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Autor: Stefan Schomberg 30.09.2016 - 18:15 | 0

Motorola Moto Z Testbericht

Tops und Flops
  • Tops
  • Ultradünn
  • Modulares Konzept gut umgesetzt (+1.0%)
  • Gute Performance
  • Flops
  • Scharfe Kanten am Rahmen hinten

Lenovo Moto Z Test: Flachmann mit besonderen Talenten

Vorgestellt hat Lenovo das Moto Z schon im Juni, jetzt ist es auch hierzulande endlich verfügbar. Das Smartphone soll mit extrem flacher Bauweise, schickem Design, Topausstattung und Erweiterungsmodulen überzeugen. Ob das klappt, erfahrt ihr in unserem Test des Moto Z.

Gehäuse-Design und -Verarbeitung

Erst war Motorola an der Spitze, dann weg vom Fenster und dann plötzlich wieder da - vorerst nur mit einfachen, aber guten Modellen, inzwischen auch wieder mit Highend. Das Lenovo Moto Z im Test gehört zweifelsfrei zur Topklasse, bietet es doch neben edlen Materialien, schickem Design, ultraflacher Bauweise und Spitzen-Hardware auch noch die Erweiterungsmodule, die zumindest deutlich besser zu funktionieren versprechen als es LG beim G5 vorgemacht hat.

Lenovo Moto Z | (c) Areamobile

Im Test: Lenovo Moto Z | (c) Areamobile

Beim Design entscheidet sich Lenovo beim Moto Z im Test für Metall auf der Rückseite und beim Rahmen, die Front wird von Gorilla Glass 4 bedeckt. Das verhindert Kratzer hoffentlich besser als die Vorgängergeneration des Materials etwa beim Honor 8. Auf der Front gibt es aber noch andere Merkmale, die bei genauerem Studium des Designs auffallen. Da wäre etwa der quadratische Fingerabdrucksensor um untersten Rand des Gehäuses, der besonders anfangs gern als Homebutton verwendet werden will, aber gar keiner ist. Zusammen mit dem "moto"-Schriftzug nimmt beides etwas viel Platz bis zum Display ein. Tasten gibt es hier nicht, auch nicht als Sensortastenausführung. Das erinnert an Sony-Modelle, denen auch des öfteren Platzverschwendung dieser Art vorgeworfen wird.

Lenovo Moto Z | (c) Areamobile
Lenovo Moto Z | (c) Areamobile

Fingerabdrucksensor | (c) Areamobile

Hardwaretasten | (c) Areamobile

 

Am anderen Ende des Gerätes, also über dem Display, platziert Lenovo mittig die schmale, leicht hervorstehende Hörmuschel, seitlich davon die Frontkamera und einen etwas zu auffälligen Front-LED-Blitz. Zwar wirken diese Frontlichter - je nach Geschmack - nicht gerade hochwertig, aber immerhin ist hier der Raum zwischen Display und Rahmen deutlich kleiner und besser ausgenutzt, eine potentielle Verschwendung also wesentlich geringer als beim Bereich unter dem Touchscreen. Positiv: Der Rand zwischen Display und seitlichem Metallrahmen fällt einem Flaggschiffmodell angemessen sehr schmal aus. Bei Betrachtung des Rahmens, der sich bei unserem Testgerät mattgrau um das Smartphone zieht, fällt sofort die unglaubliche Dicke des Gerätes auf. Oder besser: die Dünne - wenn es dieses Wort denn gäbe. Das Lenovo Moto Z misst teilweise gerade einmal 5,12 Millimeter, das ist bei einem Topmodell ungeschlagen.

