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Autor: Stefan Schomberg 28.07.2017 - 07:00 | 16

HMD Global Nokia 6 Testbericht

Testüberblick HMD Global Nokia 6

  1. Anmutung, Display, Hardware und Software
  2. Kamera, Sprachqualität, Akku-Laufzeit, Fazit
  3. 16 Lesermeinungen
Tops und Flops
  • Tops
  • Schickes Design, tolle Verarbeitung
  • Klasse Display
  • Gute Arbeitsgeschwindigkeit
  • Überraschend gute Kamera
  • Tolles Preis-Leistungsverhältnis
  • Flops
  • Akku könnte besser sein, nur durchschnittlich

Nokia 6 Test: Android-Smartphone mit Nokia-Nimbus

Es ist das am besten ausgestattete Android-Smartphone der Marke Nokia und jetzt zum Preis von 250 Euro im deutschen Handel erhältlich: das Nokia 6. Hat es aber auch echte Qualität zu bieten oder verspielt es den Nokia-Nimbus? Das haben wir im Test überprüft.

Nokia ist zurück im Smartphone-Geschäft - zumindest als Marke. Dahinter steckt das finnische Unternehmen HMD Global Oy, das bis 2024 die Lizenzrechte am Namen Nokia besitzt. Ein guter Teil der ehemaligen Belegschaft des einstigen Handypioniers soll außerdem für das neue Unternehmen arbeiten, und das HMD-Hauptquartier liegt direkt gegenüber von Nokias Zentrale in Espoo. Mit dem Nokia 6 (250 Euro) ist jetzt das technisch am besten ausgestattete Modell des im Frühjahr auf dem Mobile World Congress vorgestellten Smartphone-Trios im deutschen Handel erhältlich. Wie gut es ist, haben wir im Test untersucht.

Gehäuse-Design und -Verarbeitung

Optisch macht das Nokia 6 im Test schon mal viel her: Das Smartphone-Modell ist in einen Unibody aus Metall mit matter Rückseite, unauffälligem Nokia-Schriftzug und einer leicht aus dem Gehäuse hervorstehenden Kamera samt LED-Blitz gekleidet. Dieses schlichte, aber zeitlose Design hat HMD offenbar von der Lumia-Serie von Nokia bzw. Microsoft abgeschaut - das Design war allerdings der kleinste Makel der Lumias. Verstärkt wird das kühle, zeitlose Aussehen des Nokia 6 im Test durch eine schicke Schliffkante vorn und hinten auf dem matten Alurahmen. Außerdem sind die Antennenstreifen, die sich an mehreren Stellen durch den Rahmen ziehen, gut getarnt.

Nokia 6 | (c) Areamobile
Der Fingerabdrucksensor funktioniert hervorragend
Nokia 6 | (c) Areamobile
Schicker Alurahmen, aber nur Micro-USB

Mit einer Dicke von nur knapp 8 Millimetern und einem Gewicht von 169 Gramm vermittelt das Nokia 6 im Test einen hochwertigen Eindruck, auch wenn es wegen der kantigen Formensprache weniger angenehm in der Hand liegt. An der Verarbeitungsqualität gibt es nichts auszusetzen, sie ist makellos. Auch die seitlichen Hardware-Tasten lassen sich optimal bedienen, sie weisen perfekten Tastenhub und Druckpunkt auf. Die Sensortasten unter dem Touchscreen sieht man vor allem, wenn sie beleuchtet sind, die Dauer lässt sich in Schritten anheben oder auf permanent stellen. Der Home-Button mit integriertem Fingerabdrucksensor mittig unter dem Display reiht sich ins schlichte Design ein, er ist kaum zu sehen. Lediglich eine Sache gefällt mir nicht: HMD Global hat sich für einen Micro-USB-Port statt für das neuere USB Typ C entschieden - das hätte bei einem Mittelklasse-Smartphone nicht sein müssen. Kabelgebundene Kopfhörer kommen in die herkömmliche Klinkenbuchse am oberen Ende des Gerätes.

