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Autor: Steffen Herget 22.04.2016 - 18:00 | 106

HTC 10 Testbericht

Tops und Flops
  • Tops
  • Edel und toll verarbeitet
  • Absolut flüssige Performance
  • Aktuelles Android mit schlanker
  • Boomsound, gutes Headset und innovative Audio-Optimierungen (+0.5%)
  • Unterstützt Apple AirPlay und USB 3.1 mit Typ C (+0.5%)
  • Flops
  • Kamera mit extremen Verzerrungen (-0.5%)
  • Schwächen bei Sprachqualität

HTC 10 Test: Zurück in der Smartphone-Spitzengruppe

Ein schneller Prozessor, ein edles Gehäuse und aktuelle Software mit ein paar schönen Extras - all das führt das HTC 10 ins Feld, um den Kampf mit den Top-Android-Smartphones von Samsung, LG und Huawei aufzunehmen. Klingt so, als wäre man für den Kampf um die Spitze absolut gerüstet. Im Test erleidet das HTC 10 allerdings auch ein paar Kratzer im Lack.

Gehäuse-Design und -Verarbeitung

Die Vorwürfe beim HTC One M9 waren in Sachen Design laut und nachdrücklich: Das sieht ja aus wie der Vorgänger, fällt denen denn gar nichts neues mehr ein? Dafür soll ich so viel Geld bezahlen? Nix da! Mit dem neuen HTC 10, bei dem man sich vom Familiennamen One verabschiedet hat, zeigt sich HTC bei der Gestaltung des Gehäuses mal wieder ein wenig mutiger. Das Smartphone ist zwar unverkennbar der Nachfolger seiner Ahnen, mit der breiten, schrägen Kante an der Rückseite und den Änderungen im Detail aber durchaus eigenständig.

HTC 10 hands-on | (c) Areamobile

HTC 10 | (c) Areamobile

Vor allem an der Vorderseite hat sich einiges getan. Das HTC 10 kommt dort ohne den breiten Balken unter dem Display daher, der das One M9 und das One M8 immer ein Stückchen länger gemacht hat als nötig. Verschwunden ist damit auch der HTC-Schriftzug, der nur noch an der Rückseite prangt. Verabschiedet hat sich HCT auch von den Lautsprechergittern an der Vorderseite. Die Hörmuschel samt Boomsound-Lautsprecher sitzt hinter einem breiten Schlitz im Glas, der zweite Lautsprecher lässt seinen Klang unten am HTC 10 heraus kommen. Neu ist auch der längliche Fingerabdrucksensor am HTC 10, der im Test zwar so aussieht wie ein mechanischer Homebutton, aber nur über Touch arbeitet. Daneben verstecken sich die Android-Schaltflächen für Zurück (links) und Multitasking (rechts). Auch das ist ein Paradigmenwechsel, bei den Vorgängern setzte HTC auf reine On-Screen-Bedienung.

Zudem sind die einzelnen Knöpfe für die Lautstärkeregelung wieder zu einer Wippe zusammengewachsen. Der Powerbutton hat eine stark geriffelte Oberfläche und ist so gut zu erfühlen. Sowohl die Wippe als auch der Knopf haben knackigere Druckpunkte als die Tasten am One M9 und wirken hochwertig und langlebig. Wie bereits LG und Huawei hat sich HTC beim HTC 10 im Test dazu entschlossen, auf den neuen USB Typ C für das Lade- und Datenkabel zu wechseln, Samsung bleibt noch immer auf dem technisch unterlegenen Micro-USB-Stecker hängen.

HTC 10 Unboxing| (c) Areamobile

HTC 10 im Test

HTC 10 Unboxing| (c) Areamobile

Auffällige Kanten

HTC 10 Unboxing| (c) Areamobile

Rückseite | (c) Areamobile

 

Die Verarbeitung des HTC 10 ist perfekt, da könnte sich beispielsweise das Konkurrenzmodell LG G5 eine dicke Scheibe abschneiden. Mit 161 Gramm ist das Smartphone nicht unbedingt leicht, das Gewicht passt aber zum edlen Material und vermittelt den Eindruck hoher Qualität. Die bauchige Form lässt das HTC 10 angenehm in der Hand liegen und dünner wirken, als es mit 9 Millimeter eigentlich ist. In Länge und Breite ist das HTC 10 etwas größer als das One M9, was am gewachsenen Display liegt.

