findet sich der größte Unterschied zwischen dem Gigaset ME Pro und dem kleineren Modell. Statt 3.000 sind es satte 4.000 mAh, und das kommt trotz des größeren Displays der Laufzeit natürlich zugute. Ein Wert von 5:38 beim Streaming-Dauertest bei voller Helligkeit ist ziemlich gut und liegt deutlich über den schwachen 3:37, die das Gigaset ME leisten konnte. Im Akkutest von PCMark waren es ebenfalls sehr gute 6:41. Probleme, mit einer Akkuladung über den Tag zu kommen, hat man mit dem Gigaset ME Pro nicht. Der Akku ist mit dem beigelegten Ladegerät zudem in weniger als zwei Stunden wieder komplett geladen.

Fazit

Das Gigaset ME Pro ist ein sehr gutes Android-Smartphone. Das Design und die Verarbeitung sind ebenso hochwertig wie das Material, Akku und Display können genau so überzeugen wie die Performance. Das Betriebssystem ist zwar nicht topaktuell, hat aber sinnvolle Apps und kaum Bloatware an Bord. Alles gut also? Naja, nicht so ganz. Die Schwächen bei der Gesprächsqualität sind ärgerlich, gerade für einen Hersteller wie Gigaset, dessen guter Name schließlich ausgerechnet von Telefonen kommt. Zudem könnte man aus den Kameras mit den guten Sony-Sensoren noch mehr rausholen. Der Snapdragon 810 sollte trotz des Nachfolgers noch lange genug Leistung bringen, die Hitzeprobleme scheint Gigaset beim ME Pro besser im Griff zu haben als beim ME. Für die UVP von 549 Euro erhalten die Kunden insgesamt trotz allem ein wirklich gutes Smartphone.

Alternativen in der Kategorie der XL-Smartphones gibt es derzeit von so ziemlich jedem Hersteller. In der Oberklasse findet man etwa das Huawei Mate S, aber auch das Samsung Galaxy S6 Edge Plus, die ähnliche Ansprüche wie das Gigaset ME Pro verkörpern.

Testwertung Gigaset ME Pro
 
Handlichkeit und Design 67%
Verarbeitung 91%
Sprachqualität 79%
Akkuausdauer 92%
Ausstattung/ Leistung 87%
Kamera 87%
Internet 98%
Musik 84%
Software und Bedienung 97%
Navigation 88%
Gaming und Video 90%
Gesamtwertung
zum Testzeitpunkt
89%
Zeitwertung
(Stand 08.12.2016)
86%

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Bewertet am 03.05.2016

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Kommentare & Erfahrungsberichte
  1. 15.02.16 19:38 SiddiusBlack (Advanced Member)

    "Schlechte Sprachqualität"

    Ähm warum wird so was nicht abgestraft? Es handelt sich schließlich um ein TELEFON und kein Tablet wo telefonieren eventuell sekundär wäre -.-

    Ich finde ihr sollte euch mal angewöhnen bei so was 5% abzuziehen!

  2. 15.02.16 19:55 TONG (Handy Profi)

    - zu spät
    - zu teuer
    - zu schlecht
    = Flopp

  3. 16.02.16 08:23 Nebux (Newcomer)
    Sprachqualität

    Es ist für mich nicht ganz verständlich, warum ein Handyhersteller die Sprachqualität so "vernachlässigt". Es ist sehr schade, da das Smartphone im Grunde ein schönes und gutes Teil ist.
    Hat das Team rund um areamobile bei Gigaset mal nachgefragt bzw. eine Stellungnahme direkt mal erhalten?
    Immerhin wurde das ME ebenso schon mit dieser mangelnden Sprachqualität bewertet.

    Ich persönlich finde allerdings nicht, dass das abgestraft gehört, wie es SiddiusBlack beschrieben hat. Wäre es ein Telefon, wie du geschrieben hast, dann wäre es für mich "nur" zum telefonieren gedacht. Bei den heutigen Smartphones - und dem dazu gehörigen Verhalten der Nutzer - habe ich eher das Gefühl, dass nur noch geschrieben wird. -> wäre mal interessant zu wissen, wie das Nutzungsverhalten im Durchschnitt ist.

    Im Grunde befürchte ich, dass das Gigaset ME Pro kein großer Erfolg sein wird. Egal wie gut der Akku, die Verarbeitung etc. ist. Gegen Apple und Samsung aktuell anzukommen muss eine Revolution her, keine ordentliche Evolution.

  4. 16.02.16 16:07 niko2010 (Member)

    Abwarten, vielleicht kann Gigaset mit einem Update nachbessern.
    Vom Gesamteindruck her finde ich das Gerät sehr gut.

  5. 16.02.16 20:11 SiddiusBlack (Advanced Member)

    @Nebux
    Ja woher kommt wohl diese verhalten, eben teilweise durch die schlechte Verständlichkeit.

    Es macht doch einfach keinen Spaß zu telefonieren wenn man aufgrund schlechter Sprachqualität andauernd nachfragen muss was der andere gesagt hat.

    Gute Sprachqualität gehört für mich und alle die ich kenne weiterhin zum Non Plus Ultra beim Smartphone, auch wenn das eigentliche telefonieren zu anderen Dingen nur noch bei 25% der benutzten Zeit liegt.

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