Autor: Stefan Schomberg 10.12.2015 - 10:30 | (4)

Wiko Pulp Fab 4G Testbericht

Wiko Pulp Fab 4G Test: Kleiner Preis für großen Auftritt

Phablets unter 200 Euro sind schwer zu finden und taugen auch oft nicht viel. Beim Wiko Pulp Fab 4G ist das anders: Das Android-Phablet überzeugt im Areamobile-Test zwar nicht in allen Belangen, zeigt jedoch ein sehr gutes Display und bietet am Ende ein tolles Preis-Leistungs-Verhältnis.

Gehäuse-Design und -Verarbeitung

"Benutzerfreundlich, reaktionsfreudig und vielleicht das erste 5,5-Zoll-Phablet, in das du dich direkt verlieben wirst." Starke Worte des Herstellers Wiko für ein Smartphone, das im Handel schon für unter 200 Euro zu bekommen ist. Optisch ist das Wiko Pulp Fab 4G im Test eher zurückhaltend gestaltet. Vorn dominiert ein großer Touchscreen, dessen Ränder breit, aber für die Preisklasse nicht zu breit sind, seitlich gibt es Metall imitierenden Kunststoff - das ist natürlich nicht so schön, aber wohl auch dem Preispunkt geschuldet. Außerdem müssen Fake-Materialien nicht immer schlecht sein. Auf der Rückseite gibt es nämlich Kunstleder, das sich zumindest in unserer schwarzen Version ziemlich gut anfühlt und auch nicht schlecht aussieht. Es erinnert stark an die Kunstlederrückseite des Galaxy Note 4 von Samsung. Dort fühlte es sich allerdings in der schwarzen Version auch wesentlich besser an als in der weißen, die härter und rutschiger ist. Beim Wiko-Modell spürt man eine minimal gummiartige Oberfläche, die einen recht guten Gripp gibt und sich angenehm anfühlt.

Wiko Pulp Fab 4G Unboxing | (c) Areamobile

Im Test: Wiko Pulp Fab 4G

Wiko Pulp Fab 4G Unboxing | (c) Areamobile

Kunststoffrahmen mit guten Tasten | (c) Areamobile

 

Einen weiteren Vorteil bietet diese Rückseite: Sie lässt sich entfernen. Darunter verbergen sich der große und vor allem wechselbare Akku, zwei Micro-SIM-Schächte und ein Steckplatz für eine microSD-Karte. Etwas ungeschickt: Einer der SIM-Schächte schaut zur Seite hinaus und erlaubt so theoretisch den Wechsel der SIM im laufenden Betrieb - ein Hinweis macht aber klar, dass das nur mit Neustart vonstatten geht. Der microSD-Slot hingegen lässt sich nur erreichen, indem man den Akku herausnimmt. Hätte Wiko diese beiden Slots nicht tauschen können?

Wiko Pulp Fab 4G Unboxing | (c) Areamobile

Griffig und durchaus schick: Kunstleder

Wiko Pulp Fab 4G Unboxing | (c) Areamobile

Abnehmbare Rückseite | (c) Areamobile

 

Die Rückseite ist übrigens genauso labberig wie bei dem bereits als Vergleich herangezogenen Samsung-Modell. Die Verarbeitung des Wiko-Phablets im Test ist aber ebenso gut wie beim Galaxy Note 4. Spaltmaße findet man nicht,, wenn alle Befestigungsnasen des Akkudeckels fest angedrückt werden. Die wenigen seitlichen Tasten sind fest in den Kunststoffrahmen eingebettet und lassen sich gut bedienen, auch wenn der Druckpunkt nicht ganz perfekt ist. Für ein Gerät mit einem 5,5 Zoll großen Display liegen die Gehäusedicke mit 8,5 Millimetern und das Gewicht mit 168 Gramm im akzeptablen Bereich.

