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Autor: Stefan Schomberg 01.04.2017 - 10:45 | 3

Huawei P10 Lite Testbericht

Tops und Flops
  • Tops
  • Schickes Design
  • Gute Kamera
  • Ordentliche Gesamtausstattung
  • Gute Alltagsleistung
  • Flops
  • Sprachqualität etwas dumpf
  • Preis etwas zu hoch

Huawei P10 Lite Test: Edel wie ein Premium-Smartphone

Das Huawei P10 Lite will ein hochwertiges, edles Smartphone zum kleinen Preis sein. Dafür setzt der Hersteller auf schicke Materialien und tolles Design, im Vergleich zum Geschwistermodell P10 spart er dabei allerdings bei der Technik – ein zweischneidiges Schwert. Wir erklären, ob die Rechnung trotzdem aufgeht.

Anmutung

Schick sieht es aus, das neue Huawei P10 Lite im Test, das gerade in den deutschen Handel gekommen ist. Dabei setzt Huawei im Gegensatz zum P10 bei diesem Smartphone-Modell nicht auf Aluminium für die Rückseite, sondern auf Kunststoff mit Glas-Überzug, das zu den Rändern hin leicht abgerundet ist. Edel wirkt vor allem der Metallrahmen mit den schicken Schliffkanten. Das teurere P10 mit den um die Kanten geschwungenen Metall-Unibody wirkt dagegen mehr wie aus einem Guss. Abgesehen vom Rahmen gibt es die größten optischen Unterschiede zwischen den beiden Huawei-Smartphones unterschiedlicher Preisklassen auf der Rückseite: Beim P10 Lite sieht man dort nur eine Kameralinse und keinen Leica-Schriftzug.

Huawei P10 Lite im Hands-On | (c) Areamobile
Huawei P10 Lite im Hands-On | (c) Areamobile

Im Test: Huawei P10 Lite | (c) Areamobile

Schicker Metallrahmen | (c) Areamobile

 

Es gibt noch einen wichtigen Unterschied zwischen beiden Smartphones: die Position des Fingerabdrucksensors. Der sitzt am P10 vorne unter dem Display, am Lite-Modell befindet er sich rückseitig unter der Kamera. Beim Mittelklasse-Modell im Test imitieren die Chromränder des Scanners die Schliffkanten des Metallrahmens, was sich gelungen in das Designkonzept des Smartphones einfügt. Dank der überschaubaren Maße von 146,5 x 72 x 7,2 Millimeter und 146 Gramm Gewicht sowie den angenehmen Rundungen des Rahmens und der gerundeten Oberflächen liegt das Huawei P10 Lite angenehm in der Hand, auch wenn die Glasrückseite etwas rutschig ist. Die bei der Benutzung zwangsläufig auftretenden Fettfinger lassen sich leicht entfernen. Auf dem Metallgehäuse des P10 ist das mit mehr Putzen verbunden.

Huawei P10 Lite im Hands-On | (c) Areamobile
Huawei P10 Lite im Hands-On | (c) Areamobile

Rückseite aus Glas statt Metall wie beim P10 | (c) Areamobile

Nur eine Kameralinse, kein Leica-Schriftzug und Fingerabdrucksensor hinten | (c) Areamobile

 

Display

Huawei P10 Lite im Displaytest | (c) Areamobile

Huawei P10 Lite im Display-Test: CIE-Farbraumabdeckung | (c) Areamobile

Das Huawei P10 zeigt 5,1 Zoll Display-Diagonale, der Bildschirm des Huawei P10 Lite bringt es sogar auf 5,2 Zoll bei kaum größeren Gehäuseabmessungen. Dank einer Display-Auflösung von 1.920 x 1.080 Pixel liegt die Anzeigeschärfe bei 432 Pixel pro Zoll. Farben gibt der Bildschirm unseres Testgeräts in der Standardeinstellung tendenziell etwas zu kühl wieder, das lässt sich aber in den Systemeinstellungen verändern. Die Kontraste fallen mit 766:1 unter dem Messgerät überraschend niedrig aus.

