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Autor: Stefan Schomberg 25.02.2017 - 10:00 | 5

HTC U Ultra Testbericht

Tops und Flops
  • Tops
  • Außergewöhnliches Design (+0.5%)
  • Ticker-Display (+0.2%)
  • Gute Kamera (bei Tag)
  • Sehr gute Gesamtausstattung
  • Flops
  • Keine IP-Zertifizierung
  • Sehr hoher Preis

HTC U Ultra Test: Neue Oberklasse mit dem gewissen Etwas

HTC will sich neu erfinden und bringt dafür zwei Smartphones auf den Markt, die sich von allen bisherigen Modellen unterscheiden. Das HTC U Ultra ist das besser ausgestattete Modell, das neben schickem Design vor allem mit toller Gesamtausstattung, neuartiger Software und einem Ticker-Display punkten soll, wie es auch schon mehrere LG-Smartphones besitzen. Wir haben im Test überprüft, ob der Neuanfang gelungen ist.

Gehäuse-Design und -Verarbeitung

Glas statt Metall - das klingt erst einmal nicht neu bei einem Oberklasse-Smartphone. Und auch nicht gerade fortschrittlich, denn Glas ist rutschig und anfällig gegen Beschädigungen. Hochwertig wirkt es aber auf jeden Fall, vor allem, wenn es wie das HTC U Ultra im Test mit einem ganzheitlichen Liquid-Design auftritt. Dafür setzt HTC auf weiche, fließende Formen, spiegelnde, ja sogar schillernde Oberflächen und eine hervorragende Verarbeitung. Das mit der Verarbeitung ist man von HTC gewohnt, die Modelle der letzten Jahre überzeugten fast ausnahmslos mit Liebe zum Detail wie etwa schicken Schliffkanten - aber eben auch mit Metall als Werkstoff. Die beiden U-Modelle U Play und U Ultra schlagen jetzt neue Wege ein. Dabei soll das besser ausgestattete Ultra-Modell aber nicht das HTC 10 ablösen, sondern eine neue Design-Linie eröffnen, die technisch nicht ganz an das jeweilig Topmodell des Jahres kommen soll, aber auch nicht zu weit davon entfernt ist.

HTC U Ultra Unboxing | (c) Areamobile

Im Test: HTC U Ultra mit schimmerndem Liquid-Design von Schwarz zu Grün | (c) Areamobile

Aber bleiben wir beim Design. Die Front des Smartphones besticht bei deaktiviertem Display mit einfacher Schlichtheit. Besonders unser schwarzes Testgerät lässt dann keinen Unterschied zwischen ausgeschaltetem Haupt-Display und Gehäuserand erkennen, was den Eindruck eines fast um den Rand herumgewundenen Displays entstehen lässt. Dank des tollen Touchscreens, der durchaus in der Lage ist, tiefes Schwarz darzustellen, bleibt dieser Eindruck sogar bei aktiviertem Display erhalten, solange ein möglichst dunkler Display-Hintergrund gewählt ist. Erst bei hellem Hintergrund wird sichtbar, dass es sehr wohl ein Rand zum Metallrahmen hin zu sehen ist, der nicht einmal sonderlich dünn, sondern gerade in der gehobenen Preisklasse des HTC U Ultra im Test sogar beinahe schon zu dick ist. Das ist aber schnell vergessen, sobald man das Gerät weiter betrachtet und in die Hand nimmt. Dann erwacht nämlich das zweite Display zum Leben, das oben rechts über dem Haupt-Screen platziert wurde und etwa zwei Drittel der Gerätebreite einnimmt. Darauf lassen sich ähnlich wie beim LG V10, X Screen und V20 Termine anzeigen, der Musikplayer steuern oder eingehende Nachrichten betrachten. Bei deaktiviertem Haupt-Display wird hingegen, Wetter, Uhrzeit samt Datum und Akkustand gezeigt, sobald man das Smartphone zur Hand nimmt oder doppelt auf das Ticker-Display tippt.

