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Autor: Björn Brodersen 12.10.2017 - 18:30 | 7

Essential PH-1 Testbericht

Testüberblick Essential PH-1

  1. Design und Anmutung, Display-Qualität
  2. Perfomance, Konnektivität, Akku-Laufzeit
  3. Kamera- und Sound-Qualität, Test-Fazit
  4. 7 Lesermeinungen
Tops und Flops
  • Tops
  • Handliches Format trotz 5,7-Zoll-Display
  • Schlicht-elegantes Design, hochwertige Anmutung
  • Starke Performance durch Snapdragon 835 und Stock-Android
  • Android-Update-Zusage für zwei Jahre
  • Flops
  • Vergleichsweise geringe Kamera-Qualität
  • Kein microSD-Support zur Speichererweiterung
  • Kein wasserfestes Gehäuse
  • Bislang nur über USA erhältlich

Essential Phone Test: Rubin-Smartphone mit reinem Android

Die Pixel-Smartphones von Google gelten als die Android-Smartphones in ihrer reinsten Form und damit als direktes Gegenstück zum iPhone von Apple. Mit einem PH-1 genannten Smartphone legt jetzt Android-Gründer Andy Rubin eine echte Alternative zum Google Pixel vor. Das Essential-Phone beeindruckt im Test, zeigt jedoch auch eine eklatante Schwäche.

Erst heuerte Andy Rubin 1989 als Software-Entwickler an, 14 Jahre später gründete er Android, um seine Vision eines freien mobilen Betriebssystems zu verfolgen. 2005 kaufte der Suchmaschinenbetreiber Google Android für 50 Millionen US-Dollar auf und übernahm Rubin als Chefentwickler. Unter dem neuen Dach machte er Android zum am weitesten verbreiteten Smartphone-Betriebssystem der Welt, ehe er 2013 von Sundar Pichai als Software-Chef abgelöst wurde und 2014 ganz aus dem Google-Konzern ausschied. Jetzt hat er einen weiteren persönlichen Meilenstein im Smartphone-Markt erreicht: den Launch seines ersten Smartphones PH-1. Dafür gründete er das Start-up-Unternehmen Essential und versammelte um sich ein zigköpfiges Team, dem unter anderem ehemalige Google- und Apple-Mitarbeiter angehören.

Das Essential Phone ist nicht nur ein weiteres, mit Android laufendes Smartphone. Rubin und sein Team wollen es zum Mittelpunkt eines ganzen Sortiments aus Zubehör- und Smart-Home-Geräten machen. An die zwei kreisrunden Kontakte an der Rückseite des PH-1 lassen sich beispielsweise Funktionsmodule anstecken - ähnlich wie bei den Moto-Z-Smartphones von Motorola. Als erstes ansteckbares Zubehör steht eine 360-Grad-Kamera für 199 Dollar zur Auswahl, eine Docking-Station zum Laden soll in Kürze folgen, später auch ein Hifi-Modul. Mit Home Base planen Rubin und sein Team auch ein Konkurrenzgerät zu Google Home, Amazon Echo oder Apple HomePod, das mit einem Ambient OS genannten Betriebssystem laufen soll.

Essential PH-1 | (c) Areamobile
Essential PH-1

Das Essential Phone wird derzeit nur in den USA und Kanada für 699 US-Dollar angeboten und ist bislang nur in Schwarz oder Weiß verfügbar. Demnächst wollen die Macher auch eine mattschwarze und eine graue Ausführung des Smartphone-Modells herausbringen. Sie planen außerdem den Marktstart des PH-1 (das kann man auch PH-one schreiben und aussprechen) in weiteren Märkten, darunter Deutschland und andere europäische Länder. Wann es hierzulande erhältlich sein wird, lässt der Hersteller bislang offen. Interessenten in Deutschland können das Smartphone reservieren, um zu einem späteren Zeitpunkt möglichst frühzeitig in den Händen zu halten. Wir haben unser Testgerät vorab über einen Bekannten in den USA bezogen - die mitbestellte Rundum-Kamera gehörte dabei noch nicht mit zum Lieferumfang. Kopfhörer liegen dem Smartphone standardmäßig nicht bei, dafür aber ein Adapter für Headsets mit Klinkenstecker.

