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Autor: Andreas Seeger | 25.11.2010 - 13:05 | (46)

Neue iPhone-Zensur: Apple verbietet Radio-Apps

Apple dreht im App Store schon wieder an den Kontrollschrauben. Jetzt sind die Radio-Apps ins Fadenkreuz von Apple-Chef Steve Jobs gerückt. Programme einzelner Radiosender werden ab sofort nicht mehr zugelassen. In einer E-Mail soll ein Apple-Mitarbeiter die kleinen Radio-Apps als Spam bezeichnet und auf eine Stufe mit Furz-Apps gestellt haben.

Neue iPhone-Zensur: Apple verbietet Radio-Apps

App-Store-Masseneinreichungen in Form von Radio-Apps sind jetzt in das Fadenkreuz von Steve Jobs geraten

Apple dreht im App Store schon wieder an den Kontrollschrauben. Jetzt sind die Radio-Apps ins Fadenkreuz von Apple-Chef Steve Jobs gerückt. Apps einzelner Radiosender werden ab sofort nicht mehr zugelassen. In einer E-Mail soll ein Apple-Mitarbeiter die kleinen Radio-Programme als Spam bezeichnet und auf eine Stufe mit Furz-Apps gestellt haben.

Seine neueste Zensur-Beschränkung hat Apple nicht öffentlich bekannt gegeben. Sie wurde vielmehr von Jim Barcus, Chef des Entwicklerstudios DJB Radio Apps, in einem Artikel für das Radio Mag Online angeprangert. Er beschwerte sich über die Zurückweisung von 10 Radio-Apps durch Apple, die seine Firma im Auftrag von Sendern produziert hatte. Barcus zitiert aus einer E-Mail, mit der das für Entwickler so wichtige App Review Department die Ablehnung begründete: "Die Apps einzelner Radiosender sind wie Furz-Apps, sie gehören zum Spam im App Store". Weiter heißt es: "Radio Apps werden nur noch frei gegeben, wenn sie mehrere hundert Radiosender zusammenfassen". Die Zensur hat Apple nach Angaben von Barcus am 10. November gestartet. Als er sich bei Steve Jobs persönlich per E-Mail beschwerte, erhielt er eine lapidare Antwort: "Sorry, wir haben unsere Entscheidung getroffen".

Barcus ist jetzt richtig sauer und verweist auf eine Zahl: 37.000 mal wurden die Radio-Programme seiner Firma allein im letzten Monat herunter geladen. Der Chef des Spodtronic-Entwicklers Liquid Air Lab, Mikko Linnamäki, haut in einem Blog-Beitrag in die gleiche Kerbe und liefert noch mehr Zahlen aus Deutschland: 41 Prozent der Top-100-Musik-Apps im deutschen iTunes Store sind Programme einzelner Radiosender. Eine Grafik von ihm zeigt, wie es dort ohne diese Apps aussehen würde:

So sieht der deutsche App Store ohne Radio-Apps aus / Foto: spodtronic.com

So sieht der deutsche App Store ohne Radio-Apps aus / Foto: spodtronic.com

Dass Apple seine Download-Plattform kontrollieren und filtern muss, räumt Linnamäki ein. "Bald sind 500.000 Apps im Store und in zwei Jahren werden es bereits Millionen sein. Jeder will ein monatliches Update, das von Apple überprüft werden muss". Für den iPhone-Hersteller sei das eine Menge Arbeit. Das Vorgehen von Apple hält er trotzdem für einen Fehler.

Doch statt auf Apple verbal einzuprügeln und die App-Zensur pauschal anzuprangern, schaut der Spodtronic-Chef über den eigenen Tellerrand. "Das ganze Internet, jedes kleine bis mittlere Unternehmen wendet sich jetzt den Apps zu. Wir werden sehen, wie die App Stores - und nicht nur Apple - mit der Flut umgehen, die gerade beginnt." Er sieht hier ein fundamentales Problem, das auftritt, wenn regulierte Systeme wie App Stores auf das Internet treffen. Denn "keine Macht der Welt kann das Internet regulieren, dafür ist es einfach zu groß", ist der Entwickler überzeugt.

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Kommentare
  1. 26.11.10 22:24 Birk (Expert Handy Profi)

    >> Natürlich bestimmt der Verkäufer was er anbietet,
    >> aber deswegen muss man das ja nicht gut finden, oder?

    Das ist eine sehr gute Zusammenfassung davon, was in den AppStore-Diskussionen immer schief läuft.

  2. 26.11.10 22:17 pixelflicker (Handy Master)

    Natürlich bestimmt der Verkäufer was er anbietet, aber deswegen muss man das ja nicht gut finden, oder?

  3. 26.11.10 20:27 stephan3572 (Advanced Member)

    das ich das verhalten von apple im bezug auf
    1senderapps missbillige musste ich doch nicht
    extra betonen.

    Aber es heißt ja "app-store" und da bestimmt
    der verkäufer was er anbietet.

  4. 26.11.10 18:23 pixelflicker (Handy Master)

    @Birk:
    You made my day.


    Es ist doch klar, dass Radiosender ihre eigene App haben wollen und nicht bei einer anderen App einer von Tausend Sendern sein wollen. Außerdem können sie so Mehrwert bieten (z.B. den aktuellen Titel Anzeigen, Weitere Infos, MP3 Kauf anbieten, Podcasts usw.)

    Ich finde es aber nicht deswegen bedenklich sondern wieder aus dem gleichen Grund, den ich schon immer bei Flash angegeben habe. Es sollte nicht über den Nutzen einelner Apps diskutiert werden sondern darum ob es Sinn macht, dass Apple sowas einschränkt (zumal es schon so viel Käse-Apps gibt, die sie nicht als Spam klassifizieren).

    Was ist denn wenn einer der Programmierer eine App für einen einzelnen Sender macht und dann noch eine super Idee hat, die bisher keiner hatte? Dann wird die App abgelehnt und keiner bekommts mit. Damit wird - wie ich schon ein paarmal gesagt habe - innovation gebremst wenn nicht sogar verhindert.

  5. 26.11.10 10:59 Birk (Expert Handy Profi)

    > Den Eindruck habe ich allerdings auch, ja.

    Ein Geisterfahrer? Tausende!

  6. 26.11.10 10:04 Macianer (Gast)

    >>…aber ich vermute einige hier wollen auch gar nicht darüber diskutieren. <<
    Den Eindruck habe ich allerdings auch, ja. Einige hier scheinen entweder Inhalt und Bedeutung der Meldung nicht verstanden zu haben oder hier in erster Linie Apple-Bashing betreiben zu wollen.

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