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Autor: Tobias Czullay 27.05.2018 - 12:32 | 0

Xiaomi Mi Mix 2s Testbericht

Testüberblick Xiaomi Mi Mix 2s

  1. Xiaomi Mi Mix 2S: Design, Display und Software
  2. Xiaomi Mi Mix 2S Test: Kamera, Akku-Laufzeit und Fazit
  3. 0 Lesermeinungen
Tops und Flops
  • Tops
  • Schickes Design, tolle Verarbeitung
  • Nützliche Software-Features
  • Qi-Unterstützung
  • Sehr gute Performance
  • Flops
  • Durchschnittliche Dual-Kamera
  • Kein Klinkenanschluss, kein Headset im Lieferumfang

Xiaomi Mi Mix 2S im Test: Randlos glücklich

Die erste Version des Xiaomi Mi Mix machte als erstes Smartphone mit Randlos-Bildschirm machte vor anderthalb Jahren noch von sich reden, das neue Mi Mix 2S hat es gegen die aktuelle Konkurrenz mit Fullscreen-Displays schon schwerer. Im Test schauen wir uns das Xiaomi-Smartphone deshalb ganz genau an.

Xiaomi Mi Mix 2S | (c) Areamobile
Xiaomi Mi Mix 2S im Test

Gerade einmal ein halbes Jahr nach dem Release des Mi Mix 2 schiebt Xiaomi eine technisch überholte Version hinterher. Das neue Mi Mix 2S hat einen aktuellen Highend-Prozessor, mehr Arbeitsspeicher, eine Dual-Kamera und KI-Funktionen spendiert bekommen und ist damit mehr als nur ein lauwarmer Aufguss. Im Test schauen wir uns an, was wirklich in dem China-Boliden steckt.

Gehäuse-Design und -Verarbeitung

Gegenüber dem Vorgänger hat Xiaomi nur wenige Änderungen am Design des Mi Mix 2S vorgenommen. Wie schon die ersten zwei Mi-Mix-Smartphones hat auch das neue Modell am Kopfende und an den Längsseiten einen sehr schmalen Rahmen um den Bildschirm, das Fußende ist etwas breiter. Der Rahmen besteht aus Metall, die Rückseite aus Keramik. Im Vergleich zu Glas ist Keramik resistenter gegen Kratzer, wenngleich nicht unbedingt sicherer vor Bruchschäden. Tatsächlich können wir zum Ende dieses Tests nicht einen einzigen Kratzer feststellen - zimperlich sind wir mit dem Mi Mix 2S aber auch nicht umgegangen.

Xiaomi Mi Mix 2S | (c) Areamobile
Das Mi Mix 2S hat unten einen etwas breiteren Rahmen
Xiaomi Mi Mix 2S | (c) Areamobile
Die Keramikrückseite erinnert an Glas
Xiaomi Mi Mix 2S | (c) Areamobile
Der Rahmen besteht aus Metall

Die Keramik-Oberfläche spiegelt stark und erweckt durch die dunkle Farbe ein wenig den Eindruck von Metall. Das sieht edel aus und gefällt uns richtig gut. Zumindest so lange, bis wir das Smartphone in die Hand nehmen, denn wie bei herkömmlichen Glas-Rückseiten bleiben Fingerabdrücke und Schmierer daran haften und lassen das Mi Mix 2S schnell etwas schmuddelig wirken. Auch die Haptik ist wie bei Glas,  glücklicherweise aber nicht mehr so rutschig wie noch beim ersten, deutlich größeren Mi Mix. In den Rücken des Mi Mix 2S ist ein runder Fingerabdrucksensor eingelassen, genau auf der richtigen Höhe und dank der leichten Einkerbung gut für den Zeigefinger zu erfühlen.

