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Autor: Stefan Schomberg 20.05.2018 - 11:15 | 1

Motorola Moto G6 Plus Testbericht

Testüberblick Motorola Moto G6 Plus

  1. Design, Anmutung, Display, Hardware und Software
  2. Kamera, Sprachqualität, Akkulaufzeit und Fazit
  3. 1 Lesermeinungen
Tops und Flops
  • Tops
  • Sehr schickes Design und tolle Verarbeitung
  • Gutes Display
  • Hohe Leistung
  • Dual-SIM + microSD
  • Ordentliche Kamera
  • Klasse Sprachqualität in HD
  • Sehr gutes Preis-Leistungsverhältnis
  • Flops
  • Herausstehende Kameraeinheit

Moto G6 Plus Test: Spitzen-Smartphone zum Mittelklasse-Preis

Motorolas Mittelklasse-Smartphones der G-Serie, denen der Ruf von Preis-Leistungs-Siegern anhaftet, gehen mittlerweile in die sechste Generation. Ob auch das Moto G6 Plus diesen Nimbus verdient, haben wir im Test des stärksten der drei neuen G-Serie-Smartphones untersucht.

Wer ein gutes und gleichzeitig günstiges Mittelklasse-Smartphone sucht, kann eigentlich immer auch ein Modell der G-Serie von Motorola in Betracht ziehen. Das Grundrezept des Herstellers ist hier immer das selbe: unverändertes und möglichst aktuelles Android, für gängige Smartphone-Anwendungen ausreichend leistungsfähige Hardware, ein paar smarte Software-Anwendungen, ein einfaches, aber gefälliges Gehäusesesign sowie ein vergleichsweise niedriger Preis - fertig ist ein Moto G. Wer Variation möchte, greift zu einer Plus- oder Play-Version. Etwa zum Moto G6 Plus für 299 Euro (UVP), das wir euch in diesem Testbericht ausführlich vorstellen.

Design und -Anmutung des Moto G6 Plus

Das Design der sechsten G-Generation ist gelungen: Die schwarze Front wird vom großen Display beherrscht, das Motorola im modernen 18:9-Format gewählt hat. Eine Notch gibt es nicht, das wäre bei dem recht großen Bereich unter dem Display auch überflüssig gewesen. Dort hat Motorola neben dem Hersteller-Schriftzug auch einen schmalen Fingerabdrucksensor untergebracht.

Motorola Moto G6 Plus | (c) Areamobile
Vorne ist das Moto G6 Plus eher unspektakulär

Die Ränder an den anderen Seiten des Displays sind zwar nicht übermäßig schmal, aber schmal genug für die Mittelklasse. Über dem Display implementiert Motorola zudem Telefonielautsprecher, Sensoren, Frontkamera und Front-Blitz - "verschwendet" wird hier also kein Millimeter. Hübsch: Die Ecken des Displays sind leicht gerundet. Das passt nicht nur gut zum Gesamt-Design, sondern sieht auch hochwertig aus. Das Display-Glas ist zu den Rändern hin minimal abgerundet, Motorola setzt also auf 2,5D-Glas. Einen Übergang zum ebenfalls abgerundeten Rahmen spürt man kaum, das wirkt ebenfalls sehr hochwertig. Dass der Rahmen des Moto G6 Plus im Test nur aus Kunststoff besteht, das eine spezielle NCVM-Beschichtung erhalten hat, merkt man erst, wenn man das Smartphone in die Hand nimmt. Bis dahin hält man ihn dank seiner schwach glänzenden Farbgebung für lackiertes Metall.

Motorola Moto G6 Plus | (c) Areamobile
Die Rückseite ist richtig edel!

Die Rückseite besteht wie von viel teureren Smartphones wie etwa einem Samsung Galaxy S9 gewohnt aus Corning Gorilla Glass, beim Motorola-Smartphone in Version 4, und sieht sehr hochwertig aus. Das liegt vor allem an der Formgebung der Rückseite. Sie weist zu den langen Rändern hin je eine starke Rundung auf, glänzt geheimnisvoll und spiegelt Licht nahezu verzerrungsfrei wider. Neben der hochwertigen Optik bietet die Formgebung des G6 Plus im Test noch einen anderen Vorteil: Die sanften Rundungen schmiegen sich toll an die Handinnenfläche an, entsprechend liegt das Smartphone sehr angenehm in der Hand.

