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Autor: Björn Brodersen 20.12.2015 - 17:30 | 4

LG Class Testbericht

Tops und Flops
  • Tops
  • Schick geformtes Metallgehäuse
  • Speicher um 128 GB erweiterbar
  • Lichtstarke, noch auflösende Frontkamera
  • Flops
  • Vergleichsweise hoher SAR-Wert
  • Keine NFC-Unterstützung
  • Fest eingebauter Akku

LG Class Test: Metall als Mittel für Klasse

Das LG Class ist das erste Smartphone-Modell des Herstellers mit Metallgehäuse. Seit wenigen Tagen ist das Android-5.1-Gerät mit solider Mittelklasse-Ausstattung für 249 Euro im deutschen Handel erhältlich. Außen hui und innen pfui? Das haben wir im Test des LG Class überprüft.

Das LG G4c ist ein Schuss in den Ofen, das LG G4s mit seiner leicht gebogenen Form, halbwegs aktueller Android-Version, schnellen Datenschnittstellen sowie einem großen und guten Display eher eine Empfehlung wert. Jetzt bietet LG Electronics mit dem Class (LG-H650) ein weiteres Mittelklasse-Smartphone in Deutschland an, das namentlich keinen Bezug zum aktuellen Spitzenmodell LG G4 herstellt und mit 249 Euro das gleiche Preisschild des Herstellers (UVP) wie das G4c trägt und zum Auftakt in den Läden genauso teuer ist wie inzwischen das im Sommer dieses Jahres gestartete G4s. Im Test des LG Class klären wir auch die Frage, welche derzeit das beste dieser drei Mittelklasse-Smartphones von LG ist.

LG Class Unboxing | (c) Areamobile

LG Class: Android-Smartphone mit Metall-Unibody | (c) Areamobile

Fun Fact am Rande: Das G4s bietet LG im Ausland als LG Beat an, das Class gibt es in anderen europäischen Ländern wie beispielsweise Österreich als LG Zero. Nur in Deutschland, Südkorea, Russland und Singapur setzt LG bei diesem Gerät auf "Klasse". Beim Verbinden des Handys mit dem Windows-PC identifiziert das Microsoft-Betriebssystem das Gerät jedoch als LG Zero.

Vergleich
LG Class
LG G4s
LG G4c
Maße und Gewicht
142 x 71,8 x 7,7 mm,
154 g
142,7 x 72,6 x 9,8 mm,
139 g
139,7 x 69,8 x 10,2 mm,
136 g
Display
IPS-LCD, 5 Zoll, 1.280 x 720 Pixel
IPS-LCD, 5,2 Zoll, 1.920 x 1.080 Pixel IPS-LCD, 5 Zoll, 1.280 x 720 Pixel
Prozessor
Snapdragon 410, 4 x 1,2 GHz, Adreno 306
Snapdragon 615, 8 x 1,5 GHz, Adreno 405 Snapdragon 410, 4 x 1,2 GHz, Adreno 306
Speicher
1,5 GB RAM, 16 GB Flash, microSD bis 128 GB
1,5 GB RAM, 8 GB Flash, microSD bis 64 GB 1 GB RAM, 8 GB Flash, microSD bis 32 GB
Kamera
13 MP und 5 MP
8 MP und 5 MP
8 MP und 5 MP
Daten
Micro-USB 2.0, Bluetooth 4.1, GPS, WLAN n, UMTS/HSPA+, LTE Cat-4
Micro-USB 2.0, Bluetooth 4.1, NFC, GPS, WLAN n, UMTS/HSPA+, LTE Cat-4 Micro-USB 2.0, Bluetooth 4.1, NFC, GPS, WLAN n, UMTS/HSPA+, LTE Cat-4
Akku
2.050 mAh
2.300 mAh
2.540 mAh
OS-Version
Android 5.1
Android 5.1
Android 5.0
Preis
(Dez. 2015)
249 Euro
ab 249 Euro
ab 165 Euro

Eine detailliertere Gegenüberstellung der Specs von LG Class, LG G4s und LG G4c inklsuive der Benchmark-Ergebnisse im Test liefert euch unser Handyvergleich-Tool.

