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Autor: Stefan Schomberg 18.01.2018 - 18:00 | 6

Honor View 10 Testbericht

Tops und Flops
  • Tops
  • Super schnell dank Kirin 970 und 6GB RAM
  • Tolles Display
  • Gute Kamera
  • Viel Speicher
  • Klasse Gesamtpaket
  • Flops
  • Viel Bloatware

Honor View 10 Test: Kannibale am eigenen Fleische?

Mit dem Honor View 10 treibt es Honor mit der Konkurrenz im eigenen Hause auf die Spitze: Top-CPU mit KI-Modul, Dual-Kamera, 6 GB RAM und 128 GB erweiterbarer Speicher für satte 300 Euro weniger als das Mate 10 Pro des Mutterkonzerns. Aber ist das Modell auch tatsächlich so gut wie seine technischen Daten?

Honor nennt sich selbst die Marke für die "Digital Natives", also für meist jüngere Menschen, die mit digitalen Medien wie Social Networks, Chats und Mails aufgewachsen sind. Jünger bedeutet oft aber auch weniger Einkommen, entsprechend sind die Honor-Smartphones meist mehr oder weniger deutlich günstiger als die Pendants von Huawei, dem Mutterkonzern von Honor. Auf den ersten Blick meint man zwar, dass dieses selbstzerfleischende Verhalten eigentlich kontraproduktiv sein müsste, aber offenbar geht für Huawei die Rechnung auf und so macht Honor weiterhin beinahe unmoralische Angebote - wie mit dem Honor View 10.

Honor View 10 | (c) Areamobile
Honor View 10

Das Smartphone ist technisch in vielen Teilen identisch mit dem Topmodell von Huawei, dem Mate 10 Pro. Und damit ist es dann auch zweifellos im Spitzensegment bei Smartphones angesiedelt, denn es hat mit dem Kirin 970 den stärksten Prozessor von Huawei unter der Haube, der in puncto Leistung fast an die aktuellen Vertreter der Konkurrenz wie den Snapdragon 835 oder Exynos 8895 herankommt. In anderen Bereichen bietet er sogar mehr. So verfügt der Kirin 970 über eine Neural Processing Unit (NPU), die Aufgaben der künstlichen Intelligenz übernimmt.

Damit gehört auch das mit knapp 500 Euro in der UVP des Herstellers gelistete Smartphone von Honor zu einer ausgewählten Elite, nur ganz wenige Smartphones können bislang damit aufwarten. Hinzu kommen 6 GB RAM und 128 GB interner, aber im Gegensatz zum Huawei Mate 10 Pro sogar per microSD erweiterbarer Speicher - ein klarer Vorteil für das viel billigere Gerät. Ist das Honor View 10 vielleicht gar das bessere Mate 10 Pro?

Gehäuse-Design und -Verarbeitung

Beim Design schon mal nicht. Das ist zwar nicht hässlich und die Verarbeitungsqualität passt auch, aber es wirkt insgesamt eher etwas beliebig und austauschbar. Einen Unibody aus Metall mit in den Werkstoff sauber eingearbeiteten Antennenfugen hatten wir jetzt einfach schon zu oft, als das uns das noch beeindrucken würde. Klar - im Detail gibt es durchaus noch Highlights zu erkennen. So laufen die Antennenstreifen nicht einfach gerade über die gerundeten Seiten und die flache Metallrückseite, sondern folgen den Rundungen der vier Ecken des Gehäuses. Hübsch ist auch der Typ-C-Anschluss auf der Fußseite des Gerätes untergebracht, er wird von filigranen Rendelschrauben gehalten.

Honor View 10 | (c) Areamobile
Tolle Verarbeitung - und ein Klinkenstecker-Anschluss!

Davon abgesehen gibt es aber wenig Überraschungen, das Huawei Mate 10 Pro wirkt klar hochwertiger und eleganter - vielleicht auch, weil es im Gegensatz zum Honor-Modell Huawei keinen Sensor-Homrbutton unter das Display gequetscht hat und dort somit beim Pro-Modell etwas weniger Rand um den Screen zu sehen ist.

