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Autor: Björn Brodersen 12.11.2015 - 18:05 | 14

BlackBerry Priv Testbericht

Tops und Flops
  • Tops
  • Mechanische und kapazitive QWERTZ-Tastatur (+1.0%)
  • Stock-Android- und etwas Blackberry-Feeling zugleich
  • Beste Kamera eines Blackberry-Smartphones
  • Besseres App-Angebot unter Android als unter Blackberry 10 OS
  • Flops
  • Schwache Frontkamera
  • Fest eingebauter Akku
  • Nicht mit Blackberry Blend kompatibel

Blackberry Priv Test: Ein Android-Smartphone wie kein anderes

Echte Volltastatur, Dual-Edge-Display und von Blackberry OS bekannte Anwendungen und Funktionen - das Blackberry Priv ist wahrlich anders als Android-Smartphones von Samsung, Sony & Co. Ob es mit seinen Besonderheiten jedoch ein großer Wurf des kanadischen Smartphone-Herstellers ist, haben wir aus Sicht eines Privatanwenders im Test des Blackberry Priv untersucht.

Gehäuse-Design und -Verarbeitung

Blackberry Priv: Android-Smartphone mit Tastatur | (c) AM

Blackberry Priv: Android-Smartphone mit Tastatur | (c) AM

Anmutung und Verarbeitung des Blackberry Priv sind ebenso hochwertig wie die von teureren Blackberry-10-Smartphones des Herstellers. Wer es nicht schon weiß, vermutet auf den ersten Blick gar nicht, dass das Android-Smartphone eine mechanische Volltastatur bietet. Das schwarze Gehäuse besteht zum großen Teil aus Kunststoff sowie aus Aluminium für den Schiebemechanismus und Glas und wirkt mit 9,4 Millimetern Dicke keinesfalls klobig - Blackberry hat hier einen guten Kompromiss zwischen Geräteumfang und Akku-Größe gefunden. Im geschlossenen Zustand misst der Smartphone-Slider in der Höhe 147 Millimeter, mit ausgezogener Tastatur 184 Millimeter. Bei einer Breite von 7,7 Zentimetern lässt sich das Handy noch gut in die Hand klemmen. Mit 190 Gramm Gewicht ist es vergleichsweise schwer - manche würden sagen, nur so fühlt sich ein Smartphone wertig an.

Blackberry Priv im Unboxing | (c) Areamobile

Dual-Curved-Display

Blackberry Priv im Unboxing | (c) Areamobile

Display und Lautsprecher

Blackberry Priv im Unboxing | (c) Areamobile

Slider-Mechanismus und Kamera | (c) AM

 

Der Touchscreen wölbt sich wie beiden Galaxe-S6-Edge-Smartphones von Samsung über die Seitenkanten und lässt nur nach oben einen schmalen Streifen für den Telefonlautsprecher, die LED-Signalleuchte, die Frontkamera, den Umgebungslichtsensor und den Blackberry-Schriftzug frei. Die gesamte Frontseite der sehr flachen, aber dennoch stabil wirkenden Display-Einheit des Priv ist von kratzfestem Gorilla Glass 4 bedeckt, das an den Rändern mit einem feinen silbernen Rahmen abschließt. Die seitlichen Display-Ränder (Bezel) fallen dagegen nicht mehr unter die Kategorie "schmal". Auf dem unteren Tastaturelement sitzt linksseitig unterhalb der QWERTZ-Klaviatur ein nach vorne abstrahlender Mono-Lautsprecher hinter einem filigranen, über die gesamte Gerätebreite gehenden Lochraster. Dass der Lautsprecher-Grill sichtbar aus Kunststoff besteht und sich in der feinen Maserung schnell Staub und Schmutz verfängt, sind kleine Schönheitsfehler.

Blackberry Priv im Unboxing | (c) Areamobile

Echte Volltastatur

Blackberry Priv im Unboxing | (c) Areamobile

Nano-SIM- und microSD-Slot

Blackberry Priv im Unboxing | (c) Areamobile

Lautstärke- und Mute-Tasten | (c) AM

 

Die Oberfläche der zu den Rändern ebenfalls abgerundeten Rückseite des Priv besteht wie beim Blackberry Z30 oder Blackberry Q10 aus Kevlar mit eingewobenen Glasfasern, das sich gummiartig anfühlt und so für guten Grip sorgt und auch noch schick aussieht. Je nach Lichteinfall zeigt die Rückseite jedoch deutlich die darauf liegenden Fettspuren von den Fingern. Etwas Platz scheint im Innenraum noch zu sein: Die Rückseite lässt sich auf Druck ein bisschen eindrücken, das Gerät gibt dabei jedoch keine Knarzgeräusche von sich. Die Hauptkamera hebt sich etwas von der Oberfläche ab. Da die Umrandung mit dem Schneider-Kreuznach-Schriftzug und der Megapixel-Angabe aber genau mittig sitzt und breiter ausfällt, liegt das Blackberry Priv mit seinem Rücken nicht so wackelig auf einer Tischoberfläche wie eines der neuesten iPhones.

Die Tasten- und Anschlussbelegung erfordert sowohl von eingefleischten Blackberry-, als auch von langjährigen Android-Nutzern etwas Umgewöhnung: Micro-USB- und Kopfhöreranschluss sitzen an der Unterkante des Gehäuses, die Power-Taste befindet sich an der linken Seite, rechts sind die Lautstärke- und die Stummschalt-Tasten platziert. Die Steckfächer für eine Nano-SIM- und eine microSD-Karte finden sich an der Oberkante des Tastatur-Elements. Alle silbernen Hardware-Tasten des Blackberry Priv haben etwas Spiel, weisen aber knackige Druckpunkte auf und sind somit gut zu bedienen.

Tastatur

Die Hardware-Tastatur des Blackberry Priv wird durch Hochschieben des Display-Elements freigelegt. Dank des Absatzes zwischen unterem Display-Rand und dem Tastatur-Element mit dem Lautsprecher findet sich dafür ein nützlicher Ansatzpunkt für den Daumen. Der Slider-Mechanismus ist wohl austariert und liefert genau den richtigen Widerstand, damit die Display-Einheit beim Aufschieben flüssig, aber bestimmt in ihre Endposition gleitet. Bleibt nur zu hoffen, dass der Mechanismus auch lange hält. Mit dem Öffnen der Tastatur kann man auch gleich eine Aktion auf dem Gerät verbinden, etwa das Aufrufen der Gerätesuche, um gleich lostippen zu können.