Gehäuse-Design und -Verarbeitung

Das LG Class ist das erste Smartphone des südkoreanischen Herstellers, das in einem Unibody-Gehäuse aus Aluminium daherkommt, das mir wegen etwas Ähnlichkeit sofort das Nokia N8 in Erinnerung ruft. Die Rundungen an den Längsseiten und das ebenfalls an den Seitenrändern gewölbte 2,5D-Glas lassen den bis zu 7,7 Millimeter dicken Metallmantel optisch flacher erscheinen als er ist. Auf den ersten Blick scheint der ansonsten eher kantig wirkende Unibody komplett aus Aluminium zu bestehen, die Beschläge am oberen und am unteren Ende der Rückseite fühlen sich jedoch anders an und klingen beim Draufklopfen auch etwas dumpfer - vermutlich bestehen sie aus Kunststoff, um besseren Signalempfang der darunter liegenden Antennen zu gewährleisten. Die Spaltmaße zwischen den einzelnen Elementen sind minimal, aber nicht hundertprozentig gleichmäßig, außerdem schließen die seitlich eingelassenen Schlitten für Nano-SIM- und microSD-Karte nicht völlig plan mit der Oberfläche des Gehäuses ab. In Oberkante und Unterkante des LG Class sind Metallplatten mit jeweils zwei Schrauben eingefügt, die sich mit dem richtigen Werkzeug auch herauslösen lassen. Headset-Buchse und Micro-USB-Anschluss sitzen an der Unterseite.

LG Class Unboxing | (c) Areamobile

Das "Heck" des LG Class mit Headset-Buchse und USB-Port

LG Class Unboxing | (c) Areamobile

Nicht ganz eben eingelassen: SIM- und microSD-Schlitten

 

Insgesamt macht das LG Class im Test einen kompakten und gut - aber nicht perfekt - verarbeiteten Eindruck: Das kühle, glatte und an den Seiten gerundete Metall liegt angenehm in der Hand, mit einem Gewicht von 154 Gramm wirkt das Gerät noch als vergleichsweise leicht. Die Rückseite mit dem markanten, abgesetzten länglichen Rear-Key - ein Ensemble aus Lautstärke- und Power-Tasten sowie Hauptkamera und LED-Blitz - sowie das Logo des Herstellers weisen das Smartphone zweifelsfrei als LG-Gerät aus. Der Mono-Lautsprecher sitzt an der Rückseite seitlich neben dem Rear-Key, so dass er nicht völlig verdeckt wird, wenn das Smartphone mit dem Display nach oben auf einer harten, ebenen Fläche liegt. Die Tastenbedienung an der Rückseite ist erstmal gewöhnungsbedürftig.

LG Class Unboxing | (c) Areamobile

Abgesetzter Rear-Key mit Kamera, rechts daneben der Lautsprecher

LG Class Unboxing | (c) Areamobile

Nicht ganz sauber zusammengesetzt: Uneben Spaltmaße beim Übergang zu Antennen-Abdeckungen

 

Das edler anmutende Design hat jedoch auch Nachteile: Der Akku des LG Class lässt sich vom Nutzer nicht spontan auswechseln, um beispielsweise bei intensiver Nutzung unterwegs mit einem mitgenommenen Ersatzakku länger ein funktionstüchtiges Smartphone parat zu haben. Und der SAR-Wert des Geräts liegt laut Hersteller beim Telefonieren am Kopf bei 1,04 W/kg - das ist weit entfernt von "strahlungsarm" (bis 0,6 W/kg) aber immer noch im Rahmen des von der Internationalen Kommission zum Schutz vor nicht-ionisierender Strahlung (ICNIRP) vorgegebenen Bereichs bis 2 W/kg.

