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Autor: Tobias Czullay 28.01.2018 - 10:00 | 0

Motorola Moto X4 Testbericht

Testüberblick Motorola Moto X4

  1. Design, Display und Software
  2. Kamera, Akku und Fazit
  3. 0 Lesermeinungen
  4. Hands-On-Test für das Motorola Moto X4
Tops und Flops
  • Tops
  • Schickes Design, tolle Verarbeitung
  • Wasserschutz
  • Software-Vielfalt: Moto-Apps, Assistenten
  • Aktuelle Technikstandards
  • Flops
  • Schwache Kamera
  • Speicherplatz könnte größer sein

Motorola Moto X4 Test: Vier gewinnt!

Nach zwei Jahren Pause bringt Motorola wieder ein Smartphone aus der Moto-X-Serie auf den Markt. Das Moto X4 kostet nur 350 Euro und bietet dabei viele Merkmale eines Oberklasse-Smartphones. Reicht es zum Preis-Leistungskracher oder müssen zu viele Abstriche gemacht werden? Der Test klärt auf.

Moto X4 | (c) Areamobile
Moto X4 im Test

Ich gebe es zu: Ich bin ein großer Fan der zweiten Generation des Moto X. Über mehr als ein Jahr hat mich das Smartphone begleitet, das ist in meiner Position als Technikredakteur eine lange Zeit. Das Moto X2 und ich - es war eine Liebe auf den zweiten Blick. Zunächst hat mich das Design überhaupt nicht angesprochen, außerdem störten mich der kleine Akku und der viel zu knapp bemessene, nicht erweiterbare Speicher. Nach meinem ersten Kontakt mit dem Moto-Smartphone stand dann aber fest: Ich will es, ich brauche es. Diese für meine Hände perfekte Größe, die unverwechselbare, wohlgeformte und griffige Softtouch-Rückseite, die geriffelten Metallstege vorne auf der Vorderseite, die immer so schöne Gräusche von sich gaben, wenn man mit dem Fingernagel darüber rutschte - das Moto X2 war ein Smartphone wie für mich gemacht.

Mit der Realität kam dann die bittere Erkenntnis: Akku- und Speicherbegrenzung stören genau wie anfangs vermutet und auch die Kamera kann längst nicht mit anderen gerade aktuellen Smartphones mithalten. Ich sehnte ich mich nach einem Nachfolger. Für die dritte Moto-X-Generation konnte ich mich dann allerdings nicht begeistern, für keines der drei Modelle. Sie waren mir zu groß, generell zu langweilig und hatten einfach nicht die Klasse des Moto X2. Jetzt gibt es Hoffnung: Nach einer zweijährigen Schaffenspause hat Motorola das Moto X4 herausgebracht und dabei wieder vieles besser gemacht - aber auch neue Fehler.

Gehäuse-Design und -Verarbeitung

Das Moto X war das erste Motorola-Smartphone, das vor dem Kauf über den Moto Maker konfiguriert werden konnte. Über eine Web-Oberfläche im Onlineshop des Herstellers ließen sich Farben und Akzente des Gehäuses nach Herzenslust kombinieren, zudem standen gegen Aufpreis Rückseitendeckel aus exotischen Materialen wie Leder, Holz oder Nylon zur Auswahl. Das alles gibt es beim Moto X4 nicht mehr, Motorola bietet das Smartphone nur in zwei verschiedenen Farben - Schwarz und Hellblau - an. Das Gehäuse besteht in jedem Fall aus einer Vorder- und Rückseite aus Glas und einem Metallrahmen.

Moto X4 gegen Moto X2 | (c) Areamobile
Moto X4 gegen Moto X2
Moto X4 gegen Moto X2 | (c) Areamobile
Moto X4 gegen Moto X2

Gegenüber der dritten Moto-X-Generation ist das neue Modell wieder kleiner. Zwar steckt im Moto X4 wie im Moto X2 ein 5,2 Zoll großer Bildschirm, das Gehäuse ist trotzdem fast ein Zentimeter länger - dafür dürfte nicht zuletzt der Fingerabdrucksensor unterhalb des Displays verantwortlich sein. Was beim Moto X2 noch etwas seltsam anmutete war der Umstand, dass der Bereich unter dem Bildschirm schmaler war als der darüber. Für das Handling des Smartphones war das aber eigentlich eine ausgezeichnete Idee, denn so ließ sich der obere Displayrand besser mit dem Daumen erreichen. Beim Moto X4 ist das leider nicht so und tatsächlich ist das Smartphone wegen der Glasrückseite eher eines von der rutschigen Sorte.

