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Autor: Stefan Schomberg 22.04.2018 - 19:45 | 26

Huawei P20 Pro Testbericht

Tops und Flops
  • Tops
  • Tolles Display trotz/wegen Notch
  • Klasse Akkulaufzeit
  • Grandiose Triple-Kamera mit 5fach-Zoom (+1.0%)
  • Komplette Highend-Ausstattung
  • Flops
  • EMUI teils aberwitzig sortiert (-0.3%)
  • Software bisweilen mit Fehlern

Huawei P20 Pro Test: Darum ist es das derzeit beste Smartphone

Das Huawei P20 Pro bietet als erstes Smartphone eine Triple-Kamera, doch es hat auch noch andere Qualitäten. Lest hier, welche Stärken und Schwächen das Spitzen-Smartphone im Test zeigt und warum es der derzeitige Testsieger von Areamobile ist.

Es gibt Smartphones, die mich kalt lassen, denn sie bieten keine Alleinstellungsmerkmale und wecken keine Faszination. Je länger ich als Mobilfunk-Redakteur arbeite, desto häufiger kommt dies vor. Aber dann kommt immer mal wieder ein Modell um die Ecke, auf dessen Test ich mich vorab schon richtig freue. Das Huawei P20 Pro ist so ein Gerät. Denn dieses Smartphone bietet derzeit beste Gesamtpaket mit toller Kamera, viel Speicher, starkem Akku, schickem Design und flottem System. Dabei ist es beileibe kein perfektes Smartphone. Nach dem Test haben wir auch durchaus Kritikpunkte an dem Gerät.

Gehäuse-Design und -Verarbeitung des Huawei P20 Pro

In Europa ist das Huawei P20 Pro in drei Farbvarianten erhältlich, von denen zwei aus der Menge an schwarzen, silbernen und inzwischen auch goldenen Smartphones hervorstechen: Eine davon ist in einem sehr hellen Blau gehalten, das andere in einem "Twilight" genannten Farbverlauf von Türkis zu Lila. Das Blau ist sehr zart und wegen der starken Spiegelungen meist ohnehin kaum als solches zu erkennen, der Farbverlauf der Twilight-Version ändert je nach Lichteinfall nur die Farbintensität. Flip-Flop-Lack, bei dem sich sogar der Farbton je nach Blickwinkel und Lichteinfall ändert, ist das aber nicht. Zudem spiegelt es genauso wie die blaue Farbvariante.

Huawei gebührt Respekt für den Mut zu dieser ausgefallenen Farbwahl! Fingerabdrücke ziehen beide Geräteversionen wegen der spiegelnden Oberfläche recht stark an. Wegen der gläsernen Rückseite werden aber wohl ohnehin viele Nutzer das P20 Pro in eine Schutzhülle stecken.

Huawei P20 Pro Hands-on | (c) Areamobile
Im Test: Huawei P20 Pro

Die dritte Farbvariante des Huawei P20 Pro spricht jene an, die es eher klassisch mögen. Huawei nennt den Farbton "Ceramic Black", wobei der Begriff "Keramik" ein Hinweis auf die leicht silbern glänzende Oberfläche ist. Dies ist wohl die am elegantesten wirkende Farbgebung für das P20 Pro. Je nach Farbe sieht auch der Rahmen anders aus: Beim schwarzen Gerät ist er mattschwarz und etwas griffiger, beim blauen und auch beim Twilight-Modell ist er Chrom-glänzend. Beides sieht klasse aus und passt hervorragend zum Gesamtdesign, das ansonsten von starken Rundungen und einem großflächigen Display beherrscht wird.

Huawei P20 Pro in der Farbe Twilight | (c) Areamobile
Huawei P20 Pro in der Farbe Twilight

Huawei hat sich beim neuen P20 Pro für einen 18:9-Screen mit sehr schmalen Seitenrändern entschieden - und einer Notch. Damit wird seit dem Apple iPhone X eine in das Anzeigefeld hineinragende Aussparung bezeichnet, die beim Triple-Cam-Smartphone von Huawei einem runden Lautsprecher, der Frontkamera, Sensoren und einer Status-LED Platz bietet.

