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Autor: Stefan Schomberg 26.11.2015 - 12:45 | 0

Cat S30 Testbericht

Tops und Flops
  • Tops
  • Sehr hart im Nehmen
  • starker Akku
  • gute Gesprächsqualität
  • Flops
  • zu teuer
  • eher hässlich
  • mieses Display
  • lahmer Chipsatz

Cat S30 Test: Dieses Smartphone hat Nehmerqualitäten

Caterpillar baut Baumaschinen mit Ketten. Und auch Smartphones. Passt nicht zusammen? Zumindest ist beides hart im Nehmen. Was so ein Mobiltelefon kann, verraten wir euch im Kurztest des Cat S30.

Gehäuse-Design und -Verarbeitung

Das Cat S30 im Test ist dick, pummelig, hässlich und schwer - über 14 Millimeter Dicke und 180 Gramm Gewicht klingt nach zwei Smartphones übereinander. Das sind keine guten Voraussetzungen für eine hohe Wertung. Aber das ist eigentlich nicht ganz fair, denn das Cat S30 ist kein normales Smartphone. Das kann und will es auch gar nicht sein. Denn es richtet sich nicht an den normalen Vertragsverlängerer, sondern an ganz bestimmte Käufergruppen, die zwar ein Smartphone mit Touchscreen und LTE-Empfang haben wollen, das aber auch ganz besonders hart im Nehmen sein muss. Das trifft sicherlich für Menschen zu, die einen Beruf haben, bei dem es auch mal härter zur Sache geht - auf einer Baustelle etwa. Oder auch in der Freizeit - beim Klettern will man nicht unbedingt sein 700 Euro teures Smartphone mit Glasrückseite mit in die Wand nehmen.

Catt S30 Unboxing | (c) Areamobile

Im Test: Cat S30 | (c) Areamobile

Catt S30 Unboxing | (c) Areamobile

Robustes Äußeres | (c) Areamobile

 

Entsprechend ist das Kunststoffgehäuse sehr wulstig und das S30 weist einen sehr dicken Rand um das Display auf, der bei Stürzen Schutz bieten soll. Das gilt nicht wie bei anderen Möchtegern-Outdoor-Smartphones aus Hüfthöhe, sondern Cat spricht von Schutz vor Stürzen aus 1,8 Metern Höhe - das ist eine Ansage. Etliche Sechskantschrauben verstärken den robusten Eindruck, den das Catphone hinterlässt. Wasser- und staubdicht ist es dabei auch noch und nicht nur IP68-, sondern auch nach dem MilSpec-810g-Standard geschützt - sofern alle Schutzkappen ordentlich verschlossen sind. Neben Wasser können ihm dann auch Öl und Fett wenig anhaben. Hinzu kommt eine Bedienbarkeit mit Handschuhen. Dafür verpasst der Hersteller dem S30 große Hardware-Tasten an den Seiten und unter dem Display, außerdem lässt sich der Touchscreen nicht nur mit Handschuhen, sondern auch mit nassen Fingern bedienen. Die seitlichen Tasten können aber für unseren Geschmack zu leicht, also auch ungewollt in der Tasche, gedrückt werden. Das Cat S30 ist durch die Form und die gummierte Oberfläche ziemlich griffig. Allerdings zieht sie auch Staub schnell an, so dass sich das Smartphone immer irgendwie dreckig anfühlt.

Catt S30 Unboxing | (c) Areamobile

Sicher nach IP68 und MilSpec 810g

Catt S30 Unboxing | (c) Areamobile

Gummierte Rückseite mit viel Gripp | (c) Areamobile

 

Erwähnenswert ist noch die gelbe Taste auf der linken Seite unter dem ebenfalls auf dieser Seite angebrachten Powerbutton. Sie kann nach eigener Vorstellung belegt werden, dafür wird das Untermenü "programmierbarer Schlüssel" im Hauptmenü gebraucht - das kommt dabei heraus, wenn man Menüs einfach durch eine Übersetzungs-Software quirlt. Denn das englische Wort Key bedeutet tatsächlich Schlüssel, aber eben auch Taste. Schlüssel ist in diesem Zusammenhang aber so falsch wie es nur sein kann. Eine Software kann das nicht verstehen, ein Mensch schon - das ist ein vermeidbarer Schnitzer.