HTC U Ultra Unboxing | (c) Areamobile

Vorn kann man nur erahnen, wo Dsiplay aufhört und Rahmen anfängt | (c) Areamobile

Die Seiten des Frontglases, bei dem es sich in der normalen Version um Gorilla Glass 5, in einer teureren um Saphierglas handelt, sind leicht gerundet und gehen so fließend in eine schmale Kunststoffwulst und von dort in den Metallrahmen über. Der beinhaltet Power- und Lautstärktasten, den USB-C-Anschluss an der Fußseite, eine daneben angeordnete Lautsprecherabdeckung sowie zwei Mikrofone oben und unten und den perfekt eingelassenen SIM- und microSD-Schlitten auf der Stirnseite. Er ist ebenfalls leicht gerundet und geht beinahe nahtlos in das Glas der Rückseite über. Dabei wird er an einigen wenigen Stellen von perfekt eingelassenen Kunststofffugen unterbrochen, die dem Empfang zugute kommen dürften. Beim Übergang von Metallrahmen zur Glasrückseite entfällt die vordere Kunststoffwulst, stattdessen ist das Glas stärker gerundet und schafft so ein sowohl optisch, als auch haptisch harmonisches Bild, das HTC U Ultra liegt trotz der Größe von 162,4 x 79,8 x 7,9 Millimeter angenehm in der Hand. Nur ganz leichte Kanten sind dabei zu spüren, das hätte HTC noch etwas sanfter hinbekommen können. An dem für die Größe des Smartphones angemessene, insgesamt aber doch recht hohe Gewicht von 170 Gramm hätte das natürlich auch nichts geändert. Auffällig: trotz des Liquid Designs und dem vielen Glas ist das HTC U Ultra im Test nicht IP-zertifiziert, also nicht wasserdicht. Bei Samsung sieht das bei ähnlichem Aufbau mit viel Glas und Metallrahmen bei seinem Topprodukt anders aus.

HTC U Ultra Unboxing | (c) Areamobile

Fließende Formen: Auch der Rahmen aus Metall ist stark gerundet | (c) Areamobile

Die seitlichen Tasten sind hervorragend verarbeitet und lassen sich perfekt bedienen. Die an den Samsung-Homebutton erinnernde Sensortaste unter dem Display weist keine mechanische Komponente auf, fungiert aber dennoch wie bei der Konkurrenz als Hombutton und Fingerabdrucksensor. Daneben sind weitere Sensortasten für „zurück" und die Multitasking-Ansicht positioniert, die je nach Einstellung bei aktivem Haupt-Screen nur fünf Sekunden oder dauerhaft bläulich beleuchtet sind.

HTC U Ultra Unboxing | (c) Areamobile

Die Kamera steht aus dem Gheäuse hervor | (c) Areamobile

Das Glas der Rückseite verdient eine gesonderte Betrachtung. Es ist Bestandteil von HTCs neuem Liquid Design, das Wasser als Vorbild hat und seine Ästhetik mit Form, aber auch Farbgestaltung nachempfinden soll. Dafür verwendet der Hersteller mehrlagig verklebtes Glas, was sowohl der schillernden Optik als auch der Widerstandsfähigkeit gegen mechanische Belastung zugute kommen soll. Je nach Geschmack ist das optisch außerordentlich gut oder auch überhaupt nicht gelungen. Wie auch immer - auf jeden Fall sollte man das HTC U Ultra im Test live sehen und selbst in die Hand nehmen. Denn auf Fotos sieht das Gerät wie ein billiger Plastikbomber aus, in Natura gewinnt das Design schnell an Faszination, denn durch die starken Rundungen, den je nach Lichteinfall wahrnehmbaren Farbschimmer - bei unserem Testmodell changiert das Tiefschwarz ins Grün - und der stark spiegelnden Oberfläche bietet sich ein ziemlich unvergleichlicher Anblick. Das kann man wie erwähnt auch als Bling-Bling abtun oder auf die hohe Fettfinger- und Bruchanfälligkeit hinweisen, aber irgendwas ist halt immer. Einzigartig sind die beiden U-Modelle von HTC auf jeden Fall.

Display-Größe und -Qualität

HTC U Ultra im Displaytest | (c) Areamobile

Guter CIE-Farbraum | (c) Areamobile

Normalerweise gehen wir in dieser Stelle auf das Display des Smartphones ein, beim HTC U Ultra im Test gibt es davon aber gleich zwei. Fangen wir mit dem kleinen Ticker-Display an: Es befindet sich oben rechts und kann auch dann aktiv sein, wenn das Haupt-Display deaktiviert ist. Dann stellt es auf 2 Zoll im 13:2-Format auf 1.040 x 160 Pixel Inhalte wie Uhrzeit oder eingehende Nachrichten an. Das kennt man schon von LG V10 und LG V20, gleiches könnte man auch vom Haut-Display vermuten. Denn hierbei handelt es sich wie bei den LG-Modellen um ein 5,7 Zoll großes IPS-LCD mit 2.560 x 1.440 Pixel im klassischen 16:9-Format, das satte Farben und ordentliche Helligkeit bietet. Grund für die Farben ist der DCI-P3-Standard, der mehr Rot- und Grüntöne bietet, was für besonders gesättigte, aber dennoch natürliche Farben ohne zu große Verfälschungen sorgen soll. Das klappt beim Ultra-Smartphone ganz hervorragend, die Abweichung wurde von uns mit 9,5 und 4,3 Delta E gemessen, das ist ordentlich. Andere Technologien, die mit ähnlich satten Farben punkten, liegen da meist deutlicher neben dem Optimum. Lediglich die Farbtemperatur liegt etwas hoch, was in einem leichten Blaustich resultiert. Das lässt sich aber in den Einstellungen anpassen.

