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Autor: Björn Brodersen 26.07.2017 - 18:15 | 2

Huawei Y6 (2017) Testbericht

Huawei Y6 (2017) Test: Das Aldi-Smartphone im Schnelltest

Das eigentlich 179 Euro teure Android-Smartphone Huawei Y6 (2017) startet beim Lebensmittel-Discounter Aldi für 149 Euro in den Verkauf in Deutschland. Der Hersteller bewirbt vor allem die Akku-Leistung und die Kamera-Qualität des Geräts. Stimmt das? Wir haben im Schnelltest dem neuen Huawei Y6 auf den Zahn gefühlt.

Gehäuse-Design und -Verarbeitung

Das Huawei Y6 (2017) liegt angenehm in der Hand: Mit 5-Zoll-Display zählt das Gerät noch zur kompakteren Smartphone-Klasse und die Ecken und Randbereiche der Rückseite sind gerundet. Das Handy fest im Griff zu haben ist auch wichtig, denn die geriffelte Oberfläche der silbernen Kunststoff-Rückschale unseres Testgeräts ist recht rutschig und sieht auch nicht übermäßig hochwertig aus. Mit einem Gewicht von 151 Gramm wiegt das Huawei-Smartphone angesichts des Plastikgehäuses unerwartet schwer, doch im Innenraum steckt ja auch ein vergleichsweise großer und schwerer Akku.

Das Gehäuse des Huawei Y6 (2017) ist sauber zusammengesetzt, die bei Bedarf ablösbare Rückschale sitzt fest am Rahmen. Die Hauptkamera hebt sich etwas von der umliegenden Oberfläche ab. Zwar lässt sich die Rückseite des Smartphones abnehmen, um bis zu zwei SIM-Karten für Dual-SIM-Betrieb und zusätzlich noch eine wechselbare Speicherkarte im microSD-Format einzulegen. Den Akku spontan herausnehmen und auswechseln geht aber nicht, denn der ist fest verschraubt.

Wie bei vielen anderen Android-Smartphones sitzt die Klinkenbuchse für kabelgebundene Kopfhörer an der Oberkante des Geräts, während Micro-USB-Port und Lautsprecher nach unten zeigen. Dei Seitentasten könnten einen klarer deifinierten Druckpunkt vertragen und sitzen einen Tick zu hoch, um bequem mit dem Daumen der das Handy haltenden Hand erreicht zu werden. Die drei Navigationstasten sind On-Screen-Buttons, sie liegen also im Anzeigefeld. Eingegangene Benachrichtigungen werden auf Wunsch durch Blinken einer LED oberhalb des Displays angezeigt.

Huawei Y6 2017 | (c) Areamobile
Huawei Y6 (2017) mit Homescreen
Huawei Y6 2017 | (c) Areamobile
Rückseite mit strukturierter Oberfläche

Eine Besonderheit des Geräts ist der sogenannte "Easy Key" an der linken Seite, der dreifach mit Funktionen verknüpft werden kann. Kurzes Drücken, langes Drücken oder zweifaches kurzes Drücken können je nach Auswahl unterschiedliche Anwendungen auf dem Smartphone starten.

Display-Größe und -Qualität

Das Display misst 5 Zoll in der Diagonale und stellt dabei 1.280 x 720 Pixel bzw. 294 Bildpunkte pro Zoll dar. Größe, Auflösung und Schärfe sind preisklassengemäß. Das Colorimeter weist zudem für das Smartphone-Modell einen vergleichsweise hohen Kontrast (2.094:1), geringe Abweichungen bei Farb- und Grauwertwiedergabe (5 Delta-E bzw. 7 Delta-E) sowie eine vergleichsweise niedrige maximale Helligkeit des Bildschirms (406 cd/m²) aus - das kann das Ablesen der Anzeige unter hellem Tageslicht erschweren, zumal die Glasoberfläche schnell von Fettspuren der Finger bedeckt ist und stark reflektiert. Die Farbtemperatur der Anzeige lässt sich in den Systemeinstellungen stufenlos anpassen.

