Shop Savy, Wikitude und Layer haben ausgedient, denn Google Goggles ist da. Die neueste Google-Schöpfung vereint die Vorteile der drei erfolgreichen Programme und erweitert sie durch eine echte Bilderkennungs-Software. Dadurch kann man sich bald den nächsten Zug in einer Partie Schach vorschlagen lassen oder den Preis für ein Buch heraussuchen, indem man ein Foto knipst.
Der Internet-Riese Google stellt mit beängstigender Geschwindigkeit neue, faszinierende und äußerst praktische Features vor. Nach der Ankündigung der Turn-by-Turn-Navigation für Google Maps hat der Konzern jetzt Google Goggles für Android-Smartphones vorgestellt. Die neueste Google-Schöpfung ist eine Mischung aus der Preisvergleichs-Software Shop Savy, der Wissens-App Wikitude und dem Augmented Reality Browser Layar. Goggles erkennt Objekte im Kamerasucher und spuckt Informationen aus dem Internet dazu aus. Dafür benutzt es nicht nur die Kamera samt Bilderkennung, sondern auch Daten von GPS und digitalem Kompass. Dafür richtet man einfach die Kamera auf ein Geschäft und schon erhält man den Namen des Ladens und auch Zusatzinformationen wie Öffnungszeiten, sofern diese Daten im Internet hinterlegt sind.
Das klappt auch ohne GPS. Auf Fotos, die mit der Handykamera geknipst werden, identifiziert eine Bilderkennungs-Software die Form und auch Schriften, um anschließend Erklärungen zum Objekt aus Wikipedia anzuzeigen, Preise von Amazon einzublenden oder weitere Informationen aus dem Internet anzubieten. Über die Mobilfunkverbindung gleicht die App dafür das Foto mit einer riesigen Datenbank von Google ab. Die ist offenbar schon so groß, dass die Erkennungsrate bei Büchern, CD- und DVD-Covern, Barcodes, Logos, berühmten Bauwerken und sogar Visitenkarten sehr gut funktioniert. Die Informationen auf solchen Karten kann man dann etwa nutzen, um die entsprechende Person direkt zu kontaktieren oder auch für zukünftige Konversationen im Telefonbuch abspeichern.
Android-Smartphones wie das neue Motorola Milestone werden durch Google Goggles zum Alleswisser | Foto: areamobile
Perfekt ist Goggles noch nicht. In einem Video sprechen die Macher davon, dass man gerade am Anfang der Bilderkennungs-Technologie steht. Dinge wie Lebensmittel, Tiere, Autos oder Pflanzen kann man bislang noch nicht identifizieren. Aus Datenschutzgründen werden auch Gesichter nicht erkannt. Zukünftig soll man aber einen Baum anhand eines Fotos seiner Blätter identifizieren können oder sogar Vorschläge für den nächsten Zug in einer Schachpartie erhalten.
Beendet man das Programm, kann man die Informationen der Session entweder löschen oder für den späteren Gebrauch speichern. Dann erhält auch Google die von persönlichen Daten gesäuberten Informationen zur Verbesserung des Service von Goggles. Außerdem speichert der Megakonzern IP und Google-Account-Daten für fünf Wochen, um "den Service sicher und stabil zu halten". Datenschützern dürfte das gar nicht gefallen. Im deutschen Android Market ist Google Goggles noch nicht erhältlich. Update vom 08.12.2009, 13:04: Google Goggles ist auch im deutschen Android Market erhältlich - allerdings nur für Android ab Version 1.6.
respekt vor deinem Kommentar!
Ich mache auch sehr wohl einen Unterschied zwischen Staat und dem InterNet (nicht speziell Google).
Die eine Sache kannst du selber steuern (Internet) die andere wird dir auferlegt vom Staat. Siehe die damalige sogenannte Volkszählung.
Ich verstehe was du meinst und ich gebe dir auch soweit recht. Ich meine nur das man nicht hinter jeder Laterne (Internet) Spione sehen sollte.
Klar ist das Inet gerade ein Quelle dafür bzw sie wird dazu gemacht, weil zu viele mit Ihren Daten total sorglos umgehen. Aber der eigentliche Fehler liegt bei den Menschen die so sorglos damit umgehen. Ich will keineswegs sagen das bestimmte Firmen im Inet das nicht wüßten es auszunutzen, dazu kann man auch Google, MS, Apple und viele andere aufzählen.
Aber wenn jeder es lernt, vernünftig mit seinen Daten umzugehen, kann es auch keinen Missbrauch geben.
Grüße
Heinz
Naja eigentlich wollte ich mit meinem ganzen Geschriebs vermeiden den Eindruck einer Dogmatisierung von Google zu vermitteln. Oooops.
Alle meine persönlichen Daten speichere auch ich nicht auf dem Handy das ist richtig. Die Modernen Geräte ermöglichen es jedoch jegliche Kontaktmöglichkeit zu hinterlegen. Sämtliche Adressen und Telefonbücher die man mal zu Papier gebracht hat kann man inzwischen ins Handy hacken. Und ja, auch ich nutzte diese Möglichkeit der Verwaltung. Andernfalls wäre ja das Konzept von solchen Geräten absurd.
