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Autor: Matthias Zellmer | 02.11.2017 - 18:16 | 7

Razer Phone Testbericht

Knackpunkt Speicher: Das Razer Phone im Hands-on

Ein Metallgehäuse, ein Display mit hoher Bildwiederholungsrate, ein leistungsstarker Prozessor, viel Arbeitsspeicher und Stereo-Frontlautsprecher - das sind die Zutaten, mit denen Razer Spielefans für das neue Gaming-Smartphone der Marke begeistern möchte. Wir haben uns das in Kürze in den Verkauf startende Smartphone schon einmal angeschaut.

Das kalifornische Unternehmen Razer hat sich auf Laptops und Computerzubehör für Computerspieler spezialisiert. Nach einem Zukauf von dem Cloud-Smartphone-Hersteller Nextbit, dem Software-Team der Android-Gamekonsole OUYA und dem Audiospezialisten THX, hat Razer für den 1. November "die größte Enthüllung" in der Unternehmensgeschichte angekündigt. Wie wir nun nach der gestrigen Veranstaltung in London wissen, handelt es sich dabei um das Razer Phone - ein Smartphone von Gamern und für Gamer.

Haptik und Design

Auf den ersten Blick ist das leicht kantige Design des Alugehäuses des Razer Phone konventionell, das Gewicht von 200 Gramm vermittelt aber einen Hauch von Wertigkeit. Wie mir Tom Moss, Senior Vice President der Mobile Business Unit, im Gespräch mitteilte, ist das Design des Razer Phone ganz bewusst so gewählt. Farbe, Formsprache und sogar die Lautsprechergitter sind mit dem uns vorliegenden Razer Blade Gaming-Notebook identisch. Der Widererkennungseffekt ist garantiert und der treue Razer-Fan erkennt das Smartphone als Teil der großen Razer-Produktfamilie für Gamer.

Razer Phone im Hands-on | (c) Areamobile
Razer Phone im Hands-on
Razer Phone im Hands-on | (c) Areamobile
Razer Phone im Hands-on

Der Power- und Standby-Button befindet sich auf der rechten Seite - gleich unter dem SIM-Tray - und beinhaltet gleichzeitig den Fingerabdrucksensor. Meiner Meinung nach eine der besten Positionen für die ewige Streitfrage, da der Finger eh automatisch an dieser Position ruht, wenn man das Smartphone in der Hand hält. Nur wenn das Smartphone auf dem Schreibtisch liegt, kommt man schlecht an den Scanner. Auf der linken Seite zwei kreisrunde Lautstärketasten, welche noch einmal die Besonderheit des Razer Phone unterstreichen und zuvor auch schon bei einem Nextbit Robin gesichtet wurden.

Razer Phone im Hands-on | (c) Areamobile
Razer Phone im Hands-on
Razer Phone im Hands-on | (c) Areamobile
Razer Phone im Hands-on

Auf der Unterseite befindet sich ein Type-C-Anschluss im USB-3.0-Standard. Was der Nutzer mit Sicherheit vermissen wird, ist eine 3,5 Millimeter großer Klinkenanschluss, der weder oben noch unten zu finden ist. Dazu aber später mehr. Beim Blick auf die Rückseite gibt es dann keinen Zweifel mehr, wessen Kind das Razer Phone ist. Das weiße Logo dominiert die Rückseite und leuchtet zu meiner großen Enttäuschung nicht beim Einschalten grün, wie es die Gaming-Laptops tun. Bei dem auf einem Foto mit dem Razer-CEO Min-Liang Tan aufgetauchten grünen Schlangen-Logo handelt es sich um eine auf 1.337 Stück limitierte Auflage, welche hierzulande leider nicht erhältlich ist. Kleiner Insider: Die Zahl 1.337 bedeutet in dem unter Gamern verwendeten Leetspeak "Elite". Eine Zahl, die auf den Produktbildern des Razer Phone als Uhrzeit angezeigt wird.

Display

Das Display dürfte für den "Gamer" eines der wichtigsten Bauteile an einem Smartphone sein. Dessen ist sich auch Razer bewusst und verbaut aus dem Grund ein 5,72 Zoll großes IGZO-LC-Display von Sharp, das mit 2.560 x 1.440 Pixel auflöst - nichts Außergewöhnliches. Den Unterschied macht die "UltraMotion-Technologie" für eine Bildwiederholungsrate von bis zu 120 Hertz. Herkömmliche Smartphones bieten hier maximal 60 Hertz, bei Tablets nur Apple mit dem iPad Pro ebenfalls 120 Hertz. Das Razer Phone ist somit das weltweit erste Smartphone, welches dazu in der Lage ist.

