Autor: Björn Brodersen 10.01.2016 - 19:15 | (4)

BQ Aquaris X5 Cyanogen Edition Testbericht

Tops und Flops
  • Tops
  • dynamisches Design
  • gute Akku-Laufzeit
  • Dual-SIM und microSD (kein Hybrid)
  • viele Personalisierungsmöglichkeiten
  • weitergehende Datenschutz-Funktionen
  • 5 Jahre Hersteller-Garantie
  • Flops
  • teilweise schlechte Sprachqualität
  • fest eingebauter Akku
  • plärriger Lautsprecher

BQ Aquaris X5 Test: Beim Cyanogen-Smartphone von BQ passt fast alles

Beim BQ Aquaris X5 passt eigentlich alles: gutes Display, Dual-SIM und microSD-Support, ordentliche Kamera, lange Akku-Laufzeit und Cyanogen OS als vorinstalliertes Betriebssystem. Das zu einem Preis von 240 Euro und mit fünf Jahren Hersteller-Garantie. Doch im Test leistet sich das erste BQ-Smartphone mit Metallrahmen einen Patzer.

Strategisch fährt BQ zweigleisig: Einerseits heischen die Spanier mit mutigen Kooperationen wie dem dem ersten Ubuntu-Phone um Aufmerksamkeit, andererseits verbessern sie Stück für Stück ihr Smartphone-Angebot. Das neue BQ Aquaris X5 im Test steht gleichzeitig für beide Ansätze, denn es läuft mit dem alternativen Betriebssystem Cyanogen OS und ist zudem das erste Smartphone-Modell des Herstellers mit einem Metallrahmen. Außerdem gewährt der Hersteller fünf Jahre Garantie auf das Gerät. Ob das BQ Aquaris X5 auch eine gute Wahl für Smartphone-Käufer ist, haben wir im Test untersucht.

BQ Aquaris X5 Unboxing | (c) Areamobile

BQ Aquaris X5 | (c) Areamobile

Gehäuse-Design und -Verarbeitung

Der graue, zum Schutz vor Kratzern anodisierte Metallrahmen des BQ Aquaris X5 im Test ist nicht nur wegen des Materials einen Blick wert: Er hat fein geschliffene Kanten, ist ganz leicht gerundet und läuft schräg nach oben. Nur bei genauem Hinsehen fällt auf, dass das Smartphone einen Hauch schmaler und kürzer ist als um die Rückseite herum: Vorne schließt er bündig mit dem Display-Glas ab, hinten gibt es einen markanten Absatz zwischen Rahmen und Rückseite. Das verleiht dem Aquaris X5 bei aller Schlichtheit nicht nur eine dynamische, ergonomische Form, sondern fühlt sich auch richtig gut in der Hand an. An den Stirnseiten ist der Metallrahmen jeweils durch zwei Kunststoffeinsätze durchbrochen, die für besseren Funkempfang sorgen sollen und Kopfhörerbuchse und Mikrofon zur Rauschunterdrückung (oben) bzw. Lautsprechergrill, Micro-USB-Anschluss und Mikrofon (unten) in die Mitte nehmen. Der Rahmen selbst ist aber auch Teil des Antennensystems des BQ Aquaris X5. Die seitlichen Hardware-Tasten haben einen knackigen Druckpunkt.

BQ Aquaris X5 Unboxing | (c) Areamobile

Gerundeter, schräger Metallrahmen

BQ Aquaris X5 Unboxing | (c) Areamobile

Unterkante mit Lautsprecher, Micro-USB und Mikrofon

BQ Aquaris X5 Unboxing | (c) Areamobile

Hauptkamera mit Dual-LED-Blitz

 

Das 7,5 Millimeter dicke Gehäuse des Smartphones besteht ansonsten aus dunklem Kunststoff und ist sauber verarbeitet, die Rückseite ist matt und glatt zugleich und zu ihren Seiten hin minimal gewölbt. Da die rückseitige Hauptkamera des Geräts nicht hervorsteht, liegt es stabil flach auf ebenen Flächen. Abnehmen lässt sich die Rückschale des BQ Aquaris X5 nicht, so dass der Akku nicht spontan vom Anwender ausgewechselt werden kann. Seitlich sitzen die Power- und die Lautstärketasten sowie die Einschübe für Nano-SIM-Karten und microSD-Karte mit Steckverschluss. Dabei handelt es sich nicht um einen Hybrid-Slot, sondern zum zwei sperate Einschübe, von denen einer zwei Nano-SIM-Karten für Dual-SIM-Betrieb des Handys (Dual-Standby) fasst. Beide Mobilfunkanschlüsse sind auch für LTE-Datenübertragungen geeignet.

