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Autor: Rene Melzer | 01.11.2010 - 14:38 | (82)

Meist für iPhone, iPad und Co: Über die Hälfte aller Web-Videos in HTML5

Das Beharren von Apple auf HTML5 als Videostandard für seine mobilen Geräte zeigt erste Früchte. Nach einer Untersuchung der Video-Suchmaschine Mefeedia sind bereits über die Hälfte aller im Web verfügbaren Videos auch in dem neuen Format erhältlich. Dennoch muss Adobe den Tod seiner Multimedia-Plattform Flash nicht fürchten.

Meist für iPhone, iPad und Co: Über die Hälfte aller Web-Videos in HTML5

Das Beharren von Apple auf HTML5 als Videostandard für seine mobilen Geräte zeigt erste Früchte. Nach einer Untersuchung der Video-Suchmaschine Mefeedia sind bereits über die Hälfte aller im Web verfügbaren Videos auch in dem neuen Format erhältlich. Dennoch muss Adobe den Tod seiner Multimedia-Plattform Flash nicht fürchten.

Nach den Zahlen von Mefeedia hat sich die Zahl der in HTML5 verfügbaren Videos in 5 Monaten auf 54 Prozent verdoppelt. Allerdings wird das Format nicht ausschließlich angeboten, sondern nur als zusätzliche Option. Viele Anbieter setzen auf Videoplayer, die dynamisch zwischen den Protokollen wechseln. Auf Computern ist Flash nach wie vor der Standard als Videoumgebung, auf mobilen Geräten wird dagegen mehr und mehr HTML5 genutzt.

Flash ist unnötig: Steve Jobs präsentiert das iPad | Foto: Apple

Flash ist unnötig: Steve Jobs präsentiert das iPad | Foto: Apple

Im mobilen Internet geht der Trend hin zu einer Geräte-sensitiven Auslieferung von Videos. Der Anbieter streamt Inhalte also in dem Format, das vom Gerät auch unterstützt wird. Es gibt dabei allerdings ein Problem: Der Video-Lieferant muss das Gerät kennen, um ihm das passende Format zuweisen zu können. Das funktioniert bei den Apple-Geräten schon recht gut, sie werden automatisch erkannt und können trotz Verzicht auf Flash die meisten Videos abspielen. Mit der Vielfalt an Android-Smartphones sind die meisten Anbieter dagegen überfordert. Im Zweifel bieten sie dann das Flash-Format an, das aber derzeit im Gegensatz zu HTML5 von den wenigsten Modellen unterstützt wird.

Die Untersuchung von Mefeedia hat aber Schönheitsfehler. Der Suchmaschinenbetreiber hat in seiner Datenbank zwar Millionen von Videos von über 30.000 Anbietern weltweit gespeichert. Darunter sind allerdings auch viele alte Filme, die heute kaum noch angeschaut werden. Darüber hinaus werden eine Reihe chinesischer Anbieter indiziert, die hierzulande vermutlich nur sehr wenige Zuschauer interessieren. Außerdem sind Plattformen wie Hulu eingeflossen, die ihre HTML5-Inhalte nur zahlender Kundschaft bereitstellen.

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Kommentare
  1. 03.11.10 00:14 pixelflicker (Handy Master)

    > Apple hätte Flash auf iOS zugelassen und nur gesagt, dass sie HTML5-Video
    > besser finden und deswegen hätten alle ihre Videos konvertiert? Klar!

    Wie ich gesagt habe: Ich bin mir sicher, dass es sich so oder so durchgesetzt hätte. Die Videos müssen ja nicht konvertiert werden, Flash kann h.264 genauso abspielen wie es z.B. Safari kann. Da muss nix konvertiert werden. Das ist ja das Schöne.

    Ich habe Apple ebenfalls schon oft gelobt und finde deren Produkte sehr gut. Sie könnten viel mehr als sie können dürfen, aber dann würde ja jeder ein iPhone kaufen. Aber für mich ist der Wegebereiter nicht der, der es als Erster einsetzt, sondern der, der die Technik marktreif macht. Und das kann, muss aber nicht der Selbe sein. Mir geht es nicht um Apple-Bashing sondern darum das es mich nervt, dass sich Steve als der große Gott hinstellt, der das Böse Flash besiegt.

  2. 02.11.10 17:19 NewPhone (Expert Handy Profi)

    "aber dennoch bin ich mir absolut sicher, dass sich diese Funktion genauso durchgesetzt hätte wenn Apple Flash erlaubt hätte"

    Das werden wir ohne Paralleluniversum wohl nie abschließend klären können.

    "Auch wenn ich das begrüße finde ich es nicht gut, dass Apple Flash verbietet."