Anders als Samsung beim Galaxy S9 (Plus), bei dem sich das Glas komplett um die Kante herum windet, rundet Huawei das Glas nur an den äußersten Kanten des Displays ab, setzt also auf 3,5D-Glas. Das macht den Übergang zum Metallrahmen sanfter.

Huawei P20 Pro in der Farbe Twilight | (c) Areamobile
Runde Sache: der Rahmen

Der Rahmen setzt die gerundete Form bis auf die Rückseite aus Corning Gorilla Glass 5 fort. Wer da mit dem Daumen drüber streicht, spürt den Übergang zwar, aber weniger hart als beim Samsung Galaxy S9 (Plus). Beim Samsung-Smartphone steht der Rahmen leicht vom Gehäuse hervor, um das Glas vor Sturzschäden zu schützen. Das Galaxy S9 (Plus) fühlt sich daher trotz der starken Display-Rundungen etwas kantiger als das P20 Pro an.

Das Huawei P20 Pro misst stolze 155 x 74 x 7,8 Millimeter und wiegt 180 Gramm - das sind ähnliche Werte wie beim Samsung Galaxy S9 Plus. Das vergleichsweise hohe Gewicht trägt zum hochwertigen Eindruck bei.

Huawei P20 Pro Hands-on | (c) Areamobile
Der Rahmen ist je nach Farbversion chromglänzend oder schwarzmatt

Der Randbereich unterhalb des Displays ist beim Huawei P20 Pro ein ganzes Stück dicker als etwa beim Samsung Galaxy S9. Huawei nutzt den Bereich für einen Sensorbutton, der gleichzeitig Home-Taste und Fingerabdrucksensor ist. Die Navigation imSmartphone-UI erfolgt über On-Screen-Tasten. Neu an der P-Serie von Huawei ist die IP67-Zertifizierung für Staub- und Wasserschutz des Gehäuses. Endlich!

Das Glas der Rückseite weist stärkere Rundungen als das auf der Frontseite auf. Dieses Design, das einen Gegenentwurf zu Samsungs Edge-Display darstellt, zeigt schon das LG G6 und sorgt nicht nur für hochwertiges Aussehen, sondern verbessert auch die Haptik. Die rückseitigen Rundungen schmiegen sich angenehm an das Handinnere. Am auffälligsten an der Rückseite des Huawei P20 Pro ist die Hauptkamera mit drei Kamera-Sensoren und -Objektiven. Zwei davon sind zu einer Einheit zusammengefasst und stehen gut einen Millimeter aus dem schicken Gehäuse hervor, darunter folgt fast bündig eingelassen die dritte Optik. Unter den drei Kameras sitzt die True-Tone-Dual-LED samt Farbtemperatur-Sensor.

Huawei P20 Pro in der Farbe Twilight | (c) Areamobile
Huawei- (unter der Hand verdeckt) und Leica-Schriftzug im Querformat

Mit dem direkt neben der Kamera aufgedruckten Leica-Schriftzug betont Huawei geschickt die Bedeutung der Kamera.

Der Einbau der Triple-Kamera wirkt nicht richtig gelungen. Die Einfassung der beiden hervorstehenden Optiken ist recht scharfkantig, und es sammelt sich Schmutz an den Flanken der Erhebung. Ebenso nervig: Flach auf dem Tisch ist das P20 Pro im Test wegen der vorstehenden Kameralinsen ein echter Wackeldackel. Das erschwert die Bedienung und wirkt nicht sehr hochwertig. Außerdem könnten die Linsen so theoretisch schnell verkratzen.