BQ Aquaris X5 Unboxing | (c) Areamobile

Matte und glatte, nicht abnehmbare Rückseite

BQ Aquaris X5 Unboxing | (c) Areamobile

Ein Einschub für zwei SIM-Karten im Nano-Format

 

Unterhalb des 5 Zoll großen Touchscreens liegen drei kapazitive, mit einfachen Punkten gekeinnzeichnete Bedientasten mit den Android-typischen Funktionen "Zurück", "Home" und "Task Manager" - das Aquaris X5 hat also wie andere BQ-Smartphones keine On-Screen-Tasten. Oberhalb des Bildschirms ein Ensemble aus Telefonhörer, Licht- und Umgebungssensor, Benachrichtigungs-LED und - das ist nicht gewöhnlich - einer Frontkamera mit LED-Blitz.

Display-Größe und -Qualität

Bedient wird das BQ Aquaris X5 über einen 5 Zoll großen IPS-Touchscreen mit der HD-Auflösung von 1.280 x 720 Pixel und einer Pixeldichte von 294 Bildpunkten von Zoll. Die sogenannte Quantum-Color-Plus-Technologie soll mit Hilfe von Polarisatoren und ihren Diffusor sowie im Zusammenspiel mit dem weißen Licht der LED-Hintergrundbeleuchtung für lebendigere Farbwiedergabe und ein genaueres Lichtspektrum sorgen. Das Display des neuen Cyanogen-Smartphones deckt 85 Prozent des NTSC-Farbraums ab - das ist zwar ein sehr guter, aber kein Bestwert. Die Oberfläche des Displays besteht aus Dragontail-Glass, einer günstigeren Alternative von Asahi Glass zu Cornings Gorilla Glass, die ähnliche Eigenschaften, aber nicht ganz so robust ist und sich auf etlichen Smartphone-Modellen aus China und Japan - auch auf Xperia-Z-Smartphones von Sony - findet.

BQ Aquaris X5 Display | (c) Areamobile

BQ Aquaris X5 im Display-Test: Blickwinkelstabilität | (c) Areamobile

Der von uns gemessene Kontrastwert des Displays des BQ Aquaris X5 im Test ist recht hoch (791:1), die Abweichungen bei Farb- und Grauwerten recht gering, die Display-Beleuchtung noch ausreichend stark (409 Candela pro Quadratmeter). Problematisch bei der Nutzung des BQ-Smartphones draußen unter Sonnenlicht ist auch weniger die Display-Helligkeit, sondern eher die das Spiegeln der Display-Oberfläche. Im Blickwinkeltest im abgedunkelten Raum zeigt das Display des BQ Aquaris X5 keine Farbveränderungen, sondern die Anzeige verdunkelt sich lediglich etwas.

BQ Aquaris X5 Displaytest | (c) Areamobile

BQ Aquaris X5 im Display-Test: Farbraumabdeckung | (c) Areamobile

BQ Aquaris X5 Displaytest | (c) Areamobile

BQ Aquaris X5 im Display-Test: Farbgenauigkeit | (c) Areamobile

BQ Aquaris X5 Displaytest | (c) Areamobile

BQ Aquaris X5 im Display-Test: Grauwerte | (c) Areamobile

Eine in das Betriebssystem integrierte, nützliche Funktion des BQ Aquaris X5 mit Cyanogen OS ist Live-Display: Hier lässt sich jeweils für den Tag und für die Nacht eine passende Farbtemperatur der Anzeige festlegen. Entweder aktiviert man den Tages- oder Nachtmodus manuell in den Systemeinstellungen oder lässt das Handy automatisch den angebrachten Anzeigemodus wählen. Beim Nachtmodus wird im Grunde genommen für augenschonenderes Lesen im Dunklen blaues Licht und die Display-Helligkeit reduziert.

