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Autor: Stefan Schomberg 29.08.2017 - 20:27 | 6

HMD Global Nokia 8 Testbericht

Testüberblick HMD Global Nokia 8

  1. Design, Verarbeitung, Display, Hard- und Software
  2. Kamera, Akku, Gesprächsqualität und Fazit
  3. 6 Lesermeinungen
Tops und Flops
  • Tops
  • Guter Preis
  • Top-Hardware
  • Vanilla-Android
  • Edles Design
  • Klasse Display
  • Tolle Kamera
  • Flops
  • Gehäuse anfällig für Kratzer
  • Gesprächsqualität mau

Nokia 8 Test: So gut ist das beste Nokia-Smartphone

Das Nokia 8 ist das neue Topmodell von HMD Global und das erste mit einer Dual-Kamera mit Carl-Zeiss-Optik und dem Snapdragon 835 als Antrieb. Design und Datenblatt-Specs sprechen auf den ersten Blick an - hält der gute Eindruck auch nach dem Test an? Erfahrt es hier.

Die Marke Nokia ist zurück im Smartphone-Markt, allerdings steht dahinter als Lizenznehmer das Start-up HMD Global. Das hat wie der einstige Handy-Marktführer sein Hauptquartier in Espoo in Finnland, direkt neben der Nokia-Zentrale. Einen wichtigen Unterschied zwischen neuem und altem Nokia gibt es aber: Das Unternehmen Nokia setzte früher erst auf Symbian S60 und dann auf Windows Phone bzw. Windows Mobile als Betriebssysteme für die eigenen Smartphone-Modelle, die neuen Nokias laufen hingegen mit dem Google-OS Android. Das ist Chance und Risiko zugleich: Einerseits ist das noch unter Windows herrschende App-Problem gelöst, andererseits besteht im Android-Lager starke Konkurrenz von bekannten Herstellern und Billiganbietern.

HMD Global glaubt an die Stärke der Marke und versucht, auf der Nostalgie-Welle zu reiten und sich mit einem attraktiven Preis-Leistungs-Verhältnis der Geräte im Markt zu etablieren - das Nokia 8 mit echter Oberklasse-Hardware kostet 579 Euro. Reicht das, um das Smartphone zum Kassenschlager zu machen?

Gehäuse-Design und -Verarbeitung

Nokia 8 Polished Blue im Vergleich mit Nokia 8 Polished Copper | (c) Areamobile
Nokia 8 in glänzendem Blau und in Kupfer mit Patina-Effekt

Das Design des Nokia 8 wirkt eher konservativ - es gibt keine Edge-Kanten und kein "Infinity-Display" wie etwa beim Galaxy S8 des aktuellen Marktführers Samsung. Dennoch wirkt das Gehäuse stimmig und ist richtig schick. Das liegt an den sanften Rundungen der Ummantelung aus eloxiertem Metall sowie den Farbspielen und der fast geheimnisvoll glänzenden Oberfläche. Der Farbton des dunkelblauen Modells ("Polished Blue") changiert beispielsweise je nach Lichtreflektion zwischen Blau und Schwarz. Das Gehäuse des Nokia 8 wird aus einem massivem Aluminiumblock der 6000er-Klasse gefräst. In dem insgesamt 40 Stufen durchlaufenden Fertigungsprozess wird  die Oberfläche immer wieder oxidiert und geschliffen. Das macht die Oberfläche so glatt und glänzend, das es ein bisschen an das exprovertierte HTC U11 erinnert, dessen Gehäuse aus mehreren durchfärbten Glasschichten gefertigt ist. Nachteil: An dem Gerät in Benutzung zeigen sich schnell Fingerabdrücke - und leider auch schnell erste Kratzer.

Nokia 8 Polished Blue im Vergleich mit Nokia 8 Polished Copper | (c) Areamobile
Die perfekt integrierten Antennen sind farblich vom Rest abweichend

Die silbergraue ("Steel") und die blaue Variante ("Tempered Blue") des Nokia 8 sind matt, die kupferfarbene Version ("Polished Copper") zeigt nach einiger Zeit Benutzung einen Patina-ähnlichen Effekt, sodass die Oberfläche des Smartphones weniger spiegelt - einen "Schminkspiegel" wie das Sony Xperia XZ Premium hält man mit dem Nokia 8 also nicht in der Hand. Beim kupferfarbenen Modell sind die bei allen Versionen handwerklich perfekt integrierten Antennenstreifen im Metallgehäuse farblich abgesetzt. Ob man das hässlich findet oder als Designelement einstuft, bleibt jedem Nutzer selbst überlassen. Der zierliche Chrom-Rahmen, der auf der Rückseite um die Kameramodule verläuft, wirkt zeitlos elegant.