Display-Größe und -Qualität

HTC 10 Blickwinkel Bilder | (c) Areamobile

Blickwinkelstabilität | (c) Areamobile

Der Bildschirm des HCT 10 hat eine Diagonale von 5,2 Zoll, das sind 0,2 Zoll mehr als beim One M9. Da HTC auch die Auflösung von Full-HD auf QHD mit 2.560 x 1.440 Pixel gesteigert hat, wurde die Pixeldichte mit 565 PPI deutlich angehoben. Tatsächlich ist die Darstellung des Displays im HTC 10 sehr scharf und kontrastreich, auf maximaler Einstellung leuchtet das von HTC als Super LCD 5 Display bezeichnete Panel sehr hell. Zum Schutz des empfindlichen Bildschirms liegt über der sichtbaren Ebene eine Schicht aus an den Rändern leicht gebogenem Gorilla Glass. Die Farben werden auf dem Display des HTC 10 strahlend, aber etwas natürlicher dargestellt als auf dem Galaxy S7 mit seinem AMOLED-Panel, dafür hat Samsung die etwas bessere Blickwinkelstabilität zu bieten. In den Systemeinstellungen des HTC 10 lässt sich die Anzeige an die eigenen Gewohnheiten in Sachen Farbtemperatur und -intensität anpassen. In der Standardeinstellung ist die Darstellung etwas kühl mit vergleichweise hohem Blau-Anteil.

HTC 10 Displaytest | (c) Areamobile

Farbraum gut abgedeckt

HTC 10 Displaytest | (c) Areamobile

Viel Blau in der Standardeinstellung | (c) Areamobile

 

Im Standard-Modus ermittelte unser Messgerät einen Wert von 385 cd/m² für die Helligkeit, die Kontraste fallen mit 1.421:1 außergewöhnlich gut aus. Einen Fauxpas leistet sich das HTC 10 bei den Graustufen, hier fällt die Abweichung mit 14,22 Delta E außergewöhnlich hoch aus. Die Farbdarstellung ist mit 4,24 Delta E gelungen. In den Optionen lässt sich für die Touchscreen-Steuerung der Handschuhmodus aktivieren.

HTC 10 Displaytest | (c) Areamobile

Hohe Abweichung bei der Grautreppe | (c) Areamobile

HTC 10 Displaytest | (c) Areamobile

Gute Farbtreue | (c) Areamobile

System: Hardware, Software und Bedienung

HTC hat dem neuen Flaggschiff in Sachen Technik alles spendiert, das man im Jahr 2016 braucht, um im Konzert der Luxusklasse vorne mitspielen zu können. Der Snapdragon 820 von Qualcomm ist zusammen mit Samsungs Exynos 8890 der aktuell schnellste Prozessor, mit 4 GB RAM ist er zudem gut unterfüttert, um auch die nächsten Jahre genug Leistung zu haben. In den üblichen Benchmarks leistet sich das HCT 10 im Vergleich mit dem Galaxy S7 und dem LG G5 keine Ausrutscher, die drei Power-Androiden liegen bei der Leistung auf einem Level. Dass im Alltag damit alles flüssig und schnell läuft, versteht sich von selbst.


