Werde Teil der Community - Registriere dich jetzt kostenlos! | Login
Anzeige
 
 

Wiko Wim Test: Kamera, Gesprächsqualität, Akku und Fazit

Wiko Wim Test - Teil 2. Hier geht es zur ersten Seite vom Wiko Wim Test.

Kamera

Bei der Kamera hat Wiko beim Wim ganz besonderen Aufwand betrieben, zumindest auf dem Papier. Denn während Konkurrenten wie Nokia zur Verbesserung der Bildqualität wieder auf Carl Zeiss und Huawei auf Leica als Kooperationspartner setzen, hat sich Wiko mit DxO Labs zusammengetan. Das französische Unternehmen dürfte Fotografie-Begeisterten durch die Website DxOMark bekannt sein, die Kameras, Sensoren und Linsen testet und auch ihre eigene Kamera für Smartphones (DxO One) im Sortiment hat.

Originalaufnahme Wiko Wim | (c) Areamobile
Testaufnahme mit dem Wiko Wim
Originalaufnahme Honor 9 | (c) Areamobile
Vergleichsaufnahme mit dem Honor 9

Bei der Kamera-Hardware hat sich Wiko für zwei Sensoren mit je 13 Megapixel entschieden. Wie bei Huawei- und Honor-Smartphones ist davon einer für Schwarz-Weiß-Fotos, der andere für Farbaufnahmen zuständig. Beide Linsen bieten eine Blende von f/2.0, das ist nicht weltbewegend, aber noch in Ordnung. Bei schlechtem Licht soll ein Dual-LED-Blitz für ausreichende Beleuchtung sorgen. Auffällig: Die Frontkamera bietet mit 16 Megapixel eine höhere Auflösung als die Hauptkameras und einen Frontblitz.

Originalaufnahme Wiko Wim | (c) Areamobile
Testaufnahme mit dem Wiko Wim
Originalaufnahme Honor 9 | (c) Areamobile
Vergleichsaufnahme mit dem Honor 9

Die Bildqualität kann leider mit den großen Erwartungen ob der Partnerschaft mit DxO nicht mithalten. Betrachtet man Fotos in der Vollbildansicht ohne Zoom, sehen die Bilder noch recht gut aus. Bildrauschen ist nicht zu erkennen, Farben werden lebendig, aber nicht übertrieben dargestellt und die Bildschärfe wirkt angemessen. Auch die Bilddynamik macht keinen schlechten Eindruck. Im Detail, etwa der hundertprozentigen Vergrößerung, offenbaren Fotos des Wiko Wim im Test aber einige Schwächen. Bildrauschen bei Außenaufnahmen gibt es in hellen Bereichen zwar immer noch nicht und ein Halo-Effekt, der oft bei starken Kontrastunterschieden an Kanten zu erkennen ist, bleibt dem Wiko-Smartphone auch in der Nahansicht fremd.

Originalaufnahme Wiko Wim | (c) Areamobile
Selfies sind sehr scharf, brennen aber wie so oft gern aus

Allerdings fehlt es an Detailschärfe und auch Detail-Dynamik. Die Software matscht gerne auch mal feine Strukturen zu einer einheitlichen Fläche ohne Details zusammen. In dunklen Bereichen gehen feine Bildelemente dann oft ganz unter und zudem sind unter bestimmten Voraussetzungen sogar leichte Artefakte zu sehen - unschön. Bildrauschen gibt es dann auch - und zwar nicht zu wenig. Im direkten Vergleich sind die Aufnahmen eines Honor 9 mit ähnlichem Kamera-Aufbau in allen Bereichen bis auf das Bildrauschen besser.

Bei Videos gefällt vor allem der sehr gute Bildstabilisator, der selbst unvorsichtige Gehbewegungen noch ziemlich glattbügelt. Die Bildqualität geht dabei in Ordnung, auch wenn die für Fotos angesprochenen Probleme auch hier zu erkennen sind. Bei bewegten Bildern stört das aber nicht so. Insgesamt müssen Wiko und DxO Labs definitiv noch einmal an die Software ran, da sollte noch mehr Potenzial drin stecken. So ist die Kamera in Schulnoten ausgedrückt eher befriedigend als gut. Die Möglichkeit, RAW-Daten, statt normalen Bildern abzuspeichern, richtet sich eher an professionelle Nutzer, der Rest hat davon nichts.