Huawei P10 Lite im Displaytest | (c) Areamobile

Huawei P10 Lite im Display-Test: Grauwerte | (c) Areamobile

Huawei P10 Lite im Displaytest | (c) Areamobile

Huawei P10 Lite im Display-Test: Farbwiedergabe| (c) Areamobile

Huawei P10 Lite im Displaytest - Blickwinkelstabilität | (c) Areamobile

Huawei P10 Lite im Display-Test: Blickwinkelstabilität | (c) Areamobile

Da punktet eher die Helligkeit von 422 cd/m², die zusammen mit der hervorragenden Blickwinkelstabilität eine gute Ablesbarkeit auch im Freien garantiert. Nur die minimale Abschattung bei sehr flachen Winkeln und die typische Spiegelung des Display-Glases, das ohne Zwischenraum auf die darstellende Schicht laminiert ist, schränken das ein. So gehört das Display zu den besten in der Smartphone-Mittelklasse! Selbst die in der Originaleinstellung mit 14 Delta-E bei der Grautreppe für ein IPS-Display vergleichsweise hohe Abweichung ändert daran nichts, da Werte von unter 30 Delta-E im Alltag normalerweise ohne direkte Vergleichsmöglichkeit nicht auffallen.

Hard- und Software

Der Kirin 658 im Huawei P10 Lite ist ein typischer Mittelklasse-Chip: Seine acht bis auf 2,1 GHz getakteten Prozessorkerne erlauben eine flüssige und verzögerungsfreie Bedienung, in Benchmarks bringt der Turbo, der die Maximal-Frequenz bei Bedarf noch einmal 10 Prozent anhebt, nichts im Vergleich zu den Topchips wie Snapdragon 835, Exynos 8895 oder Kirin 960. In solchen Testprogrammen schneidet das P10 Lite im Test daher 50 bis 75 Prozent schlechter als der stärkere Namensvetter Huawei P10 ab - das sind Welten. Besonders bei der Grafikleistung sieht die Mali-T830 MP2 kein Land gegen die Mali-G71 MP8 des Kirin 960, das große P10 ist neunmal schneller im GFXBench. Aber selbst 3D-Spiele wie "Asphalt 8: Airborne" laufen mit höchster Grafikeinstellung fast ruckelfrei auf dem Huawei-Smartphone im Test. Eine etwas niedrigere Einstellung sorgt dann für ungetrübte Raserei. Dank 4 GB RAM gibt es im Alltag normalerweise keine Probleme, auch Multitasking und viele offene Tabs im Browser bringen im Test das P10 Lite nicht zum Stocken.

Huawei P10 Lite im Hands-On | (c) Areamobile
Huawei P10 Lite | (c) Areamobile

Homescreen | (c) Areamobile

Zuschaltbarer App-Drawer mit Bloatware | (c) Areamobile

 

Zum Ablegen von Daten findet der Nutzer 32 GB internen Speicher vor, der sich zudem per microSD um weitere 256 GB vergrößern lässt - wenn man dafür auf eine zweite SIM-Karte verzichtet. Mit WLAN ac, Wifi Direct, Bluetooth 4.1, GPS mit Glonass-Unterstützung, LTE, NFC und sogar UKW-Radio lässt die Lite-Version des P10 kaum Verbindungswünsche offen. Ein kleines Manko ist der USB-Anschluss, hier setzt Huawei noch nicht auf den moderneren Typ C, sondern noch auf Micro-USB mit 2.0-Geschwindigkeit. Das kann man aber auch positiv sehen: Einerseits kann älteres Zubehör genutzt werden, andererseits muss Huawei so zwingend einen Klinkenstecker im 3,5-Millimeter-Format einbauen - das erlaubt die Nutzung bereits vorhandener Kopfhörer. Das ist dann auch durchaus anzuraten: Denn Huawei legt dem P10 Lite ein Headset mit Hartplastik-Schalen ohne Möglichkeiten der Größenanpassung an - das sieht zwar schick aus, passt aber selten optimal. Als Resultat ist der Sound zu dünn und zu leise. An der Lautstärke und dr Klarheit gibt es eim Monolautsprecher des P10 Lite im Test nichts auszusetzen, allerdings klingt er zu dünn.

Huawei P10 Lite | (c) Areamobile
Huawei P10 Lite im Hands-On | (c) Areamobile

Browser | (c) Areamobile

Android 7 mit EMUI 5.1 | (c) Areamobile

 

Über Android 7.0 legt Huawei wie üblich die eigene Nutzeroberfläche EMUI in Version 5.1, der Sicherheits-Patch unseres Testgerätes ist vom Februar 2017. Beim teureren P10 gibt es zurzeit nichts Neueres. EMUI 5.1 erlaubt das Aktivieren eines klassischen App-Drawers, zudem bietet das Huawei-UI mannigfaltige Anpassungsmöglichkeiten der Optik, etwa mit einer Auswahl an Designs. Bloatware hat es leider auch auf das P10 Lite im Test geschafft: vier Spiele und vier weitere Apps, die sich allesamt deinstallieren lassen.

