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Autor: Stefan Schomberg 27.07.2016 - 18:45 | 0

Wileyfox Spark Testbericht

Tops und Flops
  • Tops
  • Günstiger Preis
  • Gute Verarbeitung
  • Viele Anpassungsmöglichkeiten dank Cyanogen OS
  • Flops
  • Zu kleiner Arbeitsspeicher
  • Mäßige Akkulaufzeit
  • Keine Display-Beschichtung gegen Fingerabdrücke

Wileyfox Spark Test: Bei diesem Preis springt der Funke über

Wileyfox ist alles andere als ein in Deutschland etablierter Smartphone-Hersteller. Dennoch geht das Unternehmen mit einer gehörigen Portion Selbstbewusstsein ins Rennen – wie sonst käme man auf die Idee, sich selbst "Schlaufuchs" zu nennen? Wir haben im Test überprüft, ob Käufer des Wileyfox Spark echte Schlaufüchse sind oder nicht.

Gehäuse-Design und -Verarbeitung

Wileyfox gibt es in Deutschland eigentlich erst seit April 2016, da wurden die beiden erstem Smartphones Swift und Storm angeboten. Inzwischen gibt es drei neue Modelle unter der Bezeichnung Spark (Englisch für "Funke"), die auf den unteren Einstiegsbereich abzielen - ein altbekanntes Prinzip, um sich einen Namen zu machen: Verkaufe Smartphones so günstig, dass es im Gedächtnis bleibt. Wir haben das günstigste Modell davon getestet, das Wileyfox Spark ohne Namenszusatz wie "X" oder "Plus".

Wileyfox Spark | (c) Areamobile

Im Test: Wileyfox Spark | (c) Areamobile

119 Euro sind für ein Smartphone wirklich nicht viel Geld. Dafür bekommt man sicherlich nur einen dicken, pummeligen Plastikbomber, oder? Nicht ganz. Das Wileyfox Spark im Test ist mit 8,65 Millimeter Bautiefe alles andere als pummelig und ein Plastikbomber ist das Gerät auch nicht - obwohl eigentlich der Großteil aus Kunststoff besteht. Aber der ist wenigstens recht interessant gestaltet und hochwertig verarbeitet. Der feste Kunststoffrahmen ist schick dunkel eloxiert, die abnehmbare Rückseite hingegen leicht rau satiniert und erinnert entfernt an die Sandstein-Rückseite von früheren OnePlus-Modellen. Das ist bei Wileyfox zwar nicht ganz so griffig wie bei der Konkurrenz, aber interessanter als eine langweilig glattglänzende Oberflächenstruktur wie bei vielen anderen Einsteiger-Smartphones.

Wileyfox Spark | (c) Areamobile
Wileyfox Spark | (c) Areamobile

Schick eloxierter Rahmen

Rückseite mit Fuchs-Logo | (c) Areamobile

 

Die Verarbeitung ist insgesamt sehr gut, Unregelmäßigkeiten oder sonstige Ungenauigkeiten gibt es nicht. Auch die beiden Hardware-Tasten - Power rechts, Lautstärke links - sind optimal bedienbar, da sie hervorragende Druckpunkte und einen knackigen Tastenhub aufweisen. Die größten optischen Highlights sind das Hersteller-Logo (ein stilisierter Fuchskopf) auf der Rückseite und ein farbiges Lautsprechergitter über dem Display. Insgesamt wirkt das Wileyfox Spark im Test zwar nicht gerade aufregend, aber solide und ausreichend schick. Gut in der Hand liegt es außerdem. Die Rückseite lässt sich übrigens abnehmen, sie ist relativ dünn und labberig und verbirgt nicht nur den herausnehmbaren Akku und die beiden SIM-Kartenschächte, sondern auch noch einen Slot für eine microSD-Karte.

Display-Größe und -Qualität

Wileyfox Spark Displaytest | (c) Areamobile

Wileyfox Spark CIE-Farbverlauf | (c) Areamobile

Der Touchscreen des Wileyfox Spark im Test misst 5 Zoll in der Diagonale und bietet eine Auflösung von 1.280 x 720 Pixel. Damit kommt der Screen auf 294 Pixel pro Zoll und sollte normalen Ansprüchen durchaus gerecht werden. Auch andere Messwerte, die wir bei dem günstigen Einstiegsmodell gemessen haben, überzeugen. So bietet das Gerät für seine Preisklasse eine erstaunliche Helligkeit von 413 cd/m², da gibt der immer noch ausreichende Kontrast von 655:1 schon eher einen Hinweis auf den niedrigen Verkaufspreis. Genau das Gegenteil ist bei der Darstellungsgenauigkeit der Fall, Abweichungen von nur 2,5 und 3 Delta-E vom Optimum sind richtig gut. Auch die Blickwinkelstabilität überzeugt, außer leichter Abschattung ist nur wenig Veränderung zu beobachten.