HTC 10
LG G5
Samsung Galaxy S7
3D Mark
27.398 Punkte
27.250 Punkte
27.290 Punkte
Antutu
129.718 Punkte
133.685 Punkte
114.951 Punkte
Geekbench 3
Single 2.259, Multi 5.105 Punkte
Single 2.285, Multi 5.305 Punkte
Single 2.119, Multi 5.723 Punkte
GFXBench T-Rex offs.
90 Bilder pro Sekunde
89 Bilder pro Sekunde
86 Bilder pro Sekunde
PCMark Performance
5.977 Punkte
5.858 Punkte
4.773 Punkte
Vellamo Browser
4.577 Punkte
4.411 Punkte
7.194 Punkte

In die Software hat HTC beim HTC 10 viel Arbeit gesteckt. Auf dem Smartphone läuft Android 6.0.1 Marshmallow, darüber liegt die Sense-Oberfläche in der aktuellen Variante. HTC hat bei den Apps kräftig ausgemistet, und das kommt dem Nutzer zugute. So wurden doppelte Apps untersucht, die sowohl zur Android-Standardausstattung als auch zum eigenen Sortiment gehören. Auf dem HTC 10 gibt es jeweils nur noch ein App für einen Zweck, HTC hat etwa die eigene Fotogalerie nicht mehr vorinstalliert, sondern vertraut auf Googles Foto-App. Wer doch lieber die Anwendung von HCT mag, kann sie nachinstallieren. Schön auch: Bloatware wird nicht vorinstalliert. Stattdessen bietet das HTC 10 bei der Ersteinrichtung im letzten Schritt eine Reihe der typischen Apps dieser Kategorie an, der der Anwender auswählen kann. Dann - und erst dann - werden sie automatisch installiert, und auch nur die, die man ausgewählt hat. Das ist wirklich angenehm und vorbildlich, Daumen hoch dafür, HTC! Auch die vielen Möglichkeiten, das Design der Oberfläche anzupassen, gefallen uns.

Die App Boost+ hat HTC selbst entwickelt, um die Leistung des HTC 10 im Test dauerhaft zu optimieren. So lassen sich etwa schnell ungenutzte Apps aus dem Speicher werfen. Das erledigt die Funktion Smart Boost auch automatisch und unauffällig im Hintergrund. Cache-Dateien und ähnliche Speicherverstopfer löscht Boost+ auf Wunsch ebenfalls. Gamer können den Akku ein wenig schonen, indem sie in Boost+ einstellen, dass bei Spielen die Auflösung von QHD auf Full-HD herunter geregelt wird. Dies lässt sich für jedes installierte Spiel ein- oder ausschalten und hilft tatsächlich, die Ausdauer zumindest ein bisschen zu verlängern. Unterschiede in der Optik haben wir im Test bei keinem Spiel feststellen können.

HTC 10 Unboxing| (c) Areamobile

Homescreen

HTC 10 Unboxing| (c) Areamobile

Hauptmenü

Spannende Zusatzfunktionen | (c) Areamobile

Boost+ | (c) Areamobile

 

Der neue Fingerabdrucksensor im HTC 10 verrichtet im Test seine Arbeit meist flott und unaufgeregt, nur ab und an erkennt der Scanner den eigenen Finger nicht beim ersten Mal. Wer nach dem Kauf des HTC 10 noch ein paar Euro übrig hat, kann sich das Ice View Cover dazu kaufen. Das schützt nicht nur das Smartphone vor Kratzern, sondern bietet durch das halbdurchlässige Cover auch einen Blick auf das Display. Dort werden dann schöne Animationen für die Uhr, Benachrichtigungen und das Wetter dargestellt, die sich in den Einstellungen anpassen lassen. Praktisch: Ein doppelter Wisch mit dem Finger auf der Hülle startet die Kamera. Durch die Plastikhülle wirkt zwar alles ein wenig verschwommen, für Schnappschüsse reicht das aber locker aus, zumal die Kamera selbst natürlich frei liegt und ganz normale Fotos macht.

