Das Oberverwaltungsgericht Karlsruhe hat überraschend eine einstweilige Verfügung ausgesetzt, die es HTC verboten hätte, ab 14. Mai bundesweit UMTS-Handys zu verkaufen. Der wirtschaftliche Schaden durch diese Maßnahme wäre unverhältnismäßig, argumentiert das Gericht.
Das Oberlandesgericht (OLG) Karlsruhe hat überraschend eine neue Erlaubnis für den Verkauf von Smartphones des taiwanischen Herstellers HTC erteilt. Dem Unternehmen drohte ab 14. Mai ein deutschlandweiter Verkaufsstopp aller UMTS-Handys. Wie das Handelsblatt berichtet, wolle das Gericht keine patentrechtliche Drohkulisse gegenüber HTC aufbauen. Der Handyhersteller muss aber eine Sicherheitsleistung von 7,5 Millionen Euro hinterlegen. Sie entspreche der Höhe, die HTC zuvor dem Patentverwalter IPCom als pauschale Lizenzzahlung angeboten hat.
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Aus dem Beschluss, der dem Handelsblatt vorliegt, geht hervor, dass HTC 85 Prozent seiner Umsätze in Deutschland mit dem Verkauf von UMTS-Handys macht. Die Zwangsvollstreckung des Urteils, die den sofortigen Verkaufsstopp aller Handys mit dem Datenbeschleuniger bedeuten würde, führe möglicherweise zu einem erheblichen finanziellen Schaden für HTC. Dieser stünde in keinem Verhältnis zu dem verspäteten Eingang von Lizenzgebühren, die der Münchner Patentverwalter IPCom zu befürchten hat.
Das OLG Karlsruhe sollte am Donnerstag über eine Unterlassungserklärung verhandeln, die IPCom am 27. Februar vor dem Landgericht Mannheim gegen HTC erwirkt hatte. IPCom behauptet, dass HTC UMTS-Patente verletzt, welche die Münchner Firma 2006 von dem ehemaligen Handy-Hersteller Bosch aufgekauft hat. Der Kläger fordert Lizenzgebühren, die HTC als überhöht und wettbewerbsbehindernd zurückweist. Der Handyhersteller ist in Berufung gegangen. Die erste Anhörung war für den 14. Mai angesetzt, fällt mit dem vorzeitigen Beschluss der Karlsruher Richter aber aus. Mit dem Ende der Hauptverhandlung wird nicht vor Anfang 2010 gerechnet.
das klingt vernünftig. Das HTC bereit ist 7,5 Millionen zu zahlen läßt aber auch
tief blicken, Die einen haben in ein Patent investiert das sich nun so gut wie
möglich rentieren soll, die anderen nutzen patentierte Technik und wollen sich
so billig wie möglich aus der Affäre ziehen. Das ist auf beiden Seiten reine
geldschacherei und ich sehe nicht wiso HTC da moralisch im Vorteil sein sollte
nur weil deren Handys/Smartphones dadurch teuer werden und das dem Endkunden
nicht passt ... letztlich regt der sich auch nur des Geldes wegen auf!
Kann mir einer verraten was IPCom aktiv mit diesen Patenten macht als nur zu
schauen wer dagegen verstoßen könnte?
Auf welcher Grundlage basierend dürfen
Unternehmen Patentrechte geltend machen, wenn diese garnicht genutzt werden? Das
schreit nach überarbeitung der entsprechenden Vorgaben.
Fehler korrigiert. Danke für den Hinweis!
MFG
"fällt mit dem vorzeigen Beschluss"
vorzeitigen!
ich sehe das nur als geldmacherrei.
schon allein die tatsache, dass IPCom die
rechte selbst nur von bosch gekauft hat beweist doch ganz klar, dass es denen
nur aufs geld ankommt. ich meine: klar, geld ist schon wichtig. aber dann so ein
theater zu machen, nur weil htc möglicherweise deren patente verletzt
hat.
genauso wie Erich Specht, inhaber der softwareschmiede android, der
jetzt erst durch "zufall" mitbekommen hat, dass google ja ein betriebssystem
so benannt hat und nun viel geld damit macht. klar, "zufall".. und nun
verklagt er alle, die an android beteiligt sind...
wenns mit der eigenen
firma nicht klappt, dann muss man halt andere ausbeuten.