Werde Teil der Community - Registriere dich jetzt kostenlos! | Login
Anzeige
 
 
Autor: Stefan Schomberg 14.01.2016 - 19:15 | 10

LG V10 Testbericht

Tops und Flops
  • Tops
  • Klasse Display
  • Tolle Kamera
  • Super Verarbeitung
  • Sturzfest
  • Fingerabdrucksensor
  • Second Screen (+1.0%)
  • DAC (+0.5%)
  • Flops
  • Akku nur Mittelmaß

LG V10 Test: Mehr als ein besseres G4

Nach langem Hin und Her ist das LG V10 nun doch seit Ende 2015 offiziell im deutschen Handel erhältlich. Damit brachte LG drei Top-Smartphones in einem Jahr auf den Markt. Wir haben im Test des LG V10 mit Doppel-Display, Doppel-Frontcam und Doppel-LED überprüft, ob das ein Topgerät zu viel ist oder mit dem dritten alles besser ist.

Gehäuse-Design und -Verarbeitung

Käufer des G Flex 2 haben das nur wenige Monate später gelaunchte G4 als weiteres Spitzenmodell sicherlich nicht gutgeheißen. Ein drittes Top-Smartphone von LG muss ihnen geradezu wie Hohn vorkommen, zumal ihr Gerät monatelang unter mehr oder minder starken Problemen wie Hitze, Abstürzen und Verbindungsabbrüchen zu leiden hatte. Das war sicherlich auch einer der Gründe für die verhaltene Nachfrage nach dem G Flex 2, was es zum meist unterschätzten Smartphone 2015 machte.

LG V10 Unboxing | (c) Areamobile

Im Test: LG V10

LG V10 Unboxing | (c) Areamobile

Kunststoff über und unter dem Display | (c) Areamobile

 

Mit dem LG V10 sollen solche Probleme der Vergangenheit angehören, schließlich ist das neue Gerät  weitgehend mit dem G4 baugleich: gleicher Prozessor, gleiche Kamera, dafür mehr RAM und ein zusätzliches Display. Irgendwie könnte man das V10 für ein besseres G4 halten, das all die Änderungen aufweist, die man sich schon beim G4 gewünscht hätte. Aber es gibt dann doch genügend Unterschiede, die das V10 eigenständig machen und zumindest teilweise auch eine andere Zielgruppe ansprechen.

LG V10 Unboxing | (c) Areamobile

Kontrast zum Kunststoff: Der Schicke MEtallrahmen auf beiden Seiten aus Chirurgenstahl | (c) Areamobile

Das bezieht sich vor allem auf das Design. Verfügt das G4 über eine leicht gebogene Vorderseite und einen Rücken aus echtem Leder mit schicker Doppelziernaht in der Mitte, gibt es beim LG V10 im Test ein gerades Display und die seltsame Kombination aus schickem Metall und bedingt hochwertig wirkendem Kunststoff. Denn LG legt bei dem Phablet besonderes Augenmerk auf die Widerstandsfähigkeit und setzt dafür auf einen Mix aus Sicherheitsglass, schützendem Metallrahmen und Kunststoff. Das Ganze hat dann auch noch schöne Namen: Dura Glas, Dura Guard und Dura Skin. Und was ist das nun? Bei den beiden auffälligen, gebürstet und auf der Außenkante glatt polierten Metallstegen handelt es sich um sogenannten Chirurgenstahl vom Typ 316L, der von der Society of Automotive Engineers auch für Autos anerkannt wird. Er zeichnet sich vor allem durch seine hohe Reinheit und Rostbeständigkeit aus und bietet aufgrund seiner Beschaffenheit als Metall gute Sicherheit gegen Sturzschäden. Dura Guard ist also ein werbewirksames Kunstwort, klingt aber viel geheimnisvoller als Stahl. Das gilt auch für Dura Skin: Weicher Kunststoff ist weniger anfällig für Kratzer als eine glatte Glas- oder Metalloberfläche. Dura Glas scheint ebenfalls ein Kunstwort zu sein, aber angeblich kommt beim LG V10 Gorilla Glass 4 zum Einsatz.