Multimedia: Kamera, Musik und Speicher

HTC hat in der Vergangenheit mit den Kameras viel experimentiert, nicht immer mit Erfolg. Das HTC 10 verabschiedet sich wie die Konkurrenz aus dem Megapixel-Wettrennen und bringt eine 12-Megapixel-Hauptkamera mit - wobei, HTC nennt die Bildpunkte hier weiterhin Ultrapixel, da sie immerhin 1,55 µm groß sind. Zusammen mit einer großen Blende f/1.8 soll die Kamera, die eine Brennweite von 26 Millimeter und einen optischen Bildstabilisator besitzt, vor allem bei wenig Licht für gute Bilder sorgen. Ein Dual-LED-Blitz und ein Autofokus sind ebenfalls an Bord. Die Frontkamera hat, laut HTC eine Weltneuheit, ebenfalls einen optischen Bildstabilisator, eine Auflösung von 5 Megapixel und eine gleich große Blende.

Im Test liefert das HTC 10 brauchbare Fotos ab. Die Farben werden natürlich wiedergegeben, die Belichtung ist zwar insgesamt immer etwas heller als bei vielen anderen Smartphone, aber trotzdem gelungen, auch wenn die hellen Bereiche manchmal leicht überstrahlen. Auch die Bildschärfe und der Detailreichtum stimmen, zumindest zum großen Teil. An den seitlichen Rändern werden die mit dem HTC 10 geschossenen Fotos nämlich stets ein wenig unscharf und matschig. Das fällt nicht unbedingt immer gleich auf, vor allem dann, wenn die Bilder nur auf dem Handy betrachtet oder am PC-Bildschirm ohne Zoom angeschaut werden. Auch die Wahl des Motivs kann diesen Effekt gut verschleiern, etwa wenn mittig ein Objekt aus der Nähe fotografiert wird und der Rest im - für ein Smartphone - wirklich hübschen Bokeh verschwimmt. Aus diesen Gründen stören die nicht ganz so scharfen Bereiche dann auch in der Praxis nicht so sehr.

Testfoto | (c) Areamobile

Testfoto ohne HDR

Testfoto | (c) Areamobile

Schönes Bokeh

Testfoto | (c) Areamobile

Helle Farben | (c) Areamobile

 
Testfoto | (c) Areamobile

Testfoto

Testfoto | (c) Areamobile

Testfoto

Testfoto | (c) Areamobile

Ränder werden unscharf | (c) Areamobile

 

Was den Spaß bei vielen Fotos, die mit dem HTC 10 geknipst werden, aber wirklich einschränkt, sind die Verzerrungen, die die Optik mitbringt. Dieser ungewollte Effekt ist stark vom Motiv unabhängig und vor allem bei Aufnahmen von Gebäuden immer wieder zu beobachten. Der Berliner Fernsehturm und die St. Marienkirche am Alexanderplatz sehen auf einem Foto aus, als seien Sie kurz vorm Kippen, ein anderes Mal könnte man meinen, ein Passant am Rand des Bildes sei ein Mitglied des "Ministry of Silly Walks" von Monty Python, weil es aussieht, als falle er gleich nach hinten um. Das klingt alles irgendwie lustig, aber wenn man tatsächlich schöne Fotos schießen will, nervt es mit der Zeit einfach. So eine krasse Verzerrung haben wir bei Smartphone-Kameras lange nicht mehr gesehen, wenn überhaupt schon einmal. Hier muss HTC dringend versuchen, mit Softwarekorrekturen gegenzusteuern.

Testfoto | (c) Areamobile

Die schiefen Türme von Berlin

Testfoto | (c) Areamobile

Selfie | (c) Areamobile

 

Mit der lichtstarken Blende kam die Hoffnung, dass das HTC 10 vor allem bei wenig Licht glänzen kann. Das gilt aber ebenfalls nur bedingt, denn die Kamera liefert im Low-Light-Test zwar meist brauchbare, aber nicht herausragende und zudem immer wieder auch total verwackelte Bilder ab. Teilweise liegen zwischen einer guten und einer schlechten Aufnahme keine zwei Sekunden, in denen der Fotograf sich nicht bewegt hat. Sicher, dunkle Bedingungen sind eine Herausforderung für jede Kamera, vor allem für die kleinen Smartphone-Linsen. HTC fällt hier nicht wirklich mit einer schlechten Leistung auf, aber eben auch nicht mit einer besonders guten.