Motorola Moto X4 | (c) Areamobile
Motorola Moto X4
Motorola Moto X4 | (c) Areamobile
Motorola Moto X4

Auch wenn das Moto X4 nicht so extravagant daherkommt wie die erste und zweite Generation ist es außerordentlich schick, vielleicht ist es sogar das schönste Moto-Smartphone aus 2017. Material und Verarbeitungsqualität lassen keineswegs erahnen, dass das Smartphone nur halb so teuer ist wie aktuelle Highend-Geräte. Trotzdem verzichtet der Hersteller nicht auf Details wie die nach vorne zeigende Diamantschliffkante am Metallrahmen, den geriffelten Power-Button oder die sanfte Wölbung an den Längsseiten des Glasdeckels. Auch die Farbgebung des Moto X4 in "Super Black" oder "Sterling Blue" ist wegen der auffälligen Spiegelungen und Reflexionen schön anzuschauen, anders als viele andere Hersteller hat Motorola auch die Blende auf der Vorderseite entsprechend eingefärbt.

Motorola Moto X4 | (c) Areamobile
Motorola Moto X4
Motorola Moto X4 | (c) Areamobile
Motorola Moto X4

Zum Markenzeichen der Motorola-Smartphones ist mittlerweile das runde und bisweilen ziemlich weit aus dem Gehäuse ragende Kameramodul auf der Rückseite geworden. Wo dieses Merkmal bei den Smartphones aus der Moto-Z-Serie noch einen Zweck erfüllen mag - die Moto Mods werden dadurch am Verrutschen gehindert -, da sieht es bei Vertretern anderer Baureihen gewöhnungsbedürftig aus. Mit den Ansteckmodulen ist das Moto X4 nicht kompatibel, als Design-Element taugt das Plateau für die Dual-Kamera allerdings auch nicht wirklich. Definitiv tauglich ist das Smartphone hingegen für kurze Tauchgänge, es ist nämlich als erstes Moto-X-Modell nach IP68 vor eindringendem Wasser geschützt. Die offen liegenden USB-C- und Kopfhörerbuchsen am Fußende sind entsprechend versiegelt.

Display-Größe und -Qualität

Das Display des Moto X4 ist 5,2 Zoll groß und stellt 1.920 x 1.080 Pixel dar. Anders als bei den Moto-Z-Smartphones verbaut Motorola allerdings kein AMOLED-, sondern ein IPS-Panel im neuen Moto X. Das kann mit einer recht guten Helligkeit von 505 cd/m² aufwarten, ist angenehm stabil im Blickwinkel und bietet ein gutes Kontrastverhältnis von 1.076:1. Auch die Farbabweichung vom sRGB-Referenzwert hält sich mit 4,54 Delta-E in Grenzen, Ausschläge gibt es vor allem bei Grün- und etwas weniger stark ausgeprägt bei Rottönen. Nur ist das Panel des Moto X4 nicht unbedingt das schnellste, insbesondere bei hoher Bildschirmhelligkeit ziehen Inhalte sichtbar nach.

Motorola Moto X4 im Displaytest - Blickwinkelbilder | (c) Areamobile
Blickwinkeltest
Motorola Moto X4 im Displaytest | (c) Areamobile
CIE-Farbdiagramm

Ein Nachteil ergibt sich außerdem aus der Wahl des IPS-Panels: Da das Moto X4 wie alle aktuellen Motorola-Smartphones keine Benachrichtigungs-LED hat und stattdessen auf das "Moto Display" vertraut, wird bei jedem Eingang einer Nachricht der komplette Bildschirm erleuchtet - auch dort, wo er eigentlich Schwarz ist. Weil das Smartphone standardmäßig auf jede über das Display huschende Hand reagiert und sich mit der Always-on-Anzeige einschaltet ("Moto Infos"), wird viel Energie verschwendet. Ein AMOLED-Panel wie bei den Moto-Z-Modellen wird nur dort eingeschaltet, wo das Display auch wirklich leuchtet - das spart Strom und verhilft dem Moto Display zu einer tatsächlich sehr sinnvollen Funktion.