Xiaomi Mi Mix 2S | (c) Areamobile
Das Display reicht fast bis ans Ende
Xiaomi Mi Mix 2S | (c) Areamobile
Die Dual-Kamera ragt aus dem Gehäuse heraus

Rechts im Rahmen befinden sich der Power-Knopf und die Lautstärkewippe, die jeweils mit ausgezeichneten Druckpunkten aufwarten. Ohnehin ist das Xiaomi-Smartphone hervorragend verarbeitet und wirkt an allen Ecken und Enden hochwertig, dazu trägt unter anderem das recht hohe Gewicht von fast 190 Gramm bei. Ein wenig getrübt wird der gute Eindruck vom Äußeren des Smartphones allerdings von der Kamera, die auch im Vergleich zum Mi Mix 2 einfach deplatziert aussieht. War beim Vorgänger das einzelne Objektiv noch bündig und über dem Fingerabdrucksensor verbaut, lässt Xiaomi die Dual-Kamera nun links auf einem Podest aus dem Rücken heraus ragen. Dadurch kippelt das Mi Mix 2S auch auf dem Tisch.

Im Vergleich zu den Top-Smartphones anderer Hersteller bietet das Xiaomi-Flaggschiff keinen Wasser- und Staubschutz, zudem fehlt ihm der Kopfhöreranschluss. Ein USB-C-auf-Klinke-Adapter liegt dem Lieferumfang bei, ein Headset leider nicht.

Display-Größe und -Qualität

Der IPS-Bildschirm des Mi Mix 2S ist 6 Zoll groß. Bei einem Seitenverhältnis von 18:9 werden 2.160 x 1.080 Pixel dargestellt, das ergibt gute 403 PPI. Jede der vier Display-Ecken ist abgerundet. Die Anzeige gefällt mit knackigen Farben, der sRGB-Farbraum wird mehr als abgedeckt und Abweichungen halten sich mit durchschnittlich 3,7 Delta-E auf einem guten Niveau. Die Messwerte für Kontrast (820:1) und Helligkeit (480 cd/m²) sind eher mittelmäßig, unterm Strich hinterlässt der Bildschirm des Mi Mix 2S aber trotzdem einen guten Eindruck. Die Blickwinkel könnten allerdings etwas stabiler sein, schon bei wenig Neigung büßt das Display sichtbar Leuchtkraft ein.

Xiaomi Mi Mix 2S Display-Test | (c) Areamobile
CIE-Farbdiagramm

System: Hardware, Software und Bedienung

Im Xiaomi Mi Mix 2S steckt Qualcomms Superchip Snapdragon 845, der je nach gewählter Speicherkonfiguration über 6 GB oder sogar 8 GB RAM verfügen kann. Wir haben das Modell mit 6 GB RAM und 64 GB Festspeicher für den Test erhalten. Wie bei den Vorgängern ist eine Erweiterung des Speichers per microSD-Karte nicht vorgesehen, das sollte vor dem Kauf berücksichtigt werden. Die Leistung des Snapdragon 845 bedarf eigentlich keiner Erläuterung, für Android-Smartphones gibt es derzeit keinen schnelleren Prozessor.

Im AnTuTu-Benchmark schneidet das Mi Mix 2S aber überraschend schlecht ab, der in mehreren Durchläufen ermittelte Punktestand von 180.000 liegt deutlich hinter den vom Hersteller beworbenen 270.000 Punkten und ähnlichen Smartphones mit Snapdragon 845. Hier tippen wir auf einen Software-Fehler, anmerken tut man dem Mi Mix 2S dieses "schwache Ergebnis" nämlich nicht. Auch der Geekbench-Test liegt mit einem Single-Core-Wert von 2.139 und 7.611 für Multi-Core schon eher auf dem Niveau der Konkurrenz - wenn auch leicht hinter einem Sony Xperia XZ2.

Für den Alltagseinsatz sind so schnell folglich keine Engpässe zu erwarten, das Smartphone reagiert auf den Fingertipp und zeichnet das installierte MIUI mit butterweichen Animationen. Auch anspruchsvollere Spiele stellen keine Herausforderung für den Prozessor und den Adreno-Grafikchip dar - sofern sie denn auch installiert werden können. Denn für den Test steht uns nur die Version des Mi Mix 2S zur Verfügung, die mit einer chinesischen Firmware bespielt ist. Sie lässt sich zwar auch auf Englisch einstellen, viele Apps werden dann allerdings nicht übersetzt. Noch größer ist aber eine andere Einschränkung: Es gibt keine Google-Dienste und damit auch keinen Play Store. Ein offizielles Global-ROM, das nachträglich auf dem Mi Mix 2S aufgespielt werden könnte und die uns gewohnten Komfortfeatures nachliefert, gibt es von Xiaomi zum Zeitpunkt dieses Tests noch nicht.