Display-Größe und -Qualität

Displaytest Cat S30 | (c) areamobile

CIE-Test Cat S30 | (c) areamobile

Beim Thema Display hilft das Motto: Wer nichts erwartet kann auch nicht enttäuscht werden. Das durch Gorilla-Glas-3 geschützte TFT-Display ist 4,5 Zoll groß und bietet eine Auflösung von 854 x 480 Pixel, damit kommt man auf eine Bildschärfe von 217 PPI. Scharf ist anders, aber es geht gerade noch. Weitere Abzüge gibt es für die Darstellungsebene, die tief im Gehäuse zu liegen scheint und auch die Blickwinkelstabilität lässt zu wünschen übrig. Von der Seite betrachtet stellt sich schnell ein Gelbstich ein, von oben oder unten ein Blaustich. Von Helligkeitsabschattung muss man hier gar nicht erst sprechen, die sind sowieso vorhanden, hält sich aber noch in Grenzen. Kontrast und Helligkeit sind mit 723:1 und 431 cd/m² gut bis sehr gut, allerdings ist die Abweichung bei Grautreppe und Farben mit 21,8 und 7,2 teils gravierend. Auch der darstellbare CIE-Farbraum ist verzerrt und enorm ungleichmäßig. Das Display des Cat S30 im Test ist ein Arbeitstier und dafür reicht das auch - wer es schön haben will, der muss nicht nur beim Design, sondern auch beim Touchscreen andere Geräte in Betracht ziehen.

Displaytest Cat S30 | (c) areamobile

Grautreppen-Test Cat S30 | (c) areamobile

Displaytest Cat S30 | (c) areamobile

Farbtest Cat S30 | (c) areamobile

System: Hardware, Software und Bedienung

Das Cat S30 im Test schreit nach extremen Bedingungen, ein einfacher Regenschauer oder ein Sturz vom Wohnzimmertisch auf Laminat sind Spielerei für das Gerät. Und echte Männer spielen nicht! Das liegt beim Cat-Smartphone allerdings vor allem daran, dass der Snapdragon 210, der das S30 antreibt, dafür alles andere als geeignet ist. Benchmark-Ergebnisse von 5,2 FPS (GFXBenchmark), knapp über 19.000 Punkte bei Antutu und 4.500 Punkte in 3DMark machen deutlich, dass auf dem Cat S30 besser keine anspruchsvollen Spiele ausprobiert werden sollten. Im Alltag läuft das Hard-Core-Smartphone zum Glück überwiegend flüssig - kein Wunder, schließlich hat selbst der schwachbrüstige Snapdragon 210 mit seinen vier Cortex-A7-Kernen und der Adreno 304-GPU mit den wenigen Pixel des Displays meist keine Probleme - auch wenn nur 1 GB RAM zur Verfügung steht. Zwar stößt der Chipsatz schon bei aufwändigen Internet-Seiten im Browser an seine Grenzen. Die lassen sich dann nicht mehr ganz flüssig scrollen und viele Eingaben werden nur nach kurzer Bedenkzeit in die gewünschte Tat umgesetzt. Aber insgesamt kann man damit noch ganz gut leben.

Catt S30 Unboxing | (c) Areamobile

Homescreen mit (fast) originalem Android 5.1

Catt S30 Unboxing | (c) Areamobile

Einstellungen | (c) Areamobile

 

An weiterer Technik hat das Cat S30 im Test 8 GB internen Speicher mit der Möglichkeit, microSD-Karten mit bis zu 64 GB aufzunehmen, Bluetooth 4.1, GPS und Glonass, LTE und diverse Sensoren, darunter einen Umgebungslichtsensor zur automatischen Helligkeitssteuerung des Displays. Ein Radio ist ebenfalls eingebaut. Über die eingangs erwähnte programmierbare Taste lassen sich auch gezielt Apps starten. Das Cat S30 im Test nimmt zwei Nano-SIM-Karten auf, es ist also ein Dual-SIM-Smartphone. Als Betriebssystem verwendet Cat Android 5.1 mit originaler Google-Nutzeroberfläche.