System: Hardware, Software und Bedienung

Angetrieben wird das BQ Aquaris X5 von dem neuen Quad-Core-Prozessor Snapdragon 412 (MSM8916T) von Qualcomm, dessen vier Cortex-A53-CPUs auf bis zu 1,4 GHz getaktet sind und der mit der Grafikeinheit Adreno 306 sowie dem X5-LTE-Modem bestückt ist. Die wesentlichen Verbesserungen des im 28-Nanometer-Verfahren gefertigten, 64-Bit-fähigen Qualcomm-SoCs im Vergleich zu dem in vielen Mittelklasse-Smartphones verbauten Snapdragon 410 sind die etwas höhere Taktung der vier Cortex-A53-Rechenkerne sowie die mit bis zu 600 MHz höhere Leistung des Speicher-Interface - der Snapdragon 410 taktet mit bis zu 1,2 GHz und sein Memory Interface mit bis zu 533 MHz. BQ verspricht eine um 15 Prozent bessere Performance des Snapdragon 412 beim Laden von Apps im Vergleich zum Vorgängerchip.

In Benchmark-Tests reißt das BQ Aquaris X5 daher auch keine Bäume aus, sondern liegt mit den Ergebnissen knapp vor anderen Mittelklasse-Smartphones mit Snapdragon-410-Chip wie beispielsweise dem jüngst von uns getesteten LG Class oder dem Moto G (2015). Im Antutu-Benchmark hält das BQ Aquaris X5 sogar mit Snapdragon-615-Smartphones wie dem BQ Aquaris M5.5 oder dem LG G4s mit, hat allerdings im Vergleich mit den Handys mit Octa-Core-Prozessor deutlich das Nachsehen im Multi-Core-Durchlauf von Geekbench 3 sowie in Grafik-Benchmarks wie GFXBench.

Die Benchmark-Ergebnisse im Überblick:

  • Antutu 6.0: 30.902 Punkte
  • PCMark Work Performance: 3.747 Punkte
  • Quadrant: 15.430 Punkte
  • Linpack: bis 243 Mflop/s im Multi-Thread-Modus
  • Vellamo Metal: 912 Punkte
  • Vellamo Browser 2.314 Punkte
  • Geekbench 3: 538 Punkte (Single-Core) bzw. 1.615 Punkte (Multi-Core)
  • GFXBench 1080p T-Rex Offscreen: 6,1 Bilder pro Sekunde
  • 3DMark Ice Storm Unlimited: 4.998 Punkte
  • Sunspider 1.0.2 (Cyanogen-Browser): 828 Millisekunden
  • Octane 2.0 (Cyanogen-Browser): 3.643 Punkte
  • Jetstream 1.2 (Cyanogen-Browser): 22.669 Punkte

Im Alltagseinsatz zeigt das BQ-Smartphone bei gängigen Smartphone-Anwendungen keine Schwächen. Scrollen auf dem Homescreen, im Menü oder im Browser gelingt schnell und flüssig, Apps öffnen sich auf Anforderung prompt. Selbst "Asphalt 8" lässt sich gut spielen - nur wenn viele Autos auf dem Bildschirm sind, treten leichte Ruckler auf, und für das Laden des Spiels nimmt sich das Smartphone seine Zeit. Kleine Ruckler bemerkten wir auch bei Spielen wie "Dungeon Hunter 5" und "Minion Rush". Während der 20-minütigen Gaming-Session wurde das BQ Aquaris X5 wärmer, aber nicht so heiß, dass es störte. Am Ende des Spieletests war der Akkuladestand um 7 Prozent zurückgegangen.

