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Autor: Steffen Herget 08.03.2016 - 15:00 | 17

Samsung Galaxy S7 Testbericht

Tops und Flops
  • Tops
  • Tolles Design und saubere Verarbeitung
  • Atemberaubend schnell
  • Tolle Kamera
  • Kräftiger Akku
  • Staub- und wasserdicht
  • Speicher erweiterbar
  • Flops
  • Always-on-Display noch mit Schwächen
  • Kein USB Typ C

Samsung Galaxy S7 Test: Die Evolution der Luxusklasse

Wenn der Marktführer ein neues Flaggschiff vorstellt, ist die Aufregung groß. Die einen wollen alles neu machen, die anderen bewährte Dinge verbessern und den Feinschliff perfektionieren. Samsung hat sich beim Galaxy S7 für den zweiten Weg entschieden, und das ist gut so, wie sich im Test zeigt.

Gehäuse-Design und -Verarbeitung

2015 war kein einfaches Jahr für den Smartphone-Marktführer. Die Anteile am globalen Markt gingen zurück, die Einnahmen auch, und selbst wenn das alles auf einem Niveau geschah, von dem die Konkurrenz nur träumen kann, war der sanfte Abschwung nicht unbedingt förderlich für die Stimmung. Das Galaxy S6 konnte dafür eigentlich nichts, denn es ist ein tolles und überzeugendes Smartphone. Kritik gab es trotzdem, etwa für den Verzicht auf lieb gewonnene Eigenschaften und sogar den radikalen Umbruch beim Design. Das Samsung Galaxy S7 hat nun die wichtige Aufgabe, die Kurve wieder nach oben zu drehen und den Samsung-Fans ein Lächeln ins Gesicht zurück zu zaubern.

Die Verarbeitung des Samsung Galaxy S7 ist perfekt, da gibt es keine zwei Meinungen. Die Übergänge zwischen dem Rahmen aus Aluminium und den Flächen aus Glas sind absolut gleichmäßig und ohne störende Kanten ausgeführt, die Knöpfe haben knackige Druckpunkte und kaum merkliches Spiel, die Schublade für SIM- und Speicherkarte ist nahtlos im Gehäuse versenkt worden. Die vier Stege aus Kunststoff im Rahmen des Galaxy S7 fügen sich perfekt in das Aluminium ein. Der Rahmen wirkt insgesamt ein klein wenig rauer und dunkler als beim Galaxy S6, das steht dem neuen Flaggschiff ausgezeichnet. Dass Samsung nun auf der Rückseite des Smartphones gebogenes Glas einsetzt, erhöht den Komfort in der Hand noch einmal merklich. Das Gewicht von 152 Gramm ist perfekt austariert, mit 7,9 Millimeter ist das Galaxy S7 angenehm dünn, ohne allzu fragil zu wirken. Der Kamerabuckel an der Rückseite ist zwar noch vorhanden, aber deutlich niedriger geworden. Nur 0,46 Millimeter ragt die Kamera aus dem Gehäuse hervor, das sollte niemanden stören.

Samsung Galaxy S7 Unboxing | (c) Areamobile

Samsung Galaxy S7

Samsung Galaxy S7 Unboxing | (c) Areamobile

Rückseite

Samsung Galaxy S7 Unboxing | (c) Areamobile

Seitenansicht | (c) Areamobile

 

Bei all den edlen Materialien ist das Galaxy S7 trotzdem ausreichend robust, um bei einem moderaten Sturz nicht sofort in tausend Teile zu zerspringen. Beim unsanften Kontakt mit der Straße musste das Testgerät zwar eine deutliche Macke am Aluminiumrahmen einstecken, die Glasflächen waren allerdings völlig unversehrt. Sicher, oft sollte man das nicht machen, und wer eher tolpatschig ist, sollte sein Galaxy S7 vielleicht doch lieber in einer der angebotenen Hüllen aus dem Zubehör-Programm transportieren. Angst, dass das edle Teil sofort kaputt geht, ist aber trotzdem nicht unbedingt angebracht.

