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Autor: Steffen Herget 05.01.2017 - 18:15 | 0

Gigaset GS160 Testbericht

Tops und Flops
  • Tops
  • Sehr gute Sprachqualität
  • Echtes Dual-SIM mit LTE
  • Wechselbarer Akku
  • Flops
  • Performancemängel
  • Langweilige Optik
  • Relativ schwacher Akku

Gigaset GS160 Test: Viel Plastik, wenig Glanz

Das Gigaset GS160 geht mit einem Preis von 149 Euro bei den Smartphone-Einsteigern auf Kundenfang. Ob der zweite Versuch des Telefon-Unternehmens Gigaset, auf dem Smartphone-Markt Fuß zu fassen, erfolgreicher ist als der erste, verraten wir im Test.

Gehäuse-Design und -Verarbeitung

Mit dem GS160 versucht sich die Traditionsmarke Gigaset nach den teuren ME-Smartphones an einem günstigen Einsteigergerät, die Preisempfehlung des Herstellers beträgt 149 Euro. Das ist nicht viel Geld für ein Smartphone, doch mittlerweile kann man auch in diesem Preisbereich durchaus nutzbare Modelle finden. Gigaset bietet für die Preisklasse einige spannende Details in der Ausstattungsliste, etwa einen Fingerabdrucksensor und recht hochauflösende Kameras, und will sich so von der Konkurrenz absetzen.

Bei der Optik ist im Test des Gigaset GS160 jedoch nichts von Extravaganz zu sehen, es regiert schnödes schwarzes Plastik ohne jegliche zierende Elemente. Der Gigaset-Schriftzug an der Rückseite ist aufgedruckt, Rahmen und Einfassungen von Kamera und Fingerabdrucksensor zwar farblich abgesetzt, aber ebenfalls aus Kunststoff. Die Rückseite des Gigaset GS160 ist abnehmbar und sitzt sehr fest und sicher auf dem Smartphone.

Gigaset GS160 | (c) Areamobile
Gigaset GS160 | (c) Areamobile
Gigaset GS160 | (c) Areamobile

Gigaset GS160

Recht dick

Viel Plastik | (c) Areamobile

 

Die Powertaste an der rechten Seite des Smartphones wackelt recht stark, hat aber einen ordentlichen Druckpunkt. Bei der Lautstärkewippe ist es genau andersrum, hier ist die Taste besser eingebaut, drückt sich aber ziemlich schwammig. Das Gigaset GS160 ist mit 9,5 Millimeter durchaus ein wenig pummelig geraten, das Gewicht von 139 Gramm ist im üblichen Bereich angesiedelt.

Display-Größe und -Qualität

Der Bildschirm des Gigaset GS160 misst 5 Zoll in der Diagonale und stellt 1.280 x 720 Bildpunkte dar. In der Preisklasse kann man auf Full-HD bei der Größe durchaus verzichten. Die Pixeldichte von 294 ppi reicht für eine ordentliche Bildschärfe aus, an moderne QHD-Displays kommt das IPS-Panel in der Hinsicht aber nicht heran. Die Blickwinkelstabilität des Displays ist im Test nur Mittelmaß, aus spitzen Winkel wird das Bild nicht nur dunkler, auch die Farben verändern sich merklich. Die Beschichtung auf dem Touchscreen zieht bei der Bedienung Fingerabdrücke und Schlieren magisch an, ein Putztuch ist hier Pflicht. Unter dem Messgerät zeigt das Gigaset GS160 eine gute Helligkeit von 424 cd/m², auch die Farbtreppe ist mit 6,73 Delta E ordentlich. Dafür liegt das Display des GS160 bei der Grautreppe mit einem Delta-E-Wert von 18,66 zu weit daneben, die Kontraste von 704:1 sind nur Durchschnitt. Der merkliche Blaustich des Bildschirms zeigt sich ebenfalls bei der Farbverteilung recht deutlich mit Werten von rund 140 Prozent für Blau.