Natürlich hat Lenovo hier auch etwas getrickst. Denn das Smartphone ist überwiegend wirklich so dünn, aber eben nicht überall. Die Kamera steht etwa 2,5 Millimeter aus dem Gehäuse hervor - auch mit etwa über 7,5 Millimeter wäre das Gerät aber aber immer noch ziemlich flach. Außerdem nutzt Lenovo die runde hervorstehende Kameraeinheit geschickt, um die Moto Mods am Gerät zu halten - davon später mehr. Beim Rahmen gibt es sonst kaum Auffälligkeiten. Rechts sind Tasten für Lautstärke und Power eingelassen, am Fußende sitzt der USB-Typ-C-Anschluss und oben auf der Stirnseite gibt es abgesehen von der mittig platzierten Antennenfuge aus Kunststoff, die fast nahtlos integriert wurde, am oberen rechten Eck den SIM-Kartenschlitten, der entweder Nano- und Mikro-SIM oder Nano- und microSD-Karte aufnimmt. Er sitzt bei unserem Testgerät leider nicht ganz passgenau im Gehäuse, schlimm ist das aber nicht wirklich.

Lenovo Moto Z | (c) Areamobile
Lenovo Moto Z | (c) Areamobile

Hybrid-Slot | (c) Areamobile

Hervorstehende Kamera | (c) Areamobile

 

Die Rückseite ist überwiegend aus Metall in Nadelstreifen-Optik gefertigt, nur oben und unten gibt es Einlagen aus Glas, unter denen Antennen stecken dürften. Größter Blickfang ist die bereits beschriebene Kamerabeule, am unteren Ende der Rückseite zieht allerdings etwas anderes unweigerlich die Blicke auf sich: die goldenen Anschluss-Pins für die Moto Mods. Technisch interessierte Nutzer werden das sicherlich anziehend finden, alle anderen könnten hierin einen etwas plumpen und visuell wenig erbaulichen Versuch sehen, eine weitere Anschlussmöglichkeit zu schaffen. Beide Nutzergruppen können aber sowohl die geradezu Fingerabdruck-anziehende Rückseite, als auch die offenen Pins direkt aus dem Lieferumfang mit dem beiliegenden Style Mod bedecken, der in schwarzer Nylon-Optik daherkommt. Das bietet auch noch andere Vorteile, nämlich bei der Haptik.

Denn die leidet unter der dünnen Bauform des Moto Z im Test etwas. Vor allem die Übergänge vom geraden Metall der Rückseite zum Metallrahmen sind etwas scharfkantig geraten, da sie entgegen der Front mit ihrem 2,5D-Glas keine sanfte Rundung als Bindeglied aufweisen. Das Style Mod ist zudem etwa 2,5 Millimeter dick, angelegt steht entsprechend die Kamera nicht mehr aus dem Gehäuse hervor. Durch seine Rundungen zu den Rändern hin ist von den scharfen Kanten, die natürlich eher haptisch unangenehm als gefährlich sind, dann auch nichts mehr zu spüren. Stattdessen wird das Lenovo Moto Z auf diese Weise zum Handschmeichler mit angenehm strukturierter Rückseite, auch wenn die ebenfalls kein Grippwunder ist. Dabei darf aber nicht verschwiegen werden, dass das magnetisch und über die Kameraausbuchtung sowie einen Arretierungs-Pin inmitten der metallischen Anschluss-Pins am Moto Z gehaltene Style Mod minimales Spiel aufweist, wenn man Gehäuse gegen Mod zu verschieben versucht. Im Alltag dürfte das aber kaum auffallen.

Lenovo Moto Z | (c) Areamobile
Lenovo Moto Z | (c) Areamobile

PINs für die Mods | (c) Areamobile

Lenovo Moto Z mit Cover | (c) Areamobile

 