Huawei P20 Pro in der Farbe Twilight | (c) Areamobile
Zwei der drei Kameralinsen stehen zu weit aus dem Gehäuse hervor

An der Verarbeitungsqualität des Huawei P20 Pro gibt es hingegen nichts zu meckern. Der Hauptlautsprecher auf der Fußseite, der sich rechts vom mittig platzierten USB-Typ-C-Anschluss befindet, ist sauber hinter fünf Bohrungen in den Metallrahmen verborgen, aus Symetrie-Gründen befindet sich die gleiche Anzahl der winzigen Öffnungen auch links des USB-Ports. Auf der linken Gehäuseseite findet sich nur der außen eben mit dem den Rahmen abschließende SIM-Karten-Schlitten, der bis zu zwei Nano-SIM-Karten aufnimmt. Die Stirnseite des Smartphones wird von zwei kaum sicht- und fühlbaren Antennenstreifen unterbrochen. Außerdem gibt es hier Aussparungen für ein Mikrofon und den eingebauten IR-Sender, über den sich mit vorinstallierter Software Elektronikgeräte fernsteuern lassen.

Auf der rechten Seite stechen zwei metallene Tasten mit haarfeiner Schliffkante aus dem Rahmen, die perfekten Tastenhub und Druckpunkt aufweisen und fest und ohne zu wackeln ihren Dienst verrichten. Die kleinere Power-Taste zeigt eine kleine rote Markierung.

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Kommentare & Erfahrungsberichte
  1. 22.04.18 21:07 Karl Echle

    Vielleicht ist es wirklich derzeit das beste Gerät am Markt, ABER nicht für mich, denn es fehlt das Entscheidende: Klinke und Speichererweiterung. Und was hat es zuviel? Klar, die Notch ... Unsymetrisches Design = Hässlich, zumindest für mich.

  2. 23.04.18 09:16 blueskyx (Advanced Member)

    Die Notch lässt sich ja prima per Software ausblenden. ;)

    Und Speichererweiterung vermisse ich bei 128 GB nicht wirklich.

  3. 23.04.18 09:31 Klosterbruder (Member)

    Dann leiste ich mal einen "kleinen" Betrag. ;)

    Karl:
    Zur Klinke: Warum regen sich Leute eigentlich nicht darüber auf, dass Briefe nicht mehr per Brieftaube zugestellt werden ? Oder man per Flieger nach Asien reisen kann, statt zu Fuß zu gehen ?
    Weil's schlicht veraltet und sinnarm ist.
    Die Klinke hat nur Nachteile: Ist tief, bringt immer wieder Kontaktschwierigkeiten, lässt sich maximal noch als Mikrofoneingang nutzen.
    Ok, der Taubenzüchter wird noch 'ne Menge Tauben, der Zu-Fuß-Verfechter eine Menge Schuhe haben, die er unbedingt weiternutzen möchte. So wie die Leute, die ihre Kopfhörer mit Steinzeitklinke weiterhin nutzen möchten. Können sie ja, allerdings mit dem etwas unbequemen Adapter.
    Dennoch wird es dringend Zeit, dass der Anachronismus Klinke, der genormte Wackelkontakt, endlich verschwindet.
    USB-C und Bluetooth sind moderne und sehr vielseitige Alternativen.

    Speicher: Berechtigter Kritikpunkt, wenn man Videot ist oder sein Smartphone generell als Archiv benutzt. USB-C-Speicherstick, Cloud als Alternativen. Etwas unglücklich, zugegeben, aber noch erträglich.

    Notch: Gute Sache. Der oberste Displaybereich geht doch eh meist für die Statusleiste drauf. Zudem gibt es nur zwei Optionen: Notch und noch etwas mehr Display oder keine Notch, dafür aber a) weniger Display, das b) meist noch weiter durch die Statusleistenanzeige reduziert wird. Man gewöhnt sich im Nullkommanix dran. Und wenn nicht, kann man die Notch wunderbar per Einstellung verstecken, genießt aber dennoch Displayplatzgewinn, weil nach wie vor nichts für die Statusleiste verschwendet wird.
    Äußerst sinnvolle Sache.