Nokia 6 | (c) Areamobile
Flach, edel und hervorragend verarbeitet 

Display-Größe und -Qualität

Nokia 6 im Displaytest | (c) Areamobile
Nokia 6 im CIE-Displaytest

Der Touchscreen des Nokia 6 im Test misst 5,5 Zoll in der Diagonalen und stellt 1.920 x 1.080 Pixel, also Full-HD-Auflösung, dar. Der Kontrast des Bildschirms ist mit einem Wert von knapp 1.000:1 ziemlich hoch, die Leuchtstärke reicht auch für das Ablesen der Anzeige im Freien bei Tageslicht aus. Die Blickwinkelstabilität stimmt: Außer leichter Abschattung gibt es beim Neigen des Geräts kaum Veränderung an der Darstellungsqualität. Ebenfalls gut, weil recht genau, ist die Wiedergabe von Farben und Grautönen. Die Farbtemperatur und die Farbsättigung lassen sich manuell verändern, ein Blaufilter bei Bedarf einschalten.

Nokia 6 im Displaytest | (c) Areamobile
Nokia 6 im Grautreppe-Displaytest
Nokia 6 im Displaytest | (c) Areamobile
Nokia 6 im Farbgenauigkeit-Displaytest

System: Hardware, Software und Bedienung

Optik und Materialanmutung des Nokia 6 im Test sind hervorragend, bei der Technik herrscht dagegen Mittelmaß: Als Prozessor dient nur ein Snapdragon 430 mit bis zu 1,4 GHz und einer Adreno 505 als Grafikeinheit - das ist alles andere als überwältigend. Wer vor allem spielen will, der sollte sich eher nach einem anderen Smartphone umschauen, selbst wenn auf dem Nokia 6 viele der zurzeit verfügbaren Games je nach Grafikeinstellung jetzt flüssig laufen. Die Frage ist nur, ob das auch in einem Jahr noch so ist. Dabei sind die Voraussetzungen dafür mit 3 GB RAM eigentlich gar nicht schlecht. Auch bei gängigen Anwendungen macht sich der Snapdragon 430 gut: Ruckler sind auf dem Nokia 6 kaum zu sehen, die Bedienung geht im Alltag flott von der Hand. Eventuelle kommt später noch eine besser ausgestattete Variante mit 4 GB RAM und 64 GB internen Speicher nach Deutschland.

Anders sieht es bei Benchmarks aus: Hier kann der müde Octa-Core für den Mittelklasse-Preis nicht überzeugen. Knapp 47.000 Punkte in Antutu und nicht einmal 10.000 Punkte in 3DMark sowie 999 Millisekunden im Sunspider-Test sprechen Bände. Ein Snapdragon 625 wäre nicht nur wegen besserer Leistung die bessere Wahl gewesen, er hätte wegen der moderneren Fertigung in 14 Nanometer auch Vorteile beim Akkuverbrauch gebracht.

Nokia 6 | (c) Areamobile
Runde Icons, wenig Abänderung zu Vanilla-Android

Ein Grund dafür, dass das Nokia 6 im Test dennoch weitgehend flüssig und schnell reagiert, ist das nahezu unveränderte Android, das auf unserem Testgerät läuft. Runde Icons, Pixel-Launcher und Google Assistant bei der deutschen Version sind kräftige Argumente für den Kauf des Nokia 6, das auch noch mit topaktuellem Android 7.1.1 läuft. Auf unserem China-Testmodellvom CECT-Shop ist ein englischsprachiges ROM mit nachinstalliertem Play Store installiert, der sich im Laufe des Tests plötzlich nicht mehr nutzen ließ. In der deutschen Version sind die Google-Dienste wie bei jedem anderen Android-Smartphone ab Werk installiert, und damit beseitigt Nokia dann auch eines der größten Probleme der Lumia-Reihe: Mehr Apps als Google im Play Store für Android bietet kein anderes Smartphone-System.