LG V10 Unboxing | (c) Areamobile

Rückseite wie ein Outdoor-Handy

LG V10 Unboxing | (c) Areamobile

Abnehmbare Rückseite | (c) Areamobile

 

Das alles soll dem LG V10 eine Widerstandsfähigkeit wie ein Outdoor-Smartphone geben - zumindest suggeriert das die Spezifizierung MIL-STD-810G, die zwar auf der deutschen Homepage des Herstellers nicht zu finden ist, uns aber auf Anfrage bestätigt wurde. Demnach hält das Gerät Stürze aus bis zu 1,8 Meter aus und funktioniert anschließend immer noch tadellos. Aber auch wenn das V10 im Test für echte Outdoor-Einsätze viel zu schade ist, zeigt ein Video von Android Authority eindrucksvoll, wie hart das V10 im Nehmen ist. Bis auf den letzten Versuch, der definitiv eine Fallhöhe über 1,8 Meter beinhaltete, zeigte sich das Phablet weitgehend unbeeindruckt, auch wenn die Rückseite beim Aufprall gerne abfiel und gelegentlich der Akku ebenfalls auf Distanz zum Gehäuse ging. Nur ins Wasser sollte das Phablet dann nicht fallen - trotz MIL-Standard ist das LG V10 im Test nicht wasserdicht.

Äußerlich gibt es durchaus Hinweise auf die Robustheit des Gerätes. Denn der bereits angesprochene Gegensatz zwischen hochwertigem Metall (Rahmen) und Kunststoff (Rückseite, Frontbereiche ober- und unterhalb des Displays) fällt auf. Am gravierendsten auf der Rückseite, denn hier verwendet LG beim V10 im Test eine geriffelte Oberflächenstruktur, die mehr Grip gibt und auch leicht gummiert wirkt. Wer nicht zu trockene Finger hat, wird die Oberflächenbeschaffenheit der eher sportlich als edel wirkenden Dura-Skin-Rückseite als angenehm griffig empfinden.

Die Verarbeitung der Komponenten ist beim LG V10 nahezu perfekt, trotz der etwas leicht abnehmbaren Rückseite, wodurch man auch den Akku entnehmen kann. Das hohe Gewicht des Phablets merkt man sofort: Satte 192 Gramm sind keine Kleinigkeit, auch wenn so etwas bei der Größe des Displays von 5,7 Zoll zu erwarten war. Dennoch ist das Gerät gut 20 bis 30 Gramm zu schwer und für Menschen mit kleinen Händen ist das V10 natürlich nichts. An das Ensemble aus Powerbutton samt Fingerabdrucksensor und Lautstärkewippe auf der Rückseite muss man sich erst gewöhnen, dann geht deren Nutzung recht gut von der Hand. Vorne am Smartphone gibt es neben Benachrichtigungs-LED, Annäherungs- und Helligkeitssensor gleich zwei Frontkameras. Den genauen Nutzen erklären wir im Testabschnitt "Kamera".

LG V10 Unboxing | (c) Areamobile

Der Akku lässt sich wechseln und es gibt eine Speicherkartenerweiterung

LG V10 Unboxing | (c) Areamobile

Groß und schwer | (c) Areamobile

 

Display-Größe und -Qualität

Das LG V10 im Test verfügt nicht über ein, sondern über zwei Displays. Da ist zum einen das Hauptdisplay mit stolzen 5,7 Zoll und 2K-Auflösung (2.560 x 1.440 Pixel), was zu einer Bildschärfe von messerscharfen 550 Pixel pro Zoll (PPI) führt. Zusätzlich gibt es einen zweiten Touchscreen über dem Haupt-Display, der immerhin noch 2,1 Zoll groß ist und mit 1.040 x 160 Pixel auf ebenfalls hervorragende 513 PPI kommt. Dieses Zusatzdisplay ist quasi so etwas wie eine zusätzliche Darstellungszeile, die auch dann noch aktiv ist, wenn der Hauptscreen abgeschaltet ist. Was genau dort dargestellt werden kann, erklären wir im Abschnitt "Hardware und Bedienung". An dieser Stelle bleibt nur anzumerken, dass die Helligkeit des Zweitbildschirms bei abgeschaltetem Haupt-Screen sehr niedrig wirkt, aber ausreicht, um den Second Screen abzulesen. Dabei sollte man daran denken: Je geringer die Leuchtstärke, desto geringer der Strombedarf. Vielleicht wäre hier auch die Verwendung eines AMOLED-Screens sinnvoller gewesen, da der bei schwarzem Hintergrund keinen Strom verbraucht.

