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Autor: Steffen Herget 15.01.2017 - 09:00 | 2

Vernee Apollo Testbericht

Tops und Flops
  • Tops
  • 2K-Display
  • Viel Speicher
  • Dual-SIM und LTE
  • VR-Brille gehört zum Lieferumfang
  • Flops
  • Schwacher Akku
  • Schlechte Frontkamera
  • Alte und unvollständige Software (-0.5%)

Vernee Apollo Test: Schwerer Junge mit leichten Schwächen

Der Hersteller Vernee gibt seinen Smartphones gerne Namen von antiken Göttern, doch die Geräte müssen höchst moderne Dinge erledigen können. Ob dem Vernee Apollo das gelingt, verraten wir im Test.

Gehäuse-Design und -Verarbeitung

Apollon ist in der griechischen und römischen Mythologie der Gott des Lichts, der Heilung, des Frühlings, der sittlichen Reinheit und Mäßigung sowie der Weissagung und der Künste, insbesondere der Musik, der Dichtkunst und des Gesangs; außerdem war er der Gott der Bogenschützen. In der realen Welt von heute geht es profaner zu, denn das Vernee Apollo, immerhin Namensvetter des ziemlich vielbeschäftigten Gottes, ist schlicht und einfach ein Android-Smartphone. Das aber kommt sowohl mit einem schicken Gehäuse als auch guter Technik daher und ist dabei nicht allzu teuer.

Göttlich ist das Design des Vernee Apollo vielleicht nicht, aber durchaus ansehnlich. Der Hersteller setzt auf ein Unibody-Gehäuse aus grauem Aluminium, das mit seiner rauen Oberfläche gut in der Hand liegt. Die Kanten sind zwar nicht scharf, aber durchaus prägnant ausgefallen. Oben und unten an der Rückseite sind schwarze Antennenstreifen aus Kunststoff in das Gehäuse eingearbeitet, die sauber in das Aluminium eingepasst wurden. Die ebenfalls aus Metall bestehenden Knöpfe für Power und Lautstärke wackeln nicht, sind aber leicht schwammig im Druckpunkt. An der Rückseite steht die Kamera leicht aus dem Gehäuse hervor, unterhalb der Linse hat Vernee den Fingerabdrucksensor des Apollo verbaut.

Vernee Apollo | (c) Areamobile
Vernee Apollo | (c) Areamobile
Vernee Apollo | (c) Areamobile

Vernee Apollo

Dicker Brummer

Rückseite | (c) Areamobile

 

Das Vernee Apollo bringt im Test stolze 185 Gramm auf die Waage. Das ist keine Kleinigkeit, bei der Größe aber zu verschmerzen. Das Gewicht unterstreicht zudem den hochwertigen Eindruck des Smartphones. Ein wenig schlanker als der knappe Zentimeter hätte es aber ruhig sein dürfen. Immerhin bleibt so mehr als genug Platz für einen Kopfhörerausgang. Die Front mit 2,5D-Glas wirkt durch das Fehlen jeglicher Zierde ein wenig langweilig.

Display-Größe und -Qualität

Das Vernee Apollo ist mit einem 5, Zoll großen IPS-Display ausgestattet, das 2.560 x 1.440 Pixel darstellt und so auf eine Pixeldichte 534 ppi kommt. Das bedeutet eine knackscharfe Darstellung und macht das Apollo auch für VR-Anwendungen tauglich - das muss natürlich auch so sein, wenn man schon eine VR-Brille (mehr zum Headset hier) in die Verpackung legt. Die Darstellung gefällt mit schönen Farben und guter Helligkeit, lässt es allerdings an richtig tiefem Schwarz fehlen. Das Apollo besitzt einen deutlichen Blaustich. Die Blickwinkelstabilität ist durchaus gut. Unter dem Messgerät zeigt sich, dass die Kontraste mit 595:1 nicht besonders stark sind, die Grautreppe weicht zudem mit einem Delta-E-Wert von 26,59 viel zu sehr vom Ideal ab. Die Helligkeit von 379 cd/m² ist ausreichend, ebenso die Farbtreue. Ärgerlich: Wie schon beim Apollo Lite zieht auch das Display des Apollo Fingerabdrücke magisch an und verschmiert sehr schnell. Force Touch unterstützt unser Testgerät nicht.