Datenschnittstellen

Weitere Features des Snapdragon 412 sind die Unterstützung von UMTS mit HSPA+ sowie von LTE auf beiden SIM-Anschlüssen (Dual Standby), Voice over LTE und Wifi-Calling, doch in Deutschland profitieren Nutzer des BQ-Smartphones nur von schnellen mobilen Datenübertragungen via LTE Cat-4 mit bis zu 150 MBit/s im Downstream und bis zu 50 MBit/s im Upstream. Für den Internetzugang und das Medienstreaming im Heimnetzwerk unterstützt das BQ Aquaris X5 WLAN b/g/n, für den drahtlosen Austausch mit Smartwatches, Fitness-Trackern oder anderen Geräten Bluetooth 4.0, für Navigation und andere Standort- und Kartenddienste GPS und Glonass. Kabelgebundene Anschlüsse des Handys sind Micro-USB 2.0 mit On-the-Go-Unterstützung zum Verbinden mit externen Speichermedien sowie eine Buchse für handelsübliche Kopfhörer.

Speicher

Das ab Werk mit Cyanogen OS 12.1 bespielte BQ Aquaris X5 gibt es nur mit 16 GB internem Speicherplatz, von dem bei Auslieferung des Geräts knapp 12 GB zur freien Verfügung des Nutzers stehen - die Android-5.1.1-Version des Smartphones gibt es alternativ auch mit 32 GB interner Speicherkapazität. Fotos, Videos, Musik, Dokumente und andere persönliche Daten können jeweils auf eine microSD-Karte mit bis zu 64 GB ausgelagert werden. Die wechselbare Speicherkarte kann auch zum Installieren bzw. Auslagern von Apps genutzt werden.

Das alternative Betriebssystem Cyanogen OS

Die Betriebssystemversion Cyanogen OS 12.1 basiert auf Android 5.1 Lollipop. Obwohl sich das angepasste Betriebssystem OS optisch recht stark an dem Vorbild Android orientiert, bietet es auch dank der Arbeit der Mitglieder aus der CyanogenMod-Community einige Vorteile gegenüber dem von Google - vor allem in Sachen Sicherheit und Datenschutz. So haben Nutzer des alternativen Betriebssystems beispielsweise die Möglichkeit, SMS-Mitteilungen per Whisper Push zu verschlüsseln, unbekannte Anrufe über Truecaller als Spam zu identifizieren und notfalls zu blockieren sowie die Zugriffsberechtigungen von Apps auf persönliche Daten einzuschränken (Privacy Guard). Auch bietet Cyanogen OS mehr Optionen, das Erscheinungsbild der Benutzeroberfläche sowie automatische Vorgänge auf dem Smartphone zu personalisieren, als Android: Seien es Farbe und Leuchtfrequenz der Benachrichtigungs-LED, das Einschalten per Double-Tap oder das Einrichten von Systemprofilen, mit denen Funkverbindungen oder die Lautstärke je nach Aufenthaltsort oder Tageszeit automatisch wechseln. Auch erlauben vorinstallierte Anwendungen wie der Equalizer AudioFX, der Browser oder der Mailclient deutlich umfangreichere Einstellungen als die Standard-Apps von Google.

BQ Aquaris X5 Unboxing | (c) Areamobile

App-Drawer | (c) AM

BQ Aquaris X5 Unboxing | (c) Areamobile

Browser | (c) AM

BQ Aquaris X5 Unboxing | (c) Areamobile

Tastatur | (c) AM

 

Auch unbedarfte Nutzer kommen mit der kommerziellen Version des Cyanogen-Betriebssystems leicht zurecht. Mir persönlich gefällt die alphabetische Auflistung der installierten Anwendungen im Hauptmenü nicht, die unübersichtlicher als bei Vanilla UI von Google oder auch bei Windows 10 Mobile von Microsoft wirkt. Häufig genutzte Apps legt man sich aber am besten auf den Homescreen, um schnell darauf zugreifen zu können. Alle Android-typischen Google-Dienste wie Suche, Maps, Gmail, Hangouts, Chrome-Browser und Youtube sind auf dem BQ Aquaris X5 vorinstalliert, ebenso der Zugang zum Google Play Store für den Download von Zusatzanwendungen. Einen alternativen App-Store von Cyanogen gibt es nicht. Updates für die Apps werden über die Google-Plattform ausgeliefert, Betriebssystem-Updates wie gewohnt drahtlos über die Funkschnittstellen des Handys. Bei schweren Sicherheitslücken zieht Cyanogen allerdings vorbildlich schnell mit, so geschehen bei Stagefright.

