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Autor: Stefan Schomberg 26.05.2018 - 14:00 | 4

Honor 10 Testbericht

Testüberblick Honor 10

  1. Seite 1: Design, Verarbeitung, Display, Hard- und Software
  2. Seite 2: Kamera, Akku, Telefonqualität und Fazit
  3. 4 Lesermeinungen
  4. Hands-On-Test für das Honor 10
Tops und Flops
  • Tops
  • Schickes Design und tolle Verarbeitung
  • Klasse Hardware
  • Super Preis-Leistungsverhältnis
  • Flops
  • Fingerabdrucksensor zu langsam
  • Kamera unscharf (bei unserem Testmodell defekt?)

Honor 10 Test: Gelungene Mischung aus P20 und View 10

Das neue Honor 10 ist das Gegenstück zum Huawei P20 – auch wenn das keines der miteinander verbandelten Unternehmen zugeben würde. Dabei ist das offensichtlich, denn neben optischer Ähnlichkeit ist auch die Technik in vielen Punkten identisch. Das überrascht vor allem wegen des großen Preisunterschieds von über 200 Euro. Wir haben im Test des Honor 10 überprüft, wie gut sich das Smartphone tatsächlich schlägt.

Das junge Unternehmen Honor gehört zu Huawei, es soll vor allem ein junges Publikum ansprechen. Entsprechend werden Features wie eine gute Frontcam und ein schickes Design in den Fokus gerückt - und vor allem der Preis. Auffällig ist dabei, wie ähnlich viele Modelle von Honor ihren Huawei-Vorbildern sind. Das ist auch beim neuen Honor 10 so, das sowohl optisch als auch technisch starke Parallelen zum Huawei P20 aufweist, aber bis zu 200 Euro billiger ist. Da muss Honor doch irgendwo kräftig gespart haben?

Gehäuse-Design und -Verarbeitung

Sehen kann man das zumindest nicht. Optisch setzt Honor sowohl auf den gleichen Materialmix aus Glas und Metall wie Huawei beim P20, als auch auf die gleiche runde Formensprache. Das betrifft in der Draufsicht sowohl die Abrundungen der Ecken von Gehäuse und Display, als auch die Rundungen des Glases auf Front und Rücken, durch die ein sanfter Übergang zum Metallrahmen geschaffen wird. Der Übergang verläuft beim P20 minimal weicher, beim Honor 10 im Test spürt man eine leichte Kante. Das dürfte daran liegen, dass der Rahmen beim Honor-Smartphone minimal dünner als beim P20 ist - für identischen Schutz bei mechnischer Einwirkung muss er daher wohl wie beim Samsung Galaxy S9 weiter hervorstehen. Schlimm ist das nicht, auch das neue Honor-Modell liegt gut in der Hand. Das liegt nicht zuletzt an dem vergleichsweise schmalen Gehäuse, das dank des langgezogenen 19:9-Displays möglich wird. Die Maße von P20 und Honor 10 sind nahezu identisch, sie unterscheiden sich nur um wenige Zehntel-Millimeter. Beim Gewicht schneidet allerdings das Honor 10 besser ab, es wiegt mit 153 Gramm über 10 Gramm weniger.

Honor 10 | (c) Areamobile
Im Test: Honor 10

Die meisten Unterschiede zwischen Honor 10 und Huawei P20 sind eher kosmetischer Natur. So zeigen sich zwar beide Smartphones mit neumodischer Notch am oberen Display-Rand, deren Größe unterscheidet sich aber minimal, ebenso deren Bestückung mit technischen Komponenten. Der Metallrahmen ist zwar wie erwähnt ähnlich geformt, weist aber zusätzlich zur Dicke im Detail weitere Unterschiede auf. So sind Antennenfugen anders platziert, zudem verfügt das Honor 10 im Test auf der Stirnseite über einen zusätzlichen IR-Blaster sowie auf der Fußseite über einen Klinkenanschluss für herkömmliche Headsets. Dafür fehlt unten an dieser Stelle das zweite Lautsprechergrating, das beim P20 beidseitig des USB-C-Anschlusses platziert wurde. Beim Huawei-Modell wurde das aber ohnehin nur aus optischen Gründen implementiert. Einen zweiten Lautsprecher findet man dort nicht.

