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Autor: Björn Brodersen 10.04.2016 - 12:45 | 0

ID2ME ID1 Testbericht

Tops und Flops
  • Tops
  • schnörkelloses Design
  • eigenes Bedienkonzept
  • Flops
  • leuchtschwaches Display
  • nur Schnappschuss-Qualität der Kamera
  • niedrige Sprachqualität
  • Akku nicht wechselbar
  • kein aktuelles Android
  • vergleichsweise hoher Preis

ID1 Test: Das hyggelige Android-Smartphone

Android ist zu unübersichtlich, sagt das dänische Unternehmen ID2ME und bringt mit dem ID1 ein Android-Smartphone "mit anderem Gesicht" heraus. Ein spezieller Launcher erleichtert das Öffnen von Apps auf dem Gerät im Einhandmodus - die gewünschte Anwendung wird quasi aus der Entfernung mit dem Daumen "angescrollt". Doch im Test zeigt sich: Das knapp 400 Euro teure ID1 ist kein "Danish Dynamite".

Die Hygge, das ist entspannte dänische Lebensart: essen, trinken, wohnen, einkaufen oder feiern - hauptsache, es bleibt stressfrei und man lässt es sich gut gehen. Mit dem ID1 des dänischen Herstellers ID2ME gibt es jetzt das passende Android-Smartphone dazu. Das Gerät kommt mit einem vorinstallierten Launcher für die Einhandbedienung. Nach dem Release im Heimatmarkt des Herstellers kommt das Gerät demnächst auch in Deutschland auf den Markt. Für 399 Euro kann es derzeit über den Online-Shop von ID2ME vorbestellt werden, die Auslieferung soll ab dieser Woche beginnen. Wie sich das hyggelige Smartphone insgesamt im Alltagseinsatz schlägt, haben wir im Test untersucht.

ID1: Android-Smartphone mit ganz eigenem Bedienkonzept | (c) Areamobile

ID1: Android-Smartphone mit ganz eigenem Bedienkonzept | (c) Areamobile

Das Bedienkonzept des ID1

Mit dem Finger über die Touchscreen-Oberfläche ziehen und dann loslassen - das ist die Bewegung, um auf dem ID1 mit nur einer Hand am Handy eine beliebige installierte App zu öffnen. Dabei spielt es keine Rolle, wo die Ziehgeste auf dem Glas angesetzt wird, denn der Finger muss am Ende nicht das entsprechende Icon berühren, um die App zu starten - statt des Fingers zur App kommt die Anwendung quasi zum Finger. Geübte Anwender müssen beim Aufrufen von Apps nicht einmal auf das Display schauen, denn das ID1 liefert während der Ziehgeste Vibrations-Feedback - cooler lässt sich mit keinem anderen Android-Smartphone eine App öfnnen.

Das neue, im sogenannte "ID Launcher" umgesetzte Bedienkonzept ist ganz auf Smartphones mit einer Display-Größe zwischen 5 und 5,5 Zoll ausgerichtet und soll den Anwendern eine "sinnvolle Struktur" bieten, die diese "personalisieren" und "anreichern" können. Apps sind in Kreismenüs mit Oberbegriffen wie "Socialize", "Create", "Tools", "Media" oder "Favorites"angeordnet, die der Hersteller "Kategorien" nennt. Horizontales Ziehen auf dem unteren Touchscreen-Bereich des ID1 blättert durch die verschiedenen Kategorien-Kreise - nur jeweils einer wird auf dem Homescreen angezeigt. Eine in vertikaler Richtung fortgesetzte Geste scrollt in dem jeweiligen Kreismenü durch die darin enthalteten Apps. So wird die gewünschte Anwendung quasi aus der Distanz angescrollt. Das Vibrations-Feedback zeigt jeden Wechsel von einer Kategorie zur anderen und von einer App zur nächsten an, die Vibrations-Stärke lässt sich - separat für Kategorie- und für App-Treffer - in Stufen verstärken oder abschwächen. Wer dann im Kopf mitzählt, gelangt blind zielsicher zur gewünschten App.