Display-Größe und -Qualität

Displaytest Wiko Pulp Fab 4G | (c) Areamobile

Displaytest Wiko Pulp Fab 4G | (c) Areamobile

Der IPS-LCD-Touchscreen des Wiko Pulp Fab 4G misst stolze 5,5 Zoll, das ist zweifelsfrei ein Phablet und kein normales Smartphone mehr. Trotz der Größe gibt es nur eine Auflösung von 1.280 x 720 Pixel und eine Schärfe von 267 Pixel pro Zoll (PPI), aber das stört tatsächlich im Alltag kaum. Hier muss man schon genauer hinsehen, um einzelne Bildpunkte zu erkennen. Dennoch wäre Full-HD sowohl sinnvoll als auch wünschenswert gewesen, denn die niedrige Pixelzahl fällt bei schrägen Linien auf. Die restlichen Display-Testwerte des Wiko Pulp Fab 4G sind hingegen vorbildlich: Der Kontrast liegt mit 1.049:1 sehr hoch, ebenso die Helligkeit mit 515 cd/m². Auch bei der Darstellungsgenauigkeit von Farben und Grautreppe präsentiert sich das Wiko-Gerät von seiner besten Seite: Werte von 1,4 und 1,5 Delta-E sind herausragend. Die Blickwinkelstabilität ist ebenfalls vorbildlich, die Abschattung ist schwach ausgeprägt, und Farbverfälschungen gibt es so gut wie nicht. Insgesamt ist die Qualität des Phablet-Displays grandios, nur Pedanten werden auf einer höheren Auflösung bestehen.

Displaytest Wiko Pulp Fab 4G | (c) Areamobile

Sehr gute Genauigkeitswerte bei Grautreppe ... | (c) Areamobile

Displaytest Wiko Pulp Fab 4G | (c) Areamobile

... und Farben | (c) Areamobile

System: Hardware, Software und Bedienung

Die technischen Daten des Wiko Pulp Fab 4G im Test verzücken nicht, sind aber solide. An Bord ist etwa der Mittelklasse-Chip Snapdragon 410 samt 2 GB RAM - das reicht im Alltag für eine flüssige Performance, hier profitiert das Phablet sogar von der niedrigen Display-Auflösung. Selbst Spiele lassen sich so noch recht gut spielen. Das schicke "Asphalt 8" etwa läuft flüssig, tatsächlich dürfte die Leistung des Phablets also normalen Nutzern absolut ausreichen.

Wiko Pulp Fab 4G Unboxing | (c) Areamobile

Wikos Nutzeroberfläche

Wiko Pulp Fab 4G Unboxing | (c) Areamobile

Anpassungen von Wiko | (c) Areamobile

 

Wiko verwendet fürs Pulp Fab 4G seine eigene Oberfläche mit rundene Icons setzt und ohne App-Drawer. Entsprechend ist die zweite Homescreen-Seite voller App-Icons und im laufenden Betrieb ändert sich das auch nicht mehr. Im Gegenteil - Abhilfe schaffen hier nur Ordner. Zudem verfügt die Wiko-Oberfläche über einige Zusatz-Features wie etwa die Smart Gestures. Sie erlauben die Steuerung einiger Funktionen durch Gesten. So schaltet während eines Telefonats das Ablegen des Gerätes auf das Display den Lautsprecher an. Bei einem eingehenden Anruf erreicht man so die Stummschaltung des Klingelns. Auch Smart Awake ist so eine Funktion, mit der man etwa durch doppeltes Antippen des Displays das Phablets aufweckt oder durch Zeichnen des Buchstaben C die Wähltastatur öffnet. Praktisch ist auch das automatische Ab- und Anschalten nach Uhrzeit. Ansonsten orientiert sich Wiko zum Glück nach wie vor stark am originalen Android 5.1.1 Lollipop.

Verbindung zum Internet stellt das Wiko Pulp Fab 4G dem Namen entsprechend nicht nur mit 3G und HSPA her, sondern auch mit LTE, mit dem das Gerät immerhin theoretisch auf bis zu 150 MBit/s kommt. Ansonsten gibt es WLAN b/g/n, Micro-USB mit USB OTG, Bluetooth 4.0 und natürlich GPS. Auf NFC muss man verzichten. Daten können im internen Speicher abgelegt werden, der 16 GB groß ist - in dieser Preisklasse ist das schon recht viel. Das mitgelieferte Headset ist übrigens etwas flach und bassarm. Letzteres trifft zwar auch auf den Lautsprecher zu, der hat aber dafür einen klaren Klang und ist sehr laut.