HTC U Ultra im Displaytest | (c) Areamobile

Wenig Abweichung im Farbtest, sehr gute Kontraste | (c) Areamobile

HTC U Ultra im Displaytest | (c) Areamobile

Akzeptable Abweichungen bei der Grautreppe, ordentliche Helligkeit | (c) Areamobile

HTC U Ultra im Displaytest - Blickwinkelstabiltät | (c) Areamobile

Gleichmäßige Abschattung ohne Verfälschungen im Blickwinkeltest | (c) Areamobile

Auch in anderen Bereichen liefert HTC beim U Ultra im Test sehr ordentliche Leistung ab. So wurde bereits der gute Schwarzwert angedeutet, im Test ermittelte das Messgerät einen Kontrast von sehr guten 1.488:1 und auch die Helligkeit von 400 cd/m² geht absolut in Ordnung. Das gilt auch für die Blickwinkelstabilität, die außer leichter Abschattung keinen Grund zur Kritik gibt. Ob es sich wirklich um zwei Displays oder doch nur um einen großen Screen handelt? HTC gibt dazu keine Auskunft. Auffällig ist jedoch, dass die gut arbeitende automatische Helligkeitsregelung gleichzeitig für beide Displays agiert. Das ist aber bestenfalls ein Indiz für ein einziges, nur optisch getrenntes Display.

System: Hardware, Software und Bedienung

Alles bisher klingt absolut nach Highend, beim Prozessor hingegen greift HTC nicht nach ganz oben ins Regal. Denn dort hätte der neue Snapdragon 835 gelegen, der im Jahr 2017 die Topgeräte befeuern wird, stattdessen verwendet der taiwanische Hersteller den Snapdragon 821 aus 2016. Sicherlich ist das auch nicht gerade ein Billigprozessor - aber es geht eben noch besser. Oder eigentlich jetzt eben noch nicht, denn bei so einer Aussage muss man sich vor Augen halten, dass die ersten Geräte mit Snapdragon 835 erst auf dem Mobile World Congress in Barcelona vorgestellt werden dürften, das HTC U Ultra kann man bereits kaufen. Zusammen mit der Aussage des Herstellers, dass das HTC U Ultra nicht der Nachfolger des letztjährigen Topmodells HTC 10 ist, geht die Entscheidung der Taiwaner daher auch völlig in Ordnung. Denn der Snapdragon 821 bietet sowohl im Alltag als auch in Benchmarks eine richtig gute Figur, bei der man trotz der hohen Display-Auflösung in den nächsten Jahren keine Spiele finden wird, die das HTC U Ultra im Test zum Stocken bringen können.

HTC U Ultra Unboxing | (c) Areamobile
HTC U Ultra Unboxing | (c) Areamobile

Praktisches Zweit-Display | (c) Areamobile

HTC U Ultra Unboxing | (c) Areamobile

 

Auch nicht, obwohl HTC die langsamere von zwei Varianten des Snapdragon 821 wählt, die statt 2,35 GHz maximal 2,15 GHz taktet. Der Rest ist mit der zweiten Version, aber auch dem Snapdragon 820, identisch. So verfügt der im HTC U Ultra verwendete Chip zwei Cluster mit jeweils zwei Kryo-Kernen sowie eine Adreno 530 und wird im 14-nm-FinFET-LPP-Prozess gefertigt. Er unterstützt unter anderem Quick Charge 3.0, das Kodieren und Enkodieren von 4K-H.265-Material mit 30 und 60 Bildern pro Sekunde sowie Vulkan 1.0 und OpenGL ES 3.2. Das ist schon eine ganze Menge. Entsprechend liegt das Gerät in Benchmarks auch ganz weit vorne, deutlichen Abstand zu den Ergebnissen werden wohl erst Modelle mit Snapdragon 835 aufstellen. Ganz an das ebenfalls mit Snapdragon 821 ausgestattete OnePlus 3T kommt das Ultra von HTC nicht heran, allerdings wurde OnePlus ja auch bereits der Benchmark-Schummelei überführt. Einen anderen Grund sehen wir eigentlich nicht. An der Android-Version des Ultra-Smartphones kann es nicht liegen. Denn im Gegensatz zum zweiten U-Modell, dem HTC U Play, verwendet der Hersteller hier bereits Android 7.0 ab Werk. Die vier GB RAM des HTC-Modells sollte auch nicht schuld sein, in Benchmarks wirken sich die zwei zusätzlichen Gigabyte erfahrungsgemäß kaum aus. Alles in allem ist das HTC U Ultra aber richtig fix unterwegs. Das merkt man auch im Alltag. Hier gibt es kein Ruckeln oder Zuckeln und Apps werden schnell gestartet.