LG V10 Displaytest | (c) Areamobile

LG V10 CIE-Farbraum | (c) Areamobile

Stattdessen setzt LG für beide Screens auf ein IPS-Quantum-Display. Das ist eine gute Wahl, denn der Haupt-Screen wirkt hell, farbintensiv und kontrastreich, zudem fällt die Blickwinkelstabilität positiv auf. Unser Messgerät bestätigt den Eindruck, die Kontraste werden mit 1033:1 angegeben, das Display wirkt hingegen heller als es mit gemessenen 331 cd/m² eigentlich ist. Die Darstellungsgenauigkeit geht mit 6,3 Delta-E bei der Grautreppe und 4,6 Delta-E bei Farbmessung absolut in Ordnung. Insgesamt kann man beim Haupbildschirm des LG V10 von einem sehr guten Display sprechen, das gilt bei eingeschaltetem Zustand auch für den  Second Screen. Bei aktivem Haupt-Display orientiert sich das schmale Darstellungsband an dessen Helligkeit.

LG V10 Displaytest | (c) Areamobile

LG V10 Displaytest Farbe | (c) Areamobile

LG V10 Displaytest | (c) Areamobile

LG V10 Displaytest Grautreppe | (c) Areamobile

System: Hardware, Software und Bedienung

Schon das LG G4 setzt auf den Snapdragon 808 statt auf Qualcomms Topchipsatz Snapdragon 810, beim LG V10 im Test ist das nicht anders. Das G4 musste dafür durchaus Kritik einstecken, schließlich trat es als im vergangenen Jahr gegen die nominell stärkere Konkurrenz an. Inzwischen ist längst klar: Ja, in Benchmarks ist der Snapdragon 810 mit seinen acht Prozessorkernen stärker, im Alltag kann man aber keinen Unterschied zum Sechskerner Snapdragon 808 bemerken. Außer bei der Abwärme: Werden 810er-Smartphones gerne unter Last heiß, so ist davon beim Snapdragon 808 nichts zu merken. Es läuft auch alles flüssig, egal ob Browser, Homescreens oder Spiele. Und auf Benchmarks kann man ohnehin nicht viel geben, die taugen allenfalls für das Schulhofquartett. Das zeigt auch der Test des LG V10 sehr schön.

LG V10 Unboxing | (c) Areamobile

Homescreen des LG V10

LG V10 Unboxing | (c) Areamobile

Second Screen | (c) Areamobile

 

Denn während Ergebnisse von Antutu, Vellamo Browser und GFXBench mit knapp 63.000 und 4.200 Punkten sowie 35 Bildern pro Sekunden gut ins Bild von der Leistungsfähigkeit des Snapdragon 808 passen, fallen die 16.000 Punkte bei 3DMark eher mittelmäßig aus und suggerieren, kein leistungsstarkes Gerät in den Händen zu halten. Aber flüssiger als flüssig kann eine Nutzeroberfläche halt nicht laufen - alle Kraft darüber hinaus ist verschwendet. Das LG V10 im Test ist also nichts für Benchmarker, sondern für Realisten. Das bestätigen auch die stolzen 4 GB RAM, die in Benchmarks kaum etwas bringen, dafür aber im Alltag. Zum Stocken bringt man das LG V10 im Test nämlich auch mit etlichen Hintergrund-Apps oder vielen Tabs im Browser nicht.

LG V10 Unboxing | (c) Areamobile

Einstellungsmöglichkeiten des Second Screen

LG V10 Unboxing | (c) Areamobile

Signatur | (c) Areamobile

 

Das V10 für Realisten? Bei so einer Spielerei wie dem zweiten Display? In der Tat, denn auch wer sich nur kurz mit dem Second Screen beschäftigt, wird dessen Nutzen nicht in Frage stellen. Denn mit seinen vielen Zusatzfunktionen bietet der Second Screen genannte Zusatzmonitor im Zeilenformat einen echten Mehrwert. Welcher das genau ist, haben wir euch hier zusammengefasst.

Das User Interface sieht wie das auf dem LG G4 aus. Ist das schlimm? Das kommt auf den Geschmack an. Nicht gerade übermäßig schick und zu bunt mag der eine UX 4,0 finden, andere loben dafür Zusatzfeatures wie Knock-on, mit dem das Smartphone auch ohne den hinten liegenden Powerbutton aufgeweckt werden kann, oder Knock-Code, mit dem man das Gerät mit bestimmten Klopfmustern entsperren kann. Keine Diskussion gibt es aber bei der verwendeten Android-Version: Android 5.1.1 ist für ein Top-Smartphone Anfang 2016 zu wenig. Eigentlich wollte LG schon zum Jahreswechsel Android 6.0 als Update für das Gerät ausliefern. Zumindest auf unserem Testgerät ist Marshmallow aber noch nicht verfügbar.