Honor 10 | (c) Areamobile
Runder Rahmen mit IR-Blaster| (c) Areamobile

Auch auf der Rückseite gibt es einige kleinere Unterschiede optischer Natur. So ist das rückwärtige Glas zu den Seiten hin stärker gebogen, was im Zusammenspiel mit der schicken "Phantomblau" genannten Farbe unseres Testgerätes für zusätzliche Spiegelungen sorgt. Solch spezielle Lichtbrechung verwendet Huawei seit dem Honor 8 als Stilmittel für Smartphone-Rückseiten. Sie macht das Modell zusätzlich interessant. Das Dual-Kamera-Modul ist waagerecht, beim P20 senkrecht angeordnet. Zudem schmückt das Huawei-Modell der Leica-Schriftzug, der dem geneigten Betrachter verrät, dass hier der deutsche Kameraspezialist seine Finger und vor allem sein Knowhow im Spiel hat. Beim Honor 10 im Test fehlt so ein Aufdruck, stattdessen verweist Honor mit dem "AI Camera"-Schriftzug auf die künstliche Intelligenz, die den Nutzer auch bei Fotos unterstützt.

Honor 10 | (c) Areamobile
Die Kamera steht leicht aus dem Gehäuse hervor

Die Verarbeitungsqualität des Honor 10 im Test ist hervorragend. Unregelmäßigen Spaltmaße gibt es nicht und die seitlichen Hardware-Tasten bieten hervorragende Druckpunkte und Tastenhübe. Beim Fingerabdrucksensor unter dem Display ist das anders, er ist nämlich vom Display-Glas der Front bedeckt und lässt sich entsprechend nicht erfühlen, geschweige denn drücken. Apropos Fingerabdrücke: Eine ganze Menge davon lagern sich früher oder später vor allem auf der Rückseite ab, die sieht dann schnell recht unansehnlich aus. Da hilft nur permanentes Putzen oder eine Schutzhülle.

Display-Größe und -Qualität

Honor 10 Display-Test | (c) Areamobile
Honor 10 Farbraum

Der Touchscreen des Honor 10 im Test ist 5,8 Zoll groß und bietet eine Auflöung von 2.240 x 1.080 Pixel. Damit unterscheidet er sich auf dem Papier nicht vom Vorbild Huawei P20, wohl aber bei der Darstellungsqualität. Angeblich handelt es sich beim IPS-LCD des Honor 10 um den Screen des Huawei P20 Lite, allerdings muss Honor da noch einmal Hand angelegt haben. Denn unser Messgerät sieht das Display des Honor-Modells kontrastreicher, dafür aber auch etwas leuchtschwächer als den Screen des P20 Lite. Auch die Darstellungsgenauigkeit ist bei Farbe, vor allem aber Graustufen klar schlechter. Das macht den Screen im Alltag zwar schlechter als das Display des deutlich teureren Huawei P20, unbrauchbar ist er aber noch lange nicht.

Honor 10 Display-Test | (c) Areamobile
Honor 10 Farbtreue| (c) Areamobile
Honor 10 Display-Test | (c) Areamobile
Honor 10 Graustufen| (c) Areamobile