HTC U Ultra Unboxing | (c) Areamobile

Sehr gut funktionierender Fingerabdrucksensor | (c) Areamobile

Hardware-technisch gibt es ebenfalls nichts, was jemand ernsthaft vermissen dürfte. Zwar ist LTE statt der theoretisch erreichbaren Cat-12-Geschwindigkeit auf Cat-11 gedrosselt, was aber immer noch eine Download-Geschwindigkeit von bis zu 600 Mbit/s erlaubt - zumindest in der Theorie. Inhalte lassen sich auf andere Geräte per Chromecast, AirPlay, DLNA und Miracast übertragen, da sollte für jeden etwas dabei sein. Per Kabel klappt das mittels USB Typ C mit USB-3.1-Geschwindigkeit und dank Display-Port ist sogar der kabelgebundene Einsatz anderer Displays möglich. Daten können natürlich auf microSD-Karten ausgelagert werden, die dürfen theoretisch bis zu 2 TB groß sein und können als interner Speicher definiert werden. HTC nennt das dann Flex Storage. Ansonsten dürften vielen Nutzern auch die 64 GB interner Speicher reichen, von denen etwa 53 GB zum Start frei sind. Unterwegs finden sich Nutzer per GPS, GLONASS und sogar Baidou zurecht, Galileo ist noch nicht mit dabei. Das gilt auch für Samsung-Features wie einen Pulsmesser. Weiterhin gibt es Bluetooth 4.2, WLAN ac und NFC - viel mehr geht einfach nicht. Der Fingerabdrucksensor, den HTC beim U Ultra im Test unter dem Hauptdisplay positioniert hat, funktioniert darüber hinaus sehr schnell und gut. Außer dem Entsperren des Smartphones und als Bezahlmethode kann der Fingerabdrucksensor allerdings nicht verwendet werden.

Audio - ein Kapitel für sich

Fans von Boomsound werden etwas enttäuscht sein. Zwar verwendet HTC im U Ultra wieder eine Boomsound-Lösung, die ist aber genauso halbgar wie im HTC 10. Denn hier setzt der Hersteller nicht wie noch beim HTC One M9 auf großvolumige Schallkörper, sondern hauptsächlich auf Software. Wie schon beim letztjährigen Topmodell fungiert der Telefonielautsprecher bei der Wiedergabe als Hoch- und Mitteltöner, während der nach unten gerichtete Hauptlautsprecher eher für Mittel- und Tieftöne sorgen soll. Soll, denn das Klangerlebnis ist weit weniger imposant als noch bei älteren HTC-Smartphones mit Boomsound, wenn auch immer noch recht ordentlich. Tiefton sollte man zwar nicht erwarten, aber immerhin adäquate Lautstärke ohne zu klirren.

HTC U Ultra Unboxing | (c) Areamobile

Kräftiger Punch über USB Typ C | (c) Areamobile

Bei Audiowiedergabe über Kopfhörer sieht es schon vielversprechender aus. HTC verwendet beim U Ultra erneut seine USonic-Technik, die bereits im HTC 10 zum Einsatz kam. Dabei vermisst das Smartphone auf Kommando mit einem kurzen Rauschen den Gehörgang und passt den Ton entsprechend an. Das geht enorm schnell und bringt tatsächlich hörbare Vorteile. Nach dem Vorgang klingt der Sound noch voller, manche Tester berichteten auch von klarerem Sound - das ist dann schon ein Brett. Zumal die mitgelieferten Kopfhörer enormen Tiefbass produzieren und auch ordentlich laut werden. Ein Griff zu teuren Kopfhörern aus dem Zubehör fällt da eigentlich weg- zum Glück, denn mangels 3,5-Millimeter-Buchse akzeptiert das Ultra-Smartphone von HTC ausschließlich Headsets mit USB-Typ-C-Anschluss. Aber auch wenn USonic im Test des HTC U Ultra im Test gut funktioniert, so fehlt uns eine manuelle Eingriffsmöglichkeit. Einen Adapter von Typ C auf Klinke spendiert HTC den Käufern des Ultra-Smartphones übrigens nicht.