In der deutschen Version passt das Motto von HMD: "Pure, Secure and Up to Date". Denn im Gegensatz zur Importversion aus China gibt es keinerlei Bloatware. Weder die typischen Drittanbieter-Apps wie Hotelsuche, Virenscanner oder Pizzadienst, noch eigene Kamera- oder Kalender-App - alles auf dem Nokia 6 ist pures Android. Einzige Ausnahme: Eine App für das UKW-Radio und eine Support-App von Nokia. Der Rest besteht aus Google-Dinesten wie Duo, Hangouts, Messages, Notizen, Play Bücher, Filme und Kiosk und natürlich Youtube. Das Sicherheits-Patch ist auf unserem Testgerät durchaus auf recht neuem Stand, es ist von Juni 2017. Den App-Drawer erreicht man übrigens, indem man von unten ins Bild streicht.

Nokia 6 | (c) Areamobile
Browser
Nokia 6 | (c) Areamobile
Android 7.0, in der deutschen Version wohl 7.1.1

Apps lassen sich im 32 GB großen internen Speicher ablegen, zusätzlich fasst das Nokia 6 im Test auch microSD-Karten mit bis zu 128 GB - das reicht wohl den meisten. Allerdings gilt das nur, solange man keine zweite SIM-Karte verwenden will, das Nokia 6 setzt auf einen Hybrid-Slot. Bei Providern gekaufte Geräte haben normalerweise sowieso nur einen SIM-Slot. Die übrige Ausstattung des Smartphones ist zwar nicht top, wirkt aber mit HSPA+, LTE mit 150 Mbit/s im Download, GPS, NFC, WLAN n und Bluetooth insgesamt fast vollständig. Die bei unserem ersten IMport-Testgerät fehlende Unterstützung des LTE-Bands 20 für den Bereich um 800 MHz gibt es beim deutschen Verkaufsmodell natürlich, entsprechend ist das Modell auch für O2-Kunden uneingeschränkt nutzbar. Der Fingerabdrucksensor verrichtet seine Arbeit schnell und sehr genau, Fehlerkennungen sind selten. Manko des Geräts sind, wie bereits angesprochen, der Micro-USB-Anschluss des Smartphones sowie die tiefe Töne auslassende Kombination aus nach unten abstrahlendem Lautsprecher und Telefonhörer. Das mitgelieferte Headset macht das leider auch nicht besser, hier darf man getrost gleich die Finger von lassen - das galt zumindest für den China-Import. Bei unserem deutschen Modell lag leider keinerlei Ausstatt dabei. Dank herkömmlichem 3,5-Millimeter-Anschluss ist ein Tausch oder eine Weiternutzung eines eigenen Kopshörers aber kein Problem.

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Kommentare & Erfahrungsberichte
  1. 03.06.17 17:16 Kollos-GmbH

    Und schon wieder testet Ihr ein Gerät mit Shop ROM.
    Leute Ihr müsst beim auspacken des Gerätes sofort eine Original Stock ROM vom Hersteller flashen, dann ans testen rangehen, nach diesem Test bin ich wie die meisten vor mir anscheinend auch, in anbetracht der fehlenden Kommentare, nicht mehr euer Leser.

    Mal sehen wie lange es euch noch gibt :D

  2. 03.06.17 17:33 M.a.K (Handy Master)

    Was soll sich ausser der Sprache und dem Playstore denn großartig von einem deutschen Gerät unterscheiden? Basiert doch eh alles auf einer Firmware.

  3. 03.06.17 20:01 89marco89 (Advanced Handy Profi)

    Micro-USB kann man ruhig auch als flop bezeichnen. Sowas geht im 2017 einfach nicht mehr.

  4. 03.06.17 21:05 Antiappler (Handy Profi)

    Bin mal gespannt wie lange Geräte von dieser Firma erscheinen?
    Denn abheben von den vielen anderen Herstellern tut sich das Gerät ja nicht wirklich.

    Aber es scheint doch genug Geld auf dem Handymarkt zu verdienen zu sein, obwohl man immer wieder liest, dass fast alle Hersteller Verluste mit der Herstellung machen, und jetzt kommt schon wieder ein neuer Hersteller, auch wenn da ein alter Name auf dem Gerät steht.