Die jeweils zur Mittelachse des Geräts hin gewölbten Tasten des QWERTZ-Keyboards des Blackberry Priv sind ganz auf das Tippen mit zwei Daumen ausgelegt und gut ertastbar und weisen einen knackigen Druckpunkt auf. Der Aufbau gleicht dem der Q10-Tastatur: Vier Tastenreihen mit den Buchstaben des Alphabets und den zehn Ziffern sowie 18 Sonderzeichen ziehen sich schnurgerade von einem Rand zum anderen. Nur die Zwischenräume zwischen den Tastenreihen sind beim Priv schwarz und nicht silbern wie beim Q10 gehalten. Umlaute lassen sich auf der Hardware-Tastatur des Blackberry Priv durch längeres Drücken der entsprechenden Buchstabentasten aufrufen, Sonderzeichen durch Drücken der Sym-Taste oder über eine Wischgeste über die Tastatur nach unten.

Die QWERTZ-Tastatur des Blackberry Priv ist nämlich wie die des Blackberry Passport kapazitiv und kann teilweise wie ein Trackpad verwendet werden, etwa als Cursor beim Bearbeiten von Textpassagen, zum Schnippen von Wortvorschlägen in das Textfeld oder zum Scrollen in Menülisten oder im Browser. Die Unterstützung durch die mit der Zeit immer besser werdenden Wortvorschläge und die Autokorrektur der Blackberry-Tastatur hilft vor allem beim Schreiben von längeren Texten enorm. Eine Alternativ-App wie etwa Swype vermisst man nicht. Mir fällt das Tippen auf der Tastatur des Priv leichter als beim Passport, bei dessen breiter, aber niedriger Tastatur ich Schwierigkeiten habe, das Gerät beim Tippen fest und stabil in der Hand zu halten.

Blackberry Priv im Unboxing | (c) Areamobile

Ausziehbare QWERTZ-Tastatur des Blackberry Priv | (c) Areamobile

Display-Größe und -Qualität

Das Plastic-AMOLED-Display des Blackberry Priv - die Trägerschicht unter den Pixel besteht wie etwa beim LG G Flex aus Kunststoff statt aus Glas - stellt bei einer Diagonalen von 5,43 Zoll und der QHD-Auflösung von 2.560 x 1.440 Pixel 540 Bildpunkte pro Zoll dar - das ist knackscharf, ein Raster auf hellen Flächen oder Ausfransungen an Textzeichen sind da nicht zu erkennen. Die Oberfläche des Priv-Displays wird von Gorilla Glass 4 geschützt, das nicht nur kratzfest, sondern laut Hersteller auch widerstandsfähiger als Vorgängerversionen des Display-Glases von Corning sein soll, etwa wenn das Handy herunterfällt.

Blackberry Priv im Unboxing | (c) Areamobile

Scharf: Blackberry Priv im Display-Test | (c) AM

Blackberry Priv CIE-Farbraum | (c) Areamobile

Blackberry Priv im Display-Test: CIE-Farbraum | (c) AM

 

Die Längsseiten des Bildschirms sind ähnlich wie beim Samsung Galaxy S6 Edge Plus um die Kante gebogen. Zum Anzeigen von Nachrichten oder für den Schnellzugriff auf häufig genutzte Apps kann der Edge-Bereich des Priv-Displays nicht genutzt werden. Lediglich der Ladestand wird über einen erst gelben und dann grünen Balken an der Display-Kurve angezeigt, wenn das Smartphone per Kabel mit einer Stromquelle verbunden ist. Außerdem lässt sich vom Rand die sogenannte Produktivitäts-Registerkarte aufziehen, die für den schnellen Blick Termine im Blackberry Kalender, Mails im Blackberry Hub sowie Aufgaben und Kontakte anzeigt - dazu wäre allerdings keine Rundung notwendig gewesen.

Blackberry Priv Farbgenauigkeit | (c) Areamobile

Blackberry Priv im Display-Test: Farbgenauigkeit | (c) Areamobile

Blackberry Priv Grautreppe | (c) Areamobile

Blackberry Priv im Display-Test: Grautreppe | (c) Areamobile

Die maximale Helligkeit des Bildschirms liegt beim Priv im Test mit 380 Candela pro Quadratmeter etwas höher als beispielsweise beim Blackberry-10-Gerät Passport und insgesamt im oberen Mittelfeld aller von uns im Display-Test untersuchten Smartphones. Die Abweichungen bei der Darstellung von Farben und Grautönen liegen im Delta-E-Test im akzeptablen Bereich, Schwarztöne sind schön tief, die Blickwinkelstabilität ist hervorragend: Selbst aus schrägen Blickwinkeln und trotz reflektierender Glasoberfläche lässt sich das Display beim Kippen des Geräts noch ablesen, nur die Anzeige im 16:9-Format verdunkelt sich ein bisschen. In den Systemeinstellungen lassen sich Farbsättigung (eher gedämpft oder leuchtend) und -temperatur (eher kühl oder warm) per Schieberegler einstellen.

Blackberry Priv im Display-Test: Blickwinkelstabilität | (c) AM

Blackberry Priv im Display-Test: Blickwinkelstabilität | (c) Areamobile

System: Hardware, Software und Bedienung

Im Inneren des Blackberry Priv arbeitet der 64-Bit-fähige Hexa-Core-Prozessor Snapdragon 808 (MSM8992) von Qualcomm mit Adreno-418-GPU, der beispielsweise auch im Google Nexus 5X oder im LG G4 seinen Dienst verrichtet und im Android-Smartphone von Blackberry von einem 3 GB großen LPDDR3-Arbeitsspeicher unterstützt wird. Die zwei Cortex-A57-CPUs des Chips sind auf 1,8 GHz getaktet, die vier Rechenkerne auf Cortex-A53-Basis auf 1,44 GHz. Die maximale Frequenz dieses Chips liegt nur knapp unter der des aktuellen Top-Chips Snapdragon 810, der jedoch unter Dauerlast heiß läuft und deswegen vergleichsweise schnell und stark seine Leistung zurückfährt. Außerdem soll der Snapdragon 808 aufgrund der geringeren Anzahl an Rechenkernen und Shader-Einheiten eine bessere Akkulaufzeit als der Octa-Core-Chip erlauben.