Das Zweit-Display

Das Zweit- oder Ticker-Display erlaubt im aktiven Betrieb Verknüpfungen zu bis zu sechs installierten Applikationen und sechs Kontakten. Darüber hinaus lassen sich die Musikwiedergabe steuern, das Wetter der kommenden Stunden oder der nächste Eintrag im Kalender anzeigen, ebenso können Erinnerungen erstellt werden. Eingehende Benachrichtigungen werden hier kurz angezeigt, ebenso einige sonst nur in der Benachrichtigungszentrale dargestellte Informationen. Der Wechsel zwischen den einzelnen Anzeigen erfolgt wie bei LG V10 und V20 durch Wischgesten nach rechts und links.

HTC U Ultra Unboxing | (c) Areamobile

Das Dual-Display ist HTC wichtig - entsprechend ausführlich wird es erklärt | (c) Areamobile

Im Standby bietet das Zweit-Display eine Alternative zu Always-on-Funktionen anderer Hersteller. Ein kurzes Anheben des U Ultra oder ein Doppel-Tipp auf das obere Display weckt es auf, dann werden Uhrzeit, Datum, Temperatur, Akkustand und eventuell verpasste Benachrichtigungen angezeigt. Auch hier kann man per Wisch zum nächsten Kalendereintrag, zu Optionen wie Vibrationsalarm, WLAN- und Bluetooth-Steuerung und Taschenlampe sowie das Anlegen einer Erinnerung eingeblendet werden. Großartig eingreifen kann man in die Darstellungsoptionen nicht, selbst über den Menüeintrag "zweites Display" kann man lediglich einstellen, wann das Zweit-Display aktiv sein soll, außerdem erhält man hier eine Hilfestellungen zum Thema. Das kennt man letztendlich alles schon von LG. Mehr Bedeutung soll die zweite Anzeige im Zusammenhang mit dem Sense Companion von HTC bekommen - soll, denn der ist erst in einigen Monaten verfügbar. Das darf man HTC bei aller Liebe durchaus ankreiden. Denn wie kann es sein, dass man ein Smartphone auf den Markt bringt, dass außer durch seine schicke Optik vor allem mit einer besonderen KI-Fähigkeit überzeugen soll, die allerdings anfangs gar nicht auf dem Gerät zu finden sein wird? Selbst die Presse konnte das nicht zuvor testen - ein schwaches Bild, das zeigt, wie sehr HTC nach den zuletzt bestenfalls unterdurchschnittlichen Verkaufszahlen unter Druck steht. Da bringt man auch schon mal ein Gerät auf den Markt, obwohl es noch nicht fertig ist.

HTC makes no Sense - Companion

Was soll das überhaupt sein, ein Sense Companion? Eigentlich soll das eine intelligente Software sein, die den Nutzer im Alltag unterstützt und kontinuierlich dazulernt. Wie genau das läuft kann derzeit aber noch niemand sagen, Interessenten müssen sich inzwischen bis zum zweiten Quartal gedulden. Sense, die Oberfläche von HTC, ist hingegen von Beginn an mit an Bord. HTC passt hier diverse Bereiche von Android 7 an, so wird das Hauptmenü nicht seitlich, sondern vertikal gescrollt und auch die Einstellungsmenüs wurden überarbeitet. Auch neue Funktionen wie Boost+ zur Bereinigung des Sytems stehen dem Nutzer zur Verfügung. Echte Bloatware ist auf dem HTC U Ultra im Test kaum zu finden, sofern man bei der Ersteinrichtung aufpasst, für welche der vorgeschlagenen Apps bereits der Haken zur Installation gesetzt ist. Im Gegensatz zu früher verzichtet HTC wie schon beim HTC 10 auf App-Dopplungen mit Google-Apps, sondern entscheidet sich beispielsweise für Google Chrome als Browser oder den Google Calender, setzt aber etwa bei der Kamera auf eine eigene App. Mehr Individualität versprechen die HTC Themes, durch die der Look des HTC U Ultra mit wenigen Klicks den persönlichen Vorlieben angepasst werden kann.