Thema Lieferumfang: Das Moto Z verzichtet auf einen Klinkenstecker zum Musikhören per Kopfhörer. Stattdessen liegt ein Adapter von USB Typ C auf Klinke bei. Wir finden diesen Schritt grundsätzlich gar nicht so schlimm - der Adapter muss schließlich nicht "ewig mit rumgeschleppt werden", sondern verbleibt einfach am Kopfhörer. Das Problem: Im Lieferumfang gibt es erst gar keine Kopfhörer - das geht bei einem Topmodell jenseits der 600 Euro überhaupt nicht! Ein Nachteil des Klinke-Verzichts: Gleichzeitiges Aufladen des Akkus und Musikhören sind ohne einen entsprechenden Adapter nicht möglich. Und wo wir gerade schon beim Thema Laden sind: Ein Ladegerät mit fest verbundenem Typ-C-Kabel - wie veraltet ist das denn?! Wer Daten vom Moto Z auf den PC schaufeln will (oder umgekehrt), der muss sich also auch noch ein Typ-C-Datenkabel kaufen, denn das fehlt im Lieferkarton genauso wie ein Headset. Ökologische Gründe für derartiges Knausern bei einem fast 700 Euro teuren Smartphone können wir da nicht ausmachen, eher ökonomische aus Sicht von Lenovo. Das ist in diesem Fall schon fast dreist! Dafür gibt es stattdessen einen durchsichtigen Bumper als Schutz für den Rahmen und eben das Style Cover mit dazu.

Display-Größe und -Qualität

Lenovo Moto Z Displaytest | (c) Areamobile

Lenovo Moto Z Displaytest | (c) Areamobile

Lenovo liebt es groß - beim Moto Z im Test setzt der Hersteller daher auf ein Display mit 5,5 Zoll Diagonale. Wegen der Vorzüge wie satten Farben und herausragendem Schwarzwert verwendet er zudem AMOLED als Technologie. Um die niedrigere Subpixel-Zahl zu kompensieren gibt es eine hohe Quad-HD-Auflösung von 2.560 x 1.440 Pixel. Somit kommt das Gerät auf scharfe 535 Pixel pro Zoll, besser geht es kaum. Die restlichen Werte können sich überwiegend auch sehen lassen. Der Kontrast ist wie bei AMOLED üblich nicht messbar und damit hammerhart, die Helligkeit geht mit 379 cd/m² für diesen Techniktyp in Ordnung. Lediglich bei der Darstellungsgenauigkeit der Grautreppe liegt die Abweichung - ebenfalls typisch AMOLED - mit 13,5 Delta-E recht hoch. Farben werden hingegen mit einer Abweichung von 8,2 Delta-E noch akzeptabel genau angezeigt. Wie immer darf man dabei nicht vergessen, dass Nutzer den Screen vor allem als sehr farbintensiv und kontrastreich empfinden. Die leichten Ungenauigkeiten bei der Darstellungsgenauigkeit fällt hingegen ohne direkten Vergleich nicht auf. Bei der Blickwinkelstabilität punktet das Moto Z ebenfalls - insgesamt ist die Leistung des Moto-z-Touchscreens also richtig gut.

Lenovo Moto Z Displaytest | (c) Areamobile

Lenovo Moto Z Displaytest Grautreppe | (c) Areamobile

Lenovo Moto Z Displaytest | (c) Areamobile

Lenovo Moto Z Displaytest Farbgenauigkeit | (c) Areamobile

System: Hardware, Software und Bedienung

Eines kann man dem Lenovo Moto Z wohl kaum vorwerfen: zu schwache Hardware. Denn das Gerät wird von einem Snapdragon 820 von Qualcomm befeuert, der zusammen mit einer Adreno-530-GPU und 4 GB RAM daher kommt. Das ist aktuell nahezu Topausstattung - zwar gibt es inzwischen auch schon etwas mehr, etwa den Snapdragon 821 im Asus Zenfone 3 Deluxe oder 6 GB RAM im Oneplus 3, aber groß sind die tatsächlichen Leistungsunterschiede nicht. Benchmarks belegen das auch weitgehend. So schafft das Gerät in Antutu etwas über 132.000 Punkte und zeigt mit fast 25.500 Punkten in 3DMark und stolzen 77 Punkten in GFXBench klar, wie stark das Moto Z tatsächlich ist.