    Unsymmetrisches Design ? Das P20 Pro ist symmetrisch. Ausnahme bildet nur die Notch; und das kannste umstellen.
    Unglücklich sehen nur die Kameras aus, auch das Wackeln auf dem Tisch finde ich störend.
    Aber ein bisschen Tiefe brauchen die Kameramodule halt. Wäre nicht schlimm, dann würde das Gerät halt ein bisschen dicker. Aber dann ginge das Gebrülle der Flachfreunde wieder los.
    Irgendwas ist immer. ;)

    Das P20 Pro bietet eine Menge Gutes, dafür nur sehr wenige Kotzbrockeneigenschaften.
    Nämlich physisch unglückliche Integration der Kameras, Vierfachbinning des 40-MP-Bayer-Sensors (saudämliche Entscheidung, da dies die tatsächliche Auflösung auf rund 10 MP runterkastriert), Glasrückseite und - das Allerschlimmste - der fest eingebaute Akku. Über Letzteres könnte ich in Tobsuchtsanfälle ausbrechen; wie Jeder, der sich auch nur ein wenig mit den Empfindlichkeiten von Lithium-Ionen-Akkus sowie deren Suizidverhalten beim Laden, bei Erwärmung sowie bei Alterung allgemein auskennt.
    Hersteller bauen Akkus nur aus einem einzigen Grund fest ein: damit sie möglichst schnell kaputtgehen, der Besitzer ein neues Gerät kaufen muss. Nicht umsonst erstreckt sich die sonst übliche Zweijahresgarantie nicht auf den Akku. Dahinter und hinter der Glasrückseite steckt nur eines: gnadenlose Abzocke, weil beides auf möglichst schnelle Zerstörung ausgelegt ist.
    Alternativen gibt's aber keine mehr, also schlucke ich den Fisch, auch wenn er faulig schmeckt und vom Kopfe müffelt, dass es mir den Atem verschlägt.

    Wären die vier genannten Kritikpunkte nicht, käme das P20 Pro verdammt nahe an Perfektion heran.
    Und das kleine Ding macht richtig Spaß; nicht zuletzt, weil viele wirklich sinnvolle Dinge bei der Entwicklung berücksichtigt wurden - wie sehr flotte Fingerabdruck- und Gesichtserkennung zum oberflächlichen Schutz der Privatsphäre, die Platzierung des Fingerabdrucksensors auf der Vorderseite, der gleichzeitig eine physische Home-Taste bildet und die nervenden Navigationsschaltflächen überflüssig macht - und viele Kleinigkeiten mehr, die es bisher bei Spitzensmartphones nicht oder nicht mehr (z. B. Infrarotsender) gab.
    Das P20 Pro behalte ich, da das Gesamtpaket tatsächlich überzeugt.

  4. 23.04.18 09:35 polli69 (Advanced Handy Profi)
    Highend aber nicht mein Top Favorit

    Ein seh umfangreicher und informativer Test. Das P20 Pro katapultiert Huawei mindestens auf den Stand der Top Smartphones von Samsung und Google.
    Trotzdem gibt es noch einiges zu kritisieren. Die KI wird ja auch bei euch als manchmal etwas zu dominant bzw. realitätsabweichend empfunden. Auch ist die Ausstattung meiner Meinung nach nicht komplett. Bei Eur 900,- kann ich vom ehemaligen Underdog mehr Speicher verlangen, Qi Ladung sollte möglich sein wenn ich schon eine Glasrückseite habe. Die Video Qualität steht beim P20 Pro nicht im Vordergrund. Außerdem ist der Prozessor nicht mehr ganz up to date.
    Für mich bleibt das Galaxy S9+ im Android Bereich das derzeit beste, weil kompletteste Smartphone. Das P20 Pro beeindruckt mit der bei weitem tollsten low light Performance. Wer also sein Smartphone unter dem Aspekt aussucht, dass er tolle Fotos bei Dunkelheit machen kann, der wird beim P20 Pro fündig.

  5. 23.04.18 09:58 Fritz_The_Cat (Advanced Handy Master)

    Bei 128 GB Speicher sowie Erweiterungsmöglichkeit in Form der Cloud finde ich eine zusätzliche durch SD-Karte überflüssig.

    Qi-Laden finde ich beim aktuellen Technikstand ebenfalls verzichtbar. Stichworte: geringe Effizienz, fehlende Möglichkeit das telefon während des ladevorgangs zu nutzen.

