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Autor: Markus Goebel | 30.01.2009 - 11:14 | (9)

Trauerspiel Wimax: Deutscher Anbieter soll Lizenz zurückgegeben haben

Die Funktechnik Wimax startete vor einigen Jahren als Alternative für die Breitband-Internetzugänge per DSL und UMTS. Damals zeichnete sie den Festnetz- und Mobilfunkanbietern Sorgenfalten auf die Stirn, weil neue Konkurrenz drohte. Jetzt steigen immer mehr Firmen aus dem Wimax-Geschäft aus.

Trauerspiel Wimax: Deutscher Anbieter soll Lizenz zurückgegeben haben

Der 3G-Funktechnik Wimax ist bisher nur ein schlechter Start in den Markt gelungen. Vor einem Jahr hatte Areamobile.de die ersten Ansätze noch begeistert beschrieben. Seitdem hat sich nur wenig entwickelt, und jetzt häufen sich die schlechten Nachrichten. In Deutschland soll der Telekommunikationsanbieter Televersa aus Landshut bereits wieder aus dem Geschäft aussteigen. Es wird berichtet, dass er seine Lizenz zum Betrieb von Wimax-Stationen an die Bundesnetzagentur zurückgegeben hat. Vor zwei Jahren hatte das Unternehmen die Lizenz für Niederbayern und die Oberpfalz ersteigert, um funkbasierte Internetanschlüsse in Gebieten anzubieten, die kein DSL bekommen können.

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PCMCIA-Karte für Wimax von Alvarion | Foto: Areamobile.de

Seitdem hatte Televersa über 100 Basisstationen für Wimax aufgebaut, doch nicht alle Kunden waren mit dem Service zufrieden. Es gab viele Berichte über Verbindungsabbrüche und Totalausfälle, die versprochenen Bandbreiten für den Internetzugang wurden selten erreicht. Der Bürgermeister der oberpfälzischen Gemeinde Pösing, Edmund Roider, hatte Televersa sogar die Werbung in seinem Ort verboten, weil sie ihre Versprechen über den Netzausbau nicht erfüllt hätten. Auch international ist Wimax bisher keine Erfolgsgeschichte.

In Australien hat die Firma Buzz Broadband ihre Netze wieder abgeschaltet, weil "die Technik eine Katastrophe" ist. Der Chip-Hersteller Intel musste gerade 1,1 bis 1,2 Milliarden Dollar Verlust bei seinen Beteiligungen bekanntgeben, obwohl er nur 50 Millionen erwartet hatte. Einen großen Teil des Geldes verbrannte der Wimax-Anbieter Clearwire, der schon 2006 mit 900 Millionen Dollar von Intel und Motorola gerettet werden musste. Für die neuen Netze von Clearwire gibt es kaum interessante Endgeräte. Die meisten sind PCMCIA-Karten für den Laptop, und jetzt hat auch noch Nokia die Produktion seiner Wimax-Variante des Internet Tablet N810 eingestellt. Die Firmen sind wieder einmal am Henne-Ei-Problem verzweifelt. Nokia konnte nicht genügend Wimax-Tablets verkaufen, weil sein Vertragspartner zu wenig Kunden hat. Doch Clearwire kann nur schwer neue Nutzer für seine mobilen Internet-Zugänge gewinnen, wenn sie nur wenige attraktive Geräte anbieten können. Die elegante Wimax-Variante des HTC Touch HD verwendet bisher höchstens der Betreiber Scartel in Russland. Den nächsten Sargnagel für Wimax schlägt der kanadische Netzwerkausrüster Nortel ein. "Das coolste Gerät, das man sich zur Zeit vorstellen kann, wäre ein iPod Touch mit WiMAX", schwärmte Elie Bensaci, WiMAX-Produktmanager von Nortel, noch auf dem Broadband World Forum 2007. Jetzt droht der Firma die Pleite. Nortel hat Gläubigerschutz beantragt und sich aus der Herstellung von Wimax-Technik zurückgezogen. Wenn immer mehr Endgeräte-Hersteller und Netzwerkausrüster aussteigen, dann können die neuen Wimax-Anbieter nie das Rennen gegen die etablierten Mobilfunkunternehmen gewinnen. Firmen wie T-Mobile oder Vodafone setzen auf den Konkurrenzstandard LTE.