Auf eine ebene Tischplatte drapiert präsentiert sich das G6 Plus hingegen fast wie der Wackelkandidat Huawei P20 Pro mit seinem asymmetrischen Kamera-Design. Schuld daran ist auch beim Moto G6 Plus die hervorstehende Kameraeinheit. Die ist im Hochformat zwar mittig platziert und das Handy könnte damit eigentlich halbwegs sicher auf flachem Untergrund liegen. Wegen der runden Kameraeinfassung ist die Kippgefahr aber gerade bei Bedienung an den Display-Rändern hoch. Sie nimmt zu, je weiter oben der Screen bedient wird.

Motorola Moto G6 Plus | (c) Areamobile
Moto G6 Plus: Kippelig auf dem Tisch wegen der runden, vorstehenden Kamera-Einheit

Der Rest der Rückseite ist nahezu schmucklos, hier spricht die elegante, glänzende Oberfläche mit ihrer geschwungenen Form für sich allein. Abgesehen von der auffälligen Einfassung der Dual-Kamera zieht lediglich ein Motorola-Logo noch Blicke auf sich. Bei Moto G6 und dem Plus-Modell ist es funktionslos, beim Play-Modell verbirgt sich darunter der Fingerabdrucksensor. Zum eleganten Schick des Moto G6 Plus im Test kommt auch eine nahezu perfekte Verarbeitung hinzu. Alle Spaltmaße fallen minimal und gleichmäßig aus, Lautstärkewippe und die geriffelte Power-Taste weisen optimalen Druckpunkt und Tastenhub auf. Auch der lange Kartenschlitten, der zwei SIM-Karten und zusätzlich eine microSD aufnimmt, schließt ordentlich ins Gehäuse geschoben bündig mit dem Rahmen ab. Besser geht es kaum.

Angst vor einem Regenguss muss man übrigens mit dem Moto G6 Plus nicht haben: Motorola verspricht dank p2i-Beschichtung Schutz vor Spritzwasser. Ins Wasser fallen sollte das Smartphone mangels IP67-Zertifizierung aber besser nicht.

Moto G6 Plus im Display-Test

Motorola Moto G6 Plus Displaytest | (c) Areamobile
Moto G6 Plus im CIE-Displaytest

Das Motorola Moto G6 Plus hat das größte Display der drei G6-Modelle. Der sogenannte Max-Vision-Screen misst 5,9 Zoll und bietet Full-HD-Plus-Auflösung, also 2.160 x 1.080 Pixel. Damit kommt das Plus-Modell auf eine Bildschärfe von 409 Pixel pro Zoll, das Moto G6 liegt dank gleicher Auflösung, aber mit 5,7 Zoll minimal kleinerem Display leicht vorn (424 PPI). An der Bildschärfe gibt es aber auch beim Plus-Modell nichts auszusetzen. Tatsächlich überzeugt die Darstellung mit einer sehr nah unter dem Gorilla Glass 3 positionierten Darstellungsebene und ordentlichen Helligkeits- und Farbwerten. Unser Messgerät bestätigte den guten subjektiven Eindruck und spuckte einen Kontrast von 914:1 und eine Helligkeit von fast 600 cd/m² aus. Auch Farbtreue und Darstellungsgenauigkeit bei Graustufen sind sehr gut.