Lenovo Moto Z | (c) Areamobile
Lenovo Moto Z | (c) Areamobile

Optionen | (c) Areamobile

Browser | (c) Areamobile

 

Zur Nutzeroberfläche von Lenovo gibt es nicht viel zu sagen. Wie immer verlässt sich Lenovo auf fast unverändertes Vanilla-Android - viele Nutzer wird es freuen, schließlich verspricht das schnelle Updates, da der Hersteller kaum Extraanpassungen vornehmen muss. Spannender ist da schon die bereits eingangs erwähnte Möglichkeit, Erweiterungsmodule zu verwenden. Wer jetzt an LG und das G5 denkt, bei dem die Module nicht nur die Verarbeitung und Stabilität des Smartphones beeinträchtigten, zudem nur durch einen Neustart zu wechseln sind und darüber hinaus teilweise kaum Mehrwert bieten, der kann beruhigt sein: Beim Lenovo Moto Z funktioniert das in allen Belangen besser. Denn hier können die Mods auch im laufenden Betrieb eingesetzt oder entfernt werden und das funktioniert super einfach und schnell.

Aktuell gibt es noch nicht ganz so viele Mods, das soll sich aber ändern und im Gegensatz zu LGs Versuch sehen wir hier auch tatsächlich mehr Potential. Einzige Einschränkung: Lenovo ist zwar ein sehr großer Hersteller, allerdings haben die Motos noch keinen allzu großen Marktanteil. Daher sinkt natürlich auch die Bereitschaft anderer Unternehmen, dafür zu entwickeln. Würden Apple oder Samsung solche Mod-Möglichkeiten anbieten, wäre der Markt vermutlich in kürzester Zeit von unterschiedlichsten Modulen überschwemmt. Dafür tut Lenovo etwas, was Apple oder Samsung vermutlich nicht tun würden: Der Hersteller des Moto Z im Test ermöglicht jedem, also auch privaten Bastlern, selbst Mods für die Motos der Z-Serie zu entwickeln. Dafür bietet Lenovo ein Moto Developer Kit an, mit dessen Hilfe Bastler selbst Hand anlegen können. Die Hardware dazu gibt es für 115 Euro Euro.

Zu den derzeitigen Mods gehören neben den StyleMods, die es in verschiedenen Farben und Materialien gibt und die keinerlei Technik beinhalten auch der Insta-Share-Projector für 349 Euro, die JBL-SoundBoost-Speaker für 99 Euro, das InCipio offGRID-Power-Pack für ab 89 Euro (ohne kabelloses Laden) und die Hasselblad-True-Zoom-Kamera für 299 Euro. Wir konnten die Geräte auf der IFA bereits ausprobieren und sind durchaus beeindruckt. Das liegt einerseits an der einfachen Nutzung - einfach nur an der hervorstehenden Kamera und einem Pin am unteren Ende zum Arretieren ausrichten und auflegen, schon halten die Mods magnetisch und übernehmen - sofern es sich um einen technischen Mod handelt - die entsprechende Funktion des Smartphones.

Lenovo Moto Z | (c) Areamobile

Lenovo Moto Z Beamer-Mod | (c) Areamobile

Der Beamer erlaubt so das vergrößerte Darstellen aller auf dem Display gezeigten Inhalte, in dunklen Räumen theoretisch sogar auf bis zu 70 Zoll Größe. Der Projektionswinkel wird dabei automatisch an die Darstellungsfläche angepasst. Ein Zusatzakku soll eine Stunde Beamen ermöglichen, danach geht's an den Akku des Smartphones. Der Beamer kann alternativ auch per Powerbank oder Ladegerät geladen werden. Besseren Sound gibt es hingegen über die JBL-Speaker. 2 x 3 Watt gibt der Hersteller an - ob das Musik- oder RMS-Leistung ist verschweigt er dabei geflissentlich. Voller wird der Sound dabei auf jeden Fall, lauter auch, sogar so etwas wie Bass ist zu vernehmen. Das geht dem normalen Speaker, der sich unter der oberen Hörmuschel versteckt, naturgemäß völlig ab. Dafür klingt der aber auch viel klarer und tendiert nicht bei maximaler Lautstärke zum Übersteuern. Je nach Musikrichtung ist das bei den JBL-Lautsprechern etwas anders. Laut ja, aber klar sind die oft nicht. Aber man sollte die Kirche auch einfach mal im Dorf lassen: Das, was für den vergleichsweise kleinen Raum aus den Zusatz-Speakern kommt, ist durchaus beachtlich.