Insgesamt laufen Apps auf dem Android-Smartphone flüssig und das Wechseln zwischen den App-Drawer-Tabs oder Homescreen-Seiten erfolgt ohne Verzögerungen, nur beim Scrollen im Chrome-Browser treten zuweilen kleine Mikroruckler auf. Etwas träge erscheint dagegen der Blackberry Hub: Er genehmigt sich in der Regel jeweils einen kleinen Moment, ehe er sich auf Tippbefehl öffnet, und das Verschieben von eingetroffenen Mitteilungen ruckelt oder stockt häufig kurz. Eine spürbare Wärmeentwicklung haben wir im Test des Blackberry Priv bei gängigen Anwendungen wie E-Mail, Messaging, Websurfen und Musikhören nicht festgestellt, bei so einem Nutzungsszenario bleibt jedoch auch der Snapdragon 810 absolut unauffällig. Dass der nominell schwächere Hexa-Core-Prozessor die richtige Wahl ist, zeigt sich dagegen beim Gaming: Abgesehen von kleinen Haklern, die wir gelegentlich bemerkten, bewältigt der Snapdragon 808 auch grafisch aufwändige Spiele wie "Dungeon Hunter 5", "Minion Tush" oder "Real Racing 3" scheinbar mühelos. Warm wurde das Blackberry Priv dabei schon, doch nicht so sehr, dass es unangenehm wurde, das Handy weiter in der Hand zu halten.

Benchmarks
Blackberry Priv mit Android 5.1.1
Antutu
47.292 Punkte
Vellamo Metal
1.988 Punkte
Vellamo Browser
4.015 Punkte
Qudrant
19.950 Punkte
Linpack
575 Mflop/s
3D Mark Ice Storm Unlimited
18.978 Punkte
GFXBench 4.0.1
35 Bilder pro Sekunde
Geekbench 3
3.208 Punkte im Multi-Core-Modus
Sunspider 1.0.2
690 Millisekunden
Jetstream
47.408 Punkte
Octane 2.0
8.461 Punkte
Kraken 1.1
4.644 Millisekunden
Blackberry Priv im Benchmark-Test | (c) AM

Antutu | (c) AM

Blackberry Priv im Benchmark-Test | (c) AM

Quadrant | (c) AM

Blackberry Priv im Benchmark-Test | (c) AM

3D Mark | (c) AM

 

"Asphalt 8" lässt sich übrigens nicht auf dem Blackberry Priv spielen: Die App identifiziert die Hardware-Tastatur des Smartphones nämlich als PC-Tastatur Es gibt zwar die Möglichkeit, das Rennauto über die Tasten zu beschleunigen und abzubremsen, aber nicht zu lenken. Auf Touchscreen- und Sensorsteuerung zum Lenken des Wagens durch Bewegungen des Smartphones umzustellen, ist nicht möglich.

Android auf dem Blackberry-Smartphone

Durch den Sprung auf Googles Mobilplattform löst Blackberry das bestehende App-Problem: Nutzer des Priv haben vollen Zugriff auf Google-Mobile-Dienste und den Google Play Store, der das größte Angebot an Apps im Mobilmarkt bereithält. Android-Apps laufen zwar auch auf Blackberry-10-Smartphones, doch das Herunterladen ist umständlich (manueller APK-Download oder nur mit Amazon-Konto) und die Anwendungen sind nicht für die Nutzung auf Blackberry-Smartphones optimiert. Auch von anderen Android-Smartphones bekannte Gesten wie das Doppeltippen auf das Display zum Entsperren oder das Umdrehen des liegenden Geräts zum Stummschalten funktionieren mit dem Gerät, ebenso Googles Sprachsteuerung ("Ok Google").

Von Blackberry-10-Smartphones bekannte Anwendungen wie Blackberry Maps, der Blackberry Assistant oder Blackberry Balance zur Trennung von beruflichen und privaten Daten stehen auf dem Blackberry Priv nicht zur Verfügung. Dafür gibt es die leistungsfähigeren Google-Dienste Maps und Now sowie ggf. Android for Work. Auf eigene Apps für Musik und Fotos und Videos hat Blackberry angesichts Google Play Music und Google Fotos verzichtet. Außerdem gibt es jetzt endlich einen nativen Youtube-Player auf dem Blackberry-Smartphone, und Nutzer des Priv können die Office-Anwendungen von Google oder Microsoft oder Foto-Apps wie Instagram oder Snapseed auf das Tastatur-Handy herunterladen oder ihr Gerät über die Android-Wear-App mit einer Smartwatch koppeln.

Blackberry-Apps auf dem Android-Smartphone Blackberry Priv | (c) AM

Blackberry-Launcher: Apps

Blackberry-Apps auf dem Android-Smartphone Blackberry Priv | (c) AM

Blackberry-Launcher: Widgets

Blackberry-Apps auf dem Android-Smartphone Blackberry Priv | (c) AM

Blackberry-Launcher: Verlinkungen

 

Blackberry Hub für Android

Andererseits hat Blackberry das Google-Betriebssystem um mehrere eigenen Anwendungen ergänzt: Dazu gehört beispielsweise der Blackberry Hub, der allerdings auf dem Android-Smartphone nur in amputierter Form zum Einsatz kommt: SMS, Anrufe und Benachrichtigungen aus sozialen Netzwerken fließen hier ebenfalls ein - Nachrichten aus WhatsApp oder dem Facebook Messenger oder Hinweise auf App-Updates nicht. Den Hub aufräumen gelingt schnell und einfach: Per Wischgeste werden Mails, SMS, Anrufprotokolle und andere Mitteilungen entweder gelöscht oder es wird fürs spätere Lesen eine Erinnerung einrichten. Die Leseerinnerung kann dabei für einen bestimmten Zeitpunkt (Datum oder Uhrzeit), einen bestimmten Aufenthaltsort (Wohn- oder Büroadresse) oder ein bestimmtes Bluetooth-Profil (Freisprechanlage im Auto) festgelegt werden. Durch Herunterziehen des Hub erscheint die aktuelle Terminanzeige, und auch von Blackberry OS bekannte Tastatur-Shortcuts funktionieren auf dem Priv.