Gigaset GS160 Displaytest | (c) Areamobile
Gigaset GS160 Displaytest | (c) Areamobile

Farbraum

Hoher Blau-Anteil | (c) Areamobile

 
Gigaset GS160 Displaytest | (c) Areamobile

Gute Farbtreue und Helligkeit | (c) Areamobile

Gigaset GS160 Displaytest | (c) Areamobile

Graustufen weichen stark ab | (c) Areamobile

System: Hardware, Software und Bedienung

Das Gigaset GS160 wird von einem Quad-Core-Prozessor mit bis zu 1,3 GHz Taktfrequenz angetrieben. Der Chip kommt von Mediatek, der MT6737 wird für die Grafik von einer Mali-T720 MP2 begleitet. Diese Ausstattung rangiert bei der Leistung im unteren Mittelfeld, aber das ist bei einem Startpreis von 149 Euro für das GS160 auch kaum anders zu erwarten. Dem Smartphone merkt man im Test an, dass es sich mit einigen Dingen schwer tut. Apps brauchen immer eine Weile zum Starten, der Wechsel von Homescreen zu Hauptmenü dauert ebenso ein wenig wie der Aufbau der Icons auf dem Bildschirm. Anspruchsvolle Spiele, hochauflösende Videos oder ähnliche Dinge sind mit dem GS160 tabu. Das alles ist in der Preisklasse nicht ungewöhnlich, geht aber anderswo auch besser.


Gigaset GS160
Lenovo Moto G4 Play
3DMark Ice Storm Unlimited
3.756 Punkte
4.468 Punkte
Antutu
28.742 Punkte
28.762 Punkte
Geekbench 4
Single 535, Multi 1.467 Punkte
Single 524, Multi 1.346 Punkte
GFXBench T-Rex Offscreen
6 Bilder pro Sekunde
5,2 Bilder pro Sekunde
PCMark Performance
2.519 Punkte
4.463 Punkte
Sunspider
1.562 Millisekunden
1.742 Millisekunden
Vellamo Browser
2.017 Punkte
2.062 Punkte

Das Gigaset GS160 bietet eine gute Gelegenheit, die Chips von Qualcomm und Mediatek zu vergleichen, denn das technisch sehr ähnliche Moto G4 Play von Lenovo setzt den Snapdragon 410 ein, der in Benchmarks sehr vergleichbare Werte liefert. In der Praxis läuft das Moto-Smartphone trotzdem merklich runder und flüssiger als das Gigaset GS160. Das liegt zu weiten Teilen am Arbeitsspeicher, denn der ist bei dem Gigaset-Smartphone mit 1 GB nur halb so groß wie im Moto G4 Play. Der RAM ist damit auch die Achillesferse des GS160 im Test, denn der Speicherhunger von Betriebssystem und Apps kennt insgesamt nur eine Richtung: nach oben. Um die Zukunftssicherheit ist es mit dem Gigaset GS160 deshalb schlecht bestellt.

Apropos Betriebssystem: Gigaset setzt beim GS160 auf Android 6.0 Marshmallow, mit einem Update auf Android 7 Nougat ist nicht zu rechnen. Das kennt man zwar von günstigen Geräten, schön ist so ein Verhalten trotzdem nicht. Dass es auch anders geht, zeigt etwa Lenovo mit dem Moto G4 Play, das noch mit dem aktuellsten Android versorgt wird. Gigaset sollte allerdings wenigstens den Sicherheitspatch aktuell halten, Anfang 2017 ist der immer noch auf dem Stand von Oktober 2016. Merkwürdig auch: Einige Google-Apps, etwa der Kalender und sie SMS-Anwendung, stammen auf unserem Testgerät aus deutlich älteren Android-Versionen.

Gigaset GS160 | (c) Areamobile

Gigaset GS160 Homescreen | (c) Areamobile

Einige Drittanbieter-Apps sind auf dem Gigaset GS160 bereits vorinstalliert, lassen sich aber entfernen. Dazu zählen die TankenApp, eine Wettervorhersage, die App von T-Online samt Widget auf dem zweiten Homescreen und eine Werbe-App von Gigaset. Der Fingerabdrucksensor auf der Rückseite, der in dieser Preisklasse nicht selbstverständlich ist, arbeitet zwar nicht besonders schnell, aber dafür zuverlässig. Das Gigaset GS160 bietet auf Wunsch die Möglichkeit, erweiterte Bediengesten zu nutzen. Dazu zählt die bekannte Double-Tap-Geste, mit der das Smartphone aus dem Standby aufgeweckt werden kann. Mit drei Fingern lässt sich ein Screenshot anfertigen, durch das Zeichnen von Buchstaben auf dem Display können einzelne Anwendungen gestartet werden. Diese Gesten können einzeln an- und abgeschaltet werden.

Multimedia: Kamera, Musik und Speicher

Die Kameras der Gigaset GS160 sind mit 13 Megapixel hinten und 5 Megapixel vergleichsweise hochauflösend für ein 150-Euro-Smartphone. Zugaben wie ein optischer Bildstabilisator oder eine trendige Doppel-Optik gibt es jedoch nicht. Auch die Kamera-App des Gigaset GS160 stammt aus einer deutlich älteren Android-Version und sieht entsprechend altbacken aus. Die wichtigsten Optionen sind aber an Bord. Der optionale HDR-Modus senkt die Auslösegeschwindigkeit, die ohnehin nicht die schnellste ist, weiter ab, ein HDR-Foto dauert mehrere Sekunden.