ID2ME ID1 Unboxing | (c) Areamobile

App innerhalb einer Kategorie "anscrollen"

ID2ME ID1 Unboxing | (c) Areamobile

App-Anordnung in einer Kategorie verändern

 

Das Scrollen über horizontale und vertikale Ziehbewegungen an anderer Stelle erfordert eine gewisse Eingewöhnungszeit, damit es in Fleisch und Blut übergeht, und selbst dann landet man immer wieder in der falschen Kategorie oder bei der falschen App - da genügt beispielsweise schon ein kleines Abweichen von der geraden Linie nach oben. Aber: Alles kann, nichts muss. Die Kategorie-Bereiche lassen sich in den Einstellungen löschen, neu anlegen, umbenennen oder mit flüchtiger Wischgeste wechseln, und die jeweilige App-Auswahl kann ganz nach eigenen Wünschen zusammengestellt werden. Wer damit nicht zurechtkommt, kann den vorinstallierten ID Launcher auf dem ID1 auch durch ein anderes Oberflächenprogramm aus dem Google Play Store wie etwa den Google Now Launcher setzen - dann lässt sich das Gerät wie jedes andere Android-Smartphone bedienen. Was leider nicht geht: Die Anordnung der Verknüpfungen in den Kreismenüs per Drag & Drop verändern oder die Zahl der App-Felder pro Kreismenü reduzieren oder zumindest die unbesetzten Platzhalter auszublenden.

ID2ME ID1 Unboxing | (c) Areamobile

Seitlich ausziehbare App-Übersicht

ID2ME ID1 Unboxing | (c) Areamobile

Homescreen und Facebook-Notification

 

Bleibt der Touchscreen unberührt, zeigt das entsperrte Display nur das Hintergrundbild mit Uhrzeit und Datum sowie der oberen Statusleiste mit dem von anderen Android-Smartphones bekannten ausklappbaren Notifications-Menü an. Neue Benachrichtigungen von den fünf Apps Telefon, SMS, Facebook, Instagram und Snapchat – weitere sollen bald folgen – lassen sich zusätzlich zu den regulären Android-Notifications am oberen Bildschirmrand als Chathead-artige Kreissymbole mit Hinweis auf die Anzahl der Benachrichtigungen mitten auf dem Homescreen einblenden. Der App-Drawer – auf dem ID1 heißt dieser "App-Bibliothek" – kann durch eine Wischgeste vom linken Bildschirmrand eingeblendet werden, schnellt allerdings leider nicht durch kurzes Tippen auf den Homebutton zurück. Das gelingt nur durch eine in die entgegengesetzte Richtung ausgeführte Geste.

Design und Verarbeitung

Das im chinesischen Shenzhen gefertigte ID1 ist "Nordisch by Nature": Mit dem schnörkellosen Design mit klaren, geradlinigen Formen passt das nur 8,4 Millimeter dicke ID1 perfekt in jede skandinavisch eingerichtete Wohnung. Während der Display-Rahmen an den schmalen Ende des Gehäuses frei liegt, stülpt sich die Rückschale an den Längsseiten teilweise über die Plastikbegrenzungen des Bildschirms. So wirkt das Display des ID1 eher eingebttet als aufgesetzt wie beispielsweise beim Sony Xperia E4g oder dem nicht mehr erhältlichen Nokia Lumia 820. Da der Display-Rahmen des ID1 minimal abgeschrägt ist, bleibt man nicht hängen, wenn man mit dem Finger über die Kante streicht. Einen mechanischen Home-Button bietet das Gerät nicht, stattdessen drei kapazitive Tastenfelder unterhalb des Displays mit Android-typischer Funktionsbelegung.