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Kommentare
  1. 02.02.09 10:28 Anonymous (Gast)

    Ich schaetze Televersa hat noch auf den alten 16d (fixed WiMAX) Standard
    gesetzt.
    In US und Russland verwendet man das neuere und wesentlich
    weitereintwickelte mobile WiMAX 16e.
    Der grosse Vorteil von WiMAX gegenueber
    HSDPA/UMTS ist, dass die Netwerkinfrastruktur IP basiert ist. Das bringt
    Koseneinsparungen bei Leitungen und Equipment.
    LTE beteutet einen kompletten
    Austausch der Basisstationen gegenueber HSDPA/UMTS. Warum da billiger als WiMAX
    sein soll kann ich nicht verstehen. Ich schaetze das LTE Endgeraete mindestens
    drei Jahre Rueckstand auf WiMAX Endgerate haben.
    WiMAX hat nur das Pech, dass
    es gerade in einer Rezessionsphase auf den Markt kommt.

  2. 30.01.09 18:12 Anonymous (Gast)

    Naja, in den USA funtioniert WIMAX. Dort sind ganze Landstriche vernetzt und ich
    kann dort (in meinem Fall der Bundesstaat Washington) nicht im Ansatz die
    Probleme finden die wir hier in Bayern hatten / haben.
    Ganz so erfolglos wie
    oben beschrieben ist die Technik jedenfalls nicht.

  3. 30.01.09 14:16 Anonymous (Gast)

    Da wohnt man schon in Niederbayern und gurkt mit DSL100 rum, hat dann Hoffnungen
    an Wimax gesetzt weil man zufällig mal in seinem Loch neue und "schnelle"
    Technik bekommt und schwupps wirds abgesetzt -.-

  4. 30.01.09 13:35 SchnellerSurftsSichBesse (Gast)

    Das bedeutet aber auch, dass WIMAX oder LTE nicht zwangsläufig schnelleres
    mobiles Internet für den einzelnen bedeutet. Eine LTE-Station ist günstiger als
    UMTS/HSDPA und deckt mehr Fläche ab. Mehr Fläche bedeutet aber auch, dass sich
    mehr Leute eine Zelle teilen müssen. Bei steigendem Datentransfer läuft es dann
    doch effektiv wieder nur auf einigen hundert KBit pro Nutzer hinaus - mit
    Glück...

  5. 30.01.09 12:12 Anonymous (Gast)

    Ich Stimme dir durchauch zu das 7 mbit für einen User jetzt und in naher zukunft
    voll ausreichen. Das Problem ist nur das ein Sendemast in der Regel für alle
    Teilnehmer zusammen nur 7 mbit zur verfügung stellen kann und deswegen ein neuer
    Mobilfunktstandart her muss weil HSDPA nicht wirklich für die masse zu
    gebrauchen ist da es schon bei der momentan recht geringen nutzung in
    Ballunggebieten oft am limit arbeitet

  6. 30.01.09 11:56 the_black_dragon (Advanced Handy Master)

    der redaktion wird das zwar nicht gefallen aber ich bleib nochmal kurz
    off-topic

    theoretisch sind beide formate überflüssig auch wenn ich auf HD DVD
    gesetzt hab.

    auf eine normale DVD bekommt man fullHD 1080p ganze vier stunden
    spielzeit in 5.1 sound und top quali. h.264 codec machts möglich bei
    2500kbit...

    wenn überhaupt dann sollte man das durchsetzen mit diesem codec
    einen DVD video standard zu bringen mit menüs und allem drum und dran wie
    blueray aber auf normalen DVDs gespeichert. vorallem die player wären um einiges
    billiger als blueray player...

    back to topic

    ich frag mich sowieso was die
    heute schon auf diese standards setzen... sollen sie lieber HSDPA flächendeckend
    auf 7.2Mbit ausbauen... das ist immerhin schon schneller als der
    durchschnittliche DSL anschluss und könnte für die paar haushalte die es noch
    ohne anbindung gibt ausreichen. und im mom ist mehr bandbreite sowieso noch
    nicht wirklich sinnvoll für 95% der nutzer. denn welcher webserver gibt einem
    einzelnen schon 7MBit datenrate??? das sind die wenigsten...

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