Display-Größe und -Qualität

Samsung Galaxy S7 Display | (c) Areamobile

Blickwinkel | (c) Areamobile

Das Galaxy S7 ist ein Samsung-Smartphone, da ist in der Oberklasse das Super-AMOLED-Panel seit langem eine Konstante. Die Koreaner haben die Technologie, die in den Anfangstagen Probleme mit überzeichneten Farben und eingebrannten Pixeln hatte, Schritt für Schritt weiter entwickelt - und das sieht man. Der Bildschirm des Galaxy S7, der eine Diagonale von 5,1 Zoll und eine Auflösung von 2.560 x 1.440 Pixel mitbringt, zählt zu dem Besten, das man im Bereich der Smartphone-Displays derzeit kaufen kann. Tiefe Schwarztöne, strahlende, aber nicht übertrieben leuchtende Farben und eine gestochen Scharfe Darstellung überzeugen auf ganzer Linie. Die Blickwinkelstabilität ist ebenfalls gelungen, auch wenn das Deckglas über der darstellenden Schicht ganz leichte Farbschattierungen erzeugt, wenn man das Galaxy S7 aus sehr spitzem Winkel betrachtet. Aber das hier ist immer noch ein Smartphone, kein Tablet oder Fernseher, das kann man dann schon verzeihen.

Unser Messgerät bescheinigt dem Samsung Galaxy S7 ebenfalls gute Werte. Der Kontrast ist - wie üblich bei Super-AMOLED-Panels - außerhalb des messbaren Bereichs, die Helligkeit mit 374 cd/m² im sehr guten Bereich. Die Delta-E-Werte, mit denen die Abweichung bei der Darstellung von Farbwerten und der Grautreppe gemessen wird, ist für ein AMOLED-Display ausgezeichnet: 6,49 für die Grautreppe und vor allem 3,6 für die Farbdarstellung sind hervorragende Resultate. Der leichte Blaustich, den das Messgerät ausspuckt, ist mit den Augen nicht zu erkennen. Gemessen wurde stets im Standard-Modus, das Galaxy S7 hat allerdings mit "Kino", "Foto" und der "Anpassungsfähigen Anzeige" noch drei weitere Modi zu bieten, aus denen der Anwender auswählen kann.

Samsung Galaxy S7 Displaytest | (c) Areamobile

Etwas viel Blau

Samsung Galaxy S7 Displaytest | (c) Areamobile

sRGB-Farbraum | (c) Areamobile

 
Samsung Galaxy S7 Displaytest | (c) Areamobile

Hohe Farbtreue | (c) Areamobile

Samsung Galaxy S7 Displaytest | (c) Areamobile

Gute Helligkeit | (c) Areamobile

Ein besonderes Schmankerl des Galaxy S7 ist das Always-on-Display. Im Standby wird auf dem eigentlich ausgeschalteten Display die Uhrzeit, der Kalender, Benachrichtigungen über entgangene SMS und Anrufe sowie den Akkufüllstand darzustellen. Die Helligkeit der Anzeige passt sich dabei automatisch an das Umgebungslicht an und bleibt so immer gut ablesbar. Die AMOLED-Technologie, bei der schwarze Bereiche keinen Strom verbrauchen, bietet sich für so ein Always-on-Display an. Trotzdem verbraucht die Anzeige auf dem Galaxy S7 natürlich zusätzlichen Strom, deshalb ist das Feature abschaltbar. Anders als etwa bei der ähnlichen Anzeige namens "Blick" unter Windows Phone und Windows 10 Mobile kann man bei Samsung keine Benachrichtigungen von anderen Apps, etwa Facebook, Twitter oder von Messengern wie Whatsapp oder Telegram einstellen. Die Anzeige von verpassten Anrufen und ungelesenen gibt es zudem nicht gleichzeitig mit dem Kalenderblatt. Always-on ist auf dem Galaxy S7 bislang zwar ein guter Ansatz, aber noch nicht perfekt und hinter der Konkurrenz von Microsoft ein Stück zurück.

System: Hardware, Software und Bedienung

Samsung bietet verschiedene Version des Galaxy S7 an, die sich beim Prozessor unterscheiden. Da gibt es Geräte mit dem neuen Snapdragon 820 von Qualcomm, aber auch solche mit dem eigenen Prozessor vom Typ Exynos 8890. Selbst auswählen kann der Kunde hier nicht, denn das Galaxy S7 wird immer nur in einer Variante pro Land angeboten. In Deutschland kommt das Galaxy S7 im Test mit dem Exynos 8890 daher, einem im 14-Nanometer-Verfahren produzierten Octa-Core-Chip mit einer maximalen Taktfrequenz von 2,3 GHz. Für die Grafik ist eine Mali-T880 zuständig. Das Chipset wird begleitet von 4 GB LPDDR4-RAM.