Testfoto | (c) Areamobile

Testfoto abends

Testfoto | (c) Areamobile

Wenig Licht | (c) Areamobile

 

Gut gefallen hat uns im Test der optische Bildstabilisator in der Frontkamera des HTC 10, der vor allem bei Selfie-Videos hilfreich ist und die typischen kleinen Handbewegungen gut ausgleicht. Auch die Optik der Hauptkamera profitiert bei Videos von einem solchen Stabilisator. Die Bildqualität gefällt, der Ton ebenso, auch wenn er ein wenig leise ausfällt. Ab und an hat die Kamera des HTC 10 im Test Schwierigkeiten, sich nach einem Schwenk in Sachen Belichtung und Fokus neu auszurichten. Das passiert aber nicht jedes mal und ist insgesamt zu verschmerzen. Bei Videoaufnahmen liefert das HTC 10 eine gute Leistung ab, auch 4K-Aufnahmen sind mit dem Smartphone möglich.

Hervorragende Audioqualitäten

Neben der Fotografie hat sich HTC beim HTC 10 auch den Audio-Leistungen gewidmet. Die Boomsound-Lautsprecher waren bei ihrer Einführung ein echter Meilenstein, mittlerweile hat die Konkurrenz aufgeholt. Mit dem HTC 10 lässt das Unternehmen aus Taiwan die anderen Hersteller aber erneut hinter sich zurück. Der Klang der zwei Lautsprecher des HTC 10 ist im Test besser, klarer und lauter als alles andere, was man auf einem Smartphone derzeit kaufen kann. Die beiden separaten Verstärker zaubern sogar einen recht ordentlichen Bass aus dem Gerät. Hält man die Hand vor den unteren der beiden Ausgänge am HTC 10, ist der Schalldruck merklich zu fühlen. Der obere Lautsprecher ist für die Hochtöne verantwortlich, der untere für die tiefen Klänge. Damit ist aber auch klar: Echten Stereo-Sound geben die beiden Lautsprecher im HTC 10 nicht von sich, zumindest nicht in der Standard-Einstellung. Wer den Theater-Modus aktiviert, bekommt einen emulierten Stereo-Klang, der für Filme etwas besser klingt.

Wie es sich gehört, legt HTC dem HTC 10 auch einen Kopfhörer mit in die Box. Das Headset ist kein 1-Euro-Teil aus der Grabbelecke, sondern der momentan wohl beste Kopfhörer, den ein Hersteller seinem Smartphone ohne Aufpreis mit gibt.  Eine für hochauflösende Audiodateien - das HTC 10 ist für Hi-Res Audio zertifiziert - optimierte Polymer-Membran im Inneren der Kopfhörer, die nur 8 Micrometer dünn ist, und im Vergleich zu anderen In-Ear-Kopfhörern 70 Prozent größere Wandler sorgen für einen vollen Klang mit klar definierten Höhen, Mitten und Tiefen. Die weichen Ohrenteile aus Silikon liegen in drei verschiedenen Größen bei und sitzen angenehm im Ohr.

HTC geht aber noch weiter, als es bei Boomsound, Hi-Res-Audio und sehr guten Kopfhörern zu belassen. Mit dem HTC 10 führt der Hersteller ein System namens Personal Audio Profile ein. Die Klangausgabe des Smartphones soll damit an das individuelle Hörvermögen des Anwenders angepasst werden. Dazu führt das HTC 10 einen kurzen und einfachen Hörtest durch, bei dem der Anwender signalisieren muss, welche Frequenzen er besser oder schlechter hört. Die Tonausgabe über den Kopfhörer wird dann entsprechend darauf abgestimmt. Die Einstellung, die wahlweise mit einigen Fragen oder über das Abspielen von mehreren Frequenzen getrennt für beide Ohren durchgeführt wird, lässt sich als eines von bis zu zehn Audio-Profilen abspeichern. Der Unterschied ist dabei tatsächlich merklich vorhanden, wer viel Musik am Smartphone hört, darf sich darüber freuen.