Kamera

Das P10 Lite hat keine Doppel-Kamera mit Farb- und zusätzlichem Monochromsensor, auch der Leica-Schriftzug fehlt beim Mittelklasse-Modell. Stattdessen kommt eine einzelne Optik zum Einsatz, deren Eckdaten frappierend an die farbige Kamera des Huawei P9 erinnern - und die liefert schließlich sehr gute Ergebnisse. So ist die Auflösung mit 12 Megapixel identisch, ebenfalls die Blende mit f/2.2 und die Begrenzung auf Full-HD-Videos mit bis zu 30 Bildern pro Sekunde. Beim P10 Lite gibt es für schlechtes Licht allerdings nur einen Single-LED-Blitz. Vorn setzt Huawei für Selfies auf eine Kamera mit 8 Megapixel mit Autofokus und einer f/2.0-Blende, die ebenfalls Full-HD-Videos aufnehmen kann.

Testbild, aufgenommen mit der Kamera des Huawei P10 Lite | (c) Areamobile

Testbild, aufgenommen mit der Kamera des Huawei P10 Lite | (c) Areamobile

Testbild, aufgenommen mit der Kamera des Huawei P10 Lite | (c) Areamobile

Testbild, aufgenommen mit der Kamera des Huawei P10 Lite | (c) Areamobile

Testbild, aufgenommen mit der Kamera des Huawei P10 Lite | (c) Areamobile

Testbild, aufgenommen mit der Kamera des Huawei P10 Lite | (c) Areamobile

Huawei P10 Lite Originalaufnahme | (c) Areamobile
Huawei P10 Lite Originalaufnahme | (c) Areamobile

Testbild ohne HDR

Testbild mit HDR | (c) Areamobile

 

Die Fotoqualität der Kamera kann sich bei gutem Licht absolut sehen lassen. Details werden ausreichend gut herausgearbeitet, die Bildschärfe ist selbst in moderater Vergrößerung am PC sehr ordentlich. Die Bilddynamik ist in den meisten Situationen so gut, dass der manuell zuschaltbare HDR-Modus kaum Verbesserung bringt. Formatfüllend auf einem PC-Bildschirm wirken dadurch Aufnahmen eine Spur plastischer und sogar schärfer, allerdings werden dann teilweise Bildbereiche einen Tick zu hell, lassen dafür aber auch noch mehr Details erahnen. Die Stimmung der Bilder wirkt dann aber teilweise etwas künstlich. Bildrauschen ist bei gutem Licht kaum zu beobachten, mit abnehmendem Licht ist das aber schnell da - zu schnell vielleicht. Hier merkt man dann offenbar doch das Fehlen des zweiten Sensors, der genau in solchen Szenarien für bessere Bildqualität sorgen kann.

Huawei P10 Lite Originalaufnahme | (c) Areamobile
Huawei P10 Lite Originalaufnahme | (c) Areamobile

Selfie mit Licht von vorn und...

... aus dem Fenster mit Licht von hinten | (c) Areamobile

 

Bei der Frontkamera sieht das mit der Bilddynamik ganz anders aus, hier überstrahlt der komplette Hintergrund bei einem Selfie bei Tageslicht, dunkle Bereiche saufen ab. Das ist schade, denn dank des Autofokus sind die Gesichter scharf und der Hintergrund weist einen Anflug von Bokeh auf, wird also zumindest leicht unscharf.

Auch in Videos mit der Hauptkamera stimmt die Bilddynamik nicht wirklich, obwohl das weit weniger stark auffällt als mit der Selfiecam. Helle Bildbereiche brennen leicht aus, dafür stimmen wie bei Fotos Detailgrad und Bildschärfe. Leider verzichtet Huawei beim P10 Lite auf jegliche Art der Bildstabilisierung, das führt bei Videos zu Aufnahmen wie im Blair Witch Project - shakyshaky!

