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Autor: Markus Goebel | 06.01.2009 - 15:16 | (16)

Handyhersteller Openmoko zieht traurige Zwischenbilanz

Der Geschäftsführer des Handyherstellers Openmoko, der den Mobilfunkmarkt mit frei programmierbaren Linux-Geräten aufmischen wollte, warnt vor der Zukunft. Die Qualität der Produkte sei nicht auf Weltniveau und die Zeit wird langsam knapp.

Handyhersteller Openmoko zieht traurige Zwischenbilanz

Der Handyhersteller Openmoko zieht eine ernüchternde Bilanz seiner bisherigen Arbeit. "Wir sind eine sehr kleine Firma", sagte Geschäftsführer Sean Moss-Pultz in einem Interview auf der offiziellen Mailingliste der offenen Handyplattform. "Die Verkäufe (bisher ungefähr 10.000 Stück) reichen gerade mal zum Überleben." Vor zwei Jahren war Openmoko angetreten, um den Mobilfunkmarkt mit Linux-Geräten aufzumischen, die komplett frei sind. Auf den Smartphones Neo 1973 und Neo Freerunner kann man beliebig Software installieren wie auf einem PC, einen eigenen Kernel kompilieren oder neue Treiber programmieren. Damals rechneten sie noch mit der Auslieferung von 100.000 Stück pro Monat.

neo1973 front weiß schwarz

OpenSource-Smartphone Neo1973

Inzwischen hat Openmoko auch alle Schaltpläne veröffentlicht und selbst die CAD-Dateien für das Gehäuse sind frei verfügbar, so dass andere Unternehmen daraus ohne Lizenzgebühren eigene Smartphones entwickeln könnten, die ganz anders aussehen. Selbst das Google-Betriebssystem Android wurde auf Openmoko-Geräten zum Laufen gebracht und die kanadische Firma Koolu will solche Handys noch in diesem Quartal in den Handel bringen. Der Handytest von Areamobile.de hat aber vor allem eines gezeigt: Die bisherigen Openmoko-Handys sind extrem schwer zu bedienen und nur für Experten geeignet. Die Nutzer müssen selbst für einfachste Aufgaben kryptische Linux-Befehle eingeben.

Mit ihnen lassen sich die Geräte bis in die tiefsten Ebenen selbst programmieren, so dass "Unkundige auch einiges vermurksen können", schrieb unser Tester Stefan Adolf. Doch die frohe Botschaft von so viel Freiheit konnte sich bisher auf dem Markt kaum durchsetzen. Wenn man nicht gerade mit Software-Entwicklern redet, dann würden die meisten Leute sagen, dass heute das iPhone oder das T-Mobile G1 die offensten Handys sind, sagt Sean Moss-Pultz. Man könne Apple oder Google aber nicht einholen, sagt der Openmoko-Geschäftsführer selbstkritisch, und die Qualität der eigenen Produkte sei nicht auf Weltniveau. Die Zeit läuft ab für Openmoko, warnt er und fordert einen grundlegenden Wandel.

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Kommentare
  1. 11.01.09 12:58 Christoph Pulster - info (Gast)

    Wir bieten den Openmoko Freerunner nun fuer 249 EUR
    an.
    [url]www.pulster.de[/url]

    Christoph Pulster

  2. 07.01.09 12:00 Anonymous (Gast)

    Die Optik stimmt nicht. Die in der News abgebildeten Geräte sind zum davonlaufen
    hässlich.

  3. 07.01.09 11:28 Anonymous (Gast)

    @Slappi
    Ich verwende Linux damit ich mich nicht Windows quälen muss. Es ist
    immer Ansichtssache. Ich verwende die Konsole auch nur dann, wenn sich damit
    etwas effektiver erledigen lässt. Und dann ist das definitiv bequemer als eine
    GUI.

    OpenMoko hat als Ziel auch nicht, dass sich die Benutzer ihren Kernel
    selber kompilieren muss. Abgesehen davon, muss man das bei Linux schon seit
    Jahren nicht mehr, aber man kann, wenn man will. Ziel war, ein
    konkurrenzfähiges, offenes OS zu entwickeln. Das steht nicht im Gegensatz zu
    Benutzerfreundlichkeit. Allerdings ist OpenMoko zum jetzigen Zeitpunkt noch
    nicht reif für die Masse.

    Von den Grundlagen ist OpenMoko nicht anders als
    Android. Wenn die Entwicklung zügiger voran geschritten wäre, könnte das jetzt
    auch jeder Hansel bedienen. Warum hätte man dann nicht 100000 Stück pro Monat
    verkaufen können?

  4. 07.01.09 10:41 the_black_dragon (Advanced Handy Master)

    @Slappi
    doch es könnte werden. lass ein paar hobbyprogrammierer verschiedene
    BSY versionen für jeden anspruch basteln und kompilieren, eins für multimedia,
    eins für games, eins für news, eins für office, etc und dann die käufer
    aussuchen was sie haben wollen. dann wäre das ein handy für die masse und für
    die leute die den optimalen umfang für ihre bedürfnisse brauchen. das wäre so
    einfach mit dieser grundlage...

  5. 07.01.09 08:50 Slappy (Gast)

    Lol... 100.000 Stück pro Monat ?

    Es war doch von Anfang an klar, dass solche
    Geräte nicht für die breite Masse sein können. Schon am Desktop ist vielen Linux
    noch zu unbequem. Warum sollte sich Lieschen Müller mit Linux und Console
    quälen, wenn es zig andere Handys von anderen Herstellern gibt, die einfacher
    bedienbar sind. Die meisten wollen weder Kernel noch sonstwas
    kompilieren.

    Für Entwicklicher und Linuxbegeisterte sicher eine feine Sache -
    aber ich hätte auch schon vorher sagen können, dass das niemals 100.000 im Monat
    werden können.

  6. 07.01.09 08:11 the_black_dragon (Advanced Handy Master)

    Hoffentlich nicht...
    ich hoffe auch dass keine weiteren Smartphone
    betriebssysteme raus kommen...
    warum? das kann ich sagen... wenn wir nachher an
    die 10, 20, 30 verschiedene OS auf den geräten haben geht das ja wieder los dass
    man sich dumm und dämlich sucht wenn man ein bestimmtes prog für sein gerät
    will. sollen die sich auf die 3 (ok 4 wenn man MAC OSX mitrechnet) aktuellen
    WinMob, Android, Symbian festsetzen und gut. ich seh jetzt schon schwarz was das
    Nova von Palm angeht. entweder das wird nen griff ins leere für Palm oder die
    programmierer brauchen für portierungen noch länger und ich muss noch länger auf
    gute software warten...
    sollen sie symbian als einsteiger smartphone OS nehmen,
    WinMob eben als Professionelles Business OS und Android als offenes
    programmierfreundliches multimedia BSY und gut. Apple lass ich mal aussen vor da
    die mit ihren eigenentwicklungen eh nur zu sich selbst kompatibvel sind...

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