    Und über die Belegschaft ist wohl auch nicht so richtig was bekannt, denn sonst müsste es eigentlich heißen, dass ein guter Teil der ehemaligen Belegschaft dort arbeitet und nicht soll dort arbeiten.

    Dann dieser Quatsch mit dem Hybrid-Slot.
    Entweder man stellt ein Dual-SIM Gerät her, dann auch mit Slot für externe Speicherkarte, oder nur ein Single SIM.

  5. 04.06.17 06:27 bocadillo (GURU)

    Antiappler

    Mit den Kosten in china und nach dem ratiopharm prinzip lässt sich sehr oft geld verdienen . Drauflegen tun allerdings die Hersteller die ihr headquarter nicht in china haben , sondern in den reichen Industrieländern .

  6. 04.06.17 08:09 Antiappler (Handy Profi)

    @bocadillo

    Nur liest man komischerweise, wenn es um die Gewinne der Hersteller geht, dass nur Apple und Samsung Geld verdienen.

    Dann noch wenige Hersteller so gut wie nichts und der Rest nur Verluste macht.

    Manche mögen ja sogar noch einen Konzern im Rücken haben, der das alles querfinanziert, in der Hoffnung, dass es eines Tages Gewinn abwirft.

    Wenn ich aber z.B. nur in die Blitzangebote bei Amazon schaue, was es mittlerweile alles an Herstellern gibt, dann frag ich mich, wie die existieren können, wenn die doch Verluste machen. Von so Shops wie z.B. cect-shop.com/de mal gar nicht zu reden.

    Ob es da für die Hersteller in China, trotz niedriger Kosten, wirklich noch zu Gewinnen reicht?

    Kann ich mir jedenfalls nur sehr schwer bis gar nicht vorstellen. Dazu sind das eigentlich selbst für China zu viele Hersteller.

    Vielleicht Subventionen von der Partei, damit die Leute nicht arbeitslos sind und vielleicht doch einer der Hersteller irgendwann erfolgreich ist, auch im Ausland?

    Was ich auf die Schnelle, recht aktuell, gefunden habe , und da sind die ganzen "Exoten" noch nicht mal aufgeführt.

    https://de.statista.com/statistik/daten/studie/270511/umfrage/operatives-ergebnis-der-mobiltelefonhersteller-nach-quartalen/

  7. 04.06.17 09:57 TONG (Gesperrt)

    Ist doch der Wahnsinn, wie sich eine "Redaktion" widersprechen kann.

    Beim Unboxing hieß es noch...

    "Das leicht gewölbte Glas über dem 5,5 Zoll großen Display geht in einen eher unschönen Plastikrahmen über, der vor allem die Ränder an den langen Seiten sehr breit erscheinen lässt. Auch ober- und unterhalb des Bildschirms ist vergleichsweise viel Platz,..."

    "http://www.areamobile.de/b/4755-nokia-6-das-comeback-smartphone-enttaeuscht-im-unboxing


    Und nun heißt es...

    "Optik und Materialanmutung des Nokia 6 im Test sind hervorragend..."

    Da hat sich wohl jemand von gewissen Personen anstecken lassen, die NOKIA keinen Erfolg gönnen.


    Persönlich gefällt mir das Design sehr gut. Es ist zeitlos und elegant. Dazu auch noch eine hochwertige Verarbeitung und Stabilität, die ihres gleichen sucht.
    Das alles erinnert schonmal an die guten alten Zeiten der NOKIA-Handys.

    Sollte NOKIA die Marktstarts in den Griff bekommen und die hohen Ansprüche bezüglich der schnellen Updates erfüllen, dann sind die auf einem guten Weg, an die alten Erfolge anknüpfen zu können.

  8. 20.06.17 23:20 SiddiusBlack (Advanced Member)

    84% und dann bei Kontra nur "Akku könnte besser sein"?

    Da haben eure 90+ Smartphones ja mehr Kontrapunkte...muss man nicht verstehen.

  9. 01.07.17 13:50 techguru786 (Newcomer)

    Thanks All of you

  10. 08.07.17 05:56 marelli62 (Newcomer)
    Ich bekomme

    mein kupferfarbiges am Montag. Und freue mich.

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