Display-Größe und -Qualität

LG Class Unboxing | (c) Areamobile

LG Class | (c) Areamobile

Das IPS-LCD des LG Class misst 5 Zoll in der Diagonale und stellt 1.280 x 720 Bildpunkte dar. Das ergibt ausreichend scharfe 294 Pixel pro Zoll, einzelne Pixel sind nur bei sehr genauem Hinsehen zu erkennen. Das kratzfeste Gorilla Glass 3 ist an den Längsseiten leicht nach unten gewölbt (2,5D-Glas), was wie bereits im Design-Kapitel angesprochen zum "Schlankheitseffekt" beiträgt. Die Glasoberfläche spiegelt recht wenig, die Blickwinkelstabilität des In-Cell-Display mit den Touchsensoren im LCD-Panel ist hervorragend. Die Helligkeit des Displays des LG Class geht mit im Test gemessenen 426 Candela pro Quadratmeter in Ordnung, ebenso die Kontraststärke mit 685:1. Die Abweichungen bei der Darstellung von Farben (6,8 Delta E) sind ebenfalls noch im üblichen Rahmen, die bei Grauwerten (10,3 Delta E) dagegen fast schon grenzwertig. Träge reagiert zuweilen die automatische Helligkeitsanpassung des Displays.

LG Class Displaytest | (c) Areamobile

LG Class im Display-Test: Farbraumabdeckung | (c) Areamobile

LG Class Displaytest | (c) Areamobile

LG Class im Display-Test: Darstellung von Farbwerten | (c) Areamobile

LG Class Displaytest | (c) Areamobile

LG Class im Display-Test: Darstellung von Grautönen | (c) Areamobile

LG Class Unboxing | (c) Areamobile

LG Class im Display-Test: 294 PPI sind ausreichend scharf | (c) Areamobile

System: Hardware, Software und Bedienung

Der im LG Class arbeitende Qualcomm-Chip Snapdragon 410 arbeitet in vielen günstigeren Mittelklasse-Smartphones. Der Ende 2013 angekündigte, aber erst seit diesem Jahr auf Smartphones in Deutschland vorzufindende 64-Bit-fähige Chipsatz besteht aus vier Cortex-A53-Rechenkernen mit einer Taktung von bis zu 1,2 GHz und der Adreno-306-GPU mit 400 MHz und wird von einem 1,5 GB großen Arbeitsspeicher unterstützt. Das sorgt für problemlose Nutzung von einfachen Smartphone-Anwendungen wie mobiles Internetsurfen, E-Mail, Chatten, soziale Netzwerken oder Kartendiensten, aber schon beim Streaming von Youtube-Videos in HD-Qualität treten im Test ganz kleine Hakler auf.

  • Antutu 6.0: 27.939 Punkte
  • PC Mark Performance: 3.722 Punkte
  • Quadrant: 14.067 Punkte
  • Linpack: bis 223 Mflop/s im Multi-Thread-Modus
  • GFXBench 3.1 T-Rex 1.080p Offscreen: 5,2 Bilder pro Sekunde
  • Geekbench 3: 462 Punkte bei Single-Core, 1.402 Punkte bei Multi-Core
  • 3D Mark Unlimited: 4.340 Punkte
  • Vellamo Browser: 2.109 Punkte
  • Vellamo Metal: 878 Punkte
  • Sunspider 1.0.2: 1.409 Millisekunden
  • Octane 2.0: 3.010 Punkte
  • Jetstream 1.1: 19.265 Punkte

Im Vergleich mit dem LG G4s mit Snapdragon 615 und Adreno 405 (Antutu: 31.472 Punkte; PC Mark Performance: 3.743 Punkte; GFXBench: 14 B/s; Geekbench Multi-Core: 2.062 Punkte; Octane: 3.166 Punkte; Sunspider: 1.280 ms) fällt vor allem die deutlich schwächere Grafikleistung des mit Android 5.1.1 Lollipop laufenden LG Class auf. Die Grafikeinheit ist im Grunde eine Variante der Adreno 305 im Snapdragon 305 und schafft es, die Android-Benutzeroberfläche und einfache 2D-Spiele flüssig darzustellen, ist jedoch für aufwändiger gestaltete 3D-Spiele nicht geeignet.

