Über einen Schweizer Marketing-Dienstleister hat sueddeutsche.de, der Online-Ableger der Süddeutschen Zeitung, Blogger-Lob und positive Kommentare für seine kostenpflichtige iPhone-Anwendung sueddeutsche.de Gold eingekauft. Nach Bekanntwerden der Kampagne stoppte die Zeitung das Marketing. Nach Angaben des Dienstleisters handelt es sich um einen bedauerlichen Fehler.
Große Verlage versuchen derzeit mit allen Mitteln, den Kunden ihre Bezahlangebote schmackhaft zu machen. Selbst scheinen sie ihre eigene Produktqualität jedoch eher gering einzuschätzen, wie jetzt sueddeutsche.de gezeigt hat, der Online-Ableger der Süddeutschen Zeitung. Sie kaufte sich lieber das Lob für ihre iPhone-Anwendung, statt auf die positiven Reaktionen der Kunden zu vertrauen.
Die Online-Tageszeitung sueddeutsche.de gibt es als Gratis-App für das iPhone und in der Premium-Variante sueddeutsche.de Gold, deren 30-Tage-Nutzung 1,59 Euro kostet. Der Mehrwert besteht darin, Nachrichten auch offline lesen zu können und per Push Notification über aktuelle Meldungen informiert zu werden.
Über den schweizer Marketing-Dienstleister Trigami beauftragte die Zeitung Blogger, sich gegen Bezahlung über die Gold-Version der iPhone-App von sueddeutsche.de zu äußern, berichtet Mark Tißler von upload-magazin.de. Eine eigene Meinung war jedoch nicht gefragt, die Vorgabe lautete, ausschließlich positiv über das Programm zu berichten. Einen praktischen Textbaukasten und passende Screenshots lieferte das Unternehmen gleich mit.
Außerdem forderte Trigami alle beteiligten Blogger auf, sich die Premium-Version herunterzuladen und "einen möglichst positiven Kommentar" im App Store zu hinterlassen. Eine gefährliche Vorgehensweise, denn Apple schmeißt schnell mal Programme raus, die mit gekauften Nutzerwertungen aufgehübscht wurden.
Nachdem die Kampagne bekannt wurde und von anderen Bloggern süffisant verbreitet wurde, hat sie der Süddeutsche Verlag schnell gestoppt. Nach Angaben von Peter Bilz-Wohlgemut, Marketingleiter bei sueddeutsche.de, und Trigami-Geschäftsführer Remo Uherek sei der Einkauf von Blogger-Lob ein bedauerliches Missverständnis, das durch einen internen Kommunikationsfehler entstanden sei.
überall haut z.b. connect ihr testurteil rein. Beispiel handy des jahres 2009 in einer kategorie und ein anderes handy bekommt auch den titel, dafür wird gezahlt, oder chip.de usw, die liste ist schier unendlich, aber z.b. areamobile lässt auch kommentare zu, das nenne ich echt meinungsfreihet. ob hier nun mit apple ein kontrakt oder nicht besteht ist eigentlich hinlänglich, da man sich meistens eh vor ort bzw. ausgiebig über produkte informiert bzw sollte.
irgendwie müssen zeitungen, etc doch geld verdienen und im falle der sz sieht man doch wie egal es der geschäftsebene ist und dann noch zu sagen das wäre ein kommunikationsfehler das ist doch echt ne bodenlose frechheit.
das unternehmen musste eh kürzlich die sz-tickets teilweise schliessen und wird bald nicht mehr existieren. das heisst hosen enger schnallen.
mal sehen was als nächstes kommt.
lol lol wie ironisch das leben doch manchmal spielt.
3 min
Also, ich hab mein Abo der Printausgabe soeben gekündigt. Unabhängige Medien haben das nicht nötig! Was mich auch schockiert: in der SZ ist davon nichts zu lesen; in unangenehmer eigener Sache wird nicht berichtet?!? Dies steht einer Zensur gleich! Ich bin weg!
so macht das apple auch bei areamobile
frag mich nur wie lange es dauert bis jemand schreibt "so macht das apple auch bei areamobile"
Ich hoffe, die Applikation fliegt raus.