Wileyfox Spark Displaytest | (c) Areamobile

Wileyfox Spark Grautreppe | (c) Areamobile

Wileyfox Spark Displaytest | (c) Areamobile

Wileyfox Spark Displaytest Farbe | (c) Areamobile

Bei all dem Lob darf eine Sache nicht vergessen werden: Der Touchscreen verfügt leider nicht über eine effektive Beschichtung, die Fingerabdrücke und andere Fettablagerungen verhindert. So ist man ständig mit dem Säubern der Bedienoberfläche von Fett beschäftigt - einerseits, weil das usselig aussieht, andererseits, weil man das bei Eingaben auf dem Touchscreen spürt und es stört.

System: Hardware, Software und Bedienung

Der Mediatek MT6735 ist ein einfacher Quad-Core-Chip mit bis zu 1,3 GHz Taktfrequenz und einer Mali-T720-GPU. Mehr kann man für die UVP von nur 119 Euro auch nicht erwarten und so richtig schlimm ist das auch erst mal nicht. Die Arbeitsgeschwindigkeit ist meist ausreichend, im Alltag überzeugt das Smartphone mit überwiegend flüssiger Bedienung und ausreichend schneller Ladezeit für Apps. Die kommt natürlich nicht an besser ausgestattete Geräte heran, die kosten dann aber auch gleich wieder einiges mehr. Allerdings erlaubt sich das Wileyfox Spark im Test manchmal ganz schöne Hänger. Nach einem Systemneustart sollte man dem Gerät lieber ein paar Sekunden mehr als zu wenige gönnen. Sonst wird man mit sekundenlangen Hängern "belohnt". Auch das gleichzeitige Installieren von Apps und ein flüssiger Parallelbetrieb sind nicht möglich. Das Installieren von Apps dauert bisweilen enorm lang.

Wileyfox Spark | (c) Areamobile
Wileyfox Spark | (c) Areamobile

Android ja - aber mit Cyanogen Mod OS | (c) Areamobile

Homescreen | (c) Areamobile

 

Einschränkender könnte sich allerdings auf längere Sicht der niedrige Arbeitsspeicher von nur 1 GB erweisen, den der dürfte früher oder später dafür sorgen, dass einige Apps nicht mehr auf dem Gerät funktionieren, auch einer unserer normalen Test-Benchmarks lief auf dem Spark nicht. Ebenfalls ein Problem: der nur 8 GB große interne Speicher. Längst nicht alle Apps lassen sich auf die Speicherkarte auslagern, da kann es schnell eng mit den freien 4 GB werden. Das alles weiß man aber vor dem Kauf so eines günstigen Modells, bei dem aufgerufenen Preis ist das daher letztendlich doch noch verschmerzbar.

Wileyfox Spark | (c) Areamobile
Wileyfox Spark | (c) Areamobile

Schnellmenü

App-Drawer | (c) Areamobile

 

Auf dem Wileyfox Spark im Test läuft das als Betriebssystem Cyanogen OS 13, das auf Android 6.0.1 Marshmallow basiert. Cyanogen OS bietet enorm viele Einstellungsmöglichkeiten für das Gerät und zudem bessere Datenschutz- und Sicherheitsoptionen als Googles Android. Dazu kommen einige praktische Funktionen wie ein alphabetischer App-Drawer für eine erhöhte Übersichtlichkeit. Verbindungen mit der Umwelt stellt das Smartphone per WLAN im n-Standard auf dem 2,4-Gigahertz-Band, per LTE und Bluetooth 4.0 her. Übrigens: Ein Headset findet man im Lieferkarton des Wileyfox Spark nicht. Der Lautsprecher lädt auch nicht gerade zum Musikhören ein.

Kamera

Bei 119 Euro für das Gerät darf man von der Smartphone-Kamera nicht zu viel erwarten. Wileyfox beweist beim Spark im Test allerdings, dass billig nicht immer schlecht bedeuten muss, denn für den niedrigen Preis schlägt sich die Kamera mit ihren 8 Megapixel ganz beachtlich. Erstaunlich ist das niedrige Bildrauschen bei schlechteren Lichtverhältnissen, die Bildschärfe ist dabei noch ausreichend. Ansonsten kann das Smartphone ebenfalls mit akzeptabler Bildschärfe und überraschend guter Bilddynamik punkten. Die Farben sind allerdings etwas warm und der LED-Blitz der Hauptkamera könnte heller sein. Bei Videos in Full-HD ist die Gesamtschärfe vielleicht nicht ganz oben angesiedelt, allerdings gibt es keine zusätzliche Unschärfe durch Bewegung - das ist schon eine sehr ordentliche Leistung der Kamera. Die Frontkamera bringt ebenfalls ordentliche Ergebnisse, allerdings ist die Bilddynamik dabei unterdurchschnittlich, mit heller Umgebung kommt die vordere Linse nicht klar. Schade, immerhin bietet sie auch stolze 8 Megapixel. Nicht ganz so gelungen ist die Nutzeroberfläche der Kamera-App. Die HDR-Einstellung mit recht langer Aufnahmezeit pro Aufnahme findet man etwa bei den Bildfiltern und der Automatik-Modus lässt sich nur äußerst umständlich abschalten.