Während des Tests zeigte sich der Bildschirm des Honor 10 als ausreichend leuchtstark und farbenfroh, vor allem die runden Ecken sehen hübsch aus. Die Blickwinkelstabilität ist ebenfalls sehr gut, Farbverfälschungen gibt es auch bei flachen Blickwinkeln nicht. Lediglich die Intensität ändert mit zunehmend flachem Winkel. Das gilt auch für eine leichte Abschattung, die aber kaum stört. Eine gesonderte Bemerkung verdient die Notch am oberen Display-Rand. Sie kann wie bei den P20-Modellen von Huawei per Software maskiert werden, dann wird der Bereich links und rechts der Notch mit einem schwarzen Balken versehen. Auch dann ist der Platz aber nicht verschenkt, denn Informationen wie der Ladezustand des Akkus oder Informationen zu verpassten Benachrichtigungen werden trotzdem innerhalb der schwarzen Maskierung eingeblendet. Schade: Ein Always-on-Display wie etwa beim Huawei P20 Pro gibt es nicht.

System: Hardware, Software und Bedienung

Die Technik, die Honor in sein aktuelles Topmodell einbaut, ist exquisit. Als Antrieb dient der Topchip von Huawei, der Kirin 970 mit acht bis zu 2,3 GHz schnellen Prozessorkernen und einer Mali G72 MP12 als GPU. Auch eine NPU (Neural Processing Unit) für Aufgaben der künstlichen Intelligenz beinhaltet der Chip. Der Kirin-Chip wird bei Huawei und Honor beinahe schon inflationär eingesetzt, er steckt nicht nur in den P20-Modellen, sondern auch im Honor View 10 und im Mate 10 Pro. Dieses Modell steht ohnehin wegen seiner durchaus ähnlichen Ausstattung in Konkurrenz zum neuen Honor 10, dazu aber später mehr. An Leistung mangelt es dem neuen Honor-Modell zumindest nicht, zusammen mit 4 GB RAM bringt es das Smartphone in Benchmarks auf sehr ordentliche Werte, die wie immer bei anderen Modellen mit dem Kirin 970 leicht hinter den Ergebnissen von Smartphones mit Snapdragon-845-Chipsatz von Qualcom liegen.

Honor 10 | (c) Areamobile
Auf Wunsch gibt's auch einen App-Drawer

Im alltäglichen Gebrauch fällt das aber nicht weiter auf. Hier reagiert das Honor 10 in den allermeisten Fällen direkt auf Eingaben, lädt Apps schnell und spult Animationen flüssig ab. Die Power, die sich in Benchmarks angedeutet hat, nimmt man dem Gerät bei typischer Nutzung sofort ab. Mit einer Ausnahme: Der Fingerabdrucksensor ist zu langsam. Wohl aus Gründen der Ästhetik und als Unterscheidungsmerkmal zum Huawei P20 verfrachtet Honor den Sensor beim Honor 10 im Test unter das Display-Glas, er ist also nur sicht-, aber nicht erfühlbar. Durch diese Abdeckung ist anstelle eines optischen Sensors eine andere Technik zwingend notwendig: Ultraschall. Sie bietet außer der Durchdringung von (dünnem) Material auch den Vorteil, dass feuchte oder in gewissen Grenzen sogar schmutzige Finger gescannt werden können.

Honor 10 | (c) Areamobile
Die Notch am oberen Display-Rand lässt sich maskieren

Der Nachteil: Derzeit ist diese Technik einfach noch spürbar langsamer, als bei ansonsten verwendeten Scannern in Smartphones. Der Geschwindigkeitsunterschied spielt sich zwar nur im Zehntelsekundenbereich ab, im Alltag ist das aber deutlich zu spüren. Es nervt einfach, eine geschlagene Sekunde auf Reaktion des Smartphones warten zu müssen. Wer sich jetzt wundert, was an einer Sekunde so lang sein soll, der muss es einfach selbst ausprobieren. Leider hat Honor nicht einmal alle Vorteile der Ultraschalltechnik ausgenutzt. Anstatt den Scanner irgendwo unsichtbar unter dem Screen verschwinden zu lassen, positioniert ihn das Unternehmen konventionell unterhalb des Screens. Damit verpasst der Hersteller eine Chance, sich wirklich vom Huawei P20 abzusetzen und verschlimmbessert ein bis dato funktionierendes Feature nur. Immerhin ist das Honor 10 in Europa das erste offiziell verfügbare Smartphone mit dieser Technik, auch wenn Hersteller Vivo sie im X20 Plus UD in Asien bereits seit Anfang des Jahres einsetzt.

