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Autor: Steffen Herget 30.07.2016 - 18:00 | 1

LG X Cam Testbericht

Tops und Flops
  • Tops
  • Dual-Kamera mit Weitwinkel
  • Aktuelles Betriebssystem
  • Ordentliche Sprachqualität
  • Flops
  • Langweiliges Design
  • Viele Detailschwächen
  • Echte Highlights fehlen

LG X Cam Test: Doppel-Kamera ohne X-Faktor

Die X-Serie von LG stellt die neue Mittelklasse der Smartphones des Herstellers dar. Jedes X-Modell soll sich dabei durch ein spezielles Feature auszeichnen. Beim LG X Cam ist das - angesichts des Namens wenig überraschend - die Kamera, die mit ihren zwei Linsen an die des LG G5 angelehnt ist. Ob die günstigere Variante im LG X Cam überzeugen kann, zeigt das Smartphone im Test.

Gehäuse-Design und -Verarbeitung

Das LG X Cam gehört zur Mittelklasse, versucht sich optisch aber ein wenig in Richtung Oberklasse zu strecken. Das Smartphone der 300-Euro-Klasse hat am oberen und unteren Ende ein leicht gebogenes Deckglas, eine gewisse Ähnlichkeit zum LG G5. Das war es aber auch schon mit den Parallelen, denn dem LG X Cam ist im Test schnell anzusehen, dass es sich hier um ein günstigeres Modell handelt. Die Rückseite besteht aus schnödem Plastik ohne Verzierung, die Kartenschublade ist nicht nahtlos in den Rahmen eingelassen und der Kunststoff rund um das Display ist nicht besonders hübsch geraten.

Die Verarbeitung ist insgesamt recht ordentlich, mit Ausnahme der Knöpfe an den Seiten des LG X Cam. Die wirken wackelig und haben einen zu geringen Widerstand, eine ungewollte Bedienung in der Hosentasche kommt so schnell einmal vor. Mit 6,9 Millimeter ist das LG X Cam angenehm flach gebaut, das Gewicht von 118 Gramm ist sehr niedrig. Das ist eigentlich ja gut, andererseits hätte ein etwas höheres Gewicht mehr Wertigkeit suggeriert. Die Rückseite kann man, obwohl es zunächst so scheint, nicht abnehmen, sie ist fest mit dem restlichen Smartphone verbunden.

LG X Cam | (c) Areamobile
LG X Cam | (c) Areamobile
LG X Cam | (c) Areamobile

LG X Cam

Dual-Kamera

Rückseite | (c) Areamobile

 

Display-Größe und -Qualität

Das 5,2 Zoll große IPS-Display des LG X Cam hat eine Full-HD-Auflösung von 1.920 x 1.080 Pixel zu bieten. Die Helligkeit wirkt subjektiv etwas gering, und der Eindruck bestätigt sich unter dem Messgerät - 314 cd/m² sind nicht besonders viel. Von der Seite betrachtet wird die Darstellung noch einmal schnell recht stark abgedunkelt, auch wenn die Farben unverändert bleiben. Die Messewerte für Kontraste, Farbdarstellung und Graustufen fallen mit 819:1, 4,14 Delta E und 6,43 Delta E dann wieder durchweg gut aus.

LG X Cam Display Test Blickwinkelstabilitaet | (c) Areamobile
LG X Cam Displaytest | (c) Areamobile
LG X Cam Displaytest | (c) Areamobile

Blickwinkelstabilität

Farbraumabdeckung

Farbverteilung | (c) Areamobile

 
LG X Cam Displaytest | (c) Areamobile

Hohe Farbtreue | (c) Areamobile

LG X Cam Displaytest | (c) Areamobile

Vergleichsweise dunkel | (c) Areamobile

System: Hardware, Software und Bedienung

Als Prozessor verwendet LG im X Cam einen MT6753 von Mediatek, der acht Rechenkerne und eine Taktfrequenz von 1,14 GHz besitzt. Der Chip kann auf 2 GB Arbeitsspeicher zugreifen und ist so gut gerüstet, um mit den Alltagsaufgaben eines Smartphones klar zu kommen. Eine Leistungsexplosion sollte man nicht erwarten, doch zeigt das LG X Cam im Performance-Test eine durchaus ansprechende Leistung und lässt nicht allzu lange auf sich warten, um auch größere Apps aufzurufen.