Was die Leistung angeht nehmen sich beide Varianten des Galaxy S7 im Test nicht viel. Die Prozessoren sind derzeit die schnellsten auf dem Markt, und das zeigen sie sowohl in Benchmarks als auch im rauen Smartphone-Alltag. Die Ergebnisse in den üblichen Testprogrammen (detaillierte Übersicht) lassen das Galaxy S7 in der absoluten Spitzengruppe einlaufen. In der Praxis offenbart das Galaxy-Smartphone im Test bei der Performance keinerlei Schwachpunkte. Apps öffnen sich ohne Verzögerung, Scrollen, Zoomen und Browsen geht butterweich und selbst anspruchsvolle Spiele flutschen nur so über das Display. Zur Klarstellung: Ein Smartphone muss keine 700 Euro kosten, um schnell und flüssig zu laufen. Aber solche Luxus-Handys wie das Galaxy S7 setzen dem Ganzen schon noch ein bisschen das Sahnehäubchen auf.

Samsung Galaxy S7 Unboxing | (c) Areamobile

Samsung Galaxy S7 Unboxing | (c) Areamobile

Samsung Galaxy S7 Unboxing | (c) Areamobile

Samsung Galaxy S7 Unboxing | (c) Areamobile

Samsung Galaxy S7 Unboxing | (c) Areamobile

Samsung Galaxy S7 Unboxing | (c) Areamobile

 

Android 6.0.1 Marshmallow ist das Betriebssystem des Samsung Galaxy S7. Im Test führt das Galaxy-Smartphone damit die aktuellste Google-Version ins Feld, so muss das für ein Top-Modell des Marktführers sein. Über der Google-Software liegt die Touchwiz-Oberfläche von Samsung. Touchwiz UI verändert Google in der kompletten Optik, in allen Menüs und Einstellungen. Das muss man nicht mögen, Touchwiz wirkt aber stringent und konsequent umgesetzt und ist längst nicht mehr so mit Bloatware überfrachtet als noch vor einigen Jahren. Noch immer gibt es zwar kleine Details, die einfach unschön sind, etwa der auf dem Homescreen abgekürzte Schriftzug unter der Nachrichten-App. Das sind aber Kleinigkeiten, in weiten Teilen überzeugt Touchwiz auf dem Galaxy S7, auch im Hinblick auf die Performance. Zusatzfunktionen sind etwa S Health oder die Magazinansicht links des Homescreens. Der Samsung-Browser, der ebenso wie Chrome vorinstalliert ist, ist flott und hat alle wichtigen Features an Bord.

Im Homebutton des Galaxy S7 im Test steckt ein Fingerabdrucksensor, der vor allem zum Entsperren des Smartphones dient. Als Backup, falls das Smartphone den Fingerabdruck nicht erkennt, muss eine PIN, ein Muster oder ein Passwort festgelegt werden. Die Registrierung eines Fingers geht recht flott, die Erkennung über den Homebutton funktioniert meist beim ersten Mal. Es kommt aber auch vor, dass das Galaxy S7 zwei bis drei Versuche braucht. Das ist vor allem dann der Fall, wenn der Finger nass oder schmutzig ist, aber auch dann, wenn die Haut sehr trocken ist. An die derzeit besten Fingerabdrucksensoren von Huawei und Apple kommt das Modul im Galaxy S7 im Test nicht ganz heran. Der Pulsmesser neben der Kamera bleibt ein Steckenpferd von Samsung und funktioniert etwas genauer als in früheren Generationen, bleibt aber nach wie vor mehr Spielerei als ernsthafte Gesundheitsfunktion.

Multimedia: Kamera, Musik und Speicher

Samsung hat beim Galaxy S7 ein Einsehen und verabschiedet sich aus dem Wettrennen darum, wer die meisten Megapixel auf den kleinen Sensor packen kann. Der ungewöhnliche Schritt, die Zahl der Pixel auf 12 Megapixel zu reduzieren, diese dafür aber größer und damit lichtempfindlicher zu machen, soll sich in Verbindung mit der großen Blende von f/1.7 vor allem in Sachen Bildrauschen und Low Light bemerkbar machen. Ein optischer Bildstabilisator und ein Single-LED-Blitz sind ebenfalls an Bord. Die Frontkamera kommt mit 5 Megapixel ebenfalls weniger hochauflösend als bei manchen Konkurrenten daher, man denke nur an das Sony Xperia M5 mit seiner riesigen 13-Megapixel-Frontkamera oder das ebenso ausgestattete HTC One M9 Prime Camera Edition.