  6. 23.04.18 10:36 Klosterbruder (Member)

    Stefan: Schönen Dank für die sehr treffende Zusammenfassung. An den meisten Stellen fand ich exakt meine eigenen Erfahrungen und Einschätzungen wieder.

    Noch die eine oder andere "kurze" Ergänzung ...

    Die schlechte Bildqualität im 40-MP-Modus rührt daher, dass beim 40-MP-Sensor immer jeweils vier rote, grüne und blaue Pixel zu einem Quadrat zusammegefasst werden. Das erhöht die Lichtempfindlichkeit, reduziert die tatsächliche Auflösung aber meist auf rund 10 MP, führt auch nicht selten zu einer Falschfarbendarstellung, die sich nicht nur auf chromatische Aberration beschränkt, in Ausnahmefällen auch zum "Umfärben" von Objekten führt. Beispiel: Bei einem meiner Fotos wurde ein grauer Strommast ROT dargestellt. Wenn man sich seine Fotos ein bisschen genauer ansieht, findet man dieses Phänomen öfter.
    Das "traditionelle" Bayer-Muster oder Fujifilms "X-Trans"-Ansatz hätten zu deutlich besserer Bildqualität bei hoher Auflösung geführt. Aber Huawei wollte ja unbedingt mit der Schwachlichtleistung punkten – wogegen Smartphones in erster Linie als Schönwetterkameras eingesetzt werden und Vierfachbinning bei der gegebenen Sensorgröße eh nicht allzu viel bringt.
    Die Kamaras arbeiten insgesamt recht ordentlich, die Auflösungsleistung wird aber durch das dämliche Vierfachbinning weit in den Keller gezogen.
    Da frage ich mich, was Huawei und Leica bei dieser Entscheidung wohl geritten hat – oder wie viel Blut dabei noch im Alkohol war.

    Nachtaufnahme: Ja, richtig geraten, da wird "gestackt". Dabei werden mehrere Aufnahmen mit unterschiedlichen ISO-Werten und/oder Belichtungszeiten aufgenommen, diese anschließend zu einem einzelnen Bild verrechnet. Das hat den Vorteil, dass man Schärfe herausholt, zusätzlich Farbfehler kompensiert, Bildrauschen vermindert, das durch Sensorrauschen, Sensortemperaturerhöhung sowie Fehler durch die Elektronik selbst entsteht.
    "Altes" Verfahren, das man schon seit vielen Jahren bei der Astrofotografie einsetzt. Aber äußerst erfolgreich.
    Damit hätte man sich das Zwangsbinning eigentlich schenken können …
    Das Stacken geschieht beim P20 Pro allerdings sehr flott – ich vermute, dass man da keinen besonders leistungsfähigen Algorithmus einsetzt, der noch deutlich mehr bringen könnte. Aber vielleicht kommt das ja noch.

    Zoom: Kurz ausgedrückt – der Dreifachzoom funktioniert zuverlässig und brauchbar, der Fünffachzoom ist eher Glückssache. Manchmal funktioniert er gut, bringt tatsächlich noch etwas mehr Auflösung als der optische Dreifachzoom – oft aber versaut er das Bild komplett, sogar erstaunlich nachhaltig.
    Es gilt also nach wie vor: NIE Digitalzoom verwenden. Ja, NIE.
    Vom Stativ aus wird's vielleicht besser, das habe ich aber noch nicht probiert.