Vernee Apollo Displaytest | (c) Areamobile
Vernee Apollo Displaytest | (c) Areamobile

Farbraumabdeckung

Sehr hoher Anteil Blau | (c) Areamobile

 
Vernee Apollo Displaytest | (c) Areamobile

Farbtreue und Helligkeit gut | (c) Areamobile

Vernee Apollo Displaytest | (c) Areamobile

Kontraste und Graustufen schlecht | (c) Areamobile

System: Hardware, Software und Bedienung

Das Vernee Apollo besitzt einen Deca-Core-Prozessor, einen Mediatek Helio X25 mit bis zu 2,5 GHz und einer Mali-T880-GPU. Der Prozessor legt eine sehr ordentliche Leistungs aufs Parkett, was auch an den 4 GB Arbeitsspeicher liegt. Das Vernee Apollo hat genug Leistung für alle Aufgaben des Smartphone-Alltags und muss auch vor anspruchsvollen Spielen oder hochauflösenden Videos nicht kapitulieren. Echte Top-Prozessoren haben zwar sowohl in Benchmarks als auch bei der Benutzung mehr Power, zu wenig Leistung besitzt das Vernee Apollo aber wohl für keinen Anwender.

Probleme liegen da schon eher in der Software. Auf dem Apollo läuft Android 6.0 Marshmallow mit einem Sicherheitspatch aus dem Juli 2016 - beides also ziemlich veraltet. Während der Playstore vorinstalliert ist, sind es viele Google-Apps nicht, etwa Youtube, Google Drive, Google+ oder Play Movies, Books und Games müssen nachinstalliert werden. Die System-Apps, die auf dem Vernee Apollo ausgeliefert werden, haben schon einige Jahre auf dem Buckel, die Mail-App, die Kamera und der Kalender stammen aus Android 4 Kitkat. Das war schon auf dem Vernee Apollo Lite im Test zu beobachten und sorgte im Test für Kopfschütteln. Dabei geht es nicht nur um die Optik der Apps, sondern auch um fehlende Funktionen und eventuell gar Sicherheitslücken in den Anwendungen. Das geht so einfach nicht.

Vernee Apollo | (c) Areamobile

VR-Brille wird mitgeliefert | (c) Areamobile

Immerhin verzichtet Vernee darauf, das Apollo zusätzlich noch mit Bloatware einzubremsen, ungewollte Drittanbieter-Apps sind auf dem Smartphone nicht zu finden. Der Fingerabdrucksensor ist nicht der schnellste, arbeitet im Test aber zuverlässig. Wird ein nicht registrierter Finger aufgelegt, vibriert das Vernee Apollo zweimal kurz hintereinander und das Display bleibt schwarz, einmaliges Vibrieren zeigt die erfolgreiche Erkennung an.

Multimedia: Kamera, Musik und Speicher

Das Vernee Apollo besitzt an der Rückseite eine Kamera mit 21-Megapixel-Sensor und Dual-LED-Blitz. Für Selfies steht eine 8-Megapixel-Kamera an der Front des Smartphones zur Verfügung. Die Hauptkamera des Apollo schafft Videoaufnahmen in 4K, bei der Frontkamera ist bei Full-HD Schluss. Die Kamera-App zählt zu den völlig veralteten Google-Anwendungen, die Vernee vorinstalliert. Sie hat bereits drei oder vier Jahre auf dem Buckel. Hier sollten Nutzer im Play Store nach einer moderneren Alternative Ausschau halten.

Die Hauptkamera des Vernee Apollo macht ansehnliche Fotos mit einem guten Detailgrad und einer schönen Bilddynamik. Mit dem geringem Bildrauschen muss und kann man leben. Der HDR-Modus arbeitet zwar ziemlich langsam, bietet sich aber fast als Standard an, da er die Ergebnisse in den meisten Fällen deutlich besser macht als die Automatik ohne HDR. Bei Videos fehlt der Kamera des Apollo im Test deutlich die Schärfe, der fehlende Bildstabilisator sorgt zudem für unruhige Bilder. Die Selfie-Kamera des Vernee Apollo fällt im Test durch, auch nach zahlreichen Versuchen konnten wir kein einziges scharfes Bild knipsen - schwach.

Testfoto | (c) Areamobile
Testfoto | (c) Areamobile
Testfoto | (c) Areamobile

Testfoto ohne ...