Razer Phone im Hands-on | (c) Areamobile
Razer Phone im Hands-on

Der Vorteil liegt auf der Hand - beziehungsweise vor den Augen: Durch mehr Bilder pro Sekunde bleiben störende Verzögerungen aus, die Darstellung wirkt schärfer und deutlich flüssiger. "Die adaptive Aktualisierung der Bildfrequenz synchronisiert die GPU mit dem Display zur Vermeidung von Artefakten und sorgt für eine verzögerungsfreie Darstellung," so Razer. Tom Moss macht kein Geheimnis daraus, dass man sich die Nvidia-G-Sync-Technologie vom PC angeschaut und dies in Kooperation mit Qualcomm entsprechend auf das Smartphone adaptiert hat. Somit unterbindet das Unternehmen auf dem Razer Phone Tearing, Ruckeln oder anders geartetes Flackern der Anzeige.

Einfach ausgedrückt bedeutet es, dass die maximale Anzahl der darzustellenden Bilder pro Sekunde auf die Leistung des Grafikprozessors dynamisch angepasst wird und somit Bild-Aussetzer verhindert werden. In einem ersten Test mit dem grafisch aufwendigen Spiel "Riptide GP" gab es zumindest keine Ruckler, die mit manch anderem Smartphone immer mal wieder auftreten. Selbst das Scrollen durch ein Menü läuft im Vergleich zu einem Smartphone mit nur 60 Hertz auf dem Razer Phone deutlich flüssiger.

Razer Phone | (c) Razer
Razer Phone | (c) Razer

Der von Sharp gefertigte 6-Zoll-Bildschirm wird durch ein Corning-Gorilla-Glas der dritten Generation geschützt. Blickwinkel, Kontrast und Dynamik gefallen. Kein Wunder: Das Display verwendet Wide Color Gamut (WCG) - eine Farbraum-Erweiterung für LC-Displays, gesteuert durch die Hintergrundbeleuchtung. Hier wird ein ausführlicher Test in der Areamobile-Redaktion mithilfe unserer Messgeräte mehr zeigen.

Prozessorleistung und Speicher

Razer verbaut für sein erstes Smartphone einen Snapdragon 835 von Qualcomm. Das ist bis zur offiziellen Präsentation des Snapdragon 845 das Maß aller Prozessoren. Interessanter ist da schon die Wahl der Speichergröße: 64 GB internen Programmspeicher - wenngleich auch schneller Universal Flash Storage (UFS) - sind für ein Smartphone für Gamer unter Umständen zu wenig. Aktuelle Spiele-Klassiker brauchen schnell einmal 1,2 GB. Im Laufe der Zeit sammeln sich einige Leveldaten an, so dass 64 GB auf lange Sicht zu wenig sind. Auf Nachfragen erhalte ich von Tom Moss als Antwort, dass die optionale Erweiterung bis zu 2 TB durch eine microSD-Karte gewährleistet ist. Seit Android 7.0 Nougat (durch Android 8.0 Oreo noch einmal verbessert) könne die Speicherkarte als Systemspeicher integriert werden. Ein Argument, das ich nicht teile, denn der Zugriff auf eine Speicherkarte ist immer langsamer als UFS.

Razer Phone im Hands-on | (c) Areamobile
Razer Phone im Hands-on

Dafür legt das kalifornische Unternehmen mit 8 GB LPDDR4 Arbeitsspeicher die Latte hoch. Doch bei welchem Spiel werden 8 GB RAM unterstützt oder benötigt? Vielleicht bei "Minecraft", welches sich in der Tat für jeden Gegenstand eine Codezeile in den Arbeitsspeicher ablegt. Ansonsten ist mir kein Android-Spiel bekannt, das aus 8 GB RAM Vorteile zieht. Hier hätte Razer lieber auf 4 GB - maximal 6 GB - RAM zurückgreifen und bei dem UFS auf 128 oder 256 GB erhöhen sollen.

Sound und Kopfhöreranschluss

Wie ich bereits unter Haptik und Design schon angemerkt habe, mangelt es dem Razer Phone an einem analogen Audio-Ausgang durch eine 3,5 Millimeter Klinkenbuchse. Doch Razer hat im Oktober 2016 das von George Lucas gegründete Audio-Unternehmen THX Ltd. übernommen. Diese Kompetenz lässt das Unternehmen ebenfalls in das Razer Phone mit einfließen. Durch den beigelegten 24-Bit Digital/Analog-Wandler bietet das Smartphone für den angeschlossenen Kopfhörer Sound-Qualitäten für höchste Ansprüche. Gerade eine Mehrkanal-Unterstützung wie Surround-Sound 5.1 hat schon so manchen CT und T (Counter-Terrorist / Terrorist) davor bewahrt, von hinten "gemessert" zu werden. Alles mit einer analogen Klinke nicht möglich.