Auf Effekte wie den Bokeh-Modus, der bei Geräten wie dem P9 und dem P10 für starke Tiefenunschärfe eine offene Blende simuliert, muss man beim Lite-Ableger verzichten. Andere Effekte wie der "Lichtmalerei"- oder der Profi-Foto- und Videomodus, bei dem man manuell Zugriff auf Parameter wie ISO, Blendenöffnungszeit und Weißabgleich hat, sind aber auch beim P10 Lite im Test mit dabei und erweitern die Anwendungsmöglichkeiten des Gerätes teils deutlich. Insgesamt verpasst Huawei dem P10 Lite im Test also eine sehr gute, dem Preis mehr als angemessene Kamera.

Gesprächsqualität und Akku

Die Gesprächsqualität ist beim Telefonieren mit dem Huawei P10 Lite ist noch ausreichend gut, aber nicht berauschend. Positiv stechen die hohe Lautstärke und die gute Dämpfung von Umgebungsgeräuschen hervor, auch die Verständlichkeit ist gut. Allerdings klingen Gesprächspartner nur bedingt natürlich - das liegt an den fehlenden Höhen, wodurch sie immer wieder zu dumpf klingen. Bei Gesprächen über die Freisprechfunktion sollte man sich in ruhiger Umgebung aufhalten, ansonsten kommt es wegen des dünn klingenden Lautsprechers schnell zu Verständigungsproblemen.

Ein Akku mit 3.000 mAh sollte eigentlich bei der gebotenen Technik des Huawei P10 Lite für ordentliche Laufzeiten sorgen - das Display ist weder zu hochauflösend, noch zu groß und der Prozessor ist auch nicht auf Höchstleistung ausgelegt. Tatsächlich schaffte das günstigere P10 Lite über eine Stunde mehr als das P10 in unserem Videoausdauertest und kommt auf 7:11 Stunden, in PCMark sind es mit 6:22 Stunden ebenfalls fast eine Stunde mehr - jeweils bei stärkster Display-Beleuchtung. Da schon das P10 mit einer Stromladung bei üblicher Nutzung einen Tag lang durchhält, schafft dies das P10 Lite ebenso.

Fazit

Das P10 Lite ist ein tolles Smartphone - wenn man von den eher mäßigen Benchmark-Ergebnissen mal absieht. Das Display ist toll, die Fotoqualität zumindest bei guten Lichtbedingungen klasse, der Akku stramm und das Design richtig schick. Dazu sieht das P10 Lite hochwertig aus, fast wie ein Premium-Smartphone.

Die UVP des Herstellers liegt bei 349 Euro - das ist ein ganzer Batzen Geld und das Huawei P10 Lite hat es in diesem Bereich mit viel Konkurrenz zu tun. Etwa mit einem Honor 6X oder einem Moto G5 Plus - die Geräte sind etwas günstiger und bieten trotzdem ähnliche Ausstattung oder sogar mehr. Unser Rat: Erstmal abwarten und dann zugreifen, wenn der Preis des Huawei P10 Lite gefallen ist.

Testwertung Huawei P10 Lite
 
Handlichkeit und Design 83%
Verarbeitung 95%
Sprachqualität 86%
Akkuausdauer 75%
Ausstattung/ Leistung 79%
Kamera 84%
Internet 95%
Musik 92%
Software und Bedienung 95%
Navigation 88%
Gaming und Video 84%
Gesamtwertung
zum Testzeitpunkt
87%
Zeitwertung
(Stand 25.07.2017)
83%

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Kommentare & Erfahrungsberichte
  1. 01.04.17 11:21 ddimi

    Das Display hat keine oleophobe Beschichtung und ist deswegen mit einer Folie überzogen. D.h. Bedienkompfort wie ein 50€ Handy. Das alleine ist schon ein Grund dem Teil andere vorzuziehen

  2. 01.04.17 20:48 mckoffly (Member)

    Du hattest es natürlich schon in der Hand um das beurteilen zu können. Die Welt würde ohne solche Experten wie dich zu Grunde gehen. Vielen Dank, das es dich gibt :)

  3. 01.04.17 22:04 IchBinNichtAreamobile.de (Advanced Handy Master)

    Naja, also Handies ohne oleophobische Beschichtung und welche mit Folie hatte wolhl jeder schon mal in der Hand. Ich persönlich finde das jetzt nicht so schlimm, aber ich denke, dass man das durchaus beurteilen kann, wenn man nur diesen Aspekt berücksichtigt.

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