Gehäuse-Design und -Verarbeitung

Das Essential Phone ist nicht nur so spannend, weil es vom Android-Erfinder kommt, sondern es eignet sich auch als perfektes Gegenstück zum neuesten iPhone von Apple - mehr noch als die Pixel-Smartphones von Google, die bislang von Partner-Herstellern wie HTC oder LG Electronics gefertigt werden. Wirbt Apple mit dem Slogan "das iPhone in der reinsten Form" für das iPhone X, so ist das Rubin-Phone "das Android-Smartphone in seiner reinsten Form". Das PH-1 zeigt ein an drei Seiten bis an die Ränder reichendes Display und erfüllt damit die Kriterien für das Prädikat "nahezu rahmenlos". Anders als beim iPhone X aber nur an drei Seiten: Unterhalb des Screens befindet sich ein schmaler Steg. Am oberen Rand ragt mittig ein Kameramodul in das Anzeigefeld.

Essential PH-1 | (c) Areamobile
Titan-Rahmen
Essential PH-1 | (c) Areamobile
Lautsprecher, USB-C-Port, SIM-Slot
Essential PH-1 | (c) Areamobile
Dual-Kamera
Essential PH-1 | (c) Areamobile
Modulanschluss

Die Form des Essential Phone ist gradlinig und schnörkellos, die Verarbeitungsqualität erscheint perfekt: Die Ecken sind gerundet, das Kameramodul steht nicht hervor, ein Hersteller-Logo findet sich nicht auf dem Gerät, und die Benutzeroberfläche ist schön schlicht gehalten. Das nach IP54 gegen das Eindringen von Staub und Feuchtigkeit geschützte Gehäuse besteht aus hochwertigen und robusten Materialien wie Titan für den Rahmen, Keramik für die Rückseite und Gorilla Glass 5 für die Display-Abdeckung. Die erfordern teilweise aufwändige Fertigungsprozesse: Keramik wird beispielsweise wie Ton gebrannt und schrumpft dabei um ein Viertel zusammen. Das steife Titan erlaubt es dem Hersteller, das Display wirklich bis an den Rahmen zu ziehen, ohne dass die Seiten dadurch bruchanfällig werden wie etwa beim Samsung Galaxy S8 (Plus). Im Falltest zeigt sich: Die Achillesferse des Essential PH-1 ist die Display-Glasabdeckung - sie springt, bevor an Rahmen oder Rückseite Schäden entstehen.

Essential PH-1 | (c) Areamobile
Display bis an den Rand
Essential PH-1 | (c) Areamobile
Kreamik-Rückseite

An der Rückseite des Smartphones sitzt ein Fingerabdrucksensor, der nur schwer mit dem Finger zu erfühlen ist, wenn man nicht hinsieht. Nach etlichen misslungenen Versuchen, das Gerät schnell durch Fingerauflegen zu entsperren, bin ich auf die einfache PIN-Eingabe zurückgewechselt - das geht schneller. Zum Vergleich: Apple verzichtet beim iPhone X auf den Touch ID genannten Fingerscanner und setzt ganz auf die Gesichtserkennung "Face ID" des "TrueDepth" genannten Kamerasystems oberhalb des Displays. Eine Gesichtserkennung bietet das Essential Phone aber auch, als (unsicherere) Alternative zum Fingerabdruckleser. An der Unterkante des Gehäuses sitzt ein einzelner Lautsprecher neben einem USB-C-Port, der auch als Heaset-Anschluss dient, während sich hier am Apple-Handy der Lightning-Port und einer der Stereo-Lautsprecher befinden.

Essential PH-1 im Vergleich mit OnePlus 5 | (c) Areamobile
Essential PH-1 mit 5,71-Zoll-Display (rechts) neben OnePlus 5 mit 5,5-Zoll-Bildschirm

Was mir am Design des Essential Phone am meisten gefällt, ist neben der monolithischen Form der unheimlich kompakte Formfaktor: Das 7,8 Millimetern dicke Gerät liegt trotz der glatten Oberflächen fest und sicher in der Hand, die Seitentasten zum Ein- oder Ausschalten sowie zu Regulieren der Lautstärke sind gut zu erreichen. Unter dem Rubin-Gerät liegend ragt zum Beispiel das 5,5 Zoll große iPhone 7 Plus an allen seiten hervor. Auch im Größenvergleich mit dem ebenfalls 5,5 Zoll großen OnePlus 5 zeigt sich, wie handlich das Smartphone daherkommt. Auf eine Schutzhülle als Accessoire für das Smartphone verzichtet der Hersteller nach eigenen Angaben bewusst. Durch das Gewicht von 185 Gramm wirkt das Gerät schwerer als die meisten anderen Smartphone-Modelle, was aber zur hochwertigen Anmutung beiträgt.