Ein einfaches Umschalten auf herkömmliches Android ist auf dem Cyanogen-OS-Smartphone nicht möglich. Wer das BQ Aquaris X5 mit klassischem Android haben möchte, wählt beim Kauf gleich die Android-Version des Handys, die es wahlweise auch mit 32 GB internem Speicher gibt, ansonsten aber identische Hardware bietet.

Multimedia: Kamera und Musik

Das BQ Aquaris X5 bietet rückseitig eine 13-Megapixel-Kamera mit 1/3,06 Zoll großem Sony-IMX214-Bildsensor, fünfteiliger Linse, großer f/2.0-Blende, Autofokus, und Dual-LED-Blitz. Die Frontkamera des Smartphones mit Samsung-5E2-Bildsensor und f/2.0-Blende - bei der Angabe f/2.5 in den EXIF-Daten unserer Testfotos handelt es sich laut Hersteller um einen Bug - löst mit 5 Megapixel aus. Beide Kameras können für Full-HD-Videoaufnahmen eingesetzt werden.

Testfoto, aufgenommen mit der Selfie-Kamera des BQ Aquaris X5 | (c) Areamobile

Testfotos, aufgenommen mit der Selfie-Kamera des BQ Aquaris X5 | (c) Areamobile

Testfoto, aufgenommen mit der Selfie-Kamera des BQ Aquaris X5 | (c) Areamobile
Testfoto, aufgenommen mit der Selfie-Kamera des BQ Aquaris X5 | (c) Areamobile
 
Testfoto, aufgenommen mit der Selfie-Kamera des BQ Aquaris X5 | (c) Areamobile
Testfoto, aufgenommen mit der Selfie-Kamera des BQ Aquaris X5 | (c) Areamobile
 

Bei der Kamera leistet sich unser Testgerät einen ernsthaften Patzer: Im rechten unteren Bereich wirken selbst unsere mit der rückseitigen Hauptkamera draußen bei guten Lichtverhältnissen gemachten Testaufnahmen schmierig. Bei der Frontkamera unseres Testgeräts tritt dieser Fehler nicht auf. Wir gehen auch stark davon aus, dass der Fehler nicht alle BQ Aquaris X5 betrifft und dass solche Unschärfen am Rand bei anderen Geräten des Smartphone-Modells nicht auftreten.

Testfoto, aufgenommen mit der Selfie-Kamera des BQ Aquaris X5 | (c) Areamobile

Testfoto, aufgenommen mit der Selfie-Kamera des BQ Aquaris X5 | (c) Areamobile

Testfoto, aufgenommen mit der Kamera des OnePlus X  (c) AM

Vergleichsfoto, aufgenommen mit der Kamera des OnePlus X (c) AM

 
Testfoto, aufgenommen mit der Selfie-Kamera des BQ Aquaris X5 | (c) Areamobile

Verschmierter Randbereich bei unserem Aquaris-X5-Bild | (c) AM

Testfoto, aufgenommen mit der Selfie-Kamera des BQ Aquaris X5 | (c) Areamobile

So sieht der Bildausschnitt beim OnePlus-X-Foto aus. | (c) AM

 

Ansonsten liefert die rückseitige Hauptkamera des BQ Aquaris X5 im Test gute Bildqualität ab. Die Testaufnahmen sind zwar nicht ganz so scharf wie die mit der 13-Megapixel-Kamera des OnePlus X geschossenen Vergleichsfotos, weisen aber kräftigere und wärmere Farben und eine ausgewogene Bilddynamik auf. Außerdem können Nutzer des BQ-Smartphones mit Cyanogen OS zwischen zahlreichen Filtern und Aufnahmemodi wie beispielsweise für Nacht-, Bewegungs- oder Porträtbilder sowie einem Panorama- und einem HDR-Modus wählen und manuell Einstellungen für Auflösung, Belichtung, ISO-Wert und Dauer der Touch-Fokus-Arretierung vornehmen. Auch die mit der Frontkamera geknipsten Selfies sind ok.