ID2ME ID1 Unboxing | (c) Areamobile

ID2ME ID1: Eingebettet wirkender Display-Rahmen | (c) Areamobile

Das Gerät selbst ist zwar nur in mattem Schwarz erhältlich, doch eine ausdrucksstarke Farbe lässt sich per Wechselcover an das Smartphone pappen. Die glatte, schwarze, an den Seiten gerundete Rückschale aus Kunststoff lässt sich ganz einfach von der zugeschraubten Display- und Prozessor-Einheit abpulen - aber nicht vergessen, zuvor die SIM-Karten-Schlitten aus ihren Steckfächern zu entfernen! Im Lieferkarton liegt eine rote, biegsame Wechselschale mit glänzender Oberfläche und ebenfalls integrierter NFC-Antenne bei. Fingerabdrücke werden je nach Lichteinfall sowohl auf der matten, schwarzen als auch auf der glänzenden, roten Oberfläche sichtbar. Später will ID2ME auch Wechselschalen aus Metall anbieten.

ID2ME ID1 Unboxing | (c) Areamobile

Kamera, Dual-LED-Blitz und Logo

ID2ME ID1 Unboxing | (c) Areamobile

Lautsprecher

 

Die zwei metallenen SIM -Karten-Schlitten machen an dem knapp 400 Euro teuren Smartphone einen billigen Eindruck: Die abschließende Abdeckung sitzt nicht fest und wackelt. Eines der kleinen Metallgerüste unseres Testgeräts fügt sich nicht absolut passgenau in seinen Einschub ein, und in dem offen bleibenden Spalt setzen sich kleine Staubkörnchen fest - da hat der Fertigungspartner von ID2ME nicht sauber gearbeitet. Auch den an der linken Gehäuseseite sitzenden Lautstärkedrückern sowie der rechts - im Einhandmodus gerade noch mit dem Daumen erreichbar - platzierten Power-Taste stünde ein klarerer Druckpunkt gut. Das Ensemble aus dicht nebeneinander angeordnetem Micro-USB-Port und Kopfhöreranschluss an der linken Seite der Unterkante des Smartphones ist ungewöhnlich, gefällt mir aber optisch.

ID2ME ID1 Unboxing | (c) Areamobile

Wacklige SIM-Karten-Schlitten

ID2ME ID1 Unboxing | (c) Areamobile

Spaltmaß bei einem der beiden Karteneinschübe

 

Woran mein Blick aber immer wieder hängen bleibt, sind die runden Logos auf der Front- bzw. Rückseite des Handys - zunächst hielt ich diese für Aufkleber, doch die Schönheitsflecken lassen sich nicht einfach entfernen.

Display-Größe und -Qualität

Das IPS-LC-Display des ID1 kommt mit 5-Zoll-Diagonale und Full-HD-Auflösung von 1.920 x 1.080 Pixel auf eine Pixeldichte von 441 Bildpunkte pro Zoll. Neben der hohen Schärfe zeichnet den Bildschirm des Smartphones noch ein angenehmer Kontrast (579:1), eine ordentliche Blickwinkelstabilität sowie eine zu vernachlässigende Abweichung bei der Wiedergabe von Farbwerten (7,9 Delta-E) aus. Ihr hört es heraus: So richtig punktet das ID1 bei der Display-Qualität nicht.

ID2ME ID1 Blickwinkelbilder | (c) Areamobile

ID2ME ID1 im Display-Test: Blickwinkelstabilität | (c) Areamobile

Die Abweichung bei der Darstellung von Grauwerten fällt außerdem ungewöhnlich hoch aus, und mit bis zu 238 Candela pro Quadratmeter ist das Display des ID1 leuchtschwach. Auch reflektiert das Display-Glas von AGC vergleichsweise stark und zeigt bei der Benutzung schnell Fettschlieren.