Spannende Zusatzfunktionen | (c) Areamobile

Audioprofile verbessern den Ton

Spannende Zusatzfunktionen | (c) Areamobile

Frequenzen einstellen | (c) Areamobile

 

Der interne Speicher des HTC 10 ist 32 GB groß. Zum Start belegt das System allerdings schon einen recht großen Teil davon, dem Nutzer bleiben rund 24 GB übrig. Per Speicherkarte kann die Kapazität um bis zu 2 TB erweitert werden, um große Multimedia-Datenbanken zu transportieren oder schlicht ergreifend Platz genug für alle möglichen Inhalte zu haben.

Telefon-Funktion und Daten-Schnittstellen

Beim Telefonieren leistet sich das HTC 10 im Test unerwartet ein paar Schwächen - unerwartet deshalb, weil das One M9 in diesem Punkt noch eine tadellose Leistung abgeliefert hatte. Mit dem HTC 10 ist ein merkliches Rauschen in allen Telefonaten zu hören, dazu klagen Gesprächspartner über einen matschigen, nicht besonders natürlichen Ton. Immerhin ist die Lautstärke wenigstens auf der Höhe, so dass die Verständigung trotzdem meist klappt. Beim Freisprechen rangiert das HTC 10 im Test im guten Mittelfeld.

Dass man bei einem teuren Luxushandy wie dem HTC 10 von einer Vollausstattung auch in Sachen Datenübertragung ausgehen darf, ist klar. Mit LTE bis zu 450 MBit/s, USB 3.1 mit Typ C, Dual-band-WLAN mit ac-Standard, NFC, DLNA, Miracast und Co. leistet sich das HCT 10 hier tatsächlich keinen Fehltritt, im Gegenteil. Das neue HTC-Handy unterstützt mit Apple AirPlay auch eine Streamingtechnik der Konkurrenz. HTC will hiermit die Grenzen zwischen den Plattformen senken, ein sehr löblicher Ansatz.

Akku-Laufzeit

Der Akku im One M8 brachte es auf 2.600 mAh, im One M9 waren es 2.840 mAh. Das HTC 10 setzt mit 3.000 mAh noch einmal einen drauf, der Energiespender ist aber weiterhin nicht wechselbar - ein Tribut an das Unibody-Gehäuse. Die höhere Kapazität gepart mit dem neuen Prozessor führt dazu, dass das HTC 10 im Test eine deutlich bessere Ausdauer beweist als die früheren One-Modelle. Während das M8 und M9 im Video-Dauertest bei voller Helligkeit nur knapp über der Vier-Stunden-Marke lagen, erreichte das HTC 10 einen guten Wert von fast genau 6 Stunden. Das Ergebnis im Akkutest von PCMark kann sich mit 4:31 Stunden ebenfalls sehen lassen. Im Alltag schafft man mit dem HTC 10 knapp zwei Tage ohne Aufladen, wenn man sich bei der Nutzung ein wenig einschränkt.

Ist der Akku dann einmal komplett leer gesaugt, sollte man das HTC 10 am besten mit dem mitgelieferten Ladegerät nutzen. Das ist nämlich mit einer Ausgangsleistung von 2,5 Ampere ziemlich kräftig und unterstützt zudem Qualcomm Quick Charge 3.0. So ist der komplett leere Akku des HTC 10 im Test nach gut einer Stunde wieder bei 100 Prozent - beim One M9 hatte das noch über zweieinhalb Stunden gedauert. Bei so einer flotten Ladezeit ist es fast zu verschmerzen, dass HTC beim HTC 10 weiterhin keine kabellose Qi-Aufladung unterstützt.