Die Kamera-App von Samsung bietet eine Menge Optionen und Bildmodi. Verschlusszeit, ISO, Weißabgleich, Messmethode und Belichtungskorrektur lassen sich im Pro-Modus manuell einstellen. HDR ist ebenso optional wie Selbstauslöser, Blitz und Gesichtserkennung. Insgesamt stehen zehn verschiedene Bildmodi zur Verfügung, darunter der sehr gut funktionierende Panorama-Modus, Zeitlupe und Timelapse für Videos, aber auch Spielereien wie eine eigene Einstellung zum Fotografieren von Mahlzeiten. Mit dem selektiven Fokus kann der Anwender unterschiedliche Bereiche im Bild nach der Aufnahme scharf stellen.

Testfoto | (c) Areamobile

Testfoto

Testfoto | (c) Areamobile

Viele Details

Testfoto | (c) Areamobile

Schöne Farben | (c) Areamobile

 

Die Reduktion auf 12 Megapixel hat der Bildqualität des Galaxy S7 keinen Abbruch getan, im Gegenteil. Die Fotos, die das Smartphone schießt, überzeugen mit einem hohen Detailreichtum, hoher Bilddynamik, exakter Schärfe und ausgewogener Belichtung. Das Samsung Galaxy S7 ist zudem so schnell beim Fokussieren und Auslösen wie kaum ein anderes Smartphone, damit verpasst man keinen Schnappschuss. Beeindruckend ist, wie gut die Software des Galaxy-Smartphones im Test gegen Bildrauschen vorgeht. Bei guten Lichtverhältnissen ist quasi nichts von verrauschten Bereichen zu sehen, und auch bei weniger Licht hängt das Galaxy S7 die Konkurrenz in diesem Gebiet locker ab. Die Tiefenunschärfe, die das Galaxy S7 in die Bilder hineinzaubert, ergibt zwar kein so schönes Bokeh wie mit einer "richtigen" Kamera, sieht aber angenehm natürlich aus. Profifotografen werden sich über die Option freuen, RAW-Dateien aufnehmen zu können. Diese muss allerdings in den Einstellungen erst aktiviert werden.

Testfoto | (c) Areamobile

Testfoto | (c) Areamobile

Testfoto | (c) Areamobile

Testfoto

Testfoto | (c) Areamobile

Bokeh | (c) Areamobile

 

Wunderdinge darf man allerdings auch von der Kamera des Galaxy S7 nicht erwarten. Gerade Innenaufnahmen bei weniger Licht werden nicht immer knackig scharf. Wenn man in der Situation dann noch Personen fotografieren möchte, die sich bewegen, kommt es durchaus vor, dass so manches Bild nicht zu gebrauchen ist. Klar, der Blitz hilft hier ab und an weiter, doch Fotos mit Blitz sind nicht Jedermanns Sache. Das ist aber bei allen Smartphones so und kein Grund dafür, an der Qualität der Hauptkamera des Galaxy S7 zu zweifeln. Bei Videos überzeugt der Bildstabilisator, der zittrigen Händen den Schrecken nimmt. Die Bildqualität ist ausgezeichnet, die Tonaufnahme ebenfalls brauchbar.

Testfoto | (c) Areamobile

Selfie mit...

Testfoto | (c) Areamobile

...und ohne Verschönerung | (c) Areamobile

 

Anders sieht es bei der Frontkamera aus. Wer mit dem Galaxy S7 Selfies knipst, dürfte sich darüber wundern, dass die Bilder seltsam verwaschen aussehen. Details werden verschluckt, die Software bearbeitet hier sichtbar nach, und das nicht eben positiv. Der Grund: Standardmäßig ist eine leichte Bildverbesserung aktiviert. Schaltet man die komplett ab, sehen die Bilder besser und natürlicher aus, perfekt sind sie aber auch dann nicht. Bei der Frontkamera hat das Galaxy S7 im Test noch Luft nach oben.