ID2ME ID1 Displaytest | (c) Areamobile

ID2ME ID1 im Display-Test: Farbraum| (c) Areamobile

ID2ME ID1 Displaytest | (c) Areamobile

ID2ME ID1 im Display-Test: Farbwerte | (c) Areamobile

ID2ME ID1 Displaytest | (c) Areamobile

ID2ME ID1 im Display-Test: Grauwerte | (c) Areamobile

System: Hardware, Software und Bedienung

Die Hardware des ID1 ist wenig aufregend: Als Antrieb dient der 1,7 GHz leistende 64-Bit-fähige Mediatek-Chipsatz MTK6752 mit acht Cortex-A53-CPUs und Mali-T760-GPU, der auf einen 2 GB großen Arbeitsspeicher zugreifen kann. Der für Mittelklasse-Smartphones entwickelte Mediatek-Chip ist eigentlich durchaus anspruchsvolleren Aufgaben gewachsen, neigt jedoch auch dazu, unter stärkerer Belastung recht schnell warm zu werden. An die Grenzen stößt das mit dem Octa-Core-Prozessor bestückte ID1 bei Spielen wie "Asphalt 8" und "Dungeon Hunter 5": In einer knapp halbstündigen Gaming-Session im Test war zwar "Dungeon Hunter 5" trotz kleiner Ruckler durchaus spielbar, doch es traten größere Ruckler auf, sobald mehrere Gegner im Spiel waren. Bei "Asphalt 8" zeigten sich von Beginn an massive Ruckler, die den Spielespaß verdarben. Währenddessen wurde das ID1 im halbstündigen Spieletest so heiß, dass dies selbst auf der Glasoberfläche des Bildschirms zu spüren war.

  • Antutu: 45.143 Punkte
  • Quadrant: 28.912 Punkte
  • PCMark: 3.858 Punkte
  • GFXBench 1.080p T-Rex Offscreen: 15 Bilder pro Sekunde
  • Geekbench 3: 797 Punkte im Single-Core- und 4.161 Punkte im Multi-Core-Modus
  • 3D Mark Ice Storm Unlimited: 10.536 Punkte
  • Vellamo Metal: 1.135 Punkte
  • Vellamo Browser: 3.235 Punkte
  • Sunspider 1.0.2: 1.144 Millisekunden
  • Octane 2.0: 3.981 Punkte
  • Jetstream 1.2: 25,7 Punkte

Hybrid-Slot: Mehr Speicher oder Dual-SIM?

Der interne Speicherplatz des Dual-SIM-Smartphones ist auf 16 GB (11 GB frei bei Auslieferung des Geräts) bemessen und kann per microSD-Karte um bis zu 64 GB für Fotos, Videos, Musik, Dokumente oder auch App2SD-unterstützende Apps erweitert werden – dann ist jedoch nur noch Platz für eine Nano-SIM-Karte im Gerät.

Noch keine Zusage für ein Update auf Android Marshmallow

Das ID1 läuft ab Werk nicht mit der aktuellen Android-Version 6.0 Marshmallow, die unter anderem den Akkusparmodus Doze mitbringt und dem Nutzer mehr Kontrolle über die App-Berechtigungen bietet, sondern mit Android 5.1 Lollipop und der Benutzeroberfläche ID OS 1.2.1. Während des Tests haben wir ein erstes Update für das Gerät aufspielen können, das noch bestehende Bugs im System behob. Der Stand der Google-Sicherheits-Patches wird in den Systemeinstellungen mit Dezember 2015 eingegeben. Die Stagefright-Detector-App von Zimperium sieht das ID2ME-Smartphone noch für anfällig für die Sicherheitslücke CVE-2015-6602 an, für die Google bereits im Oktober 2015 einen Patch veröffentlicht hat. Die Prüfapp von ESET hält das ID1 ebenfalls für angreifbar. Die Stagefright-Detector-App bewertet dagegen das Gerät als gesichert und das sagt auch der Hersteller des Smartphones. Im Interview mit Areamobile kündigte ID2ME-Chefin Christina Agger für das ID1 regelmäßige Sicherheits-Updates in Zwei- bis Dreimonats-Abständen an, doch eine Zusage für ein Update auf Android Marshmallow gab sie nicht.