LG V10 Unboxing | (c) Areamobile

Einstellungen

LG V10 Unboxing | (c) Areamobile

Appdrawer | (c) Areamobile

 

Auf die Standards wie GPS, NFC, Bluetooth 4.1, UMTS/HSPA+, LTE mit bis zu 300 Mbyte/s im Download und WLAN ac muss man nicht weiter eingehen - das gehört zwingend zu einem aktuellen Top-Smartphone. Einzig USB Typ C fehlt. An Speicher sind Nutzer des LG V10 mit 32 GB intern und (theoretisch) bis zu 2 TB per Speicherkarte auch gut bedient. Sogar ein RDS-fähiges UKW-Radio ist mit an Bord, das wie immer natürlich nur mit eingestöpseltem Headset funktioniert, da es als Wurfantenne fungiert. Sound ist hingegen ein besonders Kapitel beim V10: In dem schweren LG-Smartphone steckt ein 32-Bit Digital/Analog-Converter (DAC) samt Verstärker von ESS Technology, der gemeinhin auch unter dem Begriff Sabre bekannt ist. Das LG V10 im Test kann damit Audio-Dateien mit niedriger Qualität auf bis zu 32 Bit upsamplen. Die unterstützten Dateiformate sind FLAC, WAV (bis zu 24bit/192kHz) und DS (DSD64, DSD128). Bei hochwertigen Soundfiles ist dieser Vorteil hingegen kaum zu hören. Verwendet werden kann diese Hi-fi genannte Option nur über Kopfhörer und ab Werk auch nur mit bestimmten Kopfhörern und Apps wie dem Standard-Musik-Player. Wer hingegen auch bei anderen Musikquellen wie etwa dem Streaming-Dienst Spotify oder Youtube die Vorteile des DAC verwenden will, sollte sich im Play Store nach dem Dac Fix Hi-fi everywhere for LG V10 umschauen.

LG V10 Unboxing | (c) Areamobile

Zu alt für ein Topmodell: Android 5.1.1

LG V10 Unboxing | (c) Areamobile

Browser | (c) Areamobile

 

Sound ist aber immer auch eine Geschmackssache: Einen übergeordneten Equalizer für die weitere Anpassung der Musikausgabe über den eingebauten Player hinaus spendiert LG dem V10 leider nicht. Gerade beim Musikhören mit dem bassarmen, wenn auch schick gesleevten Original-Headset hätte ein solcher gute Dienste geleistet. Schade - vielleicht mit dem Update auf Android 6.0. Der Lautsprecher des LG V10 im Test verdient seinen Namen: Er ist kräftig, ohne gleich zu übersteuern. Naturgemäß ist er aber auch eher dünn als bassbetont.

Kamera

Die G4 Kamera war eine der - wenn nicht die beste - Smartphone-Kameras 2015, gerade bei schlechtem Licht hängt sie die meisten Konkurrenten deutlich ab. Da liegt es natürlich nahe, die gleiche Kamera auch in das LG V10 im Test einzubauen - und genau das macht LG. Kombiniert mit einer Blende von f/1.8, Laserfokus, einem optischem Bildstabilisator, 16 Megapixel und Dual-LED-Blitz trumpft die Kamera des V10 im Test entsprechend wieder groß auf, punktet mit guter Bildschärfe, dank Auto-HDR meist mit ordentlicher Bilddynamik und vor allem herausragender Bildqualität bei schlechtem Licht. Wenn, dann stört höchstens der Umstand, dass helle Bildbereiche gelegentlich zu hell werden. Mehr Informationen findet ihr in unserem Fototest mit dem LG G4.

Originalaufnahme LG V10 | (c) Areamobile

Kameras-Test: Mit der Kamera ...