Kamera

Die Ultrapixel sind wieder da - dieses Mal sind es sogar 12 Megapixel mit je einer Pixelgröße von 1,55 μm, was zusammen mit der Blende von f/1.8 und einem optischen Bildstabilisator (OIS) für eine sehr gute Lichtempfindlichkeit spricht. Im Zweifel gibt es einen Dual-Tone-LED-Blitz, also eine Doppel-LED, die für natürlichere Farben sorgen soll. Zudem setzt der Hersteller jetzt nicht mehr nur auf Kontrast- und Laser-Autofokus, sondern auch auf Phasenerkennung. Zudem bietet HTC weitere Tricks für bessere Bildqualität, darunter Auto-HDR und Multiframe Noice Reduction, bei der unter schlechten Lichtbedingungen nicht ein, sondern drei Bilder geknipst und verglichen werden, um Bildrauschen herausrechnen zu können. Klingt alles super - und was kommt tatsächlich dabei raus?

Originalaufnahme HTC U Ultra |(c) Areamobile

Originalaufnahme HTC U Ultra |(c) Areamobile

Kurz: gute Bilder. Besonders bei gutem Licht fabriziert die Ultra-Kamera knackig-scharfe Bilder, die viele Details transportieren und Farben intensiv, aber treffend ablichten. Hier leistet die Kamera Spitzenarbeit und muss sich nicht hinter der Konkurrenz verstecken. Die Software scheint dabei auch nicht übermäßig stark nachzuarbeiten, zumindest sind keine Säume an kontrastreichen Kanten zu erkennen und auch das Nachschärfen ist noch akzeptabel, verbessert es doch den Gesamteindruck. Bei unserem Testgerät gab es allerdings Unschärfen am rechten Bildrand, besonders im unteren Bereich. Davon ab gibt es allerdings kaum etwas auszusetzen. Bei schlechterem Licht sieht das schon wieder etwas anders aus. Hier sinkt die Schärfe naturgemäß stark ab und entgegen den Versprechungen des Herstellers fabriziert das HTC U Ultra im Test deutlich sichtbares Bildrauschen - keine Überraschung, aber das machen einige der Top-Konkurrenten, allen Voran das auch von HTC gebaute Google Pixel insgesamt besser. Etwas mehr lässt sich hier mit dem Pro-Modus herausholen, er erlaubt manuelle Einstellungen, bietet zur Vereinfachung darüber hinaus anpassbare Presets und ermöglicht Aufnahme von RAW-Dateien. Er steht nur für die Hauptkamera des HTC U Ultra im Test zur Verfügung. Der Blitz arbeitet unauffällig auf Distanzen bis etwa 1,5 Meter, er könnte gefühlt etwas heller sein.

Originalaufnahme HTC U Ultra |(c) Areamobile
Originalaufnahme HTC U Ultra |(c) Areamobile

Originalaufnahme HTC U Ultra |(c) Areamobile

Originalaufnahme HTC U Ultra |(c) Areamobile

 

Die Frontkamera bietet sogar 16 Megapixel, damit ist das HTC U Ultra im Test wohl eines der ganz wenigen Smartphones, dass mehr Megapixel vorn als hinten bietet. Die Ergebnisse bei Selfies sind akzeptabel, dank Auto-HDR gibt es normalerweise keine ausgebrannten oder abgesoffenen Bildbereiche und die Bildchärfe geht in Ordnung. Sollte das Licht einmal zu schlecht werden, darf der Nutzer auf den Ultrapixel-Modus zurückgreifen. Dabei werden vier Pixel zu einem Ultrapixel zusammengefasst und als Resultat entstehen Fotos mit 4 Megapixel, die schärfer sein und weniger Rauschen beinhalten sollen. Das funktioniert auch ganz passabel, durch die Berechnungen der Software werden entsprechende Aufnahmen bei weniger Licht trotz niedrigerer Pixelzahl sogar schärfer als mit 16 Megapixel.

Originalaufnahme HTC U Ultra |(c) Areamobile
Originalaufnahme HTC U Ultra |(c) Areamobile

Originalaufnahme HTC U Ultra |(c) Areamobile

Originalaufnahme HTC U Ultra |(c) Areamobile

 

Für Videos gelten grundsätzlich die gleichen Vor- und Nachteile wie für Fotos - bei gutem Licht ist also alles super und 4K-Aufnahmen sehen klasse aus. Bei schlechter werdendem Licht beginnen die aber stark zu ruckeln und die HTC-Angabe von 30 Bildern pro Sekunde erscheint unglaubwürdig. Entsprechend hochauflösende Filme dürfen zudem maximal eine Aufnahmelänge von 6 Minuten haben, danach stoppt die Aufnahme, damit das Ultra-Phone nicht zu heiß wird. Zeitlupe und Zeitrafferaufnahmen sind ebenfalls möglich, hier wird die Auflösung allerdings auf 720p reduziert - da bietet die Konkurrenz mehr. Dafür kann das Gerät über vier unterschiedliche Mikrofone Surroundsound aufnehmen. Insgesamt bietet die Kamera des HTC U Ultra trotz einiger Einschränkungen richtig gute Leistung.

