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Autor: Stefan Schomberg 20.09.2017 - 17:45 | 7

Sony Xperia XZ1 Testbericht

Testüberblick Sony Xperia XZ1

  1. Design, Verarbeitung, Display und Hardware
  2. Kamera, Akku-Laufzeit, Sprachqualität, Fazit
  3. 7 Lesermeinungen
Tops und Flops
  • Tops
  • Insgesamt gute Hardware
  • 3D-Scans möglich (+0.3%)
  • Klasse Display
  • Flops
  • Design nicht zeitgemäß
  • Kamera und Akku nicht oberklassewürdig

Sony Xperia XZ1 Test: Das erste Smartphone mit Android 8 Oreo ab Werk

Auto-Hersteller führen eine obere Mittelklasse, Sony eine mittlere Oberklasse: Das neue Xperia XZ1 bietet nur teilweise Spitzen-Specs und ordnet sich so zwischen dem Xperia XZ1 Compact und dem Xperia XZ Premium ein. Es trumpft im Test aber mit zwei Besonderheiten auf: Android 8 Oreo als Betriebssystem ab Werk und eine 3D-Scan-Fubktion.

Gehäuse-Design und -Verarbeitung

Das monolithische, kantige Design von Sony-Smartphones ist ein Dauerthema, denn es ändert sich seit Jahren nur geringfügig. Das ist auch beim Sony Xperia XZ1 im Vergleich zu den Vorgängermodellen der Fall. Das Gute daran ist: Ein Sony-Smartphone ist unverwechselbar ein Sony-Smartphone, denn die Formsprache hebt sich wohltuend von den rundgelutschten Designs der Wettbewerber ab. Die Fan-Community der Marke stört der schleichende Fortschritt offenbar nicht. Doch beim Blick zu Konkurrenzgeräten wie dem Samsung Galaxy S8 oder auch dem neuen Wiko View Prime fällt auf, wie großzügig oder verschwenderisch Sony die Smartphones gestaltet: Die Bereiche ober- und unterhalb des Bildschirms des Xperia XZ1 wirken im Vergleich riesig.

Sony Xperia XZ1 | (c) Areamobile
Im Test: Sony Xperia XZ1

Das Sony Xperia XZ1 misst nur 7,4 Millimeter in der Bautiefe, durch die stark gerundeten langen Seiten liegt es trotz der klotzigen Form gut in der Hand. Auffällig sind die Antennenfugen: Statt wie andere Hersteller einfach nur schnörkellos Kunststoffstreifen in das Metall zu integrieren, laufen sie beim neuen Sony-Smartphone von der Front bis zur Mitte des Seitenteils, biegen dann erst in einem 90-Grad-Knick zur Mitte des Rahmens und dann wieder mit 90-Grad-Schwenk zur Vorderseite ab. Diese U-Form findet sich asymmetrisch links zweimal, rechts nur einmal.

Sony Xperia XZ1 | (c) Areamobile
Matte Metallrückseite
Sony Xperia XZ1 | (c) Areamobile
Gerundete Kanten

Die Seitenteile des Gehäuses bestehen wie die Rückseite aus matt lackiertem Aluminium, was das Smartphone in Kombination mit der hervorragenden Verarbeitung sehr edel wirken lässt. Stirn- und Fußseite weisen keine Lautsprecher-Auslässe auf und machen daher trotz der Öffnungen für je ein Mikrofon und 3,5-Millimeter-Headset-Buchse (oben) und USB-Typ-C (unten) einen sehr minimalistischen Eindruck. Der Powerbutton ist im Gegensatz zu den restlichen Tasten leicht in den Rahmen zurückgesetzt, ein unbeabsichtigtes Drücken ist daher sehr unwahrscheinlich. Wie immer bei den Topmodellen der vergangenen Jahre ist in den seitlichen Button auch der Fingerabdrucksensor integriert, und das Sony Xperia XZ1 ist wasser- und staubdicht gemäß IP68.

Was mir nicht gefällt: SIM- und microSD-Karte verbergen sich hinter einer großen Kunststoffkappe, die mit dem Fingernagel gelöst wird. Damit zieht man dann auch gleich den microSD-Schlitten aus dem Gehäuse hervor, die SIM bleibt im Gehäuse zurück. Für deren Wechsel zieht man dann erneut mit dem Fingernagel einen weiteren Kunststoff-Schlitten aus dem Gehäuse, in dem die SIM liegt. Das sieht irgendwie billig aus, hat aber den Vorteil, dass man kein spezielles Tool zum Öffnen braucht. Der SIM-Karten-Wechsel ist mangels Hot-Swap-Funktion aber nervig, weil das Smartphone dann neu startet.