Originalaufnahme Wileyfox Spark | (c) Areamobile
Fotovergleich: Honor 5C (Bild), Sony Xperia E5 und Wiko U Feel | (c) Areamobile

Originalaufnahme Wileyfox Spark | (c) Areamobile

Fotovergleich: Honor 5C (Bild) | (c) Areamobile

 
Originalaufnahme Wileyfox Spark | (c) Areamobile
Fotovergleich: Honor 5C (Bild), Sony Xperia E5 und Wiko U Feel | (c) Areamobile

Originalaufnahme Wileyfox Spark | (c) Areamobile

Fotovergleich: Honor 5C (Bild) | (c) Areamobile

 

Gesprächsqualität und Akku-Laufzeit

Die Gesprächsqualität des Wileyfox Spark haut im Test niemanden vom Hocker. Dafür ist sie etwas zu dumpf und unnatürlich, dennoch sind Gesprächspartner noch ganz gut zu verstehen. Der Empfang ist auch in Ordnung - auf zwei SIM-Karten sogar, die sich unter der abnehmbaren Rückseite verstecken. Über den Lautsprecher sollte man nur in ruhiger Umgebung telefonieren, sonst werden Gespräche zu anstrengend.

Der austauschbare Akku hat eine leicht Kapazität von 2.200 mAh - das klingt jetzt nicht wirklich nach Dauerläufer. Aber man darf nicht vergessen, dass die verwendete Technik insgesamt auch nicht gerade Höchstleistungen vom Akku verlangt. Allerdings schlägt sich das Gerät in unserem Dauer-Streamingtest nicht gerade überwältigend, hier kommt es auf nur 4 Stunden und 36 Minuten. Auch im PCMark-Test sind es nur 4 Stunden und 6 Minuten - das ist nicht übermäßig schlecht, andere Geräte wie etwa ein Wiko Wax haben da schon deutlich weniger geleistet. Aber der Wert befindet sich eben auch nur im unteren Mittelfeld. Im Alltag bestätigt sich diese Angabe dann auch als durchschnittlich - kein Grund zur Sorge also, aber auch kein Grund zum Jubeln. Zumal der Akku auch locker 3 Stunden zum vollständigen Laden braucht.

Fazit

Das Wileyfox Spark ist kein Spitzen-Smartphone, so viel ist klar. Aber es ist in Relation zum Preis ein ziemlich gutes Gerät. Die Verarbeitung ist tadellos, das Design absolut in Ordnung, wenn auch unaufgeregt. Die Alltags-Performance ist meistens ausreichend, hin und wieder genehmigt sich das Gerät allerdings etwas lange Gedenksekunden - das ist weniger schön. Ein Grund dafür dürfte der etwas klein geratene Arbeitsspeicher sein. Aber wer wenig mehr als hundert Euro für ein Smartphone ausgeben will, muss eben spätestens in zwei Jahren ein neues Gerät kaufen. Dafür versöhnt das Wileyfox Spark im Test mit einer - in Relation zum Preis - überdurchschnittlich guten Kamera.

Für Sparfüchse ist der Schlaufuchs-Funke (Wileyfox Spark) also genau richtig, alle anderen sollten über Mehrausgaben nachdenken. Das Honor 5C kostet zwar mit 199 Euro in der UVP deutlich mehr, bietet aber auch in allen Bereichen wesentlich bessere Leistungen - auch in puncto Zukunftssicherheit. Billiger wird es hingegen mit dem Archos 50e Neon für knapp 100 Euro und etwa beim Display mit niedrigerer Auflösung und weiter abgespeckter Technik.

Testwertung Wileyfox Spark
 
Handlichkeit und Design 77%
Verarbeitung 88%
Sprachqualität 79%
Akkuausdauer 72%
Ausstattung/ Leistung 67%
Kamera 78%
Internet 83%
Musik 80%
Software und Bedienung 86%
Navigation 83%
Gaming und Video 72%
Gesamtwertung
zum Testzeitpunkt
78%
Zeitwertung
(Stand 23.10.2017)
72%

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