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Autor: Tobias Költzsch | Golem.de | 15.09.2017 - 15:42 | 1

Unihertz Jelly Testbericht

Unihertz Jelly im Test: Das kleinste Smartphone der Welt

Trotz Phablet-Trend: Nicht wenige Nutzer bevorzugen handliche Smartphones. Aber muss es gleich so winzig sein wie das Unihertz Jelly? Die Benutzung des Android-Smartphones mit 2,45-Zoll-Display ist mitunter sehr gewöhnungsbedürftig, wie der Test zeigt.

Smartphones sind in den vergangenen Jahren stetig größer geworden. Mittlerweile sind 5-Zoll-Geräte schon eher klein, 5,3 bis 5,5 Zoll sind bei vielen Herstellern der neue Standard. Nicht jeder Nutzer mag aber derartig große Smartphones, die Auswahl kleinerer Geräte ist in den vergangenen Jahren allerdings zurückgegangen.

Der chinesische Hersteller Unihertz stellt mit dem Jelly ein Smartphone her, das sämtliche aktuell verfügbaren Größen unterbieten dürfte: Das Gerät ist ein vollwertiges Android-Smartphone mit Kamera, Dual-SIM- und Speicherkartensteckplatz sowie Android 7, hat aber ein nur 2,45 Zoll großes Display. Der Traum eines jeden Liebhabers kleiner Smartphones? Mit Abstrichen, wie der Test zeigt.

Unihertz Jelly | (c) Unihertz
Unihertz Jelly | (c) Unihertz

Das Jelly wurde per Crowdfunding finanziert, Unihertz sammelte insgesamt fast drei Millionen US-Dollar auf Kickstarter und Indiegogo ein, auf Kickstarter war das Smartphone nach 57 Minuten finanziert. Das Projekt war offenbar gut organisiert: Unihertz verschickte die Jelly-Smartphone wie geplant im August 2017 und das Gerät entspricht dem Produkt, das unterstützt wurde - bei Crowdfunding durchaus keine Selbstverständlichkeit.

Das Jelly passt in eine Handinnenfläche

Als wir das Jelly auspackten, kam uns unweigerlich das Wort "niedlich" in den Sinn. Das Gerät ist mit 92,2 x 43,1 Millimetern geradezu winzig, mit 13,8 Millimetern Höhe jedoch nicht gerade dünn. Auf der linken Seite befinden sich zwei Lautstärkeknöpfe, rechts der Einschalter und die Ladebuchse. Am oberen Rand hat das Smartphone eine Klinkenbuchse für Kopfhörer.

Was die Verarbeitung des Gerätes betrifft, fühlen wir uns in Zeiten des Galaxy S von Samsung zurückversetzt: Viel Kunststoff, der sich verglichen mit heutigen Geräten aus Polycarbonat etwas billig anfühlt. Metall können wir am Gehäuse des Jelly nicht entdecken. Grundsätzlich ist die Verarbeitung aber gut, das Smartphone knarzt nicht und hat keine zu großen Spaltmaße.

Winzig-Display mit geringer Pixeldichte

Unihertz Jelly | (c) Martin Wolf/Golem
Unihertz Jelly | (c) Martin Wolf/Golem

Das Display misst 2,45 Zoll in der Diagonale - das ist weniger als der Monitor einer modernen Digitalkamera wie etwa der GH5 von Panasonic. Die Auflösung liegt bei 432 x 240 Pixeln, was auch angesichts der gebotenen Display-Größe ziemlich wenig ist: Die Pixeldichte beträgt nur 201 ppi, was man den Bildschirminhalten auch ansieht. Wirklich scharf ist die Darstellung nicht, Treppeneffekte besonders bei Schrift sind zu erkennen. Betrachten wir den Bildschirm von der Seite, verliert er merklich an Helligkeit. Das gilt besonders, wenn wir ihn von einem niedrigeren Blickwinkel anschauen.

