Der Ausbau von Glasfaser DSL wird sich verzögern. Das erwartet der Branchenverband VATM im Hinblick auf die Entscheidung der Bundesnetzagentur hinsichtlich der Entgelte für Zugangselemente zum VDSL-Netz der Deutschen Telekom.
Glasfaser DSL in ländlichen Regionen wird möglicherweise später zur Verfügung stehen, als bisher geplant. Der Branchenverband VATM zeigt sich enttäuscht über die Entscheidung der Bundesnetzagentur hinsichtlich der Entgelte für Zugangselemente zum VDSL-Netz der Deutschen Telekom. "Die zuständige Beschlusskammer hat die von der Telekom beantragten Mondpreise erheblich gekürzt, dennoch liegen die Entgelte immer noch deutlich zu hoch", sagt VATM-Geschäftsführer Jürgen Grützner. Sowohl für den Zugang zu den Schaltkästen als auch zum Leerrohr liegen die festgelegten Preise demnach noch immer bis zu drei Mal zu hoch.
"Es ist nicht Aufgabe der Behörde, Invest und Wettbewerb im Bereich VDSL zu verteuern und so indirekt Geschäftsmodelle zu schützen, die in einigen lukrativen Metropolen Glasfasernetze ausrollen", sagte der VATM-Geschäftaführer. Außerdem unterstütze das jetzige Vorgehen nicht die Glasfaser DSL Strategie der Bundesregierung, denn Investoren würden sich in Deutschland nur sicher fühlen, wenn sich die Regulierungsbehörde wettbewerbsneutral verhält und nicht selbst von Entscheidung zu Entscheidung Anreizpolitik für oder gegen Investoren macht.
Sehr kritisch sei außerdem unter anderem die Vielzahl der Preispositionen zu sehen, die die Telekom bis Ende November 2010 nach Aufwand berechnen darf. Grützner: "Dies erschwert die Planungen der Unternehmen, die in Glasfaser investieren wollen und gibt der DTAG einen großen Spielraum, den Zugang weiter zu verteuern. Zudem hätte aus unserer Sicht die Bundesnetzagentur schon jetzt Pauschalen festlegen können, da die Telekom nach drei Jahren VDSL-Ausbau und Pilotprojekten mit Wettbewerbern bereits über ausreichend viele Erfahrungswerte verfügt."