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Autor: Steffen Herget 30.11.2016 - 17:40 | 5

LG X Power Testbericht

Tops und Flops
  • Tops
  • Extrem gute Akkulaufzeit
  • Trotzdem recht dünn und leicht
  • Flops
  • Schwache Kameras
  • Mittelmäßige Performance

LG X Power Test: Länger läuft kaum ein anderes Smartphone

Die X-Serie von LG ist an die Superhelden X-Men angelehnt, jedes Modell hat ein spezielles Features, das es aus der Masse herausragen lässt. Beim LG X Power ist es der besonders starke Akku. Im Test muss das Smartphone zeigen, ob es das Versprechen halten kann und sich auch anderswo keine Ausrutscher erlaubt.

Gehäuse-Design und -Verarbeitung

Rein äußerlich sieht man dem LG X Power im Test seine "Superkraft" nicht an. Das Schwestermodell von X Cam, X Screen und X Mach hat eine ziemlich schnöde, zweckmäßige Optik, die kaum Auffälligkeiten besitzt. Für ein Smartphone, das besonderen Wert auf einen großen Akku legt, ist das X Power ziemlich dünn und leicht geraten, 7,9 Millimeter und 139 Gramm sind nicht besonders viel. Gerade beim Gewicht macht sich das gewählte Material - nämlich Kunststoff - bemerkbar, denn mit Glas oder Aluminium wäre das LG X Power nicht so leicht geworden.

Die Verarbeitung des LG X Power ist insgesamt ordentlich, im Test fällt nur die Rückseite oben und unten durch leichtes Klappern auf. Die Tasten - Lautstärke links, Power rechts - haben klare Druckpunkte, könnten aber etwas mehr Hub vertragen. USB-Kabel und Kopfhörer werden an der Unterseite des LG X Power eingesteckt. Nützliche Beigaben wie einen Fingerabdrucksensor oder einen IR-Blaster sucht man an dem LG-Smartphone allerdings vergebens.

LG X Power | (c) Areamobile
LG X Power | (c) Areamobile
LG X Power | (c) Areamobile

LG X Power im Test

SIM-Schlitten

Rückseite | (c) Areamobile

 

Mit Geräten wie dem LG G2 und dessen Nachfolgern hatte der Hersteller aus Taiwan in den vergangenen Jahren Bestmarken in Sachen schmale Displayränder gesetzt. Das LG X Power kann da nicht mithalten, es hat an den Längsseiten einen vergleichsweise breiten Rand. Ober- und unterhalb des Displays gefallen die Proportionen dann bereits besser, insgesamt geht das Display-/Oberflächen-Verhältnis in Ordnung.

Display-Größe und -Qualität

LG X Power | (c) Areamobile

Einblutung am Display | (c) Areamobile

Das LG X Power besitzt ein 5,3 Zoll großes IPS-Display mit HD-Auflösung, das 16,7 Millionen Farben darstellen kann. Der Verzicht auf Full-HD ist noch zu verschmerzen, nicht jedoch die unschönen Displayfehler, die unser erstes Testgerät des LG X Power besitzt. Ein hellerer Bereich in der Mitte und vor allem eine dunkle Einblutung rechts unten sind gravierende Mängel, so ein Smartphone tauscht jeder Kunde nach dem Kauf um. Interessant dabei: Die dunkle Einblutung wurde im Verlauf des Tests immer schwächer und verschwand am Schluss nahezu komplett - hat das X Power vielleicht doch die Selbstheilungskräfte des X-Man Wolverine geerbt? Der Bildschirm des LG X Power ist vergleichsweise dunkel, er bringt es nur auf gemessene 306 cd/m² - in hellem Sonnenschein ist das schlecht. Die Kontraste wiederum sind mit 1011:1 ausgezeichnet, die Farbdarstellung angenehm natürlich und mit einem Delta-E-Wert von 9,35 noch im guten Bereich. Die Graustufen liegen mit einem Wert von 13,71 etwas zu hoch, das sieht man auch im Alltag, wenn Schwarz eben nicht ganz Schwarz, sondern eher Dunkelgrau ist. In der Praxis kann man mit dem Display des LG X Power im Test leben, auch in dieser Preisklasse gibt es aber bessere Alternativen.