Originalaufnahme LG V10 | (c) Areamobile

... des LG V10 gemachte Aufnahmen | (c) AM

 

Beeindruckend ist auch der manuelle Expertenmodus, der in dem zuvor verlinkten Fototest ebenfalls näher erläutert wird. Hinzugekommen sind der Steady-Cam-Modus für Videos und ein spezieller Sound-Aufnahmemodus - ebenfalls für Videos. Der erste Modus reduziert erfolgreich Wackler bei Filmaufnahmen, das ist durchaus beeindruckend. Mit dem anderen Modus gibt es eine Pegelanzeige für die drei Mikrofone, mit der man theoretisch unliebsame Störgeräusche minimieren können soll. Das klappt bedingt, natürlich hören auch die anderen Mikrofone die Störgeräusche - ganz unterdrücken lassen sich diese also nicht. Außerdem ist hier anfangs viel Trial and Error angesagt.

Originalaufnahme LG V10 | (c) Areamobile

Selfie 80 Grad

Originalaufnahme LG V10 | (c) Areamobile

Selfie 120 Grad | (c) Areamobile

 

Ein weiteres Highlight sind die beiden Frontkameras, die allerdings nicht für 3D-Aufnahmen bereitstehen. Stattdessen sind die beiden 5-Megapixler grundsätzlich zwar gleich, aber mit unterschiedlichen Blickwinkeln versehen. So kann Kamera Nummer Eins 80 Grad sehen, Kamera Nummer Zwei 120 Grad. Damit ist die erste Frontkamera für Solo-Selbstporträts gedacht, die zweite Optik hingegen für Gruppen-Selfies oder wenn man mal etwas mehr vom Hintergrund zeigen möchte. Warum LG allerdings nicht einfach auf die 80-Grad-Kamera verzichtet und seinen Nutzern offenbar nicht zutraut, die 120-Grad-Kamera einfach bei Bedarf näher an das eigene Gesicht zu halten, bleibt offen. LG verweist auf eine leichte Verzerrung bei der 120-Grad-Kamera, störend aufgefallen ist uns das aber nicht.

Sprachqualität und Akku

Der Akku des LG V10 im Test fasst 3.000 mAh. Das ist eigentlich ein ganz akzeptabler Wert, der allerdings durch das riesige Display plus Second Screen schnell wieder relativiert wird. Entsprechend ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass das Phablet keine neuen Ausdauerrekorde aufstellt. Tatsächlich ist das Durchhaltevermögen nicht mehr als durchschnittlich. Im Alltag bedeutet das, dass man je nach Nutzung zwar normalerweise problemlos über den Tag (Ausnahme: Dauerzocker) und meist auch eine Nacht kommt, während des eigenen Schlafs sollte man dem Gerät aber allabendlich Strom gönnen, damit es auch den kommenden Tag durchhält. Nur extreme Wenignutzer schaffen mit einer Akkuladung auch zwei Tage.

Bei der Sprachqualität gibt es hingegen keinen Grund zur Beanstandung. Gesprächspartner sind laut und deutlich zu verstehen, klingen weitestgehend natürlich. Rauschen hält sich eher im Hintergrund und Aussetzer konnten wir auch nicht beobachten. Insgesamt kann man hier sehr zufrieden sein, das gilt für beide Seiten der Leitung. Selbst Freisprechen klappt wegen des kräftigen Lautsprechers noch ganz passabel.

Fazit

Das LG V10 ist das dritte Spitzenmodell von LG in 2015? Geschenkt! Vielleicht sollte man das nicht zum Normalfall werden lassen, aber in diesem Fall gilt dann einfach auch mal: "Was lange währt, wird endlich gut". Was nicht bedeuten soll, dass G Flex 2 und G4 keine tollen Smartphones sind, aber das V10 ist einfach noch besser. Es hat einen Fingerabdrucksensor und bietet darüber hinaus mit dem Second Screen noch ein richtig sinnvolles Feature. Natürlich ist auch bei diesem Smartphone nicht alles perfekt: Das V10 ist schwer und groß. Hinzu kommt, dass es zwar nach einem Militärstandard zertifiziert, aber nicht wasserdicht ist - seltsam. Dafür sind eben die Displays toll und die Kameras auch. Wenn jetzt das Design - hier vor allem die Rückseite - noch etwas hochwertiger gewesen wäre, hätte die Konkurrenz es noch schwerer, am V10 vorbeizuziehen. Ach ja: Für Android 6.0 wird es auch höchste Zeit!