    Das eine bekommt man nicht ohne das andere. Wasch mir den Pelz aber mach mich nicht nass, gibt es nicht! Was wäre die Alternative gewesen? Apple hätte Flash auf iOS zugelassen und nur gesagt, dass sie HTML5-Video besser finden und deswegen hätten alle ihre Videos konvertiert? Klar!

    "Apple ist nicht der Wegbegründer sondern vielmehr der Hersteller der sich leichter tut neuen Wegen gleich zu folgen."

    Die dann von wem vorgegeben werden, wenn nicht vom ersten, der den Weg geht? Nur weil du nicht eingestehen kannst, dass nicht alles, was von Apple kommt oder Apple tut schlecht ist? Manchmal macht selbst Apple etwas richtig oder setzt aufs richtige Pferd. Wenn man auf jedem kleinen Fehler herumreitet (wie manche es hier tun), muss man auch mal die Lockerheit haben, zuzugeben, wenn sie eine gute Entwicklung anstoßen oder maßgeblich mitgestalten. Nicht immer nur meckern.

    Dass Microsoft jetzt z.B. stärker auf HTML5 setzen will und dafür Silverlight (nur ein ganz klein wenig) zurückstellt, kann ich auch aus Kundensicht positiv bewerten und muss daran nichts schlechtes finden. Man muss auch mal Firmen loben können, wenn sie mal keinen Mist bauen.

  3. 02.11.10 15:19 pixelflicker (Handy Master)

    In Sachen HTML5-Video gebe ich dir insofern recht, dass Apple hier eine treibende Rolle einnimmt (sie gehören ja auch zur WHATWG), aber dennoch bin ich mir absolut sicher, dass sich diese Funktion genauso durchgesetzt hätte wenn Apple Flash erlaubt hätte. So gehts halt ein bisschen schneller. Auch wenn ich das begrüße finde ich es nicht gut, dass Apple Flash verbietet.

    Was USB angeht sehe ich das aber ganz anders als du. Einerseits gab es USB 1998 gerade erst seit 2 Jahren und etwas Zeit brauchen die Hersteller ja auch um in die Pötte zu kommen, das ist ja erfahrungsgemäß oft so. Außerdem hat auch die Einführung von Win98 sicherlich einiges damit zu tun, dass gerade in diesem Jahr Bewegung in die Sache kam, da Win98 die Kinderkrankheiten von Win95 ausbügelte.

    Das ist genauso wie die Behauptung Apple hätte mit dem Verzicht auf das Diskettenlaufwerk den Tod der Disketten besiegelt. Ich sehe das anders, es war einfach So weit, weil keiner mehr Disketten benutzt hat. Deswegen konnten die anderen Hersteller auch die Laufwerke weglassen.

    Das Apple in solchen Dingen immer etwas früher dran ist hat nicht damit zu tun, dass sie so den Markt lenken, sondern einfach damit das Apple sich bei solchen Dingen logischerweise schon deswegen leicht tut, weil sie alles Kontrollieren, also Sowohl Hard- als auch Software und nicht zuletzt die Händler. Außerdem gibt es bei Apple keine Selbstbau-Rechner und die Margen liegen höher, was Apple mehr Spielraum gibt.

    Deswegen finde ich das Apples Rolle immer gerne überbewertet wird und sehe das etwas anders. Apple ist nicht der Wegbegründer sondern vielmehr der Hersteller der sich leichter tut neuen Wegen gleich zu folgen.

  4. 02.11.10 14:28 NewPhone (Expert Handy Profi)

    "Da kann ich dir nicht zustimmen"

    Das macht nix.

    "Das USB von Apple gepusht wurde ist ein Ammenmärchen. Vielmehr hat Apple immer Firewire bevorzugt und sich gegen USB lange gesträubt."

    Dann hast du die Zeit damals nicht mitbekommen. Durch den Einsatz von USB im ersten iMac hat sich die Verbreitung von USB-Geräten drastisch beschleunigt. Wegen der optischen Kompatibilität zum iMac waren in der Anfangszeit fast alle USB-Geräte teilweise farbig-transparent, kannst du bei den frühen USB-Scannern, -Platten, -Laufwerken, oder -Druckern sehen. Das selbst entwickelte FireWire hat Apple zuerst bei den Profigeräten einsetzt. Das ist übrigens eine gängige Beurteilung der USB-Entwicklung und nicht auf meinem Mist gewachsen (oder ein Ammenmärchen).

    (kleiner Exkurs: "Die Hauptursache [für die Erfolglosigkeit] dürfte zum einen in der mangelhaften beziehungsweise fehlenden Unterstützung von USB durch die damals verbreiteten Betriebssysteme Windows 95 und Windows NT 4.0 gelegen haben, zum anderen waren in der Anfangszeit auch kaum USB-Geräte verfügbar. Dieser zähe Start brachte ihm den Spitznamen Useless Serial Bus ein. [...] USB 1.x war [wegen der geringen Geschwindigkeit] keine Konkurrenz zu Apples FireWire-Standard (IEEE 1394) [...]. Dennoch setzte Apple die Schnittstelle in der Revision USB 1.1 mit der Entwicklung des iMac ein. Mit diesem beginnend, ersetzte Apple damit den hauseigenen ADB." aus Wikipedia) Ab da (1998) ging es mit USB steil aufwärts.