LG X Power Displaytest | (c) Areamobile
LG X Power Displaytest | (c) Areamobile

Farbraum

Farbverteilung | (c) Areamobile

 
LG X Power Displaytest | (c) Areamobile

Dunkles Display | (c) Areamobile

LG X Power Displaytest | (c) Areamobile

Gute Kontraste, weniger gute Graustufen | (c) Areamobile

System: Hardware, Software und Bedienung

Das LG X Power besitzt einen Mediatek-Prozessor. Der MT 7635 hat vier Rechenkerne, eine Frequenz von 1,3 GHz und kann auf 2 GB Arbeitsspeicher zugreifen. Dass damit keine Höchstleistungen in Benchmarks oder im Alltag zu erwarten sind, ist bereits auf dem Papier klar. Wer jedoch auf hochauflösende Videos, grafisch anspruchsvolle Spiele und ähnliche Dinge verzichten kann, bekommt hier eine Smartphone mit brauchbarer Performance im Alltag. Zwar kommen Gedenksekunden beim Starten von Anwendungen immer wieder vor, doch insgesamt reicht die Leistung des LG X Power für die alltäglichen Aufgaben eines Smartphone aus.

Das LG X Power wird mit Android 6.0.1 Marshmallow ausgeliefert. Über ein Update auf die aktuelle Version Android 7 Nougat gibt es noch keine Informationen. Über der Google-Software liegt die eigene Oberfläche von LG, die eine komplett andere Optik besitzt und weniger modern wirkt als das aktuelle Android. Sinnvoll ist die Gliederung der Systemeinstellungen, die alles etwas übersichtlicher macht. Erfreulich: LG stattet das X Power mit sehr wenig Drittanbieter-Apps aus, die man sich auch selbst herunterladen kann, sondern setzt auf einige eigene Anwendungen, etwa für Backup oder Notizen.

LG X Power | (c) Areamobile

LG X Power Homescreen | (c) Areamobile

LG bietet in seiner Benutzeroberfläche die Möglichkeit, zwischen drei Darstellungen zu wählen. Als Standard werden alle Apps auf den Homescreens abgelegt und kein Appdrawer angezeigt. Die zweite Option blendet dieses Hauptmenü wie gewohnt ein. Als dritte Variante kann das LG X Power einen vereinfachten Homescreen darstellen, der die Bedienung für weniger versierte Nutzer erleichtern soll. Das ist praktisch und eine tatsächlich sinnvolle Sache. Natürlich lassen sich auch alternative Launcher auf dem LG X Power installieren, um die Optik komplett zu verändern.

Multimedia: Kamera, Musik und Speicher

Die Frontkamera des LG X Power hat einen 5-Megapixel-Sensor, die Hauptkamera macht Bilder mit 13 Megapixel und nimmt Videos in Full-HD mit 30 Bildern pro Sekunde auf. Für dunkle Ecken ist ein LED-Blitz an Bord, der jedoch kaum mehr als eine Notlösung ist. Einen optischen Bildstabilisator ohne ähnlichen Firlefanz besitzt das X Power nicht. Die Kamera-App, die sich aus dem Lockscreen mit einem Wisch starten lässt, ist simpel gehalten und bietet nur wenige Einstellungen. Immerhin: Direkt nach dem Knipsen lässt sich ein Schnappschuss aus der App auf Facebook teilen.

Die Frage ist aber, ob man das mit dem Teilen wirklich machen möchte, denn die Fotos, die das LG X Power im Test abliefert, sind nicht besonders aufregend. Die Farben sind blass, die Bilder rauschen bereits bei gutem Licht merklich und Details verschwimmen schnell im Pixelmatsch. Von den Leistungen, die gute Smartphone-Kameras mit ähnlichen Auflösungen erreichen, ist das LG X Power weit entfernt. Die Frontkamera reicht für die gelegentliche Runde Video-Telefonie, macht allerdings immer wieder unscharfe und ebenfalls matschige und blasse Selfies. Die Kameras im LG X Power können im Test nicht überzeugen.

Testfoto | (c) Areamobile
Testfoto | (c) Areamobile

Testfoto

Testfoto | (c) Areamobile

 
Testfoto | (c) Areamobile
Testfoto | (c) Areamobile

Testfoto

Selfie | (c) Areamobile

 

Von dem kleinen Lautsprecher, der an der Rückseite des LG X Power seinen Platz hat, sollten die Käufer ebenfalls keine Wunderdinge erwarten. Der beiliegende Kopfhörer hat Ohrenteile aus Hartplastik, die in manchen Ohren bequem sind, in anderen aber nicht. Umgebungsgeräusche werden kaum abgedämpft, der Klang ist recht flach und bringt kaum Bass mit. Von den 16 GB Speicher im LG X Power stehen dem Anbieter etwa 10 GB zur Verfügung, eine microSD-Karte sollte man also direkt mit einplanen, wenn man über eine Anschaffung des LG-Smartphones nachdenkt.