Testfoto, aufgenommen mit der Selfie-Kamera des BQ Aquaris X5 | (c) Areamobile

Testfoto: Selfie ohne Blitz ...

Testfoto, aufgenommen mit der Selfie-Kamera des BQ Aquaris X5 | (c) Areamobile

... und mit Blitz | (c) AM

 

Die Musikausgabe des BQ Aquaris X5 lässt sich sehr laut stellen, über - nicht zum Lieferumfang gehörende - Kopfhörer und über den externen Lautsprecher. Für die Klanganpassung steht unter Cyanogen OS die wirkungsvolle 5-Band-Equalizer-App Audio FX mit mehreren Sound-Presets und Funktionen zur manuellen Feinjustierung bereit. Da sollte eigentlich jeder das passende Audioprofil finden. Der Lautsprecher klingt bei hoher Lautstärke quäkig.

Telefon-Funktion

Eine der spannenden Fragen beim Test des ersten BQ-Smartphones mit Metallrahmen ist: Wie steht es um die Sprachqualität? Einen "Todesgriff" konnte ich im Test zwar nicht nachstellen, doch das BQ Aquaris X5 bietet nach meinem Empfinden keine besonders gute Empfangsqualität. Früher als vielen anderen Mobiltelefonen verlor ich im Test beim Telefonieren mit dem X5 die Verbindung, wenn ich beispielsweise auf dem Weg zur Arbeit das Treppenhaus betrat. Außerdem klagten mehrfach Gesprächspartner über ein störrendes vibrirendes Hintergrundgeräusch beim Telefonieren, das ich dabei selbst niemals wahrnahm, sowie beim Telefonieren draußen an der Straße über laute Umgebungsgeräusche. Bei gutem Mobilfunkempfang ist die Sprachqualität des BQ Aquaris X5 in Ordnung, Stimmen werden recht natürlich klingend übertragen, und das Hintergrundrauschen bleibt diskret.

Die Dual-SIM-Funktion lässt das Aktivieren oder Deaktivieren beider Mobilfunkanschlüssen unabhängig voneinander zu. Außerdem kann jeweils eine der eingelegten SIM-Karten als bevorzugte für Telefonate, SMS und mobile Daten ausgewählt werden.

BQ Aquaris X5 Unboxing | (c) Areamobile

Der Lieferumfang des BQ Aquaris X5: Netzteil und Kopfhörer gehören nicht dazu | (c) Areamobile

Akku-Laufzeit

Der 2.900 mAh starke Lithium-Polymer-Akku des BQ Aquaris X5 ist fest eingebaut, kann also vom Nutzer nicht spontan herausgenommen und nach intensiver Nutzung durch einen anderen, aufgeladenen Energiespender ersetzt werden. Im Test besticht das BQ Aquaris X5 mit Cyanogen OS durch eine gute Akku-Laufzeit - in Benchmarks sowie im Alltagseinsatz. Wer nicht gerade permanent das Display einschaltet, um etwas anzuzeigen, oder eine mehrstündige Zugfahrt oder Wartezeit durch das Abspielen von Videos oder Spielen überbrückt, kann auf zwei volle Tage Betriebszeit mit einer Stromladung hoffen. Hier zahlen sich der neuere Qualcomm-Chip, das geringer auflösende Display sowie das optimierte Betriebssystem aus. Kabelloses Laden ist nicht möglich.

Ergebnisse der Akku-Tests im Single-SIM-Betrieb:

  • Videodauer-Test von Areamobile: 5:53 Stunden bei stärkster Display-Beleuchtung und WLAN-Streaming
  • Akku-Test von PCMark: 9:25 Stunden bei einer Display-Beleuchtung von 200 Candela pro Quadrameter
  • Akku-Test von GFXBench: 11:18 Stunden geschätzte Zeit bei halbstarker Display-Beleuchtung, wobei im langsamsten der 30 Durchgänge des T-Rex-Benchmarks 595 Frames gerendert wurden