Display-Größe und -Qualität

Der Bildschirm des Essential PH-1 im 19:10-Format misst 5,71 Zoll in der Diagonale, bietet dabei eine Auflösung von 2.560 x 1.312 Pixel und ist mit kratzfestem Gorilla Glass 5 abgedeckt. Die verwendete LPTS-Technologie (Low Temperature Poly Silicon) erlaubt durch kleinere Transistoren eine vergleichsweise kompakte Bauform bei höherer Pixeldichte und besserer Auflösung, eine höhere Helligkeit sowie einen stärkeren Kontrast und hat dabei eine geringere Leistungsaufnahme als reine TFT-Displays.

Essential PH-1 im Displaytest - Blickwinkelstabilität | (c) Areamobile
Essential PH-1 im Display-Test: Blickwinkelstabilität

Essential wirbt mit einer maximalen Leuchtstärke von 500 cd/m² und einem Kontrastverhältnis von 1.000:1, und unter unserem Colorimeter bestätigen sich diese Werte. Da auch die Blickwinkelstabilität des Bildschirms hoch ist und die Glasoberfläche nicht übermäßig reflektiert, lässt sich die Anzeige sowohl aus schrägen Winkeln als auch draußen unter Sonnenlicht gut ablesen. Die Abweichungen bei der Darstellung von Farben (5,7 Delta E) und Grautönen (11,6 Delta E) fallen gering aus.

Essential PH-1 im Displaytest | (c) Areamobile
Farbraumabdeckung
Essential PH-1 im Displaytest | (c) Areamobile
Farbtemperatur
Essential PH-1 im Displaytest | (c) Areamobile
Grautöne
Essential PH-1 im Displaytest | (c) Areamobile
Farbtreue

Relativ breit ist im Vergleich mit anderen Android-Smartphones die Statusleiste des Essential-Phone am oberen Bildschirmrand. Dass sie semitransparent ist und so jeweils in der Farbe der jeweils geöffneten Anwendung gehalten ist, ist ein schöner Effekt, der bei dem großen randlosen Display besonders zum Tragen kommt. Beim Abspielen von Youtube-Videos im Querformat zeigen sich formatbedingt zusätzlich am linken und rechten Rand schmale schwarze Balken, bei mit der Kamera des Smartphones geschossenen Fotos sind diese Ränder breiter.

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Kommentare & Erfahrungsberichte
  1. 13.10.17 11:27 89marco89 (Advanced Handy Profi)

    2 Jahre Update ist nicht gerade viel für ein Gerät mit Stock Android und dieser Hardware Ausstattung... Schwach schwach, das schafft Sony auch trotz angepasster Oberfläche und teilweise schwacher Hardware.

  2. 13.10.17 14:19 sehnix (Member)

    Stimmt, zwei Jahre sind echt VERDAMMT wenig.
    Ok, wenn nach diesen zwei Jahren (oder schon vorher) der gesammte Code an Lineage geht, sieht die Sache anders aus. Aber trotzdem mager, vor allem bei dem Preis.

    (aber der Testbericht ist mühsam zu lesen; zu viel Patos, zu viel Autobiografie zu Rubin...)

  3. 13.10.17 15:29 foetor (Expert Handy Profi)

    Warum hat das Gerät eigentlich noch kein Android 8? Ist das nicht gerade der Sinn der Sache das man schnell Updates liefern kann?

  4. 13.10.17 15:49 sehnix (Member)

    Naja das ist eben der Irrglaube bezüglich "Stock Android", der immer und immer wieder geschürt wird.
    Stock Android heisst NICHT "ist die gleiche Version wie die des Nexus und kann darum sofort geupdated werden", sondern bedeutet nur ""keine vom Hersteller durchgeührte Änderung an der Oberfläche" Sämtliche Updates und Upgrades müssen nach wie vor, wie gehabt, und sonst auch üblich, vom Hersteller freigegeben werden...

    Da ich aber gerade ein Nexus 5X mit Oreo hier habe, kann ich sagen: das Upgrade hat ruhig noch Zeit, der Bluetooth-Bug nervt echt übelst und sonst sehe ich momentan zwischen 7.1.2 und 8 keine wirklichen Vorteile...

  5. 13.10.17 16:26 foetor (Expert Handy Profi)

    @sehnix
    Ja aber sollte nicht gerade der „Vater“ von Android es besser als andere machen vor allem weil er „nur“ 1 Gerät hat. Es ist halt echt schade dass man sich nicht einmal Mühe gibt eine Konkurrenz zu den Poxeln zu werden

  6. 13.10.17 21:41 sehnix (Member)

    Da hast du vollkommen recht...

  7. 13.10.17 22:38 mcRebe (Advanced Member)

    2 Jahre Update-Garantie als Plus zu werten finde ich schon etwas sarkastisch. Dann kann man auch die 2 Jahre Herstellergarantie für das Gerät zur Plus-Liste hinzufügen.

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