Insgesamt liegt das Honor View 10 im Test trotz der Größe recht gut in der Hand. Das liegt einerseits an der länglichen und dementsprechend vergleichsweise schmalen Bauform des Gerätes, die durch das Display-Format von 18:9 zustande kommt. Dadurch können es zumindest Nutzer mit großen Händen problemlos und sicher umfassen. Zudem hat Honor dem View 10 sanfte Rundungen an allen Ecken und Kanten spendiert, dadurch schmiegt sich das Gerät angenehm an die Handinnenfläche. Ob sich dort kühles Metall, Glas oder gar Kunststoff besser anfühlt, dürfte zumindest zum Teil auch persönlicher Geschmack sein.

Honor View 10 | (c) Areamobile
Elegant eingefügte Antenne, aber vorstehende Kameralinsen

Übermäßig rutschig ist das Honor-Smartphone aber trotz seines lackierten Metalls nicht. Nicht so schön: Fingerabdrücke sind zwar nicht als solche zu erkennen, generelle Fettrückstände vom Anfassen hingegen schon. Sie fallen zwar nicht sofort ins Auge, lassen sich aber nur überraschend schwer mit einem trockenen Tuch entfernen.

Einziger sonstiger Kritikpunkt: Die kaum sichtbaren Schliffkanten des Metallrahmens fühlen sich leicht scharfkantig an. Verletzungsgefahr besteht dabei aber nicht. Das gilt auch für die beiden gut einen Millimeter aus dem Gehäuse stehenden Kameralinsen - das klingt nicht nach viel, in Relation zu den gerade einmal 7 Millimeter Bautiefe ist das aber schon eine ganze Menge. Rücklings auf einem Tisch liegend wird das Honor View 10 im Test so immer zum Wackeldackel, sobald man den Touchscreen bedienen will.

Hinzu kommt, dass die Ränder der Kameras sich auch noch überraschend scharfkantig anfühlen, sodass man damit beim Einstecken in die Tasche durchaus mal am Taschenrand hängen bleibt. Das ist alles kein Beinbruch, beim Mate 10 Pro gibt es solche unschönen Kleinigkeiten aber nicht. Und noch etwas ist schade: IP-Schutz vor Staub und Wasser bietet das metallene Honor View 10 im Test nicht. Irgendwoher muss der Preisunterschied zum Mate 10 Pro ja auch herkommen.

Display-Größe und -Qualität

Displaytest Honor View 10 | (c) Areamobile
Displaytest CIE-Farbraum

Bei der Konkurrenz von LG und Samsung heißt es "FullVision-" oder "Infinity Display", Huawei und somit auch Honor sprechen von FullView: Gemeint sind Displays, die nicht mehr wie zuvor auf das 16:9-Format setzen, sondern auf 18,5:9 oder wie im Falle des Honor View 10 im Test auf 18:9. Dadurch ist das Display etwas lang gezogener und in Verbindung mit möglichst wenig Rand rings um den Screen sprechen die Hersteller dann von "randlos". Das stimmt natürlich nicht ganz, einige Millimeter sieht man beim View 10 im Test vor allem über und unter dem Display immer noch, sogar minimal mehr als beim Geschwistermodell Huawei Mate 10 Pro. Dennoch ist das Verhältnis von Display zu Gehäuse auch beim View 10 im Test sehr gut, hübsch sind auch die gerundeten Ecken des Screens - das hat das Mate 10 Pro nicht.

Displaytest Honor View 10 | (c) Areamobile
Displaytest Honor View 10: Grautreppe

Noch wichtiger ist allerdings die Leistung des Displays - und die ist über jeden Zweifel erhaben. Auf 6 Zoll tummeln sich wie beim Huawei-Pendant 2.160 x 1.080 Pixel (FHD+), das sind 402 Bildpunkte pro Zoll. Auch wenn die Konkurrenz mit 2K-Auflösung ins Feld zieht: Der Screen von Huawei und Honor darf zweifelsfrei als scharf bezeichnet werden, einzelne Pixel sind hier nur mit der Lupe auszumachen. Die Helligkeit de Screens ist mit etwas über 400 cd/m² für ein LCD zwar nicht übermäßig hoch, sollte aber im Alltag in den meisten Fällen ausreichen. 

Die Darstellungsgenauigkeit lässt bei der Grautreppe ebenfalls etwas zu wünschen übrig, hier gibt es bessere LC-Displays. Im Alltag fällt das erneut kaum auf, die Farbendarstellung ist zudem um einiges genauer. Der trotz allem gute Gesamteindruck liegt unter anderem am hohen Kontrast, auch wenn der natürlich nicht an Kontrastwerte eines AMOLED-Screens wie im Mate 10 Pro herankommt.