Sony Xperia XZ1 | (c) Areamobile
Kunststoffkappe für SIM und microSD

Außerdem stoße ich mich auch an der Namensgebung von Sony: Vom ersten Xperia Z gab es sechs Generationen, das letzte Z-Modell ist das Xperia Z5. Dann ersetzte der japanische Hersteller das Z durch ein X, um es plötzlich als Flaggschiff-Kennzeichen der neuen X-Serie doch wieder einzuführen. Wer soll denn da noch durchblicken? Frischer Wind bei der Formgebung, aber mehr Struktur im Portfolio, lautet unser Rat an Sony. Die aktuelle Dreifachspitze aus Xperia XZ Premium, Xperia XZ1 und Xperia XZ1 Compact erscheint zu viel des Guten.

Display-Größe und -Qualität

Sony Xperia XZ1 im Displaytest | (c) Areamobile
Sony Xperia XZ1 CIE-Displaytest

Der Touchscreen des Sony Xperia XZ1 misst nur 5,2 Zoll in der Diagonale und gehört damit zu den kleinsten Screens in der Smartphone-Oberklasse. Handlicher macht es das Gerät im Vergleich nicht, weil ja wie beschrieben das Gehäuse insgesdamt recht ausladend ist - andere Hersteller bringen auf ihren Smartphones mit ähnlichen Abmessungen Displays mit 5,5-Zoll- oder längerer Diagonale unter. Für 5,2 Zoll ist dafür die Auflösung von nur 1.920 x 1.080 Pixel ausreichend, die Anzeige des Xperia XZ1 kommt so auf gute 424 Pixel, und die Darstellung ist entsprechend scharf. Ein Nachteil zeigt sich so nur auf dem Datenblatt: Für ein knapp 700 Euro teures Oberklassegerät ist Full-HD-Auflösung vergleichsweise wenig, Konkurrenzgeräte bieten QHD-Auflösungen - das Xperia XZ Premium von Sony selbst sogar 4K.

Sony Xperia XZ1 im Displaytest | (c) Areamobile
Sony Xperia XZ1 im Display-Test: Grautreppe
Sony Xperia XZ1 im Displaytest | (c) Areamobile
Sony Xperia XZ1 im Display-Test: Farbgenauigkeit

Zu den Pluspunkten des Xperia-XZ1-Displays mit kratzfester Oberfläche aus Gorilla Glass 5 gehören ein hoher Kontrast, eine hohe Leuchtkraft von über 600 cd/m² und eine sehr genaue Wiedergabe von Farben und Grautönen. Farben können bei Bedarf sehr intensiv dargestellt werden - dank Dynamic Contrast Enhancer sowie Triluminos- und X-Reality-Technologie. Auch die Blickwinkelstabilität ist ordentlich: Selbst bei sehr flachen Blickwinkeln fallen nur leichte Abschattung und minimale Farbveränderungen auf.

System: Hardware, Software und Bedienung

Zu einem Spitzen-Smartphone gehört natürlich auch Spitzen-Hardware - und die bietet das Sony Xperia XZ1 im Test auch. Das fängt mit dem Snapdragon 835 an, dessen acht Kerne bis zu 2,5 GHz Taktung erreichen. Unterstützung finden sie durch 4 GB RAM, die flüssige Wechsel zwischen vielen Apps erlauben - auch intensives Multitasking ist damit kein Problem. Die hervorragende Leistung belegen auch Benchmark-Werte, etwa Antutu mit rund 165.000 Punkten. Damit ist das Xperia XZ1 im Test zwar nicht Spitzenreiter, aber durchaus gut dabei. An internem Speicher gibt es 64 GB, etwa 51 GB stehen dabei zur freien Nutzung bereit. MicroSD-Karten werden bis 256 GB akzeptiert.