Motorola Moto G6 Plus Displaytest | (c) Areamobile
Moto G6 Plus im Display-Test: Farbtreue
Motorola Moto G6 Plus Displaytest | (c) Areamobile
Motorola Moto G6 Plus im Display-Test:  Graustufen

Die bereits erwähnten runden Ecken des Screens unterstreichen den hochwertigen Eindruck des Displays zusätzlich. Passend dazu: die sehr gute Blickwinkelstabilität, die kaum eine Veränderung der Darstellung mit sich bringt, wenn der Betrachtungswinkel steiler wird. Der Touchscreen reagiert zudem sehr gut auf Eingaben und dank entsprechender Beschichtung verschmiert er nicht zu stark, und Finger gleiten problemlos darüber.

System: Hardware, Software und Bedienung

Das Moto G6 Plus ist das bestausgestattete Modell der G6-Reihe. Entsprechend verfügt es mit dem Snapdragon 630 nicht mehr wie die anderen beiden Modelle über einen Prozessor der Einstiegsklasse, sondern bereits über einen Chip der oberen Mittelklasse. Ihm stehen die stärkere Grafikeinheit Adreno 508 und 4 statt 3 GB RAM zur Seite. Die acht stärkeren, bis zu 2,2 GHz schnellen Kerne des Chips machen sich in Benchmarks klar bemerkbar, das Plus-Modell steht bei allen Tests im Vergleich mit den Geschwistermodellen an der Spitze. Dahinter folgt das Moto G6, das Play-Modell bildet das Schlusslicht.

Im CPU-Test Geekbench 4 zeigt das Moto G6 Plus im Vergleich zum schwächsten Vertreter der G6-Reihe fast doppelte Leistung, gleiches gilt für die Grafikeinheit im GFX-Bench. Die Leistung ist dabei sogar so gut, dass derzeit auch so gut wie alle Spiele auf dem Moto G6 Plus im Test weitestgehend flüssig laufen, auch sehr anfordernde wie "Asphalt 8" auf maximalen oder "PUBG" auf mittleren Details. Das gibt auch Aufschluss über die üblicherweise zu erwartende Leistung des Moto G6 Plus: Wenn schon 3D-Spiele flüssig laufen, dann ist das bei allen anderen gängigen Smartphone-Anwendungen meist auch nicht anders.

Motorola Moto G6 Plus | (c) Areamobile
Klasse: 2x SIM plus microSD

Tatsächlich begeistert das Mittelklasse-Smartphone bei täglicher Nutzung mit direkten Reaktionen und eher kurzen Ladezeiten, auch Hakler oder Ruckler sind im Normalfall nicht zu finden. Da grafisch schicke Spiele meist auch viel Speicherplatz benötigen, trifft es sich gut, dass im Plus-Modell nicht 32 GB wie bei den anderen beiden G6-Ausführungen auf Nutzung warten, sondern 64 GB. Etwa ein Viertel davon ist ab Werk belegt. Wer viele Fotos oder Videos speichern will, der darf zudem Speicherkarten mit bis zu 128 GB einsetzen - zusätzlich zu zwei Nano-SIM-Karten wohlgemerkt. LTE beherrscht das Moto G6 Plus im Download mit Cat 13 (bis 400 mBit/s), im Upload mit Cat 5 (75 mBit/s), außerdem WLAN ac auf den beiden Frequenzen 2,4 und 5 GHz. Hinzu kommt Bluetooth 5.0, NFC, A-GPS mit zusätzlicher Glonass-Unterstützung, USB C 2.0, Klinkenanschluss und sogar ein UKW-Radio. Ein für den Radioempfang benötigtes Headset, das als Wurfantenne dient, ist allerdings nicht im Lieferumfang - stattdessen gibt es eine transparente Schutzhülle mit dazu.

Motorola Moto G6 Plus | (c) Areamobile
Browser des Motorola Moto G6 Plus

Der vorn eingebaute Fingerabdrucksensor funktioniert schnell und zuverlässig, er erweitert dank zusätzlicher Gesten sogar die Bedienung des Moto G6 Plus. So lässt sich das Smartphone damit nicht nur entsperren oder ein Bezahlvorgang verifizieren. Zusätzlich kann das Smartphone auf diesem Weg auch wieder gesperrt werden, ein Wisch nach links ersetzt die Zurück-Taste, ein Wisch nach rechts führt zu den kürzlich verwendeten Apps. Solche Erweiterungen der aufgeräumten Nutzeroberfläche, die über Android 8.0 Oreo liegt und größtenteils unverändert von Vanilla-Android stammt, gibt es immer wieder - die meisten davon werden Nutzer vermutlich durchaus als sinnvoll ansehen.