Lenovo Moto Z | (c) Areamobile

Lenovo Moto Z Sound-Mod | (c) Areamobile

Nachdem wir (Achtung, Spoiler!) von der Kamera unseres ersten Moto Z nicht wirklich überzeugt waren, verstanden wir um so mehr, warum Lenovo das TrueZoom-Mod gebracht hat. Die Zusatzkamera des schwedischen Spezialisten bietet einen 12-Megapixel-Bildsensor, Full-HD-Videoaufnahmen mit 30 Bildern pro Sekunde, zwei Mikrone für Tonaufnahmen, eine ausfahrbaren zehnfachen optischen Zoom sowie einen Xenon-Blitz zum Ausleuchten von Motiven im Nahbereich. Die Blende des Objektivs mit Linsenschutz könnte mit bis zu f/3.5 etwas größer ausfallen, die Brennweite beträgt 4,5 bis 45 Millimeter. Gegen verwackelte Bilder arbeitet in dem 145 Gramm schweren und 15,1 Millimeter dicken Kameramodul beim Fotografieren ein optischer Bildstabilisator (OIS), bei Videoaufnahmen ein elektronische Bildstabilisierung (EIS). Zum Ausfahren des Zooms sowie zum Auslösen der Kamera stehen mechanische Tasten bereit.

Lenovo Moto Z | (c) Areamobile

Lenovo Moto Z Kamera-Mod | (c) Areamobile

Aktuell passen die Mods auf Moto Z und Moto Z Play, allerdings hat Lenovo schon jetzt betont, dass auch die nächsten Generationen die gleichen Mods unterstützen sollen. Bei LG konnte man sich bis heute nicht zu so einer Aussage durchringen. Die Frage nach dem Sinn solcher Erweiterungen müssen Interessierte allerdings für sich selbst beantworten. Ja, die MotoMods funktionieren im Rahmen ihrer Möglichkeiten gut - besser auf jeden Fall als bei der Konkurrenz. Außer dem Akku-Mod dürften sie eher selten genutzt werden. Wer etwa eine ordentliche Kompakt-Kamera haben möchte, bekommt für 300 Euro auch ein gutes Stand-Alone-Modell. Die muss man dann genau so wie den TrueZoom-Mod separat mit sich herum schleppen. Was aus der Mod-Idee in vier Jahren geworden ist, kann heute noch niemand absehen. Die separate Kamera wird hingegen voraussichtlich auch in vier Jahren noch brauchbare Bilder liefern. Insgesamt stellen wir der Mod-Idee (und auch der Umsetzung!) aber ein gutes Zeugnis aus. Im Gegensatz zur Konkurrenz hat der Nutzer hier nämlich die Wahl.