Die von LG entwickelte Benutzeroberfläche LG UX 4.0 ist an Stock-Android angelehnt, erweitert aber die zur Android-Standardepertoire gehörenden Google-Dienste um LG-Anwendungen wie etwa QuickMemo, QSlide, Talkback, RemoteCall Service, LG Backup, LG Smart World und einen Dateimanager, die sich gegebenenfalls auch vom Handy löschen oder zumindest deaktivieren lassen. Zum Entsperren des Displays über ein persönliche ausgewähltes Klopfmuster steht die Funktion Knock Code zur Auswahl, zum Aufwecken des Handys aus dem Standby Double-Tap. Einsteiger können mit Easy Home eine vereinfachte Oberfläche mit größeren App-Symbolen einschalten.

Ein Update auf das aktuelle Android 6 Marshmallow erwartet man zwar als Käufer des LG Class. Eine offizielle Ankündigung vom Hersteller gibt es dazu jedoch bislang nicht.

Multimedia: Kamera, Musik und Speicher

LG Class Unboxing | (c) Areamobile

Kamerasucher | (c) Areamobile

LG Class Unboxing | (c) Areamobile

Kamera-Funktionen | (c) Areamobile

 

Die Kameras sind neben dem Design des Geräts ein weiteres Feature, auf das LG bei der Entwicklung des Class Wert gelegt hat - das lässt sich jeweils aus den Produktbeschreibungen herauslesen. Die hintere Hauptkamera mit f/2.2-Blende, 1/4 Zoll großem Bildsensor und LED-Blitz schießt Bilder mit einer Auflösung von 13 Megapixel und nimmt Videos in Full-HD-Qualität auf. Auch Funktionen wie ein Selbstauslöser, Geotagging, Gesichtserkennung. Panorama-Modus und HDR werden unterstützt. Das klingt schon mal nach einer deutlichen Verbesserung im Vergleich zum LG G4s. Im Test gefällt auch die flotte Auslösegeschwindigkeit der Class-Kamera.

Zur Beurteilung der Fotoqualität haben wir das LG Class auch gegen das Huawei P8 Lite und das OnePlus X antreten lassen, die ebenfalls eine rückseitige Hauptkamera mit einer Auflösung von 13 Megapixel bieten. Im Vergleichstest liefert die Knipse des OnePlus X die besten Bilder ab. Die mit der Kamera des LG Class geschossenen Bilder sind meist recht scharf und gefallen mit kräftigen, aber nicht übertriebenen Farben und einer noch ausreichenden Bilddynamik. Allerdings ist auf unseren Testaufnahmen teilweise ein Rotstich zu erkennen, und bei schwierigen Motiven wie beispielsweise dem Bereich rechts vom Baum auf unserer ersten Foto-Vergleichsreihe schießt die Bildsoftware quer: Auf den Aufnahmen, die mit den 13-Megapixel-Kameras von LG Class und Huawei P8 Lite geschossen wurden, erscheint der Bereich mit Ästen des Baumes und weiter hinter stehenden Büschen sehr matschig, während die Kamera des OnePlus X Details zeigt. Generell tritt bei schlechten Lichtverhältnissen auf den mit dem LG Class gemachten Aufnahmen deutliches Bildrauschen auf. Bei starken Kontrasten zeigen die Huawei-P8-Lite- und die OnePlus-X-Bilder auch mehr Zeichnung in den sehr hellen Bereichen.

Fazit: Für Schnappschüsse zum Ausdrucken im kleinen Format oder zum Teilen über Online-Dienste und soziale Netzwerke reicht die Kamera-Qualität des LG Class aus, höheren Ansprüchen genügt sie nicht.