    Pro-Modus: Bei regulären DSL(S/M)-Kameras fotografiere ich AUSSCHLIESSLICH im manuellen Modus. Schlicht, weil keine Automatik wissen kann, was mir im und am Bild gerade wichtig ist. Beim P20 Pro aber ist der Pro-Modus unbrauchbar; die Gründe hast Du teils bereits genannt: Keine Scharfstellhilfen (eben Fokus-Peaking, auch Digitalzoom, aber NUR als Scharfstellhilfe, keinesfalls zur Aufnahme), miese UI (Bedienelemente wollen zu präzise getroffen werden, oft packt man daneben, weil man sich auf's Motiv konzentriert, verstellt sich damit wieder alles), Bedienelemente an den falschen Stellen (beim manuellen Scharfstellen wird fast das halbe Bild überlagert) und und und …
    Ich habe mit Huawei telefoniert, man versicherte mir, dass man auf den Kunden hörte. Also werde ich nächste Tage mal einen Schwung Verbesserungsvorschläge einreichen. Ob's was nützt …
    Das P20 Pro kann man derzeit eigentlich nur im Automatikmodus nutzen, allerdings immer bei abgeschalterer KD (Künstliche Dummheit); die verfälscht mir Farben, Weißabgleich und Schärfe viel zu stark – das P20 Pro bastelt leider auch bei abgeschalteter KD immer noch viel zu viel am Bild herum. Hoffentlich kann man das bald komplett abstellen, besser noch anpassen.

    Superschnellschuss: Im Bereitschaftsmodus (Display aus) zweimal kurz auf die Leiser-Taste drücken: 0,3 Sekunden, schon ist der Schnappschuss im Kasten. Der wird zwar meist nicht so gut wie eine reguläre Aufnahme, ist aber dennoch äußerst praktisch, wenn's mal schnell gehen muss: Der anfliegende Vogel, der tolle Hintern … :D
    Bei der Gelegenheit: Das nervige Auslösergeräusch kommt nicht, wenn man das Telefon zuvor auf lautlos stellt. Nix Neues, weiß der eine oder andere Voyeur aber vielleicht noch nicht. ;)

    Frontkamera: Grottig. Auch wenn man "Beauty" (was bei mir dringend nötig ist) komplett abschaltet (0), wird dennoch geglättet, bis der Arzt kommt. Außerdem sind keine Aufnahmen möglich, bei denen nicht nur der Vordergrund scharfgestellt werden soll. Der Hintergrund verschwimmt immer, scharfe Landschaft wird immer zum beliebten Griff ins Klo. Von 24 MP ist hier nichts zu spüren. Die Fotos sehen grundsätzlich aus, als hätte man sich bei der MP-Angabe um eine Kommastelle vertan.

    OIS: Doch, doch – alle Objektive sind stabilisiert, auch der Schwarzweißsensor, auch die Telelinse. Huawei kriegt es aber (noch) nicht gebacken, die Stabilisierung in jeder Situation sinnvoll einzusetzen. Vermutlich scheitert es an der exakten Ausrichtung der drei Objektive auf einen einzigen Fokuspunkt: Wenn man die Ausrichtung aller drei Objektive auf einen einzigen Punkt per Software schafft, ist in diesem Moment aber keine optische Stabilisierung mehr möglich, da die Software unter diesen Umständen GEGEN die OIS arbeiten, diese also außer Kraft setzen muss. Deswegen sieht das Bild vor oder noch bei der Aufnahme oft stabilisiert aus (z. B. bei hoch aufgelösten Videos), wirkt beim Anschauen dann aber wieder unstabilisiert.

    Autofokus: Unzuverlässig, es ist teils unmöglich, selbst relativ große Objekte scharfzustellen, auch nicht durch Antippen. Meist wird wieder auf den Hintergrund scharfgestellt.
    Das ist aber ein reines Softwareproblem, das hoffentlich bald behoben wird.

    Ach, ich könnte mich noch stundenlang zur Kamera auslassen … :D

    Ganz allgemein aber schnürt Huawei mit dem P20 Pro ein schönes Gesamtpaket, das einfach alles mitbringt, was man braucht und das Leben erleichtert.
    Es ist flott, es klingt gut, es lässt sich rasend schnell laden (Wie kamst Du auf weit mehr als 2 Stunden zum Volladen ? – Das geht bei mir tatsächlich deutlich schneller.), das Display stimmt (könnte bei Sonnenschein aber noch merklich heller sein), das Huawei bringt eine Menge guter Funktionen mit.
    Besonders der Fingerabdrucksensor (den ich als Sicherheitsmaßnahme natürlich für völligen Blödsinn halte) hat es mir angetan: Physische Home-Taste, die immer funktioniert und immer an derselben Stelle zu finden ist. Ersetzt die eingeblendeten Android-Navigationsschaltflächen komplett (Zurück, Startseite, Appverlauf), sorgt auch dafür, dass man nie wieder auf die scheiß Werbung klickt, die urplötzlich und natürlich rein zufällig anstelle der Zurück-Schaltfläche eingeblendet wird. Das bringt mehr Komfort und Displayplatz, der Sensor kann auch als Vor-/Zurück-Taste z. B. im Browser eingesetzt werden; das hakelt aber noch sehr.
    Und: Kein Verschleiß wie bei physischen Home-Tasten mehr – ich kann das P20 Pro immer komplett verschleißfrei aufwecken – ob per Fingerauflegen oder Hochheben mit anschließender, rasend schneller Gesichtserkennung. Klasse !