Blackberry Priv im Unboxing | (c) Areamobile

Hub: Mail löschen | (c) AM

Blackberry Priv im Unboxing | (c) Areamobile

Hub: Mail-Erinnerung einrichten | (c) AM

 

Andere Blackberry-Apps auf dem Priv sind der Kalender, Aufgaben und Notizen, die Gerätesuche, die Kamera-App sowie die Tastatur mit Wortvorschlägen, die sich mit dem Finger in das Textfeld hineinschnippen lassen - das funktioniert auch bei Verwendung der Hardware-Tastatur. Das Tastatur-Smartphone im Test wird anfangs mit Android 5.1.1 Lollipop als Betriebssystemversion ausgeliefert. Ein Update auf Android 6.0 Marshmallow für das Gerät wird vermutlich erst im kommenden Jahr bereitstehen. Standardmäßig ist der übersichtliche Blackberry-Launcher für Android aktiviert, der allerdings im Hochkantformat fünf Apps nebeneinander reiht - bei anderen Start-Apps wie etwa dem Google-Now-Launcher, der alternativ aus dem Google Play Store heruntergeladen werden können, sind es häufig nur vier, aber dafür größere App-Icons in einer Reihe. Apps, Widgets und Verlinkungen für sogenannte "Quick Actions" für Apps oder Systemfunktionen sind ähnlich wie bei früheren Android-Versionen in Reitern geordnet.

Blackberry-Apps auf dem Android-Smartphone Blackberry Priv | (c) AM

Hilfreiche Wortvorschläge auf der virtuellen Blackberry-Tastatur (links) und bei Verwendung der QWERTZ-Tastatur - und gerade hier leistet sich Blackberry einen Schreibfehler im Menü. | (c) AM

Produktivitäts-Tab, Pop-up-Widgets und Streichgesten

Das ganz auf Wischgesten aufbauende Flow-Bedienkonzept der Blackberry-10-Smartphones funktioniert auf dem Android-Smartphone natürlich nicht. Mit einigen Kniffen sorgt der kanadische Hersteller jedoch dafür, dass auch auf dem Android-Smartphone der Zugriff auf Produktivitäts-Anwendungen schnell gelingt. Nutzer des Blackberry Priv können beispielsweise per Wischgeste von einer Seite des Dual-Edge-Displays die sogenannte Produktivitäts-Registerkarte mit Vorschauanzeige aktueller Termine, Nachrichten im Blackberry Hub und Aufgaben sowie von bevorzugten Kontakten öffnen. Aktuelle Informationen liefern auch die Pop-up-Widgets auf dem Homescreen: Durch vertikales Wischen über ein App-Icon auf dem Homescreen wird eine vergrößerte Vorschauansicht der Anwendung geöffnet - etwa die Facebook-App mit den zuletzt eingegangen Status-Updates von Freunden oder der WhatsApp-Messenger mit den neuesten eingetroffenen Chat-Nachrichten. In den Einstellungen des Blackberry-Launchers können zudem Tastenkombinationen festgelegt werden, so dass sich durch kurzes oder längeres Drücke einer Taste eine damit verknüpfte Anwendung oder ein damit verbundener Kontakt geöffnet wird.

Blackberry Priv: Tastenkombinationen anlegen | (c) AM

Blackberry Priv: Anlegen von ...

Blackberry Priv: Tastenkombinationen | (c) AM

... Tastenkombinationen | (c) AM

 

Ein Standard-Feature von Android ist die Streichgeste zu Google Now und anderen ausgewählten Apps, die sich durch kurzes Halten des Fingers auf den virtuellen Home-Button am unteren Bildschirmrand aufrufen lässt. Auch die Möglichkeit, alle im Hintergrund geöffneten Apps im Multitasking-Menü auf einmal zu schließen, gibt es auf anderen Android-Smartphones.

Blackberry Priv im Unboxing | (c) Areamobile

Streichverknüpfungen zu Google Now und anderen Apps wie den Blackberry Hub | (c) AM

Wie bereits in unserem App-Überblick für das Priv beschrieben, hat das Zusatzangebot an Blackberry-Anwendungen auf dem Android-Smartphone nicht nur einen Mehrwert, sondern stiftet teilweise auch Unruhe auf dem Priv. Denn die Blackberry-Apps und die Android-Dienste spielen nicht immer harmonisch zusammen, sondern arbeiten teilweise stur aneinander vorbei. Das Blinken der LED in verschiedenen Farben, die sich am oberen Bildschirmrand automatisch einblendende Sofortvorschau auf neue SMS und Mitteilungen, das Android-Notificationsmenü mit Hinweisen in der Statusleiste (das Blackberry mit Filtern für einzelne Anwendungen versehen hat) sowie rote Sternchen an Apps auf Homescreen und im App-Drawer - wer zum Beispiel die Benachrichtigungen auf dem Priv nicht kanalisiert, erlebt einen regelrechten Nachrichtenalarm.

Um Dopplungen im Android-Benachrichtigungsmenü sowie in den E-Mail-Eingängen zu vermeiden, ist es empfehlenswert Gmail-Sync zu deaktivieren - oder alternativ den Blackberry Hub. Über die Stummschalttaste an der rechten Gehäuseseite lassen sich im Bedarfsfall Benachrichtigungen und Hinweistöne schnell anpassen und beispielsweise vorübergehend nur auf wichtige Informationen beschränken oder ganz unterbinden. Auch der Besprechungsmodus des Blackberry-Kalenders funktioniert auf dem Priv: Störende Hinweise auf dem Smartphone können so automatisch abgeschaltet werden, sobald ein im Kalender eingetragener Termin beginnt.

Blackberry-Apps auf dem Android-Smartphone Blackberry Priv | (c) AM

WhatsApp: Pop-up-Widget

Blackberry-Apps auf dem Android-Smartphone Blackberry Priv | (c) AM

Filter für Notifications

Blackberry-Apps auf dem Android-Smartphone Blackberry Priv | (c) AM

Benachrichtigungen allerorten

 

So macht Blackberry Android sicherer

Eine weitere Zusatzanwendung von Blackberry ist die App DTEK (abgeleitet vom Englischen "detect" für "aufspüren"), die in den verständlichen  Ampelfarben den Sicherheitsstatus für bestimmte Bereiche des Priv anzeigt. Hierüber lässt sich beispielsweise detailliert anzeigen, ob eine sichere Entsperrmethode eingestellt ist oder auf welche Informationen Apps zugegriffen haben. So lässt sich beispielsweise überprüfen, wann und wie häufig Facebook den Standort abgefragt oder WhatsApp auf die Kontakte zugegriffen hat. Anders als bei Blackberry 10 OS können Anwender jedoch Apps nicht einzelne Zugriffsrechte entziehen - das wird erst unter Android 6.0 möglich sein. Bis dahin bleiben für mehr Datenschutz nur die Optionen, die App zu stoppen oder zu deinstallieren oder sich zumindest immer benachrichtigen zu lassen, wenn es Informationszugriffe gibt.