System: Hardware, Software und Bedienung

Im Moto X4 steckt trotz des hochwertigen Äußeren die Technik aus der Mittelklasse. Das ist für die X-Serie nicht ungewöhnlich, schon das erste Moto X kam mit einem nicht mehr zeitgemäßen Dual-Core-Prozessor auf den Markt, in der dritten Generation gab es mit dem Moto X Play außerdem ein ausgewiesenes Mittelklasse-Modell. Das Moto X4 platziert sich mit dem Snapdragon 630 und 3 GB RAM zwischen der aktuellen Moto-G5- und der Moto-Z2-Serie, in Benchmarktests ist das Smartphone etwa auf einer Höhe mit dem Moto Z2 Play. Im Ausland wird das Moto X4 auch in einer Version mit 4 GB RAM und doppeltem Speicherplatz verkauft, in Deutschland gibt es nur das Modell mit 3 GB RAM.


Moto X4
Moto G5 Plus
Moto Z2 Play
AnTuTu
70.490
63.910
68.650
Geekbench
Single: 868
Multi: 4.119
Single: 822
Multi: 4.108
Single: 909
Multi: 4.576
GFXBench
30 fps
23 fps
23 fps
3DMark
16.803
13.710
14.035

Auf dem Moto X4 ist Android 7.1.1 Nougat vorinstalliert, ein Update auf Android 8 Oreo hat der Hersteller aber versprochen. Die Performance des Smartphones ist weitestgehend sehr gut, es gibt aber auch Auffälligkeiten. Zum einen hat der Hersteller auf einem unserer zwei Testgeräte die Android-Animationen deaktiviert, wodurch die Eingaben natürlich noch eine Ecke flotter umgesetzt werden als auf vergleichbaren Smartphones. Über die Entwicklereinstellungen lassen sie sich wieder einschalten, das Ausklappen von App-Drawer und Benachrichtigungszeile wirkt dann wieder weicher. Zum anderen scheint das Moto X4 ein richtiger Morgenmuffel zu sein: Hin und wieder ist das Smartphone unerträglich langsam, wenn es aus dem Schlummermodus aufwacht. Kein Kaffee, nur ein bisschen Geduld bringt das Moto X4 dann wieder in die Gänge.

Der fest verbaute Speicher im Moto X4 lässt sich mit einer microSD-Karte erweitern. Das ist auch bitter nötig, denn knapp die Hälfte des 32 GB großen Speicherplatzes ist schon bei der ersten Inbetriebnahme belegt. Zwar finden sich keine Bloatware-Apps auf dem Smartphone, mit Linked In und Outlook sind aber zwei Microsoft-Apps vorinstalliert, die nicht entfernt werden können. Außerdem bietet das Smartphone bei der Einrichtung die Installation diverser Drittanbieter-Apps und die Ausgabe von Empfehlungen zu "interessanten Apps" an - wird das Angebot ausgeschlagen, nervt das Moto X4 aber nicht mit Werbung. Neben den Microsoft-Programmen ist ein umfangreiches App-Paket von Google ab Werk installiert, darunter auch die Office-Suite des Unternehmens, der Messenger Duo und die Hintergründe-App. Motorola stellt nur noch Standardprogramme wie die zur Steuerung der Kamera und des Radio-Transmitters sowie die Moto-App, mit der die Gesten- und Sprachbedienung des Moto X4 verwaltet wird.

Moto X4 Screenshot | (c) Areamobile
Der Homescreen des Moto X4
Moto X4 Screenshot | (c) Areamobile
Moto Action
Moto X4 Screenshot | (c) Areamobile
Moto Display

Wie alle aktuellen Motorola-Smartphones beherrscht auch das Moto X4 die Moto-Display-Funktionen und die Moto-Action-Gesten, mit denen aus dem Standby heraus beispielsweise durch Hacken die Taschenlampe eingeschaltet und durch Drehen des Handgelenks die Kamera-App gestartet werden kann. Zusätzlich dazu gibt es Moto Sprache, einen Assistenzdienst, der wie beim ersten Moto X darauf ausgelegt ist, immer auf einen Weckruf zu warten - und folglich immer zuhört. Das ist in Zeiten von Google Assistant und Alexa nicht mehr ungewöhnlich. An dieser Stelle sei nur beiläufig erwähnt, dass Motorola als einer der ersten Hersteller eine solche Always-Listening-Funktion in einem Smartphone - dem ersten Moto X - anbot. Einst brauchte Motorola dafür noch einen selbst entwickelten Co-Prozessor, heute ist der nicht mehr nötig.