Xiaomi Mi Mix 2S | (c) Areamobile
Xiaomi Mi Mix 2S

Und auch wenn die Verlockung groß sein mag, das Mi Mix 2S schon jetzt mit China-ROM zu kaufen, sprechen einige Punkte dafür, noch auf die Version mit mehrsprachiger Firmware und vorinstallierten Google-Diensten zu warten. Zum einen erfordert selbst die nachträgliche Installation des Play Store und anderer Google-Anwendungen ein gewisses Know-How, die Datenpakete einfach von Webseiten wie APKMirror herunterzuladen und zu installieren funktioniert bei einigen kritischen Diensten nicht. Zum anderen dürften viele Besitzer des chinesischen Mi Mix 2S mit Erscheinen des Global-ROM auch darauf umsteigen wollen - und auch hierzu ist neben einer längeren Wartezeit für den Bootloader-Unlock eine gewisse Kenntnis über das Flashen einer neuen Firmware nötig. Alternativen für den Betrieb des chinesischen Mi Mix 2S sind die Installation eines Custom-ROM - beispielsweise der offiziellen Beta-Version von Android P - oder die Nutzung eines alternativen App-Store wie F-Droid.

Xiaomi Mi Mix 2S Screenshot | (c) Areamobile
Der Homescreen
Xiaomi Mi Mix 2S Screenshot | (c) Areamobile
Der "App-Vault"
Xiaomi Mi Mix 2S Screenshot | (c) Areamobile
Multitasking

Nach der Installation einer angemessenen Tastatur wie Gboard und eines Browsers mit Google-Suchfunktion lässt sich das Mi Mix 2S an sich schon ganz gut nutzen, viele Standard-Apps wie Kamera, Galerie, Kalender, Taschenrechner und ein Dateimanager sind schließlich schon vorinstalliert. Sogar die Office-Suite von Microsoft findet sich auf dem Speicher des Smartphones. Zwar ist auch die Anzahl der Apps groß, die für deutsche Nutzer nicht relevant sein werden - immerhin lassen sich auch einige davon löschen. Auch der auf dem Mi Mix 2S vorinstallierte Sprachassistent Mi AI spielt für europäische Besitzer keine große Rolle, er versteht Sprachbefehle nur auf Chinesisch.

Xiaomi Mi Mix 2S Screenshot | (c) Areamobile
In den Second Space wird über die Benachrichtigungszeile gewechelt
Xiaomi Mi Mix 2S Screenshot | (c) Areamobile
Der "Mi AI" Assistent funktioniert nur auf Chinesisch

Xiaomis MIUI-Betriebssystem basiert auf Android 8.0 Oreo, es wurde optisch aber recht stark abgewandelt. Wer allerdings schon einmal ein Android-Smartphone genutzt hat, der wird sich auch auf dem Mi Mix 2S zurecht finden. Der grundlegende Aufbau und die Bedienung ist gleich: Es gibt einen Homescreen für die Apps (ohne App-Drawer), unten ist die Navigation und oben die zur Benachrichtigungszentrale ausklappbare Statusleiste. Links neben dem Startbildschirm findet sich natürlich nicht Google Now, sondern der sogenannte "App Vault", in dem unter anderen Abrisse aus dem Kalender und Notizen oder eine Eingabeleiste für die lokale und (Baidu-)Internetsuche angezeigt werden. Was im Vault angezeigt wird, lässt sich nach Belieben verändern - in den Einstellungen kann er auch ganz ausgeschaltet werden.