    Was auch noch SEHR gut beim P20 Pro funktioniert, das aber offenbar kaum jemand bemerkt: Der Empfang ist hervorragend. Sowohl bei Telefonie als auch bei Mobildaten und GPS.
    Da erreicht das P20 Pro richtige Spitzenwerte.
    Im Vergleich mit meinem treuen Note 4: Beim Note musste ich hier auf dem Land im Haus immer auf GSM zurückstellen – ansonsten gab es Aussetzer beim Telefonieren, 4G-Mobildatenempfang war reine Glückssache.
    Mit dem P20 Pro gibt es keine Aussetzer mehr, auch der 4G-Betrieb ist nun permanent bei guter Signalstärke möglich.

    Und das wirkt sich auch auf die Akkulaufzeit aus: Je besser der Empfang, desto geringer die nötige Sendeleistung des Gerätes. Und das spart richtig Strom, verlängert auch die Gesamtlebensdauer des Gerätes, da es dadurch weniger oft nachgeladen werden muss.

    Eigentlich hatte ich vor, das P20 Pro letzten Samstag an Vodafone zurückzusenden; der miesen Qualität der "40-MP"-Kamera und der grottigen KD geschuldet. Ich hab's dann nicht getan, weil eben das soeben zitierte Gesamtpaket stimmt.

    Wenn Huawei jetzt noch ein bisschen an der Software feilt (und auf mich hört :D), habe ich mit Ausnahme von bescheuerter Glasbruchrückseite und fest eingebautem Abzockakku nicht viel zu meckern.
    Und das will schon was heißen. :D

  7. 23.04.18 10:43 Klosterbruder (Member)

    Verdammt, da wurde ja noch reichlich zwischendurch getippert ...

    Dann noch eben schnell etwas zu den jüngsten Ein- und Auswürfen zum kabellosen Laden:

    Uninteressant, aus mindestens zwei Gründen.
    1) Ich muss das Telefon immer am selben Ort laden. Da ich im ganzen Haus USB-Netzteile verteilt habe, lade ich immer dort, wo es gerade passt. Das ist für Viele aber wohl eher nebensächlich.
    2) Jetzt das eigentliche Anti-QI-Argument: Eben schnell auf die Ladeschale schmeißen können verführt auch genau dazu.
    Und damit schrottet Ihr euch euren Akku noch viel schneller als dieser ohnehin von selbst abstirbt.

    Leute, Ihr habt einen aus reiner Böswilligkeit und Geldgier des Herstellers fest eingebauten Akku, der durch unvermeidliche Alterung mit jedem Tag immer mieser wird, der euch in Rekordzeit wegstirbt, wenn Ihr das Smartphone z. B. in der Sonne oder im Sommer im Auto liegenlasst.
    Und der massiv leidet, wenn das Telefon öfter als nötig nachgeladen wird, vor allem bei Vollladung bis 100 %.
    QI verführt dazu.
    Und Ihr könnt euer Smartphone dann bald wegschmeißen, weil der Akku schon vor Vertragsverlängerungsdatum auf dem Zahnfleisch kriecht oder den Geist komplett aufgibt.

    Und jetzt kommt mir nicht mit Blödsinn wie "Ich lade auch per QI immer nur bis 92 % nach."
    Quatsch ! Ihr schmeißt das Ding immer wieder zum Nachladen zwischendurch auf die Ladeschale, damit Ihr immer mit 100 % Akku aus dem Haus geht.
    Und genau damit himmelt Ihr euch den Akku noch schneller.