ID1: Klaffende Sicherheitslücke auf unserem Testgerät | (c) Areamobile

Drei Stagefright-Prüfapps, ...

ID1 im Stagefright-Test | (c) Areamobile

... drei Meinungen.

ID1 im Stagefright-Test | (c) Areamobile

Aber welche stimmt?

 

Multimedia: Kamera und Musik

Die rückseitige Hauptkamera des ID1 mit Touch-Autofokus, Sony-Bildsensor, f/2.8-Blende und Dual-LED-Blitz löst mit 13 Megapixel auf, die f/2.2-Frontkamera für Selfies oder Videotelefonate mit 5 Megapixel. Unter den Standard-Einstellungen nehmen die Kameras Bilder mit 9,5 Megapixel bzw. 4 Megapixel auf, doch mit einigem Suchen im Kameramenü findet sich die Option für höher auflösende Fotos: Unter "Preview Size" muss auf das Bildformat 4:3 umgestellt werden, um unter "Picture Size" "13 Megapixel" auswählen zu können. Darauf muss man erst einmal kommen! Wer beim Fotografieren nicht der Kamera-Automatik die ganze Arbeit überlassen möchte, findet zahlreiche Einstellungsmöglichkeiten für Belichtung, ISO-Wert, Weißabgleich, Farbsättigung, Kontrast und Schärfe. Außerdem stehen verschiedene Aufnahmemodi (unter anderem für Panoramabilder) sowie Funktionen wie Lächel- und Gesichtserkennung, Gestenauslösung, Selbstauslöser, Serienaufnahme mit bis zu 40 Bilder und HDR zur Auswahl.

Testbild, aufgenommen mit der 13-Megapixel-Kamera des ID1 | (c) Areamobile

ID1: Kamera-Testbild | (c) Areamobile

Testbild, aufgenommen mit der 13-Megapixel-Kamera des ID1 | (c) Areamobile

ID1: Kamera-Testbild | (c) Areamobile

iPhone SE: Kamera-Testbild | (c) Areamobile

iPhone SE: Kamera-Testbild | (c) Areamobile

 
Testbild, aufgenommen mit der 13-Megapixel-Kamera des ID1 | (c) Areamobile

ID1: Kamera-Testbild | (c) Areamobile

iPhone SE: Kamera-Testbild | (c) Areamobile

iPhone SE: Kamera-Testbild | (c) Areamobile

 
Testbild, aufgenommen mit der 13-Megapixel-Kamera des ID1 | (c) Areamobile

ID1: Kamera-Testbild | (c) Areamobile

ID2ME ID1: Kamera-Testbild | (c) Areamobile

ID1: Kamera-Testbild | (c) Areamobile

iPhone SE: Kamera-Testbild | (c) Areamobile

iPhone SE: Kamera-Testbild | (c) Areamobile

 
Testbild, aufgenommen mit der 13-Megapixel-Kamera des ID1 | (c) Areamobile

ID1: Kamera-Testbild | (c) Areamobile

iPhone SE: Kamera-Testbild | (c) Areamobile

iPhone SE: Kamera-Testbild | (c) Areamobile

 

Und ein wenig Justieren ist durchaus empfehlenswert: Nicht nur die Auflösung ist standardmäßig niedriger als möglich eingestellt, auch liefert die Kamera-Automatik kalt wirkende oder rotstichige Bilder - das zeigt unser Vergleich mit den parallel gemacht Aufnahmen mit der 12-Megapixel-Kamera des iPhone SE recht gut. Größtes Manko der 13-Megapixel-Kamera des ID1: Der Belichtungsmesser reagiert träge und die Kamera liefert keine durchweg scharfen Bilder. Auf allen unseren Bildern, die bei hellem Tageslicht mit automatischem Weißabgleich aufgenommen wurden, sind beispielsweise in der Vergrößerung auf dem PC matschig wirkende Bereiche oder Farbsäume zu erkennen. Zu mehr als Schnappschüssen fürs Veröffentlichen auf Facebook, Instagram oder Snapchat oder fürs Teilen über WhatsApp eignen sich die Kameras des ID1 nicht.