Der Fingerabdrucksensor des Moto Z im Test verrichtet seine Arbeit zwar so zuverlässig und schnell wie bei der Konkurrenz, aber das ist auch schon alles. Er lässt sich weder als Hombutton verwenden, noch kann man darüber Apps starten oder ihn sonstwie anderweitig einsetzen - das ist etwas dürftig. Technisch kann das Moto Z im Test sonst alles, was ein aktuelles Topsmartphone können muss. LTE ist bis zu 150 mBit/s im Downstream schnell, zudem sind NFC, Dual-SIM und USB Typ C dabei. Der interne Speicher von 32 GB lässt sich problemlos per microSD-Karte erweitern. Wer sich für eine Speichererweiterung per microSD entscheidet muss dann allerdings auf eine zweite SIM verzichten. Die Variante mit 64 GB gibt es in Deutschland nicht offiziell zu kaufen. Dank USB-OTG (On the Go) lassen sich sogar externe Festplatten oder USB-Sticks als Speichermedium nutzen. Dafür fehlt etwas: Wie bereits angesprochen lässt Lenovo beim Moto Z im Test den Klinkenanschluss für analoge Kopfhörer weg, stattdessen gibt es einen Adapter im Lieferumfang. Ansonsten können nur digitale Kopfhörer mit USB Typ C als Anschlussart verwendet werden.

Kamera

Das Lenovo Moto Z im Test setzt auf einen Sony-Bildsensor (IMX230), die Blende ist mit f/1.8 recht lichtstark und als Verwacklungsschutz kommt ein optischer Bildstabilisator (OIS) zum Einsatz. Insgesamt entstehen so Fotos mit 13 Megapixel im 4:3-Format, Videos lassen sich in 4K mit 30 Bildern pro Sekunde (FPS) in den Speicher schaufeln. Ein Laserfokus unterstützt beim schnellen Scharfstellen von Objekten auf kurze Distanz. Die Kamera-Software wurde in Puncto Funktionalität und Bedienung im Vergleich zum Moto G4 Plus nicht verändert und verfügt entsprechend auch über einen manuellen Modus.

Originalaufnahme Moto Z | (c) Areamobile

Originalaufnahme Moto Z | (c) Areamobile

In der Praxis dürften die Ergebnisse damit ordentlich ausfallen, leider macht hier der Autofokus bisweilen einen Strich durch die Rechnung. Zumindest bei unserem ersten Testmodell stellte der häufig nicht scharf, beim zweiten Autofokus klappte das zwar, allerdings sind nicht alle Bereiche so schön scharf wie die Mitte. Selbst bei Sonnenschein, also hellem Licht, wirkten Fotos oft nicht richtig scharf. Die Bilddynamik geht meist in Ordnung, das Ausbrennen heller Flächen kann sie aber gelegentlich nicht verhindern. Bildrauschen ist zumindest bei gutem Licht kein Problem, erst mit abnehmender Helligkeit wird das immer mehr sichtbar.

Originalaufnahme Moto Z | (c) Areamobile

Originalaufnahme Moto Z | (c) Areamobile

Die Bilder mit dem Moto Z sind nicht schlecht, können aber auch nicht vollends überzeugen. Gewisse Parallelen zu Sony-Modellen sind hier klar zu erkennen, in der Vergrößerung sieht man starke Nachbearbeitung, die teilweise fast schon Aquarell-artig aussieht. Videos in 4K sind sehr ansehnlich, die Frontkamera macht ausreichend gute Bilder. Auf den Frontblitz sollte man sich dabei nur im Ausnahmefall verlassen, da er nicht übermäßig hell ist, aber naturgemäß die Atmosphäre solcher Bilder stark beeinflusst. Dafür gelingen auch bei schwachem Licht noch relativ scharfe Selfies.

Gesprächsqualität und Akku-Laufzeit

Telefonate lassen sich mit dem Moto Z im Test ganz entspannt führen. Gesprächspartner klingen an beiden Enden der Leitung sehr gut verständlich und laut, wenn auch etwas hart. Dennoch kann man ohne Rätselraten am Klang der Stimme erkennen, wer gerade anruft. Das klappt sogar noch beim Freisprechen überraschend gut. Der eigentlich etwas quäkige Lautsprecher, der über dem Display positioniert ist, bringt die Stimme hier trotz allem immer noch ausreichend kräftig und verständlich rüber. Am anderen Ende der Leitung ist ein Wechsel zum Freisprechen oftmals nur dadurch zu erkennen, dass der Gesprächspartner plötzlich minimal matschiger klingt. Alles in Allem macht Lenovo hier gute Arbeit.