Huawei Y6 2017 im Displaytest - Blickwinkelstabilität | (c) Areamobile
Huawei Y6 2017 im Display-Test: Blickwinkelstabilität
Huawei Y6 2017 | (c) Areamobile
Farbraumabdeckung
Huawei Y6 2017 | (c) Areamobile
Farbtemperatur
Huawei Y6 2017 | (c) Areamobile
Huawei Y6 2017 im Display-Test: Farbwiedergabe
Huawei Y6 2017 | (c) Areamobile
Huawei Y6 2017 im Display-Test: Grauwertwiedergabe

System: Hardware, Software und Bedienung

Der Antrieb des Geräts ist wie bei den Konkurrenz-Modellen der Quad-Core-Prozessor MT6737 von Mediatek mit Mali-T720-MP2-Grafikeinheit und Zugriff auf 2 GB RAM, allerdings hier in der mit bis zu 1,4 GHz etwas höher getakteten T-Variante. Das sorgt für etwas höhere Ergebnisse in Benchmarks, als beispielsweise das Nokia 3 erreicht. Aufwändigere Spiele wie beispielsweise "Oz: Broken Kingdom" lassen sich jedoch auch mit diesem Gerät nicht ruckelfrei in höchster Auflösung spielen. Die Oberfläche kann ruckelfrei bewegt werden, Apps starten aber zuweilen etwas langsam.

  • Antutu 6.2.7: 40.454 Punkte
  • Geekbench 4: 1.887 Punkte im Multi-Core- und 672 Punkte im Single-Core-Modus
  • PC Mark Work 2.0: 3.367 Punkte
  • 3D Mark Ice Storm Unlimited: 6.668 Punkte
  • GFXBench 4.0.13: 11 FPS
  • Octane 2.0: 2.719 Punkte
  • Sunspider: 2.021 Millisekunden

Entscheidender Makel am Huawei-Smartphone: Es kommt mit der nicht mehr aktuellen Android-Version 6.0 Marshmallow heraus und derzeit plant der Hersteller für das Modell kein Update auf Android 7 oder gar Android 8. Über das pure Android legt der chinesische Hersteller wie üblich seine Benutzeroberfläche EMUI mit vielen Personalisierungsmöglichkeiten und Management-Funktionen für Energieverbrauch, Daten-Traffic und Speicherbelastung. Hier liegen wie beim iPhone alle Apps direkt auf dem Homescreen, was bei vielen installierten Anwendungen etwas unübersichtlich werden kann. Näheres zu EMUI 4.1 erfahrt ihr beispielsweise in unserem Testbericht zum Honor 6X.

Der nominell 16 GB große interne Speicher lässt ab Werk etwa 10 GB zur freien Verfügung der Nutzer, den Rest belegt die Firmware. An Sensoren steht ein Standard-Programm aus Beschleunigungs-, Näherungs- und Umgebungslichtsensor sowie einem Kompass bereit. Ein Fingerabdrucksensor ist an dem Huawei-Smartphone nicht vorhanden.

Multimedia: Kamera, Musik und Speicher

Besonderheit des neuen Huawei Y6 ist der LED-Blitz für die frontseitig sitzende Selfie-5-Megapixel-Kamera mit 84-Grad-Weitwinkelobjektiv. Generell bringen die kleinen Leuchten aber wenig bis gar nichts beim Fotografieren unter schwierigen Lichtbedingungen- nur Motive im Nahbereich hellen sie auf. Die Hauptkamera des Huawei Y6 (2017) nimmt Fotos mit 13-Megapixel-Auflösung und Videos in Full-HD-Qualität auf. ISO-Wert, Weißabgleich und Belichtungseinstellungen lassen sich auf Wunsch in Stufen manuell anpassen, zudem stehen unter anderem ein HDR-Modus, eine Panorama- und eine Zeitraffer-Aufnahmefunktion und ein Dokumenten-Scanner im Kameramenü bereit.

Unsere Testaufnahmen zeigen eine für diese Preisklasse ausgewogene Dynamik, manchmal etwas überbetonte Farben, eine etwas übertrieben wirkende Nachschärfung durch die Software sowie leichtes Bildrauschen in dunkleren Motivbereichen. Die Bildqualität ist aber um einiges besser als beim 159 Euro teuren Nokia 3. Insgesamt ist sie beim Huawei Y6 (2017) nach erstem Eindruck höher, als man es bei einem Smartphone dieses Preisklasse erwarten würde.