Nokia 8 Unboxing | (c) Areamobile
Zierlicher Chrom-Rahmen um die Kameras

Die Verarbeitungsqualität der Gehäusekomponenten des Nokia 8 ist so herausragend, wie man es von alten Nokia-Handys kennt. Die Hardware-Tasten - Lautstärke- und Power-Tasten an der rechten Seite des Smartphones - lassen sich dank knackigem Druckpunkt und angenehm kurzem Tastenhub perfekt bedienen, die restliche Steuerung erfolgt über sensibel reagierende Sensortasten unter dem Display. Links geht es dabei einen Schritt zurück im Menü, rechts wird die Liste offener Apps aufgerufen, und über den großen Button in der Mitte mit integriertem Fingerabdrucksensor zum Entsperren öffnet sich der Homescreen. Die geringe Bautiefe von 7,9 Millimetern, die zu den Kanten flacher zulaufende Form des Gehäuses sowie die sanften Rundungen lassen das Nokia 8 angenehm in der Hand liegen.

Nokia 8 Unboxing | (c) Areamobile
USB Typ C

Display-Größe und -Qualität

Andere aktuelle Oberklasse-Smartphones bieten ein QHD-Display, auch wenn die hohe Auflösung bei der Benutzung selten wirkliche Vorteile bringt. Das ist beim Nokia 8 im Test nicht anders: Das in der Diagonale 5,3 Zoll messende Display stellt 2.560 x 1.440 Pixel bzw. 554 Bildpunkte pro Zoll dar. Einzelne Bildpunkte lassen sich hier beim besten Willen nicht mit bloßem Auge erkennen.

Nokia 8 im Displaytest | (c) Areamobile
Nokia 8 im Display-Test: Farbtreue
Nokia 8 im Displaytest | (c) Areamobile
Nokia 8 CIE-Displaytest

Auch andere Messwerte im Display-Test sind überzeugend: So bietet das IPS-LCD ordentlichen Kontrast, eine hohe Helligkeit und gute Blickwinkelstabilität. Aus schrägem Betrachtungswinkel ist eine Abschattung der Anzeige zu sehen, die ziemlich genaue Farbdarstellung ändert sich aber nicht. Da HMD Global auf reines Android ohne zusätzliche Apps oder Einstellungsmöglichkeiten setzt, gibt es leider nur wenige Anpassungsmöglichkeiten für die Anzeige, etwa adaptive Helligkeitssteuerung oder eine variable Beleuchtungsdauer von Touchscreen und Sensortasten.

Nokia 8 im Displaytest | (c) Areamobile
Nokia 8 im Display-Test: Wiedergabe von Grautönen

System: Hardware, Software und Bedienung

Hammer-Hardware und ein schnäppchenhaft anmutender Preis schließen einander nicht unbedingt aus: Das zeigt das Beispiel OnePlus mit dem 5er-Modell. Das Nokia 8 macht dem OnePlus in dieser Hinsicht fast Konkurrenz. Als Antrieb des HMD-Global-Smartphones dient ein Snapdragon 835 mit Kupfer-Kühlung und Graphit-Abschirmung, was für eine bessere Wärmeableitung des bis zu 2,5 GHz leistenden Octa-Core-Prozessors sorgen soll. Unterstützt wird der von einer Adreno-540-GPU und 4 GB LPPDDR4X-RAM - damit bleibt das Nokia 8 hinter dem OnePlus 5 mit bis zu 8 GB RAM zurück. Macht nichts: Derzeit gibt es keine Smartphone-Apps, für die mehr als 4 GB RAM erforderlich sind. Allerdings fragen wir uns, warum Nokia beim Display das "Schulhoff-Quartett" mitspielt, beim Arbeitsspeicher aber nicht.

Nokia 8 Unboxing | (c) Areamobile
Nokia 8 Homescreen

Im Test zeigt sich das Nokia 8 mit der Antriebskombi enorm schnell. Das liegt nicht nur an dem starken Prozessor, sondern auch an dem an der Oberfläche unveränderten Android in Version 7.1.1. Auch in Benchmarks sowie bei anfordernden 3D-Spielen stößt der Chipsatz nicht an seine Grenzen. Nach 20 Minuten Spielen von "Asphalt Extreme" wird das Gerät beispielsweise nur handwarm.