Gesprächsqualität und Akku

Die Gesprächsqualität ist wenig berauschend, aber noch erträglich. Gesprächspartner sind etwas zu leise und klingen etwas blechern. Dabei werden Höhen und aufseiten des anderen Gesprächsteilnehmers auch bisweilen Wortenden verschluckt, sodass man sich an beiden Enden der Leitung konzentrieren muss, um dem Gespräch folgen zu können. Das machte das gerade erst getestete Neffos X1 Max trotz einer Preisdifferenz von fast 200 Euro zugunsten des Neffos wesentlich besser. Immerhin funktioniert Freisprechen mit dem Wiko Wim recht ordentlich, auch wenn der Lautsprecher hier seinem Namen nicht gerade Ehre macht und etwas zu leise ist. Dennoch war die Verständlichkeit des jeweiligen Gesprächspartners zumindest in ruhiger Umgebung eher besser als schlechter im Vergleich zum direkten Telefonat.

Der Akku des Wiko Wim im Test bietet 3.200 mAh und ist fest eingebaut. Kabelloses Laden gibt es nicht. Die Akkuleistung geht bei der Display-Größe, der Auflösung und dem Prozessor durchaus in Ordnung und macht Hoffnung auf lange Laufzeiten. Tatsächlich erwies sich das Wim in unserem Dauer-Streamingtest als Langläufer und erreichte etwa mehr als 10 Stunden - sehr respektabel! Das dürfte natürlich auch an der im Vergleich zu LCDs niedrigeren Helligkeit liegen, zeigt aber insgesamt die guten Langlaufeigenschaften bei überdurchschnittlicher Nutzung auf. Zwei Tage sind daher locker drin. Und wenn man die mal nicht erreicht, ist das Aufladen dank Quick Charge 3.0 innerhalb von etwa 1,5 Stunden erledigt. Ihren größten Vorteil spielt die Schnelladetechnik wie immer bei leerem Akku aus, wenn es darum geht, in möglichst kurzer Zeit wieder den Akku möglichst weit zu füllen.

Ladezeit
Ladestand
nach 15 Minuten 21 Prozent
nach 30 Minuten 41 Prozent
nach 45 Minuten 64 Prozent
nach 60 Minuten
84 Prozent
nach 75 Minuten
94 Prozent
nach 90 Minuten
99 Prozent
nach 97 Minuten
100 Prozent

Fazit

Derzeit steht nach dem Test zu befürchten, dass das Wiko Wim das gleiche Schicksal erleiden wird wie zuvor auch einige andere Mittelklasse-Versuche der Highway-Serie - es wird in der Masse der Smartphones untergehen. Denn fassen wir zusammen: Das Design ist nett, aber zu wenig herausstechend. Glas oder Metall statt Kunststoff hätten dem Smartphone sehr gut zu Gesicht gestanden. Das Display ist toll, ebenso die technische Ausstattung insgesamt, gerade auch der große interne Speicher und RAM.

Handlungsbedarf gibt es bei dem, was Wiko stolz herausgestellt hat: der Kamera. Denn die ist derzeit einfach nicht wirklich gut, wenn auch noch akzeptabel. Für "akzeptabel" braucht man aber keine groß verkündete Kooperation mit einem Kameraspezialisten und wegen einer akzeptabeln Kamera kauft auch niemand ein Samrtphone. Ein weiterer Pluspunkt ist der stramme Akku, die mittelprächtige Sprachqualität gibt wieder Abzug in der B-Note. Unter dem Strich bleibt dann leider entweder nur noch ein ordentliches, aber nicht ausreichend gutes Smartphone oder ein zu hoher Preis.

Das angesprochene Honor 9 kostet derzeit auch komm noch mehr als 400 Euro, kann aber zumindest bei Design, Kamera und Prozessor noch einmal mehr als das Wiko-Modell, dafür ist der Akku schwächer. Andere Alternativen von namenhaften Herstellern könnten das Samsung Galaxy A5 (2017) oder das HTC U Play für jeweils aktuell schon unter 300 Euro sein.

Testwertung Wiko Wim
 
Handlichkeit und Design 79%
Verarbeitung 90%
Sprachqualität 83%
Akkuausdauer 86%
Ausstattung/ Leistung 71%
Kamera 84%
Internet 85%
Musik 92%
Software und Bedienung 93%
Navigation 85%
Gaming und Video 78%
Gesamtwertung
zum Testzeitpunkt
84%
Zeitwertung
(Stand 26.09.2017)
84%

Unsere Wertung im Detail

Detailseiten zum Testbericht
  1. Teil 1: Design, Display, Hard- und Software
  2. Teil 2: Kamera, Gesprächsqualität, Akku und Fazit