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Autor: Rene Melzer | 16.10.2009 - 10:55 | (22)

Bandbreite um jeden Preis: Deutsche UMTS-Provider fälschen Webinhalte

T-Mobile und Vodafone fälschen alle Web-Inhalte, die über ihr Mobilfunknetz an Kunden mit einem Surf-Stick oder einem UMTS-Notebook ausgeliefert werden. Statt die Daten einfach durchzuleiten, werden sie abgefangen und durch eigene Versionen ersetzt. Das soll Bandbreite sparen. Die Netzbetreiber schrecken dabei auch nicht vor Techniken zurück, die sonst hauptsächlich von Kriminellen genutzt werden.

Bandbreite um jeden Preis: Deutsche UMTS-Provider fälschen Webinhalte

Das mobile Internet ist auch durch erschwingliche Daten-Sticks und hoch subventionierte Notebooks populär geworden. Doch wer erwartet, dass über die UMTS-Leitung die gleichen Inhalte auf dem Rechner gelangen wie über das Festnetz, wird getäuscht. Wie ZDNet herausgefunden hat, tricksen die deutschen Netzbetreiber T-Mobile und Vodafone mit allen Mitteln um an Bandbreite zu sparen. Die Provider schrecken dabei auch nicht vor Techniken zurück, die hauptsächlich von Cyberkriminellen genutzt werden. Internet-Adressen werden gefälscht und in jede Website heimlich JavaScript eingeschmuggelt , der ohne Zustimmung des Kunden auf dem Rechner ausgeführt wird.

Ruft man beispielsweise über den Vodafone-Zugangspunkt event.vodafone.de eine Internet-Adresse auf, sieht man immer eine modifizierte Seite. Vodafone fängt alle Antworten des Webservers ab und ersetzt sie durch eine eigene HTML-Datei. Dabei wird nach Erkenntnissen von ZDNet auch die IP-Adresse gefälscht. Die neue Seite wird mit der Adresse des Servers, der gerade aufgerufen wurde, an den Kunden weitergeleitet. In die Website eingebettete Bilder werden heruntergerechnet, um ein paar Kilobyte Daten zu sparen. Außerdem versieht Vodafone sie mit einer neuen Internet-Adresse.

Internet per HSDPA von Vodafone

T-Mobile und Vodafone fälschen systematisch Web-Inhalte ohne Zustimmung des Kunden | Foto: Vodafone

Entdeckt der Anbieter darüber hinaus, dass der Kunde Firefox benutzt, schleust er ungefragt JavaScript-Code auf den Rechner des Surfers, der dort ausgeführt wird. Er verändert die Einblendungen, die manchmal angezeigt werden, wenn man etwa den Mauspfeil auf einem Bild oder einem Link platziert. Nach Meinung von ZDNet verstößt dieses Verhalten gegen das Fernmeldegeheimnis. Die Technik-Profis vergleichen es mit einem Briefzustelldienst, der alle handgeschriebenen Briefe durch maschinengeschriebene Kopien ersetzt.

T-Mobile verhält sich genauso. Theoretisch hat der Kunde über die Software Speed Manager die Wahl, Internetinhalte von den Webservern des Anbieters kleinzurechnen oder sie unkomprimiert auf seinen Rechner zu laden. Bei letzterer Option sollte der Netzbetreiber die Daten einfach nur durchleiten. Tatsächlich werden auch dann alle Inhalte abgefangen und durch eine eigene "optimierte" Darstellung ersetzt. Dass es auch anders geht, zeigen die Netzbetreiber o2 und E-Plus. Bei ihnen hat ZDNet keine Zwangsfälschung der Web-Inhalte feststellen können.

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Quelle: ZDNet
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Kommentare
  1. 16.10.09 17:25 the_black_dragon (Advanced Handy Master)

    "Richtig! Genauso wie d1 & d2 durch die komprimierung der bilder auf einer website."

    blödsinn

    für opera mini werden zwar die seiten runtergerechnet damit sie kleiner werden und schneller aufzubauen sind, aber die opera server schleusen keinen eigenen code in die webseite ein wie es t-mobile macht..... hier geht es ausserdem nicht um opera mini sondern auch ums surfen mit dem notebook übers mobilefunk netz...... und wenn ich mal von unterwegs auf mein konto schaue oder mit meiner kreditkarte was kaufe will ich nicht dass deren server erstmal den gesamten seitenquellcode nach meinen daten scannen..... denn sowas mach ich auch nicht mit aktiver kompression aber hier wirds einem ja aufgezwungen weil man nix davon weiss als user.....

    beim opera mobile 9.7 kann man es sich immerhin in den optionen aussuchen ob man komprimierte seiten will oder direkt vom anbieter die seite bekommt.....

  2. 16.10.09 16:28 Anonymous (Gast)

    @d4yw41k3r

    Opera Mini macht genau das gleiche wie T-Mobile oder Vodafone.

    Dazu möchte ich anmerken, dass IMHO auch o2 und e-Plus Bilder komprimieren usw., wobei ich o2 jetzt nicht länger genutzt haben.

    Ich konnte bisher immer über http://speed.t-mobile.de/ die Komprimierung deaktivieren.

  3. 16.10.09 15:50 Anonymous (Gast)

    Und wie meinst stellt opera mini das an?
    Richtig! Genauso wie d1 & d2 durch die komprimierung der bilder auf einer website. Genau die selbe technik wie bei den netzbetreibern

  4. 16.10.09 14:02 d4yw41k3r (Youngster)
    @TheOptimizer

    Gegen eine "optimierte" (=komprimierte) Darstellung von Webseiten habe ich ja nichts - wenn es nur die Browser der Smartphones beträfe. Mit meinem Firefox, der aufm Laptop/Netbook läuft, sollte das aber nicht sein.

    Da ich nicht Kunde bei den beiden erwähnten Providern bin, nutze ich Opera Mini. Dort geladene Seiten werden schneller übertragen und aufgebaut, da sie i.a. nur wenige 100kb haben. Eigentlich ein ganz schönes Feature also.

    Ein ganz anderer Schuh ist aber die ungefragte Hinterlegung von Texten mit Javascript-Popups (á la Gulli news) - das ist weder mit der Bandbreitenersparnis zu erklären (es verbraucht sogar welche!) noch mit einem Kundennutzen. Und dort haben wir den Verstoß gegen TKG und Netzneutralität.

  5. 16.10.09 13:57 Orangutan-Claus (Member)

    @ TheOptimizer (Gast)

    Mein Gott, was für eine schwachsinnige Einstellung! Erstens: Wenn es verboten hat man's einfach nicht zu machen, dann soll man sich halt dafür einsetzten das das Gesetz geändert wird! Zweitens: Typisch für diese beiden Konzerne ist auch die vorgehensweise. Man könnte es ja auch anbieten und dann nur mit Zustimmung des User diese Eingriffe vornehmen. Stattdessen wird pauschal gemacht und derjenige der es nicht will muss dann denen hinterherlaufen.

  6. 16.10.09 13:56 d4yw41k3r (Youngster)
    Waum?

    Wieso kann das mit dem iPhone nicht passieren? Welcher Netzbetreiber verkauft das denn? Oh, T-Mobile. Na gerade die verkrüppeln Dir die Seiten.

    Wenn Du natürlich meintest, dass Du auf dem Display des iPhones die verkrüppelten Seiten nicht von einer echten Seite unterscheiden könntest, pflichte ich Dir selbstverständlich bei ,-)

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