Kamera

Das Cat S30 bietet eine Hauptkamera mit 5 Megapixel und LED-Blitz und eine Frontkamera mit 2 Megapixel. Videos nimmt das Modell entgegen der Homepage des Herstellers offenbar nicht in Full-HD, sondern nur mit 720p auf. Viele Einstellungsmöglichkeiten gibt es nicht, neben ein paar Filtern und Szenen ist die HDR-Taste präsent platziert, bei Nutzung dieser Funktion muss man allerdings mit Speicherzeiten größer drei Sekunden und zunehmender Unschärfe rechnen. Insgesamt ist die Bildqualität bestenfalls zweckmäßig. Es fehlt an Details und Bildschärfe, die Bilddynamik ist nicht optimal gelöst. Nur bei sehr gutem Licht ist die Bildqualität in Ordnung, schnell kommt es bei mäßigem Licht zu Bewegungsunschärfe. Immerhin hält sich Bildrauschen in überraschenden Grenzen. Seine Urlaubsfotos sollte man aber nach Möglichkeit nicht mit dem S30 aufnehmen, sofern einem etwas an diesen Erinnerungen liegt.

Cat S30 Originalaufnahme | (c) areamobile

Cat S30 Originalaufnahme | (c) areamobile

Gesprächsqualität und Akku-Laufzeit

Auf der Baustelle ist es laut, da braucht man viel Lautstärke beim Telefonieren. Die bietet das Cat S30 im Test und die generelle Verständlichkeit ist auch sehr gut. Zumindest auf der Seite des Smartphone-Nutzers. Er hört kaum Rauschen und eine natürliche Wiedergabe seines Gesprächspartners. Das gilt leicht eingeschränkt sogar per Lautsprecher. Am anderen Ende der Leitung sieht das zumindest etwas anders aus. Hier wurden grundsätzlich die gleichen Dinge gelobt, allerdings ist der Klang etwas quäkiger und hin und wieder wurden Worte etwas abrupt abgehackt.
Der Akku im Cat S30 im Test leistet 3.000 mAh, das ist angesichts der einfachen Technik eine ganze Menge. Entsprechend wundert es auch nicht, dass das Gerät in unserem Dauertest auf sehr gute 6 Stunden und 29 Minuten kommt - besser sind nur sehr wenige Geräte. Zumal das S30 seinen Akku nicht nur für Dauervideowiedergabe nutzt, sondern auch im Alltag eine gute Figur macht. Bis zu 39 Tage Standby gibt der Hersteller für das Smartphone an - das ist zwar wie immer lediglich ein theoretischer Wert, dennoch gehört das Catphone zu den wenigen Smartphones am Markt, die je nach Nutzung auch mal eine halbe Woche und länger durchhalten können.

Fazit

Nein, das Cat S30 ist weder schick, noch technisch gut ausgestattet. Das ist auch nicht wichtig für die Aufgabe, für die es gedacht ist: Hart sein, viel aushalten, lange durchhalten. Das macht das Gerät mit Bravour, zudem bietet es im Alltag meist ausreichende Leistung, eine gute Sprachqualität und verwöhnt im zahmen Großstadtdschungel sogar mit LTE. So gesehen ist es das perfekte Outdoorsmartphone - wenn da der hohe Preis von 329 Euro in der UVP des Herstellers nicht wäre. Denn die verbietet schon fast eine Anschaffung als Zweitgerät, die gerade für Extremsportler denkbar wäre. Ansonsten ist das Cat S30 ein einfacher, aber treuer Begleiter.

Testwertung Cat S30
 
Handlichkeit und Design 42%
Verarbeitung 91%
Sprachqualität 88%
Akkuausdauer 99%
Ausstattung/ Leistung 63%
Kamera 68%
Internet 77%
Musik 87%
Software und Bedienung 85%
Navigation 86%
Gaming und Video 67%
Gesamtwertung
zum Testzeitpunkt
77%
Zeitwertung
(Stand 09.12.2016)
73%

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