Fazit

Das HCT 10 sieht toll aus und ist besser verarbeitet als die allermeisten Smartphones, die man für Geld kaufen kann. Zudem ist es raketenschnell und wirkt beim Betriebssystem durchdacht und angenehm aufgeräumt. Die bisher gute Updatepolitik von HTC dürfte dafür sorgen, dass der Hersteller das HTC 10 noch eine ganze Weile mit neuer Software versorgt. Die Akkuleistung ist im Vergleich zu den Vorgängern deutlich verbessert, das freut den Nutzer im Alltag immer wieder. Mit den Audio-Funktionen kommen weitere Pluspunkte hinzu, die man zwar nicht sehen, aber um so besser hören kann. Zum ganz großen Wurf reicht es dann aber doch nicht, und das liegt an den ärgerlichen Schwächen der Kamera und an der nicht besonders ansprechenden Sprachqualität - so etwas darf man sich heutzutage in der Oberklasse eigentlich nicht mehr erlauben. Im Großen und Ganzen liegt das HTC 10 mit dem Galaxy S7 und dem LG G5 aber auf einem Level und um Haaresbreite vor dem Huawei P9, das allerdings 130 Euro weniger kostet. Ob das reicht, um den Dampfer HTC wieder in ruhigere Fahrwasser zu bringen, bleibt abzuwarten.

Testwertung HTC 10
 
Handlichkeit und Design 74%
Verarbeitung 95%
Sprachqualität 87%
Akkuausdauer 92%
Ausstattung/ Leistung 91%
Kamera 86%
Tops & Flops
Erklärung zu den Tops & Flops

Die Gesamtwertung wird durch die Tops & Flops beeinflusst. "Boomsound, gutes Headset und innovative Audio-Optimierungen" (+0.5%) und "Unterstützt Apple AirPlay und USB 3.1 mit Typ C" (+0.5%) wirken sich positiv auf die Bewertung aus, für "Kamera mit extremen Verzerrungen" (-0.5%) werden Punkte abgezogen.

+0.5%
Internet 99%
Musik 87%
Software und Bedienung 99%
Navigation 92%
Gaming und Video 94%
Gesamtwertung
zum Testzeitpunkt
92%
Zeitwertung
(Stand 29.03.2017)
89%

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Kommentare & Erfahrungsberichte
  1. 22.04.16 18:48 niko2010 (Member)

    @Steffen
    Ich glaube da hat sich in dem Benchmark Vergleich ein Fehler eingeschlichen.
    Da steht Galaxy S5 und nicht S7. ;-)

  2. 22.04.16 19:07 Frankfurter Knackarsch (Expert Handy Profi)

    "HTC hat bei den Apps kräftig ausgemistet, und das kommt dem Nutzer zugute."

    Inwiefern?
    Ihr gebt 24 GB freien Speicher an, beim S7 habt ihr knapp 25 GB angegeben. Wo ist da der Vorteil? Ist wenigsten der RAM Verbrauch geringer?

    Und ob man den Boost+ Kram wirklich braucht? klingt für mich ziemlich unnötig und welche Apps ich wie häufig nutze geht auch niemanden was an. Bis auf die Youtubeapp kenne nur wenige Apps, die nennenswert Cache anhäufen.

    Bleibt nur, neben dem Front OIS, der überragende Lautsprecher als Alleinstellungsmerkmal. Aber auch der stinkt gegen eine Samsung Level Minibox ab.

  3. 22.04.16 20:04 Steffen Herget (areamobile.de)

    @niko2010: Tatsache, Danke! War ein langer Tag... ;) Hab's geändert. Schönes Wochenende!

  4. 22.04.16 20:07 svenko
    92% Akku?

    Moin,

    Erklärt mich gerne für blöd aber kann mir jemand erklären wie das HTC 10 92% beim Akku test erreicht?

    das xiaomi mi5 bekommt gerade einmal lächerliche 74% bei besseren werten.

    xiaomi mi5:
    PC Mark Battery: 4:38 Stunden
    AM-Videostreaming-Test: 6:42 Stunden
    74%

    HTC 10:
    PC Mark Battery: 4:31 Stunden
    AM-Videostreaming-Test: 6:00 Stunden
    92%

    beim Huawei p9 sieht nicht anders aus:PC Mark Battery: 4:20 Stunden
    AM-Videostreaming-Test: 4:08 Stunden
    83%

    das xiaomi mi5 schlägt das p9 mit Nichten und das HTC 10 mit kleinem Abstand, bekommt dennoch ganze 18% weniger?

    vertippt? 94% statt 92% oder Abzug weil China Phone?

    vielleicht bin ich aber auch einfach nur blöd.