Normalerweise würden wir ja hier Alternativen zum LG V10 aufzeigen - aber die gibt es in dieser Form nicht. Zumindest nicht, wenn man eben ein zweites Display haben möchte. Am nahesten kommt da noch ein Samsung Galaxy S6 Edge Plus heran, das inzwischen ab etwa 700 Euro zu bekommen ist. Wer bei LG bleiben will und auf Fingerabdrucksensor, zwei Frontkameras, das zweite Display und den DAC verzichten kann, darf beruhigt zum LG G4 greifen und spart dann noch etwa 200 Euro im Vergleich zur UVP des V10 von 649 Euro.

Testwertung LG V10
 
Handlichkeit und Design 59%
Verarbeitung 99%
Sprachqualität 92%
Akkuausdauer 73%
Ausstattung/ Leistung 93%
Kamera 94%
Tops & Flops
Erklärung zu den Tops & Flops

Die Gesamtwertung wird durch die Tops & Flops beeinflusst. "Second Screen" (+1.0%) und "DAC" (+0.5%) wirken sich positiv auf die Bewertung aus.

+1.5%
Internet 99%
Musik 89%
Software und Bedienung 99%
Navigation 91%
Gaming und Video 90%
Gesamtwertung
zum Testzeitpunkt
91%
Zeitwertung
(Stand 24.08.2016)
89%

Unsere Wertung im Detail

Lesermeinungen zum LG V10 Jetzt selbst bewerten!
Ich habe dieses Handy / konnte dieses Handy testen, und bin der Meinung:
(Beschreiben Sie das Handy mit einem Satz)
Neueste Lesermeinungen

Gesamteindruck 77% Empfehlung ja
Bewertet am 17.06.2016

Alle 4 Meinungen zusammengefasst
Bewertung LG V10
Weiterempfohlen von
100% 
93%
sehr gut

Gesamtdurchschnitt
berechnet aus 4 Bewertungen von Areamobile Lesern.

Lesermeinungen zum LG V10
 
Schreiben Sie Ihren Erfahrungsbericht zum LG V10

Die Kommentarfunktion ist hier leider nur für angemeldete Benutzer freigegeben.

Du bist nicht dabei?
Werde Teil der Community
Registriere Dich jetzt kostenlos! | Login
Sichere Dir Deinen Usernamen, damit Deine Beiträge und Bewertungen nicht verloren gehen.
 
Lesen Sie alle 10 Kommentare in unser Community.
Kommentare & Erfahrungsberichte
  1. 14.01.16 20:27 ddimi
    mh

    als einer der die Branche jahrelang verfolgt sage ich das dies ein Nieschenprodukt sein wird

    2nd Display wird kaum kompartibel zu anderen Apps sein bzw. nur bedingt funktionieren

    Mehr noch,dieses 2nd Display wird für Probleme nach Update auf Android 6.0 sorgen, denn es ist immer so dass Extrawurstfeatures bei Updates stiefmütterlich behandelt werden

    Am sonsten seltsames Teil

  2. 15.01.16 03:35 Arminator (Advanced Handy Profi)

    Würde ich so pauschal nicht sagen, in der jüngeren Vergangenheit hat sich LG recht solide geschlagen was softwareupdates angeht.

  3. 15.01.16 08:04 peter0815 (Advanced Member)

    Ein Display über dem Display - was soll das ?
    Alle hängen am Tropf von Android und versuchen mit solchen oder ähnlichen Spielereien ein paar mehr Handys zu verkaufen, das ist lächerlich und Entwicklung ist da auch nicht zu erkennen.
    Bei 3D Touch von Apple dachte ich erst auch an Spielerei - aber nein - das ist Evolution mit Mehrwert - wenn auch in kleinen Schritten.
    Bei Android undenkbar......

  4. 15.01.16 08:17 benthepen (Advanced Handy Master)

    Peter

    Aber das ist doch genau der Krux an der Sache bei Android. Jeder versucht sich, irgendwie, abzusetzen.
    So ein zweites Display kann schon Vorteile haben, warum denn nicht. Man muss nicht immer das komplette Display anmachen.
    Naja, eine LED würde mir zwar auch reichen, aber warum denn nicht.
    Und Force Touch gibt es auch bei Android. Huawei hat es mit dem Mate S schon vorgestellt und das Handy kommt bald auf den Markt, zumindest nachgeschoben die Version mit FORCE touch.

