Apple will überprüfen, was sein chinesischer iPhone-Produzent gegen die Selbstmordserie in seinen Fabriken unternimmt. Foxconn hat bereits Netze vor seine Fassaden gehängt. Sie sollen Mitarbeiter auffangen, die vom Dach springen. Außerdem wurden Selbstmorde schriftlich verboten, die Suizid-Rate liegt im Moment unter dem chinesischen Durchschnitt.
Apple will etwas gegen die Selbstmordserie bei Foxconn tun. Der iPhone-Hersteller wird überprüfen, was sein chinesischer Auftragsproduzent unternimmt, damit sich nicht noch mehr seiner Fabrikarbeiter das Leben nehmen. Das kündigte der Apple-Sprecher Steve Dowling im Interview mit der Nachrichtenagentur Associated Press an. In diesem Jahr gab es bereits neun Selbstmorde unter den Angestellten des Foxconn-Werkes in Shenzhen. Erst gestern stürzte dort ein 19-Jähriger von einem Gebäude in den Tod.
Deshalb ergreift der iPhone-Lieferant jetzt die Initiative: Die Angestellten müssen eine Verpflichtungserklärung unterschreiben, dass sie sich nicht umbringen, meldet die Nachrichtenagentur AFP. Mit ihrer Unterschrift erlauben die Beschäftigten auch, dass sie das Unternehmen in eine psychiatrische Klinik einliefert, falls "ich in einer unnormalen geistigen oder körperlichen Verfassung bin, um damit mich selbst und andere zu schützen". Außerdem sollen Netze vor den Foxconn-Gebäuden hängen, um Angestellte aufzufangen, die vom Dach springen.
"Wir betreiben auf jeden Fall keinen Sweatshop", sagte der Foxconn-Gründer Terry Gou heute vor Journalisten. Um die Negativpresse in den Griff zu bekommen, flog er am Morgen mit seinem Privatjet nach Shenzen und zeigte Journalisten, wie menschenfreundlich sein Werk ist. Selbst das Wettkampfschwimmbecken mit acht Bahnen nahmen sie in Augenschein, wo die Mitarbeiter sich gerade bei 29 Grad Außentemperatur erfrischten.
Das war ein geschickter Schachzug des Multimilliardärs, der allein in Shenzen 300.000 Menschen beschäftigt. Weltweit arbeitet sogar eine knappe Million für ihn. Die Stimmung bei der Arbeit sei "eng und erdrückend", berichtet die Hongkonger South China Morning Post über seine Fabriken. Sechstagewochen mit zwölfstündigen Arbeitstagen seien der normale Arbeitsrhythmus und die Angestellten dürften nicht miteinander sprechen. Dafür gebe es dann 2000 Yuan im Monat, was 238 Euro entspricht.
Diese Arbeitsbedingungen führen aber nicht zu einer erhöhten Selbstmordrate. Genau das Gegenteil ist der Fall: Die Statistiken der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zeigen, dass in China jedes Jahr 14 von 100.000 Einwohnern ihr Leben freiwillig beenden. Unter den 300.000 Angestellten von Foxconn hätte es also 18 Selbstmorde seit Januar geben müssen, es waren aber nur die Hälfte. Foxconn liegt weit unter dem Durchschnitt.
Achja, der angebliche WHO-Link funktioniert noch immer nicht.
wird Seelig! Aber klasse das sie unter dem Landesdurchschitt liegen
Die nächste Werbung von Apple wird lauten:
Wenn du dich umbringen willst gibt es ein App dafür!
Könntet ihr diesen letzten Abschnitt: „Diese Arbeitsbedingungen führen aber nicht zu einer erhöhten Selbstmordrate“ vielleicht mal revidieren?
Die Interessen der Werbekunden hin oder her, sämtliche ernsthafte Nachrichtenseiten schreiben das Gegenteil. Von genervten Forum-Leuten ganz abgesehen (siehe unten).
Einfach peinlich.
14 von 100.000 Einwohnern heißt nicht 14 von 100.000 Angestellten bzw. Arbeitern. Großartige Rechnung. War wohl zuviel, festzustellen, daß sich Kinder und Greise eher seltener das Leben nehmen als gestresste, erschöpfte Arbeitnehmer. Naja, wär wohl zu viel von Euch verlangt. ;)
"Wenn man es dort mit den Arbeitsbedingungen nicht so genau nimmt sollte Apple mal woanders produzieren lassen oder sie sollte Foxconn damit drohen wenn diese keine besseren Bedingungen schaffen. Aber naja Apple sei dank hat dieses Forum wenigstens genug unnötige Diskussionsthemen"
Was soll Apple da ausrichten? Die lachen einmal müde, und fertig.
75% Aller Intel-Produkte werden von Foxconn hergestellt.
Alle Computer/Spielekonsolen/Handys/Tablets von HP, Sony und Dell enthalten Teile (Mainboards, Gehäuse) von Foxconn.
Die Mainboards und Gehäuseteile bei Nokiahandys werden von Foxconn hergestellt.
Foxconn stellt für Nintendo die Spielekonsolen her.
Und viele weitere Firmen, welche alle deutlich mehr Einfluss auf die Auftragsbücher bei Foxconn haben lassen dort produzieren. Als ob Apple da irgendwas ausrichten könnte, mit ihren 3 Notebookserien, 3 Desktops, 1 Handy, 1 Tablet und einem Server.