Weitere Ausstattungsmerkmale sind USB Typ C 3.1 mit OTG-Funktion, WLAN ac mit DLNA und Miracast, Bluetooth 5.0 samt aptX HD, NFC, GPS mit Glonass-Unterstützung und LTE Cat-16 mit theoretischen Datenraten von 1 GBit/s im Down- und 100 MBit/s im Upload. Für die Sound-Ausgabe bietet das Xperia XZ1 Sony-typisch High-Res-Audio mit Unterstützung von LPCM (Linear Pulse Code Modulation), FLAC (Free Lossless Audio Codec), ALAC (Apple Lossless Audio Codec) und DSD (Direct Stream Digital). Weitere Features sind LDAC, ClearAudio+ und eine digitale Geräuschunterdrückung. Leider gehören keine passenden Kopfhörer mit Noise Cancellation zum Lieferumfang, die müssen separat erworben werden. Insgesamt ist die Audio-Ausgabe des Xperia XZ1 im Test sehr gut, weil voluminös und laut. Das mitgelieferte Headset wird aber auf Dauer nicht allen Nutzer zufrieden stellen.

Sony Xperia XZ1 | (c) Areamobile
Tolle Audio-Funktionen, leider kein Noise-Cancellation-Headset

Die Hardware des Sony Xperia XZ1 ist also insgesamt hochklassig, wirklich absetzen von der Konkurrenz kann sich Sony damit aber nicht. Dafür hebt sich das Sony-Smartphone im Test durch zwei andere Dinge ab: Android 8.0 Oreo und eine Software namens 3D-Creator. Das XZ1 läuft abgesehen von den Pixel-Phones von Google als erstes Gerät in Deutschland mit Android OS 8. Ein interessantes Feature des XZ1 ist damit etwa die Bild-in-Bild-Funktion (PiP), die es erlaubt, Videos von Youtube (im Browser) und später auch anderen Wiedergabe-Apps nahtlos weiter zu schauen, während der Nutzer etwa im Netz surft. Normalerweise stoppen die Video-Player, sobald eine andere App gestartet wird, und verschwinden im Hintergrund. Mit PiP kann dagegen das Fenster frei auf dem Screen platziert werden. Eine ähnliche und bereits seit längerem schon implementierte Funktion ist das Konzept des Multi-Windows, PiP bietet aber mehr Flexibilität. Leider funktionierte PiP auf dem Sony-Smartphone im Test noch nicht richtig, beispielsweise in der Youtube-App. Außerdem stürzte die Funktion im Test auch einmal ab.

3D-Scans mit dem Sony Xperia XZ1 anfertigen

Noch spannender ist aber der AR-basierte 3D Creator auf dem Xperia XZ1. Mit Hilfe der Hauptkamera lassen sich damit 3D-Scans von Gesichtern, Köpfen und anderen Objekten erstellen, die dank Texturen der normalen Filmaufnahme während des Scan-Vorgangs richtig realistisch aussehen. Das 3D-Scannen erfordert viel Training, mehrere Tutorials helfen dem Nutzer aber bei den ersten Schritten, sie müssen der Reihe nach durchlaufen werden. Wichtig dabei: Je besser das Licht, desto besser die Ergebnisse. Zeit sollte man für gute Scans aber auf jeden Fall mitbringen - und nicht verzweifeln. Denn im Test fror die App immer mal wieder ein, und Scans mussten erneut begonnen werden. Besonders wichtig ist es, im zweiten Schritt Details wie Nase und Ohren noch einmal mit besonderer Aufmerksamkeit zu scannen - sie sehen sonst immer leicht deformiert aus. Bei Objekten ist es teilweise schwierig, den Fokus zu finden. Anders lassen sich aber keine ordentlichen Scans vornehmen.

Sony 3D Creator auf dem Xperia XZ1 | (c) Areamobile
Sony 3D Creator auf dem Xperia XZ1

Scans lassen sich abspeichern und als normale Objekt-Dateien exportieren. Damit kommen herkömmliche 3D-Drucker problemlos klar, ansonsten können Gesichter aber auch in lustigen 3D-Videos, für AR-Spielereien oder als Internet-Avatar geteilt werden. Da die Scan-Funktion auch Drittanbietern offen steht, erwartet Sony sich davon zukünftig viele neue Möglichkeiten. Ob 3D Creator auch für halbwegs professionelle Scans reicht? Vermutlich eher nicht, das werden wir aber weiterhin ausprobieren.

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Kommentare & Erfahrungsberichte
  1. 20.09.17 19:43 HeroX666 (Youngster)

    Design als Negativ-Punkt, weil es bei dem modernen Trend nicht mitmacht?

    Ist doch sehr subjektiv und sollte daher zwar erwähnt, aber nicht gewertet werden.