Die Benutzeroberfläche von LG, die über dem Betriebssystem Android 6.0 Marshmallow liegt, ist bereits hinlänglich von anderen LG-Smartphones bekannt. Die Optik von Icons und Menüs wurde vergleichsweise stark, aber doch gefällig angepasst. Alles wirkt ein wenig bunt und verspielt, ohne zu bonbonhaft zu werden. Die Systemeinstellungen hat LG sehr übersichtlich angeordnet, weitere große Eingriffe ins System gibt es nicht.

Neben einer handvoll Drittanbieter-Apps - Evernote, Instagram und Facebook - hat das lG X Cam einige Hersteller-Apps im Sortiment, die dem Komfort dienen sollen. Wirklich notwendig sind vor allem die gleich zwei Akku-Apps aber nicht. QuickMemo+ ist zwar für die Stiftbedienung gedacht, funktioniert aber auch mit den Fingern tadellos - da hätte man sich ja Evernote fast sparen können, oder eben die eigene App doch weglassen. Doppelt ist nicht immer gleich besser.

LG X Cam | (c) Areamobile
LG X Cam | (c) Areamobile
LG X Cam | (c) Areamobile

Homescreen

Benachrichtigungen

Browser | (c) Areamobile

 

Multimedia: Kamera, Musik und Speicher

Das LG X Cam hat eine doppelte Hauptkamera an der Rückseite. Diese besteht aus einer Optik mit einem Blickwinkel von 75 Grad und 13-Megapixel-Sensor und einer zweiten mit einem Weitwinkel von 120 Grad und 5 Megapixel Auflösung. Damit bringt das X Cam eine ähnliche, aber abgespeckte Variante der Dual-Kamera im LG G5 mit, die im Test nur teilweise überzeugen konnte. Die Frontkamera macht Selfies mit 8 Megapixel. Bei Videos setzen beide Kameras auf Full-HD, 4K wird nicht unterstützt. Die Kamera-App von LG ist angenehm übersichtlich, zwischen normaler Linse und Weitwinkel wird über zwei kleine Icons umgeschaltet.

Die Weitwinkelkamera des LG X Cam hat wie bereits das Pendant im G5 mit starken Verzerrungen zu kämpfen. Warum der Hersteller diese nicht softwareseitig heraus rechnet, bleibt das Geheimnis von LG. Die 5-Megapixel-Bilder sind zudem deutlich unschärfer als die Fotos mit der 13-Megapixel-Kamera mit normalem Blickwinkel. Diese weisen zwar erhöhtes Bildrauschen auf, gefallen aber mit guter Farbdarstellung und ordentlicher Dynamik. Einzig bei stark unterschiedlicher Helligkeit kommt die Kamera des LG X Cam im Test nicht ganz mit und lässt dunkel Bereich verstärkt absaufen.

Testfoto | (c) Areamobile
Testfoto | (c) Areamobile

Testfoto normal

Weitwinkel | (c) Areamobile

 
Testfoto | (c) Areamobile
Testfoto | (c) Areamobile

Dunkle Bereiche zu dunkel

Selfie | (c) Areamobile

 

Auch die Frontkamera des LG X Cam hinterlässt im Test keinen übermäßig guten Eindruck. Zwar gibt es einen regelbaren Verschönerungsmodus, der die Selfies auf Wunsch ein wenig glatt bügelt, der bringt aber auch wenig, wenn die meisten Bilder trotz guten Lichts unscharf und verwackelt werden. Bei Videoaufnahmen sollte man vom LG X Cam auch keine Wunder erwarten, vor allem angesichts des fehlenden Bildstabilisators.