DTEK ist jedoch "nur" ein Tool zur Kontrolle und zum zielgenauen Anpassen der Sicherheits- und Datenschutz-Funktionen auf Ebene auf Anwendungsebene. Unter der Haube hat Blackberry weitere Schutzmechanismen integriert. Schließlich hatte Blackberry-Chef John Chen mehrmals bekräftigt, das Unternehmen werde nur dann ein Android-Smartphone anbieten, wenn es für ausreichende Sicherheit sorgen könne. In jedes Blackberry Priv ist beispielsweise ein Sicherheitsschlüssel eingebaut, um zu gewährleisten, dass bei der Fertigung nur von Blackberry signierte Software auf das Smartphone kommt ("Root of Trust"). Dazu wird sowohl bei jedem Bootvorgang überprüft, ob das Blackberry Priv manipuliert worden ist, und dafür gesorgt, dass nur vom Hersteller signierte Programme starten. Eine weitere Sicherheits-App von Blackberry auf dem Android-Smartphone ist der Password Keeper, der passwortgeschützt und per AES-256-Verschlüsselung Login-Daten für andere Dienste sichert.

Blackberry Priv im Unboxing | (c) Areamobile

Safeguard-App DTEK | (c) AM

DTEK-App auf dem Blackberry Priv: Standortabfragen von Facebook | (c) AM

DTEK: Standortabfragen von Facebook | (c) AM

 

Multimedia: Kamera, Musik und Speicher

Blackberry Priv im Unboxing | (c) Areamobile

Kamera-Buckel des Blackberry Priv | (c) Areamobile

Blackberry Priv im Unboxing | (c) Areamobile

Von Schneider-Kreuznach zertifiziertes Objektiv mit Dual-LED-Blitz | (c) Areamobile

Die rückseitige Hauptkamera des Blackberry Priv schießt Fotos mit 18-Megapixel-Auflösung im 4:3-Format (4.896 x 3.672 Pixel) oder mit 16 Megapixel (4.016 x 4.016 Pixel) im 1:1-Format und nimmt Videos in Full-HD-Qualität (1.920 x 1.080 Pixel) mit bis zu 60 Bildern pro Sekunde oder in 4k-Qualität (4.096 × 2.160 Pixel) mit 30 Bildern pro Sekunde auf. Die sechsteilige Linse mit f/2.2-Blende stammt vom Kamera-Spezialisten Schneider-Kreuznach und bietet einen Phase-Detection-Autofokus zum schnelleren Auslösen sowie einen optischen Bildstabilisator (OIS) für Foto- und Videoaufnahmen sowie zusätzlich - bei Videodrehs in Full-HD mit 30 Bildern pro Sekunde - eine 6DOF-Videostabilisierung. Zu den Funktionen der Kamera gehören eine Gesichtserkennung, eine Serienbildfunktion mit fünf Bildern pro Sekunde, ein Selbstauslöser, HDR, ein Panorama-Modus sowie eine Reihe an Effekt-Filtern à la Instagram. Zum Aufhellen von Motiven im Nahbereich steht ein Dual-LED-Blitz bereit.

Blackberry-Apps auf dem Android-Smartphone Blackberry Priv | (c) AM

Kamera-App des Blackberry Priv | (c) Areamobile

Im Kamera-Test hinterlässt das Blackberry Priv einen guten Eindruck. Sie löst zügig aus, und die Schärfe unserer Testaufnahmen im grauen Herbstwetter sind recht scharf und rauscharm und weisen eine vergleichsweise natürliche Farbwiedergabe auf. Im Vergleich zur 12-Megapixel-iSight-Kamera des iPhone 6S Plus liefert die Kamera des Blackberry-Smartphones jedoch etwas wärmere Bilder mit leuchtenderen Farben ab. Der HDR-Modus der Priv-Kamera arbeitet wirkungsvoll. Endlich ein Blackberry-Smartphone mit tauglicher Kamera!

Blackberry Priv im Kamera-Test | (c) AM

Herbststimmung: Fotografiert mit dem Priv ... | (c) AM

Testbild, aufgenommen mit der 12-Megapixel-Kamera des iPhone 6S Plus | (c) Areamobile

... und mit dem iPhone 6S Plus | (c) AM

 
Blackberry Priv im Kamera-Test | (c) Areamobile

Vergleichsbild, ohne und ...

Blackberry Priv im Kamera-Test | (c) Areamobile

... mit HDR | (c) Areamobile

 

Bei Videoaufnahmen in der Bewegung funktionieren Fokus und Belichtung zügig und die Tonqualität ist ordentlich. Bei einem parallel mit den Kameras von Blackberry Priv und iPhone 6S Plus gedrehten Videos in Full-HD-Auflösung wirkt beim Abspielen der Film des Priv jedoch sprunghafter - offensichtlich gleicht die Bildstabilisierung des Apple-Handys Bewegungen besser aus.

Blackberry Priv im Kamera-Test | (c) Areamobile

Blackberry Priv im Kamera-Test | (c) Areamobile

Blackberry Priv im Kamera-Test | (c) Areamobile

Blackberry Priv im Kamera-Test: Macroaufnahme | (c) Areamobile

Blackberry Priv im Kamera-Test | (c) Areamobile

1:1-Format (4.016 x 4.016 Pixel): Aufnahme im U-Bahn-Schacht | (c) Areamobile

Die Frontkamera des Blackberry Priv mit Fixed-Fokus löst nur mit 2 Megapixel auf und hat eine vergleichsweise kleine Blende (f/2.8). Keine guten Voraussetzungen für ansehnliche Selfies - bessere Smartphones anderer Hersteller kommen inzwischen mit 8-Megapixel- oder gar 13-Megapixel-Frontknipsen daher. Da können auch 1,75 Micrometer Pixelgröße des Bildsensors nichts mehr retten.