  5. 23.04.16 00:03 jennss (Member)

    Der rechte Rand hat Unschärfen. Ich könnte mir vorstellen, dass das Objektiv nicht so gut zentriert ist. Links sieht es besser aus, finde ich. Ansonsten gefällt mir die Kamera nach den Bildern sehr gut.
    j.

  6. 23.04.16 02:05 Jackthehype (Advanced Member)

    Danke für den Test :)

    Habt ihr die Kamera nur mit HDR Modus benutzt und welche Software war eigentlich installiert? Da HTC leider bei der Softwareverteilung für solche Testgeräte nicht einheitlich war, kommen schon ganz schön unterschiedliche Ergebnisse raus. Ohne HDR und mit der letzten Software war bisher echt super. Ansonsten eher gut, aber könnte besser sein.

    Dass der Speicher bei nur 24GB liegt, wundert mich auch. Laut xda ist wohl das allergrößte Gapps Paket von Google installiert, dazu kosten wohl die Audio Sachen sowie Freestyle usw. etwas mehr Speicher als vermutet.

    Wäre da nicht der Patzer mit der Telefonqualität, könnte man von einem besseren "Platz" ausgehen. Jedoch bin ich überzeugt, die kleinen Schwächen stören mich persönlich null. Der Rest ist zum M7 eine klasse Verbesserung, bis dahin wird die Software ein wenig verbessert sein :)

  7. 23.04.16 04:26 tia (Member)
    Top Gerät

    Traumhafte Fotos

    Verzerrungen sehe ich keine,höchstens bei dem Selfie.
    Man kann es auch übertreiben und unbedingt was finden wollen,weil sonst keine Kritik möglich.

    Insgesamt ein wunderschönes Gerät mit besten Features.

    Frankfurter...
    ist schon schwer zu ertragen wenn man als Samsunger Blindgängerhandybesitzer nicht mehr an erster Stelle steht.

    Das du "Samsung Level ...." erwähnst ist schon traurig,fällt einem sonst nichts ein.

  8. 23.04.16 07:04 bocadillo (GURU)

    Tia

    Es ist eher schlimm für einen htc fan wenn das htc 10 zwar bei solchen tests wieder vorn mitspielt , die ubterschiede aber marginal sind und die kunden es trotzdem nicht kaufen weil der drop bereits gelutscht ist .
    Auf benchmarks ist mit verlaub gesch...

    Da hat frankfurter schon nicht ganz unrecht wenn er sagt das nur der lautsprecher als alleinstellungsmerkmal bleibt - ubd da die zielgruppe der 11 - 16 jährigen nicht wirklich die der highendkunden ist - sinnlos . Da könnte man auch wieder fm transmitter einbauen ??

    Resumee - gutes gerät aber ohne wirklich neues zu bringen - klassisches metoo

  9. 23.04.16 10:57 ddimi

    "könnte man meinen, ein Passant am Rand des Bildes sei ein Mitglied des "Ministry of Silly Walks" von Monty Python, weil es aussieht, als falle er gleich nach hinten um"

    Liebe Redaktion, Beweis? Das sieht stark nach Antisponsoring aus, genau wie der "Test" von Verge, wo die Qualität vom Display am 240p Video den Leuten gezeigt wurde

  10. 23.04.16 11:29 Andre2779 (Advanced Handy Profi)

    Absolutes Topgerät, ich freue mich schon das HTC10 Anfang Mai in meinen Händen halten zu dürfen. Macht weiter so HTC, eure Geräte sind wirklich absolute Spitze die letzten Jahre ;)

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