Zusätzlicher Speicherplatz mittels microSD

Das Samsung Galaxy S7 bringt im Test 32 GB internen Speicher mit, weitere Varianten gibt es nicht. Die Fans freuen sich trotzdem, denn Samsung hat dem, Flaggschiff nach der Auszeit der vorangegangenen Generation wieder einen microSD-Slot spendiert, mit dem sich der Speicher erweitern lässt. Von den vorinstallierten 32 GB stehen dem Anwender knapp 25 GB zur Verfügung. Um viel Musik, Filme und Fotos zu transportieren, ist eine microSD Pflicht, bei Samsung darf die bis zu 200 GB groß sein.

Das Galaxy S7 im Test wird mit einem Headset ausgeliefert. Die Ohreneinsätze bestehen aus festem Kunststoff, über den Silikonüberzieher gestülpt werden. Das sieht irgendwie ungewöhnlich aus, ist im Ohr aber durchaus bequem, zumal das Headset sehr leicht ist. Die Umgebungsgeräusche werden jedoch nicht besonders gut abgedämpft. Der Klang des Samsung-Headsets ist ausgewogen und angenehm klar. Ein bisschen ausgeprägtere Höhen und Bass hätte es zwar vertragen können, insgesamt zählt der Kopfhörer aber zu den besseren Gratisbeigaben der Smartphonehersteller. Der interne Lautsprecher des Galaxy S7 strahlt nach unten ab, ist überraschend laut und hat ebenfalls einen klaren, deutlichen Klang.

Telefon-Funktion und Daten-Schnittstellen

Die Sprachqualität des Samsung Galaxy S7 kann im Test überzeugen. Leitungsrauschen ist mit dem neuen Galaxy-Handy überhaupt kein Thema, die Verständigung ist zu jeder Zeit klar, deutlich und ausreichend laut, wenn auch nicht immer ganz natürlich. Nur hin und wieder hört der Teilnehmer am anderen Ende der Leitung kurze Fetzen von Umgebungsgeräuschen, die Unterdrückung funktioniert insgesamt gut. Gleiches gilt für das Telefonieren üder den Lautsprecher des Galaxy S7, der mit einem Knopfdruck sogar noch in einern extra lauten Modus geschaltet werden kann. Beim Freisprechen ist ein wenig mehr Hall zu hören als beim normalen Telefonieren, das lässt sich aber kaum vermeiden.

Ein Top-Smartphone darf sich keinen Ausrutscher in Sachen Datenfunk erlauben, dazu ist die Vernetzung und der Informationsaustausch zu wichtig. LTE Cat-9 gehört dabei ebenso zum guten Ton wie WLAN-ac, Bluetooth und NFC. Das Galaxy S7 hat all diese Technologien selbstredend an Bord. Im Vergleich mit dem Galaxy S6 hat Samsung allerdings an einer Stelle den Rotstift angesetzt, denn das Galaxy S7 hat keinen Infrarotport mehr, mit dem das Smartphone als Fernbedienung dienen könnte. Das werden die meisten Nutzer aber wohl verschmerzen können. Ärgerlicher ist da schon der Verzicht auf USB Typ C. Sicher, der neue Standard setzt sich erst so langsam durch, hat aber unbestreitbare Vorteile. Datenübertragungen sind mit höherer Geschwindigkeit möglich, Stecker und Buchse sind mechanisch robuster, zukunftssicher bleibt man obendrein. Dass mit Samsung ein Unternehmen, dass sich gerne als Technologie-Vorreiter sieht, noch immer auf den alten Micro-USB-Standard setzt, ist unverständlich.

Akku-Laufzeit

Beim Akku hat Samsung eine Schippe drauf gelegt, und das merkt man im Alltag deutlich. Die Kapazität von 3.000 mAh, die der Energiespender des Galaxy S7 besitzt, ist trotz der Highend-Ausstattung mehr als genug, um das Smartphone einen Tag abseits der Steckdose am Leben zu halten. Wer nicht dauerhaft spielt, sondern sich ein wenig einschränkt, kann auch zwei Tage schaffen. Dann sollte man allerdings auf das Always-on-Display verzichten, das über den Tag verteilt zwischen 15 und 20 Prozent der Ladung aufbrauchen kann. Der Dauertest von PCMark beschäftigte das Galaxy S7 über eine Zeit von 5:57 Stunden, das ist ausgezeichnet. Im Video-Streaming über WLAN bei voller Displayhelligkeit erwies sich das Galaxy S7 ebenfalls als echter Langläufer und hängte mit einem enorm guten Ergebnis von über neun Stunden den Vorgänger Galaxy S6 locker ab. Über Fast Charging ist der Akku des Galaxy S7 schnell wieder voll, die drahtlose Aufladung ist bequemer, dauert aber etwas länger.