Mit der 2-MP-Kamera des Blackberry priv aufgenommenes Selfie | (c) AM

Mit der 2-MP-Kamera des Blackberry Priv aufgenommenes Selfie | (c) AM

Musik

Unter dem über die gesamte Gerätebreite reichenden Plastikgrill unterhalb Tastatur bzw. des Displays verbirgt sich linksseitig ein Mono-Lautsprecher, der wie erwartet einen dünnen Klang abliefert (das iPhone 6S klingt im Vergleich deutlich voluminöser), aber ausreichend laut ist, um notfalls einen Raum oder ein Zugabteil zu beschallen. Viel besser klingt es bei Verwendung von Kopfhörern, selbst mit den von Blackberry dem Smartphone beigelegten billig wirkenden Plastik-Stöpseln mit In-Ear-Gummiaufsätzen und einem Bedienungsknopf zum Pausieren oder Starten des Players. Dann liefert das Priv die hervorragende Klangqualität ab, die auch die besseren Smartphones des Herstellers für die Blackberry-Plattform auszeichnet. Auf eine eigene Musikplayer-App hat Blackberry verzichtet: Vorinstalliert ist die Google-Anwendung Play Music, alternativ können aus dem Google Play Store Drittanbieter-Apps wie etwa Apple Music heruntergeladen werden. Google Play Music auf dem Priv bietet eine wirklungsvolle Equalizer- sowie eine Surround-Funktion, für Apple Music gibt es auf dem Android-Smartphone keine Möglichkeit, den Sound anzupassen.

Speicher

Die interne Speicherkapazität des Blackberry Priv ist auf 32 GB begrenzt - weniger hätten es bei einem Highend-Smartphone auch nicht sein dürfen. Zur Speichererweiterung für Fotos, Videos, Musik, Dokumente oder andere persönliche Daten akzeptiert das Blackberry Priv eine bis zu 2 TB große microSD-Karte (SDXC), die auch im laufenden Betrieb des Handys ausgewechselt werden kann.

Telefon-Funktion und Daten-Schnittstellen

Sechs Antennen für den Mobilfunkempfang und drei Mikrofone hat Blackberry im Priv verbaut, im Hintergrund arbeitet ein vom Hersteller entwickelter Sound-Algorithmus (Blackberry Naturla Sound) auch bei Telefonaten. An der Empfangsleistung des Geräts haben wir nichts auszusetzen, die Sprachqualität ist sehr gut, erreicht aber nicht das Niveau des Blackberry Passport. Stimmen der Gesprächspartner werden klar und nah wirkend übertragen, Umgebungsgeräusche wirkungsvoll abgeschirmt. Dass wir an einer verkehrsreichen Straße vorbeigingen oder neben uns High-Heels auf dem Asphalt klackten, bemerkten unsere Gesprächspartner im Test nicht. Selbst über den externen Lautsprecher ist das Telefonieren mit dem Blackberry Priv länger zu ertragen. Voice over LTE (VoLTE) für bessere Sprachqualität über HD-Voice und schnellere Rufaufbauzeiten unterstützt unser Testgerät nicht. Hier bleibt abzuwarten, was Vodafone und O2 zum oder nach dem Start des Blackberry Priv ermöglichen werden.

Für mobile Datenübertragungen unterwegs beherrscht das Blackberry Priv neben GPRS/EDGE und UMTS/HSPA+ mit Dual-Carrier-Support auch LTE. Für den Internetzugang und das Medienstreaming im Heim- oder Büronetzwerk WLAN mit Wifi Direct - konkret WLAN a/n/ac im 5-Gigahertz-Band sowie WLAN b/g/n im Bereich um 2,4 GHz. Für die drahtlose Kommunikation mit anderen Geräten wie etwa Fitness-Tracker oder Smartwatches unterstützt das Gerät Bluetooth 4.1 LE, für die Nutzung von Tags, Android Beam oder mobilen Bezahl- und Ticketing-Diensten wie etwa künftig Android Pay NFC. Die Standortbestimmung erfolgt per GPS bzw. A-GPS. Der Micro-USB-2.0-Anschluss ist SlimPort-fähig, so dass über einen - nicht zum Lieferumgang des Handys gehörenden - SlimPort-HDMI- oder -VGA-Adapter Daten an größere Bildschirme oder Beamer übertragen werden können. Dank USB on the Go lassen sich auch Peripheriegeräte wie etwa eine externe Festplatte an das Blackberry Priv anschließen.

Akku-Laufzeit

Der 3.410 mAh starke Akku - das ist fast so viel wie beim Passport - ist fest in das Blackberry Priv eingebaut und lässt sich daher nicht vom Nutzer selbständig wechseln, wenn dem Energiespender der Saft ausgeht oder er das Ende seiner Lebenszeit erreicht - Intensivnutzer haben daher am besten immer ein Akku-Powerpack dabei. Im Akku-Test überzeugt das Priv mit vergleichsweise langem Durchhaltevermögen. Beim Youtube-Videostreaming per WLAN mit stärkster Display-Beleuchtung kommt das Gerät auf 5:57 Stunden - das ist jeweils mehr als anderthalb Stunden länger als LG G4 und Nexus 5X mit einer Stromladung schaffen. Blackberry spricht von einer Akku-Laufzeit von bis zu 22,5 Stunden bei einer Mischnutzung, erläutert aber das zugrundeliegende Nutzungsverhalten nicht. Bei Einzelanwendungen soll das Priv mit einer Stromladung bis zu 23,9 Stunden Sprechzeit, 72 Stunden Musikwiedergabe oder 10 Stunden Video-Playback erlauben.

Blackberry Priv im Unboxing | (c) Areamobile

Ladestandanzeige auf dem Display-Rand des Blackberry Priv | (c) Areamobile

Im Alltagseinsatz bin ich im Test gut über einen ganzen Tag mit dem voll aufgeladenen Blackberry Priv gekommen. Beispiel: An einem Tag mit einer halben Stunde intensivem Gaming, etwa 20 Minuten Telefonieren, zwei bis drei Benchmarks, einer Viertelstunde Fotosession draußen inklusive weniger Minuten Videoaufnahme, 15 Minuten Musikhören mit stetigem Suchen nach neuen Titeln und ansonsten über die ganze Zeit offenem Mitteilungs- und Nachrichtenempfang auf allen Kanälen war die Hälfte der Akku-Ladung schon nach nicht mal ganz vier Stunden verbraucht - bei adaptiver und auf den Mittelwert eingestellter Display-Beleuchtung. Danach griff ich nur noch sporadisch zum Smartphone, um Mails und andere Mitteilungen zu checken. Am folgenden Morgen zeigte die Statusleiste noch einen Akkustand von 20 Prozent an.