Gesprächsqualität und Akkulaufzeit

3.000 mAh sind grundsätzlich kein schlechter Wert für ein Smartphone. Wenn aber großes (Doppel-)Display mit hoher Auflösung auf umfangreiche und starke Hardware trifft, dann kann das schon mal knapp werden. Zumindest im Dauerbetrieb. Hier schaffte das HTC U Ultra im Test 6 Stunden und 5 Minuten - kein schlechter, aber auch kein sonderlich berühmter Wert. Im Alltag hingegen, der ja letztendlich doch größtenteils mit Standbyzeit verbracht wird, ist das Ultra durchaus für zwei Tage gut, an deren Ende dann aber wieder eine Ladesession liegen sollte, die dank Quickcharge normalerweise etwa eine Stunde dauert. Wer sein Smartphone oft nutzt und es so auf lange Screen-On-Zeiten bringt, sollte sich allerdings an tägliches Laden gewöhnen, denn der Bildschirm ist beim HTC U Ultra die größte Energievernichtungsquelle. Austauschen lässt sich der Akku ohne Hilfsmittel natürlich nicht - damit liegt das HTC-Smartphone voll im Trend.

An der Sprachqualität des HTC U Play werden Nutzer ihre Freude haben. Denn die Verständigung ist stets einwandfrei und der Klang beider Gesprächspartner sehr natürlich. Rauschen bleibt stets angenehm im Hintergrund, Gesprächsaussetzer gibt es bei normalem Empfang nicht. Auch Freisprechen ist ohne große Einbußen bei der Qualität möglich. Das in Deutschland verkaufte U Ultra ist nicht Dual-SIM-fähig, der Einschub bietet nur Platz für eine Nano-SIM- und eine microSD.

Fazit

Schon die Kampfkunst-Legende Bruce Lee sagte: "Sei Wasser, mein Freund". Diese weisen Worte hat HTC beim U Ultra offenbar als Anleitung genommen und ein schickes Design entwickelt - das Liquid Design. Damit heben sich die beiden ersten Geräte der U-Serie angenehm von dem Smartphone-Allerlei der Konkurrenz ab, auch wenn Glas und Metall längst etablierte Werkstoffe in der Smartphone-Oberklasse sind. Abgesehen vom schicken Design hat das HTC U Ultra aber noch viel mehr zu bieten. Da wäre das praktische Ticker-Display, der gute Haupt-Touchscreen, eine tolle Kamera, sehr gute Geschwindigkeit dank umfangreicher und schneller Technik und einige Features wie USonic, die neben der eigenen Nutzeroberfläche HTC Sense für weitere Alleinstellungsmerkmale sorgen. Das alles hat allerdings seinen Preis und der ist mal wieder gesalzen. 750 Euro sind kein Pappenstil, zumal zur demnächst vorgestellten Topkonkurrenz technisch noch etwas Platz nach oben ist - wenn auch nicht viel. Aber da wird sich ein Interessent zweimal überlegen, ob er wirklich zu U Ultra oder doch lieber zur Konkurrenz greift. Zumal die Kamera bei schlechtem Licht noch Verbesserungspotenzial hat, die fehlende Klinkenbuchse auch nicht allen gefallen dürfte und man bei dem an Flüssigkeiten angelehnten Design irgendwie auch eine gewisse Wasserdichtigkeit erwartet hätte.

So bleibt ein richtig gutes und schickes Gerät, das aber letztendlich vor allem wegen des hohen Preises wohl nur etwas für Fans von Marke oder Design ist und vermutlich auch nicht der ersehnte Megaseller für HTC werden dürfte, den das Unternehmen so sehr benötigt. Dass der angepriesene Sense Companion zu Anfang nicht auf dem Gerät ist, macht es auch nicht gerade besser. Denn technisch gibt es auch jetzt schon Konkurrenzprodukte, die mehr oder weniger auf Augenhöhe lancieren, allerdings dabei wesentlich günstiger sind. Da wäre etwa das immer noch sehr gute Samsung Galaxy S7 Edge für um 550 Euro oder ein Moto Z zum gleichen Preis, das dank seiner Erweiterbarkeit einen sehr interessanten Ansatz aufweist - vom OnePlus 3T für unter 450 Euro erst gar nicht zu reden.