Anders als früher lässt sich auf dem Moto X4 das Zauberwort nicht mehr selbst bestimmen, das Smartphone wartet auf den Befehl "Zeig mir bitte". Nach der Einrichtung von Moto Sprache hört das Gerät nur auf die eigene Stimme, andere anwesende Personen können mit dem Assistenten also kein Schindluder treiben. Praktisch ist Moto Sprache auch deshalb, weil die angeforderte Information nur kurz auf dem Display angezeigt wird - nach etwa fünf Sekunden schaltet das Gerät wieder zurück in den Standby oder kann in der zuvor geöffneten App weiter genutzt werden. Das funktioniert allerdings nur bei einigen wenigen Befehlen, beispielsweise auf "Zeig mir bitte das Wetter" oder "Zeig mir bitte meine Termine". Jede andere auf dem Smartphone installierte App wird über die Sprachsteuerung geöffnet, muss dann aber mit Berührungseingaben weiter bedient und geschlossen werden.

Moto X4 Screenshot | (c) Areamobile
Einrichtung von Moto Sprache
Moto X4 Screenshot | (c) Areamobile
Diese und mehr Kommandos beherrscht Moto Sprache
Moto X4 Screenshot | (c) Areamobile
Bei Befehl wird nur kurz ein Abriss ein- und danach wieder ausgeblendet

Die Spracheingaben bei Moto Sprache funktionieren auch dann, wenn das Moto X4 gesperrt ist. Das ist zwar sehr komfortabel, beispielsweise wenn ein kurzer Kalender-Abriss angefordert wird, aber auch ein Sicherheitsrisiko. Mit "Voice Security" lässt sich der Assistent nämlich auch so konfigurieren, dass das Gerät komplett entsperrt wird, wenn eine App durch einen Sprachbefehl gestartet wird. Auf "Zeige mir bitte Chrome" werden Sicherheitsmaßnahmen wie Fingerabdruck und PIN übergangen, Nutzer haben dann vollen Zugriff auf das Moto X4. Dritte mit einer ähnlichen Stimme könnten das Gerät also recht unkompliziert entsperren - darauf weist Motorola bei Aktivierung von Voice Security aber auch hin. Apropos Sicherheit: Mit "Moto Key" lässt sich der Fingerabdrucksensor des Moto X4 auch als Alternative zur Passworteingabe auf Webseiten und sogar zum Entsperren eines Windows-PC verwenden.

Neben dem eher für rudimentäre Aufgaben und App-Starts konzipierten Assistenzdienst Moto Sprache können auf dem Moto X4 auch der Google Assistant und Amazon Alexa genutzt werden. Sind alle Dienste aktiviert, hört das Smartphone im Standby also auf insgesamt drei Zauberworte: Alexa, OK Google und Zeig mir bitte. Die Sprachassistenten lassen sich zwar parallel nutzen, aber nur der Google Assistant kann auch als Standard-Assistent eingerichtet werden und auf die meisten Gerätefunktionen zugreifen. Auf unserem ersten Testexemplar des Moto X4 war die für die Spracheingabe nötige App Moto Alexa nicht vorinstalliert und ließ sich auch über den Play Store nicht installieren. Um das Programm nutzen zu können, muss zuallererst eine SIM-Karte in das Smartphone gesteckt werden, erst dann taucht es in der App-Übersicht auf.

Moto X4 Screenshot | (c) Areamobile
Moto Alexa auf dem Moto X4
Moto X4 Screenshot | (c) Areamobile
Alexa hört auch im Standby zu
Moto X4 Screenshot | (c) Areamobile
Alexa kann auch ohne Hotword aktiviert werden

Nach der Einrichtung von Moto Alexa kann der Amazon-Sprachassistent so genutzt werden wie auf den Echo-Geräten und auch deren Steuerung übernehmen. Zwar greift Moto Alexa auch auf die Echo-Skills zu, einige Funktionen wie beispielsweise das Anrufen eines Echo Show sind allerdings auf die Amazon-Alexa-App beschränkt, die noch zusätzlich aus dem Play Store geladen werden kann. Die für alle Android-Smartphones angebotene Alexa-App unterstützt neuerdings zwar auch Spracheingaben, allerdings nur innerhalb der Anwendung - Moto Alexa hört hingegen auch im Standby zu.

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