Wird ein Wert von 15 Prozent unterschritten, aktiviert sich bei entsprechender Einstellung im System ein Energiesparmodus, der den Stromverbrauch des Geräts senkt, indem er die Leistung herunterfährt sowie die Vibrationsfunktion und Hintergrundaktivitäten von Apps und Diensten einschränkt. Mails und andere Nachrichten treffen dann zum Beispiel erst in den entsprechenden Posteingängen ein, wenn die jeweiligen Apps geöffnet werden.

Kabelloses Laden und Quick Charge

Ein direkt beim Hersteller erworbenes Priv mit der Modellnummer STV-100-1 unterstützt auch Qi und PMA für kabelloses Laden. Ob Blackberry die USA und Kanada erhältliche Wireless-Charging-Variante des Priv auch in Deutschland anbietet, steht noch nicht fest. Im Blackberry-Shop wird aber voraussichtlich auch eine andere Variante erhältlich sein als bei den Retailern, kündigte das Unternehmen uns gegenüber an. Der Akku unseres Testgeräts mit der Modellnummer STV100-4 lässt sich daher nur über ein Netzteil und ein USB-Kabel aufladen. Dafür nimmt sich das Gerät mit dem Zubehör im Lieferumfang seine Zeit. Nach einer Stunde an der Steckdose ist im Test der zuvor entleerte Akku laut Anzeige zu 50 Prozent wieder aufgeladen. Schnelleres Laden des Priv-Akkus gelingt nur bei Verwendung eines nach Quick Charge 2.0 gearteten Kabels, das beispielsweise bei Amazon bestellt werden kann.

Fazit

Das Priv, mit dessen Entwicklung der kanadische Hersteller vor zwei Jahren begann, ist ein gelungenes Debüt von Blackberry auf der Google-Plattform. Mit dem Smartphone spricht Blackberry sowohl bestehende Kunden, die bislang ein Blackberry-10-Smartphone nutzen, sowie Android-Nutzer an. Blackberry-10-Nutzer freuen sich bei einem Wechsel auf das Priv über das wesentlich umfangreichere und bessere App-Angebot, nehmen dafür aber in Kauf, dass weniger Apps und Funktionen mit den Blackberry-Anwendungen zusammenspielen. Android-Nutzer finden in dem Priv ein Smartphone, das mit dem Slider-Mechanismus und der Hardware-Tastatur aus der Masse der Android-Geräte hervorsticht. Hier meine zehn Erkenntnisse nach dem Test des Blackberry Priv:

1. Gelungenes Design: Das Blackberry Priv wirkt hochwertig und hebt sich mit der Slider-Hardware-Tastatur und dem an zwei Seiten gekrümmten Display äußerlich wohltuend von der Masse der Android-Smartphones ab und ist auf den ersten Blick als Blackberry-Smartphone zu erkennen. Der kanadische Hersteller zeigt mit dem Priv, dass Slider-Smartphones nicht klobig daherkommen müssen.

2. Die Hardware-Tastatur hat einen echten Mehrwert beim Schreiben oder Bearbeiten von längeren Texten. Für das Verfassen von kurzen Nachrichten eignet sich eher die virtuelle Blackberry-Tastatur. Die Wortvorschläge werden mit der Zeit immer besser, so dass man immer weniger tippt und immer mehr schnippt.

3. Mit dem Blackberry-Launcher, eigenen Anwendungen wie Blackberry Hub und Blackberry Kalender sowie speziellen Produktivitäts-Funktionen wie den Pop-up-Widgets vermittelt Blackberry den Nutzern des Priv etwas Blackberry-Feeling. Da die Oberfläche dennoch nah an Vanilla UI geblieben ist, fühlen sich auch Android-Anhänger hier zu Hause.

4. Im Vergleich zur Anwendung unter Blackberry 10 OS wirkt der Blackberry Hub für Android zwar amputiert, ist aber dennoch die beste App für die Sichtung und Bearbeitung von E-Mails, BBM-Mitteilungen, SMS, Anrufprotokollen sowie Benachrichtigungen von sozialen Netzwerken wie Facebook oder Twitter. Wünschenswert wäre ein Zusammenspiel mit weiteren Android-Apps.

5. Anfangs droht der Benachrichtigungs-Overkill - es empfiehlt sich, die Meldungen zu kanalisieren und beispielsweise Gmail-Sync abzuschalten.

6. Das Priv hat die beste Kamera aller bislang erschienenen Blackberry-Smartphones. Die Frontkamera des Priv ist dagegen schwach.

7. Die Hardware des Blackberry Priv kann sich mit der von anderen Highend-Smartphones messen, ohne jedoch das Leistungsniveau der Top-Geräte wie Galaxy S6 Edge Plus, Xperia Z5 oder OnePlus 2 zu erreichen.

8. Nutzer des Priv haben mehr Möglichkeiten, Sicherheits- und Datenschutz-Funktionen auf ihrem Smartphone zu kontrollieren, als Besitzer anderer Android-Smartphones. Das Priv dürfte zudem aufgrund der Schutzmechanismen von Blackberry, die schon zu Beginn des produktionsprozesses greifen und auf Plattformebene weitergehen, zu den sichersten Android-Smartphones im Markt gehören - vermutlich ist es sogar derzeit das sicherste Android-Smartphone.

9. Die Akkulaufzeit des Blackberry Priv ist gut. Wer das Gerät hauptsächlich zum Messaging benutzt, kommt gut über zwei Tage mit einer Akku-Ladung. Im Videodauertest von Areamobile belegt das Priv unter allen Vergleichs-Smartphones im Test einen Platz im vorderen Mittelfeld.

10. Micro-USB statt USB Typ C, Mono- statt Stereo-Lautsprecher, kein Fingerabdrucksensor, Android 5.1 statt Android 6.0 ab Werk - das Blackberry Priv hat nicht alles, was aktuelle Top-Smartphones auszeichnen. Muss es aber auch nicht.

Blackberry Priv kaufen

Das Blackberry Priv wird in Deutschland in der zweiten Novemberhälfte in den Verkauf starten. Die unverbindliche Preismepfehlung des Herstellers für das Gerät ohne Vertrag liegt bei 779 Euro. Bei Amazon und in Elektronikmärkten wie Media Markt und Saturn kann es zu diesem Preis bereits vorbestellt werden. Im Online-Shop von Blackberry oder bei Mobilfunkbetreibern läuft der Vorverkauf des Blackberry Priv noch nicht.

Was sind eure Meinungen zum Blackberry Priv? Überzeugt euch das Gerät oder lässt es euch kalt? Vielen Dank für eure Kommentare zum Thema!