Da ist etwa das Always-on-Display, das eigentlich nicht so heißen dürfte, da es nur aktiviert wird, wenn das Smartphone etwa vom Tisch angehoben wird. Oder die Schüttelgeste, mit der die Kamera-App direkt gestartet werden kann. Alternativ startet eine Hack-Bewegung auch die Taschenlampenfunktion des Dual-LED-Blitzes auf der Rückseite. Der Nicht-Stören-Modus wird aktiviert, indem das Smartphone auf das Display gelegt wird. Und per Gesichtserkennung lässt sich das Moto G6 Plus entsperren - zumindest bei gutem Licht. Nach wie vor wird aber vor dieser Methode der Handysicherung mangels Verlässlichkeit gewarnt.

Der Sound ist mit ordentlichen Kopfhörern dank Dolby Audio ausreichend klar und druckvoll. Auf den Mono-Lautsprecher, der gleichzeitig auch als Telefonielautsprecher dient, passen die Attribute laut und klar hingegen besser.

Motorola Moto G6 Plus | (c) Areamobile
Der Fingerabdrucksensor funktioniert hervorragend und erweitert die Bedienung

Etwas enttäuschend ist im Test des Moto G6 Plus, dass derzuletzt installierte Sicherheits-Patch von März stammt. Mitte Mai dürfte ruhig wenigstens das April-Update eingetroffen sein - schnelle Updates und lange Versorgung mit Sicherheits-Patches sind schließlich Versprechen, mit denen Motorola bei Kunden zu punkten versucht. Dazu gehört auch ein Update-Versprechen für das Moto G6 Plus auf Android 9.0 P.

Ein Kuriosum auf dem Moto G6 Plus ist das ab Werk deaktivierte und als Beta-Version gekennzeichnete Moto Sprache - dem hauseigenen Sprachassistenten von Motorola. Wer darüber zuerst in den Einstellungen unter Bedienungshilfen stolpert, der wird wohl mangels Informationen zur Nutzung schnell das Handtuch werfen. Eingerichtet und eingestellt werden muss Moto Sprache nämlich wie immer über die Moto-App - ebenso wie Moto Key, mit dessen Hilfe man sich per Fingerabdruck statt Passwort auf Websites anmelden und seinen Windows-Rechner entsperren und zusätzliche Moto Actions aktivieren kann. Die Frage ist allerdings, warum man Moto Sprache nutzen sollte, denn der wesentlich umfangreichere Google Assistant ist schließlich auch verfügbar. Wer Moto Sprache einmal gebeten hat, Katzenvideos abzuspielen, der wird zudem schnell zum bekannten Google-Pendant greifen - probiert es aus, das Ergebnis ist etwas pikant.

Motorola Moto G6 Plus | (c) Areamobile
Android 8 ist drauf, Android 9 ist versprochen

Wirklich schade, was der Hersteller aus seinem Sprachassistenten gemacht hat. Schließlich war Motorola mit dem Moto X der erste Hersteller, der dank Moto Sprache das Aufwecken des Smartphones mit der Stimme erlaubte. Was damals ein Alleinstellungsmerkmal war, kann heute nahezu jedes Smartphone, häufig noch besser.

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  1. Design, Anmutung, Display, Hardware und Software
  2. Kamera, Sprachqualität, Akkulaufzeit und Fazit
 
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Kommentare & Erfahrungsberichte
  1. 21.05.18 02:26 xPandamon (Youngster)

    Die Kamera sieht überraschend gut aus. Allerdings muss ich zugeben dass mein XZ1C auch echt schlechte Fotos macht, solange man nicht alles manuell einstellt. Vielleicht kann Motorola mit dem nächsten High-End-Modell ja wieder was reißen.

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