LG Class im Kamera-Test | (c) Areamobile

Testbild: LG Class | (c) AM

testbild, aufgenommen mit der Kamera des Huawei P Lite | (c) AM

Testbild: Huawei P8 Lite | (c) AM

Kamera-Test: OnePlus X | (c) AM

Testbild: OnePlus X | (c) AM

 
LG Class im Kamera-Test | (c) Areamobile

Testbild: LG Class | (c) AM

testbild, aufgenommen mit der Kamera des Huawei P Lite | (c) AM

Testbild: Huawei P8 Lite | (c) AM

testbild, aufgenommen mit der Kamera des OnePlus X | (c) AM

Testbild: OnePlus X | (c) AM

 
LG Class im Kamera-Test | (c) Areamobile

Testbild: LG Class | (c) AM

testbild, aufgenommen mit der Kamera des Huawei P Lite | (c) AM

Testbild: Huawei P8 Lite | (c) AM

testbild, aufgenommen mit der Kamera des OnePlus X | (c) AM

Testbild: OnePlus X | (c) AM

 

Auch die Frontkamera des Metall-Smartphones liefert mit 8-Megapixel-Kamera mit f/2.0-Blende und Full-HD-Videoaufnahme sichtlich bessere Bildergebnisse als die 5-Megapixel-Knipse des LG G4s ab. Nette Spaßfunktion: Durch zweimaliges Ballen der Faust können Anwender den Auslöser der Frontkamera aktivieren und vier Aufnahmen in schneller Folge von sich schießen lassen, um dann das schmeichelndste Bild auszuwählen. Dabei werden Erklärungen, der gewählte Modus und die Zeit bis zum Auslösen auf dem Display angezeigt - das ist hilfreich. Die Frontkamera des Metall-Smartphones fängt sichtlich mehr Licht ein als die rückseitige Hauptkamera und dunkle Motivebereiche werden heller dargestellt dargestellt, bei der Schärfe fällt die 8-Megapixel-Kamera sichtlich gegen die 13-Megapixel-Kamera ab. Beide kann man übrigens auch per Sprachbefehl auslösen.

Kamera-Test: LG Class | (c) AM

Selfie-Test: LG Class | (c) AM

Kamera-Test: Huawei P8 Lite | (c) AM

Selfie-Test: Huawei P8 Lite | (c) AM

 
Kamera-Test: 13-Megapixel-Kamera des LG Class | (c) AM

13-MP-Kamera des LG Class | (c) AM

Kamera-Test: 8-Megapixel-Frontkamera des LG Class | (c) AM

8-MP-Frontkamera des LG Class | (c) AM

 

Musik

Anders als beim G4s legt LG dem Class keine ganz billig wirkenden Plastikkopfhörer bei, sondern unserem silbernen Testgerät ein weißes Headset mit In-Ear-Stöpseln und Fernbedienung mit Pause- und Play-Taste. Bei richtig eingesetzten Ohrteilen liefert das LG Class ausgewogenen Sound mit tiefen kräftigen Bässen und klaren Höhen - an der Soundqualität gibt es für diesen Preisbereich keine Beanstandung. Mit theoretisch bis zu 130 GB steht auch für große Musiksammlungen ausreichend Speicherplatz zur Verfügung. Und sonst stehen den Nutzern von Android-Geräten neben Google Play Music ja auch die Musik-Streaming-Dienste von Apple und Spotify - allesamt mit Einzel- oder Familienabo - zur Auswahl. Über den kleinen externen Lautsprecher klingt die Musik wie bei vielen anderen Handys wie aus der Blechdose. Einen Equalizer zum Anpassen des Sounds bietet das Metall-Smartphone von LG ebenso wenig wie das LG G4s.

Speicher

Nominell bietet das LG Class 16 GB Flash-Speicher für Apps, Spiele, Fotos, Videos, Musik, Dokumente und andere persönliche Daten. Bei Auslieferung des Smartphones stehen den Anwendern davon noch 11 GB zur freien Verfügung. Zum Auslagern von Mediendateien und Dokumenten kann eine bis zu 128 GB große microSD-Karte in das Class eingelegt werden.

Telefon-Funktion und Daten-Schnittstellen

Das LG Class unterstützt Quad-Band-GSM und neben GPRS/EDGE auch UMTS mit HSPA+ für mobile Datenübertragungen mit bis zu 42 MBit/s im Downstream sowie LTE Cat-4 für bis zu 150 MBit/s. Die Sprachqualität beim Telefonieren ist ausreichend gut: Stimmen der Gesprächspartner klingen natürlich, Hintergrundrauschen ist nur ganz schwach zu hören, Umgebungsgeräusche werden recht wirkungsvoll unterdrückt. Allerdings hörten wir bei mehreren Testtelefonaten auch immer mal wieder zwischendurch einzelne quietschartige Störgeräusche, und die Verbindung erschien stets etwas "wackelig".