Telefon-Funktion und Daten-Schnittstellen

Das LTE-Modul des LG X Power unterstützt mit Cat-4 Übertragungsraten von maximal 150 MBit/s. Im Nahbereich stehen WLAN-n und Bluetooth 4.2 zur Verfügung, auch NFC und USB OTG sind an Bord. Die Gesprächsqualität des LG X Power ist gut, beide Gesprächspartner sind durchgängig zu verstehen, auch wenn der Klang etwas natürlicher ausfallen könnte. Freisprechen macht mit dem kleinen und leisen Lautsprecher nicht besonders Spaß, funktioniert aber im Notfall, wenn die Umgebung nicht allzu laut ist.

Akku-Laufzeit

Im Test erweist sich der Akku des LG X Power tatsächlich als herausragend gut. Die 4.100 mAh ermöglichen dem Android-Smartphone Laufzeiten, die fast an alte Einfach-Handys erinnern. Nun gut, vielleicht nicht ganz, aber 11:52 Stunden im Video-Test bei voller Helligkeit sind der zweitbeste Wert, den wir je bei einem Smartphone gemessen haben. Sogar der bisherige Langläufer Acer Liquid Z630 musste 20 Minuten früher die Segel streichen, einzig das mehr als doppelt so teure Moto Z Play hielt noch etwas länger durch. Ebenfalls bei voller Helligkeit schaffte das LG X Power im Akkutest von PCMark stolze 10:20 Stunden, das ist eine weitere Bestmarke, die es im Areamobile-Testlabor noch nicht gab. Da verzeihen wir es dem LG X Power sogar, dass der Akku fest verbaut ist und ziemlich lange braucht, um komplett geladen zu werden.

Fazit

Das LG X Power ist kein schickes Highend-Smartphone, es hat weder ein besonders spannendes Design noch einen übermäßig hochauflösenden Prozessor oder eine besonders gute Kamera. Wer aber ein Smartphone mit einem richtig starken Akku sucht, kommt am LG X Power trotzdem kaum vorbei, denn länger läuft derzeit kaum ein anderes Modell auf dem Markt. Für den Straßenpreis von rund 180 Euro bekommen die Kunden also einen echten Spezialisten. Ein besseres Gesamtpaket in dieser Preisklasse bieten etwa das Lenovo Moto G4 oder das Honor 5C.

Testwertung LG X Power
 
Handlichkeit und Design 77%
Verarbeitung 85%
Sprachqualität 85%
Akkuausdauer 100%
Ausstattung/ Leistung 68%
Kamera 75%
Internet 79%
Musik 88%
Software und Bedienung 88%
Navigation 86%
Gaming und Video 72%
Gesamtwertung
zum Testzeitpunkt
82%
Zeitwertung
(Stand 24.09.2017)
77%

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Kommentare & Erfahrungsberichte
  1. 01.12.16 08:46 TONG (Gesperrt)

    Na wunderbar...mal wieder werden nur so langweilige Geräte als Alternativen genannt.

    Guckt mal über den Tellerrand und bestellt Euch mal selber andere Geräte zum Testen.

    Ein Xiaomi Redmi 3S bietet eine bessere Hardware und läuft, mit seinem ebenfalls 4.100 mAh-Akku ewig!

    Dabei kostet es mit rund 160 EUR inkl. Versand aus Spanien weniger als die anderen Möhren.

  2. 01.12.16 10:04 IchBinNichtAreamobile.de (Advanced Handy Master)

    @TONG: Wenn das Redmi 3S hier erhältlich ist, kannst du nochmal mit deinem Einwand kommen.

  3. 01.12.16 11:20 Stefan Schomberg (Leitender Testredakteur)

    @ibnam
    Korrekt.

    mfg

  4. 01.12.16 12:37 cookieman (Professional Handy Master)

    Mal schauen ob LG das den akku besser im Griff hat als mit Samsung Note 7.

  5. 01.12.16 14:35 Whiskas (Advanced Member)

    Warum müssen solche Smartphones immer derartige Bretter sein...
    Mal eines in der handlicheren Art würde niemanden schaden, sondern dadurch noch eine breitere Masse ansprechen.
    Schade, denn mit 5,3" ist mir das Gerät zu groß, so wie wahrscheinlich einigen Anderen mehr auch.

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