Den Bildern, die das Gigaset GS160 im Test abliefert, fehlt es zwar ein wenig an Details, ansonsten sind die Fotos aber durchaus ansehnlich, ausgewogen belichtet und zeigen natürliche Farben. Bildrauschen ist allerdings schon bei gutem Licht zu sehen, auch die Nachbearbeitung durch die Software ist an vielen Stellen recht offensichtlich. Generell sollte man darauf achten, dass das Glas über der Linse, das ebenso schnell verschmiert wie der Touchscreen, sauber ist, denn sonst zeigen auch die Fotos schnell einen unschönen Schleier. Die Frontkamera des Gigaset GS160 entäuscht im Test. Sie produziert nur selten scharfe, brauchbare Selfies, die Mehrzahl der Bilder ist unscharf und kaum zu gebrauchen.

Testfoto | (c) Areamobile
Testfoto | (c) Areamobile
Testfoto | (c) Areamobile

Testfoto ohne ...

... und mit HDR

Selfie | (c) Areamobile

 

Mit 16 GB ist der interne Speicher des Gigaset GS160 nicht übermäßig groß, dem Nutzer stehen 10,8 GB zur Verfügung. Eine Speicherkarte ist also sinnvoll. Von dem internen Lautsprecher des Android-Smartphones sollte man nicht allzu viel erwarten. Musikfreunde müssen sich zudem ihren eigenen Kopfhörer mitbringen, Gigaset legt dem GS160 kein Headset bei.

Telefon-Funktion und Daten-Schnittstellen

Das Gigaset GS160 ist ein echtes Dual-SIM-Handy, nimmt also zwei (Micro-)SIM-Karten und zusätzlich eine Speicherkarte auf. Das ist vor allem bei längeren Reisen praktisch. Das Smartphone unterstützt LTE Cat-4 mit maximal 150 MBit/s, allerdings nur auf einem der beiden SIM-Slots. Bei der Gesprächsqualität kann Gigaset mit dem GS160 - anders als mit dem Gigaset ME damals - punkten. Lautstärke, Sprachqualität und Verständigung sind in allen Lagen löblich, und das sogar beim Freisprechen. NFC unterstützt das Gigaset-Smartphone im Test nicht, Bluetooth und WLAN sind jedoch ebenso an Bord wie ein Micro-USB-Port für die Datenübertragung per Kabel.

Akku-Laufzeit

Der Akku des Gigaset GS160 ist wechselbar und hat eine Kapazität von 2.500 mAh. Für die verwendete Technik ist das eigentlich in Ordnung, besonders lange hält die Lithium-Ionen-Batterie trotzdem nicht durch. Viel mehr als einen Tag haben wir im Test ohne Aufladen nicht geschafft. Im Akkutest von PCMark schaffte das Gigaset GS160 bei voller Displayhelligkeit nur durchschnittliche 4:41 Stunden, beim Videostreaming über WLAN war sogar bereits nach 4:05 Stunden Schluss. Auf Schnellladetechnologie muss der Gigaset-Kunde verzichten.

Gigaset GS160 | (c) Areamobile

Akku des Gigaset GS160 | (c) Areamobile

Fazit

Das Gigaset GS160 kann im Test nicht wirklich glänzen. Dazu fehlt es dem Einsteiger-Smartphone schlicht an technischen oder optischen Highlights. Kamera, Performance, Display, Akku - alles mittelmäßig, nicht wirklich schlecht, aber auch nicht besonders gut. Allerdings fehlen auch echte Ausreißer nach unten, und einige Pluspunkte kann das GS160 bei der Ausstattung durchaus vorweisen, etwa den Fingerabdrucksensor, Dual-SIM und eine gute Sprachqualität. Als Alternative für das Gigaset GS160 bietet sich das Lenovo Moto G4 Play an.

Testwertung Gigaset GS160
 
Handlichkeit und Design 72%
Verarbeitung 83%
Sprachqualität 90%
Akkuausdauer 80%
Ausstattung/ Leistung 66%
Kamera 78%
Internet 77%
Musik 91%
Software und Bedienung 89%
Navigation 86%
Gaming und Video 72%
Gesamtwertung
zum Testzeitpunkt
80%
Zeitwertung
(Stand 28.05.2017)
76%

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