Testbild, aufgenommen mit der 5-Megapixel-Selfie-Kamera des ID1 | (c) Areamobile

ID1: Selfie-Testbild | (c) Areamobile

iPhone SE: Kamera-Testbild | (c) Areamobile

iPhone SE: Selfie-Testbild | (c) Areamobile

 

Musik

An der Sound-Qualität und der Lautstärke des ID1 über die mitgelieferten In-Ear-Kopfhörer gibt es nichts auszusetzen. Der Klang beim Musikhören ist ausgewogen mit druckvollen Bässen und klaren Höhen. Über die Equalizer-Funktion in Google Play Music lässt sich der Klang noch über Schieberegler oder vorgegegebene Profile anpassen und auch Surround-Sound einschalten, in den Systemeinstellungen des Smartphones gibt es noch weitere Einstellmöglichkeiten zur "Klangverstörung". Der externe Lautsprecher liefert kaum bis keine Bässe aus.

Telefon-Funktion und Daten-Schnittstellen

An Datenschnittstellen bietet das ID1 im Test Micro-USB 2.0, Bluetooth 4.0, GPS, Glonass und Beidou für standortbezogene Dienste, WLAN a/b/g/n/ac im 2,4- und 5-Gigahertz-Band mit Wifi Direct fürs Medienstreaming und UMTS mit HSPA+ sowie - auf einem Anschluss - LTE Cat-4 für mobile Datenübertragungen mit bis zu 150 MBit/s im Downstream. NFC kommt jeweils über die angesteckte Rückschale an das Handy.

Telefonate via Voice over LTE lassen sich mit dem nicht bei einem Netzbetreiber erhältlichen Smartphone nicht führen. Die Sprachqualität im GSM- oder UMTS-Netz ist nicht gut, aber ausreichend - zumindest verstehen sich Gesprächspartner klar und deutlich. Stimmen werden aber blechern übertragen.

Akku-Laufzeit

Der 2.500 mAh starke Lithium-Ionen-Akku ist fest im Gerät verschraubt und lässt sich daher nicht so einfach selbst wechseln. ID2ME gibt eine Sprechzeit von bis zu fünf Stunden für das bislang einzige Smartphone-Modell des Unternehmens an, die Standby-Zeit soll bis zu 312 Stunden betragen. Bei einer durchschnittlichen Mischnutzung des ID1 geht der Hersteller von 48 Stunden Betriebszeit des Smartphones aus. Das lässt sich nur bei sparsamer Nutzung des Smartphones erreichen. Quick Charge oder kabelloses Laden unterstützt das ID1 nicht.

  • Youtube-Videostreaming-Test per WLAN bei hellster Display-Beleuchtung: 3:44 Stunden
  • Youtube-Videostreaming-Test per WLAN bei Display-Beleuchtung von 200 Candela pro Quadratmeter: 4:02 Stunden
  • Akku-Test von GFXBench 4.0.12: 2:55 Stunden Durchhaltevermögen prognostiziert der Akku-Test von GFXBench bei starker Prozessor-Belastung. In der Schleife des Manhattan-3.1-Tests bei Display-Beleuchtung von 200 Candela pro Quadratmeter stellte das ID1 im langsamsten der Durchgänge 177 Bilder dar - das ist auch der Wert, den das ID1 in einem Einzeldurchlauf des Manhattan 3.1 erreicht.
  • Akku-Test von Geekbench 3: 4:56 Stunden bis zur Entleerung des vollgeladenen Akkus mit Prozessor-intensiven Anwendungsszenarien wie Spielen bei auf 200 Candela pro Quadratmeter gedimmtem Display (2.853 Punkte)
  • halbstündige Spielesession ("Asphalt 8" und "Dungeon Hunter 5") senkt Akku-Ladestand um 18 Prozentpunkte
ID2ME ID1 Unboxing | (c) Areamobile

