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Autor: Tobias Czullay 03.02.2018 - 15:00 | 0

HMD Global Nokia 2 Testbericht

Testüberblick HMD Global Nokia 2

  1. 0 Lesermeinungen
Tops und Flops
  • Tops
  • Großer Akku und lange Laufzeit
  • Gutes Display
  • Sehr gut verarbeitet
  • Triple-Slot: Dual-SIM & microSD
  • Flops
  • Schlechte Kamera
  • Schwache Performance
  • Akku nicht wechselbar
  • Viel zu kleiner Speicher

Nokia 2 Test: Pummel ohne Power

Ein Smartphone mit großem Akku für nur 120 Euro – das ist eine Ansage. HMD Global schickt ein ebensolches Modell ins Rennen, das Nokia 2 ist jetzt auch in Deutschland erhältlich. Doch welche Abstriche müssen bei dem Billig-Smartphone wirklich gemacht werden? Der Test klärt es.

Nokia 2 | (c) Areamobile
Nokia 2

Die großen Smartphone-Hersteller haben sich in den vergangenen Jahren aus der Preisklasse um 100 Euro verabschiedet. Nur Motorola brachte mit dem Moto C noch ein Sparmodell auf den Markt, für Samsung, Huawei, Sony und LG beginnt "Low-Budget" heute bei mindestens 199 Euro. Mit HMD Global schickt sich nun ein Newcomer an, die Einsteigerklasse rund um die Billig-Smartphones von ZTE, Wiko, Archos oder Alcatel aufzumischen. Mit im Gepäck: Der bekannte Markenname Nokia und ein besonders großer Akku. Doch kann das Nokia 2 überzeugen oder geht ihm zu schnell die Puste aus?

Gehäuse-Design und -Verarbeitung

Nicht schön, aber praktisch: Das Nokia 2 wird dieser für Einsteiger-Smartphones typischen Beschreibung nur in Teilen gerecht. Die Rückseite des Geräts besteht aus schnödem Kunststoff, der Rahmen aus robustem Aluminium gibt ihm aber immerhin einen Hauch von Eleganz. Die rundliche Form sorgt für viel Haltekomfort, allerdings ist das Nokia 2 dadurch und auch wegen der glatten Rückseite recht rutschig. Mit 9,3 Millimetern Dicke und 164 Gramm ist das Nokia 2 für seine Größe ein ziemlicher Wonneproppen, angesichts des großen Akkus nimmt man das aber gerne in Kauf.

Im Rahmen des Smartphones sind oben ein Kopfhöreranschluss und unten ein Micro-USB-Port eingefasst, an der rechten Seite befinden sich die Druckknöpfe. Leider sind die Hübe von Power-Taste und Lautstärkewippe sehr kurz, der Druckpunkt noch dazu recht steif. Weil die Knöpfe kaum aus der Seite herausragen, lassen sie sich schlecht erfühlen. Die Rückseite des Nokia 2 kann zwar - mit viel Kraft - abgenommen werden, allerdings lässt sich der Akku darunter nicht austauschen. Er ist fest verbaut und wird von einem Blech verdeckt. Offen liegen hier die Einschübe für SIM- und microSD-Karten.

Nokia 2 | (c) Areamobile
Das Nokia 2 hat ein 5-Zoll-Display
Nokia 2 | (c) Areamobile
Die Plastik-Rückseite kann abgenommen werden...
Nokia 2 | (c) Areamobile
...der Akku ist aber fest verbaut

Bei der Verarbeitung des Nokia-Smartphones lassen sich keine Mängel erkennen. Das Display sitzt ohne Spalte fest in seiner Einfassung, der Deckel auf der Rückseite schließt bündig zum Rahmen ab und knarzt nicht.

Display-Größe und -Qualität

Der 16:9-Bildschirm des Nokia 2 ist 5 Zoll groß und stellt 1.280 x 720 Pixel dar. Vor allem bei Text auf hellem Hintergrund lassen sich kleine Treppenstufen ausmachen, dazu muss man aber schon ziemlich genau hinschauen - grundsätzlich geht die Pixeldichte von 294 PPI voll in Ordnung. Das gilt auch für die Blickwinkelstabilität: Auch wenn das Display mit gemessenen 437 cd/m² sicherlich nicht zu den hellsten gehört, lässt die Leuchtkraft bei Neigung nicht so stark nach wie bei anderen Geräten aus der Preisklasse. Auch störende Verfärbungen halten sich in Grenzen, Bildschirminhalte lassen sich also noch sehr gut ablesen.

Displaytest Nokia 2 | (c) Areamobile
CIE-Farbraum

Wo HMD Global glücklicherweise nicht gespart hat ist bei einer ölabweisenden Beschichtung. Sie ist auf dem bruchfesten Gorilla Glas 3 aufgetragen und hält Fingerabdrücke fern. Allerdings spiegelt das Glas recht stark, bei viel Umgebungslicht muss - trotz eines "Sonnenlicht-Modus" - also unter Umständen ein schattiges Plätzchen aufgesucht werden. Auch nicht selbstverständlich bei einem Smartphone knapp über 100 Euro: Das Nokia 2 hat einen Helligkeitssensor und passt die Leuchtkraft entsprechend den Lichtverhältnissen an.