Fazit

Evolution statt Revolution - dieser Maßgabe folgt das Galaxy S7 konsequent, und das ist genau richtig. Der Marktführer hat sich dagegen entschieden, nach dem radikalen Designwechsel im Vorjahr das Rad schon wieder neu zu erfinden. Stattdessen wurden die Kritikpunkte vieler Nutzer am Galaxy S6 - keine Speichererweiterung, nicht wassergeschützt, etwas kantig, nur mittelmäßiger Akku - bereinigt, ohne neue Baustellen aufzumachen. Das Galaxy S7 leistet sich keine Ausfälle, weder bei der Pflicht noch bei der Kür. Einzig das Festhalten am alten Micro-USB-Port könnte man den Koreanern, die sich doch so gern als Technologie-Vorreiter sehen, anlasten. Dass es mittlerweile Smartphones gibt, die halb so viel kosten wie das Galaxy S7 und nicht viel schlechter sind, ist klar. Doch wie in anderen Bereichen des Lebens hat auch bei Smartphones die Luxusklasse ihre Berechtigung, und genau da sortiert sich das Galaxy S7 ein - und zwar ganz oben.

Wer ein Galaxy S6 besitzt, wird trotzdem nicht allzu viel Grund zum Wechseln haben. Die Kamera ist hier ebenfalls gut, die Performance auch, und nur wegen des Speicherkartenslots, dem Wasserschutz und dem etwas kräftigeren Akku muss man den Sprung wohl nicht wagen. Gegenüber allen vorherigen Generation der Galaxy-S-Reihe ist der Wechsel auf das Galaxy S7 aber ein gewaltiger Schritt nach vorne. Wer es etwas größer mag, kann zum Galaxy S7 Edge greifen. Ähnliche Rechenpower und ein vergleichbares Design, dafür aber ein anderes Betriebssystem und weitere Unterschiede hat das nur halb so teure Xiaomi Mi5.

Ich muss gestehen, die letzten Galaxy-S-Generationen waren tolle Smartphones, haben mich aber persönlich nicht wirklich angesprochen. Das Galaxy S7 hat mich schon bei der Präsentation fasziniert und jetzt im Test tatsächlich ziemlich begeistert. Rundum gelungen, schön anzusehen, technisch einwandfrei. Good job, Samsung!

Persönlicher Kommentar von Steffen Herget

Testwertung Samsung Galaxy S7
 
Handlichkeit und Design 85%
Verarbeitung 95%
Sprachqualität 93%
Akkuausdauer 90%
Ausstattung/ Leistung 91%
Kamera 91%
Internet 99%
Musik 89%
Software und Bedienung 96%
Navigation 90%
Gaming und Video 94%
Gesamtwertung
zum Testzeitpunkt
93%
Zeitwertung
(Stand 26.08.2016)
92%

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Kommentare & Erfahrungsberichte
  1. 08.03.16 15:32 M.a.K (Handy Master)

    Schöner Test.

    Samsung setzt bestimmt allein wegen der Gear-VR noch auf Micro-USB, einen anderen Grund kann ich mir nicht vorstellen. Denke aber sie werden beim S8 die Reißleine ziehen, auch wenn die Gear-VR dann nicht mehr kompatibel ist.

  2. 08.03.16 15:35 Pikachus (Handy Profi)

    mit welchem Betriebssystem läuft denn das Xiaomi Mi5?

  3. 08.03.16 15:42 Steffen Herget (areamobile.de)

    @Pikachus: MIUI. Auf Basis von AOSP, aber eine eigene ROM.