Razer Phone im Hands-on | (c) Areamobile
Razer Phone im Hands-on
Razer Phone im Hands-on | (c) Areamobile
Razer Phone im Hands-on

Aber auch auf gute Sound-Eigenschaften ohne Kopfhörer legt der kalifornische Gaming-Spezialist großen Wert. Das Razer Phone verfügt über gute, alte Stereo-Frontlautsprecher, jeder Lautsprecher mit einem eigenen Verstärker ausgestattet. Das Klangerlebnis ist bereits bei der Hälfte der maximalen Lautstärke mit und ohne Dolby Atmos-Unterstützung beeindruckend. Gerne hätte ich einmal ein HTC-Device mit Boomsound oder ein iPad Pro daneben zu liegen gehabt. Aber es folgt ja noch ein ausführlicher Testbericht.

Detailseiten zum Testbericht
  1. Design, Display, Prozessor, Lautsprecher
  2. Software, Spiele, Kamera, Akku, Fazit
 
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Kommentare & Erfahrungsberichte
  1. 02.11.17 18:26 foetor (Expert Handy Profi)

    Was bringt mir eigentlich Dolby Atmos in dem Gerät?

  2. 02.11.17 18:39 Matthias Zellmer (Newcomer)

    @foetor
    Einfach ausgedrückt: Simulierter Surround-Sound trotz Stereo-Lautsprecher.

  3. 02.11.17 18:53 foetor (Expert Handy Profi)

    @Matthias
    Danke für die Antwort! Aber gerade Atmos hebt sich ja von Sourround Sound noch ein wenig ab (habe selbst Atmos Boxen) kommt das denn auch so rüber das ein Vogel über einen hinwegfliegt? Kann ich mir nicht vorstellen oder habt ihr das getestet?

  4. 02.11.17 18:57 Matthias Zellmer (Newcomer)

    @foeter
    Ich habe natürlich ein Atmos-Demo-Video angeschaut und man hat ein räumliches Gefühl bekommen. Jedoch waren die Umgebungsgeräusche (durch Presse-Kollegen) so laut, dass ich mir dazu kein Urteil erlauben wollte, in wie weit oben, hinten, rechts geortet werden konnte.

  5. 02.11.17 19:43 foetor (Expert Handy Profi)

    @Matthias
    Ok vielen Dank!

  6. 03.11.17 14:58 DerZander (Handy Profi)

    Kann mir ehrlich nicht vorstellen, dass Atmos hier viel bringt, aber ich wäre mal auf einen Test gespannt.

  7. 09.11.17 03:56 Cypher01 (Member)

    Ich halte den Vorwurf, 64 GB Speicher seinen zu wenig, für übertrieben.

    Bei 64 GB internem Speicher stehen dem Benutzer mindestens 50 GB zur Verfügung. Selbst von Spielen, die 1,2 GB an Speicher brauchen, könnte man damit rund 40 Stück installieren. So viele sind garantiert für die meisten Gamer mehr als genug. Selbst auf lange Sicht gesehen wird ein Gamer wohl nicht über Jahre hinweg ein Spiel nach dem anderen installieren, ohne alte Spiele wieder zu entfernen.

    Klar, 128 GB oder mehr wären toll, aber wenn dann bitte nur optional, sprich als weitere Varianten neben dem 64 GB Modell. Gäbe es nur 128 GB oder mehr, würde das den Preis sehr stark in die Höhe treiben, was das Gerät weniger attraktiv für die breite Masse machen würde. Erweiterbarer Speicher ist viel billiger und wird sowieso hauptsächlich für Daten genutzt, für die sehr niedrige Zugriffszeiten keine Rolle spielen, wie Fotos, Videos und Musik.

    Ein Problem mit "nur" 64 GB internem Speicher gibt es nur bei Geräten ohne microSD Slot, wie meinem OnePlus 3. Ich habe gerne viel Musik dabei, offline in Form von MP3, um nicht auf eine gute Internet-Verbindung und einen Tarif mit viel Transfervolumen angewiesen zu sein. Dafür sind billige riesige Speicherkarten einfach viel naheliegender, als 50 oder 100 EUR mehr für ein Gerät mit mehr internem Speicher zu zahlen.

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