Testwertung BlackBerry Priv
 
Handlichkeit und Design 61%
Verarbeitung 97%
Sprachqualität 96%
Akkuausdauer 85%
Ausstattung/ Leistung 86%
Kamera 89%
Tops & Flops
Erklärung zu den Tops & Flops

Die Gesamtwertung wird durch die Tops & Flops beeinflusst. "Mechanische und kapazitive QWERTZ-Tastatur" (+1.0%) wirkt sich positiv auf die Bewertung aus.

+1.0%
Internet 99%
Musik 88%
Software und Bedienung 97%
Navigation 90%
Gaming und Video 86%
Gesamtwertung
zum Testzeitpunkt
90%
Zeitwertung
(Stand 25.09.2016)
88%

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Kommentare & Erfahrungsberichte
  1. 12.11.15 19:01 Noticed (Handy Master)

    Danke für den ausführlichen Test. Für mich ist es definitiv das interessanteste Smartphone des Jahres.

  2. 12.11.15 19:13 sabu (Advanced Handy Profi)

    guter test, man merkt auch, dass das Priv eine Herzensangelegenheit von Björn ist. ich finde das Gerät äußerst interessant, die Möglichkeit, einzelne App Berechtigungen im Moment nicht abstellen zu können hält mich mit dem doch recht knackigen preis im Moment noch ab, zuzuschlagen. Was nicht ist, kann ja noch werden

  3. 12.11.15 19:34 Pikachus (Handy Profi)

    cooles Gerät !

  4. 12.11.15 20:04 Arminator (Advanced Handy Profi)

    Ein wirklich spannendes Gerät.

    Das unternehmen besitzt auch zweifelslos noch eine ungeheure Menge Fans die noch einmal einen Kauf wagt. Die Betonung liegt für mich aber auf EINEN.
    Wer zurückkommt muss überzeugt sein. Ich hoffe BB bessert schnellstmöglich bei der Software nach.

    Hardwaremäßig kommt es durch die bank bei allen Testern ausgezeichnet weg. Für mich allerdings unverständlich warum man auf den unsinn mit den gerundetem display setzt, und stattdessen den mittlerweile obligatorischen und wirklich pragmatischen fingerabdrucksensor weglässt. Aber das ist natürlich alles auch geschmacksache.

    Ich werd noch bis 3. party messenger in den Hub mit einfließen, vorher kann ich das total aus dem lot geratene preis/leistungsverhältniss einfach nicht mit fanboytum abwiegeln.

  5. 12.11.15 20:20 Grivel (Member)

    @Arminator

    weil ein Fingerabdruckscanner nicht sicher ist. Ihr seid alle sehr bequem und setzt Bequemlichkeit Sicherheit gleich, das ist es aber nicht.

    Ich verweise zum Fingerabdruck auf CCC mit Plastikflasche und den Namen eines Politikers. Dann verweise ich auf das Thema, dass ein Fingerabdruck etwas persönliches ist. Zuletzt ist das Picturepassword das BlackBerry Patentiert hat ist 10 mal sicherer. Schau es dir an!

  6. 12.11.15 21:22 Arminator (Advanced Handy Profi)

    Wo hab ich denn was von Sicher geschrieben?
    Da liest du ein stichwort und schlussfolgerst sofort eine 0815 meinung und weltanschauung du die natürlich klugscheißermäßig berichtigen musst. Bravo. wärst ein guter veganer.

    Zum Thema:
    Meine Daten sind nicht relevant genug um den Aufwand zu betreiben fingerabdrücke zu fälschen, deswegen bietet ein solcher sensor im vergleich zur geforderten sicherheit das beste, sprich schnellste und bequemste nutzererlebniss.

    Und nur mal so nebenbei, es gibt kaum ein sicherheitssystem welches jemand ders drauf anlegt nicht lösen kann, man muss die person nur lang genug beobachten, und wenns gefilmt wird hilft auch die beste sicherheitsabfrage nichts:
    http://www.isnichwahr.de/r181309-da-hat-jemand-angst-dass-die-freundin-nachrichten-liest.html
    Die größte Sicherheitslücke ist nunmal der User.

    Im übrigen:
    das von BB kenn ich, aber auch das hat mein neffe innerhalb eines Tages geknackt da ich mich nicht dauernd umgesehen hab beim entsperren ;)

  7. 12.11.15 21:35 sabu (Advanced Handy Profi)

    naja er hat halt geschrieben das der fingerabdruckscanner nicht sicher ist, für ein Gerät das sich Sicherheit auf die fahne schreibt, ist halt ein "obligatorischer" fingerabdruckscanner ohne lebenderkennung irgendwie dummfug....

  8. 12.11.15 22:39 Pikachus (Handy Profi)

    ich kenne auch abslolut keinen der den Fingerabdruckscanner in seinem Gerät nutzt o.O von daher: UND mir persönlich is son Scanner Latte

  9. 13.11.15 05:17 Arminator (Advanced Handy Profi)

    Ja natürlich, Apple, samsung, Huawei und Co. sind alles nischenhersteller die versuchen mit besonders seltenen spezialfeatures aus der masse zu stechen und natürlich sind das alles latent gefährdete Geräte.
    Kommt mal auf den boden der Tatsachen ein fingerabdruckscanner ist ein sehr guter datenschutz, und die vom CCC gezeigten methoden sind doch realitätsfern und nur für jene personengruppe interessant die auch vor jedem entsperren den sichtbereich vor versteckten kameras oder sonstiger optischer spionage schützt. Ansonsten ists nämlich immernoch deutlich einfacher mit ner kleinen kamera das PW auszuspähen.
    Wer also nicht vor jedem entsperren seine umgebung nach kameras und sonstiger optik checkt, für den stellt auch ein fingerabdrucksensor kein sicherheitsrisiko dar.

    Aber mal zurück ins wahre leben: Die Leute bei denen sich aufwand wirklich lohnt, werden nicht direkt über die endhardware ausgespäht. Wer weiß wie simpel man mobilfunk abhören kann kann über gefälschte fingerabdrücke eigentlich nur lachen. Dass man fingerabdrücke fälschen kann hat nichts mit der praxis zu tun, so wird heutzutage kein mensch ausspioniert.

  10. 13.11.15 06:01 sabu (Advanced Handy Profi)

    wenn du wüsstest was social engineers alles anstellen um an Informationen zu kommen. firmenspionage ist in Deutschland leider eine Tatsache die von vielen ignoriert wird.

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