Kamera

Für ein so günstiges Phablet wie das Wiko Pulp Fab 4G im Test gehen die Auflösungen von Frontkamera (5 Megapixel) und Hauptkamera (13 Megapixel) mit einfachem LED-Blitz absolut in Ordnung. Die Bildqualität kann indes nicht voll überzeugen, reicht aber gerade wieder in Hinblick auf den Preis aus. Im normalen Modus sehen die im Test geschossenen Bilder bisweilen etwas düster aus, was vor allem an der Bilddynamik liegt. Bildschärfe und der Detailreichtum sind aber akzeptabel. Auffällig ist das vergleichsweise starke Bildrauschen an den Rändern der Fotos, ansonsten ist es zwar sichtbar, bleibt aber im Rahmen. Die HDR-Funktion verbessert zwar die Dynamik-Problematik deutlich, sorgt aber für deutlich unschärfere Bilder und braucht außerdem einige Sekunden pro Foto - das sollte man am besten gleich vergessen. Die Frontkamera bietet nicht nur ein paar nette Effekte um das Äußere bei einem Selfie zu verschönern, sondern vor allem auch eine gute Bildqualität. Bei Videos kann die Bildschärfe nicht überzeugen, sie erinnert eher an 720p und nimmt bei Schwenks jeglicher Geschwindigkeit weiter ab. Der Ton ist außerdem zu leise. Insgesamt ist die Hauptkamera des Wiko Pulp Fab 4G im Test eher für Schnappschüsse geeignet.

Originalaufnahme Wiko Pulp Fab 4G | (c) areamobile

Originalaufnahme Wiko Pulp Fab 4G | (c) areamobile

Gesprächsqualität und Akku-Laufzeit

Bei der Gesprächsqualität gibt es wenig zu meckern. Die Lautstärke ist gut, Rauschen hört man auf Phablet-Seite kaum und Gesprächsteilnehmer klingen zwar etwas quäkig, aber insgesamt sehr gut verständlich. Am anderen Ende wurde auch Bass vermisst und deutliches Rauschen bemängelt, aber die Verständlichkeit gelobt.

Der Akku des Wiko-Phablets im Test ist zwar ziemlich groß, aber auch recht flach. Daher ist es nicht wirklich überraschend, dass er nur 2.820 mAh bietet. Dennoch schneidet das Gerät in unserem Akku-Dauertest sehr gut ab und kommt fast auf 7 Stunden - ein Grund dafür dürfte die niedrige Display-Auflösung sein. Im Alltag sind also durchaus zwei bis drei Tage Laufzeit drin - ein guter Wert.

Fazit

Klar, Spitzenleistung bringt das Wiko Pulp Fab 4G nicht. Aber das muss es auch gar nicht, schließlich kostet es auch nur einen Bruchteil eines Spitzenmodells. Und schlecht ist das Gerät in keinem Bereich, einige sind sogar richtig klasse. Wer ein preiswertes Smartphone mit gutem, großen Display sucht, macht mit dem Kauf des Pulp Fab 4G nichts falsch.

Eine Alternative zum Wiko Pulp Fab 4G ist das Archos 55 Platinum. Das Gerät ist zwar etwas schwächer ausgestattet, bietet aber auch ein so großes Display und kostet derzeit nur noch knapp über 100 Euro.

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Testwertung Wiko Pulp Fab 4G
 
Handlichkeit und Design 62%
Verarbeitung 92%
Sprachqualität 84%
Akkuausdauer 83%
Ausstattung/ Leistung 73%
Kamera 75%
Internet 85%
Musik 85%
Software und Bedienung 91%
Navigation 87%
Gaming und Video 77%
Gesamtwertung
zum Testzeitpunkt
81%
Zeitwertung
(Stand 27.06.2016)
80%

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Kommentare & Erfahrungsberichte
  1. 10.12.15 10:35 foetor (Advanced Handy Profi)

    @AM
    Geht ihr für die Fotos nicht mehr raus? :D

  2. 10.12.15 13:30 dragon-tmd (Member)
    BQ?

    @AM

    Liebe Kollegen, auch wenn Wiko den Mist in China zusammendängeln lässt (wie BQ):

    "Worte des Herstellers BQ"

    ist dann trotzdem falsch :D

  3. 10.12.15 13:32 dragon-tmd (Member)

    @foetor

    Bei Fließbandarbeit bleibt keine Zeit mehr für den Gang in die Sonne :D

  4. 10.12.15 13:59 Tobias Czullay (areamobile.de)

    @dragon-tmd: Wo liest du denn sowas :P?

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