Displaytest Honor View 10 | (c) Areamobile
Displaytest Honor View 10: Farbgenauigkeit

Insgesamt gibt es beim Display des Honor View 10 im Test kaum etwas zu meckern, der geringe Raum zu Verbesserungen fällt vor allem unter entsprechenden Messgeräten, nicht aber im Alltag auf. Hier kommt obendrein auch noch etwas der persönliche Geschmack zum tragen: Mag man die leuchtenden Farben des AMOLED-Screens beim Mate 10 Pro lieber oder setzt man auf die gelegentlich doch etwas realistischere Farbwiedergabe des IPS-LCD beim Honor-Modell? Einstellungsmöglichkeiten zum Schonen der Augen zum Variieren der Farbintensität gibt es beim Honor View 10 im Test außerdem. Größtes Manko: Das Always-On-Display des Huawei-Bruders fehlt, würde aber bei der Display-Technik auch deutlich mehr zu Lasten der Akku-Laufzeit gehen.

Detailseiten zum Testbericht
  1. Seite 1: Design und Display
  2. Seite 2: Hard- und Software, Kamera
  3. Seite 3: Gesprächsqualität, Akku und Fazit
 
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Kommentare & Erfahrungsberichte
  1. 18.01.18 20:28 lilux
    Peinlich?

    „Letztendlich muss jeder Interessent überlegen, ob ihm die Preisdifferenz den Verzicht auf Wasserdichtigkeit und Lademöglichkeit per Induktion wert ist.“

    Seit wann hat das Mate 10 Pro Ladung per Induktion. Das Fazit ist auch sonst, na sagen wir mal, unausgewogen.

  2. 18.01.18 21:39 blueskyx (Advanced Member)

    Zumal die fehlende QI-Funktion im Test des Mate 10 Pro ja sogar noch als Minuspunkt aufgeführt wird.

    :)

  3. 18.01.18 21:42 lilux

    Jo, ich sach ma nix mehr. :-p

  4. 19.01.18 09:45 Christopher Gabbert (areamobile.de)

    Da habt ihr natürlich vollkommen recht. Da war wohl der Wunsch der Vater des Gedanken.

    Danke für den Hinweis. Wir haben besagte Punkte im Testbericht entsprechend angepasst.

  5. 19.01.18 11:02 Laborant (Expert Handy Profi)

    Ist es mittlerweile Standard bei Android, dass man die Android-Navigations-Buttons (Zurück, Home und Multitasking) ausblenden kann und über Gesten auf dem Kapazitiven Fingerprint-Homebutton ersetzen kann?

    Wenn nein: Dann hat das View 10 doch was besonderes :)

  6. 22.01.18 10:14 michel_men (Newcomer)

    Servus Community,

    hab seit 10. Januar das View10 und bin schwer begeistert was ich für das Geld bekommen habe. Einziger kleiner Kritikpunkt wäre vielleicht die Kamera ohne den OIS, der EIS funzt soweit ganz gut beim Filmen und Knipsen(bei 1/6 sec), besser wie bei meiner mini Sony 1".

    Man sollte bei der kleinen Sensorfläche keine Wunder erwarten. Ab Dämmerung rauscht es gewaltig im Karton und die Bilder werden zusätzlich noch viel zuviel gebügelt dazu werden viele kleinen Details verschluckt.
    Das sieht man auf den Bildern die man im Netz oder auf Whapps komprimiert, verkleinert und nachgeschärft zeigt nicht. Erst Recht nicht bei normaler Betrachtung auf dem SP.
    Das fällt mir daheim ab 50% Größe auf dem Monitor auf. Da darf ich die Sony Bilder auch nicht bei 100% anschauen. Da kommt die V10 sehr schnell an ihre Grenzen.

    Sorry für die Ausschmückung bei der Kamera, sonst hab ich bisher keinen Grund negatives über das View 10 zu schreiben.

    Erst Recht nicht seit am 17.01 FaceID durch ein Update aktiviert wurde. Das klappt hervorragend. Sollte es auf Anhieb nicht klappen, lernt die Hardware im Kirin970 dazu, sodass es beim nächsten Mal besser klappt. Vorbildlich finde ich.

    Huawei/Honor strengen sich momentan gewaltig an, mMn.

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