Wie du richtig vermutet hast, verbrenne auch ich meine Post nicht. Wenn ich schon so daher rede müsste ich das eigentlich tun. Jedoch denke ich dass der Verbreitungsgrad von zweckentfremdetem Papier geringer ist als digitalisierte Daten. Um meine Post zu digitalisieren wäre zunächst ein gewisser manueller Aufwand nötig.
Da du diese Apps für dich als eine tolle Entwicklung eingestuft hast, gehe ich mal davon aus das die Sicherheitsmaßnahmen die sich der Staat für dich ausgedacht hat, dich ebenfalls nicht weiter tangieren. Dann bist du einer der wenigen die eine klare Meinung vertreten. Diesen Absatz meine ich im positiven Sinn, um gleich zu vermeiden dass es als Beleidigung aufgefasst wird.
Mir ging es vorrangig um den Vergleich. Der Vorgang nennt sich Datenspeicherung, wenns der eine macht ist es OK, wenns der andere macht ist es nicht OK. Ich erkenne keinen Unterschied bei der Datenspeicherung von Google im vergleich zum Staat. Es werden einfach nur Daten gespeichert. Der eine machts um mir die maximale Sicherheit zu verschaffen der andere um mich mit Werbung zu beglücken. Warum soll dann das eine schlecht sein und das andere Gut?
Deine Meinung ist eine Klare, ich verstehe halt nur all Die nicht die das beides unterscheiden und unterschiedlich bewerten.
ich stimme heinz zu...
zudem denke ich das sie die "daten" eher dafür nutzen ihre software zu verbessern anstatt uns einfach nur auszuspionieren wie der staat es tut... guck dir dafür einfach mal den film "gesetz der rache" an..ich weiß ist ein film und bei den amis, aber glaube kaum das es bei uns anders laufen würde
die ganze Sache, oder nicht?
Wie kann man manchmal so engstirnig sein?
Es ist ne App die einiges kann und bestimmte Dinge auswertet - Punkt.
Wenn Du oder Sie alle persönlichen Daten auf einem Handy speichert ist das wohl kaum die Schuld von Google.
Ein ganz simples Beispiel: verbrennst du deine Post?
Warum nicht? Überlege mal was damit passieren "kann" wenn es im Müll landet?!?!?
Ich finde die App super, eine tolle Entwicklung die sehr hilfreich sein kann und bestimmt noch weiterentwickelt wird.
Es ist Richtig das man bei Google (im vergleich zum Überwachungswillen des Staates) "noch" die Möglichkeit hat zu sagen nein ich will nicht. Mich stört nur die Absurdität wenn ich diesen Vergleich weiterführe. Dem einem Organ (Staat)verweigere ich all meine Daten, dem anderen Organ (Google) schmeiß ich das Zeug an Hals, alá "Andoid rulez, WiMo/Maemo/Symbian/usw Sucks". Ich sehe eine fast blinde Bewunderung von Android und eine Verteufelung von WiMo/Maemo/Symbian/usw. Wenn ich Das dann dem von mir oben beschriebenen "Staat/Google Vergleich" gegenüberstelle, habe ich nur noch lauter bunte Fragezeichen in meinen Augen. Ich würde es sehr begrüßen wenn es da Handys gibt bei denen die Home Phone Funktionen entfernt wurde. Da könnte man vermuten das Google bereit wäre den einen oder anderne EURO springen zu lassen damit das nicht passiert. Aber das wäre wieder Wettbewerbsverzerrung (MS kann da ein Lied von singen). Von daher wäre es möglich das die dann einfach einen eingeschränkteren Support bieten oder sowas, nur um die Hersteller dazu zu "überreden" eben doch nicht die Home Phone Funktionen zu entfernen. Da befinden wir uns zwar im spekulativen Bereich, aber Dank der Historie die Google aufzuwarten hat, nicht ganz undenkbar.
@Tristhan:
Ich kann im Gegenzug nicht verstehen, wie man das NICHT unterscheiden und unterschiedlich bewerten kann.
Urselchen möchte "in dubio pro reo" zu "in dubio pro casto" machen. Ich weigere mich, abgehört zu werden, nur um dann durch einen Spaß im Gefängnis zu landen (um es mal überspitzt auszudrücken).
Google möchte mich mit Werbung überschütten. Warum nicht? Dafür habe ich jede Menge kostenlose Anwendungen (das beste Beispiel dürfte wohl Google Navigation sein - hoffentlich auch bald für uns...).
Es besteht natürlich immer die Gefahr, dass Google irgendwann seine Möglichkeiten ausnutzt. Und selbst wenn Google meine Daten hat, was wollen sie damit? Mir die Mafia auf den Hals hetzen?
Kurz: Der Staat ist einfach eine ganz andere Institution als eine gewinnorientierte Firma. Das kann positiv und negativ sein.