Der Akku des Lenovo Moto Z im Test verfügt über 2.600 mAh - das ist zwar einerseits für ein Smartphones mit einem Display jenseits der 5-Zoll-Marke und 2K-Auflösung nicht gerade viel, andererseits ist das Smartphone auch nicht einmal 6 Millimeter dünn. Dafür schlägt sich das flache Smartphone gar nicht mal schlecht. In unserem Dauer-Streaming-Videotest hielt das Gerät gute 7 Stunden und 38 Minuten durch - das schaffen viele auf dem Papier beim Thema Akku besser ausgestattete Smartphones nicht. Auch im Alltag gab es keinen Grund zur Unzufriedenheit, hier hielt das Gerät locker einen, mit etwas Vorsicht auch zwei Tage durch. Kritiker könnten aber anmerken, dass Lenovo lieber - statt das Gerät so ultradünn zu bauen, dass es erst durch ein angebrachtes Style-Mod richtig handlich wird - zwei Millimeter mehr Bautiefe drauf- und einen stärkeren Akku reingepackt hätte. Denn dann wäre die Laufzeiten noch besser geworden und es wäre vielleicht sogar ein dritter Tag drin gewesen. Allerdings ist eine solche Betrachtung müßig, denn das Moto Z im Test hält nunmal auch so ganz ordentlich durch und für alle anderen Überlegungen gibt es ja auch das Battery-Mod. Oder eben das Moto Z Play. Das Vollständige laden des Moto Z bei völlig entleertem Akku dauert etwa 1:15 Stunden.

Fazit

Das Lenovo Moto Z im Test ist etwas ganz besonderes. Kein anderes Topsmartphone ist so dünn und hält gleichzeitig trotzdem so lange durch. Zudem bietet kein anderes Topsmartphone so einfach zu nutzende Erweiterungsmöglichkeiten durch die MotoMods. Die bieten aber gleichzeitig viel Angriffsfläche für Kritiker. Denn die machen das Moto Z im Test teuer (699 Euro in der UVP des Herstellers), bieten aber je nach Geschmack nur wenig Alltagsnutzen. Tatsächlich hätte das Moto Z bei etwas dickerer Bauform sogar einige Dinge besser machen können. Dazu zählt etwa der kantige Übergang der Rückseite in den Rahmen, die hervorstehende Kamera und der zumindest auf dem Papier kleine Akku. Andererseits wäre das Gerät dann aber auch wieder nur ein gesichtsloses Smartphone mit Highend-Ausstattung unter vielen gewesen. Uns ist das Moto Z daher so wie es ist sehr lieb. Denn es bereichert den Smartphone-Markt, der ansonsten gern die typische "höher-schneller-weiter"-Mentalität ohne echte Innovation an den Tag legt. Nur zum Verkaufsschlager wird es trotz oder gerade wegen seiner Außergewöhnlichkeit wohl leider trotzdem nicht.

Testwertung Motorola Moto Z
 
Handlichkeit und Design 90%
Verarbeitung 89%
Sprachqualität 86%
Akkuausdauer 77%
Ausstattung/ Leistung 89%
Kamera 84%
Tops & Flops
Erklärung zu den Tops & Flops

Die Gesamtwertung wird durch die Tops & Flops beeinflusst. "Modulares Konzept gut umgesetzt" (+1.0%) wirkt sich positiv auf die Bewertung aus.

+1.0%
Internet 99%
Musik 86%
Software und Bedienung 98%
Navigation 88%
Gaming und Video 93%
Gesamtwertung
zum Testzeitpunkt
91%
Zeitwertung
(Stand 23.04.2017)
88%

Unsere Wertung im Detail

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Gesamteindruck 95% Empfehlung ja
Bewertet am 09.12.2016

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95%
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berechnet aus 1 Bewertungen von Areamobile Lesern.

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