Der kleine Lautsprecher an der Rückseite des LG X Cam taugt nicht zum Musikgenuss, er ist leise, lässt Tieftöne völlig vermissen und bietet keine klare Wiedergabe. Immerhin legt der Hersteller ein durchschnittliches Headset mit in den Karton. Für Gelegenheitshörer reicht das erst einmal, wer öfter so Musik hört, wird sich aber sicher nach Alternativen umschauen. Bei diesem Einkaufsbummel darf dann ruhig auch noch eine microSD-Karte in den Einkaufswagen wandern, denn von den 16 GB internem Speicher sind nur gut 9 GB für den Nutzer zugänglich.

Telefon-Funktion und Daten-Schnittstellen

Die Sprachqualität des LG X Cam ist gut. Beide Seiten sind klar und deutlich zu verstehen, auch wenn es am LG X Cam manchmal etwas dumpf und an der Gegenstelle wiederum hier und da etwas hart klingt. Auch Lautstärke und Rauschverhalten geben keinen Anlass zur Klage. Anders sieht es beim Freisprechen aus, hier sinkt die Qualität an beiden Enden der Leitung merklich ab.

Das Funkmodul des LG X Cam bietet LTE Geschwindigkeiten von bis zu 150 MBit/s im Downstream, bei HSPA ist bei 42,2 MBit/s Schluss. WLAN-n bietet das X Cam im Test ebenso wie Bluetooth 4.2, auf NFC muss der Kunde hier auch nicht verzichten. Da lässt es sich verschmerzen, dass LG dem X Cam keinen USB-Typ-C-Port spendiert hat, der alte Micro-USB-Stecker muss es weiterhin richten.

Akku-Laufzeit

Der Akku im LG X Cam ist fest verbaut und hat eine Kapazität von 2.500 mAh. Das ist nicht übermäßig viel, geht für die verwendete Technik aber in Ordnung. Die Laufzeiten, die das LG X Cam im Test abliefert, können sich durchaus sehen lassen, Werte von 5:40 Stunden bei PCMark und 4:40 Stunden beim Video-Streaming über WLAN - beide mit voller Displayhelligkeit - sind im Vergleich nicht schlecht, allerdings geht es auch deutlich besser. Knapp zwei Tage abseits der Steckdose sind mit dem LG X Cam im Alltagstest durchaus drin, wenn man nicht zu viel fotografiert, filmt oder spielt.

Fazit

Für knapp 300 Euro bekommt man mit dem LG X Screen ein solides, aber trotz der Doppelkamera auch ein wenig langweiliges Smartphone. Das Design wird kaum jemanden vom Hocker reißen, die Performance ist mittelprächtig, Bildschirm und Akkuleistung ebenfalls. Sieht man es positiv, leistet sich sich das X Cam im Test aber auch keine schweren Patzer. Angesichts des Konkurrenzdrucks in der Mittelklasse, aktuell vor allem angefacht vom deutlich günstigeren Honor 5C, und den gefallenen Preisen für das LG G4 und das LG G Flex 2, die kaum mehr, teilweise gar weniger als das X Cam kosten, fallen echte Kaufargumente dennoch etwas schwer. Man macht mit dem LG X Cam nichts verkehrt, aber anderswo wird derzeit mehr Smartphone für's Geld angeboten.

Testwertung LG X Cam
 
Handlichkeit und Design 86%
Verarbeitung 85%
Sprachqualität 87%
Akkuausdauer 83%
Ausstattung/ Leistung 68%
Kamera 80%
Internet 80%
Musik 91%
Software und Bedienung 90%
Navigation 86%
Gaming und Video 64%
Gesamtwertung
zum Testzeitpunkt
81%
Zeitwertung
(Stand 12.12.2017)
74%

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Kommentare & Erfahrungsberichte
  1. 01.08.16 00:04 jennss (Advanced Member)

    Mir erscheint das Angebot doch ganz attraktiv, denn die Doppelkamera ist in meinen Augen ein sehr brauchbares Feature und kein Gimmick, wie manch andere Dinge (Pulsmesser oder so) an Handys. Die Daten sind entsprechend der Preisklasse ok..
    j.

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