Für den Internetzugang und das Medienstream im Heim- oder Büronetzwerk beherrscht das LG-Smartphone WLAN a/b/g/n mit DLNA und Wifi Direct. Für die drahtlose Kommunikation mit anderen Geräten wie etwa Headsets, Smartwatches oder Fitness-Trackern ist Bluetooth 4.1 mit Profilen wie HSP, A2DP, AVRCP, HFP, PAN und SAP an Bord, für die Nutzung von standortbasierten Diensten wie Karten und Navigation GPS. Eine NFC-Antenne für die Nutzung von NFC-Tags, Datenaustauschdiensten wie Android Beam oder von mobilen Bezahldiensten gibt es im LG Class nicht.

Akku-Laufzeit

Der Akku des LG Class ist fest in den Alu-Unibody eingebaut und hat eine Kapazität von 2.050 mAh. Damit ist er kleiner als der Energiespender im LG G4c, das im Areamobile-Test eine vergleichsweise lange Ausdauer bewies, sowie als der im LG G4s. Wegen des im Vergleich kleineren und niedriger auflösenden Displays hält das LG Class jedoch mit einer Stromladung länger durch als das LG G4s: Bei Videostreaming über WLAN mit hellster Display-Beleuchtung kommt das Metall-Smartphone auf 4:18 Stunden (LG G4s: 3:45 Stunden). Im Akku-Benchmark von PC Mark, der in einer Schleife die Nutzung verschiedener Anwendungen hintereinander simuliert und so Rückschlüsse auf die Akku-Laufzeit von Handys im Alltagsgebrauch zulässt, schaffte das LG Class 6:08 Stunden bei mittlerer Display-Helligkeit und 3:57 Stunden bei stärkster Bildschirm-Beleuchtung (LG G4s: 3:53 Stunden). Im Akkutest von GFXBench mit spieleartigen Animationen bei mittlerer Display-Helligkeit übertrifft das LG Class mit einer prognostizierten Laufzeit von 404 Minuten bei 542 Frames im langsamsten Testdurchlauf das stärkere, größere und höher auflösende LG G4s mit 170 Minuten bei 806 Frames.

Der Hersteller gibt für das LG Class eine Sprechzeit von bis zu zehn Stunden im UMTS-Modus oder eine Standby-Zeit von bis zu 340 Stunden an. Im Alltagseinsatz ohne längere intensive Nutzung einer speziellen Anwendung (etwa Videosession während einer mehrstündigen Bahnfahrt) hält das Gerät meist zwei Arbeitstage mit einer Stromladung durch. Kabelloses Aufladen oder Schnellladen unterstützt das Gerät nicht. Bedarf an einer Schnelladefunktion des LG Class entsteht allerdings auch höchstens in Ausnahmesituationen, denn mit dem mitgelieferten 5-Volt-Ladegerät ist der Akku des LG-Handys im Nu wieder gefüllt. Bei völlig entleertem Akku sind 30 Prozent Ladung nach 20 Minuten erreicht, nach knapp über einer halben Stunde die Hälfte des vollen Ladestands.

Fazit

Das LG Class ist ein technisch einfacher ausgestattetes Android-Smartphone, das aber mit dem Snapdragon 410 zumindest gängige Anwendungen im Alltag problemlos meistert und äußerlich mit dem schicken Metallgehäuse und dem Rear-Key an der Rückseite etwas hermacht - Metall als Gehäusematerial in der preiswerteren Mittelklasse ist bislang ein Alleinstellungsmerkmal. Das LG-Handy bietet im Test ein gutes Display, ordentliche Kamera-Qualität und Akku-Laufzeit, LTE für schnelles mobiles Internet sowie microSD-Support fürs Mitnehmen von Musik-, Foto- und Videosammlungen. Hoffentlich liefert der Hersteller zügig ein Update auf die Android-Version 6 Marshmallow nach, die Google ja bereits vor dem Release des LG Class veröffentlichte. Wer aufwändiger gestaltete Spiele auf dem LG-Smartphone nutzen möchte, greift besser zum gebogenen Kunststoff-Smartphone LG G4s als zum LG Class.