  2. 21.09.17 10:04 Stefan Schomberg (Leitender Testredakteur)

    Uuuuuund zum 843.923.182. mal: Wenn es in den Tops- und Flops OHNE gesonderten Prozentzusatz steht, hat es keine gesonderte Relevanz für die Prozentwertung. Nur Tops und Flops MIT beistehenden Prozentpunkten wirken sich gesondert mit hoher Gewichtung auf die Gesamtwertung aus...

    mfg

    Stefan

  3. 21.09.17 10:08 tayler (Advanced Member)

    Richtig Hero.
    Man könnte auch die Vorzüge dieses Design auf die positive Seite packen.

    Schon lustig wie immer wieder auf leicht schlechtere Fotos bei schlechten Lichtverhältnissen ein Drama gemacht wird(welches man auch mit der richtigen Einstellung und sehr ruhiger Hand relativ einfach hinbekommt), zumal jetzt sogar ein Bereich besser als bei der Konkurrenz ist!!
    Dann wird das trotzdem negativ bewertet!!??

    Sonst gibt es eben auch nichts zu meckern und das geht ja gar nicht.

    Finde auch das diese Gerät gegenüber anderen in der UVP sich sehr positiv absetzt!

    Es geht um eine grüne und eine rote Daumen-Darstellung lieber Stefan

  4. 21.09.17 12:32 Osyrys

    @HeroX666:
    volle Zustimmung meinerseits! Ich finde es auch gut, dass Sony nicht diesen sinnlosen Trend folgt. Ein Randloses Display sieht so lange gut aus, so lange das Handy auf dem Tisch liegt. In diesem Fall hebt sich noch dsa Bild vom restlichen Geschehen bzw. Umgebung ab. Sobald man jedoch ein solches Handy in der Hand hält, werden dadurch bereits bereiche vom Display verdeckt. Ausserdem wird man durch die Umgebung stärker abgelenkt, wenn kein Rand bzw. keine ruhige Fläche um das Bild mehr vorhanden ist. Ich war auch auf der Suche nach einem neuen Handy und habe mit dem Gedanken gespielt mit ein XZs bzw das XZ1 zu holen, weil mir das Design sehr zusagt. Obwohl zum Beispiel die Verabeitung hier im Test als positiv genannt wird, habe ich wiederum aufgrund der schlechten Verarbeitung mich gegen ein Sony entschieden. Das obere und untere Ende ist nur noch aus einem billigen Kunststoff gefertigt, sowie der untere Teil der Rückseite. Ebenfalls die Spaltmaße haben mich nicht überzeugt. Nicht weil diese so groß waren, sondern weil sie so ungleichmässig ausfallen. Ansonsten bin ich von den Sonys recht angetan.

  5. 21.09.17 13:19 Antiappler (Handy Profi)

    "Uuuuuund zum 843.923.182. mal:"

    Ha ha ha.

    Da wurde aber genau mitgezählt. :-D

  6. 21.09.17 16:28 Oannes (Youngster)

    Das Design ist wirklich mittlerweile etwas bieder. Irgendwo tauchte mal das Argument "Platzbedarf für einen großen Akku" auf. Dann doch lieber das Gerät etwas dicker machen, statt länger.
    Auch die "aufgesetzte" obere und untere Kantenabdeckplatte zeigt besonders beim weißen Modell meist deutliche Spaltmaße.
    Das ging doch früher besser bei Sony.
    Sehr schade.

  7. 22.09.17 12:05 Stefan Schomberg (Leitender Testredakteur)

    Ach Tayler...

    ich glaube, es gibt selbst unter den Apple-Fanboys keinen, der so Hard-Core wie du (für Sony) ist... Du suchst dir einen positiven Aspekt raus, setzt ihn in keinster Weise in Relation zu den negativen Aspekten (im Gegenteil, die ignorierst du einfach) und forderst dann eine bessere Wertung deiner heiß geliebten Sony-Produkte. Da könnten alle auch schreiben, dass die Bilder von Sony absolut unbrauchbar sind, aber immerhin gibt es eine Kamerataste - auch DANN würdest du eine "ordentliche" Kamerawertung fordern, eben weil es den Auslöser gibt ;)

    Abgesehen davon ist an dem Design in Bezug auf die Flächen im Landebahn-Format über und unter dem Display (!) nichts, aber auch gar nichts positiv. Am restlichen Design ist wenig auszusetzen - so wie es ja auch im Test steht.

    mfg

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