  4. 08.03.16 15:44 polli69 (Advanced Handy Profi)
    Warnschuss vernommen!! Chapeau Samsung

    Hallo Steffen,
    toller und wie ich finde neutral gehaltener Test.
    Anders als andere große Hersteller (Nokia, Blackberry, HTC) hat Samsung anscheinend die "Hilferufe" seiner Kunden erhört und das neue Produkt an die Kundenwünsche angepasst.
    Was eigentlich selbstverständlich sein sollte, verlieren immer mehr Hersteller aus den Augen. Warum weiß ich nicht.
    Was Samsung hier abliefert scheint wirklich ein grundsolides Gerät mit allen Attributen der Spitzenklasse zu sein. Was mir besonders gefällt ist die Kompaktheit der Edgeversion. Trotz großem Display noch annehmbare und hosentaschenfreundliche Ausmaße. Für mich ist die neue S-Reihe eine wirkliche Granate. Chapeau Samsung.

  5. 08.03.16 16:04 foetor (Advanced Handy Profi)

    Habe heute meine Edge bekommen und bin auch schwer begeister, vor allem vom Akku her legt Samsung da nochmal ne Schippe drauf. Kamera wird auch noch einem Test unterzogen und Morgen wird das Ding mal unter Wasser gehalten :D

    Das mit dem alten Micro-USB Stecker finde ich gut, ich habe noch massig Kabel und ich kann bei allen Kumpels das Ding laden. Ich sehe nicht wirklich Vorteile (für mich) mit dem neuen Standard. Denke dass auch noch die Meisten mit dem alten Stecker in 2 Jahren rumlaufen werden, so what?

  6. 08.03.16 17:02 Tobias24 (Youngster)

    Super Smartphone.

    Mir persönlich fehlt nur noch ein unkaputtbares Display wie beim Moto x-Force.

  7. 09.03.16 11:13 M.a.K (Handy Master)

    Gestern abend meines abgeholt. Zwar in gold und nicht in schwarz wie ich es wollte, aber der Preis war hot, da war es mir dann auch egal :)

  8. 09.03.16 16:57 Jokill (Advanced Member)

    Also Gold würde für mich gar nicht gehen, auch nicht für 100€ weniger oder so ;)

    Schade das ich bereits letztes Jahr gezwungener Maßen ein neues Smartphone kaufen musste und nun ein S6 mein Eigen nenne. Bin im Grunde zawr auch zufrieden aber das runde Gesamtpaket des S7 macht irgendwie echt Laune, was ich vorher eigentlich bei keinem (Samsung) Topmodell bisher wiederfinden konnte

    Zusatz: Was mich interessieren würde, da ichs bisher noch nicht in der Hand hatte: Liegt das S7 besser und vor allem weniger rutschig in der Hand als das S6? Ist der Rahmen wirklich rauer und damit griffiger zu halten?

  9. 09.03.16 18:04 ddimi
    kann

    kann mir nun einer, der nicht von Marketing zombiert ist erklären wieso der Kunde der ein galaxy s6 für 400 € kriegt das s7 wählen soll?

    wieso die ganze Begeisterung? Nchtern betrachtet:

    Der Akku ist größer, man hat einen sd slot okey.

    300 € mehr dafür?

    Kameraunterschiede sind marginal bis nicht vorhande( mal ganz ehrlich) wer sich die Kamerasamples anschaut. Das soll 300€ wert sein? Oder die SD karte die "plätzlich" zurück ist soll 300 € Aufpreis wert seiN=

    In s6 haben viele den Fingerabdrucksensor nicht benutzt, weil er sehr unzuverlässig arbeitet. Hier ist genau der gleiche verbaut..

    *diss zu ende*

  10. 09.03.16 19:05 M.a.K (Handy Master)

    @ Jokill,

    gold wollte ich auch eigentlich gar nicht, mit einem schwarzen case ist aber nur die Front in Gold, daher passt das. Preislich habe ich sogar mehr als 100€ gespart und dazu gibt es sogar noch die Gear VR. Der Wechsel von S6 zum S7 wird mich unterm Strich etwa 70-80€ kosten.

    Ja, das S7 liegt viel besser in der Hand als ein S6. Das war wirklich eine Katastrophe, da die Hand/Finger nur Kontakt mit dem dünnen Metallrahmen hatten (S6 Edge). Ohne Case sehr war das unangenehm. Der Alurahmen von S7 ist minimal rauer und dunkler.


    @ ddimi,

    hatte das S6 Edge und jetzt das S7. Der Sensor für den Fingerabdruck hat immer problemlos funktioniert.

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