ID1 mit abgenommer Rückschale: Kein Rankommen an den Akku | (c) Areamobile

Fazit

Das ID1 ist ein schön schlicht geformtes Android-Smartphone mit einfacher Mittelklasse-Hardware und neuartigem Bedienkonzept, das derzeit zu einem überhöht wirkenden Preis nur beim Hersteller erhältlich ist. Design und Launcher heben das ID1 von anderen Android-Smartphones ab, doch es gibt kein technisches Feature an dem Gerät, das sich nicht auf einem anderen, günstigeren Smartphone finden lässt. Die Kameras des dänischen Smartphones genügen nicht höheren Ansprüchen, das Display ist leuchtschwach, und die Sprachqualität animiniert nicht gerade zum Telefonieren. Um es auf den Punkt zun bringen: Wer das ID1 kauft, zahlt mindestens 100 Euro mehr für die besondere Oberfläche als bei der Wahl eines anderen fast gleichwertigen Android-Smartphones wie etwa des Wiko Highway Star im Metallgehäuse (derzeit ab 299 Euro) und des Huawei P8 Lite (derzeit ab 169 Euro), für das sogar ein Marshmallow-Update kommen soll.

Dabei wirkt das Bedienkonzept noch unfertig und geht auch nicht weit genug - die coole Daumenspielerei endet, sobald eine App geöffnet ist. Innerhalb von Apps wird das ID1 wie jedes andere Android-Smartphone bedient. Eine bessere Übersicht liefert die Oberflächenstruktur des ID2ME-Smartphones nicht - sie ist nur anders. Apps nach Kategorien ordnen kann man auch auf einzelnen Homescreen-Seiten. Und jede stark veränderte Oberfläche eines Android-Smartphone wirkt sich erfahrungsgemäß auf die Bereitstellung von Updates auf neue Android-Versionen aus. Dass der Hersteller hier nicht gleich zum Release des Smartphones ein Marshmallow-Update fest zusagt, ist kein gutes Zeichen.

Das ID1 ist kein "Danish Dynamite": Dazu bräuchte es bessere Hardware (besonders bei beliebten Funktionen wie der Kamera), eine konsequentere und weiter gehende Umsetzung des Bedienkonzepts oder eine starke Preissenkung. Kein Anlass für Gelassenheit beim dänischen Hersteller also.

Verfügbarkeit des ID1

Zielgruppe des ID1 sind nach Angaben des Herstellers junge Leute und Junggebliebene, die nach einer neuen Erfahrung mit dem Smartphone suchen. Nach dem gerade erfolgten Markstart in Dänemark und Deutschland will ID2ME in diesem Jahr das Smartphone noch in einem dritten Land herausbringen. In Deutschland kann das Gerät nur im Online-Shop des Herstellers für 399 Euro bestellt werden. Die trotz laufenden Vorverkaufs noch nicht vegriffene erste Charge ist auf rund 1.000 Geräte begrenzt. Nachschub soll im Sommer dieses Jahres kommen. Beigaben zum Smartphone sind ein Wechselcover, kabelgebundene In-Ear-Kopfhörer, ein USB-Kabel, ein Ladegerät und eine Bedienungsanleitung.

Testwertung ID2ME ID1
 
Handlichkeit und Design 80%
Verarbeitung 87%
Sprachqualität 73%
Akkuausdauer 68%
Ausstattung/ Leistung 78%
Kamera 78%
Internet 91%
Musik 90%
Software und Bedienung 93%
Navigation 83%
Gaming und Video 78%
Gesamtwertung
zum Testzeitpunkt
83%
Zeitwertung
(Stand 27.09.2016)
82%

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