Fazit

Im Laufe des Tests hatte ich schon "Bravo, BQ!" gerufen, doch die zuweilen ernüchternde Qualität für die Gesprächspartner beim Telefonieren mit dem BQ Aquaris X5 mindert am Ende den eigentlich tollen Gesamteindruck. Ansonsten hat BQ hier vieles richtig gemacht: An Display-, Kamera- und Sound-Qualität des BQ Aquaris X5 gibt es nichts zu beanstanden (den Kamera-Fehler betrachten wir als Einzelfall), die Akku-Laufzeit ist gut, und das schlichte, aber dynamische Design des Geräts gefällt. Die Android-Alternative ist ebenso einfach zu bedienen wie klassisches Android, bietet aber mehr Einstellungs-Optionen, weitergehende Datenschutz- und Sicherheits-Funktionen sowie etwas mehr Personalisierungsmöglichkeiten. Und BQ gewährt eine auf fünf Jahre verlängerte Garantie auf das Gerät. Damit zählt das Aquaris X5 mit Cyanogen OS für mich derzeit mit zu den empfehlenswerten Smartphones im Preisbereich bis 250 Euro.

BQ Aquaris X5 kaufen

Das BQ Aquaris X5 gibt es mit klassischem Android in zahlreichen Handy-Shops und Elektronikmärkten für 239,90 Euro ohne Vertrag, etwa bei Amazon. Mit Cyanogen OS wird das BQ-Smartphone in Kürze beim Mobilfunkbetreiber O2 erhältlich sein. Alternative Smartphones mit der Android-Alternative haben wir euch vor kurzem in einem Artikel über Cyanogen OS vorgestellt.

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Testwertung BQ Aquaris X5 Cyanogen Edition
 
Handlichkeit und Design 85%
Verarbeitung 97%
Sprachqualität 84%
Akkuausdauer 91%
Ausstattung/ Leistung 70%
Kamera 86%
Internet 87%
Musik 80%
Software und Bedienung 96%
Navigation 91%
Gaming und Video 71%
Gesamtwertung
zum Testzeitpunkt
85%
Zeitwertung
(Stand 27.05.2016)
84%

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Kommentare & Erfahrungsberichte
  1. 10.01.16 23:54 TONG (Member)

    @Björn Brodersen

    Wie sieht es mit den möglichen Formaten bei den Bildern aus?
    Ich schätze mal, die vollen 13 Megapixel stehen nur im 4:3-Format zur Verfügung.
    Wie viele Megapixel hat man max. im 16:9-Format?
    Und ich befürchte mal, dass das Aqauris X5 keinen Live-HDR-Modus hat.

  2. 11.01.16 01:35 mhedoc (Newcomer)

    Zu bemängeln gab es laut Bericht die Sprachqualität. Welche Einstellungen bezüglich des Netzes wurden dort vorgenommen(2G, 3G, 4G)? Und in welchem Netz wurde telefoniert? Danke für den Test!

  3. 11.01.16 05:40 Björn Brodersen (areamobile.de)

    @Tong

    Richtig vermutet: 13 MP gibt es nur im 4:3-Format, bei 16:9 sind es laut Einstellung maximal 9,4 MP. Live-HDR für Videos lässt sich nicht einstellen.

  4. 11.01.16 05:54 Björn Brodersen (areamobile.de)

    @mhedoc

    Um eine gute Vergleichbarkeit zu haben, führe ich die Testtelefonate in der Regel mit derselben Telekom-SIM-Karte an mehreren Orten, drinnen und draußen, durch. Die Netzeinstellung ist in der Regel "LTE (bevorzugt)". Da das X5 nicht für VoLTE geeignet ist, sind die Testtelefonate je nach Ort im GSM- oder im UMTS-Netz durchgeführt worden. Die wabernden Störgeräusche erlebten meine Gesprächspartner in beiden Netzmodi. Allerdings traten diese nicht immer auf, sondern nach meinem Empfinden bei schwachem Empfang, dann allerdings selbst in völlig ruhiger Umgebung bei mir - das habe ich bislang bei keinem anderen Handy im Test so erlebt. Ich selbst habe diese Störgeräusche in keinem der Telefonate vernommen. Bei den meisten Telefonaten erlebten meine Gesprächspartner und ich allerdings eine ordentliche Sprachqualität.

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