  5. 15.01.16 09:41 polli69 (Advanced Handy Profi)

    Dieses Gerät spricht einen relativ kleinen Kundenkreis an. Annähernd 200gr. schwer und optisch auch nicht unbedingt ein Leckerbissen mit älterem Android und sehr großen Ausmaßen wird das V10 ein Nischendasein fristen.
    Es zeigt aber der Test auch wieder einmal wie man über die 90% Hürde kommen kann und das trotz etliche Einschränkungen. Bitte das richtig zu verstehen, keine Kritik am Testergebnis eher an den Maßstäben, die zu Grunde gelegt werden.
    Habe das schon des öfteren geschrieben: Ein oberflächlicher Leser, der in der Spitzengruppe der Bewertungen nach seinem neuen Handy sucht, fällt bei Areamobile mit hoher Wahrscheinlichkeit auf die Nase.
    Man kann solch ein Gerät 1,5% aufwerten, sollte aber dann die Nachteile ebenfalls dementsprechend werten, sonst verzerrt sich das Gesamtbild. Dieses Ergebnis ist ein Paradebeispiel dafür.

  6. 15.01.16 09:47 Stefan Schomberg (Redakteur areamobile.de)

    @polli
    Was für Nachteile sind das denn, die man bei einem anderen Gerät mit 5,7-Zoll-Display nicht auch hätte? Ja, es ist 20 oder 30 Gramm zu schwer - macht das den Kohl/das Phablet wirklich noch fett?
    Ja, es gibt noch kein Android 6.0 - interessiert das normale Nutzer wirklich? Selbst wenn (und dazu kann es durchaus kommen) nach Android 6.0 Feierabend mit Updates ist.

    mfg

  7. 15.01.16 14:05 IMPULS

    @ Arminator

    Recht solide geschlagen, was Sotwareupdates gilt???
    Wirklich?
    Tja ich denke das sehen LG FLEX 1 & 2 Besitzer "etwas" anders... ;)
    Und wenn dieses V10 floppen wird, dann lässt LG das blitzschnell und eiskalt fallen, wie sie das schon in der Vergangenheit mit dem Optimus G Pro bis hin zum G Flex bewiesen haben...
    Also mir persönlich sagt mir dieses V10 was das Design angeht, überhaupt nicht zu.
    Pardon aber ich finde es pottenhässlich und die "Designlinie" falls man überhaupt hier von Design spricht, empfinde ich als sehr antik.

  8. 16.01.16 11:40 Gorki (Advanced Handy Master)

    "Ja, es gibt noch kein Android 6.0 - interessiert das normale Nutzer wirklich? Selbst wenn (und dazu kann es durchaus kommen) nach Android 6.0 Feierabend mit Updates ist."

    Na, hoffentlich siehst Du das dann bei anderen Marken auch nicht so eng...

  9. 16.01.16 13:52 IchBinNichtAreamobile.de (Handy Master)

    @Stefan Schomberg:"Was für Nachteile sind das denn, die man bei einem anderen Gerät mit 5,7-Zoll-Display nicht auch hätte? Ja, es ist 20 oder 30 Gramm zu schwer - macht das den Kohl/das Phablet wirklich noch fett?"
    >>Ich gebe der Aussage die in der Frage steht durchaus Recht. Fragt sich natürlich, warum das eine Frage ist.

    "Ja, es gibt noch kein Android 6.0 - interessiert das normale Nutzer wirklich? Selbst wenn (und dazu kann es durchaus kommen) nach Android 6.0 Feierabend mit Updates ist."
    >>Ja, nein, vielleicht. Wen interessieren die "normalen" Nutzer? Niemanden, weil er eine Phantasiegestalt ist. Wichtig ist, was es für Auswirkungen hat. Wenn ihr euch daran orientiert, was den normalen Nutzer wirklich interessiert, dann endet ihr ganz schnell bei sehr merkwürdigen Einschätzungen, wie dieser hier.

    @polli69:"Habe das schon des öfteren geschrieben: Ein oberflächlicher Leser, der in der Spitzengruppe der Bewertungen nach seinem neuen Handy sucht, fällt bei Areamobile mit hoher Wahrscheinlichkeit auf die Nase. "
    >>Wer nur oberflächlich nach einem Gerät schaut, wird auch nur eine oberflächliche Antwort bekommen. Das ist einfach gar nicht zu vermeiden. Man sollte schon die Testberichte lesen. Wer das nicht möchte, bekommt was er verdient. Die Testberichte selbst ... naja meine Meinung ist dazu wohl bekannt ;)

antworten
Anzeige
Aktuelle Handy Testberichte
weitere Handy Testberichte
 
Zur Bestenliste der beliebtesten Handys
 
Anzeige