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Autor: Markus Goebel | 17.03.2009 - 12:32 | (7)

Größer als UMTS-Auktion: Bundesnetzagentur plant größte Versteigerung aller Zeiten

In Deutschland werden bald wieder Funklizenzen für UMTS und andere mobile Breitbanddienste vergeben. Die angebotenen Frequenzblöcke sind viel attraktiver als bei der Mammut-Versteigerung im Jahr 2000. Dennoch dürften die Preise bei der Auktion geringer sein.

Größer als UMTS-Auktion: Bundesnetzagentur plant größte Versteigerung aller Zeiten

Die Bundesnetzagentur plant die größte Versteigerung von Mobilfunklizenzen in der deutschen Geschichte. Noch in diesem Jahr sollen viel größere und attraktivere Frequenzblöcke unter den Hammer kommen, als bei der Mammut-Auktion im Jahr 2000, die dem Staat 50 Milliarden Euro in die Kasse spülte. Sie können für LTE, Wimax, HSPA oder andere Mobilfunktechniken eingesetzt werden. Zur Versteigerung kommen neue Blöcke von UMTS-Frequenzen, die noch breiter sind als vor neun Jahren, und die sogenannte "digitale Dividende". Damit sind die Funkfrequenzen von 790 bis 862 Megahertz gemeint, die nach der Abschaltung des analogen Antennenfernsehens frei geworden sind.

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Matthias Kurth, Präsident der Bundesnetzagentur| Quelle: BNetzA

Dieser Frequenzbereich ist besonders attraktiv, weil damit viel größere Funkzellen möglich sind. Dennoch dürfte der Staat dieses Mal viel weniger einnehmen, als bei der Großauktion vor neun Jahren. Damals behauptete der spöttelnde Finanzminister Hans Eichel, dass UMTS keinen Mobilfunkstandard bezeichnet, sondern etwas ganz anderes: Unerwartete Mehreinnahmen zur Tilgung von Staatsschulden. Der Präsident der Bundesnetzagentur, Matthias Kurth, gibt sich jetzt bescheiden. "Wir werden diesmal ein realistischeres Verhalten der Bieter haben als in der Zeit, bevor die Internetblase platzte", sagte Kurth in einem Interview mit der Tageszeitung Die Welt. Alle vier deutschen Mobilfunknetzbetreiber haben bereits Interesse an den neuen Frequenzen angemeldet.

Bei solchen Versteigerungen geht es nicht nur darum, die eigene Frequenzausstattung zu verbessern, sondern auch Konkurrenten vom deutschen Markt fernzuhalten. Im Jahr 2000 hatten viele ausländische Telekommunikationsunternehmen mit deutschen UMTS-Lizenzen geliebäugelt und den Preis bei der Versteigerung in die Höhe getrieben. Zwei Neueinsteiger konnten sogar Frequenzen ersteigern: der Neuanbieter Quam, ein Konsortium der finnischen Sonera und der spanischen Telefónica Móviles, sowie France Télécom über seine Tochterfirma Mobilcom. Später fehlte ihnen aber das Geld zum Aufbau der Netze und der Markt sah bald wieder aus wie vorher. Die Funkfrequenzen von Quam und Mobilcom fielen zurück an den Staat und werden jetzt neu vergeben. Dennoch kann es auch dieses Mal überraschende Teilnehmer bei der Auktion geben, die tiefe Taschen haben und den Preis nach oben treiben. Sunil Mittal, Gründer und Chef des indischen Mobilfunkmarktführers Bharti Airtel, hat schon vor zwei Jahren Bundeskanzlerin Angela Merkel mitgeteilt, dass er gern eine Mobilfunklizenz für Deutschland möchte. "Wir könnten deutschen Anbietern zeigen, wie man auch in gesättigten Märkten profitabel wachsen kann", sagte Mittal damals. Er ist einer der reichsten Männer von Indien.

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Kommentare
  1. 18.03.09 09:48 wessi (Gast)

    ossis versteigern ftw

  2. 17.03.09 17:17 Ripcord (Member)

    Der aktuell wohl schlechteste Zeitpunk um irgendwelche Frequenzen zu
    versteigern. Das wundert mich, da der Staat ja nur auf's gels schaut. Besser
    wäre es noch ein paar Monate zu warten bis es der Wirtschaft besser geht, dann
    hat der Staat mehr Kohlen im Pot ;)

  3. 17.03.09 15:47 geBILDeter

    Landgebiete mit UMTS ist wie wenn die Bahn Bummelzüge mit ICEs aufrüstet.

  4. 17.03.09 13:10 Anonymous (Gast)

    @Stammleser

    Ach jetzt verstehe ich was Du meinst, erst kassiert der Staat die
    Kohle und dann zahlt er sie in Form von Subventionen an die Firmen für dem
    Anschluß der Landbevölkerung zurück. Genial Du bist echt schlau da hätte ich ach
    schneller hinter kommen können.

  5. 17.03.09 13:05 Anonymous (Gast)

    @Stammleser

    Warum sollte das jemand tun wenn da nix zu verdienen ist?
    Bisher
    ist die Versorgung der Landbevölkerung immer daran gescheitert das keiner die
    Investition tätigen wollte weil da nix zu verdienen ist, selbst langfristig
    steht das in Sternen. Die Netzbetreiber warten solange bis der Staat ihnen das
    entsprechende Geld in den Arsh schiebt.

  6. 17.03.09 12:52 Stammleser (Advanced Member)

    In dem Text wird doch von Mobilfunklizenzen und UMTS-Frequenzen geredet. Die
    braucht man, um Mobilfunk anzubieten. Mit der digitalen Dividende kann man
    endlich größere Zellen aufbauen und so auch ländliche Bereiche erschließen.

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