Xiaomi Mi Mix 2S Screenshot | (c) Areamobile
Die Navigation lässt sich auch auf Gesten ändern
Xiaomi Mi Mix 2S Screenshot | (c) Areamobile
Die verschiedenen Gesten erklärt

Um die Vorzüge des großen Bildschirms voll auszukosten, bietet der Hersteller dem Nutzer eine Möglichkeit an, die Android-typischen Navigationsknöpfe am Bildschirmrand auszublenden und vollständig auf eine Gestensteuerung zu wechseln. Sie funktioniert ähnlich wie beim iPhone X: Kurzes Wischen von unten nach oben führt zum Homescreen zurück, Wischen und Halten öffnet die Multitasking-Ansicht. Vom linken oder rechten Bildschirmrand in die Mitte zu wischen führt einen Schritt zurück. Leider kann bei eingeschalteter Gestensteuerung der Einhandmodus nicht genutzt werden, der sich bei der Größe des Mi Mix 2S ja ebenfalls anbietet: Um die Anzeige zu verkleinern, muss nämlich über die Navigationsknöpfe gewischt werden. Auch einige Schnellzugriffe entfallen dann, die sich in den Einstellungen durch längeres Drücken oder Kombination von Tasten für das Starten der Taschenlampe, Öffnen des Splitscreen-Modus oder andere Aktionen definieren lassen.

Wirklich praktisch ist Xiaomis Dual-App-Funktion. Damit lässt sich eine App auf Knopfdruck klonen und in zwei voneinander unabhängigen Instanzen benutzen. Das ist besonders nützlich in Anwendungen, bei denen ein Account-Login nötig ist - Social-Media-Apps können so beispielsweise mit zwei verschiedenen Konten parallel genutzt werden, ein geklonter Browser dank Splitscreen-Modus zeitgleich in zwei Fenstern. Ein ebenfalls ungemein tolles Feature ist "Second Space". Damit wird ein zweiter Nutzerbereich mit eigenem Homescreen, App-Installationen und Einstellungen angelegt, der auf die Daten des ersten keinen direkten Zugriff hat. Die Bereiche lassen sich - wie übrigens auch einzelne Apps - per Passwort absichern, wodurch sich der "Second Space" hervorragend dazu eignet, die private und für den Beruf relevante Daten auf ein und demselben Smartphone herumzuführen. Das i-Tüpfelchen ist die Dual-SIM-Funktion des Mi Mix 2S.

Xiaomi Mi Mix 2S Screenshot | (c) Areamobile
Schnellzugriffe über Tastenkombinationen
Xiaomi Mi Mix 2S Screenshot | (c) Areamobile
Dual-Apps im Splitscreen
Xiaomi Mi Mix 2S Screenshot | (c) Areamobile
Das Mi Mix 2S hat auch eine Gesichtserkennung

Als Sicherheitslösung bietet Xiaomi eine Gesichtserkennung an, die aber schon bei der Einrichtung als nicht besonders sicher dargestellt wird. Einmal eingestellt, funktioniert das Entsperren des Smartphones auch aus einer Armlänge Entfernung oder wenn es dabei auf dem Tisch liegen bleibt. Unvorteilhaft ist da die Position der Frontkamera unten rechts im Rahmen, die auch gerne vom Handballen verdeckt wird - mehr dazu weiter unten. Wer kein Passwort oder Muster nutzen möchte, der kann das Mi Mix 2S auch über den schnellen und zuverlässigen Fingerabdrucksensor sichern.

Die Lautsprecher des Mi Mix 2S sind gut, aber nicht überragend. Zwar verbaut Xiaomi im Smartphone Stereo-Lautsprecher - einer sitzt in der Hörmuschel, der andere strahlt am Fußende nach unten ab -, einen besonders vollen oder gut definierten Klang liefern sich aber nicht. Wohl aber lassen sie sich sehr laut aufdrehen und geben dann den Sound auch ohne störende Verzerrungen wieder. Sehr gut klingen Musik oder Filme über einen angeschlossenen Kopfhörer, selbst bei Nutzung des USB-C-Adapters.

Detailseiten zum Testbericht
  1. Xiaomi Mi Mix 2S: Design, Display und Software
  2. Xiaomi Mi Mix 2S Test: Kamera, Akku-Laufzeit und Fazit
 
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