Testwertung HTC U Ultra
 
Handlichkeit und Design 68%
Verarbeitung 90%
Sprachqualität 86%
Akkuausdauer 82%
Ausstattung/ Leistung 87%
Kamera 89%
Tops & Flops
Erklärung zu den Tops & Flops

Die Gesamtwertung wird durch die Tops & Flops beeinflusst. "Außergewöhnliches Design" (+0.5%) und "Ticker-Display" (+0.2%) wirken sich positiv auf die Bewertung aus.

+0.7%
Internet 98%
Musik 82%
Software und Bedienung 95%
Navigation 88%
Gaming und Video 91%
Gesamtwertung
zum Testzeitpunkt
89%
Zeitwertung
(Stand 22.07.2017)
86%

Unsere Wertung im Detail

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Kommentare & Erfahrungsberichte
  1. 25.02.17 16:36 SiddiusBlack (Advanced Member)

    Schön das HTC mit dem U Ultra jetzt schon auf den Markt kommt und nicht erst wenn der Sense Comp. fertig ist.

    Im März/April kommt die große Konkurrenz von Samsung, Sony, LG und Huawei aus den Startlöchern mit ihren neuen Top Smartphones und da wird das U Ultra schnell fallen da HTC nicht bei den Käufern so einen Ruf genießt wie die anderen...warum auch immer denn HTC entwickelt immer Top Smartphones. Ich war mit dem M7 und dem M9 hochzufrieden so lange ich diese hatte, vor allem der Sound über die Lautsprecher war grandios aber wenn man ehrlich ist braucht man den nicht wirklich oft beim Smartphone...unterwegs ist es belästigend und zuhause hat man i.d.R. ein Tablet mit besseren Quäkern...

    Und das das U Ultra jetzt schon draußen ist ist sehr gut für den Konsumenten, denn dann ist im Mai wenn der Sense Comp. vermutlich kommt das Smartphone schon um mindestens 200 Euro im Preiskampf gefallen....

  2. 25.02.17 19:45 Phonewatch (Member)

    Davon mal abgesehen,dass es mir zu gross wäre,ist für mich das absolute KO Kriterium es nicht zu kaufen,dass es von HTC und auch bei MM u Saturn keinen USB C -Klinke Adapter gibt für andere Kopfhörer als die mitgelieferten Sröpsel. Vor allem vor dem Hintergrund dass da eigentlich ein HighRes DAC drinsteckt. Was denkt sich HTC dabei??? Und das für 749,- ! Selbst Apple u Lenovo,Moto tun das. Dann lieber zu einem geilen Preis das HTC 10 kaufen mit ebensoguten DAC u Klinke für hochwertige KH. Was für blinde Entscheidungen HTC immer trifft. Die schiessen sich sowas von ins Aus, Ansonsten technisch ja ein geiles Handy mit toller Kamera. Dann halt wieder nicht HTC

  3. 25.02.17 22:05 SiddiusBlack (Advanced Member)

    Naja die Kopfhörer die beiliegen sind ja klasse und so ein Adapter wird sicher noch kommen.

    Gibt ja schon ein paar Drittanbieter Lösungen...

    Lägen da jetzt Kopfhörer bei die Grottenschlecht wären könnte ich den Unmut verstehen.

    Weitere Alternative: Bluetooth Kopfhörer, auch hier gibt es Qualitativ sehr hochwertige Kopfhörer!

  4. 26.02.17 08:46 Phonewatch (Member)

    Ich nutze nie die mitgelieferten. Nicht das was ich erwarte. Was soll denn noch alles nachgeliefert werden? Der KI Assi,Adapter.. ich kaufe doch kein 750,- Teil mit evtl Versprechungen in die Zukunft. Was n Quatsch. Ist zudem ein Armutszeugnis. Bei dem KI Assi kann ich das noch nachvollziehen . Aber so n olles Adapterteil nicht mitliefern zu können ist ja wohl ein Armutszeugnis und sehr unprofessionell. Also, Drittanbieter dazu hatte MM u Saturn dazu jedenfalls keine. Und ob HTC einen Adapter mal mitliefert dazu weiss niemand etwas. Absolutes No Go. Das wäre so als würde ich mir ein Auto mit Klappstühlen kaufen,mit der Aussage, die richtigen komen irgendwann oder gar keine Aussage ob die überhaupt kommen. Am besten noch in der gehobenen Klasse. Lol Aber man kann ja alles schönreden

  5. 27.02.17 03:13 Gandalf (Expert Handy Profi)

    Man sollte hier bei dem Fazit immer noch ne Verlinkung von Shops einfügen, damit Interessenten das Smartphone auch kaufen können. VG

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