System: Hardware, Software und Bedienung

Während das Gros der Hersteller bei den Smartphones aus der Einsteigerklasse Prozessoren von Mediatek einsetzt - auch im Nokia 3 steckt ein Chip der Chinesen -, da wird das Nokia 2 von einem Snapdragon 212 angetrieben. Der Mitte 2015 vorgestellte Qualcomm-Vierkerner hat eine Taktfrequenz von 1,3 GHz und ist beim Nokia 2 an 1 GB RAM angebunden. Kein sonderlich leistungsstarkes Gespann also, das die Alltagsaufgaben der Nutzer meistern soll. Und so liefern die Benchmark-Tests dann auch den Beweis dafür, dass es um die Leistungsreserven des Smartphones eher schlecht bestellt ist.


Nokia 2
Nokia 3
Moto G5
AnTuTu
18.735
28.804
44.486
3DMark (Ice Storm)
4.110
3.690
9.378
GFXBench (T-Rex)
5 fps
6 fps
16 fps
Geekbench 4
single: 308
multi: 767
single: 1.619
multi: 3.780
single: 624
multi: 2.579

Doch auch ganz losgelöst von diesen Ergebnissen stößt das Nokia 2 schnell an seine Grenzen. So gönnt sich das Smartphone beim Öffnen von Apps (Kamera!) recht regelmäßig die eine oder andere Bedenksekunde, Animationen werden unter leichtem aber sichtbaren Stottern wiedergegeben und auch beim Multitasking ist Geduld gefragt. Immerhin ruckelt das Nokia 2 nicht beim Abspielen von Videos bei YouTube, das Laden der Inhalte dauert - wie der Aufbau von Webseiten im Chrome-Browser - aber etwas länger. Auch bei der Anzeige von Fotos in der Vollansicht muss etwas Wartezeit eingeplant werden. Ein weiterer Indikator für die knapp bemessenen Ressourcen: Das Smartphone wird unter Last warm - manchmal sogar ziemlich heiß.

Obwohl das Nokia 2 von Haus aus ziemlich schwach auf der Brust ist, könnten die gröberen Schnitzer mit einem kommenden Software-Update behoben werden. Denn das mit Android 7.1.1 Nougat ausgelieferte Smartphone wird in den kommenden Monaten auf Android 8.1 Oreo aktualisiert und soll damit einige Optimierungen - vor allem am Speichermanagement - von Android Go erhalten. Eine komplette Portierung auf Googles abgespecktes Betriebssystem ist technisch wohl nicht ohne weiteres möglich. Zwar wäre das Nokia 2 wohl vom Start an das bessere Go-Smartphone gewesen, immerhin gibt sich HMD Global aber die Mühe, dem Einsteigergerät noch etwas auf die Sprünge zu helfen.

Nokia 2 | (c) Areamobile
Der Pixel-Launcher beim Nokia 2
Nokia 2 | (c) Areamobile
Google Now ist auch dabei
Nokia 2 | (c) Areamobile
Keine Bloatware auf dem Smartphone

Wie bei den anderen im Vorjahr erschienenen Nokia-Smartphones verzichtet der Hersteller auf größere Anpassungen beim Android-Betriebssystem, auch das Nokia 2 kommt mit dem vorinstallierten Pixel-Launcher, Google Now und integriertem Google Assistant auf den Markt. Außer eigenen Kamera- und Radio-Apps sowie einem Programm für Support-Anfragen finden sich keine anderen Apps als jene von Google auf dem Gerät - und das ist auch angesichts des sehr schmalen Speichers gut so. Vom 8 GB kleinen Festspeicher bleiben nach der ersten Inbetriebnahme nur etwa 3,5 GB übrig, der Einsatz einer Speicherkarte ist also Pflicht.

Wie das Nokia 3 hat auch das Nokia 2 keinen Fingerabdrucksensor. Anders als beim etwas teureren Smartphone gibt es außerdem keine kapazitiven Schaltflächen unter dem Bildschirm, die Android-Bedienung erfolgt über On-Screen-Tasten.

Kamera

Die Hauptkamera des Nokia 2 hat ein einzelnes Objektiv und löst Fotos mit 8 Megapixel auf, Videos werden maximal in 720p aufgenommen. Schon der Start der Kamera-App zieht sich hin, aus dem Kaltstart vergehen gut und gerne vier Sekunden bis der Sucher auf dem Bildschirm auftaucht. Bereit für ein Foto ist die Kamera dann aber noch immer nicht, der Fokus geht die Sache eher gemütlich an und wartet, bis der Nutzer das Smartphone auch wirklich ganz ruhig auf das Motiv ausgerichtet hat. Schneller als die automatische Objekterkennung ist es da, wenn der zu fokussierende Punkt direkt auf dem Bildschirm angetippt wird. Für Schnappschüsse eignet sich das Nokia 2 trotzdem nicht.