LG Class kaufen

Das LG Class ist in Elektronikmärkten wie Media Markt und Saturn zum Preis von 249 Euro ohne Vertrag erhältlich, Mobilfunkbetreiber haben es bislang nicht in ihr Handy-Sortiment aufgenommen. Das früher gestartete LG G4s mit gebogenem Kunststoffgehäuse kostet inzwischen genauso viel im freien Handel. Eine preiswerte Alternative zu den beiden Geräten ist das ebenfalls mit zwei hochauflösenden Kameras ausgestattete Huawei P8 Lite (ab 199 Euro), eine leistungsfähigere und teurere Variante das OnePlus X (269 Euro), das es immer dienstags frei im Online-Shop des chinesischen Herstellers zu kaufen gibt. Das ähnlich ausgestattete Moto G (2015) im Kunststoffgehäuse mit microSD-Support bis 32 GB, stärkerem Akku und Update-Garantie für Android Marshmallow gibt es derzeit in der 16-Gigabyte-Version für 259 Euro.

Testwertung LG Class
 
Handlichkeit und Design 83%
Verarbeitung 94%
Sprachqualität 86%
Akkuausdauer 71%
Ausstattung/ Leistung 70%
Kamera 82%
Internet 83%
Musik 76%
Software und Bedienung 93%
Navigation 87%
Gaming und Video 70%
Gesamtwertung
zum Testzeitpunkt
81%
Zeitwertung
(Stand 04.12.2016)
78%

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Kommentare & Erfahrungsberichte
  1. 20.12.15 17:45 Fritz_The_Cat (Advanced Handy Master)
    Was ich nie verstanden habe und auch nie verstehen werde:

    Warum wird ein neu auf dem Markt erscheinendes Smartphone nicht von beginn an mit der neuesten OS-version ausgestattet? Spätestens seit dem Erscheinen von Android 5.1.1 vor immerhin 8 Monaten ist das auf dem LG installierte Android 5.1 veraltet. … Von dem seit 2 Monaten veröffentlichten Android 6.0 mal ganz zu schweigen…

  2. 20.12.15 18:38 Applenerd (Handy Profi)

    Naja, das bei Android aufgrund der Art der Entwicklung immer mal alles eine Version zurückhängt, ist ja irgendwie verständlich. Und eventuell ist mit 5.1 auch 5.1.1 gemeint. (Wenn die Fehlerkorrekturen von 5.1.1. nicht im LG Class eingepflegt sind, dann wird es echt abenteuerlich.)

    Es gab ja schon schlimmeres Beispiele, wo die neue Version bereits mehr als ein halbes Jahr zurücklag und trotzdem keine Verwendung fand.

  3. 20.12.15 22:32 Nuvolari (Advanced Handy Profi)
    @Fritz

    Diese Frage beschäftigt mich auch immer wieder.
    Und ganz besonders, wenn der Weltmarktführer dafür sorgt, wie zuletzt bei den, vor paar Wochen, neu vorgestellten Galaxy A3 und Galaxy A5, die im Januar 2016 nur mit ANDROID 5.1.1 auf den Markt kommen, und das obwohl ANDROID schon ne Weile verfügbar ist, HTC beim One A9 bereits von Beginn an installiert hatte und andere Hersteller, wie Motorola und LG, Marshmallow auf ihre Geräte ausliefern.

    Nur der größte von allen bringt es nicht auf die Reihe und verspricht ein Update auf ANDROID 6.
    Auch wenn die neuste Version für Januar für die Galaxy S6-Modelle und das Galaxy Note 5 angekündigt wurden, so glaube und vermute ich, dass es kein Update geben wird, bevor die 7. Generation vorgestellt wurde.

  4. 21.12.15 01:23 Pikachus (Handy Profi)

    gabs da nich mal en s klasse smartphone von lg das auch aus metall war?

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