... mit HDR

Schlechte Selfie-Kamera | (c) Areamobile

 

Das Vernee Apollo hat 64 GB internen Speicher, das ist angenehm komfortabel. Dem Anwender stehen knapp 54 GB zur Verfügung. Das ist vergleichsweise viel, aber mit den fehlenden Apps und dem nackten Android schnell erklärt. Vernee bietet mit dem Hybrid-Slot die Möglichkeit, die Kapazität noch mit einer microSD-Karte zu erhöhen.

Telefon-Funktion und Daten-Schnittstellen

Das Vernee Apollo unterstützt alle in Deutschland genutzten LTE-Frequenzen, auch das Band 20. Damit ist es ohne Einschränkung hierzulande nutzbar. Für den Nahbereich stehen Bluetooth und WLAN n zur Verfügung, NFC fehlt. Die Gesprächsqualität des Vernee Apollo geht im Test in Ordnung. Der Ton könnte klarer sein, doch beide Gesprächspartner sind jederzeit gut zu verstehen. Das Vernee Apollo nimmt entweder zwei SIM-Karten - einmal Nano, einmal Micro - oder eine SIM und eine microSD auf.

Akku-Laufzeit

Beim Blick auf das Datenblatt ruft der Wert der Akkukapazität leichte Sorgenfalten auf der Stirn hervor. 3.180 mAh sind zwar nicht unbedingt wenig, für ein Smartphone mit so einem großen und hochauflösenden Display aber auch nicht zu stark dimensioniert. Das schlägt sich auch in der Laufzeit nieder, denn nur 4:13 Stunden im Dauertest mit Videostreaming bei voller Helligkeit sind nicht die Welt. Der Test von PCMark bricht auch bei mehreren Versuchen auf dem Apollo ab. Im Alltag macht es einem das Vernee-Smartphone nicht immer leicht, mit einer Akkuladung über den Tag zu kommen, wenn man das Smartphone stark nutzt. Bei normalem Gebrauch muss das Vernee Apollo aber vor dem späten Abend nicht ans Ladekabel. Kabellos aufladen lässt sich der Akku des Vernee Apollo nicht, Schnellladen geht dank Pump Express 3.0.

Fazit

Das Vernee Apollo ist ein ordentliches Android-Smartphone. Die Performance reicht für alle Schandtaten, zumindest die Hauptkamera macht gut Bilder und das Display ist ansehnlich. Auf der Negativseite der Rechnung stehen die recht geringe Akkulaufzeit, die veraltete Software, das hohe Gewicht und die schwache Frontkamera. Im Vergleich zum Apollo Lite machen die verbesserte Hauptkamera und das höher auflösende Display bemerkbar, sonst sind beide Smartphones identisch. Als Alternative bieten sich etwa das Honor 8 oder das Lenovo Moto Z Play an.

Das Vernee Apollo wurde uns von Gearbest zur Verfügung gestellt.

Testwertung Vernee Apollo
 
Handlichkeit und Design 58%
Verarbeitung 90%
Sprachqualität 87%
Akkuausdauer 75%
Ausstattung/ Leistung 85%
Kamera 83%
Tops & Flops
Erklärung zu den Tops & Flops

Die Gesamtwertung wird durch die Tops & Flops beeinflusst. Für "Alte und unvollständige Software" (-0.5%) werden Punkte abgezogen.

-0.5%
Internet 97%
Musik 80%
Software und Bedienung 95%
Navigation 82%
Gaming und Video 81%
Gesamtwertung
zum Testzeitpunkt
84%
Zeitwertung
(Stand 21.11.2017)
81%

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Kommentare & Erfahrungsberichte
  1. 15.01.17 15:59 Pikachus (Handy Profi)

    ehm mein s6 edge plus hat bei 5,7 Zoll QHD sogar nur 3000 mAh o.O

  2. 26.01.17 14:22 dragon-tmd (Advanced Member)

    Witzig an der Sache: die Nachfrage (selbst nach gebrauchten Apollo) ist so niedrig.

    Das Apollo ist eben nicht das lite. Für aktuell 300 Euro ist es schlicht zu teuer, da sollte man IMMER an ein S7 denken.

    Die Firma selber wird scheitern, das dürfte nur noch eine Frage der Zeit sein. Service, Produktqualität, PR & Marketing sind bestenfalls Mittelmaß.

    Ich hatte jetzt alle Geräte in den Händen und würde keines privat dauerhaft nutzen wollen.

    Schade, nach dem (ersten) lite hatte ich echt einen guten Eindruck. Der ging mit dem zweiten lite dann aber stetig bergab und hat mit dem Apollo seinen Tiefpunkt erreicht.

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