Nokia 2 Testfoto | (c) Areamobile
Testfoto ohne HDR
Nokia 2 Testfoto | (c) Areamobile
Testfoto mit HDR

Darauf lässt auch die genauere Betrachtung der Aufnahmen schließen, wirklich ansehnlich sind die nämlich nicht. Die Fotos aus dem Nokia 2 sind verwaschen und arm an Details, unscharf und gespickt mit Licht- und Farbsäumen. Noch dazu geraten sie trotz eines zuschaltbaren Echtzeit-HDR-Modus meist zu dunkel.

Nokia 2 Testfoto | (c) Areamobile
Testfoto-Aufnahme
Nokia 2 Testfoto | (c) Areamobile
Test-Selfie

Auch die 5-Megapixel-Frontkamera reißt das Ruder nicht mehr herum, Selfies sind auch ohne Schönheitsfilter matschig und von sichtbarem Farbrauschen durchsetzt, zudem sitzt der Fokus nicht. Videoaufnahmen mit der Hauptkamera leiden unter der niedrigen Auflösung und dem trägen Fokus, grundsätzlich ist das Bild aber in Ordnung. Positiv hervorheben kann man an dieser Stelle die kurze Naheinstellgrenze und das große Blickfeld der Kamera des Nokia 2. Trotz Weitwinkel halten sich die Verzerrungen in Grenzen.

Akku-Laufzeit, Konnektivität & Telefon-Funktion

Das Nokia 2 ist Dual-SIM-fähig und nimmt zusätzlich zu den zwei Telefonkarten im Nano-Format eine microSD-Karte mit einem Fassungsvermögen von bis zu 128 GB auf. Es unterstützt LTE Cat-4 mit Übertragungsraten von bis zu 150 Mbit/s, WLAN n, Bluetooth 4.1 und GPS. Ein NFC-Modul hat das Smartphone nicht. Dafür ist ein UKW-Empfänger eingebaut, ein am 3,5-Millimeter-Eingang angeschlossenes, im Lieferumfang enthaltenes Headset dient wie üblich als Antenne. Das Nokia 2 wird über einen Micro-USB-Anschluss geladen, schnelles Laden unterstützt das Gerät nicht. Bei der Telefon-Funktion gab es im Test keine Auffälligkeiten, sowohl durch die Hörmuschel als auch durch die - blechern klingenden - Lautsprecher sind Gesprächspartner klar und deutlich zu verstehen.

Der fest verbaute Akku hat eine Kapazität von 4.100 mAh - das ist vor allem für diese Preisklasse ordentlich. Trotzdem geht der Hersteller auf Nummer sicher und verspricht eine typische Laufzeit von "nur" zwei Tagen, gegenüber der Konkurrenz ist das kein sonderlich großer Vorsprung. Die zwei Tage lassen sich aber ohne große Mühe erreichen, bei verhaltener Nutzung kann auch ein dritter Tag komplett ohne den Gang zur Steckdose überstanden werden. In der Videodauerschleife hielt das Nokia 2 sehr gute 9:41 Stunden durch.

Fazit

Ein großer Akku, Dual-SIM und die Aussicht auf ein Update auf Android 8 - das Nokia 2 verspricht viel, geht am Ende aber nicht als Empfehlung durch. Zu groß sind die Abstriche, die bei der Kamera gemacht werden müssen, zu sehr merkt man selbst bei anspruchslosen Aufgaben die fehlenden Leistungsreserven. Mit Android 8.1 Oreo könnte sich die Performance zwar noch etwas verbessern, der große Sprung ist aber nicht zu erwarten. Neben dem zu klein bemessenen Arbeitsspeicher ist auch der interne Speicherplatz viel zu knapp, 8 GB sind heute schnell gefüllt.

Und auch wenn der Preis mit nur 119 Euro attraktiv erscheint, ein guter Deal ist das Nokis 2 nicht. Denn wer 20 bis 30 Euro mehr ausgibt, der erhält auch gleich ein deutlich besseres Smartphone. Als Alternativen stellen sich da das Moto G5, das BQ Aquaris V oder aber das Nokia 3 aus eigenem Hause an. Jedes davon erhält ein Oreo-Update - und macht schon im aktuellen Zustand viel mehr Spaß als das Nokia 2.

Testwertung HMD Global Nokia 2
 
Handlichkeit und Design 76%
Verarbeitung 92%
Sprachqualität 89%
Akkuausdauer 99%
Ausstattung/ Leistung 54%
Kamera 73%
Internet 67%
Musik 83%
Software und Bedienung 87%
Navigation 87%
Gaming und Video 63%
Gesamtwertung
zum Testzeitpunkt
78%
Zeitwertung
(Stand 19.06.2018)
77%

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