Nokia 8 Unboxing | (c) Areamobile
Keine Bloatware
Nokia 8 Unboxing | (c) Areamobile
Nokia 8 mit Android Nougat, Android Oreo kommt

Auch bei der übrigen technischen Ausstattung müssen Nutzer des Nokia 8 im Vergleich zu den Topgeräten mancher Konkurrenten nur sehr wenige Abstriche machen: 64 GB stehen an internem Speicher (UFS 2.1) bereit, zusätzlich fasst das Nokia 8 wechselbare Speicherkarten mit bis zu 256 GB (theoretisch 2 TB) - dann geht jedoch die Dual-SIM-Funktion verloren, denn einer der Steckplätze kann nur mit einer microSD- oder einer zweiten Nano-SIM-Karte belegt werden (HInweis: Mobilfunkbetreiber bieten meist eine Single-SIM-Variante des Nokia 8 an).

Das Repertoire an Datenschnittstellen umfasst Standards wie LTE Cat-9 (bis 450 MBit/s im Download und 50 MBit/s im Upload), WLAN ac, Bluetooth 5.0, GPS mit Unterstützung für das russische Glonass und das chinesische Beidou sowie NFC und ANT+. Der USB-C-Anschluss unterstützt USB-3.1-Geschwindigkeit, kabelgebundene Kopfhörer  werden in die 3,5-Millimeter-Buchse des Smartphones eingesteckt. Das mitgelieferte Headset mit Metall-Korpus liefert vollen Sound mit überraschend hoher Lautstärke aus, wenn es richtig im Ohr sitzt. Der Lautsprecher des Nokia 8 ist zwar ebenfalls laut, tendiert aber zum Übersteuern und klingt zu spitz.

Nokia 8 Unboxing | (c) Areamobile
Nokia 8 Einstellungen
Nokia 8 Unboxing | (c) Areamobile
Nokia 8 Homescreen

Eine der wenigen Software-Anpassungen von HMD Global betrifft das Always-on-Display (Glance), das bei deaktiviertem Screen durchgehend die Uhrzeit, aber im Gegensatz zu den Pixel-Phones auch Akkuladezustand und verpasste Anrufe, Nachrichten und Mails anzeigt. Auch bei der Kamera gibt es eine Erweiterung der Software. Der große Vorteil des nahezu unveränderten Androids: Nokia kann mindestens ein großes Update (im Falle des Nokia 8 auf Android 8 Oreo) sowie eine frühzeitige Auslieferung der Sicherheits-Patches von Google versprechen. Dank der vorinstallierten Google-Dienste sind unter anderem ein Cloud-Service und der Google-Assistant als Sprachassistent verfügbar.

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Kommentare & Erfahrungsberichte
  1. 29.08.17 21:37 AlfredENeumann (Handy Profi)

    Sorry, aber wo sind die LowLight Fotos?
    Alle Reviews bisher sagen das die LowLight Fotos nicht so der Bringer sind.

  2. 29.08.17 21:42 Gandalf (Expert Handy Profi)

    Weshalb hat das kupferfarbene keinen Zeiss-Schriftzug?

  3. 30.08.17 06:41 HeroX666 (Youngster)

    @ AlfredENeumann

    Schau dir dieses http://www.gsmarena.com/nokia_8-review-1644p7.php Review an - dort sind mehrere LowLight Fotos enthalten.

    Beim ranzoomen ist Bildrauschen (natürlich) feststellbar, allerdings finde ich die Fotoqualität für eine Handykamera mehr als ausreichend!

  4. 30.08.17 15:07 Marcitos (Handy Profi)

    Verstehe nicht, warum überall das 6000er Aluminium hervorgehoben wird.
    Das ist doch nichts besonderes.

  5. 30.08.17 15:45 Antiappler (Handy Profi)

    Da wurde meine Vermutung bestätigt. Rückseite anfällig für Kratzer. Also wird das Gerät wohl in den meisten Fällen in einer Hülle verschwinden.

    Daher ist es egal, ob das Gerät ganz toll aussieht oder Aluminium eigentlich sehr kalt und nicht angenehm zum anfassen und sehr glatt ist.

    Und für so eine "Marke" und solch stolzem Preis eine "maue" Gesprächsqualität geht gar nicht.

    Oder war es ein "Montagsgerät"?

    Wichtig ist, dass ich meine Gesprächspartner gut und deutlich verstehe, und die mich auch!

  6. 30.08.17 15:51 foetor (Expert Handy Profi)

    @Antiappler

    Sehe ich auch so, das wäre wie wenn ein Auto nicht richtig fährt (das aber die eigentliche Grundfunktion sein sollte) aber es dafür ein gutes Infotainment System hat und eine tolle Farbe. So wird hier halt leider bewertet. Das ein Smartphone in erster Linie eine gute Sprachqualität bieten sollte ist leider außer Mode gekommen. (Egal welcher Hersteller, aber dafür sollte man 5%-10% abziehen)

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