  8. 23.04.18 11:02 polli69 (Advanced Handy Profi)

    Ich habe gerade erst vor 2 Wochen den Akku meines 3,5 Jahre alten iPhone 6 für Eur 29,- wechseln lassen. Als es letztes Jahr die Aktion von Apple noch nicht gab, habe ich beim Reparaturdienst um die Ecke Eur 49,- für einen Akku bei dem 6er meines Sohnes bezahlt. OK, ein wechselbarer Akku ist deutlich günstiger, aber auch weniger praktikabel im Alltag. Ich mag das Design der Smartphones aus einem Guss. Nichts klappert oder wackelt.

  9. 23.04.18 11:06 FreefallRLC
    Kamera?!

    Ich verstehe den Hype und die Wertungen um die Kamera einfach nicht. Selbst bei den Tests aus eigenem Haus schnitt die P20 Kamera meist schlechter ab. Totzdem heisst es immer bestes Kamera Handy aktuell.
    Allein der Vergleich hier von S9 und P20. Trotz sogar besseren Lichtverhältnissen beim P20, sind die Bilder vom S9 doch wohl um LÄNGEN besser was Details, Farben, Dynamik und Nachbearbeitung angeht?!
    P20:
    http://www.areamobile.de/assets/news/2018-04/p20-vergleich/zoom/huawei-p20-pro-zoom-23.jpg

    S9:
    http://www.areamobile.de/assets/handies/samsung/galaxy-s9-plus/samsung-galaxy-s9-plus-orig-1.jpg

  10. 23.04.18 11:23 Hubelix (Member)

    @Klosterbruder

    Deine Ausführungen zur Cam mögen alle richtig sein, dagegen kann ich fachlich rein gar nichts sagen. Aber entweder entdeckt der "Normaluser" soclhe Fehler nicht oder die Fehler sind zumindest geringer als bei anderen Geräten. Der 0815-User, dazu zähle ich mich auch, will einfach nur schnell "halbwegs" gute Fotos knipsen. Das kann man sicher mit dem P20 Pro aber auch mit Mate10 Pro etc.

    Ansonsten geb ich dir in fast allen Punkten recht! USB-C Kopfhörer werden mitgeliefert und selber habe ich nen BT Kopfhörer, da braucht man wirklich keine Klinke mehr.

    Auf der einen Seite ist ein fest verbauter Akku zwar wie du sagst "Abzocke" aber zumindest Apple bekommt ne gute Haltbarkeit hin und auch Huawei spendiert dem Kunden da ein paar Goodies: "nur" Full-HD Auflösung und ein 4000mAh Akku sorgen dafür für eine gute Ausdauer und ein Minimum an Ladezyklen. Auf 1 Jahr gerechnet bin ich sicher das ein P20 Pro / Mate10 Pro ca 30% -50% weniger Ladezyklen brauchen wie ein SGS9/+ oder andere Konkurrenzprodukte. Und der verzicht auf Qi, was bei 4000mAh ohnehin ewig brauchen würde, schont den Akku auch.

    Da bin ich auch mal gespannt, wie oben auf Apple angepsrochen, wie sie der Einsatz von Qi beim iPhone X auf die Haltbarkeit der Akkus auswirkt. Da werden sich noch einige Kunden wundern.

    Aber weiter zum Akku bei P20 Pro: ich finde einen 4000mAh Akku inkl. Full-HD Display wesentlich näher am Kunden als 3200mAh / 2k Display bei der Konkurrenz. Quasi niemand nutzt ein Handy für VR. Nichtmal Samsung ist es gelunden mit den verschenkten VR Brillen das Thema an zu kurbeln.

    Was noch nicht angesprochen wurde: Dual-Sim! Nen günstigen Handyvertrag bz. ne Prepaidkarte holen und dazu ne dicke Datenkartte rein, mehr Geld kann man nicht sparen. Ein riesiger Vorteil gegenüber so manchem Konkurrenten.

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