Testbild, aufgenommen mit der Hauptkamera des Huawei Y6 (2017) | (c) Areamobile
Testbild, aufgenommen mit der Hauptkamera des Huawei Y6 (2017)
Testbild, aufgenommen mit der Hauptkamera des Nokia 3 | (c) Areamobile
Testbild, aufgenommen mit der Hauptkamera des Nokia 3
Testbild, aufgenommen mit der Hauptkamera des Huawei Y6 (2017) | (c) Areamobile
Testbild, aufgenommen mit der Hauptkamera des Huawei Y6 (2017)
Testbild, aufgenommen mit der Hauptkamera des Nokia 3 | (c) Areamobile
Testbild, aufgenommen mit der Hauptkamera des Nokia 3

Telefon-Funktion und Daten-Schnittstellen

An Datenschnittstellen unterstützt das Dual-SIM-Smartphone Micro-USB 2.0, Bluetooth 4.0, GPS/Glonass, WLAN b/g/n im 2,4-Gigahertz-Bereich sowie UMTS/HSPA+ und LTE für schnelle mobile Datenübertragungen mit bis zu 150 MBit/s im Download. Beim Antesten des Geräts erlebten wir im WLAN andauernd Verbindungsprobleme, etwa beim Aufrufen von Websites oder beim Herunterladen von Apps aus dem Google Play Store. Die Sprachqualität des Huawei Y6 (2017) bei den üblichen Testtelefonaten im Telekom-Netz ist unterdurchschnittlich: Stimmen der Gesprächspartner werden dünn und beinahe schrill übertragen.

Akku-Laufzeit

Der Stromspeicher des Huawei Y6 (2017) hat eine Kapazität von 3.000 mAh, der laut Hersteller für bis zu 11 Stunden Sprechzeit oder 519 Stunden Standby-Zeit sorgen soll. Außerdem soll die Ladekapazität des fest verbauten Akkus nach 800 Ladevorgängen noch bei über 80 Prozent liegen. Im Akku-Benchmark von PC Mark, der in der Regel eine realistische On-Screen-Zeit auswirft, kommt das Huawei-Handy mit einer Stromladung auf eine Laufzeit von 6 Stunden bei stärkster Display-Hintergrundbeleuchtung - ein ordentlicher, aber kein herausragender Wert. Bei üblicher Mischnutzung verspricht der Hersteller eine Laufzeit von anderthalb Tagen mit einer Stromladung - das klingt ebenfalls realistisch.

Huawei Y6 2017 | (c) Areamobile
Huawei Y6 2017 mit abgenommener Rückschale

Fazit

Eine genaue Testwertung nehmen wir für das Gerät nicht vor. Dafür haben wir es zu wenig ausprobieren können. Aussagen zur Qualität des Smartphones lassen sich aber schon machen: Die Sprachqualität ist schlecht, die Akku-Laufzeit mittelmäßig, die Bildqualität der Hauptkamera unerwartet gut für ein preisgünstiges Einsteiger-Smartphone. Die Firmware bietet viele Einstellungs- und Anpassungsmöglichkeiten, ist aber nicht auf dem neuesten Stand. Anspruchslosere Nutzer, die ein preiswertes Android-Smartphone im vergleichsweise kompakten Format suchen, könne daher bei dem Aldi-Angebot zugreifen. Wer mehr vom Smartphone erwartet und die neueste Android-Version mit den jüngsten Google-Patches auf seinem Gerät laufen haben will, wählt besser ein anderes, meist aber auch teureres Gerät.

Preis und Verfügbarkeit

Das Huawei Y6 (2017) gibt es ab Donnerstag, 27. Juli 2017, in den Filialen von Aldi-Nord und Aldi-Süd für 149 Euro zu kaufen. Im Lieferumfang des Aldi-Handys ist eine Prepaid-SIM-Karte für den Aldi-Talk-Tarif im Telefónica-Netz mit 10 Euro Startguthaben enthalten. Andere Händler werden das neue Smartphone-Modell des chinesischen Hersteller erst in zwei Wochen für 179 Euro (UVP) anbieten. Alternativen zum neuen Huawei Y6 stellen wir euch in der folgenden kommentierten Bildergalerie vor.

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Kommentare & Erfahrungsberichte
  1. 27.07.17 06:31 Whiskas (Advanced Member)

    Schlechte Sprachqualität? Gibt es das heute tatsächlich noch? Allein beim Y300 konnte Huawei damit noch punkten. Warum jetzt nicht mehr?
    Zumal ich die abnehmbare Rückseite nicht verstehe, wenn der Akku aber trotzdem nicht tauschbar ist. Irgendwie sinnlos das Ganze.

  2. 27.07.17 18:07 Fritz_The_Cat (Advanced Handy Master)

    "Schlechte Sprachqualität? Gibt es das heute tatsächlich noch?"

    ==> Ja, hat das Huawei meiner Freundin auch.

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