Das Display-Glas wirkt auf uns nicht sonderlich kratzfest. Freundlicherweise legt Unihertz dem Jelly eine Displayschutzfolie bei, die sich dank der geringen Größe des Displays problemlos ohne Blasen aufbringen lässt. Unterhalb des Displays befindet sich der Homebutton sowie links ein Zurück-Button und rechts - ungewöhnlich bei modernen Smartphones - ein Menü-Button. Dieser ruft innerhalb einer App das Menü auf, und nicht - wie bei den meisten aktuellen Geräten - die Übersicht der zuletzt genutzten Apps. Diese erreichen wir über einen langen Druck auf den Homebutton, der gleichzeitig auch als Benachrichtigungslicht dient.

Für manche Inhalte brauchen wir eine Lupe

Inhalte sind auf dem Jelly-Smartphone nicht nur wegen der geringen Auflösung schwer zu lesen, sondern auch aufgrund der Skalierung: Bei der standardmäßig eingestellten Schriftgröße ist Text mitunter schon zu klein, um ihn gut lesen zu können. Stellen wir die Schriftgröße auf die größte Stufe, fällt uns das Lesen leichter.

Unihertz Jelly | (c) Martin Wolf/Golem
Unihertz Jelly | (c) Martin Wolf/Golem

Das Browsen von Internetseiten auf dem Jelly-Smartphone ist auch gewöhnungsbedürftig. Das Display ist für unseren Geschmack einfach viel zu klein, um angenehm Texte lesen zu können - selbst, wenn wir für Mobilgeräte optimierte Seiten anschauen. Generell leiden die meisten Anwendungen unter dem kleinen Bildschirm, auch Spiele, E-Mail-Anwendungen oder Google Maps. Nutzbar ist alles, die Einschränkungen durch den winzigen Bildschirm sind für unseren Geschmack aber zu stark.

Wir passen uns der Display-Größe an

Zwar gelingt es uns nach einiger Zeit, ein Gespür für den kleinen Bildschirm zu bekommen; ab diesem Zeitpunkt treffen wir Schaltflächen weitaus zuverlässiger als zuvor, auch wenn sie sehr klein sind. Spätestens bei Apps wie Youtube oder auch Facebook stört uns die geringe Größe des Displays aber. Grundsätzlich sind alle Apps nutzbar - dank normalem Android können wir wie auf einem anderen Smartphone unsere gewohnten Anwendungen installieren. Schön anzusehen ist das aber häufig nicht, geschweige denn praktisch.

Texteingabe nur mit Wischtastatur sinnvoll

Das trifft besonders dann zu, wenn wir Text eingeben müssen. Die vorinstallierte Android-Tastatur misst ungefähr 30 x 20 Millimetern, entsprechend fitzelig ist es, die einzelnen Buchstaben zu treffen. Deren Reaktionsfeld ist nur millimetergroß. Wir müssen sehr langsam tippen, um trotz Autokorrektur kein Kauderwelsch einzugeben; Spaß macht das nicht, auch nicht mit anderen klassisch aufgebauten Keyboards.

Abhilfe schaffen Tastaturen, auf denen wir Texte über Wischbewegungen eingeben können - beispielsweise Swype oder auch die Google-Tastatur G Board. Anstatt die Buchstaben auf dem Winz-Display einzeln treffen zu wollen, bewegen wir unseren Daumen einfach in einer einzelnen Bewegung über Buchstaben des einzugebenen Wortes. Das funktioniert trotz des Mini-Bildschirms sehr gut und macht Anwendungen wie Chat-Apps überhaupt erst nutzbar - und das sogar sehr gut.

Der große Vorteil des Jelly liegt im wahrsten Sinne des Wortes auf der Hand: Das Smartphone passt in unsere Handinnenfläche und ist entsprechend angenehm in der Hosen- oder Hemdtasche zu tragen. Das kleine Display sorgt dafür, dass wir alle Bereiche mit unserem Daumen erreichen können, ohne unsere Handhaltung ändern zu müssen. Bei großen Smartphones funktioniert das nicht mehr ohne weiteres.

Detailseiten zum Testbericht
  1. Design und Display
  2. Hardware und Software
  3. Preis, Verfügbarkeit, Fazit
 
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Kommentare & Erfahrungsberichte
  1. 15.09.17 19:13 Hunter (Handy Profi)

    Warum ist die Galerie schon wieder falsch verlinkt?!

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