    "Wenn du dir das HTML5-Videotag ansiehst, dann wirst du sehen wie einfach es damit ist ein Video einzubinden und diese Einfachheit als Vorteil erkennen."

    Das brauche ich nicht (erst jetzt), ich spreche fließend HTML.

    "Das man Flash für Videos braucht ist in wenigen Jahren Geschichte."

    Das sehe ich ähnlich. Unsere Meinungsverschiedenheit beruht darauf, dass wir Apples Rolle hier unterschiedlich bewerten. Du siehst halt hier, wie auch bei USB kaum einen Einfluss von Apple, während ich sie als eine treibende Kraft bei beiden Technologien ansehe.

  5. 02.11.10 13:44 pixelflicker (Handy Master)

    Da kann ich dir nicht zustimmen. Gerade im Internetbereich hat sich schon vieles durchgesetzt was halt einfach besser war, vor Flash gabs ja auch schon Videos im Web. Auch die Standards, die der IE nicht (gleich) unterstützt hat haben sich auf Dauer durchgesetzt.

    Das USB von Apple gepusht wurde ist ein Ammenmärchen. Vielmehr hat Apple immer Firewire bevorzugt und sich gegen USB lange gesträubt. USB kam vom PC und wurde auch von Intel entwickelt.

    Natürlich läuft Flash derzeit überall anders, aber du musst auch für die Zukunft denken. Das Video-Tag wird sich einfach deshalb durchsetzen, weil es quasi gar kein Aufwand ist es zu implementieren. Bisher braucht man noch ein Flash-Fallback, aber das gibts auch alles schon fertig, also warum sollte man es nicht so machen? Spricht nichts dafür Flash-only zu implementieren, wenn man jetzt was neues macht, aber vieles dafür den neuen Standard zu implementieren.

    Es stimmt aber nicht, dass es soo viele HTML5-Videos im Netz gibt. Nur weil die großen 3 oder 4 Videoportale es eingebaut haben ist der Anteil so groß, aber das ist nicht das gro an Websites.

    Wenn du dir das HTML5-Videotag ansiehst, dann wirst du sehen wie einfach es damit ist ein Video einzubinden und diese Einfachheit als Vorteil erkennen.

    Das man Flash für Videos braucht ist in wenigen Jahren Geschichte. Damit zu argumentieren, dass man einen neuen Standard nicht nutzen soll, weil er noch nicht überall implementiert ist ist Käse, dann hätte sich nie was durchgesetzt und wir würden heute noch WMV-Videos schauen und mit dem IE6 surfen.

  6. 02.11.10 13:29 NewPhone (Expert Handy Profi)

    "
    - Standardkonform und damit Zukunftssicher"
    - Bessere Performance
    - Einfacher für den Entwickler
    - Jeder Browserhersteller kann es direkt implementieren"

    Für den Webseitenentwickler ist es schwieriger, mehrere Standards zu unterstützen, denn Flash fällt ja nicht weg. Die Performance ist nicht generell besser, das hängt von vielen Faktoren ab. Wenn es keine (von Apple gepushte) HTML-Alternative gäbe, wäre Flash ähnlich zukunftssicher (jetzt aber nicht mehr).

    Von den Gründen bleibt kaum etwas übrig, weswegen sich HTML5 unabhängig von Apples Wünschen hätte durchsetzen können, zumal HTML5 noch gar nicht verabschiedet wurde. Und die Vorstellung, dass sich etwas durchsetzt, nur weil es besser ist, ist doch ohnehin ein Wunschtraum (von Marktliberalen). Auch USB hat sich nur so schnell durchgesetzt, weil Apple rigoros auf Vorgängerstandards verzichtet hat. Wäre es nach den PC-Bauern gegangen, gäbe es noch heute vorwiegend Parallel-Drucker und SCSI-Scanner.

    Der einzig relevante Grund, warum es jetzt schon so viel HTML5-Videos im Netz gibt, ist die Angst der Betreiber, Apples flashloses iPad könnte erfolgreich werden und sie dort ihre Inhalte nicht loswerden. Sie wetten im Prinzip darauf, dass Apple in Zukunft erfolgreich ist, denn angeblich soll es Flash ja auf ALLEN anderen Plattformen außer auf iOS geben. Warum sollte man sich die Mühe machen, und alles in mindestens 2 Formaten (demnächst 3, denn Googles WebM steht vor der Tür) vorzuhalten, denn es liefe ja überall anders.

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