Honor 10 | (c) Areamobile
Einiges an Bloatware - unnötig!

Die weitere technische Ausstattung ist weniger innovativ, sondern vielmehr zahllose Male erprobt - sie funktioniert daher verlässlich. Das Honor 10 gibt es in zwei Speichervarianten mit 64 und 128 GB, eine Erweiterungsmöglichkeit fehlt. Unverständlich, denn im Honor View 10 gibt es die - dort aber dann mit weniger internem Speicher. Wie bei Huaweis Topmodellen gibt es nur Bluetooth 4.2, was im Alltag aber kaum auffallen dürfte. WLAN ac mit 2,4 und 5 GHz ist hingegen ebenso mit an Bord des Honor 10 im Test, wie NFC, IR-Blaster und Dual-SIM-Funktion. Heute schon fast wieder eine Ausnahme bildet der Klinkenanschluss für herkömmliche Kopfhörer. LTE Cat-18 und A-GPS samt Unterstützung für Glonass und Beidou ist natürlich auch mit dabei.

Honor 10 | (c) Areamobile
Android 8 Oreo ist vorinstalliert

Leider verfügt das Smartphone zwar über USB-C zum Laden und für den Datentransfer, allerdings nur in USB-2.1-Geschwindigkeit. Daher beherrscht das Honor 10 auch Huaweis Easy-Projection-Modus nicht, bei der bei Anschluss an Fernseher oder Monitor per USB-C-zu-HDMI-Kabel eine spezielle Desktop-Ansicht bereitgestellt wird. Schutz vor eindringendem Wasser gibt es nicht, auch UKW-Radio und Stereo-Lautsprecher bietet das Honor 10 nicht. Der einzelne Lautsprecher klingt zwar sehr ausgewogen, ist aber etwas leise. Ein Headset fehlt im Lieferumfang.

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Kommentare & Erfahrungsberichte
  1. 26.05.18 18:19 jannis1980 (Newcomer)

    Ein tolles Smartphone, aber in dieser Preisklasse muss ein Telefon einfach wasserdicht sein.

  2. 26.05.18 20:33 Antiappler (Advanced Handy Profi)

    "Wie bei den meisten Smartphones auf dem Markt ist ein normaler Werktag ohne Nachladen bei normaler und auch intensiverer Nutzung möglich..."

    Einfach nur traurig, dass es in der heutigen Zeit Zeit nicht mal zu wenigstens 3 Tagen, geschweige mehr Tagen reicht. Und wasserdicht sollte wirklich sein, denn ein heftiger Regenguss kann einen schließlich immer mal ganz plötzlich überraschen, dann möchte ich keine Angst haben, dass mir mein Gerät absäuft.

  3. 26.05.18 23:46 IchBinNichtAreamobile.de (Advanced Handy Master)

    @Antiappler: Wenn du 3 Tage Nutzung willst, bezahlst du einfach weniger ... klingt komisch, aber Midrange und darunter sind die Laufzeiten nicht selten besser. Gerade bei der Midrange verliert man auch nicht nennenswert an Leistung. Aber natürlich muss ich noch die Einschränkung machen, dass die 3 Tage natürlich auch von der Nutzung abhängen, aber wenn dann erreichst du sie eher mit den günstigeren Modellen.

  4. 27.05.18 17:54 Karl Echle

    Auch Honor baut also sein erstes richtig hässliches Telefon. Schade .... und natürlich keiner Speichererweiterung..... aber Geschmäcker sind verschieden und kaufen muss ich es ja nicht.... habe Honor bisher gemocht, hoffe bloß, dass sieser Trend zur Displaykerbe nicht alle Geräte erfasst ....

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