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Autor: Tobias Czullay 21.04.2018 - 09:00 | 7

HMD Global Nokia 7 Plus Testbericht

Testüberblick HMD Global Nokia 7 Plus

  1. Nokia 7 Plus im Test: Design, Display und Software
  2. Im Test: Die Dual-Kamera des Nokia 7 Plus
  3. 7 Lesermeinungen
Tops und Flops
  • Tops
  • Aktuelles Android ohne Herstelleranpassungen
  • Hochwertiges Gehäuse, schickes Design
  • Gute Akku-Laufzeit
  • Gute Kamera
  • Flops
  • Keine interessanten zusätzlichen Software-Features
  • Kleinere Software-Aussetzer
  • Kamera-Zoom unbeständig

Nokia 7 Plus Test: Nexus-Alternative mit Zeiss-Kamera

Mittelklasse mit Premium-Anstrich – an diesem Anspruch sind schon einige Hersteller gescheitert. Auch HMD Global wagt mit dem 399 Euro teuren Nokia 7 Plus den Versuch. Im Test mausert sich das Smartphone mit Dual-Kamera von Carl Zeiss und Android One zu einer waschechten Nexus- oder Pixel-Alternative.

Nokia 7 Plus | (c) Areamobile
Nokia 7 Plus im Test

Seit einem Jahr mischt Nokia nun wieder mit im Smartphone-Geschehen. Das finnische Start-up HMD Global hat die Traditionsmarke aus Microsofts müden Fängen befreit und verhilft ihr zu einer Wiedergeburt. Dass die so gut funktioniert liegt auch daran, dass der Hersteller alte Stärken gut mit Neuem zu kombinieren weiß. Die Partnerschaft mit Zeiss wurde neu aufgegriffen, Google wird umarmt statt bekämpft - der Kunde bekommt, was er fordert. Das neue Nokia 7 Plus ist ein Zeugnis dieser gelungenen Ausrichtung, ohne Makel ist es aber nicht.

Gehäuse-Design und -Verarbeitung

HMD Global bringt das Nokia 7 Plus in Schwarz und Weiß auf den Markt, in beiden Farben hat das Smartphone kupferne Akzente am Rahmen und an den Einfassungen für das Display, um die Kamera und den Fingerabdrucksensor. Das zweifarbige Design gefällt uns sehr gut, das Nokia 7 Plus wirkt schlicht und gleichzeitig elegant. Die Rückseite ist leicht abgerundet, sie geht in einen flachen Rahmen mit einer nach vorne zeigenden, schrägen Kante über. Die rund zwei Millimeter heraus ragende Kamera hinten sorgt dafür, dass das Smartphone nicht plan auf dem Tisch aufliegt - es kippelt etwas, wenn es so bedient wird.

Nokia 7 Plus | (c) Areamobile
Das Nokia 7 Plus von vorne
Nokia 7 Plus | (c) Areamobile
Die Kupferakzente am Rahmen sind sehr ansehnlich

Das Gehäuse des Nokia 7 Plus ist aus einem Block 6000er-Aluminium gefräst und stellenweise mit einer Keramiktextur versehen. Die bei unserem Testexemplar schwarze Rückseite fühlt sich tatsächlich wenig nach Metall an, hochwertiger und stabiler als eine dröge Plastikschale aber allemal. Mit dem glatten Keramik eines Xiaomi Mi Mix hat die Beschichtung nur wenig gemein, sie ist beim Nokia-Smartphone angenehm griffig - etwa wie eine Softtouch-Oberfläche auf Kunststoff. Gleichsam sieht sie aber auch schnell schmierig aus und lässt sich nicht besonders gut reinigen. Zudem zeigen sich bei unserem Testmodell schon nach wenigen Tagen erste Abnutzungserscheinungen: Dort, wo das Smartphone mit dem Fußende auf dem Tisch aufliegt, blitzen Abschürfungen durch das matte Schwarz. Damit werden Besitzer eines Nokia 7 Plus wohl leben müssen, an einer anderen Stelle des Gehäuses dürfte das Risiko für eine solche Abnutzung aber geringer sein. Dennoch: Auf lange Sicht dürfte wohl jedes Smartphone der Reihe deutliche Gebrauchsspuren zeigen, das passt gar nicht zum edlen Design des Nokia 7 Plus.

Trotz ihrer Verwundbarkeit hat die Textur den Vorteil, dass sie das Nokia 7 Plus mit einem Gefühl der Sicherheit in der Hand liegen lässt und dabei trotzdem den Eindruck eines robusten Metall-Smartphones vermittelt. Das täuscht jedoch nicht darüber hinweg, dass das Gerät eher eines der sperrigen Sorte ist. Mit 183 Gramm ist das Nokia 7 Plus kein Leichtgewicht, die Abmessungen sind mit einer Länge von knapp 16 Zentimetern und einer Breite von 7,5 Zentimetern denen des Google Pixel 2 XL nahezu identisch. Die Bedienung mit nur einer Hand gestaltet sich schwierig, vor allem wenn das obere Bildschirmende mit dem Daumen erreicht werden will.

Nokia 7 Plus | (c) Areamobile
Hinten: Die Dual-Kamera und der Fingerabdrucksensor
Nokia 7 Plus | (c) Areamobile
Die Kamera steht leicht hervor

Der Fingerabdrucksensor hinten hat hingegen eine ideale Position, er lässt sich leicht mit ausgestrecktem Zeigefinger erreichen und durch die leichte Vertiefung gut ertasten. Auch der Power-Knopf rechts hat eine angenehme Höhe und wie die darüber liegende Lautstärkewippe einen knackigen Druckpunkt. Kapazitive Navigationsknöpfe wie bei den Nokia-Smartphones aus dem vergangenen Jahr hat das Nokia 7 Plus nicht, es hat wie die meisten aktuellen Android-Geräte On-Screen-Buttons.

Display-Größe und -Qualität

Zum ersten mal verbaut HMD Global ein Display mit 18:9-Seitenverhältnis in einem Smartphone, beim Nokia 7 Plus zeigt es 2.160 x 1.080 Pixel an. Das IPS-Panel ist direkt mit dem polarisierten Gorilla Glass 3 verklebt, dadurch soll es kräftige Farben und ein hohes Kontrastverhältnis darstellen. Tatsächlich deckt der Bildschirm einen höheren als den sRGB-Farbraum ab, tendiert dabei aber etwas zu stark ins Grün.

HMD Global Nokia 7 Plus Displaytest | (c) Areamobile
sRGB-Farbraum
HMD Global Nokia 7 Plus Displaytest - Blickwinkelstabilität | (c) Areamobile
Blickwinkelstabilität

Den Farbabstand haben wir mit einem Durchschnittswert von 4,7 Delta-E gemessen - das ist gut, aber nicht überragend. Bei der Grautreppe liegt der Wert bei nicht mehr ganz so guten, aber immer noch ausreichenden 10,7 Delta-E. Der Kontrast von 975:1 bleibt unter dem vom Hersteller angegebenen Verhältnis von 1.500:1, bei einer Helligkeit von rund 430 cd/m² zählt das Display des Nokia 7 Plus nicht gerade zu den hellsten. Durch die Laminierung bleibt die Leuchtkraft des Bildschirms auch in spitzeren Blickwinkeln weitestgehend gleich, Farben verblassen aber merklich, es kommt zu typischer Abschattung.

System: Hardware, Software und Bedienung

Das Nokia 7 Plus ist das erste hierzulande erscheinende Smartphone mit dem Mittelklasse-Chipsatz Snapdragon 660. Auf der vor einem Jahr erstmals vorgestellten 14-nm-Platine ist ein Octa-Core-Prozessor verlötet, der Qualcomms bislang nur im Highend-Segment vertretenen Kryo-Architektur folgt. Der Kryo-260-Prozessor setzt dabei auf ein angepasstes ARM-Design mit big.LITTLE-Aufbau: Ein leistungsstarker Quad-Core-Prozessor nimmt Cortex-A73-Kerne zur Basis, der effizientere Cortex-A53-Kerne. Das Nokia 7 Plus hat zudem einen 4 GB großen LPDDR4-Arbeitsspeicher.

In Kombination geben Prozessor und RAM ein gutes Team ab, Performance-Einbrüche konnten wir während der Alltagsnutzung nicht feststellen. Im Antutu-Benchmark erzielt das Nokia 7 Plus gute 138.928 Punkte und platziert sich damit zwischen Geräte mit dem schwächeren und älteren Snapdragon 630 - wie dem aktuellen Nokia 6 (2018) mit 90.436 Punkten - und solchen mit Snapdragon 835 - beispielsweise dem Nokia 8 mit 205.452 Punkten.

Während die Leistung des Nokia 7 Plus durchaus überzeugt, scheint es noch kleinere Fehler bei der Software zu geben. Im Test reagierte das Smartphone einige Male plötzlich nicht mehr auf unsere Touchscreen-Eingaben - kurzes Sperren und Entsperren löste das Problem in jedem Fall wieder. Das ist ärgerlich und wird hoffentlich bald mit einem Bugfix behoben.

Nokia 7 Plus | (c) Areamobile
Android 8.1 Oreo ist auf dem Nokia 7 Plus zu finden
Nokia 7 Plus | (c) Areamobile
Das Inaktivitäts-Display des Nokia 7 Plus

Das Betriebssystem ist auf dem Nokia 7 Plus auf dem aktuellsten Stand, direkt nach dem ersten Einschalten wird Android 8.1 Oreo zur Installation angeboten. Das überrascht nicht, gehört das Smartphone doch Googles Android-One-Initiative an und erhält damit die Updates direkt von Google. Außerdem gilt für Android-One-Smartphones ein verlängerter Update-Versorgungszeitraum von drei Jahren - das will HMD Global selbst auf Billigheimern wie dem Nokia 1 erreichen. Sicherheitspatches gelangten bislang monatlich auf die Nokia-Smartphones des Herstellers, das dürfte sich bei den diesjährigen Modellen so fortsetzen.

Android One - Rohes Android ohne Alleinstellungsmerkmale

Die Anpassungen an der Benutzeroberfläche durch den Hersteller halten sich auch beim Nokia 7 Plus stark in Grenzen, sie gehen nicht über ein etwas umgemodeltes Einstellungsmenü, neue Hintergrundbilder und ein leicht verändertes Inaktivitäts-Display hinaus. Auch die Anzahl der vorinstallierten Programme ist überschaubar, neben der App-Suite von Google befindet sich nur eine Support-App auf dem Speicher. Einige Google-Anwendungen wie der Messenger Duo oder Play Kiosk lassen sich nachträglich deinstallieren, das Gros jedoch nicht. Ab Werk sind rund 15 GB des 64 GB großen Festspeichers belegt, eine Erweiterungsmöglichkeit per microSD-Karte ist gegeben.

Nokia 7 Plus Interface | (c) Areamobile
Android in Rohform auf dem Nokia 7 Plus
Nokia 7 Plus Interface | (c) Areamobile
Keine Bloatware, der Speicher ist trotzdem ab Werk zu rund einem Viertel voll

Dass sich HMD Global nah an Google orientiert dürften die einen begrüßen, den anderen fehlt dadurch ein wesentliches Alleinstellungsmerkmal. Wirklich reich an Software-Features ist das Nokia 7 Plus von Haus aus jedenfalls nicht und nicht immer ist das positiv. So hätten wir uns beispielsweise gewünscht, dass wir die Benachrichtigungszentrale ausklappen können, ohne dazu den Daumen bis ans obere Bildschirmende strecken zu müssen. Es gibt weder einen Einhandmodus, noch erlaubt der Fingerabdrucksensor Eingabegesten, noch tut es ein Wischen nach unten auf halber Höhe des Homescreens. Auch der personalisierbare Glance-Screen wie beim Nokia 8 fehlt - dabei war er immer auch ein Markenzeichen der Nokia-Smartphones.

Detailseiten zum Testbericht
  1. Nokia 7 Plus im Test: Design, Display und Software
  2. Im Test: Die Dual-Kamera des Nokia 7 Plus
 
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Kommentare & Erfahrungsberichte
  1. 21.04.18 11:20 CaptainBmerica (Newcomer)

    Erlich gesagt habe ich mehr von einer Software mit vielen Features (z.B. OxygenOS oder MIUI) als von Stock-Android mit vielen Updates. Außerdem liefert Xiaomi auch ohne Android One für lange Zeit Updates, zwar nicht unbedingt die aktuellste Android-Version aber darauf kommt es meiner Meinung nach auch nicht an.

  2. 21.04.18 17:07 AlfredENeumann (Advanced Handy Profi)

    Viele Funktionen kann man Apps nachrüsten. Oder einem anderem Launcher.

  3. 21.04.18 18:16 M.a.K (Handy Master)

    Optisch gefällt es mir sehr. Tolle Farbkombination.

  4. 21.04.18 18:37 ReneS.

    Als minus werten das es Aktuelles Android ohne Hersteller Anpassungen hat verstehe ich absolut nicht mehr. Langsam glaube ich das ich nicht bei Areamobile sondern huaweimobile bin.

  5. 21.04.18 18:56 schnitti
    Fingerabdrucksensor Eingabegesten

    @areamobile
    Also das stimmt so nicht ganz. Die Möglichkeiten bei dem Fingerabdrucksensor Eingagebgeste einzustellen sind doch vorhanden. Die sind nur nicht so einfach zu finden. Am schnellsten erreicht man die Einstellmöglichkeiten, wenn man in den Einstellungen oben auf "Einstellungen durchsuchen" geht und nach "Finger" sucht. Dort findet man unter anderem die Möglichkeit das drop-down Menü mit einem Wischen nach unten zu öffnen ("Benachr. mit Fingerabdruck") und, dass man die On-Screen Menütasten durch(längeres) Antippen bzw. nach rechts wischen "ersetzen" kann.(Navigation key of fingerprint") Seltsamerweise ist der letzte Menüpunkt inkl. Erklärungen komplett auf Englisch, obwohl die Systemsprache deutsch ist.

  6. 21.04.18 19:22 schnitti
    Kamera

    Laut einem Testvideo bei Youtube soll durch das Benutzen der Google Pixel Kamera-App Fotos ingesamt schärfer und besser sein, als mit der hauseigenen Nokia Kamera-App. Videos sind damit ähnlich gut, in dem Fall hat man aber angeblich eine schlechtere Tonqualität, weil die Pixel App anscheinend nicht auf die drei verbauten Mikros zugreifen kann.
    Man kann also hoffen, dass Nokia noch etwas an der Kamera App schraubt und die Bilder damit auch noch besser werden können...

  7. 01.05.18 01:19 Petoschka

    Wie schon geschrieben, ein sehr verwunderlicher Test. Ich habe mein 7 plus seit dem 18. April und konnte von den genannten Softwaremacken (nicht reagierender Bildschirm) nichts entdecken. Das ein aktuelles und ballastfreies Android ein Nachteil sein soll, kann man wohl auch nur aus den Fingern purzeln lassen, wenn die Unterarme auf Geldscheinen von Huawei oder Samsung ruhen. Insgesamt wird der hier gewonnenene Eindruck auch im "Test" von Nokia 7 plus und Huawei P20 und P20 Pro bestätigt. Das Nokia wird schnell abgefrühstückt und hat im 23 Minuten langen